Elektromobilitäts-Campus an der A8 — Stromtankstelle mit 144 Ladepunkten

An der Autobahn A8 bei Zusmarshausen (Bayern) entsteht Deutschlands größte Stromtankstelle. Ab Ende 2019 sollen dort bis zu 4.000 Elektroautos täglich mit Energie versorgt werden.

Alternative Antriebe erfordern ein Umdenken, auch und vor allem beim Nachfassen von Kraftstoff. Der Tankvorgang bei Erdgas- und Brennstoffzellenfahrzeugen unterscheidet sich nicht sonderlich von Benzinern und Dieseln. Anders beim batteriegespeisten Elektroauto. Selbst am Schnellader verbringen Fahrer und Passagiere mehr Zeit als an der klassischen Tankstelle.

Hier sind die Betreiber von Ladestationen gefragt, diesen Aufenthalt so kurzweilig und interessant wie möglich zu gestalten, zumal auch neue Umsatzpotenziale winken. Der klassische Tankstellenshop mit einem Keks- und Süßwarenregal, Zeitschriften und einem Kaffeeautomaten reicht da nicht mehr aus.

24 Supra-Schnellader mit 350 kW

Am größten Schnellladestandort Deutschlands, den die Firma Sortimo Ende 2019 an der A8 in Zusmarshausen (Bayern) eröffnen will, wird von allem mehr geboten. Da wären zum Beispiel mehr Ladepunkte. 144 Elektroautos sollen gleichzeitig den Zugang zu Strom bekommen. 24 Supra-Schnelllader mit einer Leistung von 350 kW können die Akkus eines Fahrzeugs theoretisch in zehn Minuten vollständig aufladen. Praktisch fehlt es noch an Elektroautos, die diese Ladeleistung aufnehmen können.

Weitere 120 Schnellader bringen 50 kW, mit denen der Ladestopp ungefähr eine Stunde dauert. In dieser Zeit können Geschäftsreisende an der Stromtankstelle Meetingräume für Videokonferenzen oder persönliche Treffen nutzen. Vorstellbar, dass ich Freiberufler mit ihren Kunden an der Station zu einer Präsentation verabreden, während beide die Zeit nutzen, ihre Elektroautos zu laden.

Außerdem sollen Kunden in einer App Einkäufe für den täglichen Bedarf zusammenstellen können. Die gekauften und auch über die App bezahlten Produkte werden von Einzelhändlern in der Region zugeliefert und dem Elektroautofahrer während des Ladevorgangs in einer Box zum Auto gebracht. Auch ein herkömmliches Geschäft und ein Restaurant, inklusive extra schnellem Menüservice für die Nutzer des Supra-Laders, soll es vor Ort geben.

Park + Ride für Elektroautos

Nicht nur als Ladestelle soll die Station genutzt werden, sondern auch als Park + Ride – Platz. Die Elektroautobesitzer können beim Abstellen ihres Fahrzeugs eine geplante Abholzeit angeben. Das Zeitmanagement der Station sorgt dann dafür, dass das Auto dann vollständig geladene Batterien hat, wenn der Besitzer zurückkommt. Dabei sollen auch Energiespitzen, zum Beispiel bei starkem Wind und entsprechender Einspeisung von Strom in das Netz durch Windräder, genutzt werden.

Wenn alle Ladepunkte in Zusmarshausen am Netz sind, will man 4.000 Elektroautos am Tag mit bis zu 240.000 kWh Strom versorgen können.

Die auch mit öffentlichen Geldern geförderte Stromtankstelle wird vom ortsansässigen Unternehmen Sortimo gebaut. Dessen Kerngeschäft ist die Innenausstattung von Transportern und Nutzfahrzeugen für Handwerker mit speziellen Stausystemen. Mit einem Lastenpedelec hat man aber auch ein elektrifiziertes Fahrzeug im Angebot. Dessen 500 Wh große Batterie dürfte aber weiterhin an der herkömmlichen Haushaltssteckdose aufgeladen werden.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/verkehr/elektroauto-tankstelle-schnelllader-autobahn-zusmarshausen/

Porsche 356 Nr. 1 Roadster auf Weltreise — Diese Oldtimer-Replika kann kein Mensch fahren

Auf den ersten Porsche 356 Roadster führen die Zuffenhausener eine ganze Marken-Philosophie von fahrdynamischer Auslegung bis Leichtbaukonzept zurück. Jetzt wurde eine Replika des ersten 356 Roadster gebaut, die niemand fahren kann.

Dass Tradition auf Moderne trifft, liest man ja immer wieder mal. Bei Porsche Classic war das zuletzt der Fall, als ein originaler 356 Roadster mit einem 3D-Scanner vermessen wurde. Wozu? Man wollte die Nummer eins rekonstruieren. Den ersten jemals gebauten 356 aus dem Jahr 1948. Keine leichte Aufgabe, wenn das auch mit den Werkzeugen und Arbeitsweisen von damals gemacht werden soll. Zwei Monate benötigte der Spengler Friedrich Weber dereinst allein für das Aluminium-Kleid des Sportwagens. Arbeit fernab von automatisierten Abläufen und Roboter-Armen.

Um die Replika auf die Räder zu stellen, wurden alte Konstruktionszeichnungen, Fotografien und Tagebücher ausgewertet und abgeglichen. Dabei galt es zunächst die zahlreichen Abweichungen herauszudividieren, da der 356 Roadster von 1948 mehrfach ramponiert, repariert und umgebaut wurde. Schließlich sollte die Replika den Ursprungszustand des Klassikers widerspiegeln. Die Karosserie etwa lief nach hinten schmaler aus, an der Front prangte eine ausgeprägte Bugspitze. Der Heckdeckel reichte vom Passagierraum bis hin zur Stoßstange – Merkmale, die der „Nummer 1“ über die Jahre abhanden gekommen waren.

Replika in Handarbeit

Mit Hilfe originalgetreuer Holzformen und Prüfwerkzeuge entstand schließlich der Nachbau des 70 Jahre alten Roadsters in Handarbeit. Selbst die Farbformel der Lackierung hat man bei Porsche Classic zum Anrühren genutzt, nachdem unter dem Armaturenbrett einige Schichtproben genommen wurden. Denn das Originalfahrzeug hat Zeit seines Lebens einige frische Anstriche erhalten. Die Tatsache, dass selbst die Knüpfung der Teppiche der von vor siebzig Jahren entspricht, dürfte die Herzen eingefleischter Traditionalisten sperrangelweit öffnen.

Zu Recht fragen Sie sich nun, warum denn niemand dieses Schmuckstück fahren kann. Nun, das liegt nicht daran, dass Porsche es verbieten würde. Das Problem sitzt näher an der Basis. Die Rekonstrukteure haben schlicht auf einen Motor verzichtet. Während die Vorderachse nebst Lenkung und Lenkrad dem Original entsprechend von einem VW Käfer stammt, besteht die Hinterachse lediglich aus einem Rohr.

Das allerdings ist insofern kein Problem, als dass es sich bei dem Porsche 356 „Nummer 1“ Roadster lediglich um ein Showcar handelt, das die zeitgeschichtliche Bedeutung des Modells für die Marke unterstreichen soll. Und als solch hingebungsvoll aufgebauter „Markenbotschafter“ geht es für das Showcar nun auf Weltreise. Von Zuffenhausen aus führt die Tour über das Goodwood Festival of Speed in Großbritannien, aber auch die USA, Kanada, China und Südafrika stehen auf der Reise-Liste. Wer nicht so weit fliegen möchte, hat von Juli bis September 2018 auch die Gelegenheit, die Nummer 1 im Stuttgarter Porsche Museum zu bewundern.

Falls Sie bis dahin noch etwas in Porsche-Nostalgie schwelgen wollen, finden Sie in unserer Bildergalerie die schönsten Werbe-Plakate der Zuffenhausener ab dem Jahr 1951.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/porsche-356-nr1-roadster-replika/

Concorso d´Eleganza Villa d´Este 2018 — Das sind die schönsten Oldtimer

Der Park eines Luxushotels am Comer See verwandelt sich am letzten Mai-Wochenende zu einer Insel der Glückseligkeit. Der schönste Kiesplatz der Welt wird zur sonnigen und blühenden Kulisse für 51 erlesene Automobile. Eleganz und Anmut regieren hier für drei Tage.

Edle Exponate der großen Marken, ob Ferrari, Bentley, Rolls-Royce, Maserati, BMW oder Mercedes-Benz wetteifern um die Auszeichnungen Coppa d´Oro oder Best of Show. Sieben historische Formel 1-Rennwagen von ganz eigenwilliger Ästhetik lieferten in diesem Jahr das Kontrastprogramm zu den imposanten Nobelkaleschen und den klassischen Gran Turismo-Schönheiten.

Der Kies knirscht unter dünnen Ledersohlen, ein rotes Meer von Blüten rahmt die schwarzen Karossen des Art Deco-Zeitalters ein. Wie ein Spiegel wirken die dunklen Lackflächen. Schöne Frauen auf hohen Absätzen blicken in unbeobachteten Momenten hinein, kontrollieren, ob Frisur und Make-up stimmen. Leise Musik eines Pianisten rieselt flüchtig herüber. Chrom glänzt im Sonnenlicht, das Spiel der Reflexe bringt Bewegung in die statische Kulisse. Noch parken die edlen Exponate friedich nebeneinander, sie sind kreisförmig auf dem Kies nach Alter und Bauart aufgereiht, besetzen auch anderswo kleine Segmente. Alles wirkt handverlesen, keine Spur von Enge oder Überfüllung. Jedes Automobil hat Raum, zu wirken.

Sechsrad-Tyrell P34 von 1977 ist zweifellos eine Attraktion

Die zeitlos schönen Gran Turismo-Kunstwerke von Ferrari, Lamborghini, Aston Martin und Maserati parken im Innenhof des Palazzos auf feinem Marmor-Mosaiken.

Der Chronist muss tief durchatmen, gerade erst hat er seinen Rundgang begonnen. Er trägt sein bestes Jackett aus Kaschmir und Seide und seine beste Uhr von Audemars Piguet. Es ist trotzdem unmöglich hier bei den Schönen und Reichen mitzuhalten, keines seiner Autos hätte hier Bestand, nicht einmal sein 500 E. Trotzdem fühlt er sich wohl, er liebt die Autos und das Ambiente. Es ist ein Sonntag in seinem Leben, der drei Tage dauert. Noch ist es früh, letzte Hand wird angelegt. Letzte Meguiar’s- und Swizwax-Tiegel kreisen, damit Schwarz noch tiefer und Silber noch glänzender wird. Die Jury ist schon unterwegs, eine kleine Schar mit Panamahüten und Klemmbrettern. Es ist für den einsamen Chronisten nicht möglich, alle Modelle zu würdigen.

Er hält sich für einen Connaisseur mit einem sehr individuellen Geschmack, an den Formel-1-Rennwagen geht er eine Spur zu schnell vorbei, sie sind nichts seins, eben nicht elegant. Der Sechsrad-Tyrell P34 von 1977 ist zweifellos eine Attraktion, der Maserati 250 F von 1954 mit torpedoförmiger Fantuzzi-Karosserie erinnert an Fangios große Zeit. Aber sie berühren einen nicht tief.

Wer bekommt den Ehrenpreis für das „Most Sophisticated Car“

An einem Bentley Mark IV von 1949 bleibt er hängen, bewundert die eleganten Fastback-Proportionen des erstaunlich zierlichen Wagens in unauffälligem Dunkelgrün. Der Bentley ist hier an der Villa d´Este kein Publikumsmagnet. Er ist ein stiller Star, wenig später wird sein Besitzer kommen, um ihn eine Lücke weiter für einen späten Neuankömmling zu rangieren. Der 4,3-Liter-Sechszylinder von Rolls-Royce mit stehenden Einlass- und hängenden Auslassventilen bleibt dabei geradezu unhörbar leise, 130 PS genügen dem Coupé mit Mulliner-Coachwork. Es bekäme den fiktiven Ehrenpreis für das „Most Sophisticated Car“.

