Mit Stecker: Neue BMW Plug-in-Hybride

Bei BMW setzt man zur CO2-Minderung auf die Elektrifizierung der Modellpalette. Auf der Frühjahrsmesse in der Schweiz gibt es unter anderem neue Plug-in-Hybrid-Ausführungen von 3er, X3, X5 und 7er zu sehen.

Der X3 xDrive30e ist das erste Modell der Marke, das sowohl mit Verbrenner, als Plug-in-Hybrid und ab 2020 auch als reine Elektro-Variante angeboten wird

Mit der Plug-in-Hybrid-Variante des Mittelklasse-SUV X3 erweitert BMW zum Jahreswechsel sein Teilstromer-Portfolio. Auf dem Genfer Automobilsalon (7. bis 17. März) präsentieren die Münchner außerdem die zweite Generation der Plug-in-Hybride von 3er, X5 und 7er, darüber hinaus erhalten 2er Active Tourer und 5er eine Reichweiten-Verlängerung. 

Der X3 xDrive30e ist das erste Modell der Marke, das sowohl mit Verbrenner, als Plug-in-Hybrid und ab 2020 auch als reine Elektro-Variante angeboten wird. Angetrieben wird das SUV von einer Kombination aus Vierzylinder-Benziner und Elektromotor mit 185 kW/252 PS Systemleistung. Temporär kann sie durch Ausnutzen der Höchstleistung des E-Motors um bis zu 30 kW/41 PS gesteigert werden. Die rein elektrische Reichweite gibt BMW mit bis zu 50 Kilometern an. 

BMWs Modellpalette der Plug-in-Hybride

Auch die zweite Teilstromer-Generation der 3er-Limousine nutzt diesen Antrieb. Die von Juli 2019 an verfügbare 330e Limousine fährt nun bis zu 60 Kilometer rein elektrisch, im Vergleich zum Vorgängermodell ist das ein Plus von rund 50 Prozent. Der kürzlich überarbeitete, nun mit neuer Schnauze und größerem Kühlergrill ausgestattete, 7er wird von einer Kombination aus Reihensechszylinder-Benziner und Elektro-Motor angetrieben, die jetzt 290 kW/394 PS leisten. Die E-Reichweite für den 745e ist auf 54 bis 58 Kilometer gewachsen. Der ab August erhältliche BMW X5 xDrive45e nutzt den gleichen Antrieb, seine Hochvoltbatterie ermöglicht dank neuer Technik eine elektrische Reichweite von bis zu 80 Kilometern.

Die Fortschritte auf dem Gebiet der Batteriezellen-Technologie sorgen auch bei den ab Juli verfügbaren 530e Limousine und 225xe Active Tourer für ein Plus an elektrischer Reichweite: Die Plug-in-Hybrid-Variante des 5er fährt nun bis zu 64 Kilometer rein elektrisch, die des 2er Active Tourer bis zu 57 Kilometer.

Best of Habby 2018!

Das Beste kommt zum…? Anfang! 2018 ist vorüber, aber auch noch nicht so lange, als dass man sich nicht beim Datum-Schreiben irren würde. So nah noch, dass man sich an vieles erinnert. Und genau das haben wir heute vor: Zum Anfang des neuen blicken wir zurück auf die Highlights des letzten Jahres. Und es waren einige Glanzlichter dabei: Mercedes-Benz AMG C63S, Audi RS4 und BMW M4 – um die Mittelklasse abzudecken. Und wer Habby schon immer mal mit langen, blonden Haaren sehen wollte, der kam auch auf seine Kosten. Lassen wir 2018 also nochmal Revue passieren.

Was für ein Jahr!

Er hat sie alle gehabt! Anders als bei Gunter Sachs, dem Lebemann und Inbegriff eines „Womanizers“, sind bei Habby aber nicht Frauen, sondern Autos gemeint. Ach so, das sollte ich vielleicht noch klären: Mit Habby ist Bjoern Habegger gemeint. Seine Freunde nennen ihn Habby. Aber das wisst ihr ja, da ihr regelmäßig die Reviews schaut.

Also, zurück zum Thema. Er hatte sie! Den AMG C63S, den M4 und auch den Audi RS4, der es Habby so richtig angetan hat. Aber auch den Ford Mustang GT mit seinem sahnig-fettem Boller-V8! Und es waren noch mehr Kopfverdreher dabei: Der Alfa Romeo Stelvio Quadifoglio Verde, das atemberaubende, viertürige Coupé Mercedes-AMG GT ­­­­­­­­­­oder der kernig-edle Range Rover Velar – Bjoern hat nichts ausgelassen.

Autsch, das schmerzt!

Nein, er hat wirklich nichts ausgelassen. Weder polarisierende Kleidung, die ihm den Kommentar einbrachte, sich wie Kai Ebel zu kleiden, noch Hater, Trolle und Miesmacher. Ganz im Gegenteil: Habby sucht die Interaktion mit Euch, möchte mit Euch über Eure Kommentare in Kontakt treten. Nur so bekommen wir schließlich raus, was Euch interessiert. Und nur so lachen wir auch schon mal, wenn Ihr ihn als „Peter Lustig alias Habby – Im Reigen der Kollegen der lustigste und sportlich kompetenteste Journalist“ nennt. Das geht runter wie 10W40 Vollsynthetik.

Und es zeigt, dass Habby mit seiner teils polarisierenden Meinung gut ankommt. Beispiel Dacia Duster: Einfach mal „typisch deutsch“ reagieren und solange suchen, bis er etwas zu Motzen findet? Das wäre ihm zu einfach. Sich schlicht über Hartplasitk im Dacia auszulassen? Kann ja jeder! Schließlich haben es Fahrzeuge, die auf unseren Straßen weit verbreitet sind, verdient, ihre individuelle, tief ergründete Kritik zu bekommen. Und das gefällt nicht jeder Presseabteilung… „Was rauchen eigentlich die Presseabteilungen?“ oder „Ingenieure, die zum Frühstück eine Flasche Rotwein kippen, haben wohl den neuen Renault Espace entwickelt“ können dem ein oder anderen schon mal auf den Schlips gehen. Aber deshalb eine Pointe verpassen? Nee!!!

Autohub: Mehr als nur vier Räder!

Verpassen konnten wir es natürlich auch nicht, die zahlreichen Testwagen für die Reviews zu waschen. Duzende Münzen fraßen die Waschboxen, Hektoliter Wasser durflossen die Wiederaufbereitungsanlagen der Waschanlagen und unter dem Strich vergingen Stunden des Wartens, bis das Blech wieder frisch aussah. Und während wir mit dem Schaum-schweren Schwamm über das Blech fuhren, bauten wir zu dem ein oder anderen Testwagen eine richtig innige Beziehung auf. Da war die Kamera dann aber aus.

Dazu legten wir nicht nur tausende von Kilometern zurück, wir ließen Euch auch an unseren kulinarischen Vergnügen teilhaben. Und so musstet ihr ertragen, wie wir uns herrlich triefendes Fastfood zwischen die Kiemen schoben und uns die Köstlichkeiten des „In´n´Out Burger“ einverleibten. Was Jens Stratmann von www.rad-ab.com und Sissy damit zu tun haben? Das findet ihr im Best of 2018 auf YouTube am besten selbst heraus. Ob es da auch Outtakes zu sehen gibt? Klar, die gehören doch dazu, wie das Patty auf den Burger! 

BMW 745e iPerformance: Mehr Power und Reichweite für den Plug-in-Hybriden

Sechs statt vier Zylinder: BMW setzt in den Plug-in-Hybridvarianten des gelifteten 7ers auf Up-Sizing.

Neben den konventionellen Motorvarianten des BMW 7er erfahren im Frühjahr auch die Plug-in-Hybride eine Überarbeitung. Teilte sich bislang ein 2,0-Liter-Vierzylinder die Antriebsarbeit mit dem Elektromotor, ist es nun ein 3,0-Liter-Sechszylinder. Die Gesamtleistung der Oberklasselimousine steigt dadurch von 240 kW/326 PS auf 290 kW/394 PS. Gleichzeitig bleibt der Normverbrauch relativ konstant, liegt beispielsweise in der Variante 745e mit kurzem Radstand und Hinterradantrieb wie gehabt bei 2,3 Litern. Alternativ zum Standardmodell ist eine Langversion zu haben, die optional mit Allradantrieb gekoppelt werden kann. Die Kraftübertragung besorgt in allen Ausführungen eine Achtgangautomatik.

Außer an der Benzinerkomponente hat BMW auch an der Hochvoltbatterie gearbeitet. Deren Kapazität wächst von 9,2 kWh auf 12 kWh, wodurch sich unter anderem die mögliche elektrische Höchstgeschwindigkeit im Standardmodus von 90 auf 110 km/h erhöht, per Knopfdruck lässt sie sich wie gehabt auf 140 km/h steigern. Wichtiger noch: Die E-Reichweite übersteigt nun erstmals die für staatliche Zuschüsse in vielen Ländern wichtige 50-Kilometer-Grenze; die in dieser Hinsicht beste Variante fährt bis zu 55 Kilometer ohne Einsatz des Verbrennungsmotors.

Wie auch die konventionellen Varianten erhält die Plug-in-Hybridvariante zur zweiten Lebenshälfte eine neue Front mit extra großem Nierenkühlergrill sowie ein aufgefrischtes Infotainment-Angebot. Die Preise dürften jenseits der 100.000-Euro-Grenze starten.

BMW M850i xDrive Coupé „First Edition“

Auch für den neuen 8er können Kunden nun exklusive Ausstattungsdetails bei Individual bestellen. Einen Vorgeschmack auf die Möglichkeiten gibt ein besonders feines Sondermodell.

Käufer eines M850i bietet BMW ab sofort eine erweiterte Auswahl an Ausstattungsoptionen aus dem Individual-Programm. Aus diesem Anlass hat der Münchener Autobauer das M850i xDrive Coupé als weltweit auf 400 Exemplare limitiertes Sondermodell „First Edition“ aufgelegt. Äußere Merkmale sind unter anderem der exklusive Metallic-Lack „Frozen Barcelona Blue“, von dem sich einige Dunkelakzente wie etwa die schwarzen 20-Zoll-M-Leichtmetallräder abheben. Für die Innenausstattung steuert die Individual-Abteilung die Lederausstattung Merino in der Farbkombination Elfenbeinweiß/Nachtblau, Pianolock-Interieurleisten und Glas-Applikationen für diverse Bedienelemente bei. Zudem bietet der Fahrgastraum als Besonderheiten Alcantara-Dachhimmel, M-Lederlenkrad, Surround-Sound-Anlage von Bowers & Wilkens und eine durchnummerierte First-Edition-Plakette. Der Preis für das Sondermodell beträgt 143.100 Euro. Das entspricht einem Aufschlag von 17.400 Euro gegenüber der Standardausführung.

Mario Hommen/SP-X

BMW i3 Dauertest – Soll es das gewesen sein?

Suuuuuuuuu – und weg ist er! Surrend und nahezu lautlos hat sich der BMW i3S aus dem Staub gemacht. Ab ins Ende des Dauertests, ab in die graue Jahreszeit. Bayern versinkt im Schnee, der Rest der Republik im Matsch und überall nur grau in grau. Da fehlt der BMW i3S irgendwie mit seinem knalligen und auffälligen Exterieur-Design. Fehlt er wirklich? Oder war der Stromer mit seinem Antrieb nur ein witziges Experiment? Gehen wir der Frage auf den Grund.

Die Abrechnung

Rekapitulieren wir einmal die letzten – sagen wir – vier Monate, in denen der BMW i3S in der Autohub-Redaktion als Dauertester verfügbar war. Was die Bayern, die traditionell eher für ihre Reihensechszylinder und Dynamik bekannt sind, an Aufwand betrieben haben, um ein E-Mobil auf die Beine zu stellen, ist aller Ehren wert. Und der Aufwand scheint gerechtfertigt: Unter keinem anderen Video habt ihr mehr Kommentare gepostet und mehr diskutiert. Technisch gesehen ist der BMW i3S eines der konsequentesten Konzepte, nicht unbedingt eines der günstigsten. Die Bayern von der Isar haben nicht einfach einen 1er BMW genommen und ihn mit cleverer Elektronik, einer Batterie und einem E-Motor versehen. Nein, man packte das Thema anders an und griff zur jeweils besten Lösung für einen Stromer: Da wäre etwa das Carbon-Chassis, das man bereits beim Einsteigen erkennt. Das sieht nicht nur chic aus, sondern macht den i3 auch besonders verwindungssteif. Und spart Gewicht, nicht zu vergessen. Dazu kommt der clevere Sandwichboden, der den Innenraum geräumig macht und Platz für z.B. die Batterie bietet. Und er bietet Platz für noch etwas: den Motor. Der sitzt, was man nicht unbedingt vermutet, auf der Hinterachse. Das bietet in Anbetracht des nicht zu verachtenden Spurt-Talents des i3 Vorteile bei der Fahrdynamik. Glaubt ihr nicht? Alte VW Käfer-Märchen im Kopf, die das Fahrdynamik-Potential verhageln? Ich sage nur: Dynamische Achslastverschiebung. Wer diesen Begriff kennt, wird nicken, alle anderen sollten mal einen Blick ins Auto-Hub-Video werfen. Und wie viel Fahrspaß der BMW i3S machen kann, zeigt Teil 2 des Dauertests, den ihr auch auf YouTube findet. Aber, wie gesagt: Günstig ist der Spaß nicht: Rund 54.000 Euro kostet der Dauertester – schluck!

Muss E-Mobilität denn teuer sein?

Ziehen wir zum Vergleich doch mal den Volkswagen E-Golf heran. Nun, er sieht nicht unbedingt aus wie ein abgespacter Stromer. Die Erkennungszeichen sind recht subtil – außer einem blauen Streifen im „Grill“ und anderem Tagfahrlicht muss man schon genau hinsehen – und das kann man an ihm mögen. Und während Volkswagen die typische Golfstruktur nutzt, die schließlich auch nicht zu umgehen ist, spart man konstruktiven Aufwand. Unter der „Motor“haube ist es recht aufgeräumt und leer, es bleibt beim Frontantrieb und bei der gewohnten Karosserie etc. So kann der E-Golf am selben Band zusammengebaut werden, wie jeder andere Golf auch. Entsprechend kommt ein Preis von 35.900 Euro in der Basis zusammen. Der BMW i3 kommt auf 37.550 Euro – ebenfalls in der Basis. Kein allzu großer Unterschied. Gut, der i3S kommt mindestens auf 41.150 Euro, in der gefahrenen Ausstattung sogar auf 54.160 Euro – das ist dann schon eine ganz andere Hausnummer.

Da wir gerade bei den Kosten sind, sei die Frage gestattet: Ist E-Mobilität überhaupt sinnvoll? Preislich sinnvoll? Stellen wir den Vergleich an: Eine Bremsscheibe für einen vergleichbaren BMW 120i kommt auf 98 Euro, für den i3 berechnen die Münchner 78 Euro. Wirklich ausufernd wird es, wenn man auf die Getriebe blickt: Beim BMW i3 werden für das Ein-Gang-Ritzel 458 Euro fällig. Und der 120i? Sollte die 8-Gang-Automatik einmal getauscht werden müssen, sollte man ein gutes Polster aufweisen können. 11.000 happige Euro werden fällig. E-Mobilität soll also teuer sein? Mehr Gegenüberstellungen findet ihr natürlich im Video.

Leben und leben lassen

Stellt sich nur noch die Frage der Praktikabilität. Der aktuelle BMW i3S bietet eine Reichweite von etwa 200 bis 220 km. Doch neuerdings bieten die Bayern auch eine Variante mit 120 Ah und mehr als 40 kWh an. Dann sollen mehr als 300 km machbar sein. Gar nicht so schlecht, oder? Auch, wenn ihr vielleicht kein Fan der Optik des BMW i3 sein mögt, der Technologie sollte man eine Chance geben. Oder sie zumindest als Alternative akzeptieren. Denn wenn ich eines aus J.P. Krämers Anti-Markenhass gelernt habe, dann dass man generell nicht hassen – neudeutsch: haten – sollte. Weder Marken, noch Antriebe und erst recht nicht deren Fahrer. Fahren und fahren lassen. Oder so.

Facelift BMW 7er

Dem Luxusmodell 7er mangelt es gewiss nicht an Ausstrahlung, doch die Designer von BMW haben noch Potenzial für ein bisschen mehr Präsenz entdeckt: Ab Anfang März wird sich das Flaggschiff der Münchener mit einem um 40 Prozent vergrößerten Kühlergrill stolzer als bisher in Szene setzen.

Neben dem neuen Kühlergrill fallen außerdem ein neu gestalteter Stoßfänger, ein neues Lichtdesign der flacher bauenden LED-Scheinwerfer oder eine Motorhaube mit markanteren Sicken ins Auge. Am Heck gibt es zudem mehr Chrom sowie ein neues Innenleben der Rückleuchten, zwischen denen sich künftig zudem ein durchgehendes Leuchtenband spannt. Neue Farben und Felgen sorgen für zusätzliche Frische.

Auch das Heck wurde modifiziert. Neu ist ein Leuchtenband zwischen den Rückleuchten

Bei den Motoren ging es mit der Leistung sowohl rauf wie runter. So stellt der Zwölfzylinder M760Li, dessen Abgase künftig ein zusätzlicher Partikelfilter reinigt, statt 448 kW/610 PS „nur“ noch 430 kW/585 PS zur Verfügung. Im Gegenzug wurde allerdings das Drehmoment von 800 auf 850 Newtonmeter angehoben. Trotzdem verlängert sich die Sprintzeit um eine Nachkommastelle auf 3,8 Sekunden. Nur unwesentlich langsamer als die V12-Version ist der neue 750i, dessen V8 künftig 390 kW/530 PS statt der bisher 330 kW/450 PS leistet. Damit erreicht der Allradler die 100er-Marke nach glatten vier Sekunden, was sieben Zehntel weniger als bisher sind. Auch für den Plug-in-Hybrid, der künftig 745e statt 740e heißen wird, steigt die Systemleistung von 240 kW/326 PS auf 290 kW/394 PS, was sich ebenfalls leicht positiv auf die Sprintfähigkeit auswirkt. Zugleich steigt die reine elektrische Reichweite von 45 auf bis zu 58 Kilometer. Bei den Dieselmotoren 730d, 740d und 750d bleiben Leistungseckdaten und Fahrleistungen unverändert, doch wie die Benziner erfüllen diese künftig die Abgasnorm Euro 6d Temp.

Fortschritt verspricht BMW auch für den Innenraum, der unter anderem dank einer besseren Akustikverglasung die Gäste noch besser vor Lärm und Windgeräuschen abschirmt. Eine neue Anordnung der Multifunktionstasten am Lenkrad, eine neu positionierte Ablage mit Induktivladefunktion fürs Smartphone sowie einige verfeinerte Holz- und Leder-Optionen sind weitere Maßnahmen. Ein nunmehr volldigitales Cockpit mit 12,3-Zoll-Display als Kombiinstrument sowie der 10,25-Zoll-Touchscreen für das Infotainmentsystem runden zusammen mit einer verbesserten Bedienlogik, neuem Sprachbedienassistent und einem Ausbau automatisierter Fahrkünste wie etwa dem ferngesteuertem Einparken das Maßnahmenpaket ab.  

Wie bisher wird BMW den 7er mit zwei Radständen anbieten. Den günstigsten Einstieg in den 7er-Kosmos markiert der 730d mit 88.400 Euro. Die Langversion kostet 5.500 Euro Aufpreis. In etwa das Doppelte des Einstiegspreises, nämlich 174.000 Euro, verlangt BMW für die Topversion M760Li xDrive.

Mario Hommen/SP-X

Fahrbericht: „Der neue Dreier“ G20

2019. Das wird ein fantastisches Jahr! Vor allem für Fans und Freunde vom 3er BMW, denn das neue Modell rollt endlich in die Showrooms und zum Händler und somit auch bald zum Kunden.

Wobei, gibt es eigentlich den typischen 3er-BMW Kunden? 

Er muss gut situiert sein, denn auch wenn der günstigste Basis-Preis mit 37.850 Euro lockt wird vermutlich für den Preis kein Neuwagen vom Band laufen. 


Die 7. Generation vom 3er BMW. Der Nachfolger vom F30 heißt intern G20. Das ist nicht gerade logisch, soll uns aber vollkommen egal sein. 
An der Front dominieren die schmalen LED-Scheinwerfer, die über eine auffällige Schnittkante verfügen. Optional zieht das Laser-Fernlicht ein. Das Wort optional darf man sich übrigens schon mal merken, denn optional und gegen Aufpreis geht auch beim neuen 3er BMW eine ganze Menge. 


Die neuen Scheinwerfer sind sicherlich das Highlight an der Front. Dominiert wird die Frontoptik allerdings durch die großen BMW Nieren. Die Lüftungsöffnungen lassen sich von der Technik öffnen und schließen, dennoch ist das ein sehr großer Kühlergrill. Gleichzeitig ist er auch Geräteträger, denn mittig angebracht ist die Kamera für die 360° Ansicht. 
Der neue 3er BMW (G20) ist 1,43 Meter flach und verfügt über einen Radstand von 2,85 Meter. An der 4,70 Meter langen Seite erkennt man sofort die typische Linienführung, auch wenn das Greenhouse etwas nach hinten gesetzt wurde. 


Die Karosserie setzt sich auf die bis zu 20″ großen Räder und BMW typisch wird hier vor allem die Hinterachse betont. 
Inklusive Außenspiegel ist der 2019 3er BMW 2,07 Meter breit. Am Heck gibt es schmale LED-Rückleuchten, in rot-schwarz gehalten – nun macht BMW schon ab Werk die Tuner arbeitslos. Am Heck gibt es aber auch ein Relikt, was andere Hersteller scheinbar komplett vergessen haben: Sichtbare Endrohre! Die muss man ja schon fast huldigen und BMW dafür lobpreisen. Sichtbare Endrohre! Selbst beim Diesel! Halleluja! Die trauen sich was! Dafür kommen die Münchener bestimmt in die DUH-Hölle, aber uns gefällt es ausgesprochen gut. 


