Gebrauchtwagen-Check: Audi A3

Gebrauchtwagen-Check: Audi A3

Wer für ein Premiumprodukt wie den Audi A3 viel Geld ausgibt, hofft auch auf Qualität. Die TÜV-Auswertung ist hier eindeutig.

Wer einen gebrauchten Kompakten sucht, hat die Wahl der Qual. Viele Hersteller sind in der sogenannten Golf-Klasse vertreten, das Angebot ist umfangreich. Selbst der Namensgeber des Segments hat innerhalb des VW-Konzern starke Wettbewerber. Wenn es aber in Richtung Premium gehen soll, bietet sich der Audi A3 an. Die dritte Generation (Typ 8V), die von 2012 bis 2020 am Start war, ist jetzt im besten Gebrauchtwagenalter. 

Karosserie und Innenraum

Zum Marktstart gab es zunächst den A3 als Dreitürer, der Sportback genannte Fünftürer folgte Anfang 2013. Ende des Jahres debütierte das Stufenheck, seit 2014 war ein davon abgeleitetes Stoffdachcabrio mit nominell vier Sitzen erhältlich. Bis auf den Dreitürer, der bereits 2017 aus dem Programm genommen wurde, waren alle Karosserievarianten bis zur Ablösung der dritten Generation verfügbar. Dass der A3 enge Verwandtschaftsverhältnisse zum Golf hat, sieht man ihm nicht unbedingt an.

In den Abmessungen ähneln sich die beiden Kompakten zwar, optisch setzt der Audi aber eigene Akzente. „Premium“ heißt das Zauberwort. Dieser Anspruch zeigt sich besonders im Innenraum. Das edle und penibel verarbeitete Interieur ist das Aushängeschild des A3. Wie edel es ausfällt, hängt allerdings von der Bereitschaft des Erstkäufers in Extras wie Leder oder schicke Dekoreinlagen zu investieren. 

Gebrauchtwagen-Check: Audi A3
Der kompakte Audi war auch als Limousine erhältlich

Durchschnittlich ist eher das Platzangebot. Das Kofferraumangebot variiert beim 4,24 Meter langem Fünftürer je nach Sitzstellung zwischen 325 und 1.100 Liter; die 4,46 Meter lange Limousine bietet in der Grundstellung 390 Liter Stauraum, der auf 850 Liter erweitert werden kann. Das Cabrio-Fahrer müssen sich beim Gepäck in Zurückhaltung üben (245 bis 680 Liter). 

Gebrauchtwagen-Check: Audi A3
Innen geht es edel zu

2016 erhielt der A3 ein Facelift. Es gab einen leicht veränderten Kühlergrill, andere Scheinwerfer und modifizierte Heckleuchtengrafik. 

Motoren und Antrieb

Das Motorenangebot ist riesig und unübersichtlich und setzt sich aus Benzinern und Diesel, aber auch aus Erdgas- und Plug-in-Varianten zusammen. Von sparsam bis sportlich ist alles dabei. Das Leistungsspektrum der Ottomotoren (Drei- und Vierzylinder) reicht von 85 kW/116 PS bis zu 294 kW/400 PS im RS3. Diesel gibt es von 77 kW/105 PS bis zu einer Leistung von 135 kW/184 PS. Interessenten sollten darauf achten, dass der aus dem Dieselskandal bekannte 1,6 TDI (EA 288) alle Software-Updates erhalten hat.

Allradantrieb ist in den Top-Modellen wie auch bei anderen starken Motorvarianten immer an Bord, für einige Aggregate in der Mitte des Leistungsspektrums ist er optional. Bei den Ottomotoren liegen die Verbrauchswert zwischen 4,4 und 9,4 Litern, bei den Dieseln zwischen 3,9 und 6,8 Litern. Als Alternative zu den klassischen Verbrennern könnten auch die Erdgas-Version interessant sein. Die unter dem Begriff „g-tron“ vermarkteten Modelle leisten 81 kW/110 PS und 96 kW/130 PS (seit 2019). Sie kommen durchschnittlich mit 3,2 bis 4,4 Kilogramm Erdgas aus. Ein Exot im Motorendschungel ist der „e-tron“. Der Plug-in-Hybrid, der zwischen 2014 und 2018 offeriert wurde, hatte eine Systemleistung von 150 kW/204 PS. 

Ausstattung und Sicherheit

Dass der A3 kein Allerweltsauto war, zeigte sich bei der Ausstattung. Bei seinem Debüt punktete er mit modernem Infotainment-System und vielen Assistenten. Die meisten elektrischen Helfer wie Abstandsregeltempomaten, Totwinkelwarner und Fernlichtautomatik gab es in Paketen. Das Basismodell (zunächst „Attraction“, später namenlos) bot Klimaanlage und Xenonlicht, hübscher anzusehen sind aber die höher positionierten Varianten mit Alurädern, teilweise tiefer gelegter Karosserie und aufgewertetem Innenraum. Ganz Audi typisch konnten Erstkäufer aus einer langen Preisliste Extras wählen, darunter Panorama-Glasschiebedach, Matrix-LED-Scheinwerfer und digitale Instrumente. Beim Euro-NCAP-Crashtest erreichte der Audi 2012 eine Fünf-Sterne-Bewertung. 

Qualität

Eine anstehende TÜV-Hauptuntersuchung (HU) muss A3-Besitzer nicht schrecken. Der A3 zeigt sich bei der HU von seinen besten Seiten. In fast allen HU-Prüfkategorien schneidet er deutlich besser ab als der Durchschnitt seiner Klasse. Probleme gibt es hin und wieder bei der Achsaufhängung und bei den Bremsscheiben. Das Premium-Modell aus dem VW-Konzern wird offensichtlich von seinen Eignern gut gepflegt und gewartet. 

Fazit

Ob Drei- oder Fünftürer, klassische Limousine oder schickes Cabrio: Der A3 der dritten Generation bietet für jeden Geschmack das passende Modell. Dazu gibt es ein fast schon unübersichtliches Angebot an Motoren, die Sparfüchse glücklich machen können, und sportlich Ambitionierte begeistern. Als Sahnehäubchen obendrauf schlägt sich der A3 zudem beim TÜV sehr gut. Die steigenden Gebrauchtwagenpreise schlagen allerdings auch bei diesem Kompakten durch. Ältere Modelle werden ab rund 10.000 Euro angeboten; für ein Cabrio muss man richtig tief in die Tasche greifen und mit einer Investitionssumme von um die 20.000 Euro rechnen.

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