Auf die schnelle Tour – Cupra Ateca

In diesem Frühling feiert die Marke Cupra ihren ersten Geburtstag. Das Experiment, mit dem die spanische Volkswagentochter Seat den zuvor für ihre sportlichsten Ausstattungsvarianten verwendeten Namenszusatz zur eigenen Marke erklärt hat, ist geglückt. Jeder fünfte in Deutschland verkaufte Ateca ist ein Cupra. Ab 42.850 Euro muss man in den 4,38 Meter langen Spanier mit dem kupferfarbenen Stierkopf-Logo auf der Heckklappe und den 2,0-Liter-Turbobenziner mit 300 PS unter der Haube investieren. Der treibt den Cupra Ateca in 5,2 Sekunden auf 100 km/h und auf fast 250 km/h in der Spitze. 

Der Cupra Ateca ist das erste Modell der im Februar 2018 von Seat gegründeten Marke Cupra.
Cupra stellt auch mit dem E-Racer die Weichen in Richtung E-Mobilität.

Die Zukunft ist auch bei Cupra elektrisiert

Die Frage, ob es überhaupt noch zeitgemäß ist, auf PS-starke Verbrenner zu setzen, untermalt das Surren, Zischen und Pfeifen, mit dem ein Cupra e-Racer jetzt auf der Rennstrecke Circuit Mallorca seine Runden dreht. Der voll elektrische Bolide entwickelt aus vier Elektromotoren 680 PS und ein Drehmoment von 960 Newtonmeter. Bei 270 km/h ist er am Limit, das sind  nur rund 20 km/h mehr, als der Cupra Ateca in der Spitze bereithält, der in der Boxengasse auf seinen Auftritt wartet. Die Zukunft ist also auch bei Cupra elektrisiert. Für eine Übergangszeit setzt man noch auf einen Mix aus potenten Verbrennern, Plug-In Hybriden und rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen. Schon der nächste Cupra, der vor wenigen Wochen in Genf vorgestellte Formentor, ist ein Plug-in-Hybrid mit 245 PS und ca. 50 Kilometer rein elektrischer Reichweite. Auch für den Ateca stellt Cupra im nächsten Jahr eine Version mit der Kraft aus zwei Herzen in Aussicht. 

Das Cupra-Logo erinnert an ein indianisches Stammeszeichen – oder an einen Kampfstier.

Cupra ist die Abkürzung von Cup Racer

Jetzt heißt es aber für den e-Racer zu pausieren und dem 4,38 Meter langen Cupra Ateca mal den Vortritt auf der 3,2 km langen Rennstrecke mit ihren trickreichen Kurven und der schnellen Geraden zu lassen. Täuscht es, oder blickt er aus seinen geschlitzten Augen skeptisch hinter dem Hochsitz-Bruder auf seinen 19 Zöllern und den vier provozierenden Endrohren her. So wenig, wie er selber im Gelände eine gute Figur abgeben würde, so wenig dürfte sich der Cupra Ateca doch wohl für eine Rennstrecke eignen. Auch wenn sein Motor aus dem VW GTI stammt und Cupra die Abkürzung von Cup Racer ist.

Im Cupra-Modus liegt der Sport-SUV straff auf der Straße

300 PS katapulieren den Sport SUV in 5,2 Sekunden auf Tempo 100 km/h.

Doch der Power-SUV macht seine Sache gar nicht so schlecht. Die 400 Newtonmeter des 2,0-Liter TSI stehen schon bei 2.000 Umdrehungen parat und treiben den knapp 1,7 Tonnen schweren SUV über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und einen elektronisch geregelten Allradantrieb munter voran. Den Fahrmodusschalter auf Cupra gestellt, dann mutiert der Power-Ateca zum Rallyewagen, der straff auf der Straße liegt. Für die direkte Lenkung sind auch enge Kurven kein Problem, trotz hohem Schwerpunkt und fast 18 Zentimeter Bodenfreiheit bringen sie den sportlichen Ateca kaum zum Wanken.    

Realistischer als ein Track ist ein Hügel im Gelände

Doch vermutlich wird sich der bei Barcelona gebaute Cupra Ateca im wahren Leben nie aus einer Boxengasse hinaus auf einen Track zu bewegen. Realistischer ist da schon mal ein Einsatz in Feld, Wald und Wiese. Auf einem Offroad Trail entlang der Rennstrecke kraxelt er denn auch fleißig aufgeschüttete Hänge hinauf und hinunter und demonstriert bei Achsverschränkungen und Schräglage, dass es gar nicht schlimm ist, wenn mal ein Rad in der Luft hängt oder ein Hang auch mal quer gefahren werden muss.

Realitätsnäher als der Einsatz auf der Rennstrecke ist für den Cupra Ateca eine Wegstrecke abseits des Asphalts.

Der Cupra Ateca bleibt selbst bei Querverschränkungen stoisch.

Für den vielseitigen Einsatz schon in der Bais bestens gerüstet

Zu Grundausstattung für den vielseitigen Einsatz bringt der Cupra Ateca das digitale Cockpit, Navigations – und Infotainmentsystem, LED-Scheinwerfer, eine Klimaautomatik, ein schlüsseloses Zugangs – und Startsystem, eine drahtlose Lademöglichkeit für Smartphones, einen GSM-Antennenverstärker, eine Kamera mit 360 Grad Rundumsicht sowie Apple Car Play oder Android Auto mit.

Text und Fotos: Solveig Grewe

Danke Christian Bittmann für die tolle Aufnahme mit dem E-Racer!

SUVchen mit Sportsgeist – Der Honda HR-V Sport

Ab dem 6.April steht der Honda HR-V Sport mit Performance-Stoßdämpfer und adaptiver Lenkung bei den deutschen Händlern.

Es läuft gut, das Geschäft mit den SUVs (Sports Utility Vehicles). Zunehmend rollen die beliebten Hochsitzer auch in geschrumpften Versionen auf dem Asphalt, wobei sich Form und Ausstattung nicht grundsätzlich von den großen Brüdern unterscheidet, jedenfalls nicht so deutlich wie der Preis. Honda mischt hier mit dem kleinen Crossover HR-V seit 2015 weltweit erfolgreich im Wettstreit um Marktanteile mit. In Deutschland bleibt allerdings noch reichlich Luft nach oben. Zum Facelift im vergangenen Jahr spendierte der japanische Autohersteller seinem Mini-SUV den neuen markanteren Familienkühlergrill und eine insgesamt überarbeitete Front.

Der erst im vergangenen Herbst nachgeschärfte Honda HR-V legt jetzt als „Sport“ einen dynamischen Auftritt hin.

Filmreifer Auftritt mit schwarzen Accessoires

Um optischen Abstand zu den weniger sportlichen Brüdern zu gewinnen, kommt der HR-V Sport mit seiner schwarzen glänzenden Chromstange daher wie „Darth Vader“. Schmaler Frontspoiler, Radlaufleisten und ein markanterer hinterer Stoßfänger – alles komplett in Schwarz – runden das Bild zusammen mit ebenfalls schwarzen Außenspiegelkappen, schwarzen Doppelendrohren und schwarzen 18-Zöllern ab. Weil es auch in einem kleinen SUV mal etwas sportlicher zugehen darf, klopft ab sofort unter der Motorhaube als Herz des HR-V in der Ausstattungslinie „Sport“  ein Vierzylinder Turbobenziner mit 182 PS. Erfreulich, denn mit dem bislang angebotenen 1,5 Liter-Vierzylinder Sauger mit 130 PS wirkte der HR-V doch zeitweise etwas überfordert. Auf einen Selbstzünder verzichten die Japaner seit der Überarbeitung bekanntlich.

Herzstück der neuen Modellvariante ist ein 1,5 Liter-VTEC-Turbo Benzinmotor.

Schicker Materialmix sorgt innen für eine hochwertige Note

Schicker Innenraum, aber dem verbauten Navi mangelt es an Präzision.

An das sportlich coupéhafte Outfit lehnt sich das Innere des HR-V Sport an. Unter dem schwarzen Dachhimmel findet man sich auf zweifarbigen Sitzen wieder. Ein schicker Materialmix von Stoff und Leder in Rot und Schwarz. Schwarz glänzende und dunkelrote Dekoroberflächen an der Mittelkonsole und im unteren Bereich der Armaturentafel passen dazu und sorgen für eine hochwertig Note. Der druckvolle Vierzylindermotor bringt seine Höchstleistung von 182 PS (134 kW) bei 5.500 Umdrehungen an die Vorderräder. Auf einen Allradantrieb verzichtet Honda beim HR-V  – vorgeblich mangels hinreichender Nachfrage. Das maximale Drehmoment von 240 Nm steht in der Variante mit der knackigen Sechsgangschaltung zwischen 1.900 und 5.000 Umdrehungen an.

Als Alternative zum Sechsgangschaltung steht ein stufenloses CVT-Getriebe zur Verfügung.

Mit guter Straßenlage gesegneter Crossover

Ein Beschleunigungswert von 7,8 Sekunden für den Spurt von 0 auf 100 lässt auch auf den kurvenreichen Abschnitten der Teststrecke rund um Lissabon  Überholvorgänge ohne langes Zögern zu. Mit seiner präzisen Lenkung zirkelt der gerade mal 1266 Kilogramm schwere und mit guter Straßenlage gesegnete Crossover sicher selbst durch enge Serpentinen. Unebenheiten in der Straße und derbe Schlaglöcher bügelt das Fahrwerk dank eins ausgeklügelten Karosseriedämpfersystem weitgehend weg.

Stimmig: schwarze Außenspiegelklappen und schicke 18-Zoll-Leichtmetallfelgen.

Im schallisolierten Innenraum bleiben Gespräche ungestört

Beim Beschleunigen generiert das „Active Sound Control“ System zusätzlich eine sonore akustische Unterstützung des sportlichen Fahrgefühls, wobei es Honda gelungen ist, durch den Einsatz von reichlich schallisolierenden Materialien und Dämmung den störenden Geräuschpegel im Inneren weiter abzusenken. Dabei überwachen zwei Mikrofone die niederfrequenten Geräusche im Innenraum und neutralisieren sie durch präzise abgestimmte Gegensignale. Inwieweit das bei der Spitzengeschwindigkeiten bis zu 215 km/h funktioniert, bleibt hier und heute offen. Mit dem optionalen CVT- Getriebe, dessen Software sieben Gänge simuliert, liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 200  km/h.

Vor die heraufgeklappten Rücksitze passt auch mal ein Fahrrad

Verbrauchswerte von um die 7,5 Liter im Durchschnitt machen den HR-V zum angenehmen und spritzigen Reisebegleiter. Gedanklich findet im flexiblen und gut konzeptionierten Innenraum schon das Fahrrad seinen Platz vor den heraufgeklappten hinteren „Magic Seats“, sind die Koffer über die bequem niedrige Ladekante im 470 Liter großen Kofferraum verschwunden. Das Handy am besten schon jetzt aufgeladen, sonst gibt es Ärger mit dem Beifahrer, denn vorne findet sich nur ein USB-Anschluss, den Honda unter der Mittelkonsole wenig gut erreichbar versteckt hat. QI-unterstütze Smartphones können dagegen bequem kabellos in der Lademulde am vorderen Ende der Mittelarmlehne aufgeladen werden. Bleibt die Sorge um das Reiseziel. Es nicht ohne lästige Umwege oder Wendemanöver zu erreichen, ist Glückssache. Das bei Honda verbaute Navi hat im Hinblick auf Präzision und grafische Darstellung den Anschluss an die Standards der Konkurrenz auf jeden Fall verloren.

Ein ziemlich komplettes Angebot für 29 990 Euro

Für den HR-V Sport ruft Honda mindestens 29 990 Euro auf. Immer mit an Bord sind dann unter anderen schon die Teillederpolsterung, Zweizonen-Klimaautomatik, Navigationssystem und Radio. Zum Thema Sicherheit bietet Honda ab Werk einen City-Notbremsassistenten, einen Spurhalteassistenten, Einparkhilfen vorne und hinten, eine Rückfahrkamera und Verkehrszeichenerkennung mit intelligentem Geschwindigkeitsregler, der die Geschwindigkeit an die vorgegebenen Limits anpasst. Ein ziemlich komplettes Angebot. 

Text und Fotos: Solveig Grewe

Ein Ableger trumpft auf – VW T-Cross

Jeder neue Tag steckt voll großer und kleiner Herausforderungen. Der heutige beginnt mit der Suche nach einer sogenannten Schnittstelle im neuen VW T-Cross. Wie alle Modelle von Volkswagen zeigt sich auch das jüngste und gleichzeitig kleinste SUV aus Wolfsburg betont smart beim Thema Vernetzung.  Damit der Kommunikation zwischen Fahrer und Auto perfekt funktioniert, ist es zunächst erforderlich, kostenfrei die App Volkswagen Connect auf sein Smartphone zu laden und sich mit dem T-Cross über den VW Data Plug (eine Art Blindstecker) zu verbinden. Das geht dann per Bluetooth, sofern Stecker und Schnittstelle physischen Kontakt haben.

Ab 17 975 Euro – zwar ohne Klimaanlage, aber mit vielen Assistenten

Da das leichter gesagt ist als getan, haben die Entwickler in die App gleich eine Taschenlampe für die Suche nach der erwähnten Schnittstelle mit eingebaut. Das erleichtert die letztendlich dann erfolgreiche Suche nach dem Stecker für die Onboard-Analyse irgendwo tief unter dem Armaturenbrett inmitten von düsterem Hartplastik. Dessen weitreichender Einsatz ist dem Preis des hochbeinigen Polo-SUV mit dominanter Motorhaube und breitem Kühlergrill geschuldet: Wie das Auto, so der Preis: Mit 17 975 Euro als Einstiegshausnummer hochattraktiv. Das sind im Schnitt nur etwa 500 Euro mehr, als man für einen vergleichbar motorisierten und ausgestatteten Polo investieren muss.

Zum Wiedererkennen: Quer über dem Heck spannt sich das Reflektorband mit schwarzer Blende.

Flexibler Innenraum bietet bis zu 1.281 Liter Volumen für das Gepäck

Dabei bietet der T-Cross mit 4,11 Metern über fünf Zentimeter mehr an Länge als der ihm zugrunde gelegte Polo. In der Höhe überragt er ihn sogar um fast 14 Zentimeter. Der Einstieg fällt leichter, der serienmäßig höhenverstellbare Fahrersitz bietet aus sechzig Zentimetern Höhe den bei SUVs so geschätzten Überblick über das Geschehen auf dem Asphalt. Mittels der um 14 Zentimeter verschiebbaren Rücksitzbank vergrößert sich entweder der Fußraum für die Passagiere im Fonds oder das Gepäckabteil von 385 auf 455 Liter. Klappt man die Rückbank um, entsteht eine ebene Ladefläche mit bis zu 1281 Liter Stauvolumen. Für ein kleines SUV ein ordentlicher Wert. Zum Vergleich: Der Golf bietet da nur 1270 Liter.

Auf einen Allradantrieb kann und muss man verzichten

Unter der Haube des in Pamplona in Spanien gebauten T-Cross arbeitet zunächst ein aufgeladener 1,0-Liter Dreizylinder; entweder mit 95 PS und manuellem Fünfganggetriebe oder in der stärkeren Version mit 115 PS und wahlweise manueller Sechsgang-Schaltung, alternativ auch mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Später folgt noch ein Diesel, der bekannte 1,6-Liter-TDI mit manueller Fünfgangschaltung. Für Allrad gibt es in dem kleinen SUV weder Platz noch unterstellten Bedarf.

Eine schonende Fahrweise punktet in der App

Der 115-PS-Benziner mit der Sechsgang-Schaltung geht etwas knurrig zu Werke, wenn er drehen muss. Der Durchschnittsverbrauch von etwas über fünf Litern wird in der  VW Connect App als schonende  Fahrweise quasi lobend bewertet.  Der Beschleunigungswert von 10,2 Sekunden für den Spurt von 0 auf 100 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit von 193 km/h seien für das ausgewogen abgestimmte Mini-SUV ebenso lobend erwähnt.

Wendig und flink zeigt sich der T-Cross in den engen Straßen von Palma.

Preiswerte Vernetzung von Auto und Fahrer

An dieser Stelle gilt es den Einstiegspreis noch einmal zu würdigen, denn die sehr sinnvollen Helfer wie Spurhalte-Assistent, Totwinkel-Warner, Berganfahr- und Auspark-Assistent sowie den proaktiven Insassenschutz bringt der T-Cross ab Werk mit. Die zusätzliche Investition von knapp 40 Euro in den Data Plug dürfte sich als eine der preiswerteren Lösungen zur Vernetzung von Fahrer und Auto lohnen. Die VW App informiert nicht nur über den Zustand des Fahrzeugs, erklärt Warn- und Kontrollmeldungen und schlägt Reaktionen darauf vor, sie drängelt zum notwendigen Reifenwechsel, erstellt ein Fahrtenbuch und sorgt bei Bedarf auch gleich für den Kontakt zum nächsten Servicepartner. Sie lotst den Nutzer per Handy auch zum letzten Standort des Fahrzeugs, sollte der entfallen sein. Das Fahrverhalten wird konstant beobachtet, bewertet und mit Punkten belohnt.  Abhängig davon, wie viele man sich fahrend sammelt, schaltet der digitale Aufpasser dann zur „Belohnung“ zusätzliche Nutzungen frei.

Die großen Radausschnitte betonen die markante Erscheinung des kleinen SUV.

Leider reichte die kurze Testfahrt auf Mallorca noch nicht aus, um beispielsweise den Zugriff auf die hinterlegte Stadtführung durch Barcelona oder Bilbao freizuschalten. Es bleibt also eine Herausforderung für das nächste Mal und etwas, das mit Vernunft fahrende T-Cross-Besitzer sicher ergattern werden….   

Basisversion ist der TSI-Dreizylinder Benziner mit 95 PS und manueller 5-Gang-Schaltung.

