Neue Hymer-Marke Crosscamp – Kompakter Campingbus auf Toyota-Basis

Die Erwin-Hymer-Gruppe weitet ihr Engagement jetzt auch auf kompakte Campingbusse im California-Format aus und gründet dazu mit Crosscamp eine neue, eigenständige Marke. Damit steigt auch Toyota hierzulande verstärkt ins Camper-Geschäft ein.

Mit einer Höhe von nur 1,99 Metern stehen dem Crosscamp auch Parkhäuser und Tiefgaragen offen

Dethleffs, Bürstner, Carado, Sunlight, Niesmann und noch eine Handvoll weiterer Reisemobil-Hersteller machen die Erwin-Hymer-Gruppe inklusive der hauseigenen Marke zum größten Caravaning-Konzern in Europa. Dennoch war das Unternehmen in der Klasse der kompakten Campingbusse, die vom VW California dominiert wird, bisher nicht vertreten. Das soll sich ändern. Denn ab Anfang April schicken die Schwaben aus Bad Waldsee mit Crosscamp eine neue Marke ins Rennen, die den stetig wachsenden Markt für multifunktionale Campervans bedient. Der knapp fünf Meter lange Crosscamp basiert auf dem Toyota Proace Verso Family und wird zu Preisen ab 42.990 Euro natürlich deutlich günstiger angeboten als der VW-Bestseller.

Der knapp fünf Meter lange Crosscamp basiert auf dem Toyota Proace Verso Family und wird zu Preisen ab 42.990 Euro angeboten

Die Hymer-Gruppe, die im vergangenen Jahr ein Joint-Venture in China abgeschlossen hat und durch die Fusion mit dem US-Hersteller Thor Industries zum weltweit größten Hersteller von Freizeitfahrzeugen aufgestiegen ist, setzt ihre Expansions-Aktivitäten damit auch auf heimischem Terrain fort. Sie schließt eine Lücke in ihrem Vielmarken-Konzern, ging das Geschäft mit den beliebten Allzweckmobilen unterhalb der ausgebauten Kastenwagen bisher doch weitgehend an dem Unternehmen vorbei.

Die Erwin-Hymer-Gruppe weitet ihr Engagement jetzt auch auf kompakte Campingbusse im California-Format aus und gründet dazu mit Crosscamp eine neue, eigenständige Marke

Der 4,95 Meter lange Crosscamp soll als vollwertig eingerichteter Camper mit vier Schlafplätzen einerseits die Bedürfnisse der Outdoor-Abenteurer befriedigen, die auf Flexibilität und Mulitfunktionalität weit mehr Wert legen als auf den Wohnkomfort sperriger Reisemobile. Andererseits soll er aber ebenso als verlässlicher Begleiter im urbanen Alltag eingesetzt werden können, egal ob bei Großeinkauf oder Umzug. Besonders wichtig deshalb: Mit einer Höhe von nur 1,99 Metern stehen dem Crosscamp auch Parkhäuser und Tiefgaragen offen.

Für zwei weitere Mitfahrer lässt sich die mittlere Sitzbank in ein weiteres, allerdings engeres Doppelbett umbauen

Mag das Angebot innerhalb des Konzern-Portfolios auch noch so neu sein, die Schwaben nutzen letztlich nur clever die Synergien in der eigenen Gruppe. Als Heimat von Crosscamp gibt die Hymer-Gruppe nämlich das „Kompetenz-Center für Camper-Vans“ in Isny im Allgäu an. Dahinter verbirgt sich im Grunde nichts anderes als der Traditionshersteller Dethleffs, der bereits das Modell Campster auf Basis eines Citroen Spacetourer produziert. Allerdings im Fremdauftrag für die Firma Pössl, die damit einen echten Verkaufsschlager landete. Crosscamp nutzt als Basis den baugleichen Toyota Proace, der Innenausbau stimmt in den wesentlichen Punkten mit der Pössl-Architektur überein.

