Autorückblick 2016 – So modern war das Jahr

Vom größten, stärksten und schnellsten SUV über Neuheiten in der Business-Klasse, bei elektrifizierten Modelle bis zu den Kleinwagen: Das Jahr 2016 hatte in Sachen Modellneuheiten einiges zu bieten – Rückblick auf einige Highlights.

In der Business-Klasse startete die neue E-Klasse, unter anderem mit Vernetzung mit der Infrastruktur und teilautonomen Fahrfunktionen

Nicht, dass der SUV-Boom bis zu diesem Jahr noch nicht richtig in Fahrt gewesen wäre. Doch 2016 hat den Hochbeinern in allen Größen noch mal richtig Schwung verliehen: Egal, wie die Zulassungszahlen sich sonst in den vergangenen Monaten entwickelten: Die Verkäufe von neuen SUV wuchsen immer zweistellig, in mehreren Monaten steigerten sich die Neuzulassungen um ein Drittel oder mehr. Kein Wunder also, dass die SUV zusammen mit dem technisch verwandten Segment der Geländewagen nach elf Monaten auf einen Marktanteil von 21 Prozent kommen und das hierzulande beliebteste Segment der Kompaktklasse (25 Prozent Marktanteil) fast eingeholt haben.

Skoda ist jetzt mit dem 4,70 Meter langen Flaggschiff Kodiaq im Segment der großen SUV vertreten

Das hängt auch mit den immer neuen Modellen zusammen, die die Autohersteller kontinuierlich auf den Markt rollen. In diesem Jahr allen voran Geländewagen-Segmentsbestseller VW Tiguan (4,49 Meter), den die Wolfsburger in einer brandneuen Generation herausbrachten. Aber auch die Schwestermarken konnten mit hochbeinigen Modellen punkten: Skoda mit dem 4,70 Meter langen Flaggschiff Kodiaq, Seat mit dem 4,36 Meter langen Ateca, dem allerersten SUV der Marke. Audi erweiterte sein SUV-Portfolio mit dem urbanen Offroader Q2 (4,19 Meter) nach unten. Jaguar brachte mit dem F-Pace ebenfalls sein erstes SUV zu den Händlern.

Von der britischen Traditionsmarke Bentley ist mit dem Bentayga (5,14 Meter) nicht weniger als das größte, stärkste, schnellste und teuerste SUV der Welt auf den Markt gekommen

Von der britischen Traditionsmarke Bentley ist mit dem Bentayga (5,14 Meter) nicht weniger als das größte, stärkste, schnellste und teuerste SUV der Welt auf den Markt gekommen. Weitere neue Exoten im Segment: Der Range Rover Evoque als Cabrio (4,37 Meter), das rein elektrische Model X von Tesla (5,03 Meter) mit den charakteristischen hinteren Flügeltüren oder der ausschließlich als Hybrid angebotene Crossover Kia Niro (4,36 Meter).

Natürlich hat im Jahr 2016 auch in den traditionellen Segmenten die Neuheitenflut nicht nachgelassen. In der Business-Klasse startete die neue E-Klasse, unter anderem mit Vernetzung mit der Infrastruktur und teilautonomen Fahrfunktionen. Auch der völlig neu gestaltete Volvo S90 kann alleine lenken, bremsen und Abstand halten, die Schweden haben hier zudem ihre neue Infotainmentbedienung auf einem Tablet-großen Bildschirm eingesetzt. Mit einem modernen Ansatz in Sachen Cockpitgestaltung hat sich etwas höher auch der Porsche Panamera eingereiht, in dem der Fahrer nun neben dem analogen Drehzahlmesser auf hochauflösende Displays, zudem auf ein neues Infotainmentsystem blickt.

Der Ka+ will vor allem praktisch sein und mit günstigem Preis und Sach-Argumenten überzeugen

Auch am anderen Ende der Segmentsaufstellung hat es in diesem Jahr ein paar Änderungen gegeben, die allerdings erst im kommenden Jahr auf der Straße zu sehen sind. So ist zum Beispiel der Ford Ka zurückgekehrt, allerdings nicht als knubbeliger Kleinstwagen mit Niedlichkeitsfaktor. Der Ka+ will vor allem praktisch sein und mit günstigem Preis und Sach-Argumenten überzeugen. Im Gegensatz dazu setzt Citroen mit dem C3 mehr auf Optik: Die Franzosen haben dem Kleinwagen schmucke Elemente des außergewöhnlichen C4 Cactus verpasst. Auch der NIssan Micra hat sich vom biederen Design verabschiedet.

Nach dem Motto „auffällig, aber nicht schrill“ hat Hyundai sein neues Konzept für eine Kompakt-Limousine verpackt: Der Ioniq ist das erste Fahrzeug, das von vornherein für die drei Antriebsarten Hybrid, Elektro und Plug-in-Hybrid ausgelegt wurde

Nach dem Motto „auffällig, aber nicht schrill“ hat Hyundai sein neues Konzept für eine Kompakt-Limousine verpackt: Der Ioniq ist das erste Fahrzeug, das von vornherein für die drei Antriebsarten Hybrid, Elektro und Plug-in-Hybrid ausgelegt wurde. Auf dem elektrifizierten Markt haben sich in diesem vor allem diverse Reichweitenverlängerungen angekündigt: So ist nun beispielsweise der Nissan Leaf mit 250 Kilometern Aktionsradius auf dem Markt, der BMW i3 kommt 300 Kilometer weit.

Porsche sorgte dabei mit neuen Vierzylinder-Boxermotoren in 718 Boxster und Cayman kurz für einen Aufschrei, der aber angesichts der Performance schnell verklang

Natürlich hat das Jahr 2016 auch einige neue oder neu aufgelegte Spaßmodelle hervorgebracht. Porsche sorgte dabei mit neuen Vierzylinder-Boxermotoren in 718 Boxster und Cayman kurz für einen Aufschrei, der aber angesichts der Performance schnell verklang. Für kleineres Budget rollte Fiat im Sommer den mit dem Mazda MX-5 eng verwandten Stoffdach-Zweisitzer 124 Spider zu den Händlern. Mercedes wagte nach 45 Jahren wieder die Öffnung der S-Klasse und konkurriert mit dem Luxus-Cabrio nun mit Bentley und Rolls-Royce. (Hanne Schweitzer/SP-X)

5x kleine Allradautos – Auf allen Vieren durch den Schnee

Nicht nur in den höher gelegenen Regionen Deutschlands wünscht sich so mancher Autofahrer im Winter einen Wagen mit Traktionsvorteil. Den Allrad-Aufpreis scheuen aber viele. Dabei muss es in der Summe nicht unbedingt viel Geld kosten, auf Schnee mehr Grip zu haben. Fünf Beispiele für Neuwagen mit Allradantrieb unter 20.000 Euro.

Die klassische Wahl unter den Günstig-Kraxlern ist der Lada 4×4/Taiga

Die klassische Wahl unter den Günstig-Kraxlern ist der Lada 4×4/Taiga (vormals Niva). Das spartanisch eingerichtete russische Importmodell mit 3,64 Metern Kürze steht in der preiswertesten Ausführung für 10.490 Euro in der Preisliste, dann sind immerhin elektrische Fensterheber und Servolenkung an Bord. Viel wichtiger sind aber die serienmäßigen Features Allrad, Untersetzung und sperrbares Mittendifferenzial, mit denen der Russe abseits der Wege seine Vorteile ausspielt – auf befestigter Straße fährt er sich eher unhandlich. Angetrieben wird der Geländewagen vom 1,7-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 61 kW/83 PS.

Eine Allrad-Alternative für Menschen mit mehr Platzbedarf (443 Liter Kofferraumvolumen) und wenig Selbstdarstellungsdrang bietet der Dacia Duster

Eine Allrad-Alternative für Menschen mit mehr Platzbedarf (443 Liter Kofferraumvolumen) und wenig Selbstdarstellungsdrang bietet der Dacia Duster. In der günstigsten Version mit zuschaltbarem Allradantrieb ist der 4,32 Meter lange Fünfsitzer ab 15.390 Euro zu haben, dann mit dem 84 kW/114 PS starken Benziner. Serienmäßig sind Klimaanlage, Radio und Dachreling an Bord. Ein Dieselaggregat (17.290 Euro) ist auch erhältlich.

Ebenfalls ein Klassiker unter den günstigen Allradern ist der robuste Naturbursche Suzuki Jimny, der mindestens 15.590 Euro kostet, dann mit 62 kW/84 PS starkem Benziner. Mit zuschaltbarem 4×4-Antrieb und Reduktionsgetriebe ist der kleine Japaner ein echter Geländerwagen. Auf 3,70 Metern bringt der Jimny vier Personen und 113 Liter Gepäck unter. Obwohl Suzuki ab Anfang 2017 auf gleicher Länge einen neuen Mini-Geländegänger namens Ignis im Programm hat, bleibt der beliebte Allrad-Klassiker Jimny im Modellprogramm.

Als neuer Mini-Kraxler kommt Mitte Januar der Suzuki Ignis auf den Mark

Als neuer Mini-Kraxler kommt Mitte Januar der Suzuki Ignis auf den Markt. Auf 3,70 Metern Kürze begründet der stylische Japaner die Gattung der Micro-SUV und ist – obwohl sein Haupteinsatzgebiet in städtischen Gefilden liegen dürfte – Suzuki-typisch optional mit Allrad-Antrieb zu haben. Dann kostet der Ignis 15.990 Euro und wird vom 1,2-Liter-Benziner mit 66 kW/90 PS angetrieben. Im Kofferraum ist für 260 Liter Volumen Platz.

Dank Allrad und elektronischer Sperre wühlt sich der Fiat Panda auch als Cityflitzer durch einen vom Winterdienst noch nicht freigeräumten Bereich

Der Panda 4×4, der ab 16.690 Euro (0,9-Liter-Turbobenziner mit 63 kW/85 PS) unter anderem mit Klimaautomatik und Leichtmetallfelgen gut ausgestattet in der Preisliste steht, fährt im Stadtverkehr wie es sich für einen 3,65 Meter kurzen Kleinwagen gehört. Dank Allrad und elektronischer Sperre wühlt er sich auch als Cityflitzer durch einen vom Winterdienst noch nicht freigeräumten Bereich. Man muss sich allerdings auf 225 Liter im Kofferraum beschränken. Die Diesel-Alternative mit 70 kW/95 PS kostet 18.390 Euro.

