VW T-Cross – dieses SUV wird sogar dem Golf gefährlich!

Überraschend einfache Lösungen nennt man auch das Ei des Kolumbus, ungelegte Eier sind hingegen noch nicht spruchreif und wenn man Eier hat, dann ist man vor allem mutig. Volkswagen hat derzeitig die Eier und bringt eine Eierlegende Wollmilchsau auf den Markt, also ein Fahrzeug welches (fast) nur Vorteile hat, viele Bedürfnisse der zukünftigen Käufer befriedigen dürfte und vor allem deren Ansprüchen genügen dürfte.
Dürfen wir vorstellen? Der neue VW T-Cross, das neue Volks-SUV, wenn nicht sogar der neue Volkswagen. Ein Fahrzeug, welches den Klassenprimus und Namensgeber der Kompaktklasse, also den VW Golf, in manchen Belangen übertrumpft und vor allem beim Preis richtig interessant wird.
SUV-Käufer, die vor allem die erhöhte Sitzposition schätzen, kommen im VW T-Cross voll auf ihren Geschmack. SUV-Käufer, die in der Regel alleine oder mit maximal vier Personen fahren, ebenfalls und wer häufiger alleine fährt, aber viel transportieren muss, der dürfte auch voll auf den neuen VW T-Cross abfahren, denn das Fahrzeug präsentiert sich ausgesprochen wandlungsfähig.
Fangen wir aber zunächst mit dem Thema an, welches aktuell im VW-Konzern am schwierigsten ist: Die Motoren! Unter die Motorhaube vom VW T-Cross, der übrigens auf der MQB-A0 Plattform basiert, aber ansonsten wenig Gleichteile zum VW Polo aufweist, kommen bekannte Aggregate.
VOLKSWAGEN T-CROSS
VW T-Cross Motoren
Alle Motoren erfüllen die neue und strenge EURO 6D-TEMP Abgasnorm. Wusstet ihr übrigens, dass selbst in der immer noch Abschaltvorrichtungen für Diesel-Fahrzeuge gestattet sind? Aber egal, das steht auf einem ganz anderen Blatt Papier. Unter die Haube kommen zunächst ein 1.0 Liter Benziner mit drei Zylindern und einer Leistungsrange zwischen 95 und 115 PS. Ein 1.6 Liter TDI mit der gleichen Leistung zieht ebenfalls ein, die Antriebe mit 115 Pferdchen geben die Kraft entweder über ein manuelles Handschaltgetriebe oder über ein 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe auf die Vorderachse ab. Etwas später folgt dann noch der 150 PS starke 1.5 EVO Benziner mit vier Zylindern und Zylinderabschaltung.
Bei den Motoren gibt es natürlich auch noch ungelegte Eier, sprich Antriebe, die derzeitig noch nicht spruchreif sind, bzw. über die kein Mitarbeiter von Volkswagen sprechen mag. Wir könnten uns aber gut vorstellen, dass der 200 PS starke Benziner aus dem VW Polo GTI durchaus auch gut unter die Motorhaube vom VW T-Cross passt, vor allem, wenn dieser das sportliche R-Line Styling-Paket trägt. Kein Geheimnis ist hingegen, dass 2020 ein rein elektrisch angetriebens Cross-Modell von Volkswagen folgen wird, von daher sehen wir Hybrid-Lösungen ebenfalls als gegeben, eventuell auch eine CNG-Variante, aber im T-Cross wird stets nur die Vorderachse angetrieben.
VOLKSWAGEN T-CROSS
VW T-Cross Ausstattung
Kein Allrad? Nein! Der VW T-Cross bietet (aktuell) keinen Allradantrieb, kein adaptives Fahrwerk, kein Schnick-Schnack und in der Basis rollt der Volks-SUV sogar mit H7-Funzeln und klassischen Rundinstrumenten im Innenraum vor.
Warum? Der Basis-Preis sollte unter 18.000 Euro fallen und das gefällt uns ausgesprochen gut, auch wenn wir der Auffassung sind, dass später kaum ein T-Cross ohne die LED-Scheinwerfer das Band verlassen sollte und dass viele Käufer sich in den Optionalitäten verlieren und verlieben werden. Das neue virtuelle Cockpit hier, die Rückfahrkamera (ungeschützt unter der Griffleiste montiert) dort und der eine oder andere Assistent wird sicherlich auch den Weg in die jeweilige Konfiguration finden.
VOLKSWAGEN T-CROSS
VW T-Cross Innenraum
Der Innenraum von dem 4,11 Meter langen Fahrzeug präsentiert sich aufgeräumt, intuitiv zu bedienen und bei der Weltpremiere natürlich besonders gut ausgestattet. Bei den Bauteilen aus dem Konzernbaukasten kann man beim T-Cross übrigens nicht aus den Vollen schöpfen, beim 8″ großen Infotainment-Display mit Navi ist Schluss. Dafür gibt es beim T-Cross immer die sonst so stark vermissten Lautstärke-Regler für das Radio. Bei der ersten Sitzprobe konnte man feststellen, dass hier vorne fast jeder eine geeignete Sitzposition finden kann. Sitzverstellung, Gurthöhenverstellung, Lenkradverstellung und ausreichend Platz auf beiden vorderen Plätzen, das ganze gepaart mit einem wirklich aufgeräumten Dashboard, da gibt es nicht viel zu meckern. Optional gibt es bis zu vier USB-Ladebuchsen und auch das Smartphone lässt sich induktiv laden. Schade, dass man es dennoch mit dem Kabel verbinden muss, um auf Konnektivitätslösungen wie z.B. Apple Car Play zugreifen zu können.
Ausreichend Platz gibt es vorne und das gilt auch für die zweite Sitzreihe, die zwar ohne Haltegriffe am Dach, dafür aber mit ausreichend Kopf und Bein-Freiheit daherkommt. Es sei denn, man verschiebt die Sitzbank um bis zu 15cm nach vorne. In dem Fall vergrößert sich der Kofferraum, aber die zweite Reihe wird eher zur Strafbank. Auf längeren Strecken sehen wir in diesem Fünfsitzer eher vier Personen sitzen. Zwei Kindersitze können montiert werden.
Der Kofferraum ist großartig, das gilt auch für die Variabilität.
VOLKSWAGEN T-CROSS
VW T-Cross Kofferraum
Das Kofferraumvolumen liegt zwischen 385 und 1281 Liter und selbst der Beifahrersitz kann umgelegt werden. In dem Fall wird der T-Cross zum Raumwunder. Schiebt man die Rücksitzlehne nach vorne, steht ein 455 Liter großer Kofferraum zur Verfügung. In dem Fall übertrumpft der VW T-Cross nicht nur den VW Polo, sondern auch gleich den VW Golf (380 Liter) und sogar den VW T-Roc (445 Liter). Die beiden Fahrzeuge verfügen bei dem Volumen dann allerdings noch über die Beinfreiheit im Fond, so fair müssen wir dann schon bleiben.
VOLKSWAGEN T-CROSS