Der komplette Küchenblock mit Zwei-Flammen-Kocher und Spülbecken lässt sich über die serienmäßige zweite Schiebetür auf der linke Seite komplett herausnehmen

So ist die Aufteilung mit den beiden drehbaren Vordersitzen, die sich mit der verschiebbaren Mittelsitzbank zu einer Vierer-Sitzgruppe arrangieren lassen, und der seitlichen Küche zwar weitgehend klassisch. Der Clou ist hier allerdings: Der komplette Küchenblock mit Zwei-Flammen-Kocher und Spülbecken lässt sich wie beim Campster über die serienmäßige zweite Schiebetür auf der linke Seite komplett herausnehmen und als Outdoor-Küche verwenden. Dazu müssen lediglich zwei Rändelschrauben gelöst und die elektrischen Steckverbindungen getrennt werden. Das Herauswuchten ist allerdings nur ein Fall für zwei. Eine 2,8-Kilo-Propangasflasche liefert das Gas zum Kochen. Tanks für jeweils 10 Liter Frisch- und Abwasser befinden sich ebenfalls im Küchenblock.

Praktisch ist die Ausbau-Variante auch, wenn der Crosscamp als Transporter für umfängliche Einkäufe etwa in schwedische Möbelhäuser genutzt werden soll. Mit der Mittelsitzbank (inklusive Isofix-Befestigungen), einem weiteren serienmäßigen und einem optionalen Einzelsitz in der dritten Reihe lassen sich verschiedene Konfigurationen bis hin zum Siebensitzer realisieren.

Zur Nachtruhe erklettern zwei Crosscamp-Insassen das 1,20 Meter breite und zwei Meter lange Doppelbett unter dem manuell zu betätigenden Aufstelldach. Für zwei weitere Mitfahrer lässt sich die mittlere Sitzbank in ein weiteres, allerdings engeres Doppelbett umbauen. Unterm Dachjuchhe können Sternengucker zudem ein echtes Open-Air-Feeling unter freiem Himmel genießen, da sich die gesamte Frontpartie per Reißverschluss öffnen lässt.

Die Aufteilung mit den beiden drehbaren Vordersitzen, die sich mit der verschiebbaren Mittelsitzbank zu einer Vierer-Sitzgruppe arrangieren lassen, und der seitlichen Küche ist weitgehend klassisch

In der Basisversion für 42.990 Euro wird der zum Crosscamp ausgebaute Toyota Proace Verso Family mit dem 88 kW/120 PS starken 1,5-Liter-Vierzylinder-Diesel und einem manuellen Sechsganggetriebe ausgeliefert. Optional ist aber auch der größere 2,0-Liter-Selbstzünder in zwei Leistungsstufen mit 110 kW/150 PS (2.249 Euro Aufpreis) oder 130 kW/180 PS erhältlich (6.499 Euro). Letzterer ist serienmäßig mit 8-Stufen-Wandlerautomatik kombiniert. Alle Motoren sind mit Start-Stopp-Automatik ausgerüstet, erfüllen mit der SCR-Abgasreinigung die Schadstoffnorm Euro 6d-temp und sind daher vor möglichen Fahrverboten gefeit.

Die Erwin-Hymer-Gruppe führt mit Crosscamp aber nicht nur eine neue Marke ein, sondern erschließt damit auch neue Vertriebswege. Denn der Allzweck-Camper wird ab 6. April nicht nur bei ausgewählten Partnern der Gruppe erhältlich sein, sondern auch bei vielen Toyota-Vertragshändlern im Showroom stehen und bestellt werden können. Auf diese Weise mischt nun auch der japanische Hersteller hierzulande verstärkt bei den Basisfahrzeugen mit, was in fernen, Reisemobil-starken Exportmärkten wie Australien oder Neuseeland längst der Fall ist.

Fetter Luxus – Fahrbericht: Mercedes GLE

Modellwechsel bei dem meistverkauften Mercedes-SUV: Der 2015 von der M-Klasse zum GLE umgetaufte Luxus-Offroader mit Stern startet wieder mit einigen Innovationen in die vierte Generation. Und die haben vor allem das Ziel, den Fahr- und Bedienkomfort weiter zu verbessern.