Der Chronist beglückwünscht mit schüchternen englischen Worten den Bentley-Besitzer, er geht weiter, es zieht ihn hin zum imposanten Iso Grifo GL 750 von 1967. Es ist die Farbe, die ihn lockt, aber auch die souveränen Linien und die ausgewachsenen Größe des Grifo. Er kennt die schrillbunte Farbe von Mercedes, dort heißt sie Mimosengelb, Code 618. Er zweifelt an ihrer Echtheit, aber der große Gran Turismo mit dem GM-Smallblock-V8 aus der Corvette fasziniert ihn trotzdem. Würdevoll trägt das Bertone-Coupé die Spuren der Jahre, ohne vernachlässigt zu wirken, hier ein paar kleine Beulen, dort ein paar Kratzer, die Borrani-Speichenräder ein bisschen matt und korrodiert. Später erzählt Besitzer Ulf Klenk vom Urzustand aus erster Hand, ein Ziegelfabrikant aus Messina leistete sich diesen 350 PS-starken Luxus. Der Tachostand heute gerade einmal 56.117. Selbst die Auspuffhüllen der zweiflutigen Rohre sind noch die ersten. Danke, das genügt, so ein Grifo ist sowieso ein Exponent automobiler Ästhetik, der Chronist beschließt kurzerhand ihn zu seinem Best of Show zu küren, komme was da noch wolle.

Der Stradale, Highlight des Concorso

Der rubinrote Alfa Romeo Tipo 33/2 Stradale von 1968 zieht den Flaneur magisch mit seinem Rubinrot-Metallic und seinem exaltierten Scaglione-Design an, das klare Bertone-Züge trägt, weil Franco Scaglione dort lange als Spiritus Rector firmierte.

Der Tipo 33/2 wirkt nicht nur wie ein Rennsportwagen für die Straße, es ist einer, wie er mit seinem Namenszusatz auch bekundet. Im Gegensatz zu seinem zivilen Bruder Alfa Romeo Montreal täuscht er den Mittelmotor nicht nur mit fotogen angeordneten Lufteinlässen vor, der keinvolumige Zweiliter-V8, der 230 PS bei eindrucksvollen 8.800 Umdrehungen leistet, sitzt tatsächlich vor der Hinterachse. Nur 18 dieser Tipo 33 wurden mit leichter Aluminiumhülle gebaut, der V8 mit mechanischer Einspritzpumpe wurde für den Montreal auf 2,5 Liter vergrößert und auf 190 PS limitiert.

Keine Frage, der Stradale ist ein absolutes Highlight des Concorso und der Chronist widmet ihm schon jetzt den Coppa d´Oro, den Publikumspreis, nicht ahnend, dass er mit diesem Bauchgefühl dem Schicksal gewaltig auf die Sprünge hilft. Besitzer Albert Spiess aus der Schweiz wird in wenigen Stunden den Goldenen Pokal mit einem Siegerlächeln in der Hand schwenken.

Wo ist der Weiher?

Die klassischen, zeitlos schönen Gran-Turismo-Wagen bilden ein Kernelement des Concorso d´Eleganza. Der goldfarbene Ferrari 500 Superfast von 1965 räkelt sich langgestreckt auf grünem Rasen. Er gibt den Narzisst, der seine Schönheit nie in Frage stellt, am liebsten wäre ihm ein Weiher, in dem er sich spiegeln könnte. Pininfarina schuf die atemberaubende Form im Stil der späten sechziger Jahre, typisch sind die tiefliegenden Rundscheinwerfer in der aerodynamisch gestalteten Frontpartie und das Fischmaul als Kühlergrill mit dem Cavallino Rampante, dem Ferrari-Emblem.

Der monumentale Fünfliter-V12 von Konstrukteur Gioacchino Colombo leistet 400 PS und befeuert den verdammt wörtlich zu nehmenden Superfast auf von Road & Track gemessene 283,6 km/h. Der letzte Besitzer dieses Superlativ-Ferrari war übrigens der Schauspieler Peter Sellers, bekannt aus dem Film „Der rosarote Panther“. Den sonnigen, kiesumsäumten Rasenplatz an dem die Damen mit ihren hohen Bleistiftabsätzen immer leicht, aber stets kontrolliert einsinken, teilt sich der Ferrari 500 Superfast mit dem Aston Martin DB 5, er in der Tat eines von zwei James Bond-Filmautos war. Der Agent seiner Majestät lenkte ihn spektakulär in den Filmen Goldfinger und Thunderball, die rassige Touring-Karosserie beherbergte allerlei hineinkonstruierte Gimmicks wie etwa einen Schleudersitz, Maschinengewehrläufe in den Stoßstängenhörnern und Reifenaufschlitzer, die aus den Zentralverschlüssen schnellten. Wir alle kennen das Corgy-Modell aus unseren Kinderzimmern, das damals ein teures Statussymbol war.

Hohe Stieletto-Stiefel und sehr grobmaschige kurze Kleider

Filmautos sind überhaupt das Motto des diesjährigen Concorso d´Eleganza Villa d´Este. Es heißt „Hollywood on the Lake“ und feiert das letzte cineastische Jahrhundert mit Autos wie dem Bond-Aston, den Sellers-Ferrari, dem ungeheuer extravagant gestylten Cadillac Series 62 von 1953 mit Ghia-Karosserie aus dem Erstbesitz von Rita Hayworth, dem BMW 507 von Ursula Andress, die ja bekanntlich das erste Bond-Girl war, und dem imposanten Delage D8-120 mit Chapron-Karosserie.

Das bordeauxrote Cabriolet mit Reihenachtzylinder-Motor diente einst Gene Kelly und Nina Foch in dem 1951er-Musical „Ein Amerikaner in Paris“ als rollende Requisite. Ein schönes Auto für schöne Menschen eben auch ein inoffizielles, aber aktuelles Motto für den Concorso. Auch der futuristische Lancia Stratos Zero mit extrem flacher (84 cm) Keilform-Karosserie von Bertone partizipiert unfreiwillig am Film-Ruhm. Die Flunder mit Fulvia-V4 feierte auf dem Turiner Salon 1970 Premiere, flankiert von unvergesslichen Schönheiten, die nichts anderes trugen außer hohe Stieletto-Stiefel und sehr grobmaschige kurze Kleider. Die Studie mit dem kanzelartigen Fronteinstieg wie bei der Isetta hat mit dem späteren Rallye-Star Stratos wenig gemein. Dafür sehr viel mit dem Lamborghini Countach LP 400, ebenfalls eine Kreation des exzentrischen Star-Designers Marcello Ghandini. Ach ja, da war doch noch was mit Film: Michael Jackson ließ den hummerfarbenen Wagen Jahrzehnte später für sein Video-Spektakel zur LP Moonwalk als Attrappe nachbauen.

Gewaltigen Motorräume unter schmetterlingsartig geschwungenen Hauben

Einen Kreis für sich auf dem Como-Kies bilden die großen, schweren yachtähnlichen Reisewagen der Art Deco-Epoche und der dreißiger Jahre. Dieser elitäre Gentlemens Club der Herrenfahrer-Kaleschen wird von diversen Rolls-Royce Phantom- und Bugatti 57-Modellen ebenso geprägt wie von Nobelautos wie CadillacV-16, Lancia Astura Pinin Farina Cabriolet, Mercedes-Benz 540 K Cabriolet A, Packard Standard Eight und Isotta Fraschini Tipo 8A SS. Der Chronist blickt versonnen in die gewaltigen Motorräume unter schmetterlingsartig geschwungenen Hauben, ergötzt sich an der sachlichen Triebwerksarchitektur der Bugatti-Reihenachtzylinder und schwelgt in der messighaften Filigranität des Rolls-Royce 7,7-Liter-Reihensechszylinder, der sein Debüt bereits im Silver Ghost von 1906 feierte. Ihm wird klar, dass hier auch die amerikanische Automobilindustrie ihre ganz große Zeit hatte, sie bestimmte den Puls des Fortschritts.

Doch nun wird es am Ende auch Zeit für Fiat eine Lanze zu brechen. Der Fiat 8V von 1952, phonetisch stets nur klangvoll „Otto Vu“ genannt, ist der erste einsame Nachkriegs Höhenflug der kleinwagenlastigen Volumen-Marke. Wie der Mercedes-Benz 300 SL war auch der Fiat-Zweiliter-Achtzylinder zunächst als reiner Rennsportwagen geplant. Das Serienmodell mit hausgemachter Fiat-Karosserie geriet schon imposant genug, daneben gab es auch Interpretationen von Zagato und Vignale.

Wer ist „Best of show“?

Beim diesjährigen Concorso gesellt sich noch eine späte 125-PS-starke Vignale-Version in unerhört ausdrucksstarkem Gewand zur herrlich patinierten Serien-Edition, die nur insgesamt 34 Exemplare umfasste. Leider geriet der konstruktiv unspektakuläre OHV-V8 optisch weit unscheinbarer als akustisch. Während des Schaulaufens zur Prämierung vor der Jury entfachen die beiden Otto Vu jedenfalls ihr ganzes akustisches Feuer.

Best of Show wurde am Ende nicht der Iso Grifo GL 350 im leicht mattierten Giallo Mimosa, sondern ein weit extremeres Auto mit dem infernalischem Crescendo seines Vierliter-V12 mit vier obenliegenden Nockenwellen. Der von Scaglietti verdammt rassig karossierte Ferrari 335 Sport von 1958 sieht auf den ersten Blick wie ein Testarossa aus, ist aber noch ein Wagen von ganz anderem Kaliber, er über 300 km/h Spitze rennt. Obwohl nicht Rennsport-gepolt, zieht der Chronist seinen Bardolino-Strohhut vor diesem marinegrauen Geschoss, dass die Krönung aller Ferrari-Rennsportwagen der Frontmotor-Ära verkörpert.

Conferencier Simon Kidston führte einmal mehr so souverän durch die Typologie der Exponate, dass es ein wahres Vergnügen war zuzuhören. Als der jubelnde Applaus der Menge langsam verhallt und nur noch leere Champagner-Gläser die Tische säumen, geht der Chronist noch einmal durch die Reihen der Boliden. Das edle Blech knistert unter der Motorhitze, es riecht wohlig nach warmem Öl. Auch der Bentley Mark IV hat seinen Platz neben dem Lancia Stratos Zero und dem Bugatti 57 Atalante wieder eingenommen. Keine Frage, dass es dieser so unspektakuläre dafür aber umso entzückendere Saloon wäre, mit dem er sich wünschte, nach Hause zu fahren.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/concorso-d-eleganza-villa-d-este-2018-best-of-show/

Smart-Chefin tritt ab — Annette Winkler übergibt nach 8 Jahren

Annette Winkler wird ihre Tätigkeit als Smart-Chefin zum 30. September 2018 nach acht Jahren beenden und an einen Nachfolger übergeben. Den will der Autobauer Daimler allerdings erst später benennen.

„Eine wesentliche Verantwortung jeder Führungskraft ist es, zum richtigen Zeitpunkt die Leitung an die nächste Generation zu übergeben. Und der ist jetzt gekommen – mit der klaren Ausrichtung von Smart als vollelektrischer urbaner Mobilitätsmarke und mit dem Beschluss, den Standort Hambach zu einem Werk für vollelektrische Fahrzeuge innerhalb des Mercedes-Benz Produktionsverbunds auszubauen. Mit meiner unendlichen Begeisterung für Smart und den Menschen dahinter ist mir diese Entscheidung nicht leicht gefallen. Umso mehr freue ich mich, dass ich nun noch die Übergabe an einen Nachfolger begleiten kann. Auch in Zukunft werde ich weiterhin überzeugte Botschafterin für smart und Daimler sein – so wie ich es 23 Jahre mit viel Begeisterung und Dankbarkeit immer war“, wird Annette Winkler in einer Pressemitteilung des Konzerns zitiert.

Winkler wird dem Daimler-Konzern jedoch weiterhin verbunden bleiben. Sie wird ab dem 1. September 2019 in den Aufsichtsrat von Mercedes-Benz Südafrika berufen, um dort weiterhin ihre Erfahrung mit Mitarbeitern und Händlern einzubringen.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/smart-annette-winkler/

Erlkönig Audi A4 (2019) — Hier fährt die Facelift-Version

Die aktuelle Baureihe des Audi A4 namens „B9“ ist seit 2015 in Deutschland am Start, Zeit, dem Mittelklasse-Modell ein Facelift zu verpassen.

Unser Erlkönig-Jäger hat den neuen Audi A4, der vermutlich Ende des Jahres 2018 auf den Markt kommen wird, nun bei Testfahrten erwischt.

Audi A4 mit neuem Cockpit

Das Facelift-Modell zeigt sich lediglich an der Front getarnt, somit trägt das Wort „Facelift“ schon die korrekte Bedeutung. Der Prototyp mit S-Line-Paket erhält eine neue Front mit eckigeren Lufteinlässen. Außerdem dürften die Scheinwerfereinheiten ein neues Layout erhalten. Auch am Heck zeigt sich, ohne Tarnung, eine veränderte Schürze, die rechteckige Auspuffendrohre statt der für das S-Line-Paket typischen runden Ausführungen trägt. Auch beim neuen Audi A4 könnte die Leuchten-Grafik verändert erscheinen.