(Hanne Schweitzer/SP-X)

Bosch-Studie – Eine Viertelmillion weniger Unfälle durch vernetzte Mobilität

Schöne neue Welt: Wenn 2025 ein Großteil der Autos vernetzt sind, hat das erhebliche Auswirkungen, unter anderem auf die Sicherheit im Straßenverkehr: Nach Modellrechnungen des Automobil-Zulieferers Bosch und des Beratungsunternehmens Prognos für Deutschland, die USA und China könnten dann 260.000 Unfälle mit Verletzten verhindert werden – dadurch, dass viele Fahrzeuge mit dem Internet verbunden sind und bestimmte Sicherheitssysteme an Bord haben.

„Die versteckten Helden der vernetzten Revolution sind Assistenz- und Komfortsysteme, die wir oft schon kennen“, sagt Dirk Hoheisel, der zuständige Bosch-Geschäftsführer. Den Modellrechnungen der Studie „Connected Car Effect 2025“ zufolge wird der Schleuderschutz ESP beispielsweise bis 2025 in bis zu 90 Prozent aller Fahrzeuge in den drei Ländern vorhanden sein, sensorbasierte Notbrems- und Spurhalteassistenten in bis zu 40 Prozent des Pkw-Bestands. Systeme für mehr Komfort und Vernetzung finden sich ebenfalls in der Mehrheit der Autos: Smartphones werden sich 2025 bei etwa jedem zweiten Fahrzeug ins Infotainmentsystem integrieren lassen.

Die steigende Anzahl solcher Systeme und ihre zunehmende Anbindung an das Internet machen aus ihnen mehr als die Summe ihrer Teile – für jeden Verkehrsteilnehmer: ESP-Sensoren melden künftig vereiste Straßenabschnitte, Kameras sammeln Daten zu Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Nebel, Falschfahrerwarnungen in nahezu Echtzeit lassen sich auf einfache Weise umsetzen.

Das hat laut Studie für jeden Autofahrer spürbare Auswirkungen: Mehr als 260.000 Unfälle mit Personenschaden werden dann in Summe jährlich vermieden. In Deutschland 30.000, in den USA 210.000, in China 20.000. Etwa 11.000 Menschenlegen könnten im Jahr 2025 durch vernetzte Assistenzsysteme gerettet werden, davon in Deutschland 300 (USA: 4.000, China: 7.000). Allein in Deutschland gäbe es 37.000 weniger Verletzte durch Verkehrsunfälle, in allen drei Ländern 360.000 weniger. Zudem würden hierzulande bis zu 450 Millionen Euro weniger Sach- und Schadenskosten fallen durch vernetzte Assistenzsysteme anfallen (insgesamt: 4,3 Milliarden Euro).

Zudem hätte die vernetzte Mobilität auch Einfluss auf Kraftstoffverbrauch und Emissionen: Knapp 400.000 Tonnen CO2 werden nach der Hochrechnung dank vernetzter Funktionen eingespart – so viel, wie der Nationalpark Schwarzwald in drei Jahren speichern kann. Dabei reduzieren zum Beispiel Konzepte wie Community-based-Parking und aktives Parkraummanagement den Parksuchverkehr um bis zu 380 Millionen Kilometer, hochautomatisiertes Fahren spart zusätzlich Kraftstoff.

(Hanne Schweitzer/SP-X)

5x kleine SUV – Kurz, aber hoch

Käufer kleiner Autos, die ihren Sinn für den Zeitgeist beweisen wollen, legen sich heute ein Mini-SUV zu. Die ersten Hochbeiner im Schrumpf-Format haben mittlerweile schon ein Update nötig, beständig kommen aber auch ganz neue Modelle hinzu. Fünf Beispiele für aktuelle Neuerscheinungen.

Mit dem City-SUV Q2 vervollständigt Audi seine Hochbeiner-Flotte
Mit dem City-SUV Q2 vervollständigt Audi seine Hochbeiner-Flotte

Mit dem City-SUV Q2 vervollständigt Audi seine Hochbeiner-Flotte: Der auf dem A3 basierende, mit 4,19 Metern aber kürzere Crossover soll vor allem junge Städter locken. Innen- und Kofferraum sind recht großzügig, 405 Liter passen ins Gepäckabteil. Basismotor für das 1,2 Tonnen schwere SUV ist ein Dreizylinder-Turbomotor mit 85 kW/116 PS (ab 22.900 Euro).

Die wohl gewagteste Optik im Segment weist der neue Toyota C-HR (ab 21.990 Euro mit dem 85 kW/116 PS starken Turbobenziner) auf: Mit auffällig zerklüfteter Karosserie soll er ab Anfang 2017 vor allem jüngere Kundschaft locken. Die Japaner stellen ihm ein zeitgemäßes Zusatz-Argument an die Seite: Das 4,36 Meter lange SUV gibt es auch mit Hybridantrieb (90 kW/122 PS).

Der Opel Mokka zählt zu den erfolgreichsten Mini-SUV in Europa
Der Opel Mokka zählt zu den erfolgreichsten Mini-SUV in Europa

Der Opel Mokka zählt zu den erfolgreichsten Mini-SUV in Europa. Damit das so bleibt, wurde er jüngst überarbeitet: Neue Optik, LED-Scheinwerfer, die aktuelle Infotainment-Generation und ein zusätzlicher Motor aus dem Astra (Turbobenziner mit 112 kW/152 PS) sollen dem 4,28 Meter langen Mokka X, wie das SUV nun heißt, seinen Platz im wachsenden Wettbewerbsumfeld sichern. Wie gehabt startet die Basisversion bei 18.990 Euro.

Angesichts vermehrter Konkurrenz hat auch Peugeot den 2008 überarbeitet
Angesichts vermehrter Konkurrenz hat auch Peugeot den 2008 überarbeitet

Angesichts vermehrter Konkurrenz hat auch Peugeot den 2008 überarbeitet, das bisher eher schmächtige Mini-SUV sieht nun mehr nach Offroader aus. Zudem erleichtert der 4,16 Meter lange Franzose nun die Smartphone-Anbindung, und verhindert Auffahrunfälle. Käufer müssen wie bisher mindestens 15.500 Euro (Dreizylinder-Turbobenziner mit 60 kW/82 PS) investieren.

Eigentlich eine Klasse für sich ist der Suzuki Ignis
Eigentlich eine Klasse für sich ist der Suzuki Ignis

Eigentlich eine Klasse für sich, aber mangels direkter Konkurrenz hier aufgeführt ist der frischeste unter den hochgebockten Winzlingen: Mit nur 3,70 Metern Länge ordnet sich der Suzuki Ignis (11.990 Euro) unterhalb seiner Wettbewerber ein und will sich so besonders gut als Stadtwägelchen mit Abenteuer-Charme positionieren – optional hat der Ignis Allradantrieb. Suzuki verspricht in dem ab Anfang 2017 erhältlichen Micro-SUV einen variablen und alltagstauglichen Innenraum, der 5 Personen und bis zu 267 Liter Gepäck aufnehmen kann. (Hanne Schweitzer/SP-X)

Mercedes-AMG GT, GT C Roadster und AMG GT R – Nach oben offen

Die offenen Versionen des Sportwagens Mercedes-AMG GT kommen passend zum Frühjahr auf den Markt, bestellen kann man sie ab sofort: Für den regulären GT Roadster (350 kW/476 PS)werden 129.180 Euro fällig, gut 12.000 Euro mehr als für das leicht schwächere Coupé. Der GT C Roadster, mit 410 kW/557 PS zwischen den beiden Coupés GT S (375 kW/510 PS, 135.303 Euro) und dem neuen GT R (430 kW/585 PS) positioniert, kostet mindestens 160.650 Euro. Auch der Extremsportler GT R kommt im Frühjahr und kostet 165.410 Euro.

Mit Stoffverdeck ausgestattet schmiegt sich der Porsche-911-Konkurrent scheinbar noch etwas geschmeidiger an die Straße. Die Roadster wurden natürlich in der Struktur verstärkt, unter anderem durch Seitenschweller mit größeren Wandstärken und eine Domstrebe zwischen Verdeck und Tank. Ein integrierter Aluminium-Querträger mit Überrollbügel dient als Überrollschutz. Das Stoffdach öffnet und schließt in rund elf Sekunden, bis zu Tempo 50 ist das möglich.

Der AMG GT C Roadster bedient sich einiger technischer Feinheiten aus dem AMG GT R, unter anderem der aktiven Hinterachslenkung oder des elektronisch gesteuerten Hinterachs-Sperrdifferenzials. Auch optisch sind die AMG GT R-Gene auf den ersten Blick erkennbar – vom Panamericana Grill bis zum breiteren Heck. Außerdem ist der GT C Roadster unter anderem serienmäßig Nappaleder, AMG Performance Lenkrad und dem zusätzlichen Fahrprogramm RACE ausgestattet. (Hanne Schweitzer/SP-X)

Hyundai i10 Facelift – Weiterhin unter 10.000 Euro

Auch nach der Überarbeitung liegt der Einstiegspreis des Hyundai i10 weiterhin bei 9.990 Euro. Angetrieben wird der ab sofort bestellbare Kleinstwagen dann vom 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 49 kW/67 PS. Serienmäßig sind in der Basisausstattung unter anderem sechs Airbags, Bordcomputer und getönte Scheiben.

Klimaanlage, MP3-Radio mit USB-Anschluss und elektrische Fensterheber sind in der nächst höheren Ausstattungsstufe „Classic“ ab 11.480 Euro an Bord. Neben weiteren Ausstattungslinien sind zudem diverse Pakete und Extras für das optisch am neuen Kühlergrill erkennbare Facelift erhältlich. So kann man in den nächst höheren Ausstattungen Trend (ab 12.110 Euro) und Style (ab 13.630 Euro) zum Beispiel in Sachen Konnektivität und Assistenz aufrüsten: Mit 7-Zoll-Navi inklusive Android Auto und Apple Carplay (950 Euro) oder Spurverlassenswarner, Frontkollisionswarner und Rückfahrwarnsystem (750 Euro).

Unschlagbar bleibt das umfangreiche Garantie-Paket des Hyundai i10. Die volle Fahrzeuggarantie gilt 5 Jahre ohne Kilometerbeschränkung. Nach Ablauf der Herstellergarantie kann der Kunde eine Neuwagenanschlussgarantie bis einschließlich des 10. Jahres nach der Erstzulassung erwerben.
(Hanne Schweitzer/SP-X)

Mit Sommerreifen bei Winterwetter – Gefährdeter Versicherungsschutz

Wer bei Winterwetter mit Sommerreifen unterwegs ist, riskiert nicht nur Bußgeld und Punkte in Flensburg, sondern auch seinen Versicherungsschutz, darauf weisen die Verkehrsexperten der Huk-Coburg-Versicherung hin. Insbesondere, wenn Schneematsch schon länger für Behinderungen auf den Straßen gesorgt hat.