Beim Blick unter die Haube dürften richtige 3er BMW Fans zunächst einen Schreck bekommen. 4-Zylinder! Der 320i und der 330i sind 2.0 Liter 4-Zylinder! Klingt komisch, ist aber so. Die Leistungsrange bei den derzeitigen Einstiegsbenzinern liegt zwischen 184 und 258 PS, das maximale Drehmoment zwischen 300 und 400 Nm und die Kraft geht vom Motor zunächst über eine 8-Stufenautomatik von ZF – auf die Hinterräder. So ein Hinterradantrieb ist etwas magisches und ich mag euch versichern, bei der Probefahrt haben wir  zwischendurch zwar an die Laufruhe von einem 6-Zylinder gedacht, aber in Sachen Sportlichkeit ihn nicht wirklich vermisst. Nur der Klang, der ist anders. 


Auf der Rennstrecke in Portimio ging es über sechs geführte Runden (Pace-Car mit Rennfahrer vorweg, wir direkt dahinter, keine weiteren Störfaktoren auf der Rennstrecke) mit einem noch leicht getarnten Erlkönig … 3,0 Liter Hubraum! 6-Zylinder! 374 PS! 500 Nm! Allradantrieb! Von 0 auf 100 in 4,4 Sekunden und auch wenn man auf der Strecke etwas über 220 km/h erreichen konnte, war man immer noch 30 km/h von der Höchstgeschwindigkeit entfernt. Die Fahrt mit dem BMW M340i hat gezeigt, dass bei BMW doch noch richtige Petrol Heads arbeiten und der 6-Zylinder Benziner doch noch nicht zum alten Eisen gehört. Der Allradantrieb lässt sogar kleine Tänze mit dem Heck zu. Das sorgt für ein temporäres Gesichtslifting. Schade, dass man so einen Fahrspaß nicht jeden Tag haben kann.  


Klar, angeblich hat aktuell keiner Lust auf einen Diesel. Nichts desto trotz, macht genau diese Antriebsform für die meisten Langstrecken-Fahrer und Pendler immer noch viel Sinn. Das weiß man auch bei BMW und bringt daher gleich drei Diesel-Modelle auf den Markt. 318d, 320d und 330d. Die beiden kleineren verfügen über 2.0 Liter und 4-Zylinder, der größere über 3.0 Liter und 6-Zylinder. Im besten Fall geht es mit Diesel-Power innerhalb von 5,5 Sekunden auf Tempo 100. 


…und in der Zukunft werden noch ganz andere Motoren folgen, so z.B. auch ein BMW 330e. Der Buchstabe am Ende verrät es bereits, der BMW 330e ist ein Hybrid-Modell. Ein 2.0 Liter Benziner bekommt elektrische Unterstützung und verfügt über eine Systemleistung von 252 PS. Dank Overboost-Funktion gibt es bei Bedarf noch mal eine Schippe obendrauf. 
Auf dem Fahrersitz sitzend, spürt man gleich: „Hier sitzt der Fahrer im Mittelpunkt!“. Das Armaturenbrett, nun natürlich alles digital, bleibt dem Fahrer zugewandt. Ansonsten ist alles genau dort wo es hingehört, alles lässt sich intuitiv oder sogar per Sprachbedienung bedienen. Neben der induktiven Lademöglichkeit für das Smartphone gibt es z.B. die Möglichkeit Apple CarPlay über Bluetooth zu verbinden. Mit einem NFC Chip oder einem Handy was über einen NFC Chip verfügt kann man das Fahrzeug auch öffnen und dann via den Start-Knopf starten. Der Schlüssel hat also in der Zukunft auch ausgedient. 


Die Zukunft ist digital. 12,2″ großes Display im Cockpit, ein 8,8″ bzw. 10,2″ großer Touchscreen in der Mitte und optional gibt es ein Head-Up Display, welches die wichtigsten Informationen – und sogar noch ein paar weitere – in das Sichtfeld projiziert. 


Fun-Fact: Aus dem 3er BMW kann man machen was man möchte, zumindest was den Sprachassistenten betrifft. Denn entweder man nutzt „Hey BMW“ zur Aktivierung, oder gibt dem Fahrzeug ein eigenes „Aktivierungswort“. So wird dann aus „Hey BMW…“ schnell „Hey Schatzi…“ und manch Spaßvogel soll auch schon „Hey Mercedes…“ im neuen 3er gesagt haben. 


Wer hätte zu E30 oder E36er Zeiten daran gedacht, dass wir im Jahre 2019 mit dem Auto sprechen, die Lautstärke per Handbewegung steuern und uns dann auch noch teilautonom fahren lassen? Das was Knight Rider und K.I.T.T. damals auf die Mattscheibe brachte, ist heute doch Serie. Nur fliegen, das kann der neue 3er BMW noch nicht. 


Kommen wir zum Fahreindruck. Gefahren sind wir den 320d, den 330i und sechs Runden den M340i. Die Lenkung ist leichtgängig, präzise und direkt. Das einzige was die Lenkung nicht hat ist Feedback! Es gibt keine Rückmeldung zum Fahrer, geht technisch noch nicht, wird in der Zukunft bestimmt – optional – wieder kommen. Das axial und vertikal verstellbare Lenkrad selbst liegt gut in der Hand.

Die Bremsanlage verfügt über einen guten Druckpunkt, sie lässt sich feinfühlig dosieren. Das Fahrwerk ist sportlich, straff, aber verfügt immer noch über ausreichend Restkomfort. Nun muss man nicht extra erwähnen, dass die Landstraßen Rund um Faro nicht gerade die besten sind, oder? Die 8-Gang Automatik von ZF ist über jeden Zweifel erhaben.

Wer mag kann in die Gangauswahl manuell Eingriff nehmen über die beiden Schaltpaddle am Lenkrad. Vorne sowie hinten sehen wir jeweils Platz für zwei Erwachsene, auf dem mittleren Sitz hinten kann man „zur Not“ mal jemanden mitnehmen. Zwei ISO-Fix-Halterungen sind hinten vermutlich genauso wichtig wie die beiden USB-C Ladebuchsen oder die optionale Sitzheizung. Kleine Kinder werden schließlich ganz schnell größer, somit steigen auch die Ansprüche.


Das Kofferraumvolumen liegt bei unveränderten 480 Liter, allerdings ist nun das Staufach unter dem Kofferraumboden entfallen. Das ist übrigens eine Werksangabe, genauso wie die Längen- und Leistungsangaben. Unser mobiler Teststand konnte leider nicht nach Faro transportiert werden und zum auslitern des Kofferraumvolumens hatten wir einfach keine Zeit. Der Plugin-Hybrid, also der BMW 330e, wird weniger Volumen bieten, soviel ist schon mal klar. 

Wir hatten es schon erwähnt: Optional ist das Zauberwort. Los geht es ab 37.850 Euro, doch den Preis kann man im Optionalitäten-Fundus demnächst schneller nach oben trieben als man „Freude am Fahren“ aussprechen kann. Genau das bringt er aber mit sich, der neue 3er. Freude am Fahren, der Fahrer sitzt im Mittelpunkt und egal ob nun auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule, zur Rennstrecke oder in den Urlaub – der 3er BMW ist ein guter Begleiter.

Uns fällt es bei der stetig steigenden Qualität immer schwerer Kritik zu üben, daher hier zum Schluss noch die gesammelten Werke: Die Rückwärtskamera sitzt nicht mittig, dafür aber gegen Wind und Wetter ungeschützt im Heck. Das geht besser!

Aber nun wird es noch schlimmer:  Der Sprachassistent spielt mit der Belüftungseinrichtung, der Temperatur und der Musik wenn der Fahrer sagt „Hey BMW, ich bin müde!“ anstatt ihm den Tipp zu geben mal eine Pause einzulegen. Darauf hätte man doch auch kommen können, oder? Je nach Umgebungsgeräuschen, muss man den Sprachassistenten auch zwei oder gar drei mal ansprechen, nicht alles funktioniert immer beim ersten Versuch, man muss sich da vermutlich wie in einer richtigen Beziehung erst einspielen. Nur sollte man in seiner richtigen Beziehung die Höflichkeitsfloskeln nicht vergessen, denn bedanken wird sich wohl kaum einer bei „Hey BMW…“

BMW M340i xDrive – Topmodell kommt im Juli

Seit jeher gehört zum BMW 3er auch ein sportliches Topmodell unterhalb des M3. Im Falle der neuen 3er-Generation kommt das Flaggschiff im nächsten Sommer zu uns.

Zwar steht die Markteinführung der neuen Baureihe des BMW 3er noch bevor, trotzdem kündigen die Münchner nun bereits das stärkste Modell unterhalb eines künftigen M3 an. Der M340i xDrive wird auf der Los Angeles Auto Show (30. November bis 9. Dezember) Weltpremiere feiern und im Juli nach Europa kommen.

Unter der Haube des M340i steckt ein Reihensechszylinder-Benziner mit Turboaufladung, der es auf 275 kW/374 PS bringt und der gegenüber dem Vorgänger um 35 kW/48 PS zulegt. Das Drehmoment wächst um 50 auf 500 Newtonmeter. Übertragen wird die Kraft an alle vier Räder, aus dem Stand geht es in 4,4 Sekunden auf Tempo 100.

Zu den weiteren technischen Finessen des M340i zählen M-Sportfahrwerk, direktere Sportlenkung, Differenzialsperre, größere Bremse, Sportabgasanlage sowie spezielle 18-Zoll-Leichtmetallfelgen. Im Innenraum runden Sportsitze und Alcantara-Akzente das Bild ab. Preise für den neuen M340i xDrive nennt BMW bisher noch nicht, das alte Modell startete zuletzt bei rund 54.000 Euro.

BMW i3: Großer Akku für den kleinen Stromer

Die Reichweite des BMW i3 wächst mit seinem Alter. Nun gibt es erneut einen ordentlichen Aufschlag.

BMW erhöht die Reichweite des Elektro-Kleinwagens i3 erneut. Ab November ersetzt bei dem Viersitzer ein Akku mit 42,2 kWh die bisher genutzte Version mit 33 kWh. Der um rund 30 Prozent vergrößerte Stromvorrat soll, gemessen nach dem neuen WLTP-Standard, für bis zu 310 Kilometer Fahrt ausreichen. Bisher waren es maximal 255 Kilometer. Als realistische Alltagsreichweite gibt BMW 260 Kilometer an, sowohl für die 125 kW/170 PS starke Standardausführung als auch für das Sportmodell i3s mit 135 kW/184 PS. Gestartet war das zu großen Teilen aus Karbon gebaute E-Mobil 2013 mit einer Akku-Kapazität von 22,6 kWh. Der Preis bleibt trotz der erhöhten Reichweite der gleiche, startet weiterhin bei knapp 38.000 Euro.

 

 

 

Holger Holzer/SP-X

BMW X5 – G05 – Der SUV, der alles kann

Ein SUV mit Komfort und Dynamik. Diese Kombination gelang BMW schon vor fast 20 Jahren. Der X5 fährt seitdem weltweit auf Platz eins in seinem Segment. Das dürfte mit der neuen, nun 4. Generation so weitergehen.

Man kann eigentlich vor den Entwicklern des X5 nur den Hut ziehen, egal, ob es sich dabei um die erste, zweite oder dritte Generation dieses von BMW offiziell SAV (Sport Activity Vehicle) genannten Gefährts handelt. Der X5 war weltweit stets und unangefochten die Nummer eins in seinem Segment. Ein Grund, warum er intern „The Boss“ heißt. Kein anderes Luxus-SUV konnte dem dicken Bayern im Absatz je das Wasser reichen. Über 2,1 Millionen Einheiten sind seit seinem Debüt 1999 verkauft worden.

Erstmals wird für den BMW X5 ein Offroad-Paket angeboten. Das permanente Allradsystem wirft selbst dann nicht das Handtuch, falls es mal härter zur Sache geht.

Dass auch die am 24. November zu Preisen ab 70.000 Euro anlaufende vierte Generation (intern G05) auf dieser Erfolgsspur weiterfährt, dazu braucht es keinen Blick in die Glaskugel, sondern nur auf das Auto selbst. Denn seinen Charakter und sein Design – jedes Stück Blech ist übrigens neu – hat der X5 beibehalten und ist gleichzeitig in vielen Punkten verbessert worden. Am auffälligsten betrifft dies wohl den Innenraum. Qualitätsanmutung und Verarbeitung haben gegenüber dem Vorgänger nochmals zugelegt. Alles wirkt gediegen und luxuriös. Die Bedienung läuft zu großen Teilen intuitiv über den 10,2 Zoll großen Touchscreen (übersichtliche Kacheldarstellung) ab. Natürlich ist die jüngste Ausbaustufe der Konnektivität an Bord. Dazu zählen WLAN, Navigation, Echtzeit-Verkehrsinfos, Gestensteuerung, Spracheingabe, Email-Empfang, Smartphone-Anbindung, Apps und Concierge-Service, halt alles, was der moderne Autofahrer meint, heute haben zu müssen.

Als detailliert durchdacht erweist sich auch alles, was hinter den Vordersitzen passiert. Dazu zählen selbst Kleinigkeiten. Gewöhnlich weiß man zum Beispiel nicht wohin mit der ausziehbaren Gepäckabdeckung, wenn der ganze Laderaum benötigt wird. Im neuen X5 gibt es unter dem Kofferraumboden jetzt ein spezielles Fach. Dort passt das Teil hinein wie die Gabel in den Besteckkasten. Wer noch größere Variabilität benötigt, kann ein Cargo-Paket bestellen. Hier sind die Lehnen im Verhältnis 40:20:40 geteilt. Zudem lassen sie sich in der Neigung vielfach verstellen. Als Netto-Kofferraumvolumen nennt BMW 650 Liter, maximal sollen bis 1.860 Liter hineinpassen. Das ist mehr als in einem Oberklasse-Kombi. Schon eine gewissen Tradition hat beim X5 die horizontal geteilte Heckklappe. Sie bleibt auch der jüngsten Generation erhalten.

Qualitätsanmutung und Verarbeitung im neuen X5 haben gegenüber dem Vorgänger nochmals zugelegt. Alles wirkt gediegen und luxuriös.

Gleiches gilt für das Gefühl hinter dem Lenkrad. Der neue X5 muss fahren wie sein Vorgänger, nur besser. „Wir haben den Anspruch, Klassenbester bei der Fahrdynamik zu sein und die präziseste Lenkung zu haben“, sagt der Projektleiter Johann Kistler. Die Handlichkeit und das direkte Fahrverhalten sind in der Tat beeindruckend. Das hohe Gewicht von über zwei Tonnen ist nicht zu spüren, besonders dann nicht, wenn Extras wie Wankstabilisierung und mitlenkende Hinterräder an Bord sind.

Ihren Anteil an der Agilität haben gewiss auch die Motoren. Zur Markteinführung im Dezember startet der X5 bei uns mit zwei Diesel-Aggregaten und einem Benziner. Alle drei sind Reihen-Sechszylinder, alle sind gekoppelt mit einer Achtgangautomatik, alle haben Allradantrieb. Schon der Einstiegs-Selbstzünder xDrive 30d mit 195 kW/265 PS reicht für sämtliche täglichen Bedürfnisse locker aus. Das wundert wenig. Schließlich liegen bereits ab 2.000 Umdrehungen satte 620 Newtonmeter Drehmoment an und beschleunigen den X5 in nur 6,5 Sekunden von null auf Tempo 100. Viel schöner aber ist, den „Boss“ entspannt gleiten zu lassen und den hohen Komfort zu genießen. Dann dürfte sich auch der Verbrauch den Normwerten nähern. BMW verspricht sechs Liter je 100 Kilometer.

Seinen Charakter und sein Design – jedes Stück Blech ist übrigens neu – hat der X5 beibehalten und ist gleichzeitig in vielen Punkten verbessert worden.

Als sportliche Alternative ist der M50d gedacht. Der Dreiliter wird hier von vier Turboladern beatmet. Entsprechend steigt die Leistung auf 294 kW/400 PS, das maximale Drehmoment auf 760 Newtonmeter. Traditionellen Benzin-Befürwortern sei der xDrvie 40i empfohlen. Der seidenweich laufenden Dreiliter-Reichensechser entwickelt 250 kW/340 PS. Auf den bulligen Achtzylinder (xDrvie 50i), der zweifellos bestens zum Charakter des X5 passt und der zunächst nur in Amerika angeboten wird, müssen europäische Kunden wohl noch ein Weilchen warten. Er soll aber kommen, verspricht das Marketing von BMW. Nächstes Jahr will man erst einmal zwei weitere Diesel folgen lassen, den heckangetriebenen sDrive 25d und den xDrive 40d.

Auch beim Thema alternative Antriebe halten sich die Bayern zurück. Vermutlich erst Ende 2019 dürften unter der Haube des X5 wieder zwei Herzen schlagen, heißt, ein Plug-in-Hybrid-Antrieb arbeiten, dieses Mal allerdings in Verbindung mit einem Sechs- und nicht erneut mit einem Vierzylinder. Bis zu 100 Kilometer elektrische Reichweite und die Möglichkeit des induktiven Ladens werden versprochen.

Nicht untalentiert zeigt sich der neue X5 auch auf losem Terrain. Schotter und Sand mögen in Deutschland zwar weniger eine Rolle spielen, doch in anderen Ländern schon. Erstmals wird ein Off-road-Paket angeboten. Das permanente Allradsystem wirft selbst dann nicht das Handtuch, falls es mal härter zur Sache geht. Auch Wasserdurchfahrten von einem halben Meter Tiefe nimmt der X5 gelassen.

Seit 1999 hat sich der BMW über zwei Millionen Mal verkauft. Am 24. November schicken die Bayern die vierte Generation ins Rennen.

Quasi zur Pflichtübung in dieser Klasse gehören mittlerweile die Assistenzsysteme. Sie stammen aufgrund der gleichen Elektronik-Architektur vom Siebener und Fünfer. Es ist alles dabei, was Kunden im Luxus-Segment erwarten, das meiste jedoch muss extra bezahlt werden: das üblichen Halten der Spur und des Abstands zum Vordermann, das selbstständige Wiederanfahren im Stau, das Warnen bei Gefahr im toten  Winkel, das Lesen von Verkehrszeichen, das Notbremsen, das vorausschauende Sparfahren, die Rückfahrkamera, der „360-Grad-Surround-View“, das automatischen Ein- und Ausparken oder die Warnung bei Querverkehr hinter dem Auto.

Ganz neu und bislang einmalig auf der Welt ist jedoch der Rückfahrassistent. Dieser spult bis zu einer Distanz von 50 Metern die zuletzt vorwärts gefahrene Wegstrecke in umgekehrter Richtung ab. Der Fahrer muss sich nur auf Gas und Bremse konzentrieren, den Rest übernimmt Kollege Computer.

 

 

 

 

Quelle: SP-X / Michael Specht

BMW i3s – Sportlicher Saubermann im Dauertest

Vier Jahre nach dem i3-Debüt reichte BMW im Herbst letzten Jahres, eine Sportvariante des Elektro-Kleinwagens nach. Die ist stärker und schneller, kommt aber nicht so weit wie das Standardmodell. Auch der Grundpreis stieg um 3.600 € und damit auf 41.150 Euro.
Der neue BMW i3s im Dauertest auf AUTOHUB.de

Vom 15. Juni 2018 bis zum 31. Oktober 2018 wird der BMW i3s seinen Dienst in der Redaktion von AUTOHUB.de ableisten. 

Die Leistung steigt beim i3s genannten Sportmodell von den 125 kW/170 PS des normalen i3 auf 135 kW/184 PS. Das hat auch Einfluss auf die Fahrleistungen. Der Stammtischwert von 0 auf Tempo 100 sinkt unter die Sieben-Sekunden-Marke, die Höchstgeschwindigkeit liegt nun bei 160 statt bei 150 km/h. Besonders stolz sind die Entwickler auf die bessere Kraftentfaltung im Bereich um Tempo 80, denn gewöhnlich verlieren Elektromotoren bei höheren Drehzahlen schnell an Drehmoment. Hier verbessert sich der i3s gegenüber dem i3 um 0,8 Sekunden, schafft die Beschleunigung von 80 auf 120 km/h jetzt in 4,3 Sekunden.

Mehr Leistung und breitere Reifen kosten jedoch Strom. Der i3s benötigt nach der NEFZ-Norm 14,3 kWh pro 100 Kilometer, zuvor waren es je nach Bereifung im Bestfall 12,6 kWh. Einfluss hat das natürlich auch auf den Aktionsradius, er sinkt nach Norm von 312 auf 280 Kilometer. BMW gibt als Alltagsreichweite dennoch weiterhin 200 Kilometern an.

Optisch unterscheidet sich das Sportmodell durch einen präsenteren Auftritt vom Standard-i3. Sein Spur wurde um volle vier, die Reifen um zwei Zentimeter verbreitert (175er vorn, 195er hinten) und die Felgen um einen auf 20 Zoll vergrößert. Hinzu kommen schwarze Kotflügelverbreiterungen und eine um einen Zentimeter tiefer gelegte Karosserie.

 


DAUERTEST – BMW i3s – 2018


Wir starten den Dauertest bei Kilometer-Stand 3.613 Mitte Juni. Die erste Amtshandlung ist die Registrierung von BMW Connected im eigenen Account. Gerade bei Elektrofahrzeugen macht die Verknüpfung der digitalen Welt mit dem eigenen Fahrzeug extrem viel Sinn. Lädt der Wagen gerade in der Garage? Reicht der Akku? Oder einfach nur zum klimatisieren des Fahrzeuges vor der Abfahrt. Unser Dauertestfahrzeug ist ein i3s mit fast vollständiger Ausstattung was den Testwagen-Preis auf über 50.000 € treibt. Auch bei den „Kleinen“, oder „Alternativen“ ist der Premium-Hersteller BMW nun einmal ein Premium-Hersteller und der Kunde ist König. Oder sollte es sein. Aber die Kaufpreise sind eh eine theoretische Größe, ein BMW wird zu über 80% geleast und ein E-Auto macht hier auch keine Ausnahme. Das Leasing von E-Fahrzeugen für Unternehmen macht dabei doppelt Sinn.  Wer noch von Sorgen getrieben wird ob der Batterie-Technik, kann sich bei einem Leasing über den Zeitraum der Garantie bequem zurück lehnen. Dabei gibt es keine nachweisbaren Erfahrungen von i3-Fahrern, über die man sich Sorgen machen könnte.

E-Auto fahren ist Entspannung und Anspannung zugleich. Wir sind gespannt auf unsere ersten Wochen im kleinen Elektro-Münchner.