Während das Facelift beim Exterieur eher moderat ausfällt, so erscheint der neue Audi A4 in Inneren mit deutlich mehr Updates. Sicher wird Audi in Sachen Polsterfarben und –designs dem A4 ein Update bescheren. Darüber hinaus könnte der Mittelklässler das neue, aus dem Audi A6 oder Audi A8 bekannte Cockpit erhalten. Dies sieht das virtuelle Cockpit (gegen Aufpreis) ebenso vor, wie den neuen in den Armaturenträger integrierten Infotainment-Bildschirm. Der auf den Erlkönig-Bildern noch erkennbare freistehende Bildschirm dürfte damit Geschichte sein.

Motoren werden sparsamer, Preis steigt

Auf der Motorenseite bleibt es bei den gesetzten Antrieben: Aktuell ist der Audi A4 mit einem 150 PS starken 1,4 Liter TFSI sowie einem 2,0-Liter-TFSI (190 bis 252 PS) auf der Benzinerseite ausgerüstet, die Diesel erstrecken sich über einen Zweiliter-TDI mit 122, 150 und 190 PS). Top-Diesel ist der 3,0-Liter-TDI in 218 und 272 PS. Selbstverständlich sind die Motoren mit Allrad sowie mit S-Tronic, Tip-Tronic oder manuellem Sechsgang-Schaltgetriebe erhältlich. Die Aggregate werden in Sachen Leistung zulegen, bei den Verbräuchen hingegen abnehmen. Der Einstieg in die Baureihe beginnt aktuell bei 32.400 Euro, die Faceliftversion dürfte um einige hundert Euro teurer ausfallen.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/erlkoenig/erlkoenig-audi-a4-2019-infos-daten-fotos-preis/

Nach Tod von Bodo Buschmann — Interview mit Brabus-Chef Constantin Buschmann

Nach dem Tod von Brabus-Chef Bodo Buschmann am 26. April 2018 übernahm sein Sohn, der heute 33-jährige Constantin Buschmann, viel früher als geplant das Ruder des Unternehmens. Im Interview mit auto motor und sport spricht er über die Zukunft von Brabus.


Die Fußstapfen Ihres Vaters sind sehr groß. Haben Sie die Befürchtung, sie nicht ausfüllen zu können?

Buschmann: Sie haben Recht – sie sind riesengroß. Und mit dem Wissen, dass er das Unternehmen über 40 Jahre lang geprägt hat, ist es ratsam, keine spontanen, großen Kurswechsel vorzunehmen. Was aber auch gar nicht schwierig ist, da mein Vater und ich viele Dinge ähnlich sahen. Wir haben schließlich schon rund ein Jahrzehnt zusammengearbeitet. Kopieren kann und werde ich ihn aber natürlich nicht. Das geht ja auch überhaupt nicht. Das Wichtigste ist doch, dass wir stabil in die Zukunft schauen. Wir tragen schließlich nicht nur die Verantwortung für uns selbst, sondern für die Arbeitsplätze all unserer Mitarbeiter.

Entschuldigen Sie bitte die Frage: Wer genau sind „wir“?

Buschmann: Mit „wir“ meine ich uns drei Gesellschafter, sprich meine beiden Schwestern und mich. Allerdings habe ich als einziger die operative Geschäftsführung inne. Ich weiß, es gibt zahllose familiäre Beispiele, wo es in genau solch einer Situation, in der wir uns aktuell befinden, mit der Unternehmensweiterführung aus persönlichen Gründen nicht geklappt hat. Doch bei uns ist das vollkommen anders. Mein Vater hat schon früh der Planung seiner Nachfolgeregelung begonnen. Seit knapp drei Jahren wurde ich im Speziellen auf seine Nachfolge hin vorbereitet. Ich bin demnach, trotz des schweren Schicksalsschlages, in der gefestigten Situation, über 90 Prozent meiner neuen Aufgabe zu kennen. Gleichzeitig habe ich ein über Jahrzehnte gefestigtes Management um mich herum, auf dessen Ratschläge ich keinesfalls verzichten möchte.

Das Geschäftsmodell des Unternehmens Brabus hat sich ja über die Jahre stark verändert. Wo legen Sie nun verstärkt ihren Fokus drauf?

Buschmann: Im Kern ist die Marke Brabus mit der Veredelung der Marken Mercedes-Benz und Smart fest verwurzelt. Daran wird sich auch nichts ändern. Unsere Marke Startech wird sich weiterhin um Premium Marken wie Aston Martin, Bentley, Jaguar, Land Rover, Range Rover oder auch Maserati kümmern. Das hat in den vergangenen Jahren hervorragend funktioniert. Seit ein paar Jahren haben wir uns, nicht zuletzt durch mein Drängen, zudem in die Branche der Business Vans gewagt – ein voller Erfolg. Und unsere starke Verbundenheit zum Yachtsport hat zuletzt die Brabus Shadow 800 hervorgebracht. Eine rund 400.000 Euro kostende Motoryacht mit zwei 400 PS-Außenbordern und einem phantastischen Design. Hier werden wir uns in Zukunft mit unserem Partner Axopar noch weiter entwickeln. Zudem wird unser digitaler Fußabdruck, sprich unsere Homepage, noch in diesem Jahr einen Neustart erfahren.

Glaubt man den Politikern, fahren wir in ein paar Jahren alle Elektroautos. Wo bleibt da Brabus, ein Unternehmen, das vor allem durch leistungsoptimierte Autos mit Verbrennungsmotor in der Öffentlichkeit steht?

Buschmann: Wir beobachten den Markt schon sehr genau und entwickeln uns stets weiter. Dass wir in ein paar Jahren alle E-Autos fahren sehe ich zum Beispiel nicht. Und das nicht, weil ich einfach etwas dagegen hätte. Aber wir sind doch alle noch nicht soweit. Gleichzeitig betrachten wir auch das rein elektrische Auto nicht wirklich als den alleinigen Marktführer in ein paar Jahren. Alternative Antriebe wie das Wasserstoffauto werden aktuell zwar von der Politik unerwähnt gelassen, doch forschen wir in alle Richtungen. Nicht zuletzt zeigen wir ja auch durch unser Engagement bezüglich der Elektrifizierung von Fahrzeugen der Marke smart, dass wir für alle Fälle gerüstet sind. Und wenn ein Kunde in einer S-Klasse mit Hybridantrieb vorfährt, bieten wir ihm einen Kaffee an und fragen gern, wie groß seine Leistungssteigerung sein darf.

Apropos Leistungssteigerung. Dem Sohn eines positiv Autoverrückten muss eine Frage gestellt werden: Was fahren Sie privat am Liebsten und musste Sie ihr Vater überhaupt irgendwann einmal davon überzeugen, sein Nachfolger zu werden oder gab es niemals Zweifel?

Buschmann: Am liebsten fahre ich einen Brabus 850 auf Basis des Mercedes-AMG G 63. Genau wie mein Vater auch, liebe ich Autos und daher liebe ich auch meinen Beruf. Es ist für mich jeden Tag aufs Neue ein Geschenk, hier arbeiten zu dürfen. Seit ich krabbeln kann, bin ich in diesen Hallen zuhause. Was aber nicht heißt, dass es in meiner Jugend auch mal Zeiten gab, in denen ich meine Zukunft überall anders, nur nicht hier gesehen habe. Doch diese Zeiten sind auch vorbeigegangen – ganz ohne Druck meines Vaters! Er sagte immer: „Wenn Du Stehgeiger werden willst, werde Stehgeiger.“ Ich glaube, anders hätte es auch gar nicht funktioniert. Dass meine Lehrjahre härter waren als für viele andere, kann jeder Nachvollziehen, der mal von seinem eigenen Vater trainiert wurde. Übertragen formuliert habe ich viele, viele Extrarunden drehen müssen.

Eine Herzensangelegenheit war ihrem Vater der Verband der Automobil Tuner, dem er lange Jahre vorstand. Der Tod ihres Vaters und der von Angelika Kresch innerhalb weniger Wochen haben dem VDAT nun stark zugesetzt. Ist man schon an Sie herangetreten?

Buschmann: Dafür war aufgrund der schlimmen Ereignisse noch keine Zeit. Sollte jemand anklopfen, werde ich mein Bestes tun.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/tuning/interview-brabus-ceo-constantin-buschmann/

Toyota-Suzuki-Kooperation — Kleinwagenallianz weiter ausbauen

Toyota und Suzuki loten die Möglichkeiten einer weiter vertieften Partnerschaft aus. Das gaben beide Unternehmen jetzt bekannt. Ziel der japanischen Kooperation ist eine noch intensivere Zusammenarbeit im Kleinwagen- und Billigautobereich.

Suzuki gilt aus ausgemachter Kleinwagenspezialist. Ein Fakt, der vor geraumer Zeit auch VW gereizt und zu einer Partnerschaft mit den Japanern bewogen hat. Da man sich dann in entscheidenden Punkten nicht einig wurde, ging die Kooperation im Streit auseinander. Im Februar 2017 hatte Toyota, sich die Fähigkeiten des Kleinwagenspezialisten Suzuki mit einer Partnerschaft gesichert.

Toyota drängt ins Billig-Segment

Toyota hatte Suzuki im Gegenzug seine Kompetenzen bei Forschung und Entwicklung in den Bereichen Umwelt, Sicherheit und Informationstechnik angeboten. Zuvor hatte Toyota mit Daihatsu einen weiteren Kleinwagenspezialist, an dem die Japaner jahrelang als Mehrheitsaktionär beteiligt waren, komplett übernommen.

Jetzt nimmt die Kooperation zwischen den beiden japanischen Autobauern immer konkretere Formen an. Toyota und Suzuki haben unter anderem die gegenseitige Lieferung von Fahrzeugen für den indischen Markt und weitere gemeinsame Projekte vereinbart. Jetzt soll die Zusammenarbeit auch auf die Produktion und Marktentwicklung ausgeweitet werden. So sollen die Denso Corporation und Toyota Suzuki bei der Entwicklung eines kompakten, hocheffizienten Antriebsstrangs unterstützen. Weiter vereinbart wurde, dass Toyota Kirloskar Motor Private Ltd. (TKM) von Suzuki entwickelte Modelle produziert, die über das Toyota und Suzuki Handelsnetz in Indien verkauft werden. Darüber hinaus sollen die von Suzuki entwickelten Modelle, auch die von TKM, von Indien nach Afrika und in andere Märkte geliefert werden, wobei die bestehenden Toyota und Suzuki Vertriebsnetze genutzt und die Zusammenarbeit in den Bereichen Logistik und Dienstleistungen ausgebaut werden sollen.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/toyota-suzuki-kleinwagenallianz/

Daimler AG Factory 56 — Mercedes baut Werk der Zukunft

Mercedes baut in Sindelfingen an der Autofabrik der Zukunft: Die Factory 56 soll Energie sparen, digital und effizient sein. Vor allem jedoch ist die neue Produktion für S-Klasse und EQ-Modelle sehr groß. Alle Fakten, Informationen, Bilder.

Mercedes hat in Sindelfingen den Grundstein für eine neue Fabrik gelegt. Die Factory 56 soll in etwa drei Jahren in Betrieb gehen und grüner, effizienter sowie digitaler als die bisherigen Fabriken sein. Gebaut werden sollen dort neben der E- und S-Klasse auch die ersten EQ-Elektromodelle und Robo-Taxis. Die Daimler AG spricht von der „Automobil-Produktion der Zukunft“.

Bis zu 75% weniger CO2

Das bedeutet, dass die Produktion vernetzt ist – Stichwort Industrie 4.0 – und der Energieverbrauch deutlich gesenkt wird: Im Vergleich zur bisherigen S-Klasse-Produktion soll die neue Fabrik bis zu 75 Prozent weniger CO2 verursachen. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach spare bis zu 5.000 Mwh Strom, erklärt Daimler. Die Außenhülle soll viel Licht in die Halle lassen, die Raumtemperatur lässt sich im Sommer um bis zu sieben Grad gegenüber der Umgebungstemperatur absenken.

Rund 1.000 Mitarbeiter

In der Factory 56 sollen etwa 1.000 Menschen arbeiten. Die Arbeitsplätze sind ergonomisch gestaltet, die Werkzeuge digital vernetzt. Schon heute sind Drehmomentschlüssel in der S-Klasse-Produktion über WLAN vernetzt und dokumentieren zum Beispiel Anzugsmomente für Schrauben. In der neuen Fabrik liefern fahrerlose Transportsysteme Komponenten, die per RFID nachverfolgbar und vernetzbar sind. Big-Data-Analysen und Predictive Maintainance sollen dafür sorgen, dass die Produktion reibungslos läuft und Wartungen vorausschauend erledigt werden können.