Dabei reguliert die Kfz-Haftpflicht eines Unfallverursachers natürlich den Schaden des Opfers. Allerdings kann sie den Versicherten, der ohne Winterreifen einen Unfall verschuldet hat, im Nachgang mit bis zu 5.000 Euro in Regress nehmen. Und auch beim Unfallopfer kann falsche Bereifung zum Problem werden: Lässt sich nachweisen, dass dessen fehlende Winterausrüstung ursächlich für den Unfall war – weil sich zum Beispiel der Bremsweg drastisch verlängert hat – muss das Unfallopfer mit einer Mithaftung rechnen. Dann zahlt die Haftflicht-Versicherung des Verursachers den Schaden nicht mehr komplett, sondern nur bis zu einem bestimmten Prozentsatz. Aber auch Kaskoversicherten, die ohne Winterreifen losfahren und ihren eigenen Wagen beschädigen, kann es passieren, dass sie nur einen Teil des Schadens ersetzt bekommen.

In Deutschland herrscht situative Winterreifenpflicht, bei winterlichen Straßenverhältnissen – Eisglätte, Schnee etc. – müssen die Pneus aufgezogen sein. Wer die Regel missachtet, riskiert einen Punkt und ein Bußgeld von mindestens 60 Euro, wenn er von der Polizei angehalten wird. Kommt es zum Unfall oder wird der Verkehr durch die Falschbereifung behindert kann das Bußgeld auf bis zu 120 Euro steigen. (Hanne Schweitzer/SP-X)

Mercedes-Maybach S650 Cabriolet – 300 Stück für Genießer

Während Staatslenker, Könige und Superreiche in den 2014 präsentierten Luxus-Limousinen Mercedes-Maybach S500 (335 kW/455 PS) und S600 (390 kW/530 PS) hinten rechts Platz nimmt, ist das erste Cabrio der Marke für betuchte Selbstfahrer gedacht. Der auf 300 Exemplare limitierte, 463 kW/ 630 PS starke V12-Luxusliner ordnet sich preislich mit 300.000 Euro noch oberhalb eines Bentley Continental GT Speed Convertible (472 kW/642 PS, 240.000 Euro) ein.

Dafür ist aber auch alles an Bord, was das Herz begehrt, unter anderem sämtliche Sonderausstattungen des S-Klasse Cabrios, darunter die Kopfraumheizung Airscarf und die Swarovski-Scheinwerfer. Zudem gehören auch passende Reisetaschen und ein besticktes Car-Cover zum Ausstattungsumfang. Angetrieben wird der S650 vom 6,0-Liter-V12 (1.000 Newtonmeter), die Maximalgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h.

Auch im Innenraum herrscht opulenter Luxus
Auch im Innenraum herrscht opulenter Luxus

Der Mercedes-Maybach S 650 basiert auf der offenen S‑Klasse, von ihr hat das Luxus-Cabrio unter anderem die klassischen Proportionen übernommen. Zahlreiche Chromakzente und das Maybach-Emblem auf dem Kotflügel deuten auf die Exklusivität hin. Die Nobelkarosse steht auf 20 Zoll großen Schmiederädern, beim Öffnen der Türen wird das Maybach-Logo auf die Straße projiziert.

Im Innenraum setzt das Luxus-Cabrio einige Ideen des Showcars Concept S-Class Coupé von der IAA 2013 um, zum Beispiel eine wasserfallartige Grafik in den Ledersitzen. Die Zierteile sind für jedes Fahrzeug nach Farbe und Maserung individuell. Auf Wunsch wird das Holz-Interieur mit „Flowing-Lines“ veredelt, eine speziellen Frästechnik für einen hochwertigen dreidimensionalen Eindruck.

Der Mercedes-Maybach S 650 basiert auf der offenen S Klasse, von ihr hat das Luxus-Cabrio unter anderem die klassischen Proportionen übernommen
Der Mercedes-Maybach S 650 basiert auf der offenen S Klasse, von ihr hat das Luxus-Cabrio unter anderem die klassischen Proportionen übernommen

Maybachs Luxus-Tradition geht in die 1920er Jahre zurück, seit den 60ern gehört die Marke zu Mercedes. Die einzigen Serienmodelle seitdem waren die 2002 auf den Markt gebrachten Luxuslimousinen Maybach 57 und 62. Der Name bezog sich auf die Fahrzeuglänge in Dezimetern – 5,70 und 6,20 Meter. Wegen mangelnden Erfolgs wurde die Produktion Ende 2012 eingestellt.
(Hanne Schweitzer/SP-X)

Nebelunfälle häufig im 4. Quartal – Jetzt besonders vorsichtig fahren

Im letzten Quartal des Jahres führt Nebel besonders häufig zu schweren Unfällen: Rund zwei Drittel (64 Prozent) aller schweren Nebelunfälle der Jahre 2011 bis 2015 ereigneten sich in den Monaten Oktober bis Dezember, teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) mit.

Zwei Drittel der Nebelunfälle ereignen sich auf Landstraßen (66,2 % im Durchschnitt der Jahre 2011 bis 2015), ein Viertel innerorts (24,8 %) und knapp jeder zehnte (9,1 %) auf Autobahnen. Bei den von 2011 bis 2015 registrierten 3.277 Nebelunfällen verunglückten 2.496 Personen, 107 davon tödlich.

Mit angepasster Geschwindigkeit fahren, Abstand halten und vor allem Licht ein schalten sind die gängigen Tipps für Fahrten bei Nebel. Die Lichtautomatik neuerer Autos ist bei Herbstwetter nicht optimal: Da sie auf Helligkeitsunterschiede reagiert, erkennt sie Sichtbehinderungen wie Nebel häufig nicht. Bei trübem Herbstwetter sollten Autofahrer deshalb lieber gleich von Hand das Abblendlicht einschalten, empfiehlt der ADAC. Tagfahrlicht ist für schwierige Lichtverhältnisse nicht hell genug.

Keinesfalls sollte man das Fernlicht aktivieren, denn die feinen Wassertröpfchen reflektieren das Licht und verschlechtern zusätzlich die Sicht. Die Nebelscheinwerfer darf man unter einer Sichtweite von 150 Metern nutzen. Nebelschlussleuchten hingegen dürfen erst bei einer Sichtweite von unter 50 Metern eingeschaltet werden, sonst blendet man den Hintermann. Zudem darf man bei einer Sichtweite unter 50 Metern auch auf Autobahnen nicht über 50 km/h schnell fahren. (Hanne Schweitzer/SP-X)

Standheizung nachrüsten – Nie mehr kalte Finger

Laternenparker müssen in den kommenden Monaten noch häufig die Autoscheibe von Eis befreien und sich auf den ersten Kilometern hinter dem Steuer warm bibbern. Es sei denn, sie haben vorgesorgt.

Nahezu jedes Auto – ob Pkw oder Transporter – lässt sich nachträglich mit einer Standheizung ausrüsten. Generell kann der Kunde zwischen zwei Systemen wählen. Die günstige Alternative ab rund 100 Euro ist die Luftheizung. Sie wird im Innenraum montiert, wo sie elektrisch oder mittels Brennstoff Luft erwärmt und per Gebläse zirkulieren lässt. Sie braucht keinen großen zeitlichen Vorlauf, sondern liefert fast sofort angenehme Wärme. Allerdings ist der Platzbedarf für das Gehäuse relativ hoch, so dass sie sich vor allem für Kleinbusse und Wohnmobile eignet. Bei strombetriebenen Geräten ist auch eine nahe Steckdose nötig. Zudem erwärmt die Luftheizung nur die Innenraumluft, nicht den Motor. Dem bleibt der Kaltstart somit nicht erspart.

Die etwas aufwendigere und teure Wasserheizung bringt gleich auch den Motor auf Temperatur. Sie wird im Motorraum montiert und erwärmt mit einem kraftstoffbetriebenen Brenner das Wasser im Kühlkreislauf. Über das Heizungsgebläse gelangt die Wärme dann in den Innenraum. Das dauert deutlich länger als bei der Luftheizung, was bei vorausschauender Programmierung aber kein Problem ist. Der zusätzliche Kraftstoffverbrauch fällt nicht ins Gewicht, da er durch die höhere Effizienz des Warmstarts ausgeglichen wird. Dafür fallen rund 1.000 Euro Kosten ohne Montage an.

Gesteuert werden Standheizungen je nach Ausführung über eine Zeitschaltuhr im Fahrzeug oder per Funkfernbedienung. Neue Modelle lassen sich auch über das Handy aktivieren. Die maximale Betriebszeit ist begrenzt, da auch kraftstoffbetriebene Heizungen Strom aus der Autobatterie benötigen, etwa für das Gebläse. Als Faustformel gilt: Die Heizzeit sollte nicht länger sein als die Fahrtzeit. Übrigens sollte die Standheizung auch im Sommer von Zeit zu Zeit angeworfen werden. Wer sie alle zwei Monate kurz laufen lässt, verhindert ein Verharzen der Kraftstoff- und Wasserpumpen.
(Hanne Schweitzer/SP-X)

Rolls-Royce Phantom – Königs-Klasse für Majestäten und Mächtige

Der König ist tot, lang lebe der König! Zwar wird dieser Heroldsruf nicht zu vernehmen sein, wenn Ende des Jahres der letzte Phantom VII produziert wird, verdient hätte ihn dieser royale Rolls-Royce aber. Schließlich steht die Repräsentationslimousine seit sieben Generationen an der Spitze der automobilen Königs-Klasse und der achte Phantom macht sich schon bereit, den Thron der Luxuslimousinen zu besteigen.

In einer Welt permanenter Veränderung ist der Rolls-Royce Phantom die automobile Konstante für alle wirklich Reichen und Mächtigen. Geboren in den Golden Twenties, die eine Flut von 80 Premiummarken hervorbrachten, ist der Phantom das weltweit einzige Prestigemodell mit über 90-jähriger Tradition. Ein Auto, das seine Passagiere mit einer Aura majestätischen Glanzes umgibt, gleich ob es sich um Mitglieder des britischen Könighauses handelt oder um neureiche Milliardäre. Dabei fing alles ganz pragmatisch an, denn 1925 sollte der „New Phantom“ schlicht das alternde Spitzenmodell Silver Ghost ersetzen. Wie sein Vorgänger wurde der Phantom ohne Rücksicht auf Kosten gebaut, allein um dem Credo des „besten Wagens der Welt“ zu genügen. Mit dem Prestige überstand Rolls-Royce die Zeit der Weltwirtschaftskrise, den Niedergang der britischen Automobilindustrie und hauseigene Finanzkrisen unter verschiedenen Eigentümern. Wirklich große kommerzielle Erfolge erzielt das Kronjuwel britischer Automobilbaukunst jedoch erst seit 2003 – unter bayerischer Führung von BMW.

