Cadillac CTS-V: Haudrauf mit Manieren

Die Klasse der übersportlichen Power-Limousinen ist klar aufgeteilt: Mercedes-AMG E63, BMW M5 und Audi RS6 – das war´s. Oder? Mitnichten! Aus den Vereinigten Staaten scharrt ein Kandidat nicht gerade leise mit den Hufen, um es der deutschen Konkurrenz so richtig zu zeigen: Der Cadillac CTS-V. Sein Rezept ist ein 6,2 Liter V8 mit Kompressor und irrwitzigen 649 PS. Da kann die Konkurrenz nicht mithalten. Aber schafft es der Caddy sich die deutsche Premium-Konkurrenz auch beim Fahren vom Hals zu halten oder ist er nur ein Papier-Tiger? Fahrbericht. Read more

News: Cadillac CTS-V – Amerikanischer Donnerkeil

Mit dem Cadillac CTS-V will die amerikanische Nobelmarke ab Herbst ernsthaft gegen Mercedes E 63 AMG, BMW M5 und Konsorten antreten. Die Limousine der oberen Mittelklasse ist mit ihrem 6,2-Liter großen und 477 kW/649 PS leistenden Achtzylinder-Benziner das stärkste Auto der Markengeschichte.

Als Spurtzeit auf Tempo 100 gibt der Hersteller 3,7 Sekunden an, als Höchstgeschwindigkeit 320 km/h. Die passende Übersetzung wählt eine Achtgangautomatik, die die Kraft an die Hinterräder überträgt. Alternativ können die Gänge auch über die Lenkradwippen gewechselt werden. Für den nötigen Halt sorgen 19 Zoll große Michelin-Pneus. Je nach Untergrund, kann das Fahrwerk der Limousine in unterschiedlichen Modi eingestellt werden.

Mit mindestens 98.500 Euro ist der Cadillac CTS-