Text und Fotos: Solveig Grewe

Innenaufnahme: Hersteller

Der Letzte seiner Art – Der Jeep Wrangler

Autos wie dieses haben ihre Zukunft hinter sich. Schon lange. Der Wrangler von Jeep gab einer ganzen Gattung ihren Namen. Heutige SUVs sind dagegen nichts anderes als domestizierte, wenn nicht sogar degenerierte Nachzüchtungen und Kreuzungen aus dem genetischen Material dieses einstigen Kriegsfahrzeugs mit der Bezeichnung Jeep. Seine robuste Vielseitigkeit rettete das praktische Urgestein der Automobilgeschichte ins zivile Leben und dort bis an die Schwelle der Digitalisierung. Dort wirkt der Jeep heute wie ein Dinosaurier. Genau das macht seinen Charme aus. Und wer wird schon einen Dinosaurier auslöschen. Sicherlich kein Mensch, sondern eher ein Klimawandel.

Das Heck hat nun einen moderneren Stoßfänger und die dreidimensionalen Jeep-Konzernleuchten.

Ein Statement, kein Statussymbol

Zugegeben, zu den Blicken, die bei den alltäglichen Begegnungen im Straßenverkehr Sympathie erkennen lassen, gesellt sich schon der eine oder andere skeptische Gesichtsausdruck. Das war bei seinem schmächtigen Großvater, mit dem die GIs vor mehr als 75 Jahren in Europa ankamen, noch ganz anders. Das Gesicht mit den beiden runden Scheinwerfern und dem Kühlergrill in Gullideckel-Optik hat Jeep über alle Kriege und Kontinente, in denen sein Großvater und er eingesetzt wurden, nie aufgegeben. Anders als bei allen SUVs beträgt der Wiedererkennungswert beim Jeep Wrangler denn auch 100 Prozent – weltweit. Ein Statement, kein Statussymbol ist dieses Auto.

Die charakteristische Optik mit den sieben Kühlergrillstreben und den Kulleraugen bleibt bestehen.

Der Wrangler ignoriert gängige Designtrends seit Jahrzehnten

Auch in seiner „luxuriösesten“ Ausführung als viertüriger Sahara bleibt es bei der Ansage: Dies ist ein Geländewagen, klassisch, mechanisch wie keiner mehr sonst. Selbst Daimlers genetisch noch am ehesten vergleichbare G-Klasse hofiert heute technisch – vor allem aber preislich – die Kaschmir-Träger mit italienischen Designer-Slippern, während der Wrangler das Herz der Flanellhemd- und Boots-Fraktion erwärmt. Windschnittig wie ein alter Banktresor ignoriert dieser Jeep gängige Designtrends seit Jahrzehnten. Dafür verfügt er über einen Stoßfänger vorn, auf den man sich getrost und relativ bequem setzen und in die Landschaft schauen kann.

Jeep gibt sich große Mühe, die Silhouette des Wrangler beizubehalten.

Das genaue Gegenteil von Sportlichkeit

Nie ging es beim Wrangler darum, der Erste zu sein. Dieser Jeep macht lieber den Letzten. Den, der ankommt, wenn alle anderen aufgeben mussten. Der Wrangler bleibt und fährt dennoch durchgehend gelassen. Eine fossil anmutend indifferente Lenkung verlangt nach Über- und Umsicht, zumal mit groben Allterrain-Winterreifen wie auf dem weißen Testwagen. Die Bremse ist da nicht anders, auch sie erzieht zu vorausschauendem Fahren und frühzeitiger Betätigung. Der Wrangler Sahara steht für das genaue Gegenteil von Sportlichkeit, die heute ja für jedes Automobil als unverzichtbar gilt.

Die moderne Achtstufenautomatik ist eine willkommene Fahrhilfe

Man sitzt – gefühlt – turmhoch über dem Grund recht dicht vor einer steilen Frontscheibe, die bis heute nach vorn auf die Motorhaube abgeklappt und dort befestigt werden kann. Ledersitze und -Lenkrad mit Heizung zaubern im wenig frühlingshaften Wetter rasch Behaglichkeit in ein Cockpit, das funktional und sonst nichts sein will. Okay, heute hilft eine Kamera beim Rückwärtsfahren. Das Reserverad auf der Hecktür lässt kaum andere Optionen. Und auch die moderne Automatik mit acht Fahrstufen ist eine willkommene Fahrhilfe, von denen der Wrangler ansonsten wenig hält. Für Ausflüge ins Gelände muss weiterhin ein mechanisches Getriebe in die Hand genommen und auf den Freilauf geachtet werden, bis die Untersetzung zupackt. Old School.

Der Wrangler baut wie gehabt auf einem Leiterrahmen auf.

Ein Haudegen mit zivilen Verbrauchswerten

Was weit mehr überrascht, ist der Antrieb. Unter der Haube, der Größe und Ausrichtung nach einer Tischtennisplatte nicht unähnlich, werkelt kein fetter Sechs- oder Achtzylinder mehr, sondern ein heute handelsüblicher, leider verpönter 2,2 Liter Vierzylinder Diesel mit 200 PS Leistung und 450 Newtonmetern Drehmoment. Und das weit weniger kernig, als man es bei diesem Fahrzeug erwarten würde. Nur unter null Grad grummelt er einen Moment lang und verschwindet dann akustisch weitgehend. Der saubere Diesel macht aus dem 4,88 Meter langen Viertürer erwartungsgemäß kein Rennpferd, aber auch keineswegs den befürchteten Gewohnheitstrinker. Der von Jeep angegebene Wert von 7,9 Liter lässt sich im Alltagsbetrieb zwar nicht ganz realisieren, aber mit weniger als 9 Litern sind die Verbrauchswerte des Haudegens aber inzwischen wirklich zivil. Etwas aus dem zivilen Rahmen fällt der Preis für den Jeep Wrangler Sahara. Ab 56 000 Euro sind schon eine Hausnummer, bei alle Sympathie für das Urgestein.

Text und Fotos : Solveig Grewe

Nachgeschärft – Der neue Mazda3

Das neue Mazda-Design verzichtet auf „Charakterlinien“.

Never change a winning horse. Für Mazda ist der „Dreier“ seit seiner Einführung im Jahr 2003 ein Zugpferd, das sich bisher weltweit mehr als sechs Millionen Mal verkauft hat. Kein Grund also, bei seiner vierten Generation optische Experimente zu wagen. So haben die Designer lediglich Ecken und Kanten fein modelliert und den ausschließlich als Fünftürer und Limousine erhältlichen Kompakten geschmeidiger gezeichnet. An der Front dominiert weiterhin der große Kühlergrill, die Chromzierspange fällt filigraner aus als beim Vorgänger, die Scheinwerfer kleiner. Das Heck fällt bei beiden Varianten flach ab, die Heckleuchten wurden schmaler gezeichnet. Der Mazda 3 kommt als Fünftürer noch im Frühjahr 2019 auf den Markt. Für die Limousine und den neuen, angekündigte Benzin-Motor mit Selbstzündung muss man sich noch bis zum Herbst 2019 gedulden.

Die coupehafte Linienführung lässt Passagiere hinten im Dunkeln sitzen

Das 4,46 Meter lange und damit um einen Zentimeter gewachsene Schrägheckmodell – heute mal nicht im klassischen Mazda-Rot, sondern im neuen Farbton Polymetal Grau Metallic – baut auf einer neuen Plattform der Japaner mit Verbundlenkerhinterachse auf und überragt den VW Golf um 20 Zentimeter. Dafür gibt es zwar vorne wie hinten ordentlich Platz für Knie und Ellenbogen, die Frisur sollte sich allerdings nicht zu hoch auftürmen. Die schicke coupehafte Linienführung fordert ihren Tribut. Den Passagieren hinten verwehrt sie zusammen mit den reichlich kleinen Fenstern den Blick nach draußen und lässt sie weitestgehend im Dunkeln sitzen. Mit 358 bis 1026 Litern bleibt zudem bei voller Besetzung für das Gepäck nicht allzu viel Spielraum.

Der Radkasten ist weniger wuchtig, die Rückleuchten sind filigraner mit runden Leuchtelementen.
In jedem Dreier gibt es jetzt ein Head-up-Display, das seine Informationen in die Windschutzscheibe projiziert.

Man sitzt bequem und ergonomisch perfekt

Also gibt man dem neuen Mazda3 am besten mal allein die Sporen. Man sitzt bequem im akkurat der menschlichen Anatomie angepassten und darüber hinaus noch vielfach verstellbaren Gestühl. Im Cockpit sind Lenkrad, Instrumenteneinheit und Lüftungsdüsen ordentlich symmetrisch angeordnet, auf Knöpfe und Tasten haben die Japaner zum großen Teil verzichtet. Sie sind in das Lenkrad gewandert oder ihre Funktionen werden vom auf 8,8 Zoll vergrößerten Zentraldisplay übernommen. Anders als mittlerweile üblich, reagiert das nicht auf den Touch, sondern über einen Dreh-Drück-Regler, was angesichts der vermeidbaren Fingerabdrücke nicht mal schlimm ist. Das neue serienmäßige Head-Up spiegelt wichtige Informationen direkt und ohne Einsatz hässlicher Plexiglasflächen auf die Windschutzscheibe.    

Im Cockpit verzichtet Mazda weitgehend auf Knöpfe und Tasten, die sind in das Lenkrad oder in den Controller in der Mittelkonsole gewandert.

Im leisen Innenraum sorgt die Bose-Sound-Anlage für Konzertgefühle

Über Android Auto lässt sich (ebenso wie Apple Car Play natürlich) der Inhalt des eigenen Smartphones auf das Zentraldisplay widergeben. Aus den 12 Boxen des Bose Soundsystems rieselt jetzt kristallklar der Regen in „Riders on the storm“ von den Doors, während draußen die ersten Mimosen auf dem Weg von Lissabon nach Sintra ihre Zweige in Richtung Asphalt recken. Feinfühlig wie ein Vollblut und ohne Verzögerung reagiert der Mazda3 mit dem vorerst einzigen verfügbaren  120 PS Benziner auf spontane Wünsche nach mehr Tempo, ohne gleich heißblütig durchzugehen. Eine Zylinderabschaltung hilft, den Durst zu zügeln, ein Mildhybridsystem für die Unterstützung des Verbrennungsmotors durch einen E-Motor. Mit der direkten Lenkung und dem straff abgestimmten Fahrwerk durcheilt der kompakte Japaner auch enge Kurven schnell und ohne nennenswertes Untersteuern.

Der Dreier ist im Premiumsegment der Kompakten angekommen.

Der neue selbst zündende Benziner kommt erst in der zweiten Hälfte 2019

Der neue Mazda3 kommt Mitte März in den Handel und kostet mindestens 22 990 Euro. Dafür sind aber dann ein adaptiver Tempomat, ein Spurwechsel-Assistent, Verkehrszeichenerkennung Lederlenkrad, LED-Scheinwerfer, das Head-up-Display, Digitalradio, AppleCarPlay und Navigationssystem immer mit an Bord. Fairplay. Alternativ zu dem 2,0 Liter Benziner steht derzeit noch ein 1,8 Liter Diesel mit 116 PS zur Wahl. Für die zweite Hälfte 2019 kündigt Mazda den selbst zündenden Benziner an, der stark und drehfreudig wie ein Benziner und sparsam wie ein Diesel werden soll.

Text und Fotos: Solveig Grewe (Innenaufnahme: Hersteller)

Ganz schön wüst – Mit dem Seat Tarraco in der Sahara

Wer bremst, verliert. Das muss man wissen, wenn man mit dem Auto in tiefem Sand unterwegs ist. Das gilt auch bei einem SUV, das ja bekanntlich in allen Lebenslagen zu gebrauchen sein soll. Um das zu beweisen, schickte Seat den neuen Tarraco jetzt auch noch in die marokkanische Wüste. Drei der insgesamt sieben Baureihen der spanischen Volkswagentochter gehören inzwischen zu der Spezies mit dem Drang ins Gelände.  Der Neueste ist mit einer Länge von 4,74 Metern auch gleich der Größte. Wie seine Brüder, der Tiguan Allspace und der Skoda Kodiaq, läuft auch der nach dem antiken Namen der spanischen Mittelmeerstadt Tarragona benannte Tarraco in Wolfsburg vom Band. Nicht ganz von ungefähr hat sich Seat die Sand- und Geröllwüste in der Region Er Rachidia – im Osten des Landes etwa eine Stunde vom Flughafen Errachidia entfernt – als Standort für sein Wüstencamp 2019 ausgesucht. Zum einen war die Region in den Jahren 2006 und 2007 Teil der Rallye Dakar, zum anderen will die spanische Volkswagentochter ihre Präsenz auch südlich des Mittelmeers weiter ausbauen. Der nordafrikanische Markt ist einer der wichtigsten Regionen für die Globalisierungsstrategie von Seat. Etabliert in Marokko, wollen die Spanier das Wachstum in der gesamten Region inklusive Algerien und Tunesien vorantreiben. Gegenüber 2017 konnte Seat in Algerien seinen Absatz im Jahr 2018 bereits vervierfachen.

„Gas, Gas, Gas“, ruft der spanische Rennfahrer Jordi Gene, der als ehemaliger Formel-1-Testfahrer seit 2005 für Seat in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft antritt. Hier in der Sandwüste Marokkos, nahe der algerischen Grenze, hat er mit einigen spektakulären Drift schon mächtig viel Staub aufgewirbelt, bevor er jetzt auf dem Beifahrersitz sein Können weitergibt. „Den Reifenfülldruck senken wir bis auf 1,2 bar ab, damit die Reifen mehr Grip bekommen. Je mehr Fläche des Reifens Kontakt mit dem Untergrund bekommen, desto besser auf dem weichen Sand.“  Noch ein paar mehr Tipps hat Jordi auf Lager: Den Motor immer schön auf Drehzahl halten, keine zu großen Lenkeinschläge und Anhalten besser nur, wenn es abwärts geht. Den Fahrtmodus stellt man hier natürlich auf „Gelände“, beim elektronischen Stabilitätsprogramm empfiehlt Gordi den Modus Sport  – hier wechselt die Elektronik später – und der DSG-Schalthebel wird auf manuell gestellt. Das Abenteuer kann beginnen.  

Die Wüste ist schwieriges Terrain. Das Fahren auf Sand ist wie Surfen, die optimale Geschwindigkeit liegt bei 30 bis 40 Stundenkilometer im ersten oder zweiten Gang. Die Düne hoch wird das Gaspedal einfach durchgetreten. Die Spurrillen voraus Fahrender sind dabei keine gute Fährte, zu groß ist die Gefahr, aufzusetzen. Also besser eine eigene Spur suchen. Tapfer wühlt sich der Tarraco mit dem Allradantrieb 4Drive durch die unendlichen kupferfarbenen Sandkörner im westlichsten Ausläufer der Sahara.  Die elektronisch gesteuerte hydraulische Haldex-Kupplung verteilt den Kraftfluss ohne Zutun des Fahrers stufenlos auf Vorder- bzw. Hinterachse, bei Bedarf kann sie das Drehmoment auch bis zu 100 Prozent nach vorn oder eben an die Hinterachse leiten.

Auch später, auf den staubigen Geröllstrecken weg von den mächtigen Sanddünen,  gilt es schon wieder einiges zu beachten. Schade, gerade hat das Dakar-Adrenalin im Blut wirken gespürt auf dem Weg jenseits der ausgefahrenen Wege der Zivilisation. Mit vollem Reifendruck und ohne Geschwindigkeitsbegrenzung geht es weiter. Ein Gefühl von Freiraum und Freiheit tut sich hier auf. Ist das Grenzenlosigkeit oder nur ungewohnter Genuss?  Der Blick sucht nun nach einem kleinen weißen Punkt am Horizont: Das Ziel der Etappe. Doch beizeiten bremst Gordi die wilde Fahrt sanft wieder ein. Der Tarraco sei nun mal kein Geländewagen, die Bodenfreiheit mit 20 Zentimetern für urbane Bordsteinkanten zwar ausreichend, für das Gelände aber nicht gerade üppig. Hinzu kommt, dass Seat einen Unterbodenschutz nur andeutet.  Also Vorsicht: Die so harmlos aussehenden Kamelgrashöcker hier sind in Wahrheit betonhart, schnell können sie wie die überall herumliegenden Steine die Plastikabdeckung aufschlitzen. Also eher der gekonnte Slalom als der wilde Vollsprint.  

Und da wären dann ja noch die Esel und Kamele, die die Piste kreuzen und sich selbst in der abendlichen Dämmerung von den vorbeifahrenden Autos nicht wirklich beeindruckt zeigen. Kein Wunder: Zweimal am Tag, kurz vor Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, machen sich Karawanen von Touristen in Geländewagen auf den Weg, um in den endlos zu scheinenden Sanddünen deren grandiose Farbspiele zu erleben. Nicht weniger spektakulär fällt später dann die Unterbringung aus. Die Nacht empfängt die Motortouristen in einem traditionellen Berberzeltcamp, um das sich bei Fackellicht die Karawane der Tarracos niederlässt, nicht ohne sich vorher mit ihren LEDs noch zu verabschieden. Am Ende des Tages fühlt man sich überwältigt, geschafft und beeindruckt, wieviel Talent für dieses harte Gelände in einem SUV doch stecken kann.


Den Seat Tarraco gibt es als Fünf- oder Siebensitzer sowohl mit Front- oder als  Allradantrieb und dabei mit zwei Benzin- und zwei Dieselmotoren zur Wahl (150 und 190 PS) unter der Haube. Der Einstiegspreis liegt bei 29.980 Euro.