In einer Welt permanenter Veränderung ist der Rolls-Royce Phantom die automobile Konstante für alle wirklich Reichen und Mächtigen
In einer Welt permanenter Veränderung ist der Rolls-Royce Phantom die automobile Konstante für alle wirklich Reichen und Mächtigen

Waren die frühen 1920er Jahre noch vom wirtschaftlichen Wiederaufbau nach dem Ersten Weltkrieg gezeichnet, fuhr die automobile Superliga wenig später in gigantischen Dimensionen und mit unerschöpflich großen Motoren vor, die auf dem Zenit bis zu 16 Zylinder zählten. Geradezu bescheiden wirkte in diesem Umfeld der Sechszylinder im ersten Phantom, der 1925 in London als Nachfolger des Silver Shadow vorgestellt wurde. Zumindest wartete der Phantom mit standesgemäßen 7,7 Liter Hubraum auf und einem massiven Fahrgestell, das über gewaltige 3,82 Meter Radstand verfügte. Je nach Kundenwunsch kleideten altehrwürdige Karossiers wie Hooper, Park Ward, Mulliner und Thrupp & Maberly den Phantom als Limousine, Pullman, Coupé, Cabriolet, Landaulet oder Tourenwagen. Wichtigster Karosseriebauer für die im amerikanischen Rolls-Royce-Werk Springfield gebauten Phantom war dagegen Brewster & Company in New York. Tatsächlich erlangte der Phantom aus US-Provenienz erstaunliche Popularität bei Neureichen, die in den Roaring Twenties zu Wohlstand kamen. Dennoch verdiente Rolls-Royce nie genügend Geld in Springfield, weshalb der 1929 lancierte Phantom II nur noch im englischen Derby gebaut wurde und die US-Dependenz in der Weltwirtschaftskrise unterging.

„Buy British and be proud of it“, hieß es damals in Britannien und die berühmte Kühlerfigur „Spirit of Ecstasy“ zog für das letzte komplett unter Fredrick Royce entwickelte Fahrzeug trotz der Depression überraschend viele Käufer an. Vielleicht waren es die prachtvollen Aufbauten für den Phantom II, sein neu konstruiertes Chassis mit halbelliptischen Federn für noch besseres Fahrverhalten oder schlicht die Qualitätsbesessenheit der Rolls-Royce-Ingenieure, die dazu führte, dass manche dieser monumentalen Karossen über ein halbes Jahrhundert im Einsatz ihrer Herrschaften blieben. Jedenfalls verkaufte sich der Phantom II auch bei indischen Potentaten und sogar in Hollywood besser als die meisten illustren Konkurrenten.

Rolls-Royce Phantom Serie 2 mit Weltrekordfahrer Sir Malcolm Campbell
Rolls-Royce Phantom Serie 2 mit Weltrekordfahrer Sir Malcolm Campbell

Gestärkt durch diesen Erfolg lotete Rolls-Royce 1935 neue Grenzen aus und schickte den Phantom III mit einem V12, der in seiner Konstruktion an die RR-Aero-Aggregate erinnerte, auf Höhenflug. Eine Maschine, die es im Temperament nicht mit den V12 von Maybach oder Cadillac aufnehmen konnte, dafür in der Zuverlässigkeit unerreicht war. So trieb die Sunday Times 1937 einen Phantom III Park Ward ohne Pannenausrüstung in Rekordzeit von London nach Nairobi, quer durch Sahara und Dschungel: Es waren über 20.000 Kilometer ohne technische Defekte.

Der Zweite Weltkrieg veränderte die Welt der Luxusautos nachhaltiger als alle vorausgehenden Ereignisse. Erst waren es Materialrationierungen und Strafsteuern, die den Neustart der Nobelmarken erschwerten, dann bewirkten selbsttragende Karosserien das Aus für viele Karossiers und schließlich schmolz der zahlungswillige Kundenkreis wie Eis in der Sonne. War es doch in vielen westlichen Ländern lange Zeit gesellschaftlich verpönt, in Fahrzeugen wie dem Phantom vorzufahren. Königshäuser ausgenommen. Weshalb Rolls-Royce den Phantom IV nur auf ausdrücklichen Wunsch von Prinzessin Elisabeth und Prinz Philip realisierte, die sich mit diesem Achtzylinder 1952 zur Krönungszeremonie chauffieren ließen. Erst damit kam Rolls-Royce in den erlauchten Kreis der Hoflieferanten des englischen Königshauses.

Rolls-Royce mit Königin Elisabeth II.
Rolls-Royce mit Königin Elisabeth II.

Während der Phantom IV nur für ausgewählte Kunden gebaut wurde, gab es für den 1959 vorgestellten Phantom V wieder eine reguläre Preisliste. Dieser technisch mit dem Silver Cloud verwandte Phantom verfügte über einen V8-Motor und – ganz neu – eine Vier-Gang-Automatik. Die Liste der prominenten Eigner des Phantom V ist lang, besonders bemerkenswert sind neben Königin Elisabeth II die Queen Mum, König Olav V. von Norwegen und John Lennon, der seinen Wagen in psychedelischen Farben verzierte. Bis 1964 kannte Rolls-Royce keinen ernsthaften Konkurrenten mehr in dieser höchsten Klasse, dann zeigte der Stuttgarter Stern mit dem Modell 600 Flagge. Der sogenannte „Große Mercedes“ begeisterte als Pullman und mit avantgardistischen Komfortdetails sogar traditionsverhaftete britische Kunden. Weshalb Rolls-Royce 1968 dem über sechs Meter messenden Phantom VI immerhin einen frischen 6,8-Liter-V8 spendierte.

Rolls-Royce Phantom Serie 1 mit dem ehemaligen britischen Premierminister David Lloyd George 1933
Rolls-Royce Phantom Serie 1 mit dem ehemaligen britischen Premierminister David Lloyd George 1933

Ansonsten verblieb der bis 24 Jahre lang lieferbare Phantom VI ein in dieser Form weltweit einzigartiges Repräsentationsfahrzeug, das sich fast allen Neuerungen verweigerte. Tatsächlich handelte es sich bei der kostspieligsten Serienlimousine der Welt – zeitweise so teuer wie zwei Mercedes 600 Pullman – letztlich sogar nur um eine Faceliftversion des Phantom V. Die erlauchten Kunden kümmerte es nicht und Königin Elisabeth II freute sich entsprechend über eine Spezialversion, die sie zum silbernen Thronjubiläum 1977 geschenkt erhielt. Als jedoch der Sultan von Brunei 1992 den finalen Phantom VI übernahm, schien das letzte Kapitel der kolossalen Klasse geschrieben.

Rolls-Royce Phantom Serie 7 Coupe 2012
Rolls-Royce Phantom Serie 7 Coupe 2012

Es sollte anders kommen. Das erste Modell der 2003 von BMW gegründeten Rolls-Royce Motor Cars Limited avancierte als Phantom VII mit einem Mix aus BMW-Technik und englischer Handwerkskunst zu einem der gefragtesten Luxusgüter des 21. Jahrhunderts. Weshalb Rolls-Royce vor dem in Kürze anstehenden Produktionsauslauf seiner Repräsentationsklasse alle Reichen beruhigte: Der Phantom VIII macht sich bereits startklar. Anders als im gerade enthüllten Concept Car Next 100 können die Phantom-VIII-Passagiere aber noch nicht auf einen autonomen Computer statt des Chauffeurs vertrauen. (Hanne Schweitzer/SP-X)

Rolls-Royce Phantom Serie 7 Drophead Coupe Waterspeed Collection 2014
Rolls-Royce Phantom Serie 7 Drophead Coupe Waterspeed Collection 2014

Nissan-Carsharing – Ein Micra, viele Besitzer

Die meiste Zeit des Tages steht das eigene Auto nur herum – und könnte von jemandem genutzt werden, der zeitlich genau gegensätzliche Fahrbedürfnisse hat als man selbst. Die Idee des Auto-Teilens ist nicht neu, wohl aber der Plan, die passenden Sharing-Partner über das soziale Netz zu finden. Nissan macht das jetzt mit dem Micra möglich und geht sogar einen Schritt weiter: Das geteilte Auto gehört der Community.

Der Dienst „Intelligent get & go Micra“ nutzt – ähnlich wie eine Partnervermittlung – spezielle Algorithmen, um die Profile und Geo-Daten registrierter Interessenten zu vergleichen. So werden Nutzer mit gegensätzlichen Fahrbedürfnissen zusammengeführt, die dann den Kleinwagen gemeinsam besitzen. Gezahlt wird über eine Monatsgebühr, die sich nach der persönlichen Fahrzeugnutzung richtet. Sie umfasst unter anderem Versicherung, Service, Zugang zur Online-Vermittlung und Smartphone-App. Durch die gemeinsame Nutzung ist das Auto besser ausgelastet und die Kosten fürs Autofahren sinken für den Einzelnen.

Der Dienst startet noch in diesem Jahr im Großraum Paris, die ersten Fahrzeuge rollen voraussichtlich im Frühjahr 2017 auf die Straße. Nutzergruppen haben dann Zugriff auf den neuen Nissan Micra Acenta mit dem 0,9-Liter-Turbobenziner (66 kW/90 PS). Eine Ausweitung auf Deutschland wird derzeit geprüft, heißt es vom Autohersteller. (Hanne Schweitzer/SP-X)

Nissan Leaf Black Edition – Unauffällig besonders

Nissan bringt sein Elektroauto Leaf jetzt in einer besonders eleganten Variante auf den Markt: Als Sondermodell „Black Edition“ sind Karosserie und einige Details in schwarz gehalten sowie die hinteren Seitenscheiben verdunkelt. Zudem ist die limitierte Edition gut ausgestattet. Der Listenpreis für den 80 kW/109 PSstarken Stromer liegt bei 30.115 Euro, davon können noch die E-Autoprämie in Höhe von 4.000 Euro und ein zusätzlicher Rabatt von 1.000 Euro abgezogen werden, womit man letztlich bei 25.115 Euro landet. Die Batteriemiete (ab 79 Euro/Monat) kommt allerdings noch hinzu.