Erste Fahrt: BMW X4 M40d – Provokant aus Prinzip

Und er driftet doch. Eigentlich tut der xDrive-Allradantrieb mit seiner flinken und cleveren Verwaltungsarbeit alles, damit der X4 nur ganz sicher nicht den stabilen Pfad der kontrollierten Kreisfahrt verlässt, aber grob provoziert und mit einem DSC im Off-Mode lässt sich der knackige Hintern der Promenaden-Mischung dann doch zum Ausfallschritt überreden. Nicht lange, aber je nach Mut und Willen, mit bis zu 90° Querlaufwinkel – wer dabei voll auf dem Stempel bleibt, der erlebt die Magie des xDrive-Antriebs, die Vorderräder bekommen sukzessive mehr Kraft und ziehen die Fuhre auch nahe einer dreistelligen Geschwindigkeit wieder in die richtige Bahn.

Ob die Käufer des neuen X4 jemals diesen bewussten und martialisch anmutenden Drift werden nutzen wollen? Egal. Ein SUV, pardon, ein SAC, muss auch solche Späße mitmachen können. Wofür sonst sollte man sich die ganze Folklore der Fahrdynamik über Jahre auf die Fahne getackert haben, wenn man nicht auch mal ein wenig „Spaß“ versteht. Und mit Spaß kennt sich der neue X4 M40d für wohl aus! Doch fangen wir vorne an!

BMW X4 M40d – Provozierend, nur aus Spaß.

In Sichtweite des BMW Performance-Centers, dem Treffpunkt für unseren spaßigen Ausritt im bereits nach knapp 4 Jahren frisch aufgelegten X4, befindet sich die Geburtsstätte des neuen BMW X4. Das BMW-Werk in Spartanburg, South Carolina, USA. Es ist nicht nur flächenmäßig das größte BMW-Werk, es ist auch das BMW-Werk mit dem größten Fahrzeug-Output. Vom X2 bis hin zum X6, alle Crossover, pardon SAVs, werden in diesem modernen Werk gefertigt. Erfolge am laufenden Band also. „Made in Germany“ ist da mehr so als eine Art Meta-Ebene zu verstehen.

Der einfache Grund für die Erfolgsgeschichte der BMW X-Modelle? Das ist beim X4 nicht anders als bei seinen Brüdern: Der Bauch schlägt das Hirn. Es sind die Emotionen der Autokäufer. Würde die Kaufentscheidung für ein Automobil rein rational fallen, wir würden alle Kombis mit Dieselmotor oder Hybrid-Benziner fahren. Stattdessen macht der X4 mit seiner bewusst provozierenden Form an. Ein SUV mit dem Platzangebot eines viertürigen Coupès? Ein viertüriges Coupè mit der Bodenfreiheit eines SUV? Ganz egal, wie man es sieht, BMW bricht gleich doppelt mit den Konventionen und bietet nun bereits die zweite Generation einer Fahrzeugklasse an, deren Nutzwert weit unterhalb eines klassischen, aber dafür eben biederen Kombis liegt. Da sind sich Bauch, Herz und Hirn nicht gänzlich einig in der Beurteilung. Macht das Sinn? Sinn machen?

SUV klingt behäbig, dröge und natürlich unsportlich. Der Begriff Sports Activity Coupè soll da deutlich mehr versprechen. Und BMW liefert ab!

Während man auf der Strecke des Performance-Centers den neuen X4 nicht nur auf der bewässerten Kreisbahn in den Drift zwingen kann oder ihn auf dem überschaubaren Performance-Kurs auf seine sportlichen Talente prüfen kann, bietet die Region zwischen South- und North-Carolina, nur eine knappe Stunde vom BMW-Werk entfernt, auch eine landschaftlich begeisternde Möglichkeit zum Ausritt. Enge Kehren, wechselnde Bankings und Fahrbahnflickenteppiche lassen die Potentiale des X4 entdecken. Wer denkt, in Amerika ginge es immer nur auf dem Highway in vier Spuren geradeaus, der irrt. Schwarzwald, Alpen oder Eifel bieten keine unterhaltsameren Wege. Im Gegenteil. Die schiere Größe der USA ist schlicht der einzig echte Spielplatz, um ein Auto zu erfahren. Der M40d überfällt einen bei Bedarf mit einer Wechselwirkung aus Dominanz beim Spurt oder Handlichkeit beim Kurven carven.

Der Reihensechsender im M40d spielt die Idealbesetzung und ist, zumindest bis Ende August, das Highlight im Lieferprogramm. Seine 326 PS sind ein Wort, seine 680 Nm das schlagende Argument. Die Leichtigkeit, mit der sich der X4 M40d durch die Landschaft fräst, ist einfach begeisternd. Dabei ist, wer sich im Griff behält, und auf öffentlichen Straßen in den USA ist das durchaus empfehlenswert, mit unter 7 Litern unterwegs. Der ab Ende August verfügbare M40i wird mit 354 PS die Leistungsspitze bilden, muss sich beim Drehmoment aber hinter dem Selbstzünder anstellen. Wer sich partout nicht mit weniger als Sechszylindern abfinden will, der bekommt zum gleichen Zeitpunkt noch einen 30d mit 265 PS und 620 Nm – vermutlich der, fast schon bescheiden geltende und, goldene Mittelweg in Sachen BMW X4. Zudem bietet BMW Vierzylinder Diesel mit 190 und 231 PS an und Vierzylinder-Turbobenziner mit 184 oder 252 PS. Eine Hybrid-Version? Ein Plug-in Hybrid? Eine iPerformance-Variante? Sicherlich zwingend notwendig, aber bislang in den Pressemappen nicht erwähnt!

Drei Linien zum Glück

BMW bietet den neuen X4 in drei Ausstattungslinien an, die jeweils das Erscheinungsbild des SAV beeinflussen. Das gefahrene M Sport X Modell gibt sich unverblümt als Dynamiker, der dennoch maskulin durch Offroad-Talente beeindrucken sollen. Die Frozen Grey lackierte BMW-Niere (ist das bei der Größe eigentlich noch eine Niere?) und die ebenso lackierten Außenspiegel setzen vor allem in Verbindung mit der gefahrenen Lackierung Flamenco-Rot schöne Kontraste. Die einzig richtige Linie ist jedoch, ganz egal welche Ausstattungslinie man wählt, die auf der bewässerten Kreisbahn, sobald der X4 zum Quertreiber wird 😉

Always on

Der neue 10.25″ große Touchscreen für das Navigationssystem Professionell ist der Dreh- und Angelpunkt der Multimedia-Welt im X4. BMW versteht es mittlerweile, wie kein Zweiter in der Branche, dem Kunden alle Möglichkeiten der Bedienung zu offerieren. Sprach-, Gesten-, Touch-, oder klassische iDrive-Controller Steuerung, alle Funktionen des umfangreichen Systems sind schnell zu erlernen und per App und BMW Connected ist man jederzeit mit dem Fahrzeug verbunden. Mittlerweile sind auch Office-Dokumente zu öffnen und wer im Stau vom cleveren Stau-Assistenten mit dessen Stop & Go-Funktion „gefahren“ wird, der checkt schnell seine eMails oder die letzte Präse vor dem Meeting. Sowohl beim Touchscreen als auch be dem um 70% gewachsenen Head-Up Display spielt BMW eindeutig in der absoluten Oberliga – und damit ebenbürtig zur Faszination des Bi-Turbo Reihensechsers.

Provokant, provozierend, prosperierend. 

So ein SAC (Sports Activity Vehicle) gehört zu den unsinnigsten Fahrzeugen, die man für Geld und gute Wort kaufen kann. Und zu den erfolgreichsten. Mit dem BMW X4 und seinem größeren Bruder X6 hat BMW den Trendsetter für eine Fahrzeugklasse gespielt, die man nicht seriös oder mit Argumenten erklären kann. Alles, was der X4 M40d aus fahrdynamischer Sicht kann, kann ein 435d GrandCoupé nicht schlechter. Eher besser. Im Gelände wäre ein X3 20d nicht schlechter, eher besser und dennoch, gerade mit der Vollfett-Stufe des Motorenbaus, und der bewussten Einschränkung durch das unsinnigste Karosseriekonzept der Automobilgeschichte, wird der X4 zu dem, was er darstellt. Ein fahrendes Sex-Appeal. Vor allem in Flamenco-Red.

 

BMW X4 M40d

Markteinführung:  August 2018
Basispreis:  70.900 €
Motorleistung:  6-Zylinder Twin-Turbo Diesel, 326 PS / 680 Nm
Antrieb und Getriebe:  8-Gang Automatikgetriebe, xDrive Allrad
Beschleunigung:  4,9 Sekunden von 0-100 km/h
Normverbrauch:  6.6 Liter auf 100 km
Höchstgeschwindigkeit:  250 km/h
Länge, Breite, Höhe, Radstand  4.752 / 1938 / 1621 / 2864 mm
Alle Fotos: Hersteller

Pr-ACHT-Stück: Der neue BMW 8er

ObACHT! ACHTung! BeACHTlich! Gähn! Diese Wortspiele sind fast genauso fad, wie einst BMWs Kamapgne zum BMW 1er M. „Hrzrasn“, hieß es damals. Etwas derart Juveniles passt nicht zum neuen Prunkstück – nicht PrACHTstück! – aus München. Nein, der neuen BMW 8er verursacht tatsächlich Herzrasen – mit allen Buchtstaben, die dazu gehören. Er braucht diesen Schnickschnack nicht, sondern kommt mit dem bösen Gesichtsausdruck einer Raubkatze vorgefahren. Die Eleganz dieser hat er gleich mit im Schlepptau. Was das Luxus-Coupé kann, das sich direkt das S Coupé aus Stuttgart als Lieblings-Duellanten ausgesucht hat? Schau´n mer mal!

Was bisher geschah

850i: Eine Zahlen-Buchstaben-Kombination, die manch einen an die frühen 1990er Jahre erinnert. BMW versuchte sein Glück mit einem super-flachen Luxus-Coupé bereits zu dieser Zeit. Auf manch einem dieser Exemplare soll auf dem Nummernschild die Buchstaben-Kombination „FU 911“ hinter der Ortsangabe gestanden haben. Subtil geht anders. Und irgendwie genoss der BMW 8er ein anrüchiges Image, das zur Nummernschild-Provokation passte. Das Design? Flach, breit, zweifellos sportlich. Aber wer hätte einen V12 mit mindestens 300 PS unter der Haube des Bayern erwartet? Die Fahrleistungen? Zumindest auf der Autobahn konnten sich die 911er warm anziehen.

8er, Klappe die zweite. Das neue Luxus-Coupé tritt in die Fußstapfen des 90er-Jahre Helden

Zurück in die Zukunft

Und heute? Auch da gibt es wieder einen 850i. Dieser verzichtet jedoch auf vier Pötte und vertraut auf einen alten Bekannten, den 4.4 Liter V8 mit Twinscroll-Turbolader. Das Resultat sind bärige 390 kW/530 PS und – festhalten – LKW-artige 750 Nm Drehmoment. Daraus resultieren natürlich entsprechende Fahrleistungen, die selbst einem Zuffenhausener gut zu Gesicht stehen. Dem Allradantrieb xDrive sei Dank, beamt sich dieser BMW 8er in 3,7 Sekunden auf 100 km/h. Das Vermächtnis des Ur-Modells? Die politisch korrekte Abriegelung bei 250 km/h. Nicht, dass bei Horst in Gerolfing noch ein Geweih von der Wand fällt. Das bleibt auch aufgrund des angemessenen Normverbrauchs von 10,5 Litern an der Wand.

Die Münchner nennen ihn Sportwagen, den BMW 8er. Dazu passt auch das beschriebene Aggregat. Fans dieser Zunft schrecken beim folgenden Wort zusammen: DIESEL! Und auch der geneigte Leser einer großen Tages“zeitung“ mit vier Buchstaben wird bei dieser Antriebsart grollend die Faust heben. Wirft man einen genauen Blick auf den Selbstzünder, wird man feststellen, dass dies vielleicht kein Sportmotor ist, wohl aber einer, der zu einem Luxus-Coupé passt, wie der Janker zur Krachledernen. 235 kW/320 PS und 680 Nm dürfen als ebenso stramm angesehen werden, wie es die Waden im entsprechenden Leder-Beinkleid zu sein haben. In 4,9 Sekunden schraubt sich das digitale Tachometer auf 100 km/h und schließt sich bei der Höchstgeschwindigkeit seinem Otto-Bruder an. Der Durchschnittsverbrauch? Liegt auf dem Maß-Bier-Niveau eines preußischen Oktober-Fest-Touristen, bevor er zum unplanmäßigen Boxenstopp muss. In Zahlen sind dies zwischen 5,9 bis 6,2 Liter.

Das Heck des BMW 8er wirkt 4er-like

2 x 4 = ACHT!

Betrachtet man das neue Luxus-Coupé, findet man Reminiszenzen an diverse andere BMW-Derivate. Ein wenig 6er BMW hier, ein wenig Z4-Studie dort, und ganz viel BMW 4er hier. Der BMW 8er wirkt natürlich wuchtiger, als das sehnige Mittelklasse-Coupé. Wuchtig, aber nicht behäbig – ein wenig wie ein Vladimir Klitschko: Groß, schwer, aber auch sportlich und aufsehenerregend. Das zeigt sich etwa an den flachen Scheinwerfern mit optionalem Laser-Licht oder den scharfen Konturen der Motorhaube oder an den Flanken. Etwas überdimensioniert wirkt die einteilige BMW Niere. Das passt ungefähr so gut zum Gesicht des Luxus-Coupés, wie eine goldene und mit Brillanten besetzte Rolex an das Handgelenk von Charlize Theron.

Am Heck entdeckt man schließlich die Verwandtschaft zum BMW 4er: Die langgezogene Dachpartie, die in einer kecken Abrisskante am Heckdeckel endet, die rudimentär als L-Form erkennbaren Rückleuchten und die zerklüftete Heckschürze erzeugen die Parallelen. Dennoch erkennt man den BMW 8er als solchen.

Die inneren Werte? Klassisch und modern zugleich

Natürlich – und nur so gehört es sich für einen sportlichen Bayern – ist das Cockpit dem Fahrer zugewandt. Das klingt ein wenig nach “Das haben wir schon immer so gemacht und das bleibt auch so!“. Nun, schlecht ist diese Idee nicht, warum also verwerfen? Und da der BMW 8er ohnehin auf das Fahrer bzw.den Piloten ausgerichtet ist, blickt man auf ein Head-Up-Display mit einer vergrößerten Projektionsfläche inklusive 3D-Grafikdarstellungen. Scho schee!

Digital geht es mit dem BMW Live Cockpit Professional – also digitalen Instrumenten – weiter. Keineswegs konträr, sondern absolut geschmackvoll und edel gibt sich die Einhausung der modernen Erlebniswelt. Feine Materialien wie Leder, Edelstahl und Klavierlack heißen die Passagiere willkommen. Sogar das Armaturenbrett sowie die Tür-Ausstattung sind in Leder ausgeführt. Da wird einem manch Tierfreund mit mahnendem Finger aufs Dach steigen. Nichts auszusetzen gibt es hingegen am besonders noblen Automatik-Hebel in Glas. Der ist schließlich vollkommen vegan.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Dafür aber Glas!

Insgesamt legte man bei der Gestaltung des Interieurs viel Wert auf eine längsorientierte Linienführung. Der BMW 8er möchte eben ein Fahrer-Auto sein – und das in Zeiten der Ausweitung autonomer Systeme… Der sportliche Anspruch zeigt sich ebenfalls in der tiefen Sitzposition des 2+2-Sitzers. Klarer als der Zwiespalt zwischen Fahrerauto und autonomen Systemen ist die Bedienstruktur des Infotainments. Das versteht sogar der Host aus Gerolfing. Als Schmankerl gelten das kabellose Laden des Smartphones, der Display Key, mit dem man das Auto fernsteuern kann sowie das Bowers&Wilkins Soundsystem. Und wenn man den Sportwagen im Kleid eines waschechten GTs auf die lange Tour entführen möchte, steht der 420 Liter fassende Kofferraum bereit. Natürlich mit automatischer Heckklappe.

To be continued…

Klar ist schon jetzt, dass es einen BMW M8 geben wird. Seine Fahrleistungen sind noch nicht bekannt, lassen aber schon jetzt die Mundwinkel hochfahren. Hinzu kommt ein BMW M8 GTE, der für den Rennsport geplant wird. Als Basis-Zutaten – und das eint alle BMW 8er – kommen ein tiefer Schwerpunkt, eine ausgewogene Achslastverteilung sowie Leichtbau ins Spiel. Alu, Magnesium und Carbon unterstützen ebenso bei einer dynamischen Fahrweise, wie der Allradantrieb, das Hinterachs-Differenzial, das adaptive M-Fahrwerk oder die Integral-Aktivlenkung.

Natürlich bringt das neue Luxus-Coupé alle elektronischen Helferlein mit, die man sich vorstellen kann. Und noch einige mehr: An Bord sind eine aktive Geschwindigkeitsregelung mit Stop&Go-Funktion, ein Seiten-Kollisionsschutz, eine Ausweichhilfe und ein Vorfahrts- und Falschfahrwarner. Nicht schlecht, schließlich kann selbst der beste Fahrer einmal nicht bei der Sache sein. Und der Ur-8er? Der öffnet die Klappscheinwerfer und beobachtet den Nachfolger ganz genau beim erneuten Besetzen der Nische.

530 PS sind nicht nicht das Ende. Ein M8 ist in der Pipeline

It’s Hammer-Time! Der M5 Competition

Was wurde lamentiert, als das Ende der E-Baureihe kam. Die F-Baureihen seien keine richtigen BMW mehr und so weiter – übliches Foren-Gezeter. Der aktuelle BMW 5er trägt nun G90 als interne Bezeichnung und findet seinen Gipfel im BMW M5 Competition. Mit 625 PS, Allradantrieb und einer dynamisch-eleganten Optik kommt er damit zu einem ungeahnten Höhepunkt.

Unter der Haube? Die Kraft des doppelten Turbos!

Das Herzstück des neue BMW M5 Competition bildet ein 4.4 Liter V8 mit TwinPower Turbo – soweit, so gut und nicht wirklich neu. Beim Competition legen die Münchner auf das bekannte Aggregat aber noch eine dezente Schippe drauf und kredenzen 460 kW/625 PS bei exakt 6.000 U/min. Das entspricht 25 PS Bonus im Vergleich zum „harmlosen M5“. Ebenfalls auf der Habenseite beim Superstar der Münchner Business-Class: Das satte Drehmoment von 750 Nm, das bereits bei 1.800 U/min anliegt und erst bei über 5.800 U/min wieder abebbt. Dank dieser pfundigen Reserven kann der BMW M5 Competition in gerade einmal 3,3 Sekunden auf 100 km/h spurten. Für den Spurt auf 200km/h vergehen 10,8 Sekunden – in dieser Zeit sind viele erschwingliche Autos nicht einmal bei 100 Stundenkilometern angelangt. Das Interessante am BMW M5 Competition ist dabei, dass man diese Fabelwerte nahezu lässig und reproduzierbar aus dem Ärmel schütteln kann: Allradantrieb sei Dank!

Für die entsprechend dramatische Klangkulisse sorgt die M Sportauspuffanlage mit Endrohren in Schwarzchrom und Klappensteuerung. So kann man es im Firmen-Parkhaus ruhig angehen lassen und erst in ein paar Kilometern Entfernung auf Krawall stellen. Das Drama des M5 der E60 Baureihe mit seinem irrsinnig schreienden Hochdrehzahl-V10 wird man aber nicht ernten. Wohl aber ein dickes, Yacht-artiges V8-Geblubber, das nur diese Motorenart so unvergleichlich erzeugen kann. Trotz aller Sportlichkeit legte man in München besonderen Wert auf ein optimiertes Emissionsverhalten: „Partikelfilter“ lautet hier das Stichwort.

Schwer und behäbig? Der BMW M5 Competition lehnt dankend ab

„The Dude abides“, heißt es in einem Filmklassiker. Und genau wie der etwas verkommene Jeff Bridges in „The Big Lebowski“, lehnt auch der BMW M5 Competition dankend ab. Gar nicht in die Tüte kommen Behäbig- und Schwerfälligkeit. Sein zackiges Ansprech- und Einlenkverhalten resultiert aus neuen Motorlagern mit veränderbaren Kennlinien sowie einer erhöhten Federrate. Die straffe Stellung führt zur unmittelbaren Kraftübertragung, wovon auch das Kurvenverhalten profitiert. Den Kraftschluss übernimmt währenddessen die 8-Gang M Steptronic. Sie hält drei Modi für effizientes, sportliches oder besonders dynamisches Fahren bereit und sortiert die Kraft via M xDrive an alle Viere. Das führt zu verbesserten und leichter zu erreichenden Beschleunigungswerten sowie zu einer nahezu verlustfreien Übertragung der Motorleistung auf die Straße. Einen nicht zu unterschätzenden Anteil an der Agilität hat auch das M Differenzial mit seiner hinterradbetonten Auslegung. Wer dennoch dem klassischen Heckantrieb den Vorzug gibt, der kann einfach per Knopfdruck auf den Button „2WD“ die Vorderräder abschalten und die „Frage der Quere“ klären.

Beim BMW M5 Competition kommt – gegenüber dem Standard-M5 – ein noch präziseres, speziell auf das Fahrzeug abgestimmtes Fahrwerk zum Tragen. Es bietet eine Tieferlegung um wenige Millimeter gegenüber dem M5 ohne Namenszusatz. Außerdem zeigt es Optimierungen bei der Radaufhängung, der Federung und Dämpfung. Die Erhöhung des Radsturzes ermöglicht dabei eine gesteigerte Aufnahme von Seitenkräften. Hinzu kommen neue Lager und Stabis sowie eine insgesamt zehn Prozent steifere Auslegung und machen aus dem Competition den wohl bösesten M5 aller Zeiten. Na ja, zumindest, bis ihn einer der vielen Tuner „optimiert“.

Der BMW M5 Competition mimt den Tarnkappenbomber

Die optischen Änderungen zum weniger kompetitiven M5 sind recht dezent. So erhält der Competition exklusive M Leichtmetallräder in Bicolor. Das Format liegt bei 20 Zoll mit 275er Walzen vorn und 285er Gummis hinten. Ansonsten würde der BMW M5 Competition auch bestens als Dienstwagen für Darth Vader durchgehen: Die toughe Business-Limousine fährt ausschließlich mit der Shadowline in Hochglanz vor, die unter anderem die Nieren und die Spiegelkappen umfasst. Besonderheit: Die M5-Embleme auf der Kofferraumklappe und der Schriftzug „Competition“ sind ebenfalls in Schwarz gehalten. Innen geht es kaum farbenfroher zu: Das dezente Streifendesign mit den klassischen M-Farben ziert die Sicherheitsgurte, Fußmatten kommen mit einem speziellen Keder. Aber sonst bleibt es bei der klassisch-dunklen Sport-Höhle.