220.000 Quadratmeter Grundfläche

Für die Halle lässt Daimler 700.000 Kubikmeter Erde bewegen. Die Grundfläche wird mit 220.000 Quadratmetern 30 Fußballfeldern entsprechen. Die Menge an Stahl für die Halle – 6.400 Tonnen – würde beinahe reichen, um den Pariser Eiffelturm nachzubauen. Wie viel die Factory 56 kostet, verrät Daimler nicht. Doch am Standort Sindelfingen investiert das Unternehmen bis 2020 insgesamt 2,1 Milliarden Euro. Darin sind 1,5 Milliarden Euro für die Modernisierung des Werks enthalten. Rund 600 Millionen Euro fließen in Forschung und Entwicklung.

Über 100 Jahre altes Werk

Das Werk Sindelfingen ist einer von 30 Produktionsstandorten der Daimler AG, 25.000 Menschen arbeiten dort. Pro Jahr rollen 310.000 Autos von den Bändern. Als Hauptwerk für die E- und S-Klasse, sowie als Produktionsstandort für den AMG GT und Guard-Modelle ist es eines der wichtigsten Werke des Konzerns. Im Werk befinden sich außerdem Entwicklung und Design. Das Werk wurde 1915 gegründet.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/mercedes-factory-56/

VW Passat und Arteon — Volkswagen stoppt beliebte Diesel-Modelle

Volkswagen hat für den Passat inklusive Kombiversion „Variant“ und den Arteon mit Frontantrieb und 2,0-Liter-Diesel (190 PS) in Verbindung mit dem 7-Gang-DSG die Fertigung vorübergehend ausgesetzt.

Hintergrund: Bei den Modellen leuchtet die gelbe Motorkontrollleuchte auf, um auf ein Problem mit dem Abgasnachbehandlungssystem hinzuweisen. Ein echtes Problem liegt nach einem Bericht der Automobilwoche jedoch nicht vor, trotzdem sollen Kunden bei Aufleuchten des Warnsignals die Vertragswerkstatt aufsuchen. Der Fertigungsstopp soll bis zur „Bereitstellung einer Abstellmaßnahme“, so VW, andauern. Mit dem Diesel-Skandal soll das aktuelle Problem nichts zu tun haben.

Software-Update erst im Herbst 2018 verfügbar

Diese wird wohl dem Bericht zufolge als Softwareupdate erst im 4. Quartal 2018 zur Verfügung stehen. „Fahrzeuge, die bereits produziert worden sind, können nicht mehr an Kunden oder Endabnehmer ausgeliefert werden“.

Wegen der daraus resultierenden längeren Lieferzeiten bietet VW Alternativen an. So können Kunden Allradantrieb (nicht von dem Problem betroffen) ohne Aufpreis bestellen oder sich für einen Benziner entscheiden. Diesen Wechsel bezuschusst VW mit 2.050 Euro pro Auto. Hier steht beim Passat ein 180 oder 220 PS starkes Modell zur Auswahl, beim Arteon ein Benziner mit 190 PS. Die nun betroffen Modelle sind laut Automobilwoche besonders bei Vielfahrern und Flottenkunden beliebt.

In unserer Fotoshow zeigen wir Ihnen den Test zwischen Audi A5 VW Arteon 2.0 TSI 4Motion R-Line und Sportback 2.0 TFSI Quattro Sport.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/fertigungsstopp-vw-passat-arteon-20-tdi/

Fiat/Chrysler-Rückruf — Tempomat-Probleme bei 4,8 Millionen Autos

Fiat/Chrysler (FCA) ruft in den USA 4,8 Millionen Fahrzeuge zurück. Nach Angaben des Unternehmens gibt es bei den betroffenen Fahrzeugen Probleme mit dem Tempomat.

So könne ein Kurzschluss dazu führen, dass sich der Geschwindigkeitsregler nicht wieder ausschalten lasse. Die Besitzer der Modelle werden gebeten, den Tempomaten nicht mehr zu verwenden.

US-Rückruf für 14 Modelle

Von dem Rückruf sind die Modelle Chrysler 200/300, Chrysler Pacifica, Dodge, Jeep Cherokee, Jeep Grand Chrokee, Jeep Wrangler sowie die Ram Pickups aus den Baujahren 2014 bis 2018 mit Benziner-Motoren und Automatikgetrieben betroffen.

FCA teilte mit, dass bisher keine Unfälle vorausgegangen seien, betroffene Kunden hätten die Defekt kommuniziert. Auch eine nicht näher bekannte Anzahl von Fahrzeuge muss in Kanada und Mexiko sowie einigen anderen Märkten zurückgerufen werden. Unklar ist noch, ob auch Modelle in Europa respektive Deutschland in die Werkstätten beordert werden. Die Aktion von FCA ist einer der größten Rückrufe in den USA.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/rueckruef-fiat-chyrsler-4-8-millionen-autos-mit-tempomatdefekt/

Induktives Ladesystem von BMW ab 3.200 Euro — Plug-in-Hybridmodelle kabellos laden

BMW bietet für seine neuen Plug-in-Hybrid-Modelle jetzt ein induktives Ladessystem an. BMW Wireless Charging ermöglicht eine kabellose Übertragung von Energie aus dem Stromnetz über eine Grundplatte in die Hochvoltbatterie des darüber platzierten Fahrzeugs.

Induktives Laden kennt man schon von elektrischen Zahnbürsten oder Mobiltelefonen. Jetzt bietet BMW diese Funktion auch für seine künftigen Plug-in-Hybridmodelle als Sonderausstattung an.

BMW Wireless Charging besteht aus einer Induktiv-Ladestation (GroundPad), die sowohl in einer Garage als auch im Freien installiert werden kann, und einer am Fahrzeugunterboden angebrachten Fahrzeugkomponente (CarPad). Die berührungslose Übertragung von Energie zwischen dem GroundPad und CarPad erfolgt über eine Distanz von acht Zentimetern. Das GroundPad erzeugt ein magnetisches Feld. In dem CarPad wird ein Strom induziert, der die Hochvoltbatterie lädt. Der Ladevorgang wird beim Erreichen der Parkposition über dem GroundPad initiert, ohne dass weitere Aktivitäten des Fahrers erforderlich sind. Die optimale Parkposition wird dem Fahrer über eine WLAN-Verbindung direkt auf dem Fahrzeugdisplay angezeigt. Ein grafisches Symbol weist auf das Erreichen der zum induktiven Laden geeigneten Parkposition hin. Diese kann um bis zu sieben Zentimeter in Längsrichtung und um bis zu 14 Zentimeter in Querrichtung von der Idealposition abweichen.

Ladessystem kostet rund 3.200 Euro

Das System hat eine Ladeleistung von 3,2 kW. Damit können die Hochvoltbatterien des BMW 530e iPerformance in rund dreieinhalb Stunden vollständig geladen werden. Der Wirkungsgrad des Gesamtsystems soll mit rund 85% bereits nahe an dem Niveau für das Laden mit Kabel liegen, wo heute rund 92% erreicht werden. Während des Ladevorgangs bleibt die elektromagnetische Abstrahlung auf den Fahrzeugboden beschränkt. Das GroundPad wird permanent auf Fremdkörper überwacht. Das Registrieren von Fremdkörpern führt unverzüglich zum Abbruch des Ladevorgangs.

Die Option BMW Wireless Charging ist ab sofort als Leasing-Sonderausstattung für den BMW 530e iPerformance bestellbar. Für Deutschland beträgt der Preis des ab Werk verbauten, fahrzeugseitigen CarPad-Moduls 890 Euro und der des gebäudeseitigen GroundPad-Moduls 2.315 Euro. BMW Wireless Charging startet mit Deutschland, dann folgen sukzessive Großbritannien, die USA, Japan und China.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/induktives-ladesystem-bmw/

Neue Batteriefabrik in Schweden — Siemens wird Partner von Northvolt

Ein ehemaliger Tesla-Manager baut in Schweden Europas erste Batteriefabrik. Jetzt ist der deutsche Siemens-Konzern in das Northvolt genannte Projekt mit eingestiegen.

Das schwedische Unternehmen Northvolt plant den Bau einer europäischen Batteriefabrik. In der 35.000 Einwohner-Stadt Skelleftea soll im Jahr 2020 mit der Herstellung von Akkus für Elektroautos begonnen werden. Die Größenordnung entspricht in etwa Teslas Gigafactory im US-Bundesstaat Nevada. 32 GWh (Gigawattstunden) will Northvolt im Jahr produzieren.

Die Northvolt-Manager um den ehemaligen Tesla-Mann Peter Carlsson dürfen sich jetzt über eine weitere Finanzspritze freuen. Siemens steigt mit einem Investment von 10 Millionen Euro bei Northvolt ein.

Mit der für das Jahr 2023 geplanten Kapazität in Schweden will man Batterien für bis zu 400.000 Elektroautos pro Jahr bauen. Außerdem sollen Lithium-Ionen-Akkus für den Einsatz in Zügen und Energieanlagen an Siemens geliefert werden.

Batterieziellen kommen bisher aus Asien

Damit kann die Batteriefabrik in Schweden natürlich nur ein Anfang sein, wenn sich die europäische Automobilindustrie beim Übergang zum Elektrofahrzeug nicht vollends von asiatischen Zulieferern abhängig machen will. Bisher kommen alle Batterien aus Fernost, kein Autohersteller außer Volkswagen denkt laut über eine eigene Herstellung der Stromspeicher nach.

Jan Mrosik, Vorstand der Digital Factory – Abteilung bei Siemens, sagt: „Wir freuen uns, Northvolt bei m Bau der Batteriefabrik der Zukunft unterstützen zu kennen. Wir tragen unseren Teil zu einer wettbewerbsfähigen Produktion von Batteriezellen in Europa bei, bei der die Vorteile von Digitalisierung und Automation voll zum Tragen kommen: Flexibilität, Effizienz und Qualität mit einer kurzen Zeit zur Marktreife.“

Die Produktion der Batteriezellen stellt sowohl den Wettbewerbsvorteil als auch den Unterschied zu Teslas Gigafactory in den USA dar. Der amerikanische Elektroautobauer fertigt in seiner Fabrik die Batterien mit aus Asien zugelieferten Zellen.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/northvolt-europaeische-batteriefabrik/

Der Goodyear Eagle F1 Asymmetric 3 für SUV unter der Lupe

Er soll ein Ultra-High-Performance Reifen für SUV sein, der Goodyear Eagle F1 Asymmetric. Was sich hinter diesem Begriff versteckt? Und was kann der Pneu? Das haben wir etwas genauer inspiziert und wissen, dass selbst der TÜV begeistert ist. Hier kommen die Details zum Rundling, der mit kurzen Bremswegen und herausragender Performance gefallen will.

Ein Spezialist für das boomende SUV-Segment

Goodyear stellt den neuen Eagle F1 Asymmetric vor, der speziell auf SUV ausgerichtet ist. Der Fokus: Ein optimiertes Bremsverhalten. Dennoch kommen andere Eigenschaften nicht zu kurz, sodass der neue Pneu beispielsweise mit herausragendem Handling unter allen Bedingungen gefällt. Die kurzen Bremswege ergeben sich wie folgt: Beim Verzögern vergrößert sich die Kontaktfläche des Reifens mit der Fahrbahn, sodass mehr Grip entsteht und im Endeffekt kürzere Bremswege unter trockenen und nassen Bedingungen resultieren. Manchmal können auch nur wenige Zentimeter entscheidend sein!

Erzeugt wird dieser Benefit durch die neuartige „Grip Boost Technologie“. Sie bewirkt eine klebende Wirkung und erhöht die Griffigkeit mit der Oberfläche der Straße. Selbst der TÜV Süd bescheinigt dem Goodyear Eagle F1 diese Schlüssel-Eigenschaften nach ausgiebigen Tests. Im Endergebnis wurden auf trockenen, wie auch auf nassen Oberflächen mit dem Goodyear Eagle F1 Asymmetric um 1,2 Meter kürzere Bremswege gemessen. Von wegen Zentimeter!