VW T-Cross Preis & Fazit

Der neue VW T-Cross fährt in knalligen Farben ab 18.000 Euro vor und bringt auch etwas Verwirrung mit sich, denn die Ausstattungslinien haben sich geändert. Die Basisversion heißt nun einfach T-Cross, darüber rangieren Life und Style usw. und ein Life-Style SUV ist der neue VW T-Cross, kein Fahrzeug für das harte Gelände, sondern eher für den Feldweg, ein Fahrzeug für das urbane Umfeld, für den Weg von A nach B im Großstadtdschungel. Ein Fahrzeug für alle, egal ob Single, junge Familie oder jemanden von der Generation-Grau. Mit dem VW T-Cross hat sich Volkswagen scheinbar kein Ei ins Nest gelegt, sondern ein marktfähiges Fahrzeug auf die 16-18″ großen Räder gestellt, welches allerdings nicht nur im Bereich der Mitbewerber (Opel Crossland X, Peugeot 2008, Renault Captur usw.), sondern auch im eigenen Konzern wildern dürfte.
Unser Fazit zum VW T-Cross: Dieses Fahrzeug könnte sogar dem VW Golf gefährlich werden.

Erster Test des neuen Nissan Micra

Im Vergleich zum Vorgänger definitiv eine Perle!

In Dubrovnik, der Perle der Adria, konnte ich den neuen Nissan Micra etwas genauer unter die Lupe nehmen. Laut Hersteller ist dieser effizienter, sicherer und geräumiger geworden. Da auf Fahrveranstaltungen die Verbrauchsermittlung schwieriger ist und ich die Sicherheit auch nicht testen kann, konzentriere ich mich auf das Platzangebot, die Verarbeitung, die Technik und den ersten Fahreindruck.