Text und Fotos : Solveig Grewe

PS:Ich liebe dich. Endspurt für die Sportwagen der 50iger und 70iger Jahre -Designausstellung im Düsseldorfer Kunstpalast

Wer beim Betrachten automobiler Schönheiten eine Gänsehaut bekommt und das oft zitierte Benzin im Blut hat, muss sich nach Düsseldorf sputen. Die Ausstellung „PS: Ich liebe dich“ im Kunstpalast läuft nur noch bis zum 10. Februar. Weltweit fanden bisher lediglich zweimal überhaupt  bedeutende Automobilpräsentationen in Museen statt, 1951 in New York und 2005 in Boston. Die erste europäische Ausstellung solcher Qualität präsentiert 29 Sportwagen-Klassiker aus den 50er bis 70er Jahren, die zu den Ikonen der Design- und Technikgeschichte zählen. Und man spürt in den beiden Ausstellungssälen unweigerlich den Hauch einer Ära, in der Designer ihrer Kreativität weitestgehend unbelastet von Kosteneffizienz und Sicherheitsanforderungen freien Lauf lassen und die ästhetische Gestaltung in den Mittelpunkt stellen durften. Im Halbdunkel der Ausstellungsräume versammeln sich mit Gespür für die Entwicklung ausgewählte Marksteine italienischer, deutscher, britischer, französischer und japanischer Automobilgestaltung, perfekt ausgeleuchtet und leicht erhöht wie auf Sockeln. Neben Privatsammlern haben auch die Klassikabteilungen von Mercedes-Benz, Porsche und BMW einige ihre Raritäten aus dieser Epoche zugesteuert.   

„Das letzte Auto, das gebaut werden wird, wird ein Sportwagen sein“. Natürlich ist Ferdinand Anton Ernst („Ferry“ ) Porsche bei seinem Credo vor über sechzig Jahren davon ausgegangen, dass das dann ein Sportwagen aus Zuffenhausen sein wird. Doch nicht nur die Porsche 356 oder 911 setzte in den 50ern und ab den 70ern die Benchmark für Stil und Leidenschaft und wurde zur Ikone verführerischer Geschwindigkeit.

Die stromlinienförmige Schlichtheit des italienischen Cisitalia 202 C Berlinetta, mit einer Karosserie wie aus einem Guss ohne davon abgesetzte Kotflügel galt bereits 1946 als Wegweiser in die Moderne und hat nicht nur die Muschelform des VW Käfers, sondern auch den ersten Porsche  beeinflusst, betont Paolo Tumminelli bei einem Rundgang durch die Ausstellung. Der italienische Designprofessor lehrt an der Uni Köln, hat mehrere Bücher über Autodesign geschrieben und den Katalog zu der Düsseldorfer Ausstellung mitgestaltet. Dass im Gegensatz zum Cisitalia beim Porsche 356, der ihm hier nicht zufällig in exakt dem gleichen Farbton gegenübersteht, zwischen Kotflügel und Reifen eine Hand passt, sei dem Heckmotor und der daraus resultierenden Tropfenform des Zuffenhauseners geschuldet, erklärt Tumminelli. Wie die meisten italienischen Sportwagen in dieser Zeit war auch der Cisitalia rechtsgesteuert. Reiner Snobismus der italienischen Kunden, die noch das stilvolle britische Sportauto verehrten. Da der Verkehr in dieser Zeit überschaubar war, bereitete das Fahren mit dem Lenkrad auf der falschen Seite  keine größeren Probleme, mutmaßt Tumminelli.  

Vorbei geht es jetzt an dem Mercedes Benz 300 SL aus dem Jahre 1954, der sich gleich zweimal zur Schau stellt, einmal in Bordeauxrot und einmal im klassischen und Stil prägenden Silber. Keine Frage, auch die Farbe spielt eine entscheidende Rolle für den optischen Erfolg eines Autos. Der SL baut auf einem Rennwagen auf mit weit aufschwingenden Flügeltüren, die eher technische Notwendigkeit waren als Designelement. Der ebenso leichte wie stabile Gitterrohrrahmen verhalf dem SL nicht nur zu seinem Namen (S)uper (L)eicht, sondern erforderte aufgrund des Raumbedarfs der Seitenschweller eine kreative Lösung für die Türen.

Ein anderer, dem Publikum optisch vertrauter, legendärer Sportwagen, ein Jaguar E-Type Coupe aus dem Jahr 1961 mit seiner endlos lang scheinenden Motorhaube, dem flachen Heck und seinen sinnlichen Wölbungen, gilt bis heute als ein stilistischer Höhepunkt seiner Zeit. Nicht weniger vergöttert, aber weithin unbekannt ist der dunkelgrüne Aston Martin DB4 Zagato aus dem Jahr 1960, der mit seinem runden Heck eine neue, weichere Formensprache eröffnete. Der Lancia Aurelia Spider von 1961 demonstriert mit dem vis a vis arrangierten und täuschend ähnlich gezeichneten Alfa Guiletta Spider, dass es damals rein optisch kaum Rivalitäten unter den Automobilbauern gab. Leistungsmäßig liegen allerdings Welten zwischen diesen beiden offenen italienischen Sportwagen. 

Eine Etage oben folgen die Kultfahrzeuge der 60er und 70er wie der Lamborghini Miura und der Toyota GT 2000 aus dem Jahr 1967, der als einziges Auto der Ausstellung nicht in Europa gebaut wurde. Etwas aus dem Rahmen fällt der Facel Vega II von 1962, eine in Deutschland eher unbekannte, sportlich-elegant gezeichnete Limousine der französischen Marke. Weitere interessante Einblicke in gestalterischer und technischer Hinsicht geben die Concept Cars von Mercedes Benz (C 111 Typ II) und der BMW Turbo aus den siebziger Jahren und eine Reihe von Prototypen, wie der Giulietta SS aus dem Jahr 1957, der eher einem Raumschiff aus fremden Welten ähnelt als einem Sportwagen.

Der bis 1990 produzierte Lamborghini Coutach ist sicher das am meisten polarisierende Auto der Ausstellung. Flach wie eine Flunder, kantig, geometrisch und schon fast martialisch steht er für die Entwicklung des Automobildesigns weg von runden und weichen Formen mit runden Scheinwerfern und großem Kühlergrill.  Die zwei goldenen Lamborghini Miura, die sich in der zweiten Etage in die Augen schauen,  haben übrigens Heimvorteil. Beide befinden sich in Düsseldorfer Besitz. Also eine einmalige Chance, zwei goldene Miura auf einen Blick zu sehen!

PS:Ich liebe Dich. Sportwagen Design der 1950er bis 1970er Jahre

27.09.2018 bis 10.02.2019 in Düsseldorf

Kunstpalast Ehrenhof

Di-So 10-18.00 Uhr

Do: 10 – 21 Uhr

Montags geschlossen

Text und Bilder: Solveig Grewe

Ein großer Schritt nach oben – Weltpremiere des Skoda Scala

Einen stürmischen Empfang bereitete Tel Aviv dem neuen Škoda Scala, der am Nikolaustag in einem Vorort der israelischen Metropole am Mittelmeer erstmals ins Rampenlicht rollte. Begleitet von Blitz und Donner, feierten rund 400 Gäste die Enthüllung des neuen Kompaktmodells der tschechischen Volkswagentochter, während Hunderttausende die Weltpremiere via Livestream im Internet verfolgten. AUTOHUB war in Tel Aviv dabei.

Bernhard Maier, Vorstandsvorsitzender von Skoda Auto, betont vor der Enthüllung des Scala das Potential der Marke, bis zur Mitte des Jahrzehnts auf mehr als zwei Millionen Fahrzeuge zu wachsen.

 

Der Skoda Scala geht als Golfgegner an den Start.

Mit dem Scala verzichtet Skoda erstmals auf das Logo der Marke auf der Heckklappe. Es wird durch den Namen Skoda ersetzt.

Das Schrägheckmodell, dessen Name aus dem Lateinischen stammt und  der „Treppe“ oder „Leiter“ bedeutet, überträgt in einem großen Schritt nach oben und weg vom Vorgänger Rapid die neue Designsprache der Studie VISION RS in ein Serienfahrzeug.Der Scala baut als erstes Modell von Skoda auf der MQB- Plattform auf, auf der auch die Konzernbrüder VW Polo und Seat Ibiza vom Band rollen. Mit 4,36 Metern ist er sechs Zentimeter länger als sein Vorgänger Rapid. Auch beim Radstand legt der Scala mit 2,65 Metern um fünf Zentimeter zu. Das bedeutet reichlich Raum für die Passagiere und im Kofferraum, dessen Volumen sich mit 467 – 1410 l schon in Richtung Mittelklasse streckt. Auf Wunsch öffnet sich die Heckklappe auch elektrisch.Hinten wie vorne gibt es unter einem optionalen komplett durchgehenden Panoramadach jetzt reichlich und mehr  Platz für Kopf, Knie und Ellenbogen der Passagiere als im Rapid.

Der Scala steht für eine neue Designsprache auch im Inneren, die in ihrer Annäherung von Handwerk und Kunst an das Bauhaus erinnern soll.

Das frei konfigurierbare Virtual Cockpit mit einem 10,25 Zoll großen Display ist ebenso wie der 9,2 Zoll große TFT-Bildschirm auf Wunsch mit an Bord.

Auch sonst hat sich im Inneren viel getan gegenüber dem Vorgänger. Das virtuelle Cockpit mit bis zu fünf verschiedenen Ansichten birgt  ein neues Infotainmentsystem mit einem bis zu 9,2  Zoll großen Monitor,  die  virtuellen Rundinstrumente werden auf einem 10,5 Zoll Display dargestellt. Smartphones und Tablets laden mit USB-C-Anschlüssen in der Mittelkonsole und unterhalb der hinteren Lüftungsdüsen. Mit einer eSIM ist der Scala online, kann einen automatischen Notruf absetzen Kontakt zu einer Werkstatt aufnehmen oder neue Navigationsdaten und Apps einspielen. Den neuen mobilen Onlinedienst hat Skoda in Kooperation mit israelischen  Start-ups für Digitalisierung und Mobilitätsdienstleistungen entwickelt, womit sich auch der Grund für die Präsentation des jüngsten Sprößlings der Tschechen gerade hier erklärt. Zudem ist Skoda in Israel mit einem Marktanteil von acht Prozent die europäische Importmarke Nummer eins, die unter anderem auch die Regierungslimousinen stellt.

Israel ist für Skoda der Importmarkt Nummer Eins.

Den Einstieg in die Motorenwelt im neuen Scala bildet ein  1,0-Liter-TSI in den zwei Leistungsstufen 95 PS und 115 PS, das Topmodell ist der Vierzylinder-TSI mit 150 PS. Als einzigen Diesel bietet Skoda den 1,6-Liter-TDI mit 115 PS und Euro-6d-Temp an. Ende 2019 kommt der 1.0 G-Tech mit 90 PS, der mit CNG-Gas betrieben werden wird. Zum Preis hat sich Skoda noch nicht geäußert, er wird sich aber zwischen Fabia und Octavia, die Rede ist von etwa 17 000 Euro, einordnen.

Text und Fotos : Solveig Grewe

Neuer Volvo XC40 ist Women’s World Car of the Year 2018

 

Der neue Volvo XC40 ist das Women‘s Worlds Car of the Year 2018. Der fünftürige kleine Premium SUV aus Schweden konnte sich nach zwei geheimen Abstimmungsrunden gegen den BMW X2, den Jaguar E-Pace, den Jaguar I-Pace, den Peugeot 508 und den Porsche Cayenne durchsetzen.

Die rein weibliche Jury, besetzt mit 34 Motorjournalistinnen aus 27 Ländern, unter ihnen Solveig Grewe, freie Journalistin für Auto, Reise und Lifestyle und Autorin für autohub.de, entschied sich unter dem Vorsitz von Sandy Myrhe aus Neuseeland letztendlich für den XC40, weil er in Sachen Sicherheit, Konnektivität und cleveren Gestaltungskonzepten im Innenraum neue Standards in seiner Klasse setzt.

Neben den Modellen aus den einzelnen Fahrzeugkategorien kürte die Jury zudem als ihr ganz persönliches Traumauto den Aston Martin Vantage. Das zweisitzige Coupé widerlegt das Vorurteil, dass Frauen keine Sportwagen bevorzugen. Erstmals vergab die Jury einen Preis, der sich an eine besonders erwähnenswerte Frau in der Automobilbranche richtet. Er gebührt in diesem Jahr Fiona Pargeter von Jaguar Land Rover, die aktiv Werbung für mehr weibliche Mitarbeiterinnen in der Branche macht und weltweit für den PR-Bereich von Jaguar Land Rover verantwortlich zeichnet.

Text : Solveig Grewe

Fotos: Hersteller

 

 

Kurvenkünstler unter sich – VW Polo und up! im Dresscode GTI an der Amalfiküste

Die 50 km lange Amalfitana lockt mit viel Fahrspaß für die sportlichsten der Baureihen VW Polo und up!.

Die Fahrt entlang einer Küste kann eine schlichte Notwendigkeit sein, weil sonst kein anderer Weg zum Ziel führt. Oder aber scharfe Kurven und enge Kehren locken mit Fahrspaß vom Feinsten. Wie auf der 50 Kilometer langen spektakulären Costiera Amalfitana, die in Süditalien Positano mit Vietri sul Mare verbindet, die aber streckenweise so schmal ist, dass Autos nur um Haaresbreite aneinander vorbeikommen. Advantage für den Polo und den up!, die Kleinsten von Volkswagen, die aber dafür jetzt in ihren sportlichsten Versionen als GTI für die Testfahrt in den Süden am Flughafen von Neapel bereit stehen. Unverkennbares Erkennungszeichen bei beiden Kraftpäckchen sind der klassische rote Streifen an der Front, 17 Zoll oder beim Polo 18 auch gerne Zoll -Leichtmetallfelgen, aus denen rot lackierte Bremssättel frech blinzeln,  Dachspoiler, eine Doppelrohr-Auspuffanlage und an der vorwitzigen Nase ein Kühlergrill in Wabenstruktur. Im Inneren lassen Sport-Lenkrad, GTI-Labels, rote Blenden und die netten traditionell karierten Sitze mit roten Nähten keinen Zweifel, dass man hier in den agilsten Vertretern ihrer Baureihen Platz nimmt. 

Im 200 PS starken Polo GTI Kilometer um Kilometer und Kurve um Kurve auf der Amalfitana.

Der Klassiker: VW Polo I aus dem Jahr 1975 mit 40 PS.

Die traditionellen karierten Sitze mit roten Nähten stehen für die sportliche Optik im GTI.

Zwischen den 18 Zollfelgen blitzen die rot lackierten Bremssättel.

Der POLO GTI basiert zum ersten Mal auf der Konzernplattform MBQ

Aus den Lautsprechern im 200 PS starken Polo GTI röhrt Gianna Nannini ihr „Bello e impossibile “. Die  Amalfitana schraubt sich Kilometer um Kilometer durch enge Schluchten, unter schroffen Felsüberhängen entlang, die den Blick frei geben auf Örtchen, die wie Schwalbennester an den Bergen kleben. Himmel und Meer wetteifern mit einem fast unverschämten Blau. Ausgerechnet an der engsten Stelle kommt jetzt ein Bus entgegen, fast schrappen die Seitenspiegel am Fels. Mit einer Länge von erstmals über vier Metern und einer Breite von 1,75 Metern ist die sechste Generation des Polo weit über sich hinaus gewachsen. Der „kleine“ Wolfsburger, dem nur rund 20 Zentimeter zum großen Bruder Golf fehlen, basiert zum ersten Mal auf der Konzernplattform MQB A0, die höhere Flexibilität und zum Beispiel das volldigitales Cockpit und zahlreiche Assistenz- und Komfortsysteme ermöglicht, die man von höheren Klassen kennt.

Je nach Fahrstil könnte ein Haltegriff für den Beifahrer sinnvoll sein

Der Weg ist wieder frei und der 1355 Kilogramm leichte Polo GTI wieselt im Sportmodus durch die Kehren. Beim Beschleunigen wirkt der Vierzylinder willig und ausgeglichen, die 320 Newtonmeter Drehmoment bringen die Kraft dosierbar und keinesfalls rüpelhaft auf die Vorderräder. Trotzdem wäre ein Haltegriff für den Beifahrer keine schlechte Maßnahme. Das manuelle Sechsgang-Schaltgetriebe mit kurzen Schaltwegen und klaren Gassen passt ebenso gut zu der Strecke wie die direkte und mit gutem Widerstand ausgestattete Lenkung. Für den Sprint auf 100 km/h genehmigt sich der Polo GTI mal eben 6,7 Sekunden. Wenn nötig und möglich, ist er bis zu 237 km/h schnell. Der Volkswagen Polo GTI startet bei knapp unter 24.000 Euro, mit ein paar Extrawünschen lässt sich locker an der 30 000 Euro-Grenze schrappen.

Der up! GTI liegt mit seinen Abmessungen und Leistungsdaten etwa auf dem Niveau der ersten Golfgeneration.

Den sportlichsten up! gibt es schon ab 16 975 Euro

Günstiger kommt da der kleinste GTI von Volkswagen einher, der mit seinen Leistungsdaten und Abmessungen nahe denen des ersten Golf GTI liegt. Zu einem Grundpreis von 16 975 Euro bekommt man den sportlichen up! mit einem Dreizylinder mit 115 PS und einem maximalen Drehmoment von 200 Newtonmetern. Viel Kraft für ein nur etwas über 1000 Kilogramm schweres Auto, die beim Anfahren dann auch gleich an den Vorderrädern reißt. Das ist aber auch das einzig Ungestüme, was ihn mit dem krawalligen Golf GTI der ersten Generation verbindet, der sich gerne auch mal 9 Liter auf 100 km genehmigte. Für den up! GTI gibt VW nach dem neuen Verbrauchs  – und Abgasmessverfahren WLTP, das bei ihm als erstem VW –Modell angewendet wird,  einen Verbrauch von 5,7 Litern auf 100 km an. Nach dem bisherigen weniger realitätsnahen NEFZ-Verfahren wären es 4,8 Litern je 100 Kilometern gewesen. Bello y impossibile. Schön und unmöglich. Erst recht auf einer der schönsten Küstenstraßen des Mittelmeers. 

In den Kurven reißt der gerade mal 1000 Kg schwere up! gerne an den Vorderrädern.

Text : Solveig Grewe

Fotos: Solveig Grewe,VW

Skoda Fabia – Aufgefrischt und gleich erwischt

Das Gesetz hat in Prag ein Auge auf den aufgefrischten Skoda Fabia geworfen.