Basierend auf der mittleren Ausstattungslinie Acenta sind beim Sondermodell unter anderem schwarze 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, LED-Scheinwerfer, 360-Grad-Around-View, Winterpaket mit Sitzheizung vorn und hinten, beheizbares Lenkrad und Außenspiegel sowie das Navi- und Telematiksystem Nissan Connect EV an Bord. Die Black Edition ist ab 1. Dezember bestellbar. Neben der Standardvariante mit 24-kWh-Batterie ist der Leaf auch mit 30 kWh starkem Akku erhältlich, der eine Reichweite von bis zu 250 Kilometern ermöglichen soll.
(Hanne Schweitzer/SP-X)

Tesla beendet kostenloses Laden – „Für immer“ ist zum Jahreswechsel vorbei

Es hatte von Beginn an etwas Fabelhaftes: Ein Autohersteller stellt seinen Kunden kostenlos Antriebsenergie zur Verfügung und sorgt auch noch selbst für den Ausbau der Infrastruktur. Seit 2012 können Tesla-Käufer an den vom amerikanischen E-Auto-Hersteller selbst aufgestellten Schnellladestationen kostenlos Strom tanken, Ende 2013 wurden die ersten so genannten Supercharger in Deutschland eingerichtet. Nun hat Tesla angekündigt, die kostenlose Ladeoption zumindest für Neukunden zu streichen.

Tesla-Gründer Elon Musk, der sich selbst als Pionier des Langstrecken-Elektroautos sieht, wollte mit dem Ausbau der Ladestationen die Alltagstauglichkeit der Elektromobilität im Allgemeinen und seiner mindestens 76.600 Euro teuren Oberklasse-Limousine Model S im Speziellen beweisen. Der große Akku der Teslas verspricht ohnehin zwischen 400 und 600 Kilometer Reichweite. Dank der 4.600 Schnelllade-Möglichkeiten weltweit, die mittlerweile unter anderem an Hauptverkehrsstrecken quer durch Europa, die Vereinigten Staaten und in dicht besiedelten Zentren Chinas und Japans eine mehr oder weniger nahtlose Abdeckung versprechen, ist Musk der Beweis tatsächlich gelungen.

Nun hat das versprochene „für immer kostenlose Laden“ ein Ende, zumindest für Neukunden: Für Tesla-Fahrzeuge, die nach dem 1. Januar 2017 bestellt werden, sind 400 kWh jährliches Laden inklusive (entspricht laut Tesla rund 1.600 Kilometern). Danach wird eine noch nicht näher bezifferte, „kleine Gebühr“ fällig. Sie soll auf jeden Fall geringer sein als das Auftanken eines vergleichbaren Verbrennerfahrzeugs, verspricht Tesla.

Die Anpassung erlaube neue Investitionen in den Ausbau des Netzwerks, heißt es von den Amerikanern. Über einen anderen Grund kann man nur mutmaßen: Möglicherweise haben einige Tesla-Besitzer das kostenlose System ausgenutzt. So hat der E-Autobauer bereits 2015 laut Medienberichten einige Kunden dazu aufgerufen, das Netzwerk nicht zu „überbeanspruchen“ – sie hatten ihre Fahrzeuge wohl dauerhaft an den Ladesäulen aufgetankt. „Unsere Absicht war es immer, Supercharger als Lösung für die Langstrecke anzubieten“, heißt es nun auch im offiziellen Tesla-Statement. Wie auch im Umgang mit einem Smartphone, sei man überzeugt, dass das Laden eines Tesla Zuhause oder am Arbeitsplatz die beste Variante darstelle. Mit Strom für 1.600 Kilometer jährlich könnten die Kunden „weiterhin die Vorteile des kostenfreien Superchargings auf Reisen genießen“, heißt es weiter.

Die 160.000 bestehenden Kunden betrifft die neue Regelung nicht, ebenso alle Tesla Model S oder Model X die vor dem 1. Januar 2017 bestellt werden, solange die Auslieferung vor dem 1. April 2017 stattfindet. Für das angekündigte, kleinere und günstigere Volumenfahrzeug Model 3 war die kostenlose Ladeoption offenbar ohnehin nicht vorgesehen.
(Hanne Schweitzer/SP-X)

VW Crafter – Neu und trotzdem günstiger

Die neue Generation des VW Crafter kommt zu einem günstigeren Einstiegspreis auf den Markt: Mit 28.300 Euro netto (33.677 Euro brutto) kostet der Transporter als Kastenwagen (75 kW/102 PS, mittlerem Radstand) laut VW 2.400 Euro weniger als zuvor.

Gleichzeitig verbessert sich die Grundausstattung, unter anderem sind nun Seitenwind- und Berganfahr-Assistent sowie Multikollisionsbremse immer an Bord. Der neue Crafter, der nicht mehr als Zwilling des Mercedes Sprinter, sondern von VW in Eigenregie entwickelt wurde, ist ab sofort bestellbar und kommt im März auf den Markt. Zum Vergleich: Die Preisliste für den Mercedes beginnt bei 30.830 Euro netto (36.688 brutto) für die Kastenwagen-Version mit allerdings 115 kW/156 PS.
(Hanne Schweitzer/SP-X)

Pkw-Markt – Smart Fortwo meistverkaufter Mini

Für Autohändler stand der Oktober mit 5,6 Prozent weniger Neuzulassungen unter negativen Vorzeichen, wer jedoch SUV oder Wohnmobile im Angebot hatte, konnte sich freuen: Während fast alle anderen Fahrzeugsegmente verloren, konnten diese beiden Klassen ihren Höhenflug fortsetzen: 14,7 Prozent mehr neu zugelassene SUV und 15,6 Prozent mehr Wohnmobile verzeichnete das Kraftfahrt-Bundesamt im Oktober.

Mit 34.100 Neuzulassungen haben sich die SUV mittlerweile als drittstärkstes Segment etabliert, hinter Kompakt- (64.302) und Kleinwagenklasse (39.277), noch vor der Mittelklasse (32.645). Meistverkauftes SUV war weiterhin der Ford Kuga, während bei den Wohnmobilen der ewige Dauerbrenner Fiat Ducato überwog.

An der Spitze einer Fahrzeugklasse meldete das KBA im Oktober eine Veränderung: Bei den Kleinstwagen löste der Smart Fortwo mit 3.048 Neuzulassungen den Fiat 500 als meistverkauftes Modell ab. Im Segment der Kleinwagen lag weiterhin der VW Polo (5.656) vorn, bei den Kompakten der Golf (16.687), in der Mittelklasse der Passat (6.077). An der Spitze der oberen Mittelklasse bleibt die Mercedes E-Klasse (3.622), in der Oberklasse die S-Klasse (458). Meistverkauftes Modell bei den Geländewagen war der VW Tiguan (6.195), bei den Sportwagen der Porsche 911 (563). Im Segment der Mini-Vans hatte die Mercedes B-Klasse (2.131) die Nase vorn, die Großraum-Vans führte der VW Touran an (3.906) und bei den Utilities lag der VW Transporter an der Spitze. (Hanne Schweitzer/SP-X)

Peugeot 208, 308, 308 SW Winter Edition – Jahreszeitliches Angebot

Peugeot macht potenziellen Käufern von 208, 308 und 308 SW ein jahreszeitlich passendes Angebot: Den Kleinwagen, kompakten Fünftürer und Kompaktkombi bieten die Franzosen in einer „Winter Edition“ an, unter anderem mit einem Satz Winterkompletträdern zusätzlich zu den standardmäßigen Sommerreifen sowie Sitzheizung.

Die Sondermodelle basieren auf dem Ausstattungsniveau Active, bieten aber weitere Extras: So ist beim Kleinwagen 208 zum Beispiel das City-Paket mit Einparkhilfe und Nebelscheinwerfern an Bord, ebenso Sitzheizung und Winterreifen auf Stahlfelge. Als Dreitürer ist der 208 mit dem 50 kW/68 PS-Benziner ab 13.990 Euro, mit dem 60 kW/82 PS-Benziner ab 14.690 Euro erhältlich. Peugeot verspricht einen Preisvorteil von 1.630 Euro.

Beim Peugeot 308 und 308 SW kommen neben zum regulären Active-Ausstattungsumfang unter anderem Sitzheizung, Einparkhilfe vorn und hinten, Nebelscheinwerfer, getönte Heck- und Seitenscheiben sowie Winterräder auf Leichtmetallfelgen hinzu. Mit dem Dreizylinder-Turbobenziner (96 kW/130 PS) kostet der 308 Winter Edition mindestens 19.990 Euro, der Kombi 20.990 Euro. Als Diesel (88 kW/120 PS) ist der 308 ab 22.140 Euro erhältlich, der Kombi ab 23.140 Euro. Den Kundenvorteil beziffern die Franzosen mit3.750 bzw. 3.650 Euro. (Hanne Schweitzer/SP-X)

Mini Countryman Plug-in-Hybrid – Landmann mit zwei Herzen

Mit der Neuauflage des Mini Countryman bringt die BMW-Tochter auch eine Plug-in-Hybrid-Version ihres SUV-Ablegers auf den Markt. Nun haben die Münchner erste Informationen zu ihrem voraussichtlich im kommenden Jahr erhältlichen SUV mit Doppelherz-Antrieb bekannt gegeben.

Während der Verbrennungsmotor die Vorderräder antreibt, überträgt der Elektromotor seine Kraft an die Hinterräder. Beide Aggregate können auch allein für Vortrieb sorgen, bei Antriebsschlupf wird der zweite Motor hinzugeschaltet, so sollen Traktion und Fahrstabilität über das Antriebssystem optimiert werden. Ohnehin betonen die Verantwortlichen, dass es beim Plug-in-Hybrid im Mini nicht nur um Effizienz, sondern auch um Fahrspaß geht.

Die tief im Heck positionierten Komponenten für den Elektroantrieb senken den Schwerpunkt und verteilen das Gewicht gleichmäßig zwischen Vorder- und Hinterachse. Die Hochvoltbatterie ist unter den Fondsitzen eingebaut. Zu Kapazität des Stromspeichers und der Reichweite des Teilzeit-Elektroautos sagt Mini noch nichts. Wohl aber zur Höchstgeschwindigkeit, die im rein elektrischen Modus möglich ist: 125 km/h.