Review: BMW 740 Le xDrive iPerformance

Doppelherz oder Feigenblatt?

Das Ziel bei BMW ist klar, der ehemalige E-Pionier will seine i-Flotte emanzipieren und neben dem BEV i3 und dem Hybridsportler i8, auch die restlichen Modelle elektrifizieren. Der BMW 740e spielt dabei die Rolle des flüsternden Saubermann in der BMW-Luxusklasse. Darunter rangieren 530e und 330e. Mittlerweile gibt es fast in jeder Baureihe mindestens einen elektrifizierten BMW. Ob das nun nur ein Feigenblatt für den Flottenverbrauch ist, oder wie im Falle des 740e (mit dem langen Nachnamen), nun eine ernsthafte Business-Alternative mit Doppelherz, entscheidet nicht zuletzt der Kunde.

AUTOHUB hat dem BMW 740 Le xDrive iPerformance den doppelten Herzschlag gemessen.

Optisch? Vor allem eine große Limousine. Kaum zu unterscheiden vom Verbrenner oder Selbstzünder-Pendant. Einzig die kleinen i-Embleme, die blauen Schattierungen in der Niere, in den Augen und das e-drive Emblem an der C-Säule sind Hinweise auf das, was da Besonderes unter der Haube steckt. Denn dort teilt sich der stärkste Vierzylinder den BMW je in Serie gebracht hat, den opulenten Raum unter der langen Haube mit einem 83 kW starken Elektromotor. Der zwei Liter Turbobenziner leitet 258 PS und gemeinsam werfen die beiden eine Systemleistung von 326 PS in die Wagschale um die Gunst des Stammtisches.

Der permanenterregte Synchronmotor ist im Siebener kein Alibi, um mit der Luxuslimousine guten Gewissens vor dem Bio-Supermarkt parken zu dürfen. Er ist Sinnbild der Veränderung und tragende Säule im täglichen Betrieb. Dank seiner 250 Nm, die ab Stillstand auf das 8-Stufen Automatikgetriebe einwirken und einer 9.2 kWh (brutto) großen Traktionsbatterie, sind realistische 30 Kilometer im rein elektrischen Betrieb möglich. Die nutzbare Kapazität des Akku beträgt 7.4 kWh, der elektrische Normverbrauchswert wird mit 12.5 bis 13.3 kWh auf 100 Kilometern angegeben. Für die Zertifizierung hat BMW einen Normwert von „bis zu 48km“ (je nach Modell) erfahren und im noch gültigen NEFZ-Normverbrauch gibt BMW zudem einen Benzinverbrauch von 2 bis 2.5 Liter an. Je nach Ausstattung, Reifen und Radstand.

Die Ladebuchse des 740 Le iPerformance befindet sich im vorderen linken Kotflügel, geladen wird per Mennekes-Stecker, mit maximal 3.7 kWh.

Einsteigen, los fahren. Und das lautlos. Es spielt ein wenig Faszination von Teslas Model S mit in die ersten Testkilometer, nur das dieser Siebener in einer völlig anderen Liga spielt, was Qualität, Material und Verarbeitung angeht. Aber auch beim Antritt und bei der elektrischen Reichweite. Doch ein Vergleich verbietet sich an dieser Stelle eh. Der BMW 740  Le xDrive iPerformance (ja, das ist wirklich sein vollständiger Name) ist als Plug-in Hybrid ein Brückenbauer. Eine Chef-Limousine für Menschen die gerne selbst fahren, aber nie viel. Zumindest nicht am Stück.

Der 286 PS starke Benziner wuchtet den auf Leichtbau bedachten 7er zwar behände und mühlos nach vorne, doch sobald der Verbrenner seine Arbeit aufnimmt, schwindet der starke Komforteindruck massiv. Er rumort, er verbrennt deutlich vernehmbar, mit hohen Einspritzdruck und massiv auf Effizienz bedacht seinen fossilen Treibstoffvorrat und macht daraus keinen Hehl. Sicher – zusammen mit dem E-Motor sind die Fahrwerte beeindruckend. 5.3 Sekunden bis Tempo 100 – das ist ordentlich.

Nicht nur Nerds fahren elektrisch

BMW ruft 105.400 € für das Hybride-Topmodell auf. Das liegt, kaum zufällig auf dem Niveau von 740 Ld XDrive (104.300) und 740 Li xDrive (101.900), und dennoch leicht darüber. Das mag klassisch denkende Autofahrer verwirren. Nur Vierzylinder und dennoch mehr als 100.000 €.

Der Siebener bleibt, auch als PHEV, was er immer war. Ein fahraktives Auto für Menschen die es geschafft haben. Nur mit der Option zum lautlosen, rein elektrischen gleiten. Wer Zuhause und im Büro laden kann, sinnvollerweise ökologisch nachhaltig, der könnte mit dem 740 Le xDrive den ersten Schritt in Richtung „Mobil ohne fossil“ machen. Die Zielgruppe dafür ist, zugegeben, sehr spitz definiert. Der Fahrspaß und die technologische Faszination dafür umso größer.

Technische Daten

Typ

Plug-in Hybrid

Motor 1

Vierzylinder Turbobenziner, 1998 ccm, 258 PS, 400 Nm

Motor 2

Synchron E-Motor, 113 PS, 250 Nm,

20 kW Rekuperationsleistung

Hochvoltspeicher

Li Io, 351 V, 9.2 kWh brutto

16 Ampere 3.7 KW Ladung Typ II

unter Fondsitzbank

Systemleistung

326 PS / 500 Nm

elektrische Reichweite (Norm)

bis zu 41 km

Antriebskonzept

8-Stufen Automatik, E-Motor im Automatikgetriebe, anstelle Wandler, Rekuperation, Antrieb über alle vier Räder

Ladezeit minimal

2.7 Stunden (3.7 kW) Typ II

Normverbrauch EU-Zyklus

2,1l auf 100 km 56g CO2/km

Emissionen EU-Zyklus

56g CO2/km

0 – 100 km/h

5,3 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit

250 km/h

Höchstgeschwindigkeit elektrisch

140 km/h

Kaufpreis

ab 105.400 €

Abmessungen

Leergewicht

Alle Fotos entstammen meinem #BMWRT18 Roadtrip

BMW 640i GT “ sophisticated ftw“

Was hat er am Anfang einstecken müssen. Die erste BMW „5er GT“ Serie war aber auch anspruchsvoll. Vor allem für die Menschen, die eigentlich ein besonderes Design verlangen, dabei aber bitte auf der Spur des guten Geschmacks bleiben wollen. Die Idee eines Fließhecks ist nicht neu, Audi tut es mit dem A7, Mercedes tut es mit dem CLS und BMW tat es bereits 1971 mit dem 2002 touring. Wenn gleich dieser damals ein Zweitürer war. Und BMW tut es weiterhin, nun allerdings mit einem neuen Anlauf.

Test und Fahrbericht des BMW 640i GT

Aufgeben war keine Option

Beim Generationenwechsel hat sich der 5er GT gleich einmal aus dem eingeschränkten Business-Umfeld der 5-Serie gelöst und sich in Richtung Oberklasse orientiert. Aus „dem 5-er“ wurde ein „6er“. Der Anspruch bleibt indes ähnlich, eine Alternative bieten zur klassischen Frage: Kombi oder Limousine, und bloß kein SUV. Ein GT bitte, ein „Gran Turismo“.

Design? Sophisticated!

War die erste Variante, ab 2009, noch von einem fetten und unförmigen Hintern geprägt, hat sich der neue, jetzt seiner Oberklassen-Zuordnung endlich bewusst, in das Fitness-Studio begeben und dort an seinem Körperbau gefeilt. Die plumpe Front, das feiste Heck, beides ist verschwunden, nur die lange Dachform mit dem praktischen Heckraum, die blieb. Zudem hat BMW einen eleganten Kunstgriff angewendet, aus dem 5er GT wurde der 6er GT, und damit nun auch für Menschen mit reduzierter kognitiver Fähigkeit, klar als Oberklasse zu akzeptieren. BMW hat mit dem Kunstgriff auch im eigenen Modellprogramm ein wenig neu sortiert. Was Sinn macht. Soweit man „Sinn“ machen kann. Zugleich wuchs er um 10 Zentimeter in der Länge, verlor ein wenig Höhe und gleich noch bis zu 200 Kilogramm Gewicht.

Antrieb! Sophisticated?

Im Rahmen der Debatte um Verbrauch und Emissionen, ist der Achtzylinder aus dem Programm gefallen. Wenig schmeichelhaft für die Wahrnehmung eines echten „Gran Turismo“. Ersetzt wird er primär durch die Sechszylinder-Reihenmotoren, wobei für bescheidene Menschen sogar ein Vierzylinder-Turbobenziner mit 258 PS verfügbar ist. Im Testwagen war der Dreiliter-Reihensechser als 640i verbaut, der sch auf 340 PS und 450 Nm verlassen darf. Für echte Vielfahrer und Drehmoment-Lover gibt es zudem die Diesel-Sechszylinder mit 265 oder 320 PS und 620 oder 680 Nm Kraft.

Sophisticated Sechszylinder

Der Reihenmotor (B58B30) ist eine leidenschaftliche Antriebsquelle. Frei von Massenmomenten der ersten, zweiten und dritten Ordnung, läuft er Turbinenartig über das gesamte Drehzahlband. Der Twin-Scroll-Lader spricht spontan an und verleiht dem Motor diese famose Kombination aus Drehfreude und Drehmoment. Gäbe es einen fantastischeren Begriff für motorischen Exzellenz, hier käme er zum Einsatz. Früh liegen die 450 Nm des Reihensechszylinders an, bleiben bis 5200 Umdrehungen vollständig versammelt und verlaufen sich dann erst darüber, im Timbre seiner akustischen Kraftmalerei.  Kann „Lärm“ schön sein? Ja. Wobei Lärm. Man hört ja eigentlich doch nie etwas vom 640i GT – wer dreht schon im Alltag höher als 2.500? Es ist nicht notwendig.

Sophisticated Getriebe

Das von ZF zugelieferte Achtgang-Automatikgetriebe ist eine Allzweckwaffe im Automobilbau, basierend auf Zahnrädern und klugen Algorithmen. Und auch im 6er zeigt es wieder einmal, es gibt keine Frage, auf die dieses Getriebe keine Antwort hätte. Schaltbar, dank Aufpreis, auch per Lenkradpaddles, lernt man schnell, besser die Finger die vom „herumpfuschen“ in der Getriebelogik zu lassen. Was der Sechszylinder liefet, verwandelt der Automatik in Vortrieb. Dabei spielt er perfekt den stillen Butler. Unaufgeregt, aber immer wach. Schnell und dennoch verschliffen. Die ideale Besetzung für diese Aufgabe. Alternativ würde BMW den 6er auch mit dem xDrive-Allradantrieb und auch mit einem so genannten „Executive-Fahrwerk“ ausliefern. Das bislang nur für die 7-er Reihe erhältliche Luftfahrwerk mit zusätzlicher Wankstabilisierung und der Technik einer vorausschauende Dämpferabstimmung war im Testwagen nicht verbaut und wurde auch nicht vermisst, ebenso wie der Allradantrieb. Die „normale“ Luftfederung ist im Sechser bereits eine Offenbarung. Natürlich adaptiv verstellbar, spielt sie traumwandlerisch sicher den Part des Fahrt-Veredlers. Der Sechser entkoppelt erfolgreich von Bodenflicken und Schlaglöchern und bleibt dabei immer so verbindlich in der Gefühlsregung, wie man es von einem BMW erwartet.

Travel ftw

320 PS Benzinmotor. In einer bis zu zwei Tonnen Limousine. Der frisst einem doch die Haare vom Kopf. Äh – nein. Wir haben den 640i GT für über 2.000 Kilometer Autobahn genossen. Darunter die Dienstreise zum Automobil-Salon nach Genf. Kaum ein Auto zuvor war derart erhaben über jede Distanz. Der Turbo-Benziner spielt dabei die Rolle des souveränen Kostverächters. Zwischen 7.2 und 9.6 Litern zeigte der Bordcomputer für die unterschiedlichen Touren. Und gerade für das erreichte Tempo auf Flughöhe Null, war der 640i GT geradezu sparsam im Umgang mit dem edlen Stöffchen. Dabei gehört seine Stimme und seine Arbeitsleistung zum Besten Argument für einen Verzicht auf Elektrofahrzeuge.

Interieur ftw

Mit connected, touchscreen und der besten Kombination aus Apple CarPlay und Automobil-Nutzung kann der 6er auf der einen Seite beeindrucken. Aber das machen auch 7er und der neue Fünfer, oder auch der X3. Beim 6er kommt noch ein tolles Raumgefühl hinzu. Viel Platz für die Beine in Reihe zwei und mit der großen Fließheckklappe zudem ein praktischer Kofferraum. Und plötzlich kombiniert der 6er alles, was man von einem GT – einem Grand Turismo – erwartet.

Der perfekte Reise-GT

War sich der Autor beim ersten 5er GT noch sicher, niemals zur Zielgruppe des „dicken Dings“ zu gehören, umgarnte der 640i GT mit dem vermutlich besten Benzinmotor am Markt, einer reichhaltigen Ausstattung und den überzeugenden Genen einer Oberklassen-Reiselimousine. So viel BMW, so anders. So gut. So sophisticated! 

Fahrzeugschein
Hersteller: BMW
Typ: 640i GT (G32)
Karosserie: Limousine
Motor: 6 Zyl. / Turbo-DI / B58B30
Getriebe: Achtgang-Automatik / ZF
Antrieb: Hinterradantrieb
Hubraum: 2.998 ccm
Leistung: 340 PS (250 kW)
Drehmoment: 450 Nm
Von 0 auf 100: 5,4 s
Höchstgeschw.: 250 km/h
Verbrauch (NEFZ-Norm): 7,0 Liter
CO2-Ausstoß (NEFZ-Norm): 159 g/km
Kofferraum: 610 Liter
umgebaut: 1.800 Liter
Gewicht: 1.845 kg
Maße: 5091 / 1902 / 1538
Preis: 68.100 EUR

Fotos: Niklas Bischoff

7-days in a 7-series

Von Küste zu Küste im Vierzylinder Luxusliner

In den USA gibt es über 12.000 McDonalds Filialen. Über 10.000 Seven-Eleven Tankstellen und fast an jeder Ecke gibt es Vorurteile, die sich widerlegen lassen möchten. So wie die dumme Idee, in einem Plug-in Hybriden 6.000 Kilometer quer durch die USA zu fahren.

Day 1 – Von wegen „it never rains in southern california“

Dass der verregnete Start in der Traumfabrik, im lebendigen L.A., am prachtvollen Santa Monica Boulevard nur der Beginn eines Winter-Sturms im Frühjahr 2018 war, wurde erst später klar. Natürlich hätte man lieber den 740Le xDrive im warmen, weichen Licht einer langsam im Meer der Westküste untergehenden Sonne fotografiert. Stattdessen ungemütliche Temperaturen im einstelligen Celsius-Bereich und heftiger Regen. Auf der anderen Seite macht so ein frustrierendes Wetter den Abschied aus der bis zum Stillstand auf 12-Spuren vibrierenden Großstadt nur noch leichter. Ostwärts – sieben Tage lang. Alleine im Siebener BMW mit nur vier Zylindern. Warum tut man sich das an?

Wegfahren, um sich zu finden

Es soll Menschen geben, die fahren von A nach B, nur weil sie nach B müssen. Für mich ist Auto fahren immer auch ein Weg zur inneren Ruhe. Und kein anderes Land eignet sich besser für einen Roadtrip als die USA. Keine andere Nation ist derart ausgerichtet auf die individuelle Mobilität per Automobil. Kein anderes Land vereint einen größeren Widerspruch als diese derzeit so gespaltene Nation. Dies soll aber kein Artikel über die Spaltung dieser United States in Zeiten von Trump werden. Es soll auch kein Artikel werden, der die Küstenregionen besser darstellt als die „Mitte“ der USA.

Bevor ich los fuhr, wusste ich überhaupt nicht, was für eine Geschichte es werden sollte.

Startpunkt Santa Moncia Pier – eigentlich ein Ziel
Tag 1 – Der Tacho zeigt 3132 Meilen

Santa Monica Pier ist ganz offiziell das Ziel der Route 66. Das hölzerne Pier zieht Touristen geradezu magisch an. Und als Endpunkt der legendären Route quer durch die USA besitzt der Steg in den Pazifik eine gewisse Magie. An diesem Tag, dem 8. Januar 2018, ist es ungewöhnlich nass, es regnet fies nach Nordsee-Manier und anstelle von malerischer Sonnenuntergangs-Stimmung geizt der Himmel nicht mit trübem Grau. Zeit, sich auf den Weg zu machen. Frisch angekommen aus Deutschland, sollte am ersten Tag der Reise eine überschaubare Distanz von 230 Kilometern ausreichen. Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Von Los Angeles führt mich die Route in Richtung Las Vegas. Allerdings werde ich die sündige Metropole dieses Mal auslassen. Barstow ist das Ziel, auf halben Weg nach Las Vegas.

Mit einem Plug-in Hybriden durch die USA?

Sieben Tage in einem Siebener BMW. Klingt verlockend. Sieben Tage in einem Vierzylinder mit Elektro-Hilfsantrieb? Klingt gänzlich anders. Und dennoch, gerade dieser Verzicht auf die motorische Völlerei stellt sich als spannende Herausforderung heraus. In Kalifornien können sie E-Autos –  und den Akku des 740Le xDrive iPerformance aufladen, stellt in L.A. keine Herausforderung dar. Was aber wird der Rest der USA auf meine Frage nach einer Steckdose antworten? Ich vermute, ich kenne die Antwort, noch bevor ich diese Frage zum ersten Mal stelle. Es wird daher auch ein Effizienz-Trip mit Hindernissen werden. Ist doch ein Plug-in Hybrid ohne Steckdosen nur halb so sinnvoll.

Am Abend des ersten Tages stehen 135 gefahrene Meilen, 10 Dollar für den ersten Burger bei Five Guys und eine Übernachtung im Ramada Inn in Barstow auf dem Merkzettel. Eine Steckdose für den Siebener? Die freundliche Blondine hinter dem Rezeptions-Counter lächelt merkwürdig. „This germans – always different“.

Von Barstow nach Flagstaff in Arizona

Tag 2 – Hildeguard bekommt einen Namen

Der zweite Tage auf der Straße wird von den allgegenwärtigen Insignien der touristischen Route 66 geprägt. Route 66 – mal ehrlich, wer schnalzt da nicht mit der Zunge und wer hat da nicht sofort die Country-Musik Playlist ausgegraben? Der Siebener wird indes von mir seines sperrigen Namens BMW 740 Le xDrive iPerformance entledigt und auf Hildeguard getauft. Denn Hildegard passt zum klassischen Look der großen Limousine. Helles beiges Leder im Innenraum und dazu die Technik-Armada zur Sicherheit des Fahrers. Daher Hildeguard. Bereits an Tag 1 hatte mich der Brems-Assistent gerettet, als ein alter Ford Pick-up am 4-Way Stop nach alternativen Fakten suchte. Danke Hildeguard.

Dass ausgerechnet in einem Plug-in Hybriden die Tankstellen zu den besten Freunden der Reise werden, mag man nicht sofort verstehen. Doch maximal 46 Liter Tankinhalt lassen Fahrer von Fullsize-Pick Up Trucks in den USA nur mitleidig lächeln. Und dass man elektrisch bis zu 50 km weiter gleiten kann, wem hilft es, wenn der Akku zu Fahrtantritt nicht geladen werden kann. Hildeguard erweckt gerade als es einsam wird, zwischen Amboy und Oatmen, den Eindruck, die völlig falsche Wahl für diesen Trip zu sein.

Wer sich entlang der Interstates durch die USA hangelt, mag das Gefühl haben, alle 30 Meilen ein Deja-vu zu haben. Die immer wieder gleiche Ansammlung von Tankstellen, Fast-Food-Restaurants und Truck-Stops gibt einem das Gefühl, in einer Endlosschleife langweiliger Roadtrip B-Movies gefangen zu sein. Doch wer sich abseits der großen Routen bewegt, der kann sogar an so einer heiligen Kultstätte des Roadtrip-Tourismus wie der Route 66 das Gefühl bekommen, alleine durch den wilden Westen zu reisen. Und da sind 50 Meilen zur nächsten Tankstelle ein Problem, wenn man nur noch 30 Meilen Restreichweite hat.

Tankstopp 1 bei 291 Meilen, Tankstopp 2 bei Tachostand 508 Meilen. Dass man nur 10 Gallonen in dieses große Auto tankt, mag viele irritieren – aber nachdem Tag 2 mit einem Umweg „zurück“ zu einer Tankstelle Eindruck hinterließ, wird ab dem zweiten Tankstopp mit dem Tanken nicht mehr gewartet, bis Hildeguard „Hunger schreit“. Dann lieber ein wenig früher einen weiteren 1$-Kaffee gezogen, 10 Gallonen nachgebunkert und sich kurz die Füße vertreten. Wobei, bequemer als im Schoß von Hildeguard kann man seine Zeit eigentlich nicht absitzen.

Von Flagstaff nach Amarillo
Tag 3 – Der Wintersturm hat mich eingeholt.

An diesem dritten Tag geht es endlich, nachdem am Vortag die Touri-Orte entlang der Route 66 abgehakt wurden, auf eine richtige Roadtrip-Distanz. 615 Meilen bis nach Amarillo oder 984 Kilometer bis zum ersten richtigen Steak.

Dass es auch im La Quinta Inn in Flagstaff keine Steckdose für Hildeguard gab, lässt die elektrische Standheizung leider auch außen vor. Dafür muss der Siebener am Morgen von Tag 3 von 15 Zentimeter Neuschnee befreit werden. Danke, lieber „Winterstorm Inga“.

Östlich von Gallup zeigt sich ein beeindruckendes Wetterschauspiel. Die fast endlose Weiten der Prärie zeigen dir, welches Wetter du morgen erwarten kannst. Du siehst es am Horizont.  Nach 20 Stunden reiner Fahrzeit im Auto, überkommt dich irgendwo zwischen New Mexico und Texas die übermächtige Einsamkeit. Fast surreal erscheint die Weite, die man überblicken kann. Nach den beeindruckenden Canyons in Arizona erschlägt dich New Mexico mit unendlicher Weite.