 

Eine weniger auffällige Farbe als dieses Rallye-Grün-Metallic, dann wäre die Prager Polizeistreife dem Skoda Fabia wohl nicht so schnell auf die Schliche gekommen. Zugegeben, das Posen des Tschechen-Combi mitten auf dem Wenzelsplatz war reichlich ungeniert. Jetzt kann er nur noch versuchen, seinen Heimvorteil ausspielen. Auch in der aktuellen aufgefrischten dritten Generation läuft der Fabia nämlich im nahe gelegenen Skoda – Werk in Mlada Boleslav vom Band. Außerdem wimmelt die tschechische Hauptstadt nicht nur von Fabias, auch die anderen Modelle der tschechischen Volkswagentochter sind reichlich vertreten. Während Skoda in Deutschland einen Marktanteil von       knapp sechs Prozent hält, tragen in der Tschechischen Republik mehr als ein Drittel der einheimischen Autos den Pfeil im Kühlergrill. Man hält ihm in seiner Heimat also immer noch die Treue. 1905 fertigte Skoda das erste Automobil und gehört damit zu den ältesten Unternehmen dieser Branche. 

 

Neu beim Fabia sind die in kristallinem Design gestalteten serienmäßigen LED-Tagfahrlichter. (Foto : Hersteller)

Der Skoda Fabia Combi ist in seinem Segment ein Unikat

Die vier Augen des Gesetzes, verborgen hinter coolen Sonnenbrillen, mustern jetzt den Fabia. Es scheint, als wolle sich der Skoda -besser Schhcodda, wie man hierzulande sagt –  gerade noch kleiner machen, als er schon ist. Nur ganz wenige Kleinwagen außer ihm bleiben noch unter dem Gardemaß von vier Metern, die Masse überragt das eher reichlich. Der klassische Fabia misst einen Zentimeter weniger, der Combi kommt dann aber auf 4,27 Meter. Er ist in seinem Segment einer der Letzten, nachdem der Seat Ibiza ST nicht mehr angeboten wird. Für 600 Euro Aufpreis bietet er mit bis zu 1395 Liter ganze 70 Liter mehr Volumen als der Fünftürer. Mehr als die Hälfte der Fabiafahrer entscheidet sich trotzdem für den Combi, hier passt immerhin schon mal ein Kinderwagen mit hinter die Heckklappe. 

Der Verbrauch auf den Testfahrten in und um Prag herum lag bei etwas über sechs Litern. (Bild : Hersteller)

Den Schwerpunkt der Veränderungen legte Skoda auf die Ausstattung

Der neue Kühlergrill und veränderte Scheinwerfer, die jetzt gerade nach unter verlaufen, fallen auf und stehen für sportlichen Touch. Anders als seine Konzernbrüder Seat Ibiza und VW Polo fährt der Skoda weiter auf der alten Plattform dieser Baureihen. Als Ausgleich bekommt der kleine Tscheche jetzt serienmäßiges LED-Tagfahrlicht, erstmals sind für dieses Modell auch LED-Heckleuchten erhältlich. Den Schwerpunkt der Überarbeitung legte Skoda eindeutig auf die Ausstattung. Den Innenraum zieren ein neues Kombiinstrument, schicke Dekorleisten und zweifarbige Sitz-Oberflächen. In der Basis gibt es jetzt immer ein Radio mit USB-Schnittstelle, außerdem warnt der Fabia gegen Aufpreis vor Fahrzeugen im Toten Winkel oder vor Querverkehr beim Ausparken und schaltet das Fernlicht automatisch ab.

 

Die Sitze sind bequem und bieten einen guten Seitenhalt. (Foto : Hersteller)

Skoda nimmt beim Fabia den Diesel aus dem Programm 

Ab dem Infotainmentsystem in der Ausstattungslinie „Swing“ baut Skoda jetzt ein 6,5 Zoll Display ein, „Swing Plus“ und „Amudsen“ kommen optional mit den Smartphone Standards Android Auto, Apple Carplay sowie Mirror Link. Eine Internetverbindung und WLan sind ist auf Wunsch auch dabei. Alle Motoren erfüllen jetzt auch die Abgasnorm Euro 6d-Temp. Die Basis – der für Ende 2018 angekündigte 60 PS Benziner – und der 75 PS Benziner sollen das ohne technische Änderungen schaffen. Den beiden Benzin Direkteinspritzern hat Skoda einen Ottopartikelfilter verpasst. Auf einen Diesel verzichtet Skoda beim Fabia, ohnehin entschieden sich zuletzt nur zehn Prozent der Käufer für einen Selbstzünder. Kein schlimmer Verlust, zumal die Turbobenziner längst an die Verbräuche von Selbstzündern heranreichen. Damit gestaltet sich sein Motorenangebot jetzt übersichtlich. Bei allen Aggregaten handelt es sich um einen Ein-Liter-Dreizylinder, wahlweise mit 75 PS, 95 PS oder 110 PS zu haben. Der Direkteinspritzer mit 95 PS unter der Haube legt jetzt etwas knurrig los, was kaum den verbindlichen Polizisten und dem von ihnen dann doch verhängten Bußgeld zuzuschreiben ist. Dessen bescheidenene Höhe orientiert sich  offensichtlich doch noch am Preis des kleinen Tschechen, der ab 13.400 Euro zu haben ist.

An Assistenten sind jetzt zusätzlich einer für den Toten Winkel, ein Annäherungswarner für den Querverkehr beim Ausparken und eine Fernlicht-Automatik an Bord. (Foto: Hersteller)

 

Text : Solveig Grewe

Fotos: Solveig Grewe, Hersteller

Mazda MX-5 – Für Dracula ist nichts zu holen

Auf der Transfogaraschen Hochstraße in Rumänien ist der MX-5 in seinem Element.

Mit dem MX-5 schreibt Mazda eine gleichermaßen erfolgreiche Geschichte wie Bram Stoker sie schrieb mit seinem „Dracula“, dem wohl berühmtesten Vampir der Literaturgeschichte. Über eine Million des japanischen Roadsters wurden weltweit schon verkauft. Das Update der vierten Generation – dem leichtesten MX-5 seit seinem Debüt im Jahr 1989 – bleibt optisch dem preisgekrönten Designstil treu. Mit erstarkten Motoren, die die Abgasnorm Euro 6d-Temp ohne Einsatz eines Partikelfilters erfüllen, lässt es sich agil und kontrolliert durch die Kurven zirkeln. Den Beweis lieferte der attraktive Dauerbrenner auf einer Fahrt über eine der schönsten Straßen der Welt: Der Transfagarasan, die auf 151 Kilometern Transsilvanien mit der Walachei verbindet. Autohub war dabei.  

Knoblauch soll bekanntlich vor Vampiren schützen. Doch wohin nur mit den zumindest für menschliche Nasen aromatisch duftenden Zehen. In dem Mazda MX-5 RT, der uns durch Graf Draculas Heimat hinauf auf den 2014 Meter hohen Pass in den rumänischen Karpaten bringen soll, ist kein Platz für derlei nicht gerade alltägliche Accessoires. Auch die aufgefrischte 4. Generation des japanischen Roadsters bietet für Fahrer und Beifahrer weiterhin bewusst spartanische Ablagemöglichkeiten. Angesehen davon, dass der Knoblauch in einem verschlossenen Handschuhfach ohnehin seine Wirkung verfehlen würde, verzichtet Mazda ebenso wie auf Ablagen in den Türen immer noch auf dieses Detail. In den beiden Getränkehaltern finden hier und heute nicht etwas Blutkonserven, sondern die obligatorischen Wasserflaschen für den Durst unterwegs Platz und hinter der Klappe auf der Mittelkonsole schreien der Fahrzeugschlüssel, ein Lippenstift und ein Smartphone „besetzt“.

Um die Kurve geht es bei exzellenter Fahrdynamik richtig gut.

Mehr Sportwagen denn je mit bis zu 184 PS

Aber wer braucht schon Knoblauch, wenn man sich einem Vampirangriff auf ganz andere Weise entziehen kann. Wie zuvor wird der MX-5 ausschließlich mit zwei Benzinmotoren angeboten, doch die Japaner haben bei beiden das Blut mit ein paar PS zusätzlich aufgefrischt. Unter der Haube des Zweiliter Benziners arbeiten jetzt 184 PS und damit 24 PS mehr als vorher, bei dem kleinen Benziner sind es 132 anstelle vorher 131 PS. Beide Aggregate schaffen auch ohne Partikelfilter die Abgasnorm Euro 6d-temp. Mit dem großen Benziner, der sich jetzt auf Knopfdruck vernehmlich räuspert, erledigt der Roadster den Sprint von 0 auf 100 km/h in 6,5 Sekunden. Bei so viel Dampf und einer Höchstgeschwindigkeit von 219 km/h hat jeder Vampir das Nachsehen.

Der MX-5 geht mit stärkeren und saubereren Motoren sowie mit zusätzlichen Assistenzsystemen an Bord in das neue Modelljahr.

Das angenehm kleine sportliche Lenkrad lässt sich jetzt auch in der Tiefe verstellen

Über den kleinen Kippschalter in der Mittelkonsole entfaltet sich die elegante Dachkonstruktion des Turmalinblau metallic farbenen Mazda MX-5 RF. Die Abkürzung RF steht für Retractable Fastback, was so viel bedeutet wie einziehbares Fließheck. Binnen 13 Sekunden mutiert das Coupé zu einer eine Art Targa. In dem engen Cockpit sitzen zumindest Menschen normaler Größe auf passgenauen und straffen Sportsitzen ordentlich, dem Fahrer kommt jetzt neuerdings ein nicht nur in der Neigung, sondern auch in der Tiefe verstellbares kleines Lenkrad entgegen. Zudem unterstützen ihn neue Assistenten wie eine Ausparkhilfe, ein Spurwechselassistent, dynamisches Kurvenlicht und ein City-Notbremsassistent. Smartphones lassen sich jetzt über Apple Car Play oder Android Auto ins Auto einbinden.

Das Topmodell Mazda MX-5 RF startet immer mit schwarzem beheizbaren Leder, 17 Zöllern in schwarz, Klimaautomatik, Spurhalteassistenten, MZD-Connect und Voll-LED-Scheinwerfern.

 

Zum neuen Modelljahr gibt es den 2,0 Liter Benzindirekteinspritzer mit jetzt 184 PS und den 1,5 Liter mit 132 PS.

 

Wie gemacht fürs Autofahren : Haarnadelkurven wechseln sich ab mit weitläufigen Kurven, steile Anstiege mit Gefällen und unzählige Tunnel und Viadukte.

 

Für Fahrzeuge mit MZD Connect steht jetzt eine Smartphone-Intergration per Apple CarPlay und Android Auto zur Verfügung. (Foto : Mazda)

Das Fahrwerk bügelt selbst tiefere Schlaglöcher ohne unangenehme Stöße weg

Der 7-Zoll Bildschirm auf der Mittelkonsole gibt jetzt gestochen scharf den Straßenverlauf der 150 Meter langen Gebirgsstraße Transfagarasan wieder, die Transsilvanien mit der Wallachei verbindet. Willig packt der große Benziner in der langen Geraden zu, im Team mit der knackigen Sechsgangschaltung und ihren kurzen Wegen und der feinfühligen Lenkung zirkelt der Roadster mühelos durch die Kurven. Zugegeben, in manchen verdammt engen Haarnadelkurven, die ihrem Namen alle Ehre machen, wirft er schon mal das Heck herum. Aber das ESP spricht zuverlässig und nicht zu früh ein Machtwort. Über den zum Teil angestrengten Zustand der Straße durch Tunnel, Felsendurchbrüche, über Brücken und Viadukte geben Lenkrad und Popometer Rückmeldung, aber das Fahrwerk bügelt selbst tiefere Schlaglöcher glatt, ohne unangenehme Stöße zu verteilen.

Gebaut wurde die Transfagarasan von 1970 bis 1974 auf Anordnung des Diktators Ceausescu – sie sollte dem Militär eine schnelle Überquerung des Gebirges ermöglichen.

 

Der schicke Roadster wurde zum Tagesgespräch in den Dörfern links und rechts der Transfagarasan.

 

Bei den Preisen hat sich nicht viel verändert. Ab dem 14. September steht der aufgefrischte Mazda in Deutschland bei den Händlern. Das Basismodell mit Stoffdach, Handschaltung und 132 PS ist nach wie vor zum Preis ab 22 990 Euro zu haben. Die 184 PS starke Hard-Top-Version, für die es, und nur für sie, jetzt auch eine Sechsstufen-Automatik gibt, kostet ab 34 490 Euro.

Text und Fotos : Solveig Grewe

Mobilität im Doppelpack – Mit Auto und E-Bike auf Tour in Hamburg

Die „neue Mobilität“, die den innerstädtischen Verkehr entspannen und die Luftqualität wieder auf ein verträgliches Niveau bringen soll, setzt auf intelligente Vernetzung und „Umsteigen“. Zum Beispiel vom Auto aufs Fahrrad oder Pedelec. Vielerorts ist man in der Stadt auf zwei Rädern – gleich ob mit oder ohne Batterieunterstützung – schneller unterwegs als mit dem so heiß geliebten SUV. Pendeln mit dem Pedelec ist so kompliziert nicht, bei Bedarf auch mit reduzierter Muskelkraft.

Wo nun genau unser Testwagen, ein Opel Adam, seine Muskeln spielen lassen will, um ein E-Bike zu schultern, erschließt sich nicht gleich auf den ersten Blick. Das „Sesam öffne dich“  für das Fahrradträgersystem „Flex Fix“ der Rüsselsheimer verbirgt sich als kleiner Hebel in einer Mulde im inneren Kofferraumrand des knapp 3.70 Meter langen Kleinstwagens. Ein Zug daran, schon schnellt draußen eine Schublade mit dem Nummernschild hinter dem Stoßfänger hervor. Es folgen ein paar Handgriffe, die man vorher aber genau einstudiert haben sollte – hilfreich sind die Filmchen auf YouTube oder auch einfach durch Lesen einer Bedienungsanleitung. Danach stehen wirklich fix zwei Halteschienen plus Befestigung parat, um dem Adam das Rad an das Heck zu schnallen.

Rein in die Stadt mit dem Auto und weiter mit einem City-E-Bike

Eine überaus clevere Idee, die Opel mit diesem voll in die Fahrzeuge integrierten und patentierten  Trägersystem hatte. Der Adam kann damit ein Fahrrad mit bis zu 30 Kilogramm und dem gängigen Radstand von 1,15 Metern Huckepack nehmen. Will man mit einem Beifahrer radeln, gibt es auch ein Erweiterungskit, wobei jedes Rad dann aber nicht mehr als 20 Kilogramm wiegen darf. Für den Mobilitätstest mit dem Adam ist Hamburg eine gute Adresse. Hier gab es die ersten Fahrverbote für Dieselfahrzeuge… In die Stadt rein mit dem Auto und dann weiter mit dem City E-Bike. Das wiegt inklusive Akku kernige 25 Kilogramm, heißt  Loft Go! , stammt von der Marke Electra und ist „made in USA“. Auch das erklärt ein wenig, dass der Adam hier kein Leichtgewicht zu schultern hat. Den Akku kann man mit wenigen Handgriffen entfernen. Das erleichtert das weitere Prozedere. Die niedrige und von der Aktion Gesunder Rücken (AGR) besonders gelobte Ergonomie des Flex Fix Trägers kommt beim Hochwuchten entgegen. Rad auf dem Dach ist für den Alltag dagegen vollkommen untauglich.

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Mit etwas Übung ist das E-Bike binnen zwei Minuten auf das Heck geschnallt

Das schmucke US-Bike passt haarscharf auf die beiden Halteschienen aus Kunststoff. Die Skepsis hinsichtlich deren Tragfähigkeit erweist sich als unbegründet. Durch die Radspeichen müssen Ratschen geführt werden, der Rahmen mit einem drehbaren und in der Höhe verstellbaren Teleskoparm und einer gummiummantelten Zwinge fixiert werden. Mit etwas Übung ist das eine Sache von weniger als zwei Minuten, dann kann’s losgehen. Fahrradhelm und Akku in den Kofferraum. Sehr praktisch: Selbst im beladenen Zustand kann man den Fahrradträger mit einem Griff einfach so abkippen, dass sich die Heckklappe öffnen lässt. Erstes Ziel ist die Speicherstadt. Der zweirädrige Rucksack auf dem Adam ist schnell vergessen. Weder irritierten Windgeräusche, noch behindert das Rad groß beim Rangieren, das gilt auch in einem eng zugeschnittenen Parkhaus. Sobald der Rückwärtsgang eingelegt wird, ertönt ein akustisches Signal, das die Überlänge signalisiert, zudem berücksichtigt auch der Parkpilot das ausgefahrene FlexFix-System.

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Foto: Solveig Grewe

Anders als beim Hochträger auf dem Heck und auf dem Dach reisen die Räder bei dem Rüsselsheimer System im Windschatten. Mit dem Elektrorad  und einem Tempo von zulässigen um die 130 km/h auf der Autobahn brauchte der Adam mit dem 1,4 Liter Benziner, 87 PS und Fünfgangschaltgetriebe rund 6,8 Liter Benzin. Etwa einen halben Liter mehr als ohne Hecklast. Nach der Ankunft bleibt die Wahl: entweder das Rad auf dem abschließbaren Träger lassen oder ihn in Minutenschnelle abbauen. Klappe zu, allenfalls zwei Nute verraten den eingefahrenen Träger. Ein System, für das sich andere mit „simply clever“ feiern lassen würden und das in der Anschaffung weit weniger aufwändig ist als eine Anhängerkupplung und ein darauf aufgesetzter Träger.