Mercedes-Benz reklamiert für sich, 1997 mit der Einführung der M-Klasse einen Trend gesetzt zu haben. Den Trend zu…

Zauberhand im hüpfenden Offroader

Das große Mercedes-SUV GLE fährt zum Verkaufsstart Ende Januar mit technischen Neuheiten vor: einem Fahrwerk, das sich in die Kurve legt, und einem Multimedia-System, das sich auf künstliche Intelligenz stützt.

Mehr als 30 Assistenzsysteme stehen dem Mercedes-Kunden mittlerweile zur Auswahl, mit jedem Modellwechsel kommen weitere hinzu. So auch mit der vierten Generation des Mercedes GLE, die Ende Januar an den Start geht. Die beiden Weltneuheiten, das elektronisch geregelte Fahrwerk „E-Active Body Control“ und der Innenraum-Assistent als Ergänzung zum Multimedia-System MBUX, sind allerdings im Grundpreis ab 65.807 Euro nicht enthalten.

Mit einem Obolus von 7.735 Euro ist die neue Body Control einer der teuersten Einzelposten in der Aufpreisliste des SUV der oberen Mittelklasse. Sie ist zweifellos aber auch ein technisches Highlight. Versorgt von einem 48-Volt-Bordnetz – deshalb „E-Active“ – vermag das Fahrwerk mittels einer elektrischen Hydraulikpumpe die Feder- und Dämpferkräfte an jedem einzelnen Rad individuell zu regeln. Das demonstrierten die Daimler-Entwickler durchaus eindrucksvoll und verspielt mit einem zu rhythmischen Klängen „tanzenden“ Offroader. In der Praxis beschert die Neuheit der Kundschaft ein höheres Komfortniveau.

So gleicht das elektronische, stets mit Luftfederung kombinierte Fahrwerk dank eines Oberflächenscanners wie schon das Vorgänger-System weiterhin Bodenwellen aus, legt sich im Fahrprogramm Curve aber zudem wie ein Motorradfahrer in die Kurve (bis zu drei Grad) und sorgt damit für einen besseren Niveauausgleich. Noch effektvoller ist der sogenannte Freifahrmodus, mit dem sich der GLE aus schwierigen Offroad-Situationen befreien kann. Wer mit allen vier Rädern tief im Sand steckt, wird durch ein „hüpfendes“ Fahrwerk Stück für Stück wieder in die Freiheit befördert. Zumindest bei gelegentlichen Fahrten in die Wüste ist das sehr hilfreich.

Das Multimedia-System MBUX (Mercedes-Benz User eXperience), das die Stuttgarter zuerst in der A-Klasse eingeführt und für das sie viel Lob eingeheimst haben, kommt jetzt auch beim M-Klasse-Nachfolger GLE zum Einsatz – erweitert um den neuen „Interieur Assist“. Er soll „mit seiner Lernfähigkeit dank künstlicher Intelligenz“ (O-Ton Daimler) den Bedienkomfort weiter erhöhen. Eine Kamera in der Dachbedieneinheit erkennt, wenn sich eine Hand dem 12,3-Zoll-Touchscreen oder dem Touchpad auf der Mittelkonsole nähert, und ändert die Anzeige im Media-Display, hebt die gewünschten Menüpunkte hervor.

Das funktioniert so präzise, das sogar die Hand des Fahrers von der des Beifahrers unterschieden wird, und so etwa erkannt wird, für welchen Sitz beispielsweise die Massagefunktion aktiviert werden soll. Außerdem lassen sich die Leseleuchten an der Unterseite des Innenspiegels durch Annähern der Hand ein- und ausschalten. Und wenn der Fahrer nach einem Gegenstand rechts auf dem unbesetzten Beifahrerplatz greift, leuchtet die Innenbeleuchtung automatisch dorthin. Fahrer und Beifahrer können jeweils auch eine persönliche Favoritenfunktion – zum Beispiel die Navigation nach Hause – einstellen, die mit einer Handgeste (Victory-Zeichen) sofort gestartet wird.