Von links nach rechts – für den Goodyear Eagle F1 Asymmetric kein Problem

Gleichzeitig schafft es der neue Reifen aber auch, ein stabiles Handling hervorzurufen. Gerade für SUV mit ihrem höheren Schwerpunkt ist das ein großer Gewinn, der Ruhe und Stabilität mit sich bringt. Die verbesserten Handling-Eigenschaften des Goodyear Eagle F1 Asymmetric sind auf die unermüdliche Arbeit der Ingenieure zurückzuführen. So entwarfen sie neue Verbindungen zwischen den unterschiedlichen Schichten, wovon das High-Speed-Handlung nicht unerheblich profitiert. Zudem kann so die Kurven-Steifigkeit in Bereiche gelegt werden, die man eine SUV nicht unbedingt zutrauen würde. Außerdem hat die Anpassung des Designs einen weiteren Vorteil: Die Laufflächenabnutzung konnte verringert werden und führt so zu einer verlängerten Lebensdauer.

Der neue Eagle F1 Asymmetric hilft beim Sparen

Nicht nur die erweitere Lebensdauer hilft beim Sparen, sondern auch die „Cool Cushion“ Oberfläche. Diese Technologie verringert den Rollwiderstand, sodass ein geringerer Kraftstoffverbrauch zu bemerken ist. Darüber hinaus ist die „Cool Cushio“ Oberfläche des Goodyear Eagle F1 Asymmetric ein Baustein, der das Handling verbessert.

Erhältlich ist der neue Pneu für viele SUV, wie etwa den Audi Q5, Volvo XC90, Nissan Qashqai, BMW X5 und viele weitere. Angeboten wird er ab einer Breite von 235 bis 315 und von 18 bis 22 Zoll. Da sollte doch die passende Größe dabei sein!

Video

Test: Goodyear Eagle F1 Asymmetric SUV

Goodyear: Der Reifen für das SUV

Sie sind beliebt, stehen an jeder Ecke und in manchen Städten haben sie vermehrt gebrannt. Die Rede ist von SUV. Nun, mittlerweile sind sie sogar richtig salonfähig geworden und angezündet werden sie auch nicht mehr. Das mag daran liegen, dass für jedes Budget etwas dabei ist und sogar für jedes Umwelt-Gewissen, schließlich plant Audi sein erstes, vollelektrisches SUV. Die steigende Nachfrage erfordert aber auch das Zutun von Reifenherstellern, wie etwa Goodyear. Mit unzähligen Testfahrten, einem Test-Fuhrpark von mehr als 250 Fahrzeugen und unterschiedlichen Testgeländen mit verschiedenen Anforderungen ist Goodyear hier besonders gut aufgestellt. Außerdem erfährt der Hersteller die umfassende Unterstützung von Partnern, wie etwa dem TÜV und der Dekra.

Immer mehr – und Goodyear ist mit dabei!

Im Jahr 2022 werden rund 370 Millionen Autos in Europa auf unseren Straßen fahren – SUV haben daran einen großen Anteil und gehören zu den Segmenten, die am schnellsten wachsen. 11,4 Prozent Zuwachs erfährt diese Klasse gerade in Europa. Über besonderen Zuspruch erfreuen sich die so sogenannten Mid-Size-SUV, dicht gefolgt von Luxus-SUV, wie etwa dem Bentley Bentayga. So wurden in den vergangenen fünf Jahren 64 neue SUV-Modelle auf den Markt gebracht, während aktuell über 40 in der Einführungsphase sind.

Entsprechend wächst der Reifenmarkt mit. Besonders Sommerreifen sind gefragt, da Südeuropa kaum Winter kennt. Die gefragte Fahrzeugkategorie trifft in der Altersgruppe der 25- bis 44-jährigen auf großen Zuspruch: Eine Zielgruppe mit einem tendenziell höheren Einkommen. Zugleich aber auch eine Zielgruppe, die großen Wert auf Sicherheit legt. SUV mit ihrem teilweise vorhandenen Allradantrieb spielen hier eine entscheidende Rolle, da sie für die zumeist größere Familie der SUV-Fahrer beste Voraussetzungen bieten. Sie kommen dem Wunsch nach Platz und Komfort oftmals nach, wie kaum ein anders Segment. Hier schließt sich wieder der Kreis zu hochwertigen Pneus, da – Nachfragen zufolge – gute Bremsleistungen für die Zielgruppe am wichtigsten seien. Kein Wunder, schließlich können die entscheidenden Zentimeter im Ernstfall viel bedeuten. Dicht gefolgt von guten Bremswerten sind eine gute Nasshaftung und ein optimales Trockenhandling.

Der neue Goodyear Eagle F1 Asymmetric – optimal angepasst

Der neue Goodyear Eagle F1 Asymmetric ist für diese anspruchsvolle Gruppe die wohl beste Wahl, da er genau auf SUV zugeschnitten ist. Er erfüllt exakt die gefragten Bedürfnisse und bietet herausragende Bremswerte, zeigt sich besonders stark bei Nässe und kann auch bei Trockenheit überzeugen. So sehr sogar, dass er von führenden Herstellern als Serienreifen montiert wird. Mercedes-Benz, Jaguar und Porsche sind nur einige, die auf Goodyear als Erstausrüster zurückgreifen und eng mit dem Reifenhersteller zusammenarbeiten.

238 km/h im Raketenauto — Vor 90 Jahren stellt Opel Rekord auf

Zum Serienstatus hat es der Raketenantrieb bei Autos nie geschafft – aber Opel ging es auch mehr um die Faszination an der ultramodernen Technik, als die Rüsselsheimer 1927 mit ihren Forschungen zu einem Raketenauto begannen. Begeistert von der neuen mächtigen Technologie feuerte Fritz von Opel bereits im Mai 1928 mit dem RAK 2 in Rekordzeit über die AVUS in Berlin.

Im Herbst 1927 startet die Geschichte von Opels spektakulären Raketenautos. Fritz von Opel, Enkel des Firmengründers Adam Opel, trifft sich mit dem Schriftsteller und Astronomen Max Valier, um sich an dessen Raketen-Forschungsprojekt zu beteiligen. Valier gilt als einer der Wegbereiter der Raketentechnik – da er 1930 in Berlin bei Triebwerksversuchen für Shell ums Leben kommt, gilt er auch als ihr erstes Todesopfer.

Unternehmer, Ingenieur und Rennfahrer Fritz von Opel brachte in die Zusammenarbeit mit Valier Innovationen und Finanzen ein. Um den sogenannten Raketenmotor möglichst schnell umsetzen zu können, holten sich die beiden noch Friedrich Wilhelm Sander an Bord. Der Pyrotechnische Ingenieur stellte in seiner Firma unter anderem eine Leinen-Raketen-Pistole zur Rettung Schiffbrüchiger her. Die Zusammenarbeit der Raketen-Pioniere führt bereits 1928 zu Opels erstem Raketenauto RAK 1. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit finden Tests mit dem Fahrzeug statt: Am 11. April 1928 spurtet Opel-Ingenieur und Rennfahrer Kurt Volkhart mit dem flügelbewehrten Raketenrenner in acht Sekunden von null auf 100 km/h, maximal ist der Wagen 125 km/h schnell. Das Fahrzeug basiert auf einem Opel 4/12 PS und ist mit zwölf Sander-Feststoffraketen bestückt, die wiederum insgesamt 40 Kilogramm Sprengstoff in sich tragen. Als Opel den Erfolg der Presse mitteilt, ist die Resonanz so gewaltig, dass die Raketen-Pioniere beschließen, weitere Versuche mit höheren Geschwindigkeiten zu fahren.

Flügel und Feststoffraketen für den Raketenrenner

So entsteht auf dem Chassis eine Opel 10/40 PS der RAK 2. Er ist 4,88 Meter lang und somit länger als der Opel RAK 1. Zur verbesserten Aerodynamik zählen unter anderem auch größere Flügel. Die Zahl der Feststoffraketen im Heck des Wagens verdoppelt sich auf 24 – zusammen entwickeln sie einen Schub von sechs Tonnen. Dabei wiegt das Fahrzeug nur 560 Kilogramm – schließlich hat es weder einen konventionellen Verbrennungsmotor noch ein Getriebe. Das Gaspedal heißt beim Raketenauto „Zündpedal“: Per Pedaldruck werden die Raketen nacheinander elektrisch gezündet.

Großer Promi-Auftrieb beim Rekordversuch

Für die Rekordfahrt hat sich Opel die AVUS in Berlin ausgesucht, weil die heimische Teststrecke nicht über Geraden verfügt, die lang genug sind. Seinen Auftritt in Berlin inszeniert Fritz von Opel sorgfältig – er macht aus der geplanten Rekordfahrt ein Society-Event. So sind 3.000 Gäste geladen, auf den AVUS-Tribünen tummeln sich Prominente aus Politik, Wirtschaft und Kultur. So sitzen Boxer Max Schmeling, Dichter Joachim Ringelnatz und Metropolis-Regisseur Fritz Lang auf den Rängen. Der in Deutschland damals erst fünf Jahre alte Rundfunk überträgt den Rekordversuch live.

Monteure schieben den Opel RAK2 auf seine Startposition, erst dort werden die Raketen installiert. Fritz von Opel nimmt hinter dem riesigen Holzlenkrad Platz, Friedrich Sander drückt dem Fahrer die Hand, das Gemurmel auf den Tribünen verstummt. Dann tritt Fritz von Opel aufs Zündpedal und gerät in einen Rausch: „Ich trete nochmals, nochmals und – es packt mich wie eine Wut zum vierten Mal. Seitwärts verschwindet alles. … Ich handele nur noch im Unterbewusstsein. Hinter mir das Rasen der unbändigen Kräfte.“ In der Nordkurve bäumt sich der Wagen auf, da die Flügel nicht genügend Abtrieb liefern. Von Opel meistert die Kurve und nach drei Minuten ist die Fahrt vorbei, der Wagen rollt, eine ständig größer werdende weiße Wolke hinter sich herschleppend, langsam aus. 238 km/h Höchstgeschwindigkeit sind ein neuer Streckenrekord, Fritz von Opel heißt ab sofort „Raketen-Fritz“ und Opel gilt umgehend als einer der fortschrittlichsten Autohersteller.

Schienenfahrzeug, Motorrad und Flugzeug mit Raketenantrieb

Von Opel und Sander setzen ihre Raketenversuche fort. Der Opel RAK 3 ist eine Raketen-Draisine, die am 23. Juni 1928 im niedersächsischen Burgwedel mit 256 km/h einen Geschwindigkeitsrekord für Schienenfahrzeuge aufstellt. Dann folgt das Opel Motoclub, ein Motorrad mit Raketenantrieb. Selbst der Luftfahrt wenden sich die beiden Raketen-Enthusiasten zu: Am 30. September 1929 findet in Frankfurt mit dem Hochdecker Opel-Sander RAK 1 der erste öffentliche Raketenflugzeug-Flug der Welt statt, der Flieger ist bis zu 100 km/h schnell. Die Weltwirtschaftskrise beendet kurz darauf Opels sämtliche Raketenversuche, die Ressourcen wandern nun ausschließlich in die Fahrzeugentwicklung.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/opel-raketenauto-90-jahre/

SUV mit Dynamikupdate — H&R höhenverstellbare Federsysteme für Porsche Macan

Luxus-SUV mit Alltagsqualitäten, schneller Reisewagen, Benziner oder Diesel – der Porsche Macan ist der Platzhirsch. Doch mit dem jetzt von H&R entwickelten Höhenverstellbaren Federsystem HVF wächst der Macan über sich selbst hinaus.

Das schon von Haus aus sportlich ausgelegte Porsche-Fahrwerk hat aus Sicht der H&R-Ingenieure durchaus noch Optimierungspotenzial. Das Fahrwerksupdate ermöglicht bei allen Modellen mit PASM, bei denen kein Luftfahrwerk an Bord ist, eine stufenlose Tieferlegung zwischen 40 bis 60 Millimeter an der Vorderachse bzw. 30 bis 50 Millimeter hinten (Abweichende Daten für Macan GTS: VA: 30-50mm, HA: 15-35mm). So lenkt das agile SUV noch knackiger ein, die Seitenneigung wird reduziert und die Räder stehen stimmiger in den Radkästen. Die perfekte Abstimmung des HVF-Systems auf die Porsche-Serien-Dämpfer, die bleiben nämlich weiterhin im Einsatz, sorgt zudem für ungetrübten Fahrkomfort in allen Situationen.

Weiterhin im H&R Lieferprogramm sind natürlich „TRAK+“-Spurverbreiterungen von 6–60 Millimeter pro Achse sowie Sportfedern und für die Fahrzeuge mit serienmäßiger Luftfederung das elektronische Tieferlegungsmodul ETS.