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Text : Solveig Grewe

Fotos : Bernd Willeke

 

Fiat 500 X „Mirror“ – Mehr als ein Smartphone auf Rädern

 

 

Rote Ampeln oder ein Stillstand im Stau sind besonders beliebte Gelegenheiten, um sich mal in aller Ruhe die Lippen nachzuziehen oder die Wimpern zu tuschen. Oder die Barthaare zu zupfen, da Eitelkeit sich doch gleichmäßig auf die Geschlechter verteilt. Doch wer meint, im Sondermodell des Fiat 500 X mit dem klangvollen Namen „Mirror“ könne man der Untugend, sich auch im Auto ständig anzuschauen, besonders gut frönen, der irrt. Mirror steht für nichts anderes als für die Spiegelung des Smartphone-Inhalts auf das Display im Auto. Familienfreundlich wie die Italiener nun mal sind, hat man in Turin gleich eine kleine Sippe von „Mirror“ Sondermodellen des 500er mit der gar nicht mal so neuen Technik gegründet, die dort zum Preisvorteil mit an Bord ist, als Extra aber auch für die Normalversionen geordert werde kann. Gemeinsames äußeres Erkennungszeichen des Fiat 500er Mirror, des 500 X Mirror und des 500 L Mirror sind verchromte Abdeckplatten des Außenspiegels, Chromakzente am Stoßfänger und 16-Zoll-Leichtmetallfelgen. Das alles ist nun nicht wirklich auffällig, deshalb ziert zusätzlich und unübersehbar auf einem runden Emblem der Schriftzug „Mirror“ die B-Säule.

Über ein USB-Kabel lässt sich das eigene Smartphone – sowohl über Android Auto als auch über Apple CarPlay – am knapp 18 Zentimeter großen Monitor des in der Mirrorversion serienmäßig eingebauten Multimediasystems „Uconnect“ andocken. Unser Testwagen, ein 500X in „Blue Jeans Metallic“ fährt mit Radio, aber ohne fest eingebautem Navi vor. Dafür mit Bluetooth. Eine kostensparende Lösung, sich den vertrauten Inhalt des eigenen Smartphones auch ohne Verkabelung auf das Display spiegeln zu lassen. Viele der darauf gespeicherten Apps können in gewohnter Weise per Finger Tipp über den gut ablesbaren Touchscreen aufgerufen und per Wischvorgang bedient werden. So dirigiert uns Google Maps dann auch schnell und zuverlässig durch den Westerwald. Wenn nötig, kann man per Sprachsteuerung Telefonate führen, Nachrichten senden und empfangen oder die eigene Musik über das Soundsystem des Fahrzeugs streamen. Auch die Community bei Twitter und Facebook lässt sich natürlich bei Laune halten.

Foto: Hersteller

Investiert man darüber hinaus in „Mopar Connect“ – der Name Mopar steht für die Verbindung von „Motor“ und „Parts“ und den Service Partner für alle Marken von Fiat Chrysler – profitiert man von zusätzliche Diensten. Im Falle eines als Unfall erkannten starken Zusammenpralls sendet das Fahrzeug seine GPS-Position an die Einsatzzentralen. Ein Mitarbeiter der Mopar-Kundenbetreuung nimmt telefonisch Kontakt auf und schickt gegebenenfalls Unterstützung direkt an den Unfallort, auch wenn sich keiner der Passagiere meldet. Der rund und die Uhr und täglich erreichbare Pannendienst hilft im Falle eines Falles schnell und ohne Umschweife. Bei Diebstahl oder im gar nicht so seltenen Fall, dass man sich an den Standort des Fahrzeugs im Straßendschungel oder im überfüllten Parkhaus nicht mehr erinnern kann oder unklar ist, ob es ordnungsgemäß verriegelt wurde, lassen sich Standort und Zustand über die „Mopar Connect“App ermitteln und gegebenenfalls korrigieren. Auch Kilometerstand, Batterieladung, Reifendruck und Tankfüllstand sind über die App ablesbar. Überschreitet das Fahrzeug eine voreingestellte Geschwindigkeit oder verlässt es einen vorher definierten Bewegungsradius, kann man sich alarmieren lassen. Wenn man will.

Am Ende der Fahrt belohnt die von Fiat eigens entwickelte, kostenlosen Software eco:Drive besonders Kraftstoff sparenden Fahrstil mit maximal vielen kleinen grünen Blättern an einem Baumsymbol im Display. Unter der Haube unseres Testwagens arbeitet der laufruhige, 1,6 MultiJet Turbodiesel mit 88 kW (120 PS) Leistung in Kombination mit dem bei Fiat DCT genannten Doppelkupplungsgetriebe, dessen sechs Gänge sich schnell und ohne große Zugkraftunterbrechung abwechseln. 4,3 Liter auf 100 km verspricht Fiat als Verbrauch. Das lässt sich bei gemäßigtem Gasfuß einrichten, wir lagen nach flotterer Autobahnfahrt im Mix bei etwas über 5 Litern. Besser weniger sollte man mit dem 500 X bei nicht ebener Fahrbahn unterwegs sein. Auf dem Kopfsteinpflaster rund um das Landesgestüt Dillenburg zeigte sich das Turiner Crossover recht ruppig. Also Hände weg von der Coladose.

 

Der Einstiegspreis für den Fiat 500X Mirror beträgt 19.490 Euro. Mopar ist im ersten Jahr kostenlos an Bord, anschließend wird der Dienst mit 79 Euro im Jahr berechnet.

Text und Fotos: Solveig Grewe

Jeep Wrangler JL – Für das Gelände geboren

Der Willys gilt als Urahn aller Jeeps, von denen der Wrangler am authentischsten ist.

Jede neue Herausforderung beginnt mit dem Glauben. Motivierende Worte, mit denen Adidas, neben Fiat-Chrysler einer der Hauptsponsoren von Juventus Turin, vor kurzem den Rekordtorschützen Christiano Ronaldo gebührend als Neuzugang begrüßte. Die Konzernmarke Jeep feierte sich selbst auf dem Event gleich mit sieben Fahrzeugen aus den aktuellen SUV Baureihen. Das Kronjuwel im Fiat Chrysler Konzern braucht sich um die Zukunft weniger Gedanken zu machen als Juve. Gerade die von Mike Manley – dem Nachfolger des so plötzlich verstorbenen Fiat Chefs Marchionne – geleitete Marke Jeep trug wesentlich dazu bei, dass Chrysler die Trennung von Daimler und die spätere Krise im Jahr 2009 meisterte. Seit Jahren ist die Geländewagensparte die mit Abstand profitabelste Marke des weltweit siebtgrößten Automobilherstellers. Doch nicht jedes Auto, auf dem Jeep steht, ist noch ein echter Offroader.

Klar ein Jeep: Der Wrangler mit senkrechtem Kühler, sieben Lüftungsschlitzen und runden Scheinwerfern.

Der wohl noch authentischste Vertreter der italo-amerikanischen Marke ist der Wrangler. Wie der Toyota Land Cruiser, der nicht mehr erhältliche Land Rover Defender und die G-Klasse von Mercedes ist er längst Ikone. Von allen Jeeps trägt er die meisten Gene des legendären Willys in sich. 1941 hatte man das puristische Raubein für das Militär entwickelt. Fast 80 Jahre später präsentiert Jeep in der Steiermark die neue Generation des Wrangler im „Jeep-Camp 2018“. Ein alljährlich stattfindender Event, zu dem Hunderte von Jeep-Enthusiasten der Marke aus ganz Europa zusammen kommen, um sich drei Tage lang voller Lust und Freude mit ihren Autos durch Matsch und Geröll zu quälen, um dann die dickste Schicht der Patina zu feiern. Nicht ohne dabei neugierige Blicke auf die funkelnagelneuen Vertreter des Wrangler zu werfen.

Mühelos schiebt sich der neue Wrangler Rubicon mit dem 2,2 Liter Diesel durch den Wald.

Die Jeep-Fangemeinde im „Jeep-Camp“ liebt Schlammschlachten.

Optisch bleibt beim Wrangler JL fast alles, wie es war

Neben dem Sahara gibt es den Wrangler noch in den Modelllinien Rubicon und Sport.

Auch in seiner vierten Generation mit der neuen Typenbezeichnung JL baut der Wrangler auf einem Leiterrahmen auf. Auch an den runden Hauptscheinwerfern und dem Kühlergrill mit seinen sieben Lüftungsöffnungen hält Jeep fest. Die Radhäuser bleiben trapezförmig, die Scharniere für Türen und Hauben sichtbar. Nur wer sehr genau hinschaut, erkennt, dass die Frontmaske jetzt leicht nach unten zuläuft und die Kühlermaske etwas nach hinten geneigt ist. Das verleiht der Karosserie einen Hauch Dynamik und bessere Aerodynamik. Wer den Wind nicht nur vorbeistreifen lassen will, sondern ihn auch im Inneren spüren will, für den bietet der Wrangler neben dem herausnehmbaren Hard Top und dem Soft Top ein komplett neu entwickeltes elektrisches „Sky One Touch“ Faltdach, das per Knopfdruck fast die gesamte Länge des Innenraums oben herum frei legt und den Jeep in wenigen Minuten zum Open-Air-Fahrzeug verwandelt.

Ins Gesicht geschrieben: Der Rubicon liebt das Gelände.

 

Unter der Haube des neuen Wrangler arbeitet entweder ein Diesel (200 PS) oder ein Benziner (270 PS).

8000 qm Offroad-Spielplatz fordern „Rubicon“ und „Sahara“ heraus

Mit Allrad und Untersetzungsgetriebe kommt der Kraxler überall durch.

Wie von seinen Fans erwartet, verspricht der kantige und hochbeinige Wrangler im Doppelpack der klassischen und der um 55 Zentimeter längeren viertürigen Variante maximale Geländegängigkeit. Auf dem weitgehend naturbelassenen und rund 8000 qm großen Spielplatz für Offroad-Fans in der Nähe des Red-Bull-Rings im österreichischen Spielberg warten mehr als genug Herausforderungen. Die Hinweisschilder an den beiden Trails, die von den insgesamt vier als Teststrecken auserkoren sind, verraten sofort, wofür die beiden mitgebrachten Versionen des Jeep Wrangler stehen. Hardcore für den „Rubicon“, benannt nach einer der anspruchsvollsten Offroad-Strecken der Welt zwischen Kalifornien und Nevada. Leichtere Anforderungen für den „Sahara“, den die Amerikaner für den urbanen Dschungel konzipiert haben. Auf den Asphalthelden Wrangler „Sport“ hat man hier und heute verzichtet.

Die vierte Wrangler-Generation seit dem Erscheinen des „YJ“ im Jahr 1987 mit leicht abgesenkter Gürtellinie und einer vier Zentimeter längeren Windschutzscheibe.

In Deutschland ist der Wrangler nur noch mit vier Zylindern unterwegs

Fett schmatzt der Schlamm, als sich der Wrangler Rubicon mit dem neuen 2,2 Liter Diesel den schmalen Waldweg bergauf schiebt. Für Jeep-Enthusiasten dürfte zwar alles unter dem 3,6 Liter Benziner von einst unangemessen sein. Doch auch mit dem Selbstzünder mit 200 PS und einem Drehmoment von 450 Nm ist der Rubicon in Kombination mit der neuen – in allen Wrangler-Modellen serienmäßigen – Achtgang Wandlerautomatik souverän unterwegs. Im Gegensatz zu dem abgelösten 2,8 Liter Diesel erfüllt der neue Motor mit SCR-Kat und Abgasreinigung nicht nur die ab September geltende Euro 6 d-temp, sondern er soll damit auch die Hürde der erst 2021 geltende Euro-6-Norm nehmen. Für das vierte Quartal 2018 kündigt Jeep einen ebenfalls neuen 2,0 Liter Benzinmotor mit Turboaufladung und Direkteinspritzung (270 PS und 450 Nm) an. Sechszylinder werden in Europa gar nicht mehr angeboten.

Mit dieser Plakette darf der Wrangler auch auf dem legendären „Rubicon-Trail“ unterwegs sein.

Die „Trail Rated“ – Plakette bürgt für ganz besondere Geländegängigkeit

Der Weg scheint jetzt kaum breiter als das Fahrzeug. Bloß nicht nach links in den Abgrund schauen. Doch die von Adrenalinschüben begleitete Sorge, dass die mehr als zwei Tonnen ausgleiten und den Hang hinunter rutschen könnten, bleibt unbegründet. Stoisch folgt der Rubicon mit eingelegter Geländeuntersetzung der Spur des voranfahrenden Fahrzeuges, tastet sich dann vorsichtig Geröllstrecken hinab und lässt auch tiefe Pfützen nicht links liegen. Immerhin bürgt die von Jeep aufgepappte „Trail Rated“ Plakette für bestandene Disziplinen wie Traktion, Wasserdurchfahrt, Manövrierbarkeit, Achsverschränkung und Bodenfreiheit und damit für die Fähigkeit, auch mal den „echten“ Rubicon-Trail zu fahren.

Auch im Jeep Wrangler ist Konnektivität jetzt angesagt. (Foto: Jeep)

Auch ein Jeep Wrangler braucht Konnektivität

Damit der Wrangler dann den Weg zum nächsten Italiener oder zu einer der amerikanischen Fast-Food-Ketten findet, kann man im sauber aufgeräumten Cockpit über Apple CarPlay oder Android Auto den Inhalt des eigenen Smartphones auf das  8,4 Zoll große Zentraldisplay spiegeln. Funktionen wie Navigation, Sprachführung, Musik, Siri, Telefonanrufe und das Senden von Textnachrichten lassen sich ansteuern, ohne das Telefon in die Hand nehmen zu müssen. Das Thema Assistenzsysteme weckt zwar bei den meisten Jeep-Fans eher ein müdes Lächeln, ebenso wie der Austausch des Zündschlosses gegen einen modernen Startknopf.

Mit der optionalen Einparkhilfe vorne und hinten, dem Totwinkel-Assistenten und der hintere Querbewegungserkennung verliert man nicht den Überblick.Ackern im Gelände liegt dem Wrangler mehr als kurvige Landstraßen  

Das Fahrwerk des Rubicon ist für den Asphalt-Cowboy, der auf Wunsch auf bequemen Ledersitzen mit markanten Nähten, eine Lehne mit justierbarer Polsterhärte und einer Lendenwirbelstütze Platz nehmen darf, etwas weniger ruppig und in Richtung Komfort ausgelegt. Auf kurvigen Landstraßen machte er mit seiner etwas schwammigen Lenkung und der Neigung zum Schwanken allerdings keinen Hehl daraus, dass ihm das Ackern im Gelände mehr liegt.

Der neue Jeep Wrangler kommt im September auf den Markt und kostet zwischen 46.500 Euro für den Zweitürer „Sport“ und 56.000 Euro für den Viertürer „Rubicon“.

Text und Fotos : Solveig Grewe

Mitsubishi L200 Diamant Edition – Souverän auch vor der Oper

Sie ziehen Pferde zum Turnier, Boote zum Meer und bringen kleine Fußballer mit einer Kiste Cola hinter ihnen auf der Ladefläche zum nächsten Bolzplatz. Pick-ups sind trendy. Längst nicht mehr nur als Arbeitsgerät für Landwirte, Förster und Bauarbeiter, sondern auch als praktische und schicke Begleiter in der Freizeit. Deswegen tummeln sich nicht nur japanische und amerikanische Hersteller in dem Erfolg und Absatz versprechenden Segment, sondern inzwischen auch Renault, Fiat, Mercedes und VW. Selbst Tesla will mit einem elektrisierten Pick-Up jetzt auf den Zug aufspringen.

Mtsubishi blickt in Deutschland auf eine mehr als 25jährige Tradition als Anbieter von Pick-ups zurück und präsentiert jetzt seinen Erfolg verwöhnten L200 in den beiden neuen Sonderausführungen „Diamant Edition“ und „Diamant Edition+ „. Nicht nur die Diamanten im Kühlergrill, das Erkennungszeichen der Marke, machen ihn in den beiden Karosserievarianten Club Cab und Doppelkabine auch beim Halt vor  dem Opernhaus salonfähig. Zusätzlich schmücken ihn mattschwarze 17 Zoll Lichtmetallfelgen im neuen Design, mattschwarzer Kühlergrill und Frontschürzbügel sowie mattschwarz folierte Frontstoßfänger und schwarze Heckstoßfänger mit Perleffektlackierung. Und über die ebenfalls matt schwarzen Trittbretter mit LED-Beleuchtung lässt es sich auch im kleinen Schwarzen mühelos nach unten gleiten.

Stilechter Auftritt des L200 mit Zweizonen-Klimaautomatik und Infotainment

Der ab 35.990 EUR erhältliche L200 Diamant Edition basiert auf der Ausstattungsvariante PLUS und rollt mit einem 2,4-Liter-Dieselmotor (133 kW/181 PS), dem „Super Select 4WD-II“-Allradantrieb und Sechsgang-Schaltgetriebe vor. Die ausschließlich der Doppelkabine vorbehaltene L200 Diamant Edition+ basiert auf der Ausstattungsvariante TOP, allerdings kombinieren die Japaner hier den 2,4 Liter Diesel mit einem fünfstufigen Automatikgetriebe und stellen dafür ab 41.790 EUR in Rechnung.
Bei der Diamant Edition sorgt zusätzlich eine Zweizonen-Klimaautomatik für individuell geregelte Innenraumtemperaturen, während die Diamant Edition+ darüber hinaus mit dem Smartphone-kompatiblen Infotainmentsystem „SDA“ (Smartphone Link Display Audio) bestückt ist. Wie es sich für stilechte Auftritte gehört, umfasst das zugehörige Farbangebot sieben markante Uni-, Metallic- und Perleffekt-Töne von stylischem Island-Weiß bis zu sportlichem Piano-Schwarz.
Beide Editionsmodelle sind ab sofort bei allen Mitsubishi Handelspartnern bestellbar.

Auf zur zweiten Schicht – Der neue Dacia Duster

Ein Sprichwort sagt: Wer billig kauft, kauft zweimal. Wer hingegen günstig kauft, spart echtes Geld. Auch die zweite Generation des Dacia Duster startet mit einem nach wie vor für einen SUV unschlagbaren Einstiegspreis von 11.490 Euro. Das sind exakt 1000 Euro mehr als bisher. Während früher der niedrige Preise vor allem durch das Weglassen diverser Extras erreicht wurde, nutzt die rumänische Renault-Tochter jetzt Konzerntechnik und hat es geschafft, eine Reihe sinnvoller Optionen einzubringen, die man von Dacia so vielleicht nicht erwartet hätte. Ohne groß an der Preisschraube zu drehen.