Der Aufpreis für den Innenraum-Assistenten soll rund 300 Euro betragen. Allerdings wird diese Neuheit in Deutschland ausschließlich im MBUX-Gesamtpaket für 1.722 Euro angeboten. Im Gegensatz zur E-Active Body Control, die optional zunächst nur für den GLE-Benziner 450 4Matic (ab 72.650 Euro) zu haben ist, kann das erweiterte Multimedia-System auch im GLE 300d 4Matic geordert werden.

Mazda CX-5 – Alte Tugenden, neue Künste

Am 19. Mai bringt Mazda die zweite Generation des CX-5 zu Preisen ab 24.990 Euro in Deutschland auf den Markt. Obwohl die Neuauflage auf den ersten Blick wie der Vorgänger wirkt, wurde das SUV dennoch umfangreich modernisiert. Die Außenabmessungen haben sich dabei nur leicht verändert. Dank leicht modifizierter Proportionen wirkt der Neue gestreckter und stämmiger. Die Frontpartie mit den schmalere…

Honda Civic – All-Inklusive-Angebot ohne Kombi

911er oder Defender, Golf oder Corolla, Käfer oder G-Modell – es gibt diese Dauerbrenner, die im Prinzip jedermann ein Begriff sind – und auch ohne Markennennung eindeutig zugeordnet werden können. Der Civic gehört ebenfalls zu dieser Spezies. Im Gegensatz zu seinen Kollegen in diesem elitären Club blickt der Honda im Kompaktformat allerdings auf eine noch bewegtere Historie zurück. Denn mi…

Volvo V90 Cross Country – Rustikaler Allrad-Kombi

Vor 20 Jahren war es vielleicht noch ein Wagnis, als der schwedische Hersteller Volvo mit dem ersten V70 Cross Country eine völlig neue Fahrzeug-Gattung ins Leben rief. In der Zwischenzeit hat das Segment der rustikalen Allrad-Kombis im Crossover-Design zahlreiche Nachahmer gefunden, die Allroad, Alltrack oder, wie das jüngste Clubmitglied aus dem Hause Mercedes, All-Terrain heißen und sich allseits großer Nachfrag…

Volvo V90 Cross Country – Eleganz auf schlechten Straßen

Wem Volvos Oberklasse-SUV XC90 zu massig ist, soll bei den Schweden nun trotzdem wieder fündig werden. Der V90 Cross Country führt die Tradition des Offroad-Kombis XC70 weiter, interpretiert sie aber eine ganze Ecke edler. Die Markteinführung erfolgt im Februar zu Preisen ab 56.300 Euro. Optisch setzt sich der Cross Country unter anderem durch Unterfahrschutz, auffällige Beplankung an den Flanken un…

Daimler forciert den Elektroantrieb bei den Nutzfahrzeugen – Van, Truck und Bus – das futuristische Trio

Es ist das gleiche Bild wie beim Pkw-Pendant in Frankfurt: Wer in diesen Tagen bei der Nutzfahrzeug-IAA in Hannover den Daimler-Stand besucht, wird auf eine Zeitreise mitgenommen. Auf einen Trip in die Zukunft. Denn hier stehen nicht die Laster von morgen, sondern die von übermorgen. Mit einem Aufwand, wie man ihn in dieser Branche so noch nicht erlebt hat, habe…

Ram Trucks geben ihr internationales Debüt in Hannover – Der Rammbock drängt in neue Märkte

Während die Vision des ehemaligen Daimler-Chefs Jürgen Schrempp, im Zusammenschluss mit der amerikanischen Marke Chrysler unter schwäbischer Führung eine „Welt AG“ zu erschaffen, jämmerlich gescheitert ist, hat sich die Fiat-Chrysler-Allianz zu einer echten Erfolgsstory entwickelt. Speziell die nach wie vor boomende Marke Jeep hat den Italienern schon ein ums andere Mal die Bilanz gerettet. Zum Inventar des übernommenen US-Konzerns gehör…