Die nun fünfte Generation des japanischen Kleinwagens ist meiner Meinung nach ein echter Hingucker. Im Vergleich zum eigenen Vorgänger könnte er ein Verkaufsschlager werden. Nicht mehr ganz so rund und niedlich, sportlicher und flacher ist er.

Durch die schwarzen B- und C-Säulen scheint das Dach zu schweben. Insgesamt ist er einfach größer mit knapp 4 m Länge, 1,45 m Höhe, 1,93 m Breite inklusive Spiegeln und einem Radstand von 2,52 m, der absolut den Passagieren zu Gute kommt: Besonders auf den vorderen Plätzen hat man im neuen Micra ausreichend Platz, sitzt bequem und kann die Sitz- und Gurtposition in der Höhe, die Lenkradposition in der Höhe und der Tiefe optimal einstellen.

Durch die veränderte Optik, besonders bei der C-Säule, ist die Rundumsicht etwas schlechter geworden, was mich dazu bringt, die optionale 360° Kamera oder zumindest die Einparkhilfe zu empfehlen.

Besonders die neue Front hat es mir angetan, hier hat der Hersteller neben dem markentypischen „V-Motion“-Kühlergrill auch noch neue Scheinwerfer verbaut.

Hinten sorgt der Spoiler für möglichst optimalen Abtrieb und für ein sportliches Auftreten. Wo wir schon mal beim Heck sind: Ich mag die hohe Ladekante nicht, da man, wie bei fast allen Kleinwagen, die Gepäckstücke erst über eine Stufe heben muss. Das Gepäckraumvolumen liegt zwischen 300 und 1004 Litern und geht für mich absolut in Ordnung.

Der neue Nissan Micra lässt sich auf über 120 unterschiedliche Weisen individualisieren. Ein paar neue Lackfarben stehen dem kleinen Flitzer, der übrigens in Frankreich gebaut wird, sehr gut. Zu ihnen gehören zum Beispiel ein kräftiges Hellgrün, ein tolles Rot und ein knalliges Orange.

Beim neuen Nissan Micra kann man zwischen einem 73-PS-Benziner, einem 90-PS-Benziner und einem 90-PS-Diesel wählen. Alle sind an ein manuelles 5-Gang Getriebe gekoppelt. Die Verzögerung übernehmen vorne Scheibenbremsen und an der Hinterachse ausreichend groß dimensionierte Trommelbremsen. Von denen bin ich kein großer Freund, da man als Laie und Aussenstehender nicht sehen kann, ob die Beläge schon an der Verschleißgrenze sind, aber das ist bei einem Neuwagen ja erstmal kein Thema.

Schauen wir in die Zukunft, da sehe ich noch einen Motor mit mehr Leistung, ein 6-Gang Getriebe, LED Licht vorne und hinten und eventuell auch noch ein automatisiertes Schaltgetriebe. Aktuell deckt Nissan mit dem neuen Markt vermutlich 80% der Kundenwünsche ab, an den anderen 20% wird man noch feilen, da bin ich mir sicher und der Nissan Micra empfielt sich ja förmlich für einen Nissan Micra Nismo, oder?

Das Lenkrad würde dazu passen. Der Innenraum von Nissan Micra gefällt mir ausgesprochen gut. Sowohl die Anordnung der Instrumente als auch ihre intuitive Bedienung überzeugen. Optik und Haptik sagen mir auch zu, das unten abgeflachte Lenkrad beispielsweise liegt prima in der Hand und bietet verschiedene, ebenfalls gut zu erreichende Tasten

Zwischen den vorderen Sitzen findet man eine ganz normale Handbremse, so wie ich sie mag. Nix elektronisches, einfach ein Handbremshebel. Punkt. Möglichkeiten, Dinge abzulegen, gibt es genug. Neben zwei Getränkehaltern in der Mittelkonsole und Getränkefächern in den Türtaschen gibt es noch ein kleines Handschuhfach.

Lademöglichkeiten fürs Smartphone sind nicht so oft vorhanden, wie ich es mir wünschen würde, neben einer 12 Volt Steckdose und einem Aux-In Anschluss gibt es leider nur einen USB-Port. Ansonsten bietet der Kleinwagen so einiges, teils serienmäßig, an. Es gibt zum Beispiel eine Klimaautomatik, ein Bose Soundsystem, ein modernes Infotainmentsystem mit Apple Carplay und Co., eine 360° Kamera, den aktiven Spurhalte-Assistenten, den Fernlichtassistenten und eine Verkehrszeichenerkennung.
Achtung: Derzeitig gibt es Apple Car Play nur in der Acenta Ausstattung, das soll sich aber bald ändern.