Optisch verändert sich wenig. Verbreiterte Kotflügel, prägnanter ausgestellte Radhäuser und ein im Vergleich zum Vorgänger weit nach oben gezogener Unterfahrschutz sollen zeigen, wohin die Reise gehen kann. Der Duster, zu Deutsch Staubwedel, soll anpacken und arbeiten und dabei nicht schnieke vor dem Theater brillieren. Wenngleich der neue Chromzierrat im Kühlergrill, den Chefdesigner Laurens van den Acker ihm ins Gesicht gegeben hat, und die auffällige neue Kluft „Taklaman-Orange“ so gar nichts mit einem Blaumann zu tun haben.

Ordentliche Rundumsicht macht die Rückfahrkamera eigentlich entbehrlich

Auch innen verhilft Chrom rund um die Lüftungsdüsen und um den Schaltknauf zu einer aufgewerteten Optik des Duster, der in Russland, Südamerika und in weiten Teilen Asiens als Renault verkauft wird. Partiell aufgeschäumte Oberflächen und ein die Szenerie beherrschendes Siebenzoll Touch-Screen für das umfangreicher gewordene Infotainment und die Navigation lassen erkennen, dass der Duster nicht mehr nur der beinharte Billigheimer sein will. Wer mag, kann sich nun Kamera unterstützt in die Parklücke manövrieren, obwohl die ordentliche Rundumsicht das eigentlich nicht erforderlich macht. Da sind Neuerungen wie die Klimaautomatik, das schlüssellose Zugangssystem, ein Toter-Winkel-Assistent und die serienmäßigen Window-Airbags für Fahrer und Beifahrer schon eher eine Bereicherung. Der Allradantrieb greift jetzt immer auf eine Bergabfahrhilfe zurück, die wie die schon in den Basis-Versionen serienmäßige Berganfahrhilfe neu für den Duster ist.

Allrad nur mit manueller Sechsgangschaltung

Als Motoren stehen an Benzinern einer mit 114 PS (mit Frontantrieb und Fünfgangschaltung oder mit Allrad und Sechsgangschaltung) oder mit 129 PS (mit Frontantrieb und Sechsgang oder mit Allrad und Sechsgang) zur Verfügung. Eine LPG-Variante mit einem 109 PS starken Benziner kündigt Renault für das nächste Jahr an. an. Wer am Diesel hängt, muss sich damit abfinden, dass sich die beiden Selbstzünder mit 90 und 109 PS zwar mit 4,4 Litern (mit Allrad 4,7l) zufrieden geben sollen, aber noch nicht Euro-6d-temp konform sind. Den Allradantrieb bietet Renault nur für den stärkeren Motor und nur in Kombination mit einer Sechsgangschaltung an. Damit kommt der Duster auf Asphalt und auch auf Geröllstecken mit einer Bodenfreiheit von 21 Zentimetern gut zurecht, was sich über den 4×4 Monitor beobachten lässt. Dort weist in abseitigen Fällen ein Kompass im Gelände den Weg, außerdem werden Gefälle und Seitenneigung angezeigt.

 

20.570 Euro für das Beste im Duster

Auf den Landstraßen rund um dem Nürburgring fehlt dem Duster zwar einiges zum Kurvenräubern, wie es auf der Nordschleife sonst gängig ist. Dazu baut er zu hoch auf. Doch mit der neuen elektrischen Servolenkung, die bei höheren Geschwindigkeiten direkter wird, kommt trotzdem Fahrspaß auf, wobei ein strafferes Fahrwerk das noch steigern würde. Wer sich nur das Beste in seinem Dacia Duster gönnen will, kommt summa summarum nicht über 20.570 Euro. Dafür öffnet sich bei vergleichbaren Modellen der Mitbewerber nicht mal die Ladentür.

Text und Bilder : Solveig Grewe  (Innenaufnahmen Hersteller)

Saudische Rennfahrerin feiert im Jaguar F-Type den World Driving Day

Ein historischer Tag für alle Frauen in Saudi-Arabien. Sie müssen nicht mehr auf dem Beifahrersitz Platz nehmen, sondern dürfen endlich selber ans Steuer. Was in anderen Ländern eine Selbstverständlichkeit ist, war in dem arabischen Königreich aus religiösen Gründen streng verboten und wurde mit Gefängnisstrafe geahndet. Jetzt hat der König das Verbot nach jahrzehntelangen Protesten von Frauenrechtsaktivistinnen aufgehoben. In diesen Tagen werden in Saudi-Arabien die ersten Fahrausweise für Frauen ausgestellt. Seit dem 24.06. dürfen sie offiziell auf den Straßen des Landes unterwegs sein.

Zur Feier des Tages, der von Jaguar zum „World Driving Day“ ausgerufen wurde, drehte die saudische Rennfahrerin Aseel Al Hamad eine Runde mit einem Jaguar F-Type. „Das war eine Premiere, noch nie bin ich in meiner Heimat selbst gefahren“ strahlt Aseel, die Autos seit ihrer Kindheit liebt. Deshalb unterstützt sie mit vollem Herzen den Appell von Jaguar an Autofans aller Geschlechter, zum ersten World Driving Day über #worlddrivingday ihre schönsten Erlebnisse am Steuer eines Autos mit anderen zu teilen.

Die Sprecherin von Jaguar Land Rover, Fiona Pargeter, betonte zu dem Ereignis, wie leicht man vergesse, was es für ein Privileg und was für eine Freude sei, sich hinter das Lenkrad eines Autos setzen zu dürfen. „Mit dem World Driving Day will Jaguar dieses für Männer und Frauen geltende Privileg nun jedes Jahr feiern“. Es sei ihr eine besondere Freude, dass Jaguar Land Rover nun auch die Universität von Saudi-Arabien als offiziellen Partner in sein Netzwerk zum Austausch über Mobilitätslösungen der Zukunft aufnehmen könne.

Bildnachweis: obs/Jaguar Land Rover Deutschland GmbH

Power für den Haken – Neuer Diesel im Opel Grandland X Ultimate

Wie es euch gefällt. Frei nach Shakespeare finden viele Auto-Käufer derzeit Gefallen an allem, was nach SUV aussieht und den Schriftzug Cross, Crossback, Country, Ecosport, Aircross, Grandland, X und vergleichbarem auf dem Heck trägt. Der deutsche Hersteller Opel, der jetzt gemeinsame Sache mit Peugeot, Citroen und DS macht, weiß überdies, dass sein Kompakt-SUV Grandland X sehr gerne mit allen möglichen zusätzlichen Extras geziert wird und Kunden eine Top-Motorisierung über dem 1,6 Liter Diesel bislang vermissten.

177 PS und Achtgangautomatik für Boot und Pferde am Haken

Den Wünschen entsprechend haben die Rüsselsheimer die Ausstattungsvarianten des Grandland X, der auf derselben Plattform wie sein französischer Bruder 3008 aufbaut, um die Version „Ultimate“ ergänzt. Die jetzt erhältliche Kombination von einem Zweiliter-Diesel mit 177 PS und der Achtgangautomatik von ZF dürfte besonders denen gefallen, die gelegentlich Boote oder Vollblüter durch die Gegend ziehen wollen. Immerhin lockt hier eine gebremste Anhängelast von zwei Tonnen. Allrad gibt es – laut Opel mangels Nachfrage – allerdings nicht für Geld und gute Wort. Erst die für 2019 in Aussicht gestellte Plug-in-Hybrid-Version wird quasi einen Allrad simulieren : die Vorderräder werden von einem Verbrennungsmotor und die Hinterräder von einem Elektromotor angetrieben.

 

Fast alles findet sich für 42 610 Euro an Bord

Zu Preisen ab 42 610 Euro bietet der Front getriebene Grandland X Ultimate fast alles, was das Herz begehrt: Leder, beheizbares Lenkrad und Sitzheizung, adaptives LED-Licht, die Rücken schonenden AGR (Aktion Gesunder Rücken ) – Sitze sowie 19-Zoll-Alufelgen im trendigen zweifarbigen Design. Der persönliche Online- und Service-Assistent On Star hilft rund um die Uhr bei einem Notfall, bucht Hotels und findet nahe gelegene Parkhäuser via Parkopedia. Exklusiv bei der Ultimate-Ausstattung sind die 360 Grad-Kamera und der automatische Parkassistent dabei. Den automatischen Geschwindigkeits-Assistenten, der den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug beibehält und die Diebstahlwarnanlage lässt sich Opel ebenso wie unter anderem die Anhängerzugvorrichtung mit Anhänger-Stabilitätsprogramm, das Panorama-Glasdach und den CD-Player aber doch noch extra bezahlen.

Der SRC-Kat erfüllt bereits jetzt die Abgasnorm Euro 6d-temp

Der 177 PS starke und kultivierte Zweiliter-Turbodiesel mit seinem maximalen Drehmoment von 400 Newtonmetern, das bei 2.000 Umdrehungen bereitsteht, passt zu dem 1.575 Kilogramm schweren Grandland X und harmoniert bestens mit der sanft und ohne merkliche Verzögerung schaltenden Achtgang-Automatik. Für den Spurt von 0 auf 100 braucht er damit 9,1 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 214 km/h. Den Verbrauch gibt Opel bei sicherlich ohne Zuglast und wenig hektischer Fahrweise erreichbaren 4,9 Litern Kraftstoff an. Zweifel an der Sauberkeit des Selbstzünders verbieten sich, mit seinem SRC-Kat erfüllt er bereits die ab September gültige Abgasnorm Euro 6d-temp.

Text und Fotos von Solveig Grewe

Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio – Das Kleeblatt fetzt

Autos mit mehr als 500 PS sind im Alltag eigentlich so überflüssig wie Digitalkameras mit über 20 Millionen Pixel. In beiden Fällen reicht ein Drittel an Potenz aus. Es sei denn, besondere Gelegenheiten erfordern mächtig viel Kraft und Schärfe. Für den Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio trifft das dann zu, wenn man von einem Kompakt-SUV (Sports Ucility Vehicle) mehr als den Hauch von Sportlichkeit erwartet, den der Gattungsbegriff vermuten lässt. Der in Kooperation mit Ferrari entwickelte 2,9 Liter Sechszylinder Bi-Turbo mit 510 PS und 600 Newtonmetern hat jetzt auch im bulligen Stelvio seinen Platz bekommen. Anders als bei der Heck getriebenen Schwester Giulia wird die Kraft aber immer an alle Räder weitergegeben. Ambitionierte Fahrer/innen dürften trotz aller berechtigten Fragen zu den ökologischen Verträglichkeiten jubeln.

Das Kleeblatt bürgt für viel italienisches Temperament

Welches Potential in dem Power-SUV mit dem vierblättrigen Kleeblatt (italienisch: Quadrifoglio) auf der Flanke und den Kühlschlitzen in der Motorhaube steckt, hat er mit einer Rundenzeit von 7.51,7 Minuten auf der Nordschleife des Nürburgrings bereits bewiesen. Doch heute geht es auf der kleinen, aber feinen privaten Rennstrecke im andalusischen Ascari nicht um Schnelligkeit um jeden Preis. Das schwarze Asphaltband, das sich 5,5 Kilometer lang durch blinde Kurven, unübersehbare Steigungen und Schikanen auf schiefen Ebenen schlängelt, glänzt verdächtig nach dem Regen. Darum verharrt der Drehschalter besser im Dynamik-Modus und nicht in dem der Strecke eigentlich angemesseneren Fahrprogramm Race ohne Stabilitäts- und Traktionskontrolle.

Das Rotzen aus den beiden Doppelendrohren klingt heiser und ist echt

Doch auch im dynamischen Modus dreht der Sechszylinder in der Beschleunigungsspur der Boxengasse jetzt druckvoll und gierig hoch, assistiert von der in Millisekunden agierenden Acht-Stufen-Automatik von ZF, deren eigentlich unauffällige Gangwechsel vom heiseren und ganz natürlichen Rotzen aus den beiden Doppelendrohren des Auspuffs untermalt werden. Wer lieber auf seine eigenen Fähigkeiten baut, kann natürlich auch über die serienmäßigen und riesigen Alu-Wippen schalten und walten. Die Kraft presst einen vehement in den engen und wie auf den Leib geschnittenen Sitz; der auf der Strecke obligatorische Helm knallt gegen die Kopfstütze. Als Höchstgeschwindigkeit versprechen die Italiener 283 km/h, zu viel für hier und heute, selbst auf der fast einen halben Kilometer langen Hauptgeraden. In einer reichlich übermütig angegangenen 90 Grad Kurve stabilisiert ein mechanisches Sperrdifferential mit Torque Vectoring System den 1,70 hohen und gut 1800 Kg schweren SUV und verteilt alle Kraft des Drehmoments auf die äußeren Räder.

Der Sechszylinder kann auch sanft wie ein Lamm

Bei ziviler Fahrt auf der Landstraße gelingt dann eher der Blick auf das neue serienmäßige Infotainmentsystem mit 8,8 Zoll Display und Apple – oder Android Integration, das leider – noch – ohne Touchscreen, aber über einen Drehschalter in der Mittelkonsole bedient wird. Beim Wechsel in den Fahrmodus Advanced Efficency wird der Heißsporn von eben sanft wie ein Lamm und ebenso unschuldig. Nimmt man den Fuß vom Gas, wechselt das Automatikgetriebe in den Segelmodus, der Sechszylinder verzichtet großzügig immer wieder auf eine Zylinderbank und auf Leistung. Ein Feigenblatt für den Verbrauch, der von Alfa mit neun Litern angegeben wird, die aber nur bei Einhaltung der Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn in Realitätsnähe kommen dürften.

89 000 Euro sollte man für das Topmodell des Alfa Stelvio schon mal in der Hosentasche haben. Das sind 40 000 Euro mehr als die teuerste der zivilen Varianten kostet. Wenn man ihn denn unbedingt braucht, diesen K(l)ick.

Text und Bilder : Solveig Grewe

Volvo XC40 – Kleiner SUV mit Stil

Die Partitur für die Automobilbranche wird gerade neu geschrieben. Alternative Antriebe sowie vernetzte und digitalisierte Fahrzeuge sollen helfen, umweltschonender, effizienter und sicherer ans Ziel zu kommen. Der schwedische Automobilhersteller Volvo dirigiert schon jetzt in die richtige Richtung und will künftig nur noch Autos anbieten, die zumindest auch mit Elektroantrieb ausgestattet sind. So startet der neue Volvo XC 40 jetzt zwar noch mit Verbrennungsmotoren, soll aber ab 2019 zunächst mit einem 48-Volt-Mild-Hybrid-Antrieb, danach als Plug-in-Hybrid und spätestens ab 2020 als erster rein elektrischer Volvo unterwegs sein.

Erster Kreuzungs-Bremsassistent in dieser Fahrzeugklasse 

Der neue CMA (Compact Modular Architecture) – Baukasten, auf dem der kleinste SUV von Volvo aufbaut, macht den Weg frei für den Einbau zahlreicher Infotainment-, Fahrerassistenz- und Sicherheits-Systeme aus den größeren Baureihen. So zählen zur serienmäßigen Sicherheitsausstattung des XC 40 hilfreiche Assistenten, die bei drohenden Zusammenstößen mit entgegen kommendem Verkehr eingreifen, ein unbeabsichtigtes Verlassen der Fahrbahn durch Lenk- und Bremseingriffe verhindern und Kollisionen mit anderen Fahrzeugen, Menschen und Wildtieren vermeiden helfen sollen. Erstmals in dieser Fahrzeugklasse kommt in dem kleinen Fünftürer ein Kreuzungs-Bremsassistent zum Einsatz, der Kollisionen beim Linksabbiegen an Kreuzungen abwenden soll. Neuland betritt Volvo bei seinem kleinsten SUV mit dem Pilot Assistent System, das teilautonomes Fahren bis 130 km/h ermöglicht.

Der „kleine“ Schwede wirkt bulliger als seine Brüder

Optisch interpretiert der XC 40, der 26 Zentimeter kürzer ist als der XC 60, die aktuelle Designsprache der Schweden auf seine eigene Art. Der markante Grill ist erstmals bei Volvo nach innen gewölbt. Er wirkt groß und steht steil, die Voll-LED Scheinwerfer mit dem vielfach besungenen „Thors Hammer“ Motiv ragen weit in die Kotflügel hinein. Der Kleine wirkt bulliger als die großen Brüder und steht auf großem Fuß: Er startet in den Ausstattungslinien Momentum und R-Design auf 18-Zoll-Rädern. Sogar 20 Zoll sind möglich. Wer mag, setzt mit einem in einer Kontrastfarbe lackierten Dach in Weiß oder Schwarz und dazu passenden Außenspiegeln auf Individualität und Auffälligkeit.

Die kleine Schwedenfahne lugt aus dem Motorhauben-Spalt

Einen ähnlichen Effekt hat die kleine Schwedenflagge aus Gummi, die aus dem Motorhauben-Spalt heraus wie ein Markenzeichen aus einem Damenslip blinkt und zum Dranziehen lockt. Innen erinnert viel an den XC 60 oder den XC 90, allerdings mit weniger hochwertigen Materialien. Dem Preis geschuldet, setzen die Schweden anstelle auf edle Hölzer auf Kunststoff. Der gewohnte Neunzoll-Touchscreen ist aber ebenso serienmäßig an Bord wie das 12,3-Zoll-Display für die Instrumente. Vor dem Schalthebel, der ohne geschliffene Glaszierde auskommen muss, lädt das Smartphone induktiv. Platz für die Passagiere gibt es ausreichend, ihr Gepäck passt auf 460 bis 1336 Litern Volumen locker hinter die elektrisch auf – und zu schwingende Heckklappe.

Der Dreizylinder mit Frontantrieb wird mit verträglichen 31. 350 Euro starten

An den Start in Deutschland geht Volvo gleich mit den Top-Modellen, dem T5 AWD (247 PS) und dem D4 AWD (190), beide mit der butterweichen und schnell sortierenden Achtgang-Automatik, reichlich Drehmoment und dem ausgeklügelten Allrad ausgestattet. Die Preise sind mit 46.100 Euro für den T5 und 44.800 Euro für den D4 ambitioniert. Mit dem 154-PS-Dreizylinder-Benziner, Schaltgetriebe und Frontantrieb geht es bei verträglicheren 31.350 Euro los. Der könnte dann die erste Geige spielen, wenn man die Finger von zu viel Extras lässt.