Windräder als Zeichen des Wandels

Ausgerechnet kurz vor Texas pflastern plötzlich mehrere hundert Windräder die Prärie. Ein Zeichen für den Wandel. Während du in einem Plug-in Hybriden sitzt und immer wieder verzweifelt nach einer Steckdose suchst. Da ist das andere Ende der Steckdose, ein Windrad, ein tolles Symbolbild. Es tut sich was. Auch in den USA.

Überhaupt: „Die USA“. Mit nur zwei Wörtern, nur sechs Buchstaben, tut man einem ganzen Land unrecht. Es mag „die USA“ auf dem Papier geben. Aber eigentlich muss man von einem Land der Unterschiede, der kulturellen Gegensätze, der Widersprüche reden. Wobei eines die Menschen eint. Kein anderes Land auf dieser Welt teilt meine Liebe zum Auto so sehr. Wie diese USA. Völlig frei von Neid bekommst du anerkennende Blicke für dein Auto. Lassen sich Menschen auf einen „small talk“ ein, ohne dich zuvor prüfen zu wollen. Auch auf einer 7-Tage langen Reise, alleine im Siebener, bist du nicht alleine. Öffne die Tür, suche einen Platz, an dem es Kaffee oder Burger oder beides gibt und du bist Teil dieser Nation. Grenzenlos denken, es kann so einfach sein. Und dennoch, es ist so schwer.

Drury Inn and Suites in Amarillo, natürlich hat man auch dort keine Steckdosen. Und wer in Amarillo ein Steak essen gehen will, der wählt lieber etwas anderes als das Hoffbrau Steak & Grill House. Nein. Ich wollte nicht jammern und meckern. Wenn einem aber nach 14 Stunden auf der Straße, nach 1.000 km, eine 100 Gramm Fleisch-Probierpackung als Hauptgericht verkauft wird, dann darf man sich ruhig mit zwei Dosen Miller Lite auf das Hotelzimmer verkriechen und weinen.

Von Amarillo nach Little Rock
Tag 4 – Fleisch, Geschichte und wieder 1.000 km auf der Straße

War der Wintersturm am Abend des dritten Tages über der Prärie von New Mexico nicht in der Lage, die Pace von Hildeguard mitzugehen, begrüsst er mich am Morgen von Tag 4 mit saukalten 2° und heftigen Windböen. Ein Wetter, bei dem man keinen Hund vor die Tür schicken würde. Das Steak-Erlebnis des Vorabends wird indes verarbeitet, indem man „The Big Texan“ in Amarillo besucht und sich ein 250 Gramm Frühstücks-Steak mit zwei Spiegeleiern bringen lässt. So geht Texas. So geht Steak. So geht Roadtrip. So geht USA.

An diesem Tag warten 10 Stunden Fahrt durch die Kornkammer der USA. Oklahoma haben so wenige von uns auf dem Schirm, wenn es um Urlaub geht, weil es dort eben auch nichts gibt. Nichts außer Land. Viel Land. Flaches Land. Land mit Äckern. Land ohne Äcker. Dazwischen einzelne Farmen und riesige Getreide-Silos. Der richtige Zeitpunkt, um zum ersten Mal die eigene „BMWRT-Playliste“ gegen ein Hörbuch zu tauschen.

Wer sich an der Original-Route 66 orientiert, dem begegnen immer wieder die stillen Zeitzeugen einer großen Wanderung. Gebäude, die bis zum Fundament in Historie stecken. Manchmal ist die Patina nicht besonders alt, doch wer sich nicht ablenken lässt, der findet Hinweise auf eine Zeit, die anders war. Geprägt von Hoffnungen.

Von Little Rock nach St. Louis
Tag 5 – Kein Platz für Rassismus

Nach 1917 Meilen auf der Straße, nach über 30 Stunden zusammen mit Hildeguard, startet Tag 5 in Little Rock in Arkansas. Bevor ich die Stadt verlasse, wieder einmal ohne Hildeguard laden zu können, erlebe ich den Spirit einer Stadt, die wie keine andere für Veränderung steht. An der Little Rock Highschool gingen 1957 erstmalig afroamerikanische Jugendliche auf die gleiche Schule wie weiße Jugendliche. Drei Jahre nach der Aufhebung der Rassentrennung in den USA war das dennoch nichts, was selbstverständlich war. Der damalige Governeur von Arkansas lies damals die Nationalgarde aufmarschieren, um dies zu verhindern. Präsident Eisenhower musste schlussendlich die 101. Luftlandedivision in die Stadt entsenden, um die Unruhe zu beenden und den neun Schülern den sicheren Zugang zur Little Rock Highschool zu ermöglichen.

Den Rest des Tages gleiten Hildeguard und ich, versunken in Gedanken, durch den Mark Twain National Forest. Eine wunderschöne Gegend. Enge Straßen. Wundervolle Strecken, wie gemacht für den fahraktiven 740 Le mit Allradlenkung. Wie ein so großes Auto so handlich sein kann. Es bleibt wohl das Geheimnis der BMW-Ingenieure.

Von St. Louis nach Chicago
Tag 6 – Das Ende der Route 66 ist der Anfang

Am sechsten Tag des Roadtrips standen nur 298 Meilen oder 477 km auf dem Programm. Zeit, sich mal Gedanken über Kritik an dem BMW zu machen. Über 40 Stunden, mehr als 2.300 Meilen, binnen 5 Tage abgesessen. Das kann man durchaus auch als Hardcore-Test verstehen. Doch Hildeguard gibt sich, ganz dem Luxus-Segment verschrieben, keine Blößen. Oder kaum. Sicher, wer am Morgen im Dunklen los fährt, dann Tageslicht nutzt und spät nach Dämmerung erst am Ziel ankommt, der fragt sich schon, warum die BMW-Techniker die Helligkeit des Head-Up Displays nicht automatisiert haben. So verstellt man zwei mal per Tag über den iDrive Controller die Helligkeit des Head-Up Displays. Am Tag auf maximale Helligkeit, im Dunklen komplett gedimmt. Ausschalten ist keine Alternative, zu perfekt ist das Head-Up Display geworden. Alle notwendigen Informationen, direkt vor der Nase, auf der Straße. Perfekt.

Und auch diese eine Ledernaht an der Sitzwange. Nach mehr als sieben Stunden pro Tag hat man das Gefühl, entweder ist diese Ledernaht an der falschen Stelle oder der eigene Hintern ist schlicht nicht kompatibel zum ansonsten bequemen Gestühl von Hildeguard.

Nach 2.572 Meilen und 6 Tagen findet die Route 66 für mich und Hildeguard in Chicago ihr Ende. Dabei ist es eigentlich der Anfang. Die eigentlich 2.451 Meilen lange Straße führte seit 1921 von Chicago in den Westen der USA. Sie war eine der ersten Straßen, die komplett befestigt, quer durch die USA führten.  „Die Route 66 als einfache, oft kurvenreiche und einspurige Landstraße konnte als wichtige Transkontinentalverbindung dem wachsenden Verkehr über die Jahrzehnte  immer weniger gerecht werden. Der Verlauf wurde ständig geändert, es wurden Ortsumgehungen gebaut, Umwege abgekürzt oder der komplette Verlauf verändert. Gemäß dem Vorbild der Autobahnen, die der Ex-General und spätere US-Präsident Eisenhower (Präsidentschaft 1953–1961) in Deutschland 1945 kennengelernt hatte, wurde auch die Route 66 allmählich durch moderne mehrspurige, kurvenarme Fernstraßen ersetzt. Am 29. Juni 1956 unterzeichnete Eisenhower den Interstate Highway Act, der ein Interstate Highway System zum Inhalt hatte„ (Wiki)

7 Tage sollst du fahren – bis nach Detroit
Tag 7 – Die NAIAS in Detroit

Von Chicago nach Detroit sind es lächerliche 456 Kilometer. Ein Urlaubstag für Hildeguard. In Detroit wartet die NAIAS 2018 auf uns. Doch ehrlich: Nach dieser Strecke, nach dieser Zeit, nach diesen Erlebnissen ist die größte und wichtigste Automesse der USA in diesem Jahr nur ein müder Zeitvertreib. Die Neuheiten halten sich in Grenzen. Und eigentlich treibt es mich am ersten Morgen in Detroit in die Hotelgarage. Zurück zu Hildeguard. Denn auch wenn die sieben Tage vorrüber sind, natürlich wird es weitergehen. Es muss. Denn was ist ein Roadtrip quer durch die USA, wenn man nicht bis direkt an die Ostküste fährt? Richtig. Unvollendet. Und halbe Dinge machen Hildeguard und ich nicht. Tag 7+ wartet.

7+1 – Der Wintersturm und die Alljahres-Reifen von Hildeguard

Winterreifen sind in Kalifornien eher unwichtig. In Pennsylvania im Januar jedoch eine gute Idee. Der Wintersturm hat mich, dank der zwei Übernachtungen in Detroit, eiskalt eingefangen. Die 987 Kilometer von Detroit nach New York werden zur härtesten Prüfung der ganzen Reise. Und erstmalig entsteht eine Art Zeitdruck auf dieser Reise.

Der Rückflug von New York ist fest gebucht. Eine Verzögerung nicht geplant. Und doch, Hildeguard kann zwar auf den Allradantrieb xDrive vertrauen, auf den langen Radstand der L-Variante und gehört ganz sicher zu den sichersten Vertretern ihrer Klasse. Doch bei Tempo 100 auf frisch verschneiten Interstates geben die Alljahres-Reifen aus Kalifornien auf.

Erstmalig kommen Hildeguard und ich ins Schwitzen. Trucks werfen riesige Schneematsch-Mengen vor die Nieren von Hildeguard. Wir rudern durch Fahrspur-Rillen, lassen auf vereisten Brücken die Regelsysteme des ESP aus dem Computerhirn die Spur suchen und fragen uns, wie das wohl so ist, in Pennsylvania. Im Januar. Wenn man Winterreifen hätte. New York verschwindet mit Anbruch der Dämmerung, 400 Kilometer entfernt, aus unserem Tagesziel.

Bates-Motel (angeblich ein Quality-Inn), wird zur Hütte für die Nacht auserkoren. Wir ruhen. Hildeguard muss verschnaufen. Die All-Jahres-Reifen sind schuld.

Tag 7+2 – New York, New York
Ich war noch niemals …

Um 6:34 geht es weiter. Bates-Motel lockt mit einem Frühstück, doch Hildeguard hat einen Auftrag. Sie muss mich pünktlich nach New York bringen. Noch eine Verzögerung können wir uns nicht erlauben.

Es hat aufgehört zu schneien. Die Interstate ist geräumt. Hildeguard lässt es fliegen. Tempomat 100. Nicht km/h, Meilen. Die Kriegskasse für Speed-Tickets ist noch prall gefüllt. Wir sind auf einer Mission.  Nach gut 4 Stunden erreichen wir New Jersey und die westlichen Zipfel von New York. Es ist Zeit, den Tatsachen ins Auge zu schauen.

Nach 66:55 gemeinsamen Stunden. Nach 3.514 Meilen gemeinsamer Strecke, einmal quer durch die USA. Alleine mit Hildeguard, rückt der Boarding-Zeitpunkt für den Rückflug unaufhörlich näher. Hildeguard überspielt die Trauer mit einer Erfolgsmeldung. 8.1 Liter betrug der Durchschnittverbrauch seit dem verregneten Start in Santa Monica. 8.1 Liter auf 100 Kilometer. Ich bin stolz auf Hildeguard – ich verstecke meine Traurigkeit. Meinen Trennungsschmerz überspiele ich mit einem saloppen Winken, als ich Hildeguard am Valet-Parking abgebe.

7 Tage im Siebener BMW, quer durch die USA. Danke Hildeguard.

BMW 2er Active Tourer Facelift: Behutsam weiterentwickelt

Wie war das noch mit der Mutter der Porzellankiste? Ach ja, sie will mit Vorsicht behandelt werden. So ähnlich scheinen es die Münchner mit der Modellpflege des BMW 2er Active Tourer und seinem gestreckten Bruder, dem BMW 2er Gran Tourer, verstanden zu haben. Man muss nämlich genau hinsehen, um die Unterschiede zum Vorgänger ausfindig zu machen. Ein paar neue Lackfarben hier, neue Felgen da und fertig ist das Facelift? Ist es wirklich so einfach oder steckt mehr hinter der Modellpflege?

Über 380.000 Exemplare des gar nicht typischen BMW sollen seit seinem Marktstart im Jahr 2014 verkauft worden sein. Ein Van von BMW? Da war der Aufschrei seinerzeit groß, doch die Verkaufszahlen geben den Bayern Recht. Wobei nicht alles eitel Sonnenschein beim BMW 2er Active Tourer ist: Die Hauptlager der Dreizylinder-Motoren machten schlapp, sodass ein Motorschaden das Resultat war – oftmals sogar schon nach geringer Laufleistung. Die Besserwisser, die nur die seidigen Reihensechszylindermotoren als wahren Antrieb für einen BMW sehen, werden sich bestätigt fühlen. Nun steht aber das Facelift auf dem Plan und möchte es besser machen. „Schau´n mer mal!“, würde der Bayer sagen.

Optik – Sehr dezente Retuschen

Schau mir in die Nieren, Kleines: Die Optik des 2er Active Tourer wurde nur dezent verfeinert.

Die Münchner sagen zwar, dass der 2er Active Tourer eine neue Frontpartie erhalten hat, doch hier muss man zweimal hinschauen, um sie zu erkennen. So ziert den Bug nun ein breiter, durchgehender Lufteinlass im unteren Bereich. Außerdem trägt der Van nun eine präsentere Niere und soll so einen sportlichen, aber für einen Van eleganten Auftritt beherrschen. Nun, er ist und bleibt ein Kompaktvan…

Die neuen LED-Scheinwerfer ziert nun eine hexagonale Grafik.

Neu ist zudem das Leuchtendesign für die optionalen LED- und adaptiven LED-Scheinwerfer, die mit einem blendfreien Fernlicht aufwarten. Die Doppelrundscheinwerfer sind nun hexagonal ausgeführt und damit etwas präsenter. Außerdem schließt BMW mit dieser Gestaltung zu den restlichen Modellen des Portfolios auf. Ach ja, noch etwas: Die Nebelscheinwerfer wurden ebenfalls neu gestaltet und sind in LED-Technik ausgeführt. Nicht verblüfft? Ok, ich auch nicht.

Gleiches gilt für das Heck des bayerischen Raumschiffs, das eine neue Heckschürze spendiert bekommen hat, die die Breite betonen soll. Vergrößerte Endrohre – bei den Dreizylindermotoren nur mit einem Endrohr – sollen den dynamischen Charakter des 2er Active Tourer weiter hervorheben. Bei den Vierzylindern dürfen immerhin aus zwei Flöten die Abgase herausprusten, sodass man tatsächlich von Dynamik sprechen kann. Noch eins drauf setzt der Active Tourer mit dem optionalen M Sportpaket und wirkt mit dem Facelift noch etwas bulliger und breiter.

Die neue Heckschürze mit integrierten Abgasrohren kündet vom Facelift.

Typisch Facelift: Neue Außenfarben. Wird das „Juraco Beige“ wohl eher einer älteren Klientel gerecht, kann man das neue, mutige „Sunset Orange“ wohl öfter auf den offiziellen Fotos denn auf den zugelassenen Autos zu sehen bekommen. Ebenfalls ein klassisches Mittel für eine Modellpflege sind neue Leichtmetallräder, die im Format 17 bis 19 Zoll zur Wahl stehen.

Innenraum – Bekanntes mit leichter Auffrischung

Feinere Materialien, neue Infotainment-Generationen und neue Polster zeugen vom Facelift.

Was direkt auffällt, sind die neuen, hochwertigeren Materialien im Innenraum sowie die neuen Sitzbezüge im BMW 2er Active Tourer und Gran Tourer. Sie sind nun mit einer Mischung aus „Stoff Sensatec“ und Leder bezogen und hinterlassen einen angenehmen Eindruck. Verändert wurde ebenfalls der Schaltknauf der Steptronic, der nun als rein elektronischer Gangwahlhebel ausgeführt ist. Machen wir an dieser Stelle direkt einen kleinen Abstecher in die Technik-Schublade: Erhältlich ist der geliftete BMW 2er Active Tourer mit drei Getrieben. Zur Wahl stehen eine Sechsgang-Handschaltung, eine 7-Gang Steptronic sowie eine 8-Gang-Steptronic. Ist letztere einzig den Modellen 220d und 225i xDrive vorbehalten, versteckt sich hinter der 7-Gang Steptronic ein Doppelkupplungsgetriebe.

Neuer, elektronischer Wahlhebel für die Steptronic-Getriebe.

Aber zurück zum Interieur: Für die zweite Lebenshälfte kommt nun das iDrive-System der neuesten Generation zum Zuge, dessen optionale Navigationssysteme mit 6,5 und 8,8 Zoll Bildschirmdiagonale ausgerüstet sind. Die Bedienung erfolgt nicht nur mit dem iDrive-Controller mit Touchfunktoin, sondern auch über den Touchscreen und eine Sprachsteuerung. Zudem ist der 2er Active Tourer hoch vernetzt und bietet die BMW ConnectedDrive Services – natürlich nur gegen deutliche Aufpreise. Wer es sich leisten möchte, fährt mit Real Time Traffic Informationen oder der Time-to-Leave-Funktion auf dem Zahn der Zeit. Zudem lassen sich Destinationen über eine App, das Web oder den Kalender teilen. Natürlich steht die mittlerweile übliche Smartphone-Integration über Apple CarPlay ebenfalls zur Verfügung. Je nach entsprechendem mobilem Endgerät kann dieses induktiv geladen werden. Und wie es sich für einen BMW gehört, bietet auch der 2er Active Tourer zahlreiche Assistenten. Darunter etwa die Active Cruise Control mit adaptiver Geschwindigkeitsregelung oder einen Stauassistenten.

Motoren – Der 2er Active Tourer bleibt dem Dreizylinder treu

Die neuen Dieselmotoren verfügen nun unter anderem über TwinTurbo-Lader.

Ja, die Dreizylinder-Motoren hatten ihre Probleme. Doch mit der nun verbauten neuesten Generation sollen diese der Vergangenheit angehören. So wurden alle Benzinmotoren mit umfangreichen Modifikationen versehen, darunter etwa eine neue Kurbelwelle, ein optimiertes Wärmemanagement, der Ventiltrieb sowie die Aufladung. Als Dreizylinder-Modelle stehen der 216i mit 109 PS und der 218i mit 140 PS parat, die jeweils über die bekannten 1.5 Liter Hubraum verfügen. Die Vierzylinder starten mit dem 220i mit 192 PS, einem 2.0 Liter Vierzylinder, und finden ihren Meister im 225i xDrive mit nachdrücklichen 231 PS. Eine Besonderheit stellt nach wie vor der Plug-In Hybrid 225xe iPerformance dar. Seine elektrische Reichweite beträgt 45 km, die Systemleistung liegt bei 224 PS, während der kombinierte Verbrauch auf 100 km lediglich 2,3 bis 2,5 Liter betragen soll.

Den Start in die Dieselwelt des Active Tourer unternimmt man mit dem 216d mit 116 PS, der auf 1.5 Liter Hubraum aus drei Brennräumen zurückgreift. Sein Verbrauch soll bei zurückhaltenden 4,3 Litern im Drittelmix liegen. Der 218d, der auch mit xDrive erhältlich ist, holt seine Kraft – ausreichende 150 PS – aus 2.0 Litern und vier Brennkammern. Topdiesel ist der 220d, ebenfalls optional mit xDrive erhältlich, mit 190 PS und 2.0 Litern Hubraum. Dieser greift, wie nun alle anderen Diesel auch, auf einen Dieselpartikelfilter, NoX-Speicherkat und ein SCR-System zurück. Unter Letzterem versteht man eine Harnstoffeinspritzung, die Stickoxide im Abgas verringert. Darüber hinaus sollen TwinTurbo-Lader für ein besseres Ansprechverhalten der Selbstzünder sorgen. Bei all den Maßnahmen kann man also annehmen, dass die Bayern die motorischen Schwierigkeiten in den Griff bekommen haben. Die ewig Gestrigen werden aber wohl weiterhin auf die Reihensechszylinder schwören werden und dem Fortschritt abschwören.

Erste Fahrt: BMW 6er Gran Turismo

BMW 6er GT Fahrbericht

 Luxus pur für die Oberklasse

Mit dem Zusatz „Gran Turismo“ versucht BMW seit dem 5er Modell die Schrägheck-Limousine salonfähig zu machen. Was mit der Aera ab 2009 in diesem Jahr geendet ist, startet nun mit dem 6er Modell im Spätherbst 2017 neu. Dabei will der bayerische Automobilhersteller den „Neuen“ leichter, sportlicher, komfortabler und effizienter präsentieren und positionieren. Gemäß dem Münchener Unternehmen soll er die Oberklassenfahrzeuge der Premiumhersteller neu aufmischen. Frisch präsentiert zur IAA in Frankfurt in diesem Jahr, wird er wohl Anfang nächsten Jahres im Gesamtportfolio beim Händler stehen. Zu den ersten Auslieferungen stehen drei Motoren der jüngsten Antriebsgeneration sowie für zwei Modellvarianten der BMW eigene Allradantrieb xDrive zur Verfügung. Darüber hinaus soll der 6er GT seine Kunden über sein ansprechendes Design generieren. Seinen Einstieg – preislich gesehen – findet der 6er bei 62.300 Euro.

6er Limousine mit GT Zusatz

Die klassische Limousinen Karosserie hat in den Augen der Verantwortlichen aus der bayerischen Landeshauptstadt keine Zukunft. Dem soll mit dem Namenszusatz „Gran Turismo“ bei BMW Abhilfe geschaffen werden. Das Schrägheck verschaffte dem ohnehin schon sportlichem Design eine noch agiler wirkende Performance. Resultat ist ein Coupé mit einer weit nach unten gezogenen Motorhaube und Scheinwerfer, die schmaler wirken. In der Seitenansicht unterstreicht das Fahrzeug seinen Coupé Charakter mit dem Verhältnis Zweidrittel Aluminium zu Eindrittel Glas. Unterstützt von einer Sicke, die sich ab der hinteren Seitentür verstärkt zeigt und am Heck endet. Diese kleinen Veränderungen lassen den Wagen noch selbstbewusster und aggressiver auf der Strasse stehen. Durch die Aluminium lastige Karosserie konnte man über den Leichtbau bis zu 150 Kilogramm Gewicht gegenüber dem Vorgänger sparen, was sich sowohl in den Verbrauchswerten als auch im Cw-Wert von 0,27 widerspiegelt. Um einen ersten Eindruck seiner Gesamtperformance zu bekommen, lud BMW für zwei Tage ins Hinterland von Lissabon/Portugal ein. Dort konnten wir auf herrlichen Serpentinen an der Atlantikküste seine Dynamik testen.