Übrigens: Auf der Tire Cologne präsentiert H&R in Halle 8.1 vom 29. Mai bis 1. Juni (Stand C-020 bis D-029) das aktuelle Programm, das neben den HVF-Systemen mit vielen weiteren Neuheiten gespickt ist.

Alle H&R Produkte sind zu 100 Prozent „Made in Germany“ und verfügen stets über die erforderlichen Teile-Gutachten.

H&R HVF-Systeme sind nur über ausgesuchte Vertriebspartner erhältlich.

H&R Komponenten für Porsche Macan, Macan S, S-Diesel und Turbo ab Bj. 2014, (Typ 95B, 95BN) mit PASM, ohne Luftfederung

HVF-System, Artikelnummer: 23001-2

Tieferlegung VA 40-60 mm / HA: ca. 30-50 mm

Preis: 642,00 Euro inkl. 19% Mwst.

H&R Komponenten für Porsche Macan GTS mit PASM, ohne Luftfederung

HVF-System, Artikelnummer: 23001-2

Tieferlegung VA 30-50 mm / HA: ca. 15-35 mm

Preis: 642,00 Euro inkl. 19% Mwst.

www.h-r.com

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/anzeige-h-und-r-porsche-macan-turbo-2018/

Hyundai I30N – Keine Alternative zum Golf GTI

Test Hyundai I30N mit 275 PS

Performance-Blue nennt sich der Lack. Es könnte auch „Klein-Buben-Blau“ sein, aber ein Performance-Irgendwas als Name in der Lackfarbe eingeflochten, lässt gleich zu Beginn keine Missverständnisse aufkommen. Mit dem I30N ist Hyundai im Kompaktwagen-Segment plötzlich ein GTI-Gegner. Oder eher ein RS, M, oder AMG-Spielkamerad?

Der Geschäftsführer von Hyundai in Deutschland ist ein Petrolhead und aktiver Motorsportler. Und das Europäische Entwicklungs-Zentrum von Hyundai liegt in Sichtweite zur Nürburg, nur wenige Meter entfernt von der traditionellen Rennstrecke Nürburgring. Das alles hing wohl damit zusammen, dass  man irgendwann die Entscheidung traf, ein „N-Modell“ muss her. N könnte für „Namyang“ stehen, dem koreanischen Geburtsort des I30, oder für eine Rennstrecken-Schikane, oder einfach nur für „N“ürburgring. Ganz egal, wie man in ein paar Jahren die Legende stricken wird, wichtig ist doch nur, was der 275 PS starke Kompakte (Performance-Modell) auf der Strecke leistet.

Albert Biermann zeigte sich ab 2015 für die End-Entwicklung des I30N verantwortlich. Und dieser Albert Biermann war zuvor bei der M GmbH der Münchner Premium-Marke für die Entwicklung der M-Modelle mitverantwortlich. Über 480 Runden auf der Nordschleife und mehr als 10.000 km „Grüne Hölle“ alleine für die Fahrwerksabstimmung listet Hyundai für den I30N auf, bevor er seine Serienreife erhielt. Die Vierzylinder-Turbobenziner mussten bis zur Serienreife zwei 24h-Rennen überstehen, 2016 und 2017 trat Hyundai jeweils mit einem seriennahen I30 beim legendären Rennstrecken-Klassiker an. Am Steuer unter anderem eben auch der Geschäftsführer von Hyundai Deutschland.

State of the Art

Hyundai hat kein Allradmodell präferiert, sondern bewusst einen Frontantriebs-Sportler nach klassischer Manier entwickelt. Eine steife Karosse – selbst im Kofferraum befindet sich eine sperrige Domstrebe zwischen den Domen der Hinterachsdämpfer – ist die Basis. Ein adaptives Fahrwerk und eine elektronisch geregelte Differentialsperre erfüllt die Grundlagen des sportives Setups. Motorsound und Ansprechverhalten lassen sich ebenso den persönlichen Wünschen anpassen wie die Dämpfung und Lenkung. Von „gerade noch zart, aber deutlich“ bis hin zu „ernst gemeint und ernst gemacht“ reicht die Spannweite. Selbst ein „Rev-Matching“ hat man sich gegönnt, ein automatisches Zwischengas-System mit Anpassung der Motordrehzahl an den eingelegten Gang.

Und das Ergebnis der Bemühungen? Bereits beim Einsteigen wird klar, hier kommt ein ganz großer seines Faches. Selten waren Überraschungsmomente so Baby-Blau lackiert. Sonorer Sound ab Start, eng anschmiegende Sportsitze, eine ergonomisch ausgereifte Sitzposition. Hyundai hat die richtigen Stellschrauben festgezogen und präsentiert ein Auto für Fahrernaturen.

Der Vierzylinder gibt sich mit seiner doppelflutigen Auspuffanlage alle Mühen und kaschiert die Standardwerte von vier Zylindern und knapp zwei Litern unter dem Mantel eines erwachsenen Klangteppichs. Dass die maximal 378 Nm nur im Overboost-Modus anliegen und selbst das Performance-Modell mit „nur“ 275 PS zufrieden sein muss, mag man der bürgerlichen Herkunft des Gesamtpaketes zutragen. Doch PS sind nur das eine und auch die 6.1 Sekunden des Performance-Modells auf 100 sind nur eine Zahl von vielen – viel wichtiger ist das Gefühl.

Das wurstig dicke Sportlenkrad lässt sich wundervoll kräftig anpacken, das Sechsganggetriebe fühlt sich ein wenig knochig an, und auch die Schaltwege könnten einen Ticken kürzer sein. Damit endet jede Kritik an der Hardware, was dann bei der Hatz über heimische Landstraßen folgt, ist ein eleganter Tanz der emotionalen Art.

Der I30N drückt quicklebendig aus dem Drehzahlkeller, verführt mit passenden Ganganschlüssen zum Rühren im Räderwerk und brummt dabei ein herzhaftes Lied. Viel besser als der Durchschnitt ist jedoch das Fahrwerk des Koreaners. Ausgewogen mit viel Grip auf der stabilisierenden Hinterachse, sobald die P Zero warm geworden sind, lässt sich der I30N in die Kurven werfen. Seine variable Differentialsperre zupft am Kurvenausgang unter voller Last lebendig am Lenkrad, verhindert aber ein Verdampfen der Motorleistung in blauen Reifenqualm.

So geht Performance im Kompakt-Segment, ganz ohne neue PS-Rekorde!

Keine Alternative zum Golf GTI

Viel zu harmlos, viel zu zahnlos ist der normale GTI geworden. Mit dem I30N als Performance-Variante quetscht sich der koreanische Automobil-Gigant mit seinem ersten Aufschlag vorbei an den arrivierten Größen der Kompaktwagenklasse und setzt die Latte hoch. Das muss man erst einmal nachmachen!

Nissan Leaf Open Car — Cabrio-Version des Elektroautos

Nissan überrascht mit einem Leaf Cabrio, das der japanische Autobauer in Tokio präsentiert hat. Mit dem Leaf Open Car feiert Nissan den Verkauf von 100.000 Leaf-Modellen in Japan.

Dem offenen Leaf haben die Japaner lediglich das Dach zwischen oberem Windschutzscheibenrahmen und der C-Säule entfernt. Auch die B-Säulen sind entfallen. Ansonsten bleibt die Karosserie mit der nach hinten ansteigenden Fensterlinie unangetastet. Die hinteren Sitzlehnen wurden dagegn deutlich erhöht und dienen so vermutlich als Überrollschutz. Technisch dürfte das Modell von dem 150 PS starken Elektromotor befeuert werden, der eine 40 kWh-Batterie speist. Die Reichweite könnte wie im Serienmodell bis zu 378 Kilometer betragen.

Nissan Murano als Cabrio ging schief

Weitere Details zum Leaf Open Car, wie zum Beispiel eine mögliche Verdeckkonstruktion, bleibt Nissan indes schuldig, eine Serienfertigung sei jedoch nicht geplant. Allerdings hatte Nissan bereits 2011 mit dem Nissan Murano Crosscabriolet ein ungewöhnliches Cabrio auf den Markt gebracht – es aber wegen Erfolglosigkeit zum Modelljahr 2015 bereits wieder eingestellt.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/nissan-leaf-open-car-cabrio-version-des-elektroautos/

VW T6 wird neues Apple-Car — Italdesign baut autonomes iCar

Das schon seit vielen Jahren kolportierte Apple-Auto wird wohl von Volkswagen aufgebaut. Wie die New York Times berichtet, haben mehrere Quellen bestätigt, dass der Tech-Riese Apple und Volkswagen kooperieren, eine offizielle Bestätigung gebe es indes nicht.

So soll die von VW übernommene italienische Designschmiede Italdesign einen VW Transporter überarbeiten und dem autonom fahrenden „Apple iCar“ ein neues Styling geben. Wegen des negativen Images durch den Dieselabgasskandal und das Hinterherhinken bei der Entwicklung von autonom fahrenden Autos soll Volkswagen die Chance genutzt haben, mit Apple unter dem Codenamen „Jetstream“ ein Auto zu bauen. Dazu soll der komplette Innenraum modifiziert sowie Armaturenträger und Sitze entfernt werden. Des Weiteren wird das VW Apple-Car ein rein elektrisch angetriebenes Modell werden. Hier kommt sicher die Technik des Modularen Elektro-Baukasten (MEB) der Marke zum Einsatz, wie sie bei den kommenden I.D.-Fahrzeugen eingesetzt wird.

Apple hat schon lange seine Traum von der Produktion eines eigene Autos auf Eis gelegt und sich ausschließlich auf die Software für selbstfahrende Autos konzentriert, die zunächst als Shuttle für die eigenen Mitarbeiter auf den Firmengeländen zum Einsatz kommen sollen. Aber auch eine weitere Kommerzialisierung soll nach Angaben der Zeitung bereits geplant sein. Einen automobilen Partner suchte Apple lange Zeit vergeblich, da mögliche Kooperationen mit BMW und Mercedes an den Apple-Forderungen über die Kontrolle von Daten und Design scheiterten. Nun soll nach vielen Jahren der Verzögerung, durch Richtungswechsel und Abgänge von Mitarbeitern, ein VW T6-Bus als Basis für das Apple-Shuttle herhalten. Andere Anbieter wie zum Beispiel Googles Waymo oder der Fahrtdienstleister Uber testen schon seit Jahren autonom fahrende Autos.

Apples verzweifelte Suche nach Auto-Partnern

Mitte 2017 hatte Apple-Boss Cook das autonom fahrende Auto der Tech-Reisens bestätigt und gleichzeitig bekannt gegeben, kein eigenen Auto zu entwickeln. „Wir fokussieren uns auf autonome Systeme“, sagte Cook damals. „Es ist eine Kerntechnologie, die wir als sehr wichtig betrachten.“ Zugleich sei es eine der größten Herausforderungen für künstliche Intelligenz.

Im Frühjahr 2017 bekam Apple die Erlaubnis zum Test selbstfahrender Autos in Kalifornien. Dazu nutze Apple Lexus-SUV die von Torc Robotics mit Sensoren ausgestattet wurden. Die Testflotte war damals 55 Fahrzeuge stark. eine Kooperation mit Lexus kam aber nicht zustande. Auch aus die Partnerschaft mit Auftragsfertiger Magna Steyer wurde nichts, bereits nach Kalifornien entsandte Mitarbeiter kamen unverrichteter Dinge zurück. Die lange bevorzugte Kooperation mit BMW und Mercedes scheiterten wie oben beschrieben an Meinungsverschiedenheiten über die Kontrolle von Kundendaten und -erfahrungen. Als weitere Partner sucht Apple noch den Schulterschluss mit Nissan, BYD in China und McLaren. Alle Gespräche verliefen negativ.

Apple iCar soll auf Go Mentum Station getestet werden

Bereits Ende 2015 hatte Apple sich Zugriff auf ein Testgelände in Kalifornien gesichert. Gegenüber der Financial Times hatten die Betreiber der Anlage mit dem Namen „Go Mentum Station“ im Nordosten von San Francisco seinerzeit die Apple Anfrage bestätigt.

Die abgeschirmte 20 Quadrat-Kilometer große Teststrecke wird auch von Autoherstellern als Erprobungs-Parcours benutzt, er verfügt über 30 Kilometer Straßen- und Autobahn-Abschnitte. Nach eigenen Angaben ist Go Mentum Station die sicherste Test-Einrichtung der Welt.

In unserer Fotoshow zeigen wir Ihnen den I.D. Buzz, der 2020 auf den Markt kommen soll.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/vw-t6-wird-neues-apple-icar/

Peugeot 108 (2018) — Alle Infos, Daten und Fotos zum Facelift

Frühjahrsputz beim 108 aus dem Hause Peugeot. Neue Technik, neuer Motor und ein paar weitere frische Updates hübschen den kleinen Franzosen zum Sommerstart auf.