Text und Fotos : Solveig Grewe ( Innenaufnahme Hersteller)

Goodyear verkürzt den Bremsweg für SUV

Wheels are made for rolling, mules are made to pack. Was uneingeschränkt auch für einen SUV und seine Reifen zutrifft. Doch die schwarzen Gummis müssen nicht nur fleißig abrollen, sie müssen im Falle eines Falles in Kooperation mit den Bremsen für möglichst schnelle und sichere Stopps sorgen. Goodyear, einer der größten Reifenhersteller der Welt, stellt jetzt seinen neuen Ultra-High-Performance Reifen für SUV vor. Beim Asymmetric 3 SUV, dem jüngsten Produkt der Eagle F1 Asymmetric Serie, liegt der Fokus der Entwickler auf der optimierten Performance beim Bremsen sowie beim Handling unter allen Bedingungen. Hauptmerkmal des neuen Reifens ist die Active Braking Technology, mit der der Straßenkontakt der Reifenaufstandsfläche während des Bremsvorgangs vergrößert wird. Das sorgt für einen um 1,2 Meter verkürzten Bremsweg. “Bremsen ist eine der wichtigsten Aufgaben eines Reifens, speziell bei Nässe. Deshalb sind wir begeistert, dass der Eagle F1 Asymmetric 3 SUV einen derart signifikant kürzeren Bremsweg auf nassen und auf trockenen Straßen aufweist”, sagt Mike Rytokoski, Chief Marketing Officer Goodyear Europe.

Außerdem kennzeichnet den Reifen die sogenannte Grip Booster Technology, basierend auf einer speziellen Laufflächenmischung mit haftungsintensiven Harzen, die ihrerseits zum verbesserten Grip, zu den kürzeren Bremswegen und dem besseres Handling beitragen. Mit Hilfe der neuen SUV-Optimized Constuction Technology konnten Goodyear Ingenieure das Laufflächendesign weiterentwickeln. Die neuen Abdecklagen im Reifenaufbau verbessern das Handling bei hohen Geschwindigkeiten, optimieren die Kurvenlage und reduzieren, in Verbindung mit optimierter Außenkontur und Profildesign, außerdem den Verschleiß. Ein weiteres Merkmal ist die UHP Cool Cushion Lage, eine Technologie, die das Handling und den Rollwiderstand verbessert, weil sich der Reifen während dem Fahren weniger erwärmt.

 

Play it safe! Die Continental-Vision erklärt

Keine Verkehrstoten, keine Verletzten, keine Unfälle. Erst, wenn es keine Unfälle mehr gibt, ist das Ziel erreicht. Das Unternehmen Continental verfolgt schon seit vielen Jahren die langfristige Strategie „Vision Zero“ und trägt mit der permanenten Verbesserung seiner Systeme maßgeblich zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr bei. Seit der verpflichtenden Einführung von Anschnallgurt, ESC, Reifendruckkontrollsystemen und ABS für Nutzfahrzeuge ist die Zahl der Verkehrstoten deutlich zurückgegangen. Dennoch ist sie mit weltweit mehr als 1,2 Millionen Menschen jährlich immer noch erschreckend hoch. Das wollen wir mit vereinten Kräften ändern, betont Frank Jourdan, Mitglied im Vorstand der Continental AG und Leiter der Division Chassis & Safety.

Es ist wie immer. Schon wieder wird die Zeit bis zum verabredeten Termin knapp. Wohin jetzt bloß jetzt mit dem dicken SUV, der ohnehin in kaum eine Parklücke passt. Ein freundlicher Lakai in Uniform, der einem mal eben den Schlüssel und alles Weitere abnimmt, das wäre so schön. Bleibt aber Illusion. Doch das Technologieunternehmen Continental hat eine andere Lösung: Soll sich das Auto doch selbst einen Parkplatz suchen. Den Befehl dazu bekommt es über das Smartphone seines Fahrers, der es in einer Übergabezone vor dem Parkhaus verlässt. Völlig auf sich allein gestellt, durchfährt das Auto die Schranke, wo der Zugang für die Abrechnung der Parkdauer erfasst wird. Mit Hilfe der Informationen zum Standort des freien Parkplatzes im Erdgeschoss über die Cloud steuert es dann zielgerichtet mit Hilfe von Sensoren und Kameras zum Ziel. Noch ist das Überwinden von Auf – und Abwärtsrampen in andere Parkebenen Zukunftsmusik, dafür werden querende Fußgänger oder andere Fahrzeuge selbstverständlich registriert und es wird entsprechend abgebremst. Außerdem parkt das Auto auf engem Raum autonom wesentlich exakter ein, als der Fahrer es je könnte und der Ärger über angestoßene Türen entfällt auch.

Braucht man es schnell wieder, das Auto, ist das kein Problem. Ein Knopfdruck auf dem Mobiltelefon und das Auto fährt selbständig wieder zur Übergabezone vor. Das ganze Prozedere funktioniert übrigens nicht nur bei trockenem, für die Kameras idealem kontrastreichem Umfeld, sondern auch bei Regen oder Schneefall.

Nasse und glatte Straßenverhältnisse sind immer wieder Ursache für Unfälle. Selbst routinierte Autofahrer verschätzen sich bei der Vorhersage, wie gut die Reifen auf der Fahrbahn haften. Continental hat auch für dieses Problem mit dem Road Condition Observer eine Lösung. Im Fahrzeug ohnehin vorhandene Sensoren und Kamerasysteme erkennen den jeweiligen Straßenzustand und ermöglichen die Erstellung eines Algorithmus für die vier unterschiedlichen Straßenzustände trocken, nass, verschneit und vereist. Durch Auswertung der Kamerabilder, einen Abgleich mit den Fahrdynamikdaten des ESC, das Erfassen von Temperatur und Wischeraktivität und dem Reifenverhalten wird eine Reibwertklasse ermittelt. So kann die Funktion von Fahrerassistenzsystemen an die tatsächlichen Straßenverhältnisse anpasst werden. Eine automatische Notbremsung beispielsweise muss bei regennasser Straße deutlich früher als bei einer trockenen Straße auslösen, um eine drohende Kollision zu verhindern.

Voraussetzung für eine optimale Bremsleistung ist eine schnelle und präzise Anpassung der Bremsdruckregelung an wechselnde Fahrbahnbedingungen. Diesen Anforderungen wird Continental mit der dritten ABS-Generation (ABS3) gerecht. Die neue Generation passt die Bremsdruckregelung noch schneller und präziser an wechselnde Fahrbahnbedingungen an. So bleibt das Fahrzeug bei starken Bremsmanövern besser manövrierfähig, und auch unter widrigen Einflüssen wird die optimale erreichbare Bremsleistung erzielt. Bei Bremsung auf Oberflächen mit unterschiedlichen Reibwerten wie beispielsweise auf dem rechten Fahrbahnrand Laub, Schnee oder Schotter und in der Mitte griffiger Belag, muss das ABS die Bremskraft auf den linken und rechten Rädern komplett unterschiedlich einregeln, um die maximale Verzögerung unter Berücksichtigung der Fahrzeugstabilität zu ermöglichen. Um bei wechselnden Bedingungen immer die optimale Bremsleistung und Manövrierfähigkeit zu erzielen, rechnet das ABS3 Veränderungen schneller und robuster in die Reglung der Raddynamik ein. Deshalb behält der Fahrer im entscheidenden Moment eine bessere Kontrolle über sein Fahrzeug und hat ein höheres Sicherheitsgefühl.

Nissan Leaf II – Mit E-Pedal und teilautonom im Strom der Zeit

„We are on a highway to hell“ dröhnt es aus den Bassboxen beiderseits der Bühne. Unverkennbar sind das die Hard Rock Töne der australischen Band AC/DC, deren Name, welch ein Zufall, die Abkürzungen für Gleich- und Wechselstrom schon in sich trägt. Doch die musikalische Eröffnung der Präsentation des neuen elektrischen Nissan Leaf auf Teneriffa ist nicht wörtlich zu nehmen. Der japanische Hersteller ist nämlich mit seinem weltweit meistverkauften Elektroauto auf einem guten Weg nach oben. Während andere Hersteller noch überlegen, sich überhaupt mit einem Stromer auf den wegen der nach wie vor hohen Anschaffungskosten und der Reichweitenproblematik zurückhaltenden Markt zu wagen, präsentiert Nissan nach 300 000 weltweit verkauften Leaf der ersten Generation, die im Jahr 2010 startete, bereits den Nachfolger.

Zwischen rauschenden Windrädern, in der Abendsonne schimmernden Solarkollektoren und den 25 CO2-neutralen und trotzdem netten Häuschen des Ökodorfes „Casas Bioclimaticas“ im Süden der größten der Kanarischen Inseln lässt es sich besonders schön von der Zukunft der Elektromobilität plaudern. Die Tatsache, dass die persönliche Ökobilanz eines jeden hierher Geladenen durch den mehrstündigen Flug bereits mächtig vorbelastet ist, lässt sich auch mit durchgehendem Fahren mit Elektroautos und die garantiert emissionsfrei generierter heißen morgendlichen Dusche nicht ausgleichen. Das sollte im Hinterkopf bleiben.

Der nächste Tag beginnt mit für hiesige Verhältnisse kühlen neun Grad. Das sind nicht die besten Bedingungen für ein Elektroauto, dessen Lithium-Ionen-Batterie Außentemperaturen von 19 Grad nun einmal mehr schätzt. Kälte killt Reichweite, zumal, wenn man im Inneren auf den Komfort einer Heizung nicht verzichten will. Immerhin hat Nissan den elektrochemischen Speicher für den Leaf gründlich überarbeitet. Statt 30 kWh passen nun 40 kWh in den unverändert großen und im Fahrzeugboden untergebrachten Akku. Zum Vergleich: Ein Tesla S hat eine Kapazität von 60 kWh, ein Renault Zoe 22 kWh und der kleine VW e-up! 18,7 kWh. Mit der stärkeren Batterie steigt auch die Reichweite des Viertürers. Im europäischen Messzyklus NEFZ, bei dem der eigentlich überwiegende Einsatz eines Elektroautos im Stadtverkehr allerdings nicht realitätsnahe genug berücksichtigt wird, steigt die Reichweite von 250 auf 378 Kilometer. Im realistischeren WLTP-Test soll der Leaf jetzt im kombinierten Zyklus rund 270 Kilometer mit einer Batteriefüllung kommen, im reinen Stadtbetrieb bis zu 415 km.

Nach wie vor die hohe Ladekante

Fertig zum Einsteigen. Das Gepäck findet seinen Weg über die nach wie vor recht hohe Ladekante nur mit viel Schwung. Dafür reicht das Kofferraumvolumen mit 435 Litern auch mal für das Gepäck von vier Personen für einen Kurzurlaub. Äußerlich zeigt sich der kompakte Stromer, hier und heute in unschuldigem Weiß, längst nicht mehr so knubbelig wie vorher. Die Designer haben ihn deutlich schärfer gezeichnet, was entgegen der gemeinhin unterstellten Vorliebe für Schmolllippen und Glupschaugen auch bei Frauen besser ankommt. In seinen Dimensionen nahezu unverändert, zeigt sich der Japaner mit dem Chrom V-Grill zwischen den schmalen LED-Scheinwerfern markentypisch, der Ladeanschluss ist wie gehabt unter einer Klappe vorne verborgen. Laden ohne Bücken, verspricht Nissan.

Reichweitenrealitäten jetzt nach WLTP

Im Inneren blickt man auf einen analogen Tacho, der die Geschwindigkeit anzeigt, daneben informiert ein digitales Infodisplay über den Ladezustand der Batterie, die Reichweite und den jeweiligen Kraftfluss. Bei Bedarf gibt eine App Informationen über Ladestationen und deren Verfügbarkeit. Das Lenkrad liegt gut in der Hand, kleine Griffmulden erleichtern die Handhabung. Leider ist es höhen- , aber nicht tiefenverstellbar, so dass man etwas länger braucht, bis man auf den hübschen Sitzen mit den blauen Ziernähten die richtige Sitzposition gefunden hat. Beim Start auf der rund 160 Kilometer lange Teststrecke zeigt die Batterieladeanzeige auf dem Tacho 100 Prozent und eine beruhigende Reichweite von 255 Kilometern an. Die Differenz zu der nach WLTP ausgewiesenen Reichweite von 270 Kilometern erklärt sich schnell: der Tacho zeigt eine dem Fahrstil des letzten Fahrers vom Bordcomputer entsprechend berechnete Reichweite. Macht ja nichts.

Lautlos treiben lassen

Der leistungsgestärkte 150 PS/110 kW starke E-Motor treibt den Leaf lautlos vom Parkplatz weg in Richtung Berge. Im ersten Kreisverkehr macht einem so schnell niemand etwas vor: 320 Newtonmeter Drehmoment vom Stand weg sorgen für Überraschungseffekte. Mit der Kraft seines elektrischen Herzens schafft der Leaf II den Spurt von 0 auf 100 km/h in 7,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt – abgeregelte – 144 km/h, mehr würde die Batterie überfordern. Eine Serpentine nach der anderen durcheilt der Leaf, gibt sich sportlich und dynamisch. Die Lenkung fühlt sich direkt an, das Fahrwerk ist straff, aber nicht unkomfortabel abgestimmt.

Eco-Modus und E-Pedal sparen um die Wette

Der Scheitelpunkt auf 1760 Meter Höhe ist nach knapp 49 Kilometern erreicht, die Weiterfahrt zum 3718 Meter hohen Teide verbietet die Witterung. Schneeverwehungen sorgen für eine Vollsperrung der Passstraße. Der Blick auf die verbleibende Batteriekapazität stimmt mit 45 Prozent für die verbleibende Strecke nicht gerade euphorisch. Gut, dass es ab jetzt nur noch bergab geht. Man mutiert nach Druck auf die grüne Eco-Modus Taste zwangsläufig zu einem Energiegeizhals, schaltet alle überflüssigen Verbraucher ab und ringt um jeden Meter Rekuperation. Sehr gelegen kommt da das neue sogenannte E-Pedel. Nach Druck auf das hellblaue Knöpfchen in der Mittelkonsole bremst das Fahrzeug selbständig, wenn man den Fuß vom Gas nimmt. Ein leises Surren, und nach etwas Geduld wird man durch den stetig wachsenden Grad der Aufladung der Batterie belohnt. Doch einzig der folgende Leaf-Fahrer bringt die Muße auf, dieser Fahrt bergab im Zeitlupentempo geduldig zu folgen. Jeder andere Verkehrsteilnehmer hätte längst überholt und diese Fahrweise sicherlich nicht ohne unfreundliche Kommentierung abgestraft.

Ziemlich autonomes Fahren und einparken wie von selbst  

Dafür verschafft die Rekuperation wieder 60 Prozent Batterieladung und eine Reichweite von 118 Kilometern. Das ist ein ordentliches Polster für die restliche Autobahnstrecke, auf der der ProPilot endlich zu seinem Einsatz kommt. Der Fahrassistent wird über eine blaue Taste in der rechten Lenkradspeiche aktiviert und übernimmt die Steuerung von Lenkung, Gaspedal und Bremsen, immer in der Spur und in gesetztem Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Das erleichtert lange Strecken oder auch das mühsame Fahren im Stau, allerdings müssen die Hände des Fahrers immer schön brav zurück an das Lenkrad. Als ProPilotPark nutzt ein Parkassistent den Ultraschallsensor und das 360 Grad Kamerasystem, um Parklücken zu finden und selbständig einzuparken.

Tee trinken und laden

Geladen wird der in seiner Europa-Version weiterhin in Sunderland in GB gebaute Leaf über einen Typ-2-Stecker mit bis zu 6,6 kW Wechselstrom (AC). An einer herkömmlichen Haushaltssteckdose dauert der Ladevorgang acht Stunden, über eine Wallbox sechs Stunden. An einer CHAdeMO-Säule, die mit 50 kW Gleichstrom (DC) 80 Prozent des Akkus wieder mit Strom füllt, geht es schneller. Chademo heißt auf japanisch „wie wär es mit meiner Tasse Tee“ und soll dafür stehen, dass ein leer gefahrenes Elektroauto in bis zu 30 Minuten wieder aufgeladen werden kann, solange, wie man nach japanischer Tradition für eine Tasse Tee braucht.

Der Einstiegspreis für den neuen Leaf, der ab März in Europa auf die Straße rollt, liegt bei 31 950 Euro, bei dem aber noch der Umweltbonus abgezogen werden kann. Mit an Bord sind immer Licht- und Regensensor, Notbrems- und Spurhalteassistent, Querverkehrswarner oder Verkehrszeichenerkennung, ein Radio und den Lader für die beiden Auflademöglichkeiten.

 

Text und Fotos : Solveig Grewe

 

Subaru WRX STi – Damenwahl zum Abschlussball

Rundenzeiten sind beim Wintertraining mit dem Subaru WRX STi heute nicht entscheidend. Schon  eher die Zeit, die man für einen Fahrerwechsel auf spiegelglattem Eis mit zentimeterhoch stehendem Regenwasser braucht. Da bekommt der mächtige Spoiler, den die Fangemeinde der kompakten Sportlimousine liebevoll Theke oder auch Bügelbrett nennt, als Haltegriff mal einen ganz anderen Nutzwert. Eigentlich dient er ja dazu, den 300 PS starken japanischen Krawallbruder bei hohen Geschwindigkeiten Stabilität in Längsrichtung zu verleihen. Leider hat der 2,5 Liter Turbo Boxermotor mächtig Durst (10,9Liter) und mächtig viel Co2-Ausstoß (252 g/100 g/km), was angesichts des ab 2020 geltenden strengeren Abgasgrenzwertes von 95 g/km nicht mehr zeitgemäß ist und von Subaru auch nicht über die Flotte ausgeglichen werden kann. Deshalb verzichten die Japaner nach 25 Jahren und einer letzten Überarbeitung in Europa auf einen Weiterverkauf der ab 44.500 Euro teuren Sportlimousine.