Kia Rio – Kleines Auto, große Ziele

Kia macht Dampf. Das kompakte Hybrid-SUV Niro wartet auf den Verkaufsstartschuss am letzten September-Wochenende, der Optima Sportwagon als erster Mittelklasse-Kombi der koreanischen Marke geht zeitgleich an den Start und der erste Plug-in-Hybrid, ebenfalls ein Optima-Familienmitglied, ist bereits enthüllt und für das kommende Frühjahr avisiert, da wartet schon der nächste Debütant: Die vierte Generation des Kleinwagens Kia Rio wird am Monatsend…

Peugeot 2008 – Angriffslustiger kleiner Gallier

Sein feistes Grinsen ist das erste, was auffällt. Der neu geformte, markante Kühlergrill mit den vertikalen Streben, den manch Cineasten an den weißen Hai Bruce aus Comic-Film „Findet Nemo“ erinnern mag, ist das offensichtlichste Merkmal einer beabsichtigten Charakter-Veränderung beim Peugeot 2008. Der facegeliftete, kleine Franzose soll sich zu seinem Verkaufsstart am 9. Juni deutlich suv-iger vorstellen. Immerhin bleibt trotz der zahlreichen kosmetischen Maßnahmen dazu der Basispreis von 15.500 Euro der alte.

Natürlich ist unseren gallischen Nachbarn nicht entgangen, dass das Segment der kleinen Sport Utility Vehicles durch die Decke geht. In Deutschland, in Europa, welt-weit. Im B-Segment, dem auch der Peugeot 2008 angehört, hat sich der Absatz in den vergangenen drei Jahren verfünffacht. Anzeichen für ein Ende dieser Entwick-lung gibt es nicht. Weshalb für die vor drei Jahren als „Urban Cruiser“ gestartete Mi-schung aus Geländegänger und Van mit einem robusten, kraftvolleren Design die SUV-Eigenschaften stärker herausgearbeitet wurden. Neben dem steiler im Wind stehenden Kühlergrill zeigt sich das in verbreiterten Radkästen, Schutzbeplankung aus kratzfestem Plastik rundum, Unterfahrschutz, neuen Scheinwerfern und einer krallenförmigen Lichtsignatur der LED-Rückleuchten.

Gegenüber dem deutlich braveren Vorgänger wirkt das angriffslustiger, obwohl der Schein trügt. Wie bei Bruce eben, der als Chef einer Vegetarier-Selbsthilfegruppe auch nur zur Schau die Haifisch-Zähne fletscht. Den Peugeot 2008 gibt es nämlich selbst für Geld und gute Worte nicht mit Allradantrieb. Die Gallier bieten als Alternative lediglich die so genannte „Grip Control“ an, die letztlich aus einem Satz M+S-Reifen für den Ganzjahresbetrieb und einer elektronischen Traktionskontrolle besteht. Dazu hat der Fahrer die Möglichkeit über einen Wählschalter in der Mittelkonsole des i-Cockpits fünf verschiedene Fahrmodi vorzuwählen, die Einstellungen für Standard, Schnee, Sand, Gelände und ESP-off vorsehen. Das taugt sicher nicht für schweres Gelände, ist als Traktionshilfe aber durchaus hilfreich, wie einige Runden im tiefen Sand vor Valencia bewiesen. Und es ist vor allem billiger.

Der 2008 soll stärker nach SUV aussehen
Der 2008 soll stärker nach SUV aussehen

Serienmäßig an Bord ist die Grip Control allerdings nicht. Sie kann in den beiden höheren Ausstattungsstufen Active und Allure für 200 € als Einzeloption extra bestellt werden. Oder es wird gleich das komplette GT-Line-Paket ausgewählt, deren fester Bestandteil die Traktionshilfe ist. Dann sind gleich 1.100 Euro zusätzlich fällig. Diese Wahlmöglichkeit, die ausschließlich in der Allure-Ausführung besteht, bietet in erster Linie optische Anreize. Chrom wird durch schwarze Blenden ersetzt, es sind 17-Zoll-Leichtmetall-Felgen montiert und im Innenraum finden sich rote Kontrastnähte an Fußmatten, Armauflagen, Schaltknauf und Gurten.