Meine kleine Kritik zum Spurhalte-Assistenten: Er lenkt der Nissan Micra nicht, sondern er korrigiert durch einen Bremseingriff. Sowas geht mittlerweile besser. Übrigens hat der neue Micra auf den hinteren äußeren Sitzplätzen ISOFIX und manuelle Fensterheber. Damit umgeht man die Einklemmschutzproblematik, macht mich als Familienvater allerdings nicht gerade glücklicher.

Er bietet nur Personen unter 1,80 ausreichend Kopffreiheit auf den hinteren Sitzplätzen, mehr Platz hat man definitiv vorne und in der Regel werden Kleinfahrzeuge ja auch nur von einer Person bewegt. Damit begründet der Hersteller übrigens auch die Tatsache, dass nur der Fahrersitz in der Höhe verstellbar ist. Das Lenkrad lässt sich in der Höhe und in der Tiefe verstellen, auch eine Gurthöhenverstellung gibt es – somit dürfte jeder Fahrer eine bequeme Fahrposition finden.

Zum Fahrverhalten kann ich nur sagen, dass ich nichts Schlechtes zu sagen habe, im Hinblick darauf, dass dies ein Kleinwagen zum recht günstigen Einstiegspreis ist. Die Lenkung ist direkt, das Fahrwerk gut abgestimmt und die Bremsen ausreichend groß dimensioniert. Dieser liegt bei 12.990 Euro, damit ist er im Vergleich zum eigenen Vorgänger etwas teurer geworden. Mit dem großen Benziner und ein paar Ausstattungsfeatures zahlt man eher 20.000 Euro und mehr, da empfehlen sich direkt die besseren Ausstattungslinien, da hier schon einige Features einkalkuliert sind, bis auf Apple Car Play – was mich persönlich sehr traurig macht.

Fazit: Was du heute kannst besorgen, dass verschiebe nicht auf morgen. Etwas auf die lange Bank schieben, sollte man vermeiden. So finde ich es sehr schade, dass Nissan einige Features nicht direkt ab Marktstart anbietet. Wer diese allerdings gar nicht möchte, der hat hier einen sehr guten Kleinwagen, der sich nicht vor seinen Mitbewerbern verstecken muss. Mit dem 0,9 Liter 3-Zylinder ist er ausreichend stark motorisiert für sein Leergewicht von knapp 1,1 Tonnen.

Erster Test des neuen Skoda Kodiaq

Kuschelbär am Ballermann

Ist der Skoda Kodiaq „mein“ Auto und passt er zu mir? Zu wem passt der Skoda Kodiaq und was muss man beim Kauf beachten? Welche Stellen sollte man sich anschauen, vor allem auch auf der Optionalitäten-Liste? Fragen über Fragen! Die Antworten gibt es in diesem Skoda Kodiaq Fahrbericht.

Zunächst zu meiner Person: Baujahr 1979, glücklicher Familienvater, zwei Kinder, ein Hund – also ein 4-Personen Haushalt mit Anhang. Wir brauchen im Auto also viel Platz. Dazu kommt noch, dass unser einziges Hobby ebenfalls viel Platz in Anspruch nimmt, denn meine Frau und ich fahren – wenn es die Zeit zulässt – gerne mit dem Mountainbike durch den Wald. Den Kopf frei machen, auf neue Gedanken kommen, ausspannen und sich auspowern.

Im Winter trainiert man dafür in der Regel in der Sonne und so habe ich mich während der ersten Ausfahrt mit dem Skoda Kodiaq auf der Sonneninsel Mallorca sehr über die zahlreichen Radfahrer, Rennradfahrer und Mountainbiker auf der Insel gefreut. Nein, die darf man nicht über einen Kamm scheren. Das geht bei den Autos ja auch nicht, nicht einmal alle SUVs sind gleich.

Mallorca ist „die größere Insel“, der Skoda Kodiaq der größere SUV! Länger als der aktuelle VW Tiguan. Zur Not Platz für 7 Personen. Nutzt man die hinteren beiden Sitzplätze nicht, bietet er einen richtig großen Kofferraum und vier Personen mehr als nur ausreichend Platz. Wer sich für die genauen Fakten und Abmessungen interessiert, der darf etwas weiter nach unten scrollen, dort gibt es die Tabelle mit den technischen Daten vom Skoda Kodiaq.