Zu erkennen gibt sich der – derzeit noch getarnte – Countryman Plug-in-Hybrid auf den ersten Blick nur durch seine Steckerklappe vor der Fahrertür. Innen übernimmt eine Leistungsanzeige den Platz des Drehzahlmessers im Kombiinstrument. (Hanne Schweitzer/SP-X)

Volvo S60 und V60 Polestar von Heico Sportiv – Das Tuning des Tunings

Volvo-Tuner Heico Sportiv bietet für die Über-Schweden V60 und S60 Polestar eine erneute Leistungssteigerung an: Mit dem e.motion-Kit leisten Mittelklasse-Kombi und –Limousine nun 294 kW/400 PS. Für den Tuner aus Weiterstadt ist das der stärkste Volvo in der 21-jährigen Firmengeschichte.

Mit der Übernahme des Haustuners Polestar im Sommer 2015 hat Volvo sein Performance-Programm erweitert. Heico Sportiv bietet nun gezielt Veredelungen für Polestar-Komplettfahrzeuge an. Der 2,0-Liter-Benziner T6 im S60 und V60 Polestar leistet von Hause aus bereits 270 kW/367 PS und 470 Newtonmeter, nun kommen 33 PS hinzu. Die Höchstgeschwindigkeit wird nun erst bei 275 km/h elektronisch begrenzt, im Sprint auf 100 km/h sind die getunten Tuning-Fahrzeuge 0,4 Sekunden schneller. Möglich wird das unter anderem durch neue Software, größeren Ladeluftkühler und einen Sportluftfilter-Einsatz.

Das Leistungskit ist ab November erhältlich und kostet 4.990 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Für den S60 Polestar werden zudem 68.000 Euro, für den V60 69.600 Euro fällig. Für Deutschland sind pro Jahr lediglich 150 Fahrzeuge vorgesehen.
(Hanne Schweitzer/SP-X)

BMW i3 – Ab 2018 mit 450 Kilometer Reichweite

Um mit angekündigten, reichweitenstarken Elektroautos wie dem Opel Ampera-e wieder auf Augenhöhe zu fahren, bekommt der BMW i3 2018 ein erneutes Batterie-Update: Dann soll die Reichweite auf 450 Kilometer nach aktuellem europäischem Fahrzyklus steigen, berichtet die Zeitschrift „Auto, Motor und Sport“ unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Seit kurzem bietet BMW für den Elektro-Kleinwagen bereits eine neue Batterie mit 33 kWh an, mit der der i3 eine Normreichweite von 300 Kilometer erreicht. Der etwas größere Opel Ampera-e soll im Frühjahr 2017 auf den Markt kommen und mit seinem 60-kWh-Akku gut 500 Kilometer weit kommen.

Bereits mit dem neuen 33-kWh-Akku, den BMW seit Sommer für 1.200 Euro Aufpreis anbietet, ist es gelungen, die Nachfrage zu steigern, in manchen Märkten um 50 bis 60 Prozent, berichtet die Zeitschrift. Auch die erneute Steigerung der Reichweite ab 2018 wird wieder mit einem stärkeren Akku bei gleicher Größe erreicht, denn für eine deutlich größere Batterie ist im i3 aufgrund der Karbonstruktur des Fahrzeugs kein Platz.

Zwar sind die meisten i3-Kunden laut BMW mit der bisherigen Reichweite zufrieden, aber bei Neukunden habe man „die emotionale Komponente“ dieser Limitation unterschätzt. Das Karbonkonzept, bei dem die Karosserie nahezu unveränderlich ist, sei nichts für den Einstieg in den Massenmarkt der Elektromobilität, räumte man laut „Auto Motor und Sport“ beim Münchner Autobauer ein. Trotzdem sei das Konzept eines Elektroautos, das sich von konventionell angetriebenen Fahrzeugen stark unterscheidet, richtig gewesen.

Für große E-Auto-Stückzahlen müssen in näherer Zukunft konventionelle Modelle herhalten. So soll der neue X3 ab 2019 nach Angaben der Zeitschrift auch mit rein elektrischem Antrieb zu kaufen sein. Außerdem wird es einen elektrischen Mini geben. Ein neuer BMW i mit größerer Karbonkarosserie könnte demnach 2021 auf den Markt kommen, dann mit autonomen Fahrfunktionen.
(Hanne Schweitzer/SP-X)

Citroen C3 – Nicht nur ein neues Gesicht

Wenn ein Volumenhersteller den Mainstream bedient, muss das noch lange nicht langweilig sein, den Beweis dafür tritt Citroen mit der Neuauflage des C3 an. Der Kleinwagen verändert sich deutlich in Richtung Crossover und übernimmt Designmerkmale des ungewöhnlichen C4 Cactus, wie die seitlichen „Airbumps“.

In der Top-Version mit Zweifarb-Lackierung und Plastikbeplankung rundherum wirkt der neue C3 sehr modisch. Aber auch in der Basis, die um die 12.000 Euro starten dürfte, zeigt er, rundlich und dynamisch zugleich, Charakter. So soll der 3,99 Meter lange, weltweite Bestseller das Image der Marke verjüngen.

Auch im Innenraum versuchen die Franzosen ihrem Markenclaim „Be different, feel good“ (Sei anders und fühl Dich gut) gerecht zu werden. Der Kunde kann zwischen vier Versionen des Innenraum-Ambientes wählen, ein großer Touchscreen und Online-Navigation machen den Kleinwagen zum zeitgemäßen Begleiter. Auf Wunsch ist auch ab Werk eine so genannte Dashcam an Bord: eine HD-Kamera hinter dem Innenspiegel, mit der man Videos und Schnappschüsse mit GPS-Koordinaten versehen und in sozialen Medien hochladen kann. Die Kamera filmt aber auch nach einem Unfall 90 Sekunden weiter, was zur besseren Aufklärung von Streitfällen beitragen soll.

Im ausschließlich als Fünftürer angebotenen C3 haben auch die Passagiere der Rückbank ausreichend Platz, der Kofferraumvolumen liegt wie gehabt bei 300 Litern. Ein optionales großes Glasdach ersetzt die bisherige Panorama-Windschutzscheibe. Spurhalteassistent und Totwinkelwarner sind auf Wunsch jetzt auch bestellbar.

Bei den Benzinern kommen ausschließlich Dreizylinder zum Einsatz, in der Basisversion wie gehabt der 1,0-Liter mit 50 kW/68 PS und in den stärkeren Varianten der 1,2-Liter mit 60 kW/82 PS oder 81 kW/110 PS. An der Dieselfront steht der 1,6-Liter-Blue-HDi in den beiden Ausführungen mit 55 kW/75 PS und 73 kW/100 PS zur Wahl.

(An die Redaktionen: Einen ausführlichen Fahrbericht in Kurz- und Langfassung veröffentlichen wir am Dienstag, 11. Oktober.) (Hanne Schweitzer/SP-X)

Ford Ka+ – Neuausrichtung geglückt

Was muss ein kleines Auto für rund 10.000 Euro wirklich können? Gut zu fahren und einfach zu parken sein, einigermaßen Platz bieten und einige Extras für kleines Geld in der Preisliste aufführen. In seiner Neuauflage besinnt sich der Ford Ka+ auf die Kerntugenden eines Kleinstwagens und macht seine Sache überraschend gut.

Mit seinem Knutschkugel-Design warb der Ford Ka ab 1996 um die Gunst junger, urbaner Kundschaft. Das gelang dem Dreitürer zuletzt nicht mehr besonders gut: 2015 wurden hierzulande knapp 7.000 Exemplare verkauft – 2009 waren es noch gut 30.000. Mit fünf Türen, mehr Länge, günstigem Preis und einem eher auf Praxistauglichkeit als Anmut getrimmten Design soll der Ka+ – das „Plus“ weist auf die Neupositionierung hin – nun ab Oktober ganz neu durchstarten.

Dabei kommt dem kleinsten Ford vor allem die B-Plattform zugute, die auch die Basis für Fiesta oder B-Max bildet. Mit nun 3,93 Metern Länge (+ 30 cm) streckt sich der Ka+ fast auf Kleinwagen-Niveau. Fünf statt drei Türen erhöhen die Praxistauglichkeit. Und bei 2,49 Metern Radstand haben Passagiere hinten tatsächlich so etwas wie Kniefreiheit – in Kleinstwagen die absolute Ausnahme. Zu zweit sitzt man dort als mittelgroßer Erwachsener recht bequem, auch weil das Dach nicht modisch nach hinten abfällt.

Das Cockpit stammt aus dem Fiesta
Das Cockpit stammt aus dem Fiesta

270 Liter Kofferraumvolumen – fast 50 Liter mehr als bisher – ist ein Bestwert im Kleinstwagen-Segment, das der Ka+ allerdings, wie gesagt, mit seinen Ausmaßen etwas sprengt. Direkte Konkurrenten wie Opel Karl (195 Liter, 3,68 Meter) oder Suzuki Celerio (254 Liter, 3,60 Meter) können weniger zuladen. Diverse Ablagefächer machen den Ka+ zum angenehmen Alltagsbegleiter, so fassen die beiden vorderen Türfächer gleichzeitig 1,0- und 0,6-Liter-Flasche. Nettes Gimmick: Ein „Geheimfach“ in der Seite des Instrumententrägers schützt wertvolle Gegenstände vor Diebstahl: Es ist nur erreichbar, wenn die Fahrertür geöffnet ist und wird unsichtbar, sobald sie geschlossen ist.

Neben den stattlichen Abmessungen profitiert der Ka+ auch in anderer Hinsicht von der neuen Plattform: So würde das ausbalancierte Fahrverhalten auch einem größeren Modell gut zu Gesicht stehen. Der Ka+ federt straff, aber nicht unkomfortabel, lässt sich auch dank der geschwindigkeitsabhängigen Servolenkung (Serie) präzise steuern. Auch bei Autobahntempo vermittelt dieser Kleinstwagen ein souveränes Gefühl. Bei dieser Geschwindigkeit muss man allerdings erstmal ankommen.
Denn zum ansonsten so souveränen Auftritt wollen die beiden angebotenen Motoren nicht ganz passen. Kurz erinnern: Wir sprechen schließlich immer noch über einen Kleinstwagen um 10.000 Euro. Ford offeriert einen 1,2-Liter-Saugbenziner mit 52 kW/70 PS und 63 kW/85 PS. Schon der Sprintwert des stärkeren Aggregats, mit dem der Testwagen ausgestattet war, lässt es erahnen: In 13,3 Sekunden von null auf 100 km/h lässt kaum echte Fahrfreude aufkommen. Zumal der Motor recht hohe Drehzahlen braucht und der Fahrer fleißig das manuelle Fünfganggetriebe bedienen muss, um zackig vom Fleck zu kommen.
Andererseits ist das bevorzugte Einsatzgebiet eines Autos unter vier Metern eben nicht die Autobahn, in der Stadt fällt die mangelnde Durchzugskraft weniger auf. Und: Trotz exzessiven Ausfahrens der Gänge und übermäßiger Klimaanlagen-Beanspruchung am heißen Testtag blieb der der Ka+ auf der Testfahrt unter sieben Litern – nicht unbedingt selbstverständlich. Den Normverbrauch gibt Ford mit 5,0 Litern an.