Testfahrten am Rande des Atlantiks mit dem 6er GT.

Coupé Interieur mit viel Platz

Das überarbeitete Cockpit des 6er Gran Turismo zeigt dem Fahrer alle Informationen direkt vor ihm im Armaturenbrett oder auf dem als Schaltzentrale agierenden Display in der Mitte des Armaturenbretts an. Selbst für das Navigieren des 6er können wir auf das auf GoogleMap basierende Navigationssystem in Echtzeit direkt zurückgreifen. Damit der Beifahrer und die übrigen Insassen die Informationen auf dem 10,25 Zoll-Touch-Display ablesen können, ist das Gerät nicht nur dem Fahrer zugeneigt. Einmal Platz genommen, kommt uns die Informationsflut des Bordcomputers digital und analog entgegen, doch dies ist nur optisch, denn die individuell einzustellenden Daten werden rein digital reflektiert. Nach ersten Änderungen, die wir vorgenommen haben, wirkt das Arbeitsfeld im 6er Gran Turismo nicht mehr so überladen. Mit dem BMW iDrive möchten die Münchener dem anhaltenden Trend der Vernetzung folgen und lassen das System über einen Controller in der Mitte der Mittelkonsole bedienen. Passagiere auf den Frontsitzen genießen eine großzügige Beinfreiheit. Wer im Coupé auf den hinteren Sitzen Platz nehmen muss, kann selbst mit einer Körperlänge von mehr als 1,70 m bequem reisen. Trotz eingeschränkter Coupé Form konnten die Ingenieure von BMW das Kofferraumvolumen auf funktionale 610 – 1.800 Liter anheben.

Der BMW 6er GT mit Joystick als Gang-Wahlhebel.

Motoren ab 250 PS aufwärts

Jeweils zwei Benziner- und Dieselmotoren treiben den neuen 6er Gran Turismo voran. Dabei vertraut man der modernsten Ausbaustufe der BMW eigenen TwinPower Turbo Technologie. Kombiniert werden sowohl die Benziner mit 2.0 Liter Vierzylinder (190 kW/258 PS) und 3.0 Sechszylinder (250 kW/340 PS) als auch die 3.0 Liter Diesel mit 195 kW (265 PS) und 235 kW (320 PS) serienmäßig mit dem Acht-Stufen-Steptronic Getriebe. Ist das von BMW entwickelte System xDrive noch Optional im 640i und 630d für alle Allrad Enthusiasten erhältlich, bekommt der 640d diesen Antrieb serienmäßig aufgesetzt. Gerade die xDrive Variante des 640i, die wir ausschließlich testen durften, macht sich bei den ersten Fahrten mehr als positiv bemerkbar. Direkt ansprechend ohne Schaltpause und sportlich agil führen sie uns auf der Küstenstraße im Hinterland von Lissabon voran. Der Rückweg über die Autobahn gestaltete sich ebenfalls selbst kontrolliert. Mit breiter Brust fährt der Gran Turismo durch das Tor der Event Location. Fahrwerksseitig ist die neue BMW Schräghecklimousine mit einer Hinterachs-Luftfederung mit automatischer Niveauregelung ausgerüstet. Highlight unserer Testfahrten allerdings ist jedoch das als Sonderausstattung buchbare adaptive Fahrwerk mit Zweiachs-Luftfederung und dynamischem Dämpfer Control System. Den besonderen Kick gibt uns die Option „Executive Drive“. In Kombination mit der Integralen Aktivlenkung und der aktiven „Wankstabilisierung“ bietet 6er gerade bei schnellen Lastwechseln ein hohes Maß an Verlässlichkeit und gibt das Feedback an den Fahrer, sich wie auf Schienen zu bewegen. Eine weitere manuelle Einstellung ermöglicht die Zweiachs-Luftfederung. Beim Befahren von unbefestigten Wegen oder steilen Rampen kann die Bodenfreiheit per Knopfdruck in der Mittelkonsole bis zu 20 Millimeter erhöht werden. Das Absenken des Fahrzeuges ist sowohl manuell um 10 Millimeter im Sport Modus als auch automatisch bei Geschwindigkeiten von mehr als 120 km/h möglich. Waren die optionalen Fahrwerkssysteme bislang nur einzel bestellbar, so bietet BMW nun die Kombination mit dem Allradsystem xDrive an.

Der 6er zeigt nicht nur Luxus, da ist auch viel sportlicher Einsatz.

Ziel: autonomes Fahren, in Serie !

Das autonome Fahren ist auch bei BMW der Schritt in die Zukunft. Dem entsprechend werden in München alle Systeme vorbereitend in die Fahrzeuge der Gegenwart verbaut und im „realen“ Verkehr getestet. Die Ingenieure von der Isar bedienen sich hierbei der serienmäßigen Stereokamera sowie optional der Radar- und Ultraschallsensoren zur Überwachung des Umfeldes. Zur Serienausstattung des 6er Gran Turismo gehören eine Auffahr- und Personenwarnung mit City Bremsfunktion. Optionale Systeme sind unter anderem eine aktive Geschwindigkeitsregelung mit Stop & Go-Funktion, die im Bereich null bis 210 km/h arbeitet. Passend hierzu im Portfolio der im gleichen Geschwindigkeitsbereich arbeitende Lenk- und Spurführungsassistent. Sich an der Fahrbahnmarkierung und vorausfahrenden Fahrzeugen orientierend, hält er den BMW in der erkannten Spur. Zum Komfort und Sicherheit des Autobauers aus München gehören zusätzlich ein Spurverlassens- und Spurwechselwarner sowie ein Seitenkollisionswarner. Hinzu kommen ein Querverkehrs-, Vorfahrts-, Kreuzungs- und Falschfahrwarner, die allesamt potenziell gefährliche Verkehrssituationen vermeiden sollen. Seine Preise findet der 6er Gran Turismo jenseits der 60.000 Euro Marke. Demnach benötigt der potenzielle BMW Kunde zur Fahrberechtigung eines 6er Gran Turismo 630i mit einem 2.0 Liter Benziner 62.300 Euro. Der 3.0 Liter Benziner des 640i startet bei 68.100 Euro, wobei das BMW xDrive System einen Aufpreis von 2.600 Euro verlangt. Der „kleine“ Diesel 630d ist für einen Einstieg von 66.900 Euro zu haben. Beim gleichen Aufpreis von 2.600 Euro ist der 6-Zylinder Diesel mit dem xDrive System ausgerüstet. Das Flaggschiff des 6er Gran Turismo, der 640d xDrive, beginnt seine Preispalette bei 73.500 Euro.

Nicht günstig, aber jeden Cent wert.

Fazit: Die neue Schräghecklimousine von BMW, der 6er Gran Turismo, bietet mit all` seinen Karosserie- und Antriebsvarianten den totalen Fahrspaß bei machbarer Effizienz. Seine Fahrwerksoptionen machen das Fahren im Oberklassen „Coupé“ zum ganz besonderen Erlebnis.

Luxus pur, der 6er Gran Turismo.

Der neue BMW 6er Gran Turismo bietet mit dem 640i xDrive den puren Luxus für die Oberklasse, gepaart mit einem ordentlichen Schuss SPORT. Resultat ist gleich Fahrspaß pur.

Text: Stefan Beckmann, Beitragsbild: Hersteller Bild: Stefan Beckmann und Wolfgang Groeger-Meier

Erste Fahrt: BMW X3

BMW X3 Fahrbericht

Kraftpaket mit Geländeambitionen

Als Spagat zwischen X5 und X1 gedacht, gründete der X3 mit seiner Präsentation auf der IAA 2003 das Segment der Mittelklasse SUV. Der nicht ganz so bullig wirkende X3 kam sportlicher und agiler daher als sein großer Bruder X5. Mittlerweile wird er ab Herbst diesen Jahres in der 3. Generation den Münchener Automobilhersteller weltweit vertreten. Mehr als 1,5 Millionen verkaufter Fahrzeuge seines Typs sprechen eine deutliche Sprache. Ein überarbeitetes Design, seine bereits gelungene Motorenpalette und eine weitere Ausstattungslinie sollen die Erfolgsgeschichte des „kleinen“ SUV weiter schreiben. Dass er darüber hinaus mehr als nur Ambitionen auf seine Geländetauglichkeit anmeldet, soll er künftig auch bei seiner dritten Auflage im Kundeneinsatz demonstrieren. Im Herbst 2017 steht der X3 in den Programmen xLine, Sport und Luxury Line in den BMW Autohäusern zur Verfügung. Mit seinem kleinsten Benziner und seiner Basisausstattung startet der X3 bei einem Preis von 44.000 Euro ins Rennen um weiterhin gute Verkaufszahlen.

Als Mittelklasse-SUV klar positioniert

Schon mit der ersten Einführung des „kleinen Bruders“ des X5 Anfang 2004 waren die Aufgabenstellungen des Kompakt SUV klar definiert. Es sollte eine Verbindung zwischen einer robusten Off-Road Optik und einem dynamischen Fahrzeug mit sportlichen Ambitionen schaffen. Die Ingenieure des bayrischen Automobilherstellers haben ganze Arbeit geleistet, denn mehr als 1,5 Millionen Einheiten des X3 gingen in den ersten beiden Generationen an seine Kundschaft. Niemals Müde vom Erfolg, fährt der in Nordamerika, Südafrika und China produzierte X3 ab diesem Herbst in die 3. Generation. Gegenüber seinem Vorgänger konnte der X3 in fast allen Abmessungen zulegen. 4,18 Meter Länge, 1,90 Meter Breite, 1,68 Meter Höhe und 2,86 Meter Radstand lassen ihn sehr breit und wuchtig auf der Straße stehen. Beim ersten Blick über das Außenkleid des BMW erkennen wir die kurzen Überhänge vorn und hinten, die dem Fahrzeug eine Gewichtsverteilung von 50:50 geben. Seine Front bietet mit der dreidimensionalen BMW Doppelniere und seinen angepasst aggressiven Scheinwerfern eine von Haus aus sportliche Performance. Dieser Auftritt zieht sich über die Seitenlinien bis hin zum Heck, das mit den Voll-LED-Leuchten in dreidimensionaler Optik, dem herunter gezogenen Dachspoiler und den doppelbordigen Endrohren für einen bleibenden Eindruck sorgt. 204 Millimeter Bodenfreiheit lassen den Kompakt SUV zusätzlich im Gelände mühelos nicht nur Auf- und Abfahrten nehmen. Das aerodynamisch optimierte Dach drückt seinen Cw-Wert auf 0,33, was sich klar auf die Verbrauchswerte auswirkt. Der uns präsentierte kombinierte Verbrauchswert des 3.0 M40i mit 265 kW von 8,2 Litern ist an dem Tag der Veranstaltung leider nicht zu prüfen. Für die ersten Tests standen uns sowohl Fahrzeuge für Fahrten auf der Straße als auch im unwegsamen Gelände im Hinterland von Lissabon/Portugal zur Verfügung.

Typische BMW-Optik.

M40i als Flaggschiff

Zum Verkaufsstart präsentiert sich der Bayer mit einer Motorenpalette von zwei Dieseln und drei Benzinern recht übersichtlich. Dabei dient erstmals ein M-Modell in der X-Serie als Flaggschiff. Kombiniert werden sowohl die Benziner xDrive20i mit 135 kW (184 PS), der xDrive30i mit 185 kW (252 PS) als auch die Diesel xDrive20d mit 150 kW (190 PS) und der xDrive30d mit 195 kW (295 PS) mit einem weiter entwickeltem Acht-Stufen Steptronic Getriebe. Das von uns auf den Straßen am Atlantik gefahrene M-Modell erhält wegen seiner Übersetzungen ein sportlich abgestimmtes Getriebe. Der M40i ist gleichermaßen auf den kurvigen Wegen und auf den Autobahnen rund um Lissabon gerade wegen seines Drehmoments von 500 Newtonmeter immer wieder mit gefühlter brachialer Gewalt unterwegs. Dennoch bleiben seine Motoren durch die konsequent umgesetzte Entwicklungsstrategie des EfficientDynamics beim X3 effizient, darf man den Kennzahlen des Herstellers vertrauen. Aber auch ganz banale Dinge wie Optimierung beim Leichtbau führen dort hin. So erzielten die Entwickler von BMW durch den Einsatz von mehr Aluminium-Komponenten im Motor- und Fahrwerksbau eine Reduzierung des Gesamtgewichts von ausstattungsbereinigt bis zu 55 Kilogramm.

Karosserie Optimierung durch Leichtbau Konzept.

Innenraum funktional und luxuriös

Im Innenraum demonstrieren die Testfahrzeuge vor Ort durchweg ein Bild von hochwertigen Materialien und einer Verarbeitungsqualität, wie man sie von einem deutschen „Premiumhersteller“ erwarten würde. Die Sportsitze des M40i geben zu jeder Fahrsituation den dementsprechenden Halt und Sicherheit. Fahrer und Beifahrer als auch Passagiere im Fond genießen Sitzkomfort mit groß bemessener Beinfreiheit. Die hohe Sitzposition, die natürlich auch im X3 vorherrscht, bietet dabei eine komfortable Rundumsicht. Beim Kofferraumvolumen wurde wie schon bei den Außendimensionen nachgebessert. Demnach fasst der Stauraum bei voller Bestuhlung 550 Liter. Bei umgeklappten Rücksitzen reichen dann 1.600 Liter für einen Einkauf beim Baumarkt unbedenklich aus. Sein Lenkrad ist mit genau so viel Bedienelementen besetzt, die ein Optimum an Komfort bieten und es dennoch nicht überladen wirken lassen. Seine Rundinstrumente vor dem Lenkrad sind zwar digitalisiert, vermitteln indes den Eindruck von Analogzeiten. Das oberhalb des Lenkrades erscheinende Head-Up Display spiegelt ganz individuell Funktionen der Fahrerassistenzsysteme, Geschwindigkeitsanzeige und/oder Navigationsanzeigen. In der Mitte des Armaturenbrett fungiert der Touchscreen als Schaltzentrale und Funktionsanzeige zugleich. Er lässt sich auf Wunsch ganz intuitiv mit Finger- und Handgesten steuern. Optional liefert BMW einen Sprachassistenten, der seine Befehle in einer Alltagssprache entgegen nimmt, um diese dann entsprechend umzusetzen. Im Screen integriert ist eine Weiterentwicklung des BMW ConnectedDrive. Auf der Basis einer flexiblen Plattform, der Open Mobility Cloud, werden die Funktionen des Smartphones auf dem Display angezeigt.

Lederausstattung ist beim M40 eine Selbstverständlichkeit.

Fahrerassistenzsysteme auch fürs Gelände

Beim Thema Sicherheit- und Fahrerassistenzsysteme richtet man bei BMW alles auf das teil autonome Fahren aus. Unter dem Begriff „BMW Personal Co-Pilot“ fasst der Hersteller aus München seine stetig weiterentwickelnden Systeme zusammen. Hierzu gehört die neueste Generation einer adaptiven Geschwindigkeitsregelanlage, der Active Cruise Control (ACC), die unter anderem im stockenden Verkehr das Fahrzeug bis zum Stillstand abbremsen  und automatisch wieder anfahren lässt. Weiter im optional erhältlichen Paket sind ein mit aktiven Lenkeingriffen arbeitender Lenk- und Spurführungsassistent, ein Spurwechsel und Spurhalteassistent mit Seitenkollisionsschutz sowie die Vorfahrt-, die Falschfahr- und die Querverkehrswarnung. Für den Einsatz im Gelände verfügt der X3 darüber hinaus über der Bergabfahrassistenten, der vom Fahrer lediglich das Mitlenken erfordert. Geschwindigkeit und Verzögerung des Fahrzeuges wird durch die Voreinstellung der km/h geregelt.

Nicht nur Ambitionen fürs Gelände. Die Tauglichkeit nimmt man ihn nach der ersten Fahrt ab.

Produktionen auch in Südafrika und China

Seine ausführliche Preisliste stand uns bei Veranstaltung bereits zur Verfügung. Der ersten Fahrzeuge werden zudem im Herbst diesen Jahres an seine Kunden ausgeliefert. Ab Januar 2018 werden Kauffreudige auch mit Fahrzeugen aus der Produktion aus Südafrika und China beliefert, was seiner Qualität in keiner Weise hinten anstehen lässt. Seinen Startpreis findet der X3 mit dem kleinsten Benziner und der Basisausstattung bei 44.000 Euro. Oberes Ende der konventionellen X3 Modelle bildet der stärkere Diesel und die Ausstattung „M Sport Advantage“ bei 62.000 Euro. Der M40i als Flaggschiff beginnt seinen Einstieg bei 66.300 Euro.

In Zukunft auch in Südafrika und China produziert: Der BMW X3.

Fazit: Fahrspaß und guter Nutzwert werden die Verkaufsargumente beim X3 anführen. Dabei werden sowohl der anspruchsvollere Kunde als auch der Geländefahrer und die junge Familie ihr Premium Kompakt SUV finden. Die Messlatte für Sicherheit- und Fahrerassistenzsysteme sowie Antriebsvarianten setzten den X3 an die Spitze unserer persönlich geführten Liste in seinem Segment.

3 Liter Motoren stehen übrigens beiden Modellen.

Der neue BMW X3 schiebt die Messlatte der Premium SUVs nochmals ein ganzes Stück nach oben und setzt sich, wie wir meinen, dabei an die Spitze.

Text: Stefan Beckmann, Beitragsbild: Hersteller Bild: Stefan Beckmann und Wolfgang Groeger-Meier

Weltpremiere: X2: Oans, zwoa, g´SUVa?

Automobilhersteller sehen immer wieder Lücken in ihrem Portfolio – das ist bei den Bayern nicht anders. Wer sich die Nomenklatur der Modelle genau angesehen hat, hat dies aber kommen sehen, schließlich klafft zwischen BMW X1 und BMW X3 eine Lücke. Diese möchte nun der BMW X2 schließen, ohne aber darauf zu verzichten, etwas ganz Besonderes zu sein: Ein SAC, also ein Sports Activity Coupé. Ausblick auf den neuen Münchner.

Design – Warum der BMW X2 ein Coupé ist

Haken wir zunächst die wichtigsten Zahlen ab: Der neue BMW X2 ist 4,36 m lang, 1,82 m breit und 1,53 m hoch. Auf dieser Basis, die vollkommen ins Schwarze des Kompaktklasse-Formats trifft, versammeln sich rund 1.460 kg Leergewicht – je nach Motor. Überschüssige Pfunde hat der Bayer damit nicht, sondern liegt, wie schon mit seinen Abmessungen, auf Augenhöhe mit der Kompaktklasse-Konkurrenz. Aber ein SUV? Nein, das schmeckt den Münchnern nicht, sodass der BMW X2 zum SAC, also einem Sports Activity Coupé wurde.

Der BMW X2 ist kein SUV sondern ein SAC – ein Sports Activity Coupé

Als Alleinstellungsmerkmal soll entsprechend die athletische Sportlichkeit eines Coupés dienen. Dem BMW X2 sieht man man seine Dynamik auf den ersten Blick an: Er wirkt durchtrainiert, zeigt die Robustheit eines SUVs und kombiniert sie mit einer gewissen Eleganz und Sportlichkeit. Aber ein Coupé? Hat ein solches nicht für gewöhnlich zwei Türen? Oder einen nach hinten abfallenden Dachverlauf?

Wie dem auch sei, der BMW X2 nutzt typische Elemente der BMW X-Modelle, wie etwa die quadratisch anmutenden Radhäuser oder die markanten Endrohre. Bei den Vierzylindern sind diese zweifach vorhanden – eines links und eines rechts. Hinzu kommen betonte Seitenschweller, eine elegante Dachlinie und eine flache Fenstergrafik, die das Greenhouse verkleinert und die Rundumsicht einschränken dürfte. Aber das ist man von modernen Autos gewohnt. Dennoch wirkt der BMW X2 eigenständig und sticht aus der Masse hervor – besonders in den Ausstattungslinien M Sport X und M Sport, die den Charakter noch individueller machen.

Jung, dynamisch und modern: Die Zielgruppe des BMW X2

Eigenständigkeit suggeriert auch die BMW Doppelniere, deren bislang bekannte Trapezform umgekehrt und nun nach unten hin breiter wird. Dadurch steht das Fahrzeug kräftiger und aggressiver da, als seine Brüder der X-Reihen. Und eine weitere Premiere steht im X2 an: Die Designer spendiertem dem SAC ein BMW-Logo an der C-Säule, das von historischen BMW wie dem 2000 CS oder 3.0 CSL stammt. Ob die anvisierte Kundschaft, die vorwiegend „jung oder jung geblieben“ sein soll, dieses Element als historisch anerkennt, ist hingegen fraglich.

Antriebe – Zünftiges zum Start

Dass der BMW X2 sich von der üblichen Kompakt-SUV-Zunft entfernen will erkennt man nicht nur an seiner Kategorisierung als „SAC“ sondern auch daran, dass unter seiner dynamischen Hülle zunächst nur kräftige Aggregate stecken. Zum Marktstart stehen drei Motoren zur Verfügung – allesamt mit TwinTurbo-Aufladung. Bei den Benzinern startet die Palette mit dem BMW X2 xDrive20i und 141 kW/192 PS. Damit soll der Verbrauch zwischen 5,5 und 5,9 Litern im Mix liegen. Wer das Potential des 2.0 Turbomotors mit seinen 280 Nm oft ausnutzt, wird diesen Verbrauch eher nicht realisieren können, wohl aber die zügigen Fahrleistungen. Mit seiner 7-Gang-Steptronic soll der BMW X2 xDrive20i in 7,7 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen und maximal 227 km/h schnell sein.