Jetzt im Test: Der Skoda Kodiaq

Mit dem großen SUV von Skoda ging es fast über die komplette Insel. An der Hauptstadt Palma vorbei bis zum nördlichsten Punkt, dem Cap Formentor. Immer wieder vorbei an wunderschönen Pflanzen, über tolle kurvige Straßen, deren Fahrbahnbelag ich allerdings als leicht kariös bezeichnen würde. Das bügelte das Fahrwerk vom Skoda Kodiaq locker weg. Doch kommen wir nun endlich zum Fahreindruck, den wir uns nach knapp 500 km gut verschaffen konnten.

Solider Bär

Der Skoda Kodiaq bietet solide Technik, gepaart mit einem meiner Meinung nach zeitlosem Design und wirklich viel Platz. Die Länge kommt vor allem den Passagieren, aber auch dem Gepäckabteil zu Gute. Doch was treibt den Kodiaq überhaupt an? Wir sind die 190 PS Version gefahren, den Selbstzünder. Einen Diesel und ja, die Leistung braucht der SUV schon, vor allem, wenn man das S noch einmal unterstreichen möchte, denn das steht ja für sportlich.

Der Innenraum präsentiert sich aufgeräumt und klar strukturiert. „Typisch Skoda!“, war mein erster Gedanke, mit zahlreichen Ablagen versehen und gut verarbeitet. Das Infotainmentsystem verfügt über die akuellsten Konnektivitätsmöglichkeiten. Ohne Probleme verbindet man die gängigen Smartphones dank Apple Carplay, Android Auto oder Mirror Link.

Die Sitze vorne lassen sich sehr gut verstellen, mit meiner Größe von 1,75 m hatte ich schnell eine ideale Sitzposition gefunden und die Passagiere in der zweiten Reihe hätten hinter meinem Sitz noch Tango tanzen können. Loungefeeling in der zweiten Reihe durch viel Beinfreiheit.

Ideal für Kinder? Nicht nur der Einklemmschutz der elektrischen Fensterheber, sondern nun auch die Türkanten-Schoner. Diese fahren jautomatisch an allen Türen aus. Das kennen wir bereits von Ford, aber warum sollte man gute Ideen nicht einfach auch mal übernehmen?

Auf den Plätzen 6 und 7 fühlen sich vermutlich nur Kinder wohl, die sind nichts für die lange Strecke. Aber kauft man sich sein Fahrzeug nicht sowieso nur für Eventualitäten: Wenn man vielleicht mal zwei weitere Personen mitnehmen muss, dann geht das im Kodiaq und man hat dahinter sogar noch mehr Platz als im VW Caddy.

Die Rücksitzlehnen lassen sich in der Neigung verstellen, die komplette Rücksitzbank sich um 18 cm in der Länge verschieben. Mehr Platz im Kofferraum oder mehr Beinfreiheit, die Besitzer haben die Wahlmöglichkeit.

Die Lenkung vom Skoda Kodiaq zeigt sich leichtgängig und sogar ansatzweise direkt. Das in unserem Testfahrzeug verbaute DSG (Doppelkupplungs-Getriebe) übernahm die Schaltaufgaben hervorragend und auch die Bremsanlage zeigte sich ausreichend groß dimensioniert. Die aufzuwendende Kraft beim Lenken und Bremsen ist minimal, man muss also nicht mit einem Braunbären ringen, um mit dem Skoda Kodiaq die Berge zu bezwingen.

Die 190 Pferdestärken reichen. Das maximale Drehmoment von 400 Nm lässt auch den ein oder anderen Überholvorgang zu. Gefreut habe ich mich über den adaptiven Tempomaten mit dem aktiven Spurhaltesystem. Ich persönlich hasse nichts mehr als das Autofahren im Stau. Da kann einem die moderne Technik ruhig mal die Arbeit abnehmen. Das kann der neue Skoda Kodiaq.
Er kommt zunächst übrigens in drei Ausstattungslinien. Da lohnt es sich nachzurechnen. Ich empfehle die LED Scheinwerfer, auch wenn diese über kein adaptives Fernlichtsystem verfügen. Für mich ist die LED Technologie in den Scheinwerfern State of the Art und ein Sicherheitsgewinn.