Passend zur warmen Jahreszeit lässt Peugeot den 108 aufgehübscht von der Kette. Sowohl die geschlossene als auch die Cabrio-Version sollen dank neuer Technologien die Kunden in die Autohäuser locken. Allem voran will Peugeot mit Triple Play, sprich der Fähigkeit per Mirrorlink, Android-Auto und Apple Carplay zu nutzen, punkten. Hinzu kommen Spracherkennung und eine kapazitive Bildschirmanzeige. Seitens der Fahrassistenten möchte der Kleinwagen ebenfalls überzeugen und bietet nun ein Verkehrszeichenerkennungssystem. Geschwindigkeitsbegrenzungen und Überholverbotszonen (auch situationsabhängige) werden auf dem Touchscreen angezeigt.

Neuer Motor mit 72 PS

Für den Vortrieb sorgt ab sofort ein 1,0 Liter großer Dreizylinder-Motor mit 72 PS. Ein Aggregat, das die neuesten Euro 6c-Standards erfüllt. Geschaltet wird manuell innerhalb des Fünfgang-Getriebes mit oder ohne Start-Stop-Technologie. Den Verbrauch geben die Franzosen mit 3,8 Litern auf 100 Kilometern an, was einem CO2-Ausstoß von 86 g/km entspricht. Gleichzeitig wurde die Motorlautstärke sowohl durch Motoreinstellungen gesenkt, als auch durch die Verwendung dickerer Teppiche und verbesserter Dichtungen. Zudem wurden die Türverkleidungen und der Motorraum besser gedämmt.

Peugeot hat die Zeichen der Zeit gedeutet und bietet auch dem 108-Kunden mehr Möglichkeiten zur Individualisierung. So stehen mit Blau und Grün zwei neue Außenfarben zur Wahl. Ähnliches gilt auch für das Verdeck, das im neuen Design daherkommt. Die geschlossene Version des Kleinwagens lässt sich ebenfalls in puncto Dachfarbe anpassen. So kann diese auf Wunsch, unabhängig der Karosseriefarbe Schwarz ausfallen. Im Innenraum bringen neue Ausstattungsvarianten noch mehr Farbe ins Spiel. Preise stehen noch nicht fest.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/peugeot-108-facelift-2018/

China senkt die Einfuhrzölle im Automobilbereich — Deutsche Hersteller erwarten neuen Boom

Während die USA, im Auftrag ihres Präsidenten Donald Trump, mit Strafzöllen auf importierte Automobile drohen, fährt China den genauen Gegenkurs. Hier sollen in Zukunft nur noch 15 anstatt 25 Prozent fällig werden.

Das Finanzministerium in Peking verkündete jetzt, dass ab Juli 2018 die Abgaben auf Importe für die meisten Pkw-Modelle auf 15 Prozent von 25 Prozent reduziert werden sollen. Dieser Schritt ist nicht natürlich vor allem von strategischer Natur. Denn nicht nur einmal drohte Donald Trump dem größten Automobilmarkt der Welt mit Strafzöllen von bis zu 150 Milliarden Dollar.

Hersteller wollen Preise senken

Die Reaktionen der Autoindustrie könnten für das autoliebende Volk in Fernost kaum besser ausfallen: Sie wollen die Preise anpassen. Die Zollsenkungen dürfen als starkes Zeichen gedeutet werden, dass China seinen Weg der Öffnung fortsetzt. „Diese ist ein weiterer wichtiger Schritt für offene Märkte und ein Zeichen für eine Stärkung des internationalen Handels“, meint auch VDA-Chef Bernhard Mattes. Doch nicht nur die chinesischen Kunden selbst, sondern auch der chinesische Markt soll sich nach Expertenmeinungen daraufhin noch dynamischer entwickeln. Im Jahr 2017 wurden in China 28,9 Millionen Fahrzeuge verkauft, 1,22 Millionen davon importiert.

Tesla Model X 14.000 Dollar günstiger

Mit bloßen Ankündigungen gibt sich ein Mann schon seit Jahrzehnten nicht mehr zufrieden: Elon Musk. Und so teilt Tesla mit, dass der teuerste Model X in China bis zu 14.000 Dollar günstiger werden soll, was bei einem bisherigen Preis von 219.000 Dollar einer Senkung von 6,4 Prozent entspricht. Die günstigste Model S-Version soll anstatt 118.800 Dollar demnächst 111.200 Dollar kosten. In den USA kostet derweil die Einstiegsversion 75.000 Dollar. Hierzulande beginnt die Preisliste für den Tesla Model S 75D bei 87.100 Euro, was 102.022 Dollar enspricht.

Deutsche Hersteller dürfen sich freuen

Doch wer profitiert seitens der deutschen Automobilhersteller von dieser Zollsenkung? Arndt Ellinghorst, Analyst des Investmentberaters Evercore ISI, hat dazu eine klare Meinung: „Auf Basis der jetzigen Importvolumina würden BMW, Daimler und VW zu den großen Nutznießern von dieser Entscheidung werden.“ Aber auch Luxusmarken, deren Produktion, wenn überhaupt, nur zu geringen Anteilen in China erfolgt, gehören zu den großen Gewinnern.

So liefert Porsche ausschließlich Importfahrzeuge deutscher Produktion. BMW, die im vergangenen Jahr 600.000 Fahrzeuge in China verkauften, mussten 200.000 davon erst teuer importieren. Bei Volkswagen wurden von den 4,18 Millionen in China verkauften Autos 189.000 importiert. Generell darf aktuell von einem Importanteil in Höhe von rund einem Drittel ausgegangen werden. „Konkret kämen für BMW beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern 1,2 bis 1,75 Milliarden Euro mehr heraus, für Daimler 1,1 bis 1,65 Milliarden Euro und für VW 750 Millionen bis 1,14 Milliarden Euro“, hatte Ellinghorst jüngst errechnet.

Joint-Venture-Pflicht fällt bis 2022

Aber nicht nur die Zollsenkung, sondern auch das bis zum Jahr 2022 Fallen der Auflage, Autos ohne lokale Geschäftspartner bauen zu müssen, führt zu Aktienanstiegen bei den deutschen Herstellern. Soll heißen, bislang ist es nur erlaubt Fahrzeuge in China zu verkaufen, wenn ein 50/50-Joint Venture mit einem lokalen Unternehmen vorliegt.

In unserer Fotoshow zeigen wir Ihnen die 50 beliebtesten Autos in China 2017.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/china-senkt-zoelle-auf-15-prozent/

Honda Civic Type R Pickup Truck Concept — Mit Ladefläche und Heckspoiler

Honda Großbritannien hat zu Showzwecken einen Civic Type R in einen Pickup verwandelt. Das Honda Civic Type R Pickup Truck Concept wurde jetzt erstmals der Öffentlichkeit vorgeführt.

Gleich vorweg: egal wie geil der Civic als Pickup auch ist – es ist ein reines Showcar und wird auch nie in Serie gehen. Als Basis diente dem von Honda beauftragten Team von Synchro Motorsport ein Vorserien-Type R.

Der wurde ab der Civic ab der B-Säule enthauptet. Wo einst die Rücksitze und der Kofferraum weilten, findet sich nun ein ebenes Ladebett. Die hinteren Türen wurden zugeschweißt, der Laderaum und die Kabinenrückwand mit Riffelblech ausgekleidet. Gekappt wurde die einstige Heckklappe, aber so, dass der mächtige Heckspoiler erhalten blieb. Der lässt sich über eine ausgeklügelte Mechanik wegklappen und gewährt so Zugang zum Ladebett. Ein Bügelsystem stabilisiert das Heck und nimmt zusätzliche Dachscheinwerfer auf.

Zwischen Nordschleifenrekord und Gartenarbeit

Der Antriebsstrang des Honda Civic Type R blieb völlig unangetastet, damit dürfte der Civic Pickup die gleichen Fahrleistungen wie die Serienvariante liefern. Bei Honda Großbritannien denkt man allerdings darüber nach, mit dem Honda Civic Type R Pickup Truck Concept auf dem Nürburgring anzutreten, um den Streckenrekord für frontgetriebene Pickups einzufahren.

Sicher ist auf jeden Fall, dass der Honda CivicType R Pickup Truck Concept im Werksverkehr in Swindon Dienst schieben wird. Hier soll er hauptsächlich den Gärtnern zur Verfügung stehen.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/honda-civic-type-r-pickup-truck-concept-2018/

Citroen C5 Aircross (2019) Mitfahrt — Kompakt-SUV mit Komfort-Fahrwerk

Citroën macht mit dem C5 Aircross Tiguan, Qashqai & Co. Konkurrenz. Der Kompakt-SUV kommt Ende 2018 auf den Markt. Allradantrieb gibt es nicht, dafür einen variablen Innenraum und ein besonders komfortables Fahrwerk.

Auch Citroën will vom weltweiten SUV-Boom profitieren. Als Beitrag zum Kompakt-SUV-Segment bringt die PSA-Marke Ende 2018 den neuen C5 Aircross nach Europa. In China hat Citroën den C5 schon im April 2017 auf der Automesse in Shanghai gezeigt und seither 40.000 Stück im Reich der Mitte verkauft. Der C5 folgt mit seiner Linienführung den bereits präsentierten Aircross-Modellen sowie dem 2017 in Genf präsentierten Concept Car Citroën C-Aircross. Der C5 Aircross nutzt den EMP2-Baukasten der Franzosen und wird für Europa im französischen Werk Rennes gebaut. Mit dem neuen Federungssystem mit hydraulischem Anschlag will Citroën mehr Komfort als die Konkurrenz bieten und sich von den Konzernmarken unterscheiden. Advanced Comfort ersetzt außerdem das hydropneumatische System früherer Citroën-Modelle.

Abmessungen und Kofferraum

Die Abmessungen – 4,50 Meter Länge, 1,84 Meter Breite und 1,67 Meter Höhe – entsprechen fast exakt jenen des VW Tiguan. Dem Kompakt-SUV aus Wolfsburg setzt Citroën ein eigenständiges SUV entgegen, das mit variabler Rückbank, komfortablem Fahrwerk und selbstbewusstem Design Anhänger der Marke genauso überzeugen soll wie Neukunden.

Der Radstand des Citroën C5 Aircross streckt sich auf 2,73 Meter, die Überhänge an Front und Heck fallen kurz aus. Die Motorhaube ragt hoch auf. Die bullige Front setzt auf horizontale Linien und extrem schmale LED-Tagfahrleuchten und Blinker. Die Scheinwerfer sind im unteren Bereich in den Kühlergrill eingelassen. Seitliche Airbumps schützen die Schweller, die Radläufe sind verkleidet.

Der Laderaum, der sich per Fußkick öffnen lassen soll, bietet 580 bis 1.630 Liter Volumen. Die drei hinteren Einzelsitze haben neigungsverstellbare Lehnen, lassen sich verschieben und umklappen.

Beim neuen SUV setzen die Franzosen stark auf Individualisierung, die Außenfarben für Dach und Karosserie erlauben 30 Kombinationen. Die Basis steht auf 17-Zoll-Rädern, darüber hinaus gibt es 18 und 19 Zoll große Räder.

Sitzprobe im Citroën C5 Aircross

Außen ulkig, innen eher aufgeräumt und erwachsen: Der Innenraum des Citroën C5 Aircross ist nicht ganz so verspielt wie das äußere Erscheinungsbild zunächst suggeriert. Denn die lustigen Airbumps, die stilprägend für die Ulknudel sind, werden nur in den Türverkleidungen dezent angedeutet. Die ordentlich gepolsterten Ledersitze in dunkelrot-schwarz wirken dagegen eher gesetzt als fröhlich und ausgeflippt. Besonders auffällig ist die mächtige Mittelkonsole, die Fahrer und Beifahrer deutlich voneinander separiert. Der darin enthaltene Stauraum, den die „Trennwand“ bereitstellt, bietet jedoch verhältnismäßig wenig Platz.

Den horizontal angeordneten Touchscreen oberhalb der Mittelkonsole umrahmt eine schwarze Zierleiste in Klavierlack-Optik. Sieht auf der einen Seite schick aus, ist andererseits jedoch recht anfällig für Fingerabdrücke und Schmierflecken. Immerhin gibt’s im C5 weniger zu polieren als beispielsweise in einem vergleichbaren DS-Modell. Die übersichtlich angeordneten Menüknöpfe ergänzen und erleichtern die Bedienung des Touchscreens. Geschwindigkeitsanzeigen und Bordcomputer hinter dem Lenkrad sind im C5 vollständig digital und lassen Spielraum für Individualisierung.