Neu auf der Optionsliste steht eine Rückfahrkamera, die in dieser Fahrzeugklasse keine Selbstverständlichkeit ist. Die Möglichkeit, dass über MirrorLink oder Apple Car-Play Android- und iPhone-Kunden nun ihre Smartphones in das neue Infotain-ment-System einzubinden können, gehört ebenfalls zu den Neuerungen des 2008-Facelifts. Die City-Notbrems-Funktion, die bis zu einem Tempo von 30 km/h eine Vollbremsung einleitet, falls der Fahrer in einer kritischen Situation nicht, reagiert, gehört schon in der Basis-Ausstattung Access zum Serienumfang.

Die Motorenpalette ist breit aufgestellt, wurde vom Vorgänger aber unverändert übernommen. Zur Wahl stehen drei Benziner, die allesamt in den Leistungsstufen 60 kW/82 PS, 81 kW/110 PS und 96 kW/130 PS auf dem 1,2-Liter-Dreizylinder basieren, der in den beiden stärkeren Ausführungen turbobeatmet wird, und zwei 1,6-Liter-Blue-HDi-Diesel mit 73 kW/99 PS oder 88 kW/120 PS. Eine Start-Stop-Automatik hilft außer in der Basisversion in allen Varianten den Verbrauch zu zügeln, der im kleinen Diesel mit einem Normwert von 3,5 Litern am günstigsten ist. Dieser Motor zeigte bei ersten Testrunden durchaus ausreichendes Temperament, ist akustisch aber jederzeit präsent. Als sparsamster Benziner überzeugt der 1.2 Pure-Tech mit 4,4 l/100 km Normverbrauch. Er arbeitet ohne Murren und Knurren und sorgt für zügiges Vorankommen, sofern er nicht mit der Sechsgang-Automatik gekoppelt ist, mit der er regelrecht zugeschnürt wirkt.

An den Platzverhältnissen hat sich nichts verändert. Die sind im Fond, dem Segment angemessen, nicht gerade üppig, aber akzeptabel. Auf 4,16 Meter Länge lässt sich eben nicht zaubern. Das Gepäckabteil fasst passable 350 Liter Volumen und kann mit zwei einfachen Handgriffen durch Umlegen der Rücksitze zu einer ebenen Ladefläche mit 1.194 Liter erweitert werden.

Hinter dem Opel Mokka und dem Renault Captur belegte der Peugeot 2008 mit ei-genem Abstand bisher den dritten Platz unter den Mini-SUVs in Deutschland, wurde zuletzt aber vom Mazda CX-3 überholt. Mit dem runderneuerten 2008 wollen die Franzosen zumindest den alten Rang zurückerobern. Das sollte möglich sein, denn das B-Segment ist kein Haifischbecken. Die prognostizierten Zuwachsraten lassen noch genügend Raum für alle. (Michael Lennartz)

Tesla: Wenn das Auto vegan sein soll – Kunstleder statt gegerbte Tierhaut

Die vegane Welle rollt. Die verschärfte Form des Vegetarismus verzichtet bekanntlich nicht nur auf den Verzehr von Fleisch und Fisch. Sie versteht sich vielmehr als eine Lebenseinstellung, die jegliche Nahrungsmittel tierischen Ursprungs meidet, in ihrer konsequentesten Ausprägung aber auch im täglichen Leben sämtliche Produkte ablehnt, die auf die Nutzung von Tieren und Tierversuchen zurückzuführen sind. Und wie sieht das bei den Autos aus?

Wie groß der Bedarf wirklich ist, weiß keiner. Aber in den USA hat die Tierrechteorganisation PETA offensichtlich erfolgreich mit Elektro-Pionier Tesla verhandelt und dessen Geschäftsführer und Gründer Elon Musk davon überzeugt, das im September 2015 eingeführte Model X in einer veganen Variante anzubieten. In dem rein elektrisch fahrenden SUV werden Lenkrad, Schalthebel und Sitzbezüge auf veganen Wunsch mit einem Kunstleder ausgeführt. Diese neue Synthetik-Lederausstattung ist vorerst allerdings nur in „Ultra White“ erhältlich.