Das BMW-Logo auf der C-Säule soll an historische Klassiker erinnern

Auch die Diesel sind eher zünftig-stark ausgerüstet. Der BMW X2 xDrive20d und der BMW X2 xDrive25d verfügen beide ebenfalls über 2.0 Liter Hubraum – genau wie der Benziner. Bei der Leistung stellt die selbstzündende Einstiegsversion 140 kW/190 PS bereit, während der stärkere Diesel 170 kW/231 PS leistet. Beim Drehmoment liegen 400 bzw. 450 Nm an und schieben den SAC druckvoll nach vorn. Der xDrive20d soll in 7,7 Sekunden auf 100 km/h sprinten und für maximal 221 km/h gut sein, während der xDrive25d den Standardspurt in 6,7 Sekunden absolviert und 237 km/h schnell ist. Beide Aggregate sind mit einer 8-Gang Steptronic kombiniert und verfügen über Allradantrieb. Trotz ihrer guten Fahrleistungen sollen die Aggregate aber beim Konsum knausern: Die schwächere Variante wird mit 4,6 bis 4,8, der stärkere Diesel mit 5,1 bis 5,3 Liter im kombinierten Verbrauch auf 100 km angegeben. Im kommenden Jahr wird die Palette darüber hinaus nach unten erweitert. Dann wird man den BMW X2 als sDrive18i, xDrive 20i, sDrive18d und xDrive18d ordern können.

Ausstattung und Innenraum – Wer die Wahl hat…

… hat die Qual, das ist soweit bekannt. Im Fall des BMW X2 bedeutet dies, dass der SAC – je nach gewählter Ausstattungslinie – besonders dynamisch daherkommt. Wählen kann man zwischen der Basis, dem M Sport und M Sport X. Letztere sind jeweils mit einem M Sportfahrwerk mit einer strafferen Feder- und Dämpferkennung sowie einer leichten Tieferlegung ausgerüstet. Optional stehen zudem dynamische Dämpfer in der Preisliste.

Das Cockpit kommt einem bekannt vor, bietet aber lifestyligen Pfiff

Innen zeigt sich ein Cockpit in BMW-Manier mit aufgesetztem Bildschirm. Das wirkt aber immer noch modern. Überzeigen möchten die Bayer darüber hinaus mit hoher Qualität, wie etwa mit hochwertigen Polsterungen. Die beiden oberen Ausstattungslinien sind mit einer Stoff-Alcantara Polsterungen oder mit perforiertem Leder „Dakota“ in Magmarot erhältlich – das dürfte ein echter Hingucker sein. Zusätzlich sorgen Kontrastnähte auf dem Armaturenbrett und in der Mittelkonsole für hochwertige Akzente.

Modern zeigt sich zudem der Instrumententräger mit seinen großen Displays sowie das Angebot an Online-Diensten. Darunter fallen BMW Connected und BMW ConnectedDrive Services. Seitens der Fahrsicherheit steht zudem ein vollfarbiges Head-Up Display bereit, damit man den Blick nicht mehr von der Straße nehmen muss. Außerdem bietet der BMW X2 einen Stauassistenten, der Teil des optionalen Driving Assist Plus ist. Dieses fasst eine Reihe von kamerabasierten Fahrerassistenzsystemen zusammen, wie etwa den automatisierten Einparkassistenten.

Wer, wie, was?

Für einen Ausflug in die Berge ist der neue BMW X2 auch mit Allradantrieb erhältlich

BMW tut gut daran, ein weiteres SU… pardon, ein SAC, auf den Markt zu bringen. Nun ja, das Coupé sucht man vergebens, erwischt. Dennoch scheint die Nachfrage nach Fahrzeugen, in denen man hoch sitzt und die einen Geländewagen imitieren nach wie vor ungebremst zu sein. Der Nachfrage nach Premium-Produkten ist es ohnehin, weshalb die Verfügbarkeit von starken Motorisierungen und exklusiven Ausstattungsmerkmalen bestens auf die Zielgruppe zugeschnitten zu sein scheint. „Jung oder jung geblieben“, urbane und aktiv soll man laut den Münchnern sein. Na, wiedererkannt?

 

„Der BMW im i3“ (oder wie BMW sagt: Der neue i3)

Bereits vor 7 Jahren hat BMW eine „Submarke“ gegründet. Mag man damals innovativ gefunden haben, ein Zeichen für die Zukunft oder einfach nur eine Absicherung, um den „Brand“, die Marke BMW nicht zu allzu sehr zu schädigen, nur für den Fall, dass die Sache mit der „Elektromobilität“ doch in die Hose geht. Ging sie zum Glück nicht. Zumindest Stand heute. Im Gegenteil, so langsam scheint das Thema so richtig Fahrt aufzunehmen. Auch für ein Auto, das man von Anfang als „Premium-Produkt“ etabliert hat. Premium können auch andere – aber im Kompaktwagen-Segment war man den Mitbewerbern aus Ingolstadt und Stuttgart aber in der Tat erst einmal ein gutes Stück voraus.

Der BMW unter den i3 und das Facelift im Detail

Weltpremiere BMW i3s

Power & Stance

Es gibt Dinge, die ein Auto sportlich werden lassen: Eine gute Gewichtsbalance zum Beispiel. Oder Heckantrieb. Und was macht man, wenn man das schon hat? Richtig. Man legt das Auto noch ein wenig tiefer, packt mehr Leistung unter die Haube und verbreitert die Spur. Genau das hat BMW mit dem BMW i3s getan, der zeitgleich mit dem Facelift des i3 erscheint.

Die Leistung steigt im Peak von 125 auf 135 kW, zugleich darf der e-Motor ein wenig mehr Drehmoment (20 Nm) in Richtung Hinterachse schicken. Die Spur wurde um 4 Zentimeter verbreitert und der i3s liegt 10 Millimeter tiefer als sein Brüderchen ohne „s“ auf der Heckklappe. Damit von der Potenz auch optisch die Kunde verbreitet wird, darf der i3s mit eigener Front- und Heckschürze um die Kundengunst buhlen. Dank seiner schwarzen Radhausverbreiterungen, den 20-Zoll Felgen und der Feinarbeit am Fahrwerk, wirkt der i3s dynamischer als bisher. Eben einfach ein wenig mehr BMW unter der Hülle des Premium-Kompakten aus München.

BMW Connected

Mit dem Facelift zieht nun auch das neue Multimedia-Display mit der aktuellen Infotainment-Software in den Elektro-Flitzer ein. Real-Time-Traffic Informationen und eine mögliche Car-to-Car Kommunikation ermöglichen eine vernetzte Fahrt und holen damit den aktuellen Status der BMW Connected Dienste in den i3 LCi.

11 kW-Ladung und Reichweite wie gehabt

BMW i Wallbox Connect ermöglicht in Verbindung mit dem weltweit einzigartigen BMW Digital Charging Service intelligentes Laden mit optimierter Kosteneffizienz beziehungsweise bevorzugter Nutzung von selbst erzeugtem Solarstrom. Vollständige Transparenz und Möglichkeit zur Erzielung von finanziellen Erlösen durch Einbindung in Smart-GridSysteme. Zusätzliche Möglichkeit zur Steuerung des Ladevorgangs per Smartphone App und Verwaltung über Zugangskarte.

Die optional erhältliche BMW i Wallbox ermöglicht einen Ladevorgang mit bis zu 11 kW. Die reale Reichweite des unverändert 33 kWh großen Akkus gibt BMW mit rund 200 Kilometern an, in einem mehr als realistischen Szenario. BMW kommuniziert damit selbst deutlich realistischere Werte, als es die NEFZ-Prüfung (290 – 300 km) oder auch die WLTP-Prüfung (235 – 255 km) erahnen lassen.

Unverändert behält BMW auch eine i3-Variante mit Range-Extender im Programm. Hier kommt zum E-Motor ein 38 PS starker Zweizylinder-Benziner hinzu, damit erkauft man sich ein wenig Ladesteckdosen-Unabhängigkeit, verliert aber den geeky-Charakter des Elektromobils.

Offizielle Weltpremiere des i3s und des i3 LCi wird auf der IAA im September sein, auf den Markt kommt er ab November 2018.

#Das Autohub-Video zum neuen BMW i3, i3s – #stayHabby

BMW M5 (2018) – Der König ist tot, lang lebe der König

Der neueste Wurf aus der Powerlimousinen Baureihe der Münchner packt 600PS unter die Haube und beschleunigt mit 3.4 Sekunden auf 100km/h.

Auf der IAA im September kann man ihn das erste Mal live sehen, präsentiert hat ihn BMW im Rahmen der Gamescom diese Woche schon. Basierend auf der aktuellen G30-Generation der 5er Limousine markiert der intern F90 genannte M5 die sechste Evolution des M5-Labels.

Whaaat? Allradantrieb?

Doch das erste Mal in seiner über 30-jährigen Geschichte wird der neue BMW M5 nicht mehr nur von den Hinterrädern angetrieben. Mit dem M xDrive verbauen die Münchner einen sportiven Allradantrieb, der der gestiegenen Leistung – vor allem aber auch der Konkurrenz – Rechnung tragen soll.

Mit 600PS und 750Nm Drehmoment ist die aktuelle Ausbaustufe des S63-Triebwerks leistungsfähiger denn je. Überarbeitete Turbolader mit optimierter Abgasführung in Krümmern und Schalldämpfern wirken in Kombination mit einer effizienteren Ladeluftkühlung und einer neuen Direkteinspritzung mit nun 350bar Kraftstoffdruck.

Bei der Leistung, ganz bescheiden?

Derart ausgestattet wuchtet der 4.4 Liter große V8-Motor die Powerlimousine in 3.4 Sekunden von 0 auf 100km/h, was einer beeindruckenden Verbesserung um 0,9 Sekunden gegenüber dem Vorgänger entspricht. Noch interessanter ist der Sprint auf 200km/h. Hier notiert der neue M5 mit 11.1 Sekunden, was ihn auf Augenhöhe mit dem Mercedes-AMG E63 S 4Matic+ hebt, der immerhin über 100 zusätzliche Newtonmeter und 12 Mehr-PS verfügt.
Möglich macht dass das Gewicht des schnellsten BMWs. Ein Leergewicht von 1855kg sind glatt 100 Kilogramm unter dem Stuttgarter Konkurrenten und sogar 10 Kilogramm weniger als der rein heckgetriebene M5-Vorgänger. Der großzügige Einsatz von Aluminium an Fahrwerk, Kotflügeln und Vorderwagen ist dafür ebenso verantwortlich wie die Dachhaut aus Kohlefaser. Wer die Keramikbremsanlage ordert, spart zusätzliche 23 Kilogramm.

Ebenso für die starken Sprintleistungen verantwortlich ist der komplett neue Antriebsstrang des BMW M5. Der BMW M xDrive arbeitet im Prinzip wie die bekannten Allradantriebe der Marke, hier natürlich in seiner Drehmomentverteilung an das M-Umfeld angepasst. Generell ist die Momentenverteilung vollvariabel, der M5 ist also im Normalbetrieb beinahe ausnahmslos als Hecktriebler unterwegs, der Momentenanteil zur Vorderachse wird rein aus den Fahrdynamikprogrammen errechnet und je nach Schärfe der Modi entsprechend früher oder später zugeteilt.

„4WD“ nennt sich hier der Standardmodus, „4WD Sport“ hält die Vorderachse etwas mehr zurück und lässt dabei größere Schräglaufwinkel zu. „2WD“ kann der Fahrer dann nur auswählen, wenn er ASC und DSC ausschaltet und die 600PS allein mit seinen Eingaben an Pedalen und Lenkrad verwaltet, ohne jedes elektronische Sicherungsnetz.

Dass das nicht nötig ist verspricht M-Chef Frank van Meel während der Präsentation: „Fahrpräzision und Fahrdynamik des neuen BMW M5 sind besser als bei allen Vorgängern.“ Traktion und Fahrstabilität seien mit einem Zweiradantrieb nicht zu erreichen.

Optisch setzt sich der M5 nicht stark von seinen Brüdern ab. Die Front mit großen Lüftungsöffnungen ist familienbekannt, ebenso die Entlüftungen auf den Kotflügeln, die Abrisskante am Heck und der angedeutete Diffusor rund um die vier Endrohre. Auch das Carbondach ist nun hinreichend aus den anderen M-Baureihen bekannt. Im Vergleich zu den AMG-Mercedes und RS-Audis ist der stärkste BMW hier etwas gar zurückhaltend. Keine ausgestellten Radhäuser, kein besonderer Sturz an den Rädern, die 600PS sind wirklich zurückhaltend verpackt. Dazu kommt, dass nun auf Knopfdruck „die akustische Präsenz reduziert werden kann“. Leise statt laut als neue Form der Zurückhaltung?

Ob es für den neuen, zarten M5 gegen die starke Konkurrenz reicht, werden wir spätestens im November erfahren, wenn wir ihn das erste Mal fahren dürfen. Bisweilen können sich interessierte durch die Preisliste wühlen, wo der M5 mit 117.900 EUR Grundpreis notiert.

Straßenarbeiter: BMW Connected+

Automobil-Hersteller müssen sich Gedanken um die Zukunft machen. Und dabei geht es nicht nur um die Frage, wann wir alle elektrisch fahren oder wann wir alle autonom fahren. Denn diese Frage ist nur mit einem „es wird kommen“ zu beantworten. Die Entwicklung ist eindeutig. Wichtiger wird die Frage: Wie unterscheiden sich 2045 die Produkte von deutschen Premium-Herstellern von denen beispielsweise chinesischer Anbieter ? Welche Alleinstellungsmerkmale können BMW, Audi und Mercedes-Benz in die „voll-autonome und elektrische Zukunft“ retten? Und ganz nebenbei stellt sich die Frage: Was macht man eigentlich mit der gewonnenen Zeit im Auto, wenn dieses alleine fährt? BMW hat da eine Idee. Einfach eine Umgebung anbieten, in der man produktiver wird. 

Der Straßenarbeiter von BMW

eMail + Skype bei Tempo 130

Um sich für die Zukunft zu rüsten, muss man nicht nur die Elektrifizierung im Blick behalten. Man muss nicht nur die Frage beantworten, welche Vorgaben zu erfüllen sind, damit man autonom fahren kann. Als Marke muss man vor allem die Frage beantworten können: Was macht XY aus, wenn es soweit ist? Wenn es nicht mehr um 6 Zylinder und Heckantrieb geht. Wenn es nicht mehr der Claim „aus Freude am Fahren“ ist? Wie stellt man sich als Autohersteller auf, wenn das Auto zu einem „Device“ wird, wie es heute ein Handy ist? Wird das Auto zu einem namenlosen Elektronikgerät oder schafft man mit ihm den Sprung in eine Lifestyle-Markenwelt, wie es Apple vorgemacht hat? Die Antworten werden vielschichtig ausfallen. Und nicht alle Hersteller werden auf dem Weg in die automobile Zukunft überleben. Umso wichtiger ist es, bereits heute eine Vorstellung davon zu haben – was „das Auto“ an sich und in der Zukunft bedeutet und wie man seine Ideen dazu bereits heute demonstrieren kann.

Smartphone, Smartwatch, Smartcar

Bereits mit der ersten Generation von BMW Connected hat der Automobilbauer aus München die Grenzen zwischen den „Geräten“ verwischt und nicht das „Device“ in den Vordergrund gerückt, sondern den Nutzer. Vom Smartphone über die App direkt in das Fahrzeug. Für BMW bedeutet die Zukunft des Automobils auch eine nahtlose und Grenzen verwischende Integration der Nutzerdaten. Damit wird aus dem Auto ein smartes Device mit dem gleichen Informationsstand, wie auf dem Handy oder der Apple Watch bereits gelernt und erlebbar.

BMW Connected+

2016 haben wir auf mein-auto-blog von 8.4 Millionen ausgelieferten Fahrzeugen mit „Connected Drive“ berichtet. 2017 stellt BMW nicht mehr die Anzahl der ausgelieferten Fahrzeuge in den Mittelpunkt. Sondern die User. Über eine Millionen BMW-Fahrer nutzen die Dienste von BMW Connected und sind an der digitalen Schnittstelle zwischen Mensch und Auto interessiert. An 5 Standorten auf der ganzen Welt arbeitet BMW im Stil von Software-Unternehmen am digitalen Konzept von BMW Connected. In Chicago hat BMW gleich eine ganze Division von Microsoft übernommen und beschäftigt mittlerweile 150 Experten in der „windy city“. Warum es eine Ex-Microsoft Sparte war? Betrachtet man den Hintergrund und versteht, wie unterschiedlich die Entwicklungsprozesse zwischen Software-Lösungen, Cloud-Diensten und den existierenden Prozessen in der Automobil-Industrie sind, ist es nur logisch, IT-Experten aus anderen Branchen zu engagieren. Und ganz nebenbei hat sich Microsoft als Cloud-Partner für BMW angeboten. Und Chicago erwächst in den USA gerade als zweites digitales Zentrum neben dem Silicon Valley.

Und die Anbindung von Microsoft-Lösungen in die Welt des Business-Flaggschiffes von BMW macht ebenso Sinn. Über 100 Millionen aktive User arbeiten mit Office-Lösungen von Microsoft. Der Exchange-Server ist für Unternehmen die professionelle Wahl beim Umgang mit eMail-Diensten. Und ab Herbst findet er seinen Weg in das Auto. Wenn man einen BMW mit Connected+ besitzt.

„Hey Alexa, kühle meinen BMW!“ – schon heute möglich!
Vernetzung per AMAZON ALEXA.

Device auf Rädern

Apple Watch, Smartphone und der eigene BMW. Für Nutzer von BMW Connected+ wird das eigene Fahrzeug ein weiteres Werkzeug. Nahtlose Integration der Termine und Routenplanung. Vom Smartphone über die Watch und nahtlos in das Auto. Mit Connected+ navigiert man nun von „Tür-zu-Tür“. Vom Smartphone in das Auto und beim Parken wieder über die Watch oder das Smartphone. Connected+ dient als Bindeglied zwischen den Endgeräten. Die Integration der Kalenderdaten ermöglicht Connectedfrühzeitige Informationen über das App-Interface (egal, ob im Smartphone oder der Watch), wann man sich in Anbetracht der Verkehrslage – denn natürlich überwacht Connected+ die Routingdaten in Verbindung mit Verkehrsfluss-Informationen – auf den Weg machen sollte.

Kommunikationsbasis on the road

Ab Herbst wird man auf den ersten Märkten dann eMails diktieren und über den Unternehmens-Exchange-Server versenden können, während man im Auto sitzt. BMW sieht vor allem die eigene Businessklasse der Fünfer-Baureihe als „rollendes Office“. Produktivität auch im Auto als wertvolles Argument für Firmenkunden. Und während man per BMW Connected bereits seit einiger Zeit an die Möglichkeit gewöhnt ist, per Handy mit dem Auto in Kontakt zu treten, präsentiert BMW ab Herbst 2017 einen weiteren Schritt zum „Office auf Rädern“. Mit der Integration der Exchange-Server Infrastruktur in das Fahrzeug wird das Auto zu einem „Kommunikationsgerät“, so wie ein Handy oder ein Tablet es heute schon darstellen. Natürlich kann man darüber philosophieren, wie sinnvoll es ist, bei Tempo 250 eine eMail zu diktieren – aber im Stau? Oder die neue Skype-Integration, die ab Juli zuerst in UK, Frankreich und Deutschland integriert wird. Skype for Business ist ein Service von Microsoft, der sich im Bereich der Konferenz-Calls bereits durchgesetzt hat. BMW Connected+ integriert dieses Werkzeug nun in das Auto. Einfache logische Bedienschritte, einfache Handhabung über den iDrive-Controller.

Die Erweiterungen in Connected+, zum Beispiel auch auf Orts-Informationen der Kalendereinträge zuzugreifen, ermöglicht eine intelligente Zielsuche. Dabei lernt Connected+ in der Open Mobility Cloud von BMW aus den vergangenen Fahrten und analysiert das Nutzungsverhalten des Users.

BMW ID

Machine Learning in der Cloud, Connected+ UserProfile und der eigene BMW – gemeinsam für das digitale BMW-Erlebnis. Mit der BMW ID auf Basis der Connected+ Plattform sollen die zukünftigen Generationen von BMW-Fahrern das Erlebnis BMW über alle Grenzen hinweg erleben. Ob die User die ständige Erreichbarkeit als Segen empfinden? Mag man diskutieren. Dass „mein BMW“ dafür in der Zukunft dank Connected+ als „smartes Endgerät“ agiert, ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung.

 

 

BMW X3 – für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance!

Spartanburg, 27. Juni 2017 – eben hat man im US-Werk der Münchner noch 25-Jahre BMW „made in USA“ gefeiert, da muss das „quasi Geburtstagskind“ schon ran. Der neue BMW X3 – eine Erfolgsgeschichte der Bayern und, darauf legen sie wert in München, ein SAV – kein SUV. Okay – lassen wir ihnen die Wortklauberei. Aber wer „sport activity“ sagt, der muss eben auch Sport liefern.

BMW X4 M40i – der erste Eindruck

Nicht SUV, nicht SAV – einfach nur WTF

Es ist wohl kein rechter Zufall, wenn die Feier zum 25-Jahre Jubiläum der Bayern in South Carolina mit der Weltpremiere des neuen BMW X3 zusammenfällt. Und es ist auch kein Zufall, dass man nicht nur größter Automobil-Exporteur der USA ist, sondern neben dem Geburtsort der X-Modelle auch ein modernes Performance-Center besitzt. Ein wenig Asphalt zum Driften, Hüpfen und Scheitelpunkt kratzen. Daneben ein Offroad-Kurs mit Geröll, Sand und Wasser. Alles, was man im X-Modell benötigt, um glücklich zu sein.

Weltpremiere: Anfassen, nicht anlassen

360 PS verstecken sich im Quasi-M des X3. Zum ersten Mal gibt es einen M40i im Modellprogramm des Bayerischen „Nicht-SUV“. Damit ist klar: Der will nicht nur die Kids zur Schule bringen, der will seine 360 PS und 500 Nm zeigen. Die Weltpremiere als Rahmen für den ersten Kontakt zum neuen Modell: Clever gewählt – so steckt hinter dem eher trockenen Jubiläums-Programm doch auch noch ein wenig Fahrspaß. Aber die Devise lautet: „Anfassen ja, anlassen nein.“ Bis zur offiziellen Presse-Fahrveranstaltung des X3 ist es noch ein wenig hin und so ist „Mitfahren“ angesagt.

Mein Pilot auf der ersten Ausfahrt im neuen sportlichen SAV-Flaggschiff: Mike Renner. Einer der Instruktoren der BMW Performance Driving School. Seine Frage:“ Wieviel ich vertrage“, beantworte ich mit einem überheblichen: „Rock it, Mike“.