Mit nun 3,93 Metern Länge (+ 30 cm) streckt sich der Ka+ fast auf Kleinwagen-Niveau
Mit nun 3,93 Metern Länge (+ 30 cm) streckt sich der Ka+ fast auf Kleinwagen-Niveau

Der Preis des Ka+ ist mit 9.990 Euro eine Kampfansage an die durchweg kleineren Opel Karl (ab 9.500 Euro), Suzuki Celerio (9.690 Euro) und Co. Dabei ist die Basisversion nicht völlig nackt: Elektrische Fensterheber und Außenspiegel, teilbare Rücksitzlehne, geschwindigkeitsabhängige Servolenkung und Zentralverriegelung mit Fernbedienung sind an Bord. Radio und Klimaanlage kosten im Paket 950 Euro. Der größere Motor kann nur mit der zweiten Ausstattungslinie kombiniert werden (ab 11.400 Euro), die unter anderem Klimaanlage sowie CD-Radio mit Konnektivitätsfunktionen beinhaltet. Extras wie Einparkhilfen vorn und hinten können hier hinzugeordert werden (im Paket 400 Euro), sind aber aufgrund der guten Übersichtlichkeit – eine heute nicht mehr selbstverständliche Kleinstwagen-Kerntugend – nicht unbedingt notwendig.

Ein Navi wird der Positionierung als Budget-Modell folgend nicht angeboten – wer ein Auto um 10.000 Euro sucht, navigiert mit TomTom oder Smartphone-App. Perfekt wäre es, wenn der Ka+ über Android Auto oder Apple Carplay verfügen, also zum Beispiel die Navikarte auf dem Autobildschirm anzeigen würde. Da der kleinste Ford die Infotainment-Basis des schon etwas älteren Fiesta übernimmt, sind lediglich einfachere Konnektivitätsfunktionen wie Freisprecheinrichtung, Sprachsteuerung, Musik vom Smartphone abspielen oder SMS vorlesen möglich.

Elektrische Fensterheber und Außenspiegel, teilbare Rücksitzlehne, geschwindigkeitsabhängige Servolenkung und Zentralverriegelung mit Fernbedienung sind an Bord. Radio und Klimaanlage kosten im Paket 950 Euro
Elektrische Fensterheber und Außenspiegel, teilbare Rücksitzlehne, geschwindigkeitsabhängige Servolenkung und Zentralverriegelung mit Fernbedienung sind an Bord. Radio und Klimaanlage kosten im Paket 950 Euro

Die Verwandlung von der Knutschkugel zum Praktiker ist dem Ford Ka gelungen, das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Zum nur vier Zentimeter längere Fiesta hält der Ka+ allerdings einen Respektabstand ein. Trotzdem dürfte dieser in seiner Neuauflage kommendes Jahr etwas höher positioniert werden, ist doch die Preis-Leistungs-Lücke nun besetzt. (Hanne Lübbehüsen/SP-X)

Mercedes GT und GT C Roadster – Oben ohne noch attraktiver

Voraussichtlich zum kommenden Frühjahr bringt Mercedes-AMG die offene Variante des Sportwagens GT auf den Markt. Mit Stoffverdeck ausgestattet schmiegt sich der Porsche-911-Konkurrent scheinbar noch etwas geschmeidiger an die Straße. Angetrieben wird der GT Roadster vom V8-Biturbo mit 350 kW/476 PS und 630 Newtonmetern Drehmoment. Mit dem offenen GT führen die Stuttgarter zudem eine neue Leistungsstufe des Aggregats ein.

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Der GT C Roadster positioniert sich mit 410 kW/557 PS leistungsmäßig zwischen den beiden Coupés GT S (375 kW/510 PS) und GT R (430 kW/585 PS). In 3,7 Sekunden ist der GT C Roadster auf Tempo 100, der Vortrieb endet erst bei 316 km/h. Der GT Roadster beschleunigt in 4,0 Sekunden auf Landstraßengeschwindigkeit und wird maximal 302 km/h schnell.

Die Mehrleistung ist aber nicht der einzige Punkt, in dem sich der GT C vom regulären GT Roadster unterscheidet: Mit diversen Anleihen aus dem GT R ist die stärkere Motorvariante deutlich sportlicher positioniert. So kommt zum Beispiel die aktive Hinterachslenkung ebenso zum Einsatz wie das elektronisch gesteuerte Hinterachs-Sperrdifferenzial oder das adaptive Sportfahrwerk AMG Ride Control. Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe wurde für den GT C ebenfalls angepasst, zudem gibt es das Fahrprogramm „Race“, das die Schaltstrategie an die Bedürfnisse eines Rennstreckeneinsatzes an.

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Äußerlich erkennbar ist die Performance-Version an den breiteren hinteren Kotflügeln, die Platz schaffen für die größere Spurweite und breite Räder an der Hinterachse. So sollen noch höhere Kurvengeschwindigkeiten möglich sein. Zudem ist er besser ausgestattet, unter anderem mit Nappa-Leder-Interieur.

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Bei beiden Varianten wurden natürlich in der Struktur verstärkt, unter anderem durch Seitenschweller mit größeren Wandstärken und eine Domstrebe zwischen Verdeck und Tank. Ein integrierter Aluminium-Querträger mit Überrollbügel dient als Überrollschutz. Das Stoffdach öffnet und schließt in rund elf Sekunden, bis zu Tempo 50 ist das möglich. Als Verdeckfarben stehen schwarz, rot und beige zur Wahl. Im Interieur ist erstmals die neue helle Lederausstattung in Macchiato-beige erhältlich. Der AMG-Performance-Sitz ist optional mit Kopfraumheizung Airscarf und Sitzklimatisierung erhältlich. Zum Preis sagt Mercedes-AMG noch nichts, er dürfte aber deutlich über dem des GT Coupés liegen, das mindestens 116.400 Euro kostet. (Hanne Schweitzer/SP-X)

Opel Karl Rocks – Junior in Matschhose

Nach dem Adam zieht Opel nun auch dem per se etwas nüchterner gestalteten Opel Karl die Matschhose an: Auf dem Pariser Autosalon (1.-16. Oktober) stellen die Rüsselsheimer den Karl Rocks vor. Diese leicht höher gelegte Version mit SUV-Beplankung rundum macht den als Praktiker unter dem Adam positionierten Kleinstwagen nun doch etwas zum Lifestyle-Modell.

Durch die SUV-typische Kunststoff-Verkleidung rundherum steht der SUV-Ableger deutlich präsenter auf der Straße als die Standard-Version
Durch die SUV-typische Kunststoff-Verkleidung rundherum steht der SUV-Ableger deutlich präsenter auf der Straße als die Standard-Version

Auf den ersten Blick wirkt der Fünftürer durch seine recht hoch bauende Karosserie wie ein geschrumpfter Opel Mokka. Durch die SUV-typische Kunststoff-Verkleidung rundherum steht der SUV-Ableger deutlich präsenter auf der Straße als die Standard-Version. Die leichte Höherlegung mit 1,8 Zentimetern mehr Bodenfreiheit soll einen einfacheren Einstieg und bessere Übersicht ermöglichen. Auf einen echten Offroad-Einsatz ist der Karl Rocks allerdings nicht vorbereitet, er dürfte ebenso wie der Adam Rocks auf Allradantrieb verzichten.

Auf den ersten Blick wirkt der Fünftürer durch seine recht hoch bauende Karosserie wie ein geschrumpfter Opel Mokka
Auf den ersten Blick wirkt der Fünftürer durch seine recht hoch bauende Karosserie wie ein geschrumpfter Opel Mokka

Ab Ende des Jahres ist der Crossover-Karl bestellbar. Zum Preis sagt Opel noch nichts. Er wird aber deutlich über dem Einstiegspreis für den Karl von 9.500 Euro liegen, auch aufgrund mehr Serienausstattung wie Dachreling, 15-Zoll-Leichtmetallrädern oder speziellem Dekor im Innenraum. (Hanne Schweitzer/SP-X)

Fiat-Neuwagen mit Rückgabe-Garantie – Umtausch bei Nichtgefallen

Unentschlossenen Neuwagenkäufern macht Fiat ein Angebot: Wenn sie über die FCA Bank finanzieren, können sie ihr gerade gekauftes Modell innerhalb von 30 Tagen umtauschen.

Die Offerte gilt für den kompakten Fiat Tipo als Limousine und Kombi, das SUV 500X und den Roadster Abarth 124 Spider. Sie dürfen nicht mehr als 1.000 Kilometer auf dem Tacho haben. Eintauschen kann man sie gegen ein gleichwertiges oder höherwertiges Modell – einen Tipo beispielsweise auch gegen einen Alfa Giulietta. Fiat begründet das Umtauschprogramm mit Namen „Free 2 Change“ damit, man wolle, dass der Kunde von seinem neuen Auto vollkommen überzeugt und zufrieden sei. (Hanne Schweitzer/SP-X)

Mercedes E-Klasse T-Modell – Schöne, große Klappe

Mit gefälligerem Design und leicht erhöhten Preisen bringt Mercedes nach der E-Klasse Limousine nun auch die neue Generation des Kombis auf den Markt. In der Basisversion wird das sogenannte T-Modell von einem 2,0-Liter-Turbobenziner mit 135 kW/184 PS (E 200) angetrieben und kostet dann 48.670 Euro.

Zugunsten einer durchgestylten Heckpartie verzichtet der Lademeister der Oberen Mittelklasse auf etwas Kofferraumvolumen. Bei in etwa gleicher Länge von 4,93 Metern (plus 2,5 cm) beträgt das Kofferraumvolumen nun immer noch beachtliche 670 bis 1.820 Liter. Aufgrund der nun nach hinten abfallenden Dachlinie sind das allerdings 55 beziehungsweise 130 Liter weniger als zuvor. Die Grundfläche hat sich nicht verkleinert, es passt weiterhin eine Europalette in den Laderaum.