Tesla kann sich damit der Unterstützung der Tierschützer sicher sein. „Mit seinem 100 Prozent lederfreien Auto können wir Tesla Motors als Anbieter von erstklassigen Fahrzeugen empfehlen, die nicht nur mit umweltfreundlichen Motoren überzeugen, sondern auch mit tierleidfreien Sitzpolstern punkten“, schwärmt Harald Ullmann, der 2. Vorsitzende von PETA Deutschland, regelrecht. Für das aktuelle Model S gibt es als vegane Alternative allerdings weiterhin nur Stoffbezüge.

So selten sind vegane Autos übrigens gar nicht. Da für die Konstruktion von Motor, Fahrwerk und Karosserie keinerlei Tierversuche notwendig sind – nein, der Elchtest zählt hier nicht – und die Materialien auch nicht tierischen Ursprungs sind, geht es also ausschließlich um die Innenausstattung. Und da in den Kleinst- und Kleinwagen allein schon aus Kostengründen selten echtes Leder verbaut wird, sollte der vegane Kunde hier durchaus fündig werden. Auch wenn er sich weitestgehend mit den Basis-Versionen der jeweiligen Modelle zufrieden geben muss, die ausschließlich Stoff und synthetische Materialien im Innenraum einsetzen. So findet er beispielsweise auf der Website „mag-mobil.de“ eine Liste der veganen Typen von Audi, Dacia, Fiat, Hyundai, Jeep, Kia, Mazda, Peugeot, Renault, Seat, Skoda, Subaru, Suzuki, Toyota, Volvo und Volkswagen, die allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

In dem rein elektrisch fahrenden SUV werden Lenkrad, Schalthebel und Sitzbezüge auf veganen Wunsch mit einem Kunstleder ausgeführt.
In dem rein elektrisch fahrenden SUV werden Lenkrad, Schalthebel und Sitzbezüge auf veganen Wunsch mit einem Kunstleder ausgeführt.

Von der Kompaktklasse an aufwärts gestaltet sich die Suche nach veganen Autos freilich immer schwieriger, vor allem weil in den besseren Ausstattungen ein Lederlenkrad oft Standard ist und je weiter man sich der Oberklasse nähert, die gegerbte Tierhaut auch an Schalt- und Wählhebeln, im Armaturenbrett oder in der Innenverkleidung fast schon alternativlos verbaut wird. Von Ledersitzen ganz zu schweigen. „In den kleineren Baureihen bis hin zum A4, lässt sich ein Fahrzeug ausschließlich mit synthetischen Materialien konfigurieren. Ab A6 ist das kaum noch möglich“, gibt Audi-Sprecher Josef Schloßmacher zu.

Immerhin bietet Mercedes in der gehobenen Mittelklasse auch die gerade neu vorgestellte E-Klasse mit dem Material Artico an, ein Kunstleder, das besonders im Taxi-Gewerbe stark nachgefragt wird – allerdings nicht wegen der Rücksichtnahme auf die Ess- und Lebensgewohnheiten der Fahrer und Fahrgäste, sondern wegen der hohen Strapazierfähigkeit.

Bei den High-End-Luxus-Limousinen vereinfacht sich möglicherweise die ganze Sache wieder, weil in einem Rolls-Royce oder Bentley ohnehin fast alles Handarbeit ist und der Wunsch des Kunden mit dem entsprechenden Obolus als Gegenleistung quasi Befehl ist. Auch wenn man sich geruchsneutrales Lederimitat im edlen Innenraumambiente einer Nobelkarosse gar nicht richtig vorstellen mag.

Allerdings können sich nicht-vegane Stoffe auch im Fahrzeug an Stellen verstecken, an denen man es nicht vermutet. In Stoffbezügen kann beispielsweise Wolle beigemischt sein, selbst in Schmierstoffen findet man unter Umständen tierische Fette. Da hilft dann wirklich nur investigatives Forschen bei den Zulieferern. Veganer haben’s wahrlich nicht leicht.