Gute Verarbeitung, viel Platz im Innenraum

Die übrigen Materialen im Aircross glänzen zwar weniger als Klavierlack, sind dafür aber nicht minder glanzvoll: Sie wirken gut verarbeitet und die einzelnen Details und Muster auf den Sitzen und im Armaturenbrett ergeben ein stimmiges Gesamtbild. Das Zierelement oberhalb des Handschuhfachs erinnert ein wenig an den Innenraum des C3 Cactus. Das Cockpit des C5 Aircross setzt ebenfalls auf eine horizontale Ausrichtung. Ein Panoramadach sorgt für Licht, die Vordersitze sind beheizbar und mit Massagefunktion ausgestattet, die hinteren Passagiere genießen eine große Beinfreiheit. Zentrales Anzeigeinstrument vor dem Fahrer ist ein 12,3 Zoll großer TFT-Bildschirm. Mitten auf der Armaturentafel sitzt ein 8-Zoll-Touchscreen zur Bedienung der Bordsysteme.

Mitfahrt: Advanced Comfort überzeugt

Die Erwartungen an den C5 Aircross sind etwa so hoch wie die Dachlinie des SUV: Citroën will vom SUV-Boom profitieren und ein markentypisches Angebot machen. Was markentypisch heißt, kann Entwicklungs-Ingenieur Frédéric Girardey schnell erklären: „Komfort ist für unsere Marke sehr wichtig: Sitz-, Federungs- und Geräuschkomfort.“ Darum bekommt der C5 wie jüngst der C4 Cactus die Stoßdämpfer und Sitzpolster aus dem „Advanced Comfort“-Paket. Stoßdämpfer mit hydraulischen Anschlägen sollen harte Ein- und Ausfederbewegungen vermeiden, der Schaumstoff im Sitz Vibrationen schlucken. Liest sich banal, ist clever konstruiert und funktioniert verblüffend gut. Das Fahrwerk schluckt kurze Stöße und lange Bodenwellen ohne unangenehm nachzuschaukeln. Adaptive Dämpfer, wie sie andere Hersteller verwende, wären übrigens teurer als jene mit den hydraulisch-progressiven Anschlägen. Theoretisch ist der Einsatz der Technik auch bei anderen Citroën möglich, erklären die Entwickler. Die Seitenneigung in Kurven bleibt gering. Die breiten Sitzpolster spenden Komfort, aber wenig Seitenhalt.

Citroën C5 Aircross mit 300-PS-Hybridantrieb

Zur Sicherheitsausstattung des Citroën C5 Aircross zählen unter anderem ein Notbremsassistent, ein Toter-Winkel-Assistent und ein adaptiver Tempomat. Allradantrieb gibt es für den C5 Aircross nicht, dafür aber das regelbare Grip Control-System, das die Traktion an den angetriebenen Vorderrädern optimieren soll, sowie einen Bergabfahrassistenten.

Ende 2018 kommt der Kompakt-SUV zu uns. Die zwei Benzin- und Dieselmotoren leisten 130 bis 180 PS. Ein Plug-in-Hybrid mit 60 Kilometern elektrischer Reichweite folgt 2019. Der C5 Aircross soll damit der erste Plug-in-Hybrid der Marke werden. Der Hybridantrieb kombiniert einen 200 PS starken Benziner mit zwei Elektromotoren an der Vorder- und Hinterachse. Mit einer Systemleistung von 300 PS soll er den C5 Aircross zum schnellsten Citroën aller Zeiten machen. Der C5 kann damit aber nicht nur schnell, sondern auch rein elektrisch fahren, und zwar bis zu 60 km weit. Preise für das neue Modell wurden noch nicht genannt.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/citroen-c5-aircross-2019-daten-marktstart-preis/

US-Präsident will Strafzölle um jeden Preis — Trump kratzt EU-Autoherstellern am Lack

Der designierte US-Präsident Donald Trump lässt seinen Drohungen gegenüber deutschen Autobauern Taten folgen. Er droht Strafzölle an, wenn sie Autos importieren und nicht in den USA produzieren.

Im Jahr 2017 importierten die USA insgesamt 8,3 Millionen Autos im Wert von 192 Mrd. Dollar (umgerechnet 164 Mrd. Euro). 500.000 Autos wurden allein aus Deutschland importiert. Zugleich exportierten die USA rund zwei Millionen Autos im Wert von 57 Millionen Dollar. Nun will US-Präsident Donald Trump seinem letzten großen Tweet vom Mittwochmorgen („Auf unsere großartigen amerikanischen Automobilarbeiter warten schon bald große Nachrichten. Nachdem eure Jobs jahrzehntelang ins Ausland verloren gingen, habt ihr lange genug gewartet!“) Taten folgen lassen. Laut der Süddeutschen Zeitung wies er das US-Handelsministerium an zu prüfen, ob die Auto-Einfuhren die nationale Sicherheit der USA bedrohen. „Schlüsselindustrien wie Autos und Autoteile sind entscheidend für die Stärke unserer Nation“, erklärte er. Der Aufschlag auf Autos, LKW und Autoteile können einem Bericht des Wall Street Journals zufolge bis zu 25 Prozent betragen.

Bei diesen drei Fahrzeugen würde der 25-Prozentaufschlag folgendes bedeuten:

  • Audi A6 (2.0l, 255 PS), aktueller Preis: 49.700 Dollar. +25 % = 62.125 Dollar
  • BMW 530i (2.0l, 251 PS) akt. Preis: 52.650 Dollar, +25 % = 65.812 Dollar
  • Mercedes E 300 (2.0l, 244 PS), akt. Preis: 52.950 Dollar, +25 % = 66.187 Dollar

Die große Frage ist natürlich, wie Donald Trump diese Strafzölle rechtfertigen möchte. Die Antwort ist nicht unbekannt: Er wies seinen Handelsminister Wilbur Ross an, eine Prüfung nach dem sogenannten Kapitel 232 durchzuführen. Bei dieser Prüfung wird untersucht, ob die nationale Sicherheit durch die Autoimporte in irgendeiner Form gefährdet sein könnte. Diese Prüfung kommt nicht ohne Grund bekannt vor. Denn auf genau dieser Begründung rechtfertigte er bereits die Importzölle auf Stahl und Aluminium von 25 Prozent und zehn Prozent.

BMW: Netto-Exporteur von Autos aus den USA

Trump legte BMW nahe, das Werk in Mexiko, in dem ab 2019 die 3er-Reihe gefertigt werden soll, in den USA zu bauen. „Es wird für sie viel besser sein und für unsere Bemühungen.“ Wenn BMW von Mexiko aus in andere Länder verkaufen wolle, sei das in Ordnung. „Aber, wenn sie in Mexiko eine Fabrik bauen und Autos in die USA verkaufen wollen ohne eine 35-Prozent-Steuer, dann können sie das vergessen.“ Das 3er-Werk in Mexico, das 2019 die Produktion aufnimmt, hat eine geplante Maximalkapazität von 150.000 Einheiten und produziert für den Weltmarkt. Das Werk in San Luis Potosi ersetzt die Produktion in Rosslyn, Südafrika. Dort wird künftig der X3 gebaut.

BMW sieht die Ankündigung Trumps gelassen und kontert mit Argumenten: Die Marke baut mehr Autos in den USA, als sie dort verkauft. Das Werk in Spartanburg ist das Größte der BMW Group, 2016 liefen hier 411.171 X-Modelle von den Bändern. Im selben Jahr verkaufte die BMW Group in den USA 365.000 Autos. BMW zitiert außerdem das US-Handelsministerium, das die Exporte aus dem Werk Spartanburg im Jahr 2015 mit zehn Milliarden Dollar bezifferte. BMW sei damit der größte Auto-Exporteur der USA. Ab 2017 baut BMW den X7 in Spartanburg und erhöht die Kapazität des Werks auf 450.000 Einheiten.

Deutschland sei ein großartiges Land, sagte Trump in dem Interview, ein Herstellerland. Er fügte aber hinzu: „Tatsache ist, dass Ihr den USA gegenüber sehr unfair wart. Es besteht keine Gegenseitigkeit.“

Trump: es ist eine Einbahnstraße

Trump sagte, in der 5th Avenue in New York habe jeder einen Mercedes vor der Tür stehen. „Tja, ihr seid sehr gut im Exportieren: Wir kaufen viele eurer Autos“, sagte Trump im Interview mit der „Bild“. Aber: „Wie viele Chevrolets sehen Sie in Deutschland? Nicht allzu viele, vielleicht gar keine, man sieht dort drüben gar nichts, es ist eine Einbahnstraße.“ Was er offenbar ignoriert: Ford hat in Deutschland 283.445 Autos und Transporter verkauft. General Motors ist mit Opel in Europa präsent. Die Marke verkaufte 2016 in Deutschland knapp 244.000 Fahrzeuge. Beide Marken produzieren seit Jahrzehnten in Deutschland.

USA und die WTO

Ganz so einfach, wie es in der populistischen Gedankenwelt Trumps funktioniert, wird die Umsetzung von Strafzöllen jedoch nicht sein. Die USA sind, wie 164 andere Länder auf dieser Welt, Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO). Als Gründungsmitglied von 1995 sind die USA an den Gründungsvertrag gebunden, der unter anderem Vertragszölle fixiert hat. Diese Zollschranken können nicht einseitig verändert werden. Während die EU – ebenfalls Gründungsmitglied – einen maximalen Zoll in Höhe von zehn Prozent festgeschrieben hat, liegt der Maximalzoll in den USA bei 2,5 Prozent, in Mexiko bei 30 Prozent.

Sollte die USA den WTO-Vertrag brechen, könnten einzelne Mitglieder der Welthandelsorganisation die Vereinigten Staaten verklagen. Diese zweistufige Verfahren sieht zunächst Beratungen der betroffenen Länder und anschließend ein Schiedsgericht Jahr vor. Gegen das Urteil könnte die USA Revision einlegen. Insgesamt dauert das Verfahren mit Widerspruch zwei Jahre. Schiedsgericht und Revisionsgericht sind ausschließlich mit Schiedsrichtern besetzt, die nicht aus den betroffenen Ländern stammen.

Ein Zwang, die illegalen Zölle zu revidieren, kann die WTO nach einem Urteil jedoch nicht ausüben. Lediglich könnte die WTO ihren Mitgliedsstaaten erlauben, ebenfalls Strafzölle zu erheben. Dadurch würde der Freihandel jedoch stark eingeschränkt. Auch ein Austritt der USA aus der WTO ist denkbar, hat jedoch für das Land nicht zu kalkulierende Folgen. Alle Produkte aus dem Ausland würden teurer, die technologische Entwicklung würde behindert und inländischen Waren könnten sich wegen der fehlenden Konkurrenz in Sachen Qualität verschlechtern.

Autoland Mexiko: Zahlen und Fakten

  • 19 große Autowerke produzieren für Amerika und den Weltmarkt
  • 3 Werke sind momentan in Bau oder geplant: BMW, Daimler, Kia wollen in Mexico produzieren
  • 25,9 Milliarden US-Dollar investierten Autohersteller seit 2010 in Mexico
  • 90 Milliarden US-Dollar sind der Wert der von Mexico in die USA exportierten Autos
  • 280 Produktionsstätten unterhalten Autozulieferer wir TRW, Magna, Bosch oder Denso in Mexico
  • 50 Prozent der Fahrzeuge und Fahrzeugteile werden exportiert
  • 90 Prozent der exportierten Fahrzeuge und Fahrzeugteile gehen in die USA
  • 1921 beginnt Buick mit der Autoproduktion in Mexico
  • 1925 beginnt Ford mit der Autoproduktion in Mexico

Welcher Autohersteller welche Modelle in Mexico produziert, sehen Sie in der Bildergalerie.

Autoland USA: Zahlen und Fakten

  • 1982 baut Honda als erster ausländischer Autohersteller ein Werk in den USA
  • 52 Milliarden US-Dollar investierten ausländische Autohersteller seit 2009 in den USA
  • 30 Milliarden US-Dollar investierten Chrysler, Ford und General Motors seit 2009 in den USA
  • 12 Millionen Pkw und Light Trucks wurden 2015 in den USA gebaut
  • 17,4 Millionen Pkw und Light Trucks wurden 2015 in den USA verkauft
  • 909.700 Menschen arbeiten in den US-Autowerken

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/trump-droht-bmw-35-prozent-strafsteuer-importmodelle-usa/