Die Optik des größten Mercedes-Kombi hat deutlich gewonnen: Bis zu B-Säule gleicht er der Limousine, die modisch nach hinten abfallende Dachlinie und die stärker geneigte Heckscheibe tragen zu schnittiger Dynamik bei. Das Heck mit den breiten Schultern und horizontalen Akzenten wie den schmalen Rückleuchten oder der verchromten Griffleiste ist jetzt um einiges präsenter als zuvor. Die breite, elektrische Heckklappe kann auf Wunsch per Fußkick unter das Auto bedient werden. Darüber hinaus ist die Anhängerkupplung nun vollelektrisch ein- und ausfahrbar und trägt nun vier Fahrräder (100 Kilo).

Neben der Basismotorisierung werden zum Start zwei Alternativen angeboten: Die Ausführung mit 155 kW/211 PS (E 250) des 2,0-Liter-Turbobenziners zu Preisen ab 50.750 Euro und ein 143 kW/194 PS (E 220d) starker 2,0-Liter-Vierzylinder für 50.490 Euro. Als Getriebe kommt jeweils eine Neungangautomatik zum Einsatz. Zur Serienausstattung des Business-Kombis zählen Zweizonen-Klimaautomatik, elektrische Heckklappe und Luftfederung für die Hinterachse.

Innen übernimmt das T-Modell das Design und die Ausstattung der Limousine, zum Beispiel mit den zwei breiten Displays mit je 12,3 Zoll Bilddiagonale als „Widescreen-Cockpit“. Gesteuert werden die Funktionen mit berührungssensitiven Flächen am Lenkrad, dem bekannten Touchpad mit Controller in der Mittelkonsole oder die Sprachsteuerung. Auch die Innovationen der E-Klasse Limousine sind an Bord, serienmäßig beispielsweise der aktive Bremsassistent, der autonom bremst und auch Fußgänger erkennt. Darüber hinaus sind die teilautonome Funktion „Drive Pilot“ und das automatische Einparken von außen per Smartphone-App auf Wunsch an Bord.

(Hanne Schweitzer/SP-X)

Opel Mokka X – Jetzt auch mit X

Etwas elegantere Optik, LED-Scheinwerfer, die neueste Infotainment-Generation und ein aktueller Motor aus dem Astra: Opel wappnet den Mokka mit diversen Updates für die zweite Lebenshälfte und gegen wachsende Konkurrenz. Außerdem erhält er den Namenszusatz „X“. Dabei bleibt es in der Basisversion bei 18.990 Euro, dann mit dem 85 kW/115 PS starken 1,6-Liter-Benziner, unter anderem mit Klimaanlage und Radio.

Neu im Motorenprogramm ist der aus dem neuen Astra bekannter 1,4-Liter-Turbobenziner. Als 112 kW/152 PS starke Variante ist der Vierzylinder in Kombination mit Sechsstufen-Automatik und Allradantrieb für 24.575 Euro erhältlich. Mit dem Update nach vier Jahren Bauzeit halten zudem weitere Anleihen aus dem neuen Astra Einzug: So zum Beispiel eine neue, elegantere Instrumententafel sowie die 7- und 8-Zoll-Touchscreens der neuen Infotainment-Generation, die viele Tasten und Regler überflüssig machen. Der Mokka X verbindet sich nun mit dem Internet, auf Wunsch können Smartphones via Apple Carplay oder Android Auto mit dem Fahrzeug vernetzt werden.

Von außen wirkt vor allem die Front verändert, eleganter und weniger verspielt als zuvor. Mit dem Mokka X werden LED-Scheinwerfer eingeführt, die den Lichtstrahl automatisch der Fahrsituation anpassen – je nachdem, ob man beispielsweise gerade in der Stadt oder auf der Landstraße unterwegs ist. Der Mokka ist hierzulande eines der beliebtesten Mini-SUV und für Opel nach Astra und Corsa die wichtigste Baureihe.

(Hanne Schweitzer/SP-X)

Porsche 911 Carrera S Cabriolet – Zwischen Säuselwind und Donnergrollen

Wie geht drei Sekunden Wellness für Menschen mit Benzin im Blut? Bei offenem Dach Sportmodus rein, Gas geben und dann den Fuß leicht lupfen: Säße man nicht gerade am Steuer, müsste man die Augen schließen und das wohlige Schauern, dass einen beim melodischen Sprotzeln befällt, das das Porsche 911 S Cabrio dann veranstaltet, richtig genießen. Klar, dass die akustische Qualität auch nach der zum Facelift erfolgten Revolution im Motorraum weiterhin hoch ist – das Ohr fährt bei der Boxer-Ikone schließlich immer mit, sozusagen. Wer genau lauscht, hört aber bei einer längeren Testfahrt doch feine Unterschiede.

Auch Hersteller von Sportwagen-Ikonen sind nicht von der Erfüllung der immer strenger werdenden Abgas- und Verbrauchsvorschriften befreit. Deshalb verabschiedeten sich die 911-Motorenentwickler mit der Überarbeitung wie schon so viele Kollegen vor ihnen vom Saugmotor-Konzept und setzen nun in allen Elfern Turbo-Motoren ein. Es bleibt natürlich beim Sechszylinder-Boxer-Aggregat, der Hubraum ist auf 3,0 Liter gesunken. Im von uns gefahrenen 911 Carrera S Cabrio ist der Biturbo-Boxer auf 309 kW/420 PS erstarkt.

Bis zu 304 km/h wird das S-Cabrio schnell
Bis zu 304 km/h wird das S-Cabrio schnell

Elfer-Puristen trauern möglicherweise um einen Klassiker, der nun ebenfalls zwangsbeatmet wird, und fürchten um spontanes Ansprechverhalten und lineare Beschleunigung, typische Merkmale eines Saugmotors. Müssen sie aber nicht, das sei hier ganz klar gesagt – und mal ehrlich, hätte man Porsche wirklich zugetraut, einen Elfer mit riesigem Turboloch auf den Markt zu bringen?

Und so bauen die beiden Lader – einer für jede Zylinderbank – früh genügend Druck auf, stürmt der Elfer kraftvoll durchs Drehzahlband, dass es eine Freude ist. Zwischen 1.700 und 5.000 Umdrehungen liegt das maximale Drehmoment an, das sich auf 500 Newtonmeter erhöht hat. So tritt man bei 180 Sachen noch einmal beherzt aufs Gas und wird in Sekundenbruchteilen noch einmal in den strammen Sportsitz gepresst, wenn das Doppelkupplungsgetriebe (PDK) drei Gänge runter schaltet und den Boxer bis maximal 7.500 Touren hoch drehen lässt. Einzig bei sehr langsamer Geschwindigkeit, wie im städtischen Feierabendstau, findet – wer sucht – eine minimale Verzögerung zwischen Gaspedalbefehl und Umsetzung. Dafür verbraucht das starke Elfer Cabrio jetzt mit 7,8 Litern auf 100 Kilometern rund einen Liter weniger als zuvor.

Das Porsche 911 Cabrio ist frisch geliftet - und technisch revolutioniert
Das Porsche 911 Cabrio ist frisch geliftet – und technisch revolutioniert

Natürlich nicht, wenn man drauftritt – im Test waren es 9,7 Liter im Schnitt. Bis zu 304 km/h wird das S-Cabrio schnell. Ein Tempo, für das die Autobahn ziemlich frei sein muss, wir haben die Endgeschwindigkeit nicht erreichen können. Aber wir können bestätigen, dass mit 200 km/h offen zu fahren in diesem Cabrio immer noch eine relativ angenehme Angelegenheit ist. Wer die Raserei auskosten möchte, wählt den Sport- oder Sport-Plus-Modus, in dem der Elfer schön gierig am Gas hängt und das PDK die Gänge hoch ausfährt. Ein Knöpfchen am neuen drehbaren Mode-Schalter im Lenkrad hat Potenzial zur Lieblingstaste: Bei der Betätigung des „Sport Response Button“ gibt’s für 20 Sekunden noch mehr Sport, dann werden mit optimalem Gang und angepasster Motorsteuerung schnelle Überholvorgänge vorbereitet. Dass Kurvenfahren im Carrrera besonders Freude macht, ist nicht neu und natürlich auch eine Kernkompetenz des gelifteten Elfer.

Im Cockpit blickt der Fahrer weiterhin auf analoge Armaturen, was schon fast als retro durchgeht, bei all dem Cockpit-Chichi, den andere Premium-Hersteller so betreiben. Doch die über Jahrzehnte optimierten Anzeigen mit dem großen Drehzahlmesser in der Mitte brauchen gar keinen freikonfigurierbaren, digitalen Schnickschnack. Als Zugeständnis an das Jahr 2016 fügt sich auf der rechten Seite ein Display, zum Beispiel für die Navikarte, kreisrund und harmonisch in die Armaturen ein.

Im Cockpit blickt der Fahrer weiterhin auf analoge Armaturen, was schon fast als retro durchgeht, bei all dem Cockpit-Chichi, den andere Premium-Hersteller so betreiben
Im Cockpit blickt der Fahrer weiterhin auf analoge Armaturen, was schon fast als retro durchgeht, bei all dem Cockpit-Chichi, den andere Premium-Hersteller so betreiben

Neu ist aber die Generation des serienmäßigen Infotainmentsystems, hier ist der Elfer nun mit Online-Navigation, Sprachbedienung, Apple Car Play und Bedienung wie beim Smartphone mit Wischen und Zoomen auf der Höhe der Zeit. Vorsichtshalber sind Dreh-Drücksteller und diverse Bedientasten trotzdem erhalten geblieben, für alle, die Touchscreens nicht mögen. Was wiederum die stören dürfte, die die heute so beliebten, fast knöpfchenfreien Mittelkonsolen lieben.

Apropos Knöpfchen: Auch die Gänsehaut-Taste mit dem stilisierten Doppelauspuff ist geblieben, die aus einem im Normal-Modus für lange Autobahnfahrten oder nächtliche Heimkehr für seine Verhältnisse zivil klingenden Elfer einen krakeelenden, donnergrollenden Aufsehen-Erreger macht – und mit offenem Dach und Sonnenschein zu einem Wellnesstempel für Petrolheads. Aber: Trotz allem Spektakel hört, wer genau lauscht, beim Beschleunigen das unvermeidliche Säuseln der Turbos. Aber sollte man wirklich so anachronistisch sein und es dem Elfer übel nehmen?