Baukasten-Brummer

Die anderen Assistenzsysteme stammen aus dem VW-Technologie-Baukasten. Auch wenn Skoda aus Konzern politischen Gründen noch nicht alle Bauteile benutzen darf, fährt der Kodiaq im Notfall automatisch seine Krallen aus, verfügt über einen Tot-Winkel-Warner und kommt auch mit einer 360° Kamera. Optional gibt es auch den Trailer-Assist. Wer das alles nicht mag, kann die Systeme auch passiv schalten, hier wird man nicht bevormundet.

Laut NEFZ laufen hier kombiniert 5,7 Liter durch die Brennkammern, auf 100 km versteht sich. Den Wert konnten wir auf Mallorca nicht erreichen, zu weit hatten wir uns vom Prüfstand-Fahrzyklus entfernt. Über den Verbrauch möchte ich nichts sagen, dafür muss man das Fahrzeug hier mal über mehrere Tage in Deutschland im Alltag bewegen.

Kommen wir zum Fazit: Äußerlich besticht der Kodiaq durch seine scharfen Linien, im Innenraum durch das sehr großzügige Platzangebot und die gute Verarbeitung. Der Skoda Kodiaq hält, was er verspricht. Viel Platz für Kind und Kegel und dann natürlich auch noch für das Gepäck. Je nach dem, wie man misst, hat man hier ein Volumen von 270 – ja, dann mit 7 Sitzplätzen – bis hin zu 2065 Liter zur Verfügung. Die Sitze 6 und 7 sind optional, wer diese nicht wählt, hat ein Fahrzeug mit einem richtig großen Kofferraum und viel Platz im Fond. Dachte ich bis dato,  der Skoda Superb wäre hier führend, wird dieser nun gefühlt vom Kodiaq abgelöst.

Dank dem optionalen Allradantrieb und dem Snow- bzw. Offroad-Modus dürfte es kaum Traktionsprobleme geben, aber immer dran denken: Wer zügig unterwegs ist, darf den Bremsweg nicht außer acht lassen. Wer mag, darf mit dem Skoda Kodiaq bis zu 2,5 Tonnen ziehen. Somit empfiehlt sich der Skoda Kodiaq auch als Zugfahrzeug. Preislich geht es ab 25.490 Euro los, dafür bekommt man dann allerdings nur einen kleinen 1.4 Liter TSI unter die Haube.

Das Revier des Bären

Für den derzeitig stärksten Kodiaq, sprich den 2.0 Liter TDI mit 190 PS, muss man mindestens 39.440 Euro auf den Verkaufstresen legen. Inkl. Allradantrieb, zzgl. Spesen. Denn natürlich findet sich auch in der höchsten Ausstattungslinie „Style“ noch etwas in der Aufpreisliste. Gegen Aufpreis gibt es den proaktiven Sicherheitsschutz für die Insassen, die Seitenairbags für die zweite Reihe, die technischen Assistenzsysteme, die Fahrprofilauswahl, und ,und, und schnell landet man bei 45.000 Euro.
Dennoch: Der Skoda Kodiaq wird sich verkaufen wie geschnitten Brot, eine Bereicherung für den SUV-Markt und das Skoda Portfolio und bis der VW Tiguan XL auf den Markt kommt, wird dieser Braunbär in dem Revier schon gewildert haben.

Kritikpunkte: Ein paar Bauteile aus dem VW-Konzern bleiben dann doch dem VW Tiguan vorbehalten, so das digitale Cockpit, die Progressiv-Lenkung, der 220 PS Benziner oder aber auch der 240 PS starke Diesel. Gerade die großen Motoren vermisse ich im Portfolio von Skoda, weil ein untermotorisiertes Fahrzeug mit einem Leergewicht von knapp zwei Tonnen halt einfach kein Sinn macht, schon gar nicht, wenn man es auch als Zugmaschine einsetzen möchte.

Ich hatte eingangs die Frage gestellt, ob der Skoda Kodiaq zu mir und meinem Anforderungsprofil passt. Ja, das tut er, der Skoda Kodiaq könnte zum Familienfreund werden und wie viele weitere SUVs auch demnächst die Einfahrten von Kindergärten und Schulen dominieren. Er ist, wie jeder Kuschelbär, ein Familienfreund. Ein Ballermann ist er leider nicht, dafür ist er zu groß, zu schwer und zu unsportlich

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