Top 1: Der Sound

Mike lächelt und schaut mich direkt nach dem Starten des Dreiliter an. Er erwartet einen Kommentar von mir zum Sound. Dem Mann kann geholfen werden. Aber ein „not to bad“ sollte für den Anfang reichen. Ist mir doch eines bewusst: Ein Reihensechser ist geil. Und die 40i-Modelle sind bekannt für einen „feinen Klang“. Im Leerlauf geht dem Motor noch ein wenig die Gewalt ab – das ändert sich, als Mike auf den Handlingsparcours abbiegt. Volle Leistung, bei 4.000 Umdrehungen trompetet der neue X3 M40i lauter aus die Pausenglocke auf dem Werksgelände – melodischer sowieso.

Top 2: Der Antritt

Nun, von der Beifahrerseite aus sind alle Autos schnell. Dass die 500 Nm vorhanden sind und vom Allradantrieb und der 8-Stufenautomatik wirkungssicher in Vortrieb umgewandelt werden, ist eindeutig – auch wenn man nur die Angstgriffe auf der Beifahrerseite in der Hand hält. Auffällig: Die Ansatzlosigkeit, mit der sich der Turbo-Reihensechser an sein Werk macht.

Top 3: Das Handling

Die obligatorischen, aber selbstverständlich Aufpreis pflichtigen 21-Zöller sind mit P Zero besohlt und scheinen die Hitze South Carolinas erst einmal gut zu vertragen. Dass hier über 1.8 Tonnen gewuchtet werden müssen, man ahnt es nur. Gefühlt – rein gefühlt – hat es Mike nur gut gemeint mit mir. Von der Beifahrerseite aus, scheint es, als würde der X3 zwar ganz leicht untersteuern – was nur logisch ist – aber ebenso ist klar: Da geht noch was. Wenngleich die Ausfahrt mit Mike schon mehr als „over the limit“ gewesen sein dürfte für den täglichen Einsatz auf dem Weg, den Nachwuchs in die Schule zu bringen. Der längere Radstand scheint der Agilität nicht zu schaden, ob er auf der Autobahn für mehr Langstrecken-Komfort sorgt? Kaum festzustellen, während Mike den X3 über eine blinde Kuppe auf dem Track des Performance-Driving Centers wedelt.

BMW X3 M40i – „first contact“

Ganz egal, ob SUV oder SAV. Der Auftrag eines BMW ist immer gleich: Fahrdynamisch in seiner Klasse zur Benchmark zu gehören. Punkt. Ob er das erreicht? Gefühlt ist er auf jeden Fall auf dem Weg dorthin. Aber hey, auf der Beifahrerseite ist es immer spektakulär.

Was ist mir sonst aufgefallen?

Das neue Cockpit erinnert an den aktuellen Fünfer, welch ein Wunder, und es überzeugt. Dass der Kofferraum groß genug ist, scheint ebenso zu sein. Und bei der Verarbeitung scheint man sich auch an die Benchmark Audi heran robben zu wollen. Der längere Radstand lässt in Reihe zwei ein besseres Raumgefühl entstehen. Dass man sich optional auch beduften lassen kann und der sinnlose Display-Schlüssel nun verfügbar ist – nun, es zerstört das erste Date nicht, punktet bei mir aber auch nicht. Klimatisierte Sitze in Reihe 1 und eine Drei-Zonen Klima sind da schon bessere Argumente, gerade unter der Sonne South Carolinas. Dass die neue Windschutzscheibe zudem aus Akustikglas besteht und in Serie kommt, ist gut gemeint. Noch besser jedoch wirkt die neue Front. In Verbindung mit der neu gewichteten Niere (danke an Calvin Luk) und den Voll-LED Scheinwerfern wirkt der X3 modern, dominant und dennoch nur zart verändert.

Ob das alles dem bisherigen Erfolg des X3 einen weiteren Push verleiht? Wir werden es erleben – doch zuvor freuen wir uns auf eine Ausfahrt ohne Mike Renner und selbst am Steuer – sorry Mike, aber du hast ja noch die ganzen anderen feinen Track-Tools dort bei euch in der BMW Performance Driving School. 

Luk, die Macht ist stark in Dir!

Der Mut, Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt zu treffen. Das Glück, die richtigen Entscheidungen getroffen zu haben. Die Leidenschaft, den eigenen Weg zu gehen. Das handwerkliche Geschick und die unbegrenzte Vorstellungskraft, um im Wettkampf mit anderen zu überzeugen. Das alles führt zum Erfolg.

Und manchmal startet alles mit einer einzigen Frage. In diesem Fall ist es die vorlaute Frage eines 16-Jahre alten Auto-Fans auf einer Automesse, ein Bild mit Freunden machen zu dürfen, während man versucht, möglichst viele Freunde in das Messe-Fahrzeug zu quetschen.

Calvin Luk – Das Design-Genie der Münchner

Talent und Mut führen zum Erfolg!

This is Sparta! 

Wie oft habe ich mir in meinem Leben die Frage gestellt, was wäre anders, wenn ich zu diesem und jenem Zeitpunkt eine andere Entscheidung getroffen hätte? Mein Leben hält viele 180°-Kehrtwendungen bereit und im Rückblick ist  der berufliche Weg alles, nur kein eindeutiger Pfad gewesen. Und so führt es mich an diesem warmen Sommertag zur 25-Jahr-Feier der Münchner nach Spartanburg. In den US-Bundesstaat South Carolina. Dort pflegen die Bayern seit einem Viertel-Jahrhundert den Automobilbau und sind in dieser Zeit, so ganz nebenbei, zum größten Automobil-Exporteur der USA geworden! Richtig. Kein anderer Automobil-Hersteller exportiert mehr Autos aus den USA in die weite Welt als BMW. Und weil der neue Präsident der USA, dieses Trumpeltier, so gar keine Ahnung von Globalisierung, Weltwirtschaft und all den anderen Themen eines Politikers hat und damit mal eben nicht nur das Geschick der USA zum Glücksspiel werden lässt, war die 25-Jahr Feier des Werkes Spartanburg genau der richtige Anlass, um mal ein wenig politisch zu werden. Noch mehr Jobs wird man dort schaffen. 1.000, um genau zu sein. Das klingt nicht viel, bedenkt man aber, ein Job im Werk bedeutet 5 Jobs im Umfeld des Werkes – ist das durchaus eine Nachricht, die man gerne in die Kameras spricht. So wird man die Zahl der Mitarbeiter bis 2021 auf gut 10.000 erhöhen. Das hören auch Lindsay Graham und Henry McMaster gerne. Der eine Senator des US-Bundesstaates South Carolina, der andere Gouverneur. Und obwohl beide Republikaner sind, ist ihre Botschaft ebenso glasklar: „Das US-Werk der Bayern ist ein riesiger wirtschaftlicher Erfolg – für BMW, aber auch für South Carolina und Globalisierung ist nichts, was verschwinden wird“. Henry McMaster freut sich zudem über die Freunde aus München, die besser englisch sprechen als er. Ein Seitenhieb auf seinen Südstaaten-Slang.

Die Polit-Prominenz aus South Carolina und Washington bei der 25-Jahr Feier in Spartanburg.

Kein Kniefall – ein Bekenntnis

8 Milliarden Dollar hat BMW in den letzten Jahrzehnten in South Carolina investiert. Jetzt kommen noch einmal 600 Millionen US-Dollar bis 2021 hinzu. Damit macht BMW das riesige Werk fit, für kommende Modellgenerationen der Bayern. Weitere 200 Millionen Dollar will BMW zudem in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter vor Ort stecken. Damit knickt BMW nicht vor den Trump’schen Forderungen ein, sondern bekräftigt die eigenen Aussagen darüber, wie erfolgreich das Modell „Premium made in USA“ sein kann! Wenn es von den Richtigen in die Hand genommen wird. Apropos Premium.

Weltpremiere BMW X3

Mein Weg nach South Carolina startete mit einer Einladung zur Weltpremiere des neuen BMW X3. Unzweifelhaft ein Erfolgsmodell der Bayern. Und der Bogen der Geschichte. Zurück zu Luk und den Ausführungen zum Thema: Mut, Entscheidungen und Leidenschaft.

Wie üblich, bringt ein Automobil-Hersteller seine Experten mit zu einer Premiere. In diesem Fall auch Calvin Luk, den Designer des neuen BMW X3. Und seine Lebensgeschichte ist bereits jetzt, nach nur 31 Jahren, unfassbar motivierend.

Luk war der junge Mann, der vor 16 Jahren auf einer Automobil-Ausstellung in Sydney einen Mitarbeiter von Mini fragte, ob er ein Foto davon machen könne, während er probierte, wie viele von seinen Freunden in den „damals neuen“ Mini passen. Als er merkte, sein Gegenüber ist ein Mitarbeiter von BMW Deutschland, stellte er die Frage, die sein Leben verändern sollte:

„Können Sie Chris Bangle einen Brief von mir geben?“

Es ist diese Form von jugendlicher Naivität. Es war seine pure Begeisterung für die Marke. Seine Eltern fuhren einen BMW E36 und Calvin war begeistert und fasziniert vom Design des BMW. Zu dieser Zeit spielt das Design von Autos bereits eine wichtige Rolle in seinem Leben und als der angesprochene Mitarbeiter sich bereit erklärt, Chris Bangle die Post zu übergeben, hetzt der Australier mit Wurzeln in Hongkong zurück nach Hause. Seiner Mutter erklärt er, er hätte keine Zeit für das Abendessen, er müsse einen Brief schreiben. Sein Brief und einige seiner Skizzen finden tatsächlich den Weg vom Messe-Stand zu Chris Bangle, dem damaligen Chef-Designer von BMW. Bereits dies eine schöne Geschichte. Doch es kam noch viel besser.

Wochen später, Calvin hatte den Brief bereits vergessen, bekam er einen dicken Umschlag mit dem Absender „BMW“. Sein Herz pochte. Er erinnert sich 16-Jahre später noch an jedes Detail. Inhalt des Antwortschreibens unter anderem eine Empfehlung, wie man Automobil-Designer wird.

Bucks B-B-Q ist der Ort des inspirierenden Gespräches mit Calvin Luk.

Mit nun 31 Jahren sitzt dieser bescheidene junge Calvin Luk nach dem offiziellen Teil der Premieren-Feiern mit mir bei einem örtlichen Diner in South Carolina und erzählt mir seine Lebens-Geschichte. Völlig unpretentiös. Pulled Pork auf Plastik-Tellern – und seine Leidenschaft für Design und die Marke sprudelt aus ihm heraus. Er hat sich an den „Masterplan“ aus München gehalten. Zuerst Industrial Design in Sydney studiert, danach am renomierten Art Center College in Pasadena Kalifornien den Studiengang „Transportation Design“ belegt.

Alles begann mit diesem einen Brief an Chris Bangle und seinen damaligen Skizzen. Doch die müssen bereits so gut gewesen sein, dass man ihn ernst nahm. Heute hat Calvin Luk nicht nur den X3 gezeichnet, er ist auch erfolgreich gewesen im internen Wettkampf um das Facelift des 1ers und für den BMW X1. Drei BMW, die bereits heute die Handschrift des 31-Jährigen tragen. Calvin Luk ist eine Inspiration. Seine ganze Lebensgeschichte kündet von der Macht, die in einem steckt, wenn man an sich, sein Können und seine Leidenschaft glaubt und wenn man „hin- und wieder“ den richtigen Ratschlägen folgt.

Stand Juni 2017 sind es drei Fahrzeuge mit seiner Handschrift – doch Calvin ist nicht nur beim Pulled Pork hungrig gewesen und verlangte einen Nachschlag. Auch beim Thema Design hat er vermutlich gerade erst angefangen. Und es würde mich nicht wundern, wenn ich in 10 Jahren die Geschichte erzählen kann, wie mich 2017 die Wege zum kommenden Chef-Designer von BMW geführt haben. Luk, die Macht ist stark in Dir! 

BMW X3 – Münchner Alleskönner

Sie haben es 2003 vorgemacht, die Münchner. Der erste BMW X3 begründete das Segment der Mittelklasse-SUV, pardon, SAV muss es natürlich heißen. Der BMW X3 möchte nämlich kein gewöhnliches Sports Utility Vehicle sein, sondern ein Sport Activity Vehicle. Die gepflegt dynamische Gangart ist das Metier des Bajuwaren, der seit seinem Marktstart mit dieser Attitüde überzeugen konnte und so auf stolze 1,5 Millionen verkaufte Exemplare in zwei Generationen kommt. Nun legen die Münchner die dritte Generation auf und wollen damit den nächsten Teil der Erfolgsgeschichte starten. Ihr Rezept: Eine markantere Formensprache, kräftige, aber gleichzeitig effiziente Aggregate sowie eine luxuriöse Ausstattung und gute Fahreigenschaften auf jedem Terrain – X-Drive sei Dank. Read more

Die Zukunft fährt elektrisch, autonom und vernetzt

Im Gespräch: BMW-Chef Harald Krüger, Vorstandsvorsitzender BMW AG

Die Zukunft fährt elektrisch, autonom und vernetzt

Es gibt Menschen, mit denen kommt man nicht so einfach ins Gespräch. Harald Krüger ist so einer: Seit Mai 2015 herrscht der Vorstandsvorsitzende der BMW AG über die Marken BMW, Mini, Rolls Royce, BMW Motorrad und BMW i. Jede Menge Verantwortung, viele Chancen, große Gefahren pflastern seinen Weg. Doch bei allem Druck, dem Top-Manager wie Krüger ausgesetzt sind: Die Tätigkeit als BMW-Boss hat ihre Sonnenseiten. Harald Krüger verrät uns im persönlichen Gespräch am Rande des Concorso d’Eleganza 2017 mehr darüber und über die Zukunftspläne der BMW Group. Tenor: Elektrisch, autonom und vernetzt fährt die Zukunft, doch so schnell geht es nicht ganz ohne Verbrennungsmotoren.

Tradition, Nostalgie und Zukunftsvisionen am Comer See

Cernobbio am Westufer des norditalienischen Comer See, eine halbe Autostunde oberhalb von Mailand: Einmal im Jahr strömen Auto- und Motorradfans aus aller Welt hierher. In Villen d’Este, Erba und Visconti wartet das Schaulaufen unglaublich wertvoller Old- und Youngtimer auf die Freunde edlen Blechs. Nostalgie trifft am Comer See auf die Zukunft, denn Studien zeigen stets, wo’s in den nächsten Jahren lang geht. Das weltberühmte Auktionshaus Sotheby’s versteigert Kostbarkeiten auf vier und zwei Rädern, die für Millionen von Euro den Besitzer wechseln.

BMW als Patron des Concorso

Seit 1929 zelebriert der Concorso d’Eleganza Automobile und Motorräder in einer Art und Weise, die seinem Namen voll gerecht wird. Seit 2009 ist BMW Patron des dreitägigen Events. Klingt nach Mafia, heißt aber konkret: Die Bayern sind hier nicht nur Sponsor, sondern auch für die reibungslose  Organisation verantwortlich. 2017 macht sich BMW-Vorstandsvorsitzender Harald Krüger erstmals selbst ein Bild vom Concorso – und lädt uns zum hochexklusiven Gespräch in der Villa d’Este.

Ein Marathon, kein Sprint

Besonders erfreut zeigt sich Krüger über die jüngste Entwicklung des kompakten Elektro-Autos i3. Neben über 50 Prozent Plus im ersten Quartal 2017 sei es vor allem diesem Modell zu verdanken, dass sich bei BMW der Anteil elektrifizierter Autos (also einschließlich Plug-In-Hybride) deutlich erhöht habe. Krüger zuversichtlich: „We are ramping up!“ („Wir sind am Hochfahren!“). Hintergrund: Für 2017 erwarte er den Verkauf von etwa 100.000 dieser Fahrzeuge. Das wäre dann genauso viel, wie zusammen genommen in den drei Jahren zuvor. Dennoch legt Harald Krüger für die Elektroautos und Plug-In-Hybride großen Wert darauf: „Das ist ein Marathon, kein Sprint.“

Lautloses Heimkommen mit dem i3

Unverkrampft offen schildert der BMW-Chef seine persönlichen Erfahrungen mit Elektroautos. Im Hause Krüger habe die fast lautlose Mobilität so einige Überraschungen mit sich gebracht: „Meine Frau hörte mich anfangs nicht, wenn ich mit dem i3 heimkam.“ Er fahre etwa jedes zweite Wochenende den erfolgreichen, rein elektrischen Kompakt-BMW. Krügers persönlichen Erfahrungen nach könne man von der Elektromobilität nur regelrecht schwärmen: „Das ist hochemotionales Fahren. Die Menschen unterschätzen völlig, wie schnell man mit einem Elektroauto aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigen kann.“ Plug-in-Hybride machen dem Vorstandsvorsitzenden ebenfalls Spaß. Sein häufigstes Dienstauto: Ein 7er Plug-In-Hybrid: „Ich lebe nur rund 16 km von BMW entfernt. Deshalb kann ich praktisch jeden Tag rein elektrisch ins Büro und wieder nach Hause fahren.“ Der geborene Breisgauer ist aus all diesen Gründen von der Elektromobilität voll überzeugt, und zwar „zu 110 Prozent für BMW und über alle Marken hinweg.“

Elektrisch auch auf zwei Rädern

Dass diese Aussage die Sparte von BMW Motorrad mit einschließt, sah man 2017 am Comer See anhand der überraschenden Studie „Concept Link“: Eine Mischung aus Roller und Motorrad mit rein elektrischem Antrieb, dazu vollvernetzt und eine interessante Alternative zum Auto, um den dichten städtischen Verkehr zu überlisten. Für Bequemlichkeit ist sogar ein Rückwärtsgang zum Rangieren an Bord. BMW möchte auf diese Weise wohl immer mehr Nicht-Biker aufs Zweirad locken. Den aktuellen Elektro-Roller BMW C Evolution kann man dank 11 kW Nennleistung (bei 48 PS Spitzenleistung) mit dem A2-Führerschein für 16jährige fahren – oder mit dem alten 3er, sofern er von vor dem 1. April 1980 stammt.

Weiter in Diesel investieren

Bei aller Elektro-Euphorie: Der Diesel bleibt laut Harald Krüger noch länger im Programm. Er sei entscheidend, um die CO2-Ziele für 2020 erfüllen zu können. Krüger: „Wir wollen 2025 15 bis 25 Prozent elektrifizierte Autos sehen. Das heißt: Auch dann sind 75 Prozent immer noch Verbrennungsmotoren. Deshalb werden wir weiter in Diesel investieren.“ Ob das allerdings bis 2030 anhalten wird oder darüber hinaus, könne heute niemand wissen. Ebenso bei der Brennstoffzelle: „Niemand kann sagen, wieviele dieser Autos man 2025 verkaufen kann. Klare Antwort deshalb: Diesel und Benziner werden im Portfolio bleiben.“

Kooperation mit Toyota: Von Brennstoffzelle bis Sportwagen

Brennstoffzellen gehören zusammen mit Wasserstoff-Antrieb zu den Feldern, auf denen BMW derzeit mit Toyota kooperiert: „Das ist eine gute Partnerschaft. Da weiß man nie, ob sich das weiterhin aufs Bestehende beschränken wird.“ Entscheidend sei, dass beide Partner eine Win-Win-Basis erkennen. Die liegt für BMW und Toyota offenbar auch beim Sportwagen-Projekt vor, aus dem Ende dieses Jahres die beiden Sportwagen BMW Z5 und Toyota Supra auf einer gemeinsamen technischen Plattform hervorgehen werden. Aufgrund seiner persönlichen Eindrücke vom Z5 klingt Harald Krüger auch hier beinahe euphorisch: „Das funktioniert von beiden Seiten her sehr gut. Das erste Auto, das ich fahren konnte, fühlte sich fantastisch an.“

BMW Concept 8 Series nimmt BMW-Design vorweg

Die Weltpremiere eines seriennahen neuen Luxus-Coupés von BMW beim Concorso d’Eleganza nahm Krüger zum Anlass, um über das Luxus-Segment überhaupt mehr zu verraten: „Es ist eines meiner strategischen Ziele, im Top-Luxus-Segment zu wachsen. Und der BMW Concept 8 Series passt da exakt hinein“. Das mondäne Nostalgie-Event am Comer See hat sich dank zahlreicher Concept Cars und Bikes während der letzten Jahre zum Barometer für die baldige Modellpolitik entwickelt. Harald Krüger weiter zu BMWs jüngster Konzeptstudie: „Der 8er ist ein sehr dynamisch designtes großes Sport-Coupé. Er verkörpert die Balance aus Luxus und Sportlichkeit. Die positiven Reaktionen hier und im Internet bestätigen den offensiven Schritt ins Luxussegment, den wir mit ihm gehen werden.“ Das gelte auch für den künftigen X7. Er werde ab Ende 2018 BMWs SUV-Palette nach oben erweitern. Zusätzliche Modelle würden im Top-Luxus-Segment noch folgen: Unter anderem laut Krüger ein All-Terrain-Fahrzeug von Rolls Royce.

iNext baut 2021 auf neuer Architektur auf

Ab 2021 wird sich laut BMW-Chef Krüger der iNext als nächster Meilenstein der Marke durch eine neue Architektur auszeichnen, die von vornherein auf die drei Antriebsformen Elektromotor, Plug-In-Hybrid und Verbrennungsmotoren ausgelegt ist. Mit dem iNext mache die Marke BMW einen großen Sprung in Sachen Elektroantrieb, aber auch beim Autonomen Fahren und der Konnektivität. Zuvor wird es Schlag auf Schlag gehen: 2018 kommt der i8 Roadster als Plug-In-Hybrid, 2019 der Elektro-Mini und 2020 der Elektro-X3. Wer jetzt immer noch nicht genug an Neuheiten hat, der muss sich Harald Krügers vielversprechende Worte zur kommenden großen deutschen Automesse auf der Zunge zergehen lassen: „Haben Sie Geduld bis zur IAA in Frankfurt, da wird es noch etwas mehr zu sehen geben.“

Fazit: Elektroantrieb ist das Gebot der Stunde, wenn man BMW-Chef Harald Kürger aufmerksam zuhört. Aber: Der Diesel ist weiterhin wichtig, unter anderem wegen der CO2-Ziele 2020. Wie lange das anhält, kann man heute ebenso wenig wissen, wie den Startpunkt autonomen Fahrens in Serie oder die wesentliche Ausbreitung der Brennstoffzelle samt nötiger Infrastruktur. Viele Fragezeichen, denen Harald Krüger gerne Ausrufezeichen entgegensetzt – wie zuletzt beim Concorso d’Eleganza 2017 mit dem neuen 8er und seinem Großangriff in der Top-Luxus-Klasse.