Heute geht es auf dem Übungsgelände im österreichischen Lungau nicht darum, mit dem beachtlichen Drehmoment von 407 Newtonmetern in 5,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu spurten, sondern den Japaner mal richtig nett tanzen zu lassen. Permanenter Allradantrieb und reichlich Motorleistung sind ja an für sich schon gute Zutaten für einen Drift. Selbstredend bei ausgeschaltetem ESP. Was den meisten der Teilnehmerinnen des Trainings allerdings fehlt, ist die Übung. Während die Boxermotoren vernehmlich und trotz des strömenden Regens unternehmungslustig vor sich hin brummeln, erklärt Tim Schrick, deutscher Rennfahrer und zusammen mit Werner und Moritz Gusenbauer Moderator und Instruktor des Kurses, die Unterschiede zum Quertreiben mit Hecktrieblern. Die neigen ja anders als ein eher stoischer Allradler ohnehin eher zum Übersteuern, also zum kontrollierten Ausbrechen des Hecks. Doch ist man mit der Kraft an alle vier Räder einmal im richtigen Driftwinkel angekommen, bedarf es viel weniger Lenkeinschlag und weniger Gas als beim Hecktriebler.

„Viel Gefühl am Lenkrad und im Gasfuß ist perfekt, aber da sind Frauen ja ohnehin im Vorteil, schmunzelt Tim. „Dann kriegt ihr den Allradler durch kurzes Einlenken, wir nennen es Impulslenken, und sofortiges Bremsen schnell zum Schwenken des Hecks, dann leichtes Gegenlenken und Gas, und schon klappt das mit dem Tanzen.“ Soviel zur Theorie. Doch am Ende des Tages sind die Instruktoren zufrieden. Nicht nur, weil keiner der Scoobies“ in der Farbe Blue Pearl Schaden gelitten hat trotz einiger Ausrutscher ins Abseits. Sondern auch, weil sie jeder der Teilnehmerinnen bestätigen können, ein würdiger Tanzpartner für den WRZ STi gewesen zu sein. Für den Abschlussball steht dann vielleicht in Bälde eine auf das Viziv Performance Concept Car folgende Sportlimousine von Subaru parat.

Text und Bilder : Solveig Grewe

Land Rover Experience 2017 Peru – Über Stock und über Stein

Die Land Rover Experience Tour 2017 hat sich mit Peru sicherlich eines der interessantesten und vielfältigsten Länder dieser Erde für ein Abenteuer ausgesucht. Rund 1800 Kilometer Straßen und Pisten, entlang des Pazifiks, durch die Wüste, in die Höhe der Anden und in den Dschungel. Alle Teilnehmer können bei ihrem Abenteuertrip durch das Land im Osten Südamerikas auf den Discovery bauen, der, mittlerweile in seiner fünften Generation, Menschen und Material zuverlässig zum Ziel bringt. Mein auto blog Autorin Solveig Grewe war ein Stück weit dabei in dem Land voller Kontraste, extremer Höhenunterschiede und den gastfreundlichsten Menschen überhaupt.    

  

Mit Hingabe poliert Ciro die halbhohen dunkelbraunen Schnürschuhe, die er zuvor mit einer geheimnisvollen Creme behandelt hat. Der ausgehandelte, wohlwollende Preis für die Aktion liegt bei vier US Dollar. Das ist eine Menge Geld für den peruanischen Schuhputzer, in dessen Heimat der Durchschnittsverdienst pro Tag bei gerade mal einem Viertel davon liegt. In dem pittoresken Andenort Cusco sind Touristen die beste Kundschaft für Ciro. Nach getaner Arbeit gibt er breit grinsend noch vier Tage Garantie auf den Hochglanz, der sich jetzt eingestellt hat. Was er nicht ahnt, ist, dass die Schuhe schon einen Tag später einer harten Bewährungsprobe unterzogen werden. Cusco ist der erste Programmpunkt der zwölften Land Rover Experience Tour, die in diesem Jahr zum zweiten Mal nach Südamerika führt und aus einem Tross von 16 Land Rover Discovery und drei begleitenden Range Rover Sport besteht. Der erste Höhepunkt der Tour ist die für jeden Peru Touristen obligatorische Ruinenstadt Machu Picchu – Zeugnis der lange untergegangenen Inka-Kultur. Mach Picchu zeigt sich gerade wolkenverhangen und dadurch besonders mystisch. Die Anfahrt bleibt Bahn und Bus vorbehalten, Autos ist sie untersagt.

Am nächsten Tag geht es mit dem Flugzeug ins 500 Kilometer östlich und am Pazifik gelegene Pisco. Die heiße sandverhangene Luft flirrt, als der Tross bei Ica in eine der trockensten Wüsten der Erde abbiegt. Ein kurzer Stopp noch, um den Reifendruck der hier unerlässlichen Offroad-Reifen (Goodyear Wrangler DuraTrac) von knapp drei bar Druck auf 1,8 bar abzusenken. Das vergrößert die Auflagefläche und verbessert die Traktion im Sand. Dann heißt es, das  Fahrwerk hochstellen und im Offroad-Programm den passenden Modus für den Allradantrieb zu wählen. Es ist früher Nachmittag, die Sonne senkt sich langsam über die mit Reserverädern und Benzinkanistern auf dem Dach schwer bepackten „kings oft the hills“ inmitten der bizarr geformten mächtigen Dünen. Der Verlauf des Tracks wird wegen der Schatten langsam unübersichtlich. Ohne viel Wenn und Aber treibt der Sechszylinder Kompressor Benziner mit 340 PS und 450 Nm die weit mehr als 2 Tonnen schweren Fahrzeuge durch den Sand. Doch Achtung, wer der Spur nicht präzise folgt, der landet schnell im Abseits, was hier mit tiefem Sand gleichzusetzen ist. Eine tückische Linkskurve hinunter und gleich wieder ein steiler Hang nach rechts hoch, da ist es auch schon passiert. Gleich zwei Fahrzeuge bohren sich mit ihrer Front in den Sand. Eine erste Gelegenheit und in einem Fall eine wahre Herausforderung für die Mechaniker, die die Kolonne begleiten und deren hauptsächliche Aufgabe bisher nur daraus bestand, durchdrehende Räder mit Sand zu unterfüttern. Jetzt hängen gleich drei von ihnen über und unter dem aufgerissenen Kühler des einen Disco, um ihn mit Hilfe mitgeführter Ersatzteile, Kabelbinder und Klebeband wieder fahrbereit zu machen.

Über den so fein gewienerten Schuhen liegt längst die gleiche Patina wie über dem Lack eines jeden Discovery. Am nächsten Tag geht es von nur wenigen Metern über NN über asphaltierte Straßen, die diesen Namen eigentlich nicht verdient haben, immer wieder abgelöst von noch schlechter zu befahrenen scharfkantigen Geröllstrecken, hinauf auf 4500 Meter in den Zentralanden. Schlaglöcher ohne Ende und der gefährlichsten Art, weil man ihre Tiefe nur erahnen kann. Die schnellen Entscheidungen, welche umfahren werden müssen und welche durchfahren werden können, fordern den Fahrern volle Konzentration ab. Die Allradler machen dabei dank Luftfederung weitestgehend gute Miene zum bösen Spiel. Doch versehentlich übersehene „schlafende Polizisten“, wie sie in Deutschland gerne genannt werden und die hierzulande in besiedelten Gegenden oder Gefahrenstellen über die gesamte Fahrbahnbreite zu schnelle Fahrt abbremsen, nimmt selbst das komfortabelst eingestellte Fahrwerk krumm. Den Atem raubt das alleine noch keinem der Fahrer, wohl aber die Höhenluft bei einigen. Auf über 4000 Meter Höhe fällt der Sauerstoffgehalt so gering aus, dass selbst wenige Schritte draußen bei den unvermeidlichen Zwischenstopps zur vorher unvorstellbaren körperlichen Anstrengungen werden.

Den Einwohnern macht diese Höhe nichts aus. Stoisch treiben sie ihre Kuhherden an den Autos vorbei, winken aus ihren Häusern oder Hütten, obwohl ihre frisch gewaschene Wäsche auf der Leine unter dem von dutzenden von Rädern aufgewirbelten Staub erkennbar leidet. Sie lachen, freuen sich, dass in der Einsamkeit der Bergwelt endlich mal etwas passiert. Dann windet sich die Straße wieder höher hinauf, wird enger. Links die Felswand, rechts der Abgrund. Mehr als zwei Meter Breite bringt der Disco auf die Straße, das Verkehrsschild weist nicht mehr als 3,20 Breite der Straße auf. Entgegenkommen sollte jetzt besser niemand. Wer den Berg hinauf fährt, muss warten. An diese Regel halten sich ausnahmslos alle, Ausweichbuchten gibt es genug. Die warnenden Hupsignale vor jeder Kehre sind über Stunden die dominierende Geräuschkulisse der Fahrt.

Am nächsten Tag setzt Nieselregen ein. Die Straßen bleiben schmal, die Geröllstrecken werden glitschig. Steinbrocken, die sich irgendwann vorher gelöst haben, und jetzt auf der Straße liegen, machen die Fahrt zum Slalom. Zur rechten sucht sich ein Wasserfall Hunderte von Metern über den Autodächern seinen Weg, seine Ausläufer münden in einem ausgewaschenen Bachbett. 28 Zentimeter Bodenfreiheit beim Disco und Achsverschränkungen von 50 Zentimeter helfen, den Weg zum anderen Ufer mit Bedacht zu erreichen. Dort wird der rotbraune Weg immer mehr zum Schlammgemenge. Nur langsam schiebt sich die Kolonne vorwärts, die grüne Wand des Dschungels rückt immer näher und scheint den Tross verschlucken und auf ewig in sich aufnehmen zu wollen.

Als Tagesziel steht Huancayo auf dem Programm, eine Stadt mit über 300 000 Einwohnern auf etwa 3200 Metern Höhe. Welch ein Kontrast zu der Urform alles Lebens im Dschungel. Auf zwei Spuren strebt alles miteinander, aber eigentlich immer durcheinander in Richtung Innenstadt. Immer wieder sind es die kleinen Taxis, die hier wie wohl überall auf der Welt wegen ihres Motorengeräusches liebevoll TucTucs genannt, die einem gerne schon mal den Weg abschneiden. Doch immer wieder ist es dieses  entwaffnende Lächeln der Peruaner, das erst gar keinen Ärger aufkommen lässt und einen schnell die Strapazen der vergangenen Tage vergessen lässt. Leider führt der Weg nicht mehr nach Cusco, so dass die Garantie für den Glanz der braunen Schnürschuhe  leider verfallen wird.

Text und Bilder: Solveig Grewe

Hyundai Ioniq holt sich den Titel „Women’s World Car of the Year 2017“

Der Hyundai Ioniq wurde mit dem Preis „Women‘s World Car of the Year 2017“ ausgezeichnet und siegte zudem in der Kategorie „Grünes Auto des Jahres“.

Die Motorjournalistinnen, darunter Solveig Grewe, freie Journalistin für Auto, Reise und Lifestyle in Deutschland und Autorin für mein auto blog, wählten den Mazda CX-5 zum Familienauto des Jahres, den Ford Fiesta zum Budgetauto des Jahres und den Peugeot 3008 zum SUV/Crossover des Jahres. In der Kategorie „bestes Luxusauto“ setzte sich der BMW 5er durch. Der Honda Civic Type R punktete in der Kategorie „Performance Car“.

Der Holly Reich Dream Car Award, der einer der Gründungsjurorinnen der Auszeichnung „Women‘s World Car of the Year“ gewidmet ist, brachte McLaren mit dem 720S seinen zweiten Sieg in Folge ein. Der 570S bekam den Preis 2016.

Sandy Myhre, CEO des Women’s World Car of the Year, betonte bei der Verkündung der Ergebnisse:  „Das Auto, das den Supreme Award gewinnt, hat sich einem strengen Test von 25 Jurorinnen aus 20 verschiedenen Ländern unterzogen. Die Wahl ist ein demokratischer Prozess und die Modelle, die ihre Kategorien gewonnen haben, sind wirklich herausragend“. Für die Abstimmung wurden von der Jury zunächst 420 Autos nominiert, von denen 60 dann in die engere Auswahl kamen. Dies ist die achte Ausgabe des Women’s World Car of the Year Award – dem einzigen, in dem die Jury ausschließlich aus Frauen besteht.

Die P Zero World in München – Pirelli zeigt neue Dimensionen beim Reifenkauf

Pirelli hat den Hang zur Perfektion. In diesen Tagen startet der weltweit fünftgrößte Reifenhersteller aus Italien mit dem lang gezogenen P im schwarz gelben Logo in Deutschland ein neues Shop Konzept. Nach Los Angeles im letzten Jahr fiel die Wahl für den Standort einer neuen „P Zero World“ nicht von ungefähr auf München. Immerhin hat die bayerische Hauptstadt hierzulande zweifelsohne die größte Dichte an Sport – und Luxusautomobilen und damit an finanziell potenten Kunden, für die der führende Erstausrüster der Premium – und Prestige-Klasse entsprechenden perfekten Service bieten will. Die Rechnung dürfte aufgehen. Im ersten Halbjahr machte Pirelli, die sich selbst als 145 Jahre altes Start-up bezeichnen, während man die Rückkehr an die Börse bejubelt, einen Gewinn von 67,6 Millionen Euro. Bis 2020 strebt Pirelli ein jährliches Umsatzplus von durchschnittlich neun Prozent an.

Verheißungsvoll posen Lambo & Co. vor der neuen „P Zero World“ von Pirelli in der Hanauer Landstraße 42 in München. Foto: Pirelli

Sinnlich blicken zwei zart bekleidete Schönheiten aus dem großformatigen Schwarz-Weiß Druck am Abend der Eröffnung der neuen Pirelli „P Zero World“ in München auf die etwa 270 geladenen Gäste. Protagonistinnen einer der Ausgaben des schon fast legendären Pirellikalenders, in dem namhafte Modefotografen Schönheiten unbekleidet oder bekleidet, mal mit, mal ohne Reifen ablichten und mit dem der Reifenhersteller Jahr für Jahr eine sorgfältig ausgewählte und ganz kleine Anzahl seiner Kunden und Freunde beglückt. Kaufen kann man den Kalender, auch einfach „the cal“ genannt, nicht. Exklusivität für ein PR-Produkt. Eine Masche, die auch für die neuen Shops im Premium – und Prestigebereich ziehen soll. Benannt sind die „P Zero Welten“ übrigens nach dem Pirelli P Zero, einem Sommerreifen aus dem oberen Preissegment.

Großformatige Bilder aus dem legendären Pirelli-Kalender sorgen in der Lounge des Pirelli-Shops für ansprechenden Zeitvertreib.

 

An den Wänden des Shops lädt ein Mix an ausgestellten Reifen zur Information ein, die Mitte dominiert ein „F1“.

Es riecht noch nach frischer Farbe. Die Mitte des großzügigen Raumes mit einer stylischen Espressobar in der Ecke wird von einem F1 dominiert, einer Leihgabe von Red Bull. Noch bis Ende 2019 fungiert Pirelli als einziger Ausrüster für alle Formel-1-Teams. An den Wänden hängt das Portfolio der High Performance und Ultra-High Performance. Anschauungsobjekte für noch unentschlossene Kunden, die sich aber auch in das Shop-wlan einloggen und auf der Pirelli-Seite ihre ganz persönliche Ausstattung konfigurieren können. Nur Schwarz ist längst out, Pirelli bietet jetzt auch Reifen mit farbigem Flankendekor. Erst Rot, Gelb, Weiß und Silber, in Kürze werden die Dekorelemente dann auch in jeder anderen Farbe lieferbar sein. Nach dem Debüt auf Sportwagen von Lamborghini und McLaren ist die Farb-Edition auch für Marken wie Aston Martin, Bentley, Ferrari und Porsche verfügbar. Später sollen farbige Reifen auch für Fahrzeuge des Premium-Segments folgen.

Pirelli setzt auf Farbe und den Trend zur Individualisierung auch beim Reifen. Foto: Pirelli

 

Während sie die Prozedur des Reifenwechsels beobachten, können die Kunden bei Espresso und Hintergrundmusik chillen.

Durch eine gläserne Trennwand des Shops fällt der Blick auf die Servicebuchten in der Werkstatt, die diesen Namen eigentlich nicht verdient hat, sondern eher den eines OP-Raums. Während man an seinem Latte schlürft, lassen sich Reifenwechsel oder etwa die Überprüfung des Reifendrucks in Ruhe beobachten. Wer über eine App des Reifenüberwachungssystem „Connesso“ von Pirelli verfügt, bei dem ein Sensor an der Innenwand des Reifens mit dem Fahrer kommuniziert, weiß nach einem Blick auf das Smartphone überdies genau, wann der Reifendruck wieder im grünen Bereich angekommen ist und der Liebste auf vier Rädern wieder in Empfang genommen werden kann.

In der Region und der Umgebung sind weltweit wichtige Automobilhersteller, für die Pirelli sowohl Erstausrüstungsreifen als auch Reifen für den Ersatzmarkt liefert.

Der Zugang zur neuen P Zero World in München ist seit dieser Woche eröffnet. Übrigens nicht nur für Fahrer eines McLaren, Ferrari oder Landrover oder eines anderen Fahrzeuges der oberen „Zehntausend“, wobei zuzugeben bleibt, dass Ober –  bzw. Luxusklasse in Deutschland mit etwas über 27 000 Fahrzeugen in 2016 längst einen  breiteren Raum einnehmen. Willkommen sind auch Fahrzeuge eines „Ottonormalverbrauchers“, dem man gerne auch mit Produkten anderer Reifenhersteller weiterhelfen will. Noch ein Tipp für alle männlichen und natürlich auch weiblichen Kunden : Dauert es mal etwas länger, gibt es in dem neuen Pirelli Shop den Retrospektivband mit allen und wirklich allen  Nachdrucken der vollständige Pirelli-Kalender zum Durchblättern.

Das Überbrücken der Wartezeiten fällt in der Lounge, ihrem ganz besonderen Ambiente und den Bildern aus den Pirelli-Kalendern nicht schwer.

Text : Solveig Grewe

Bilder: Solveig Grewe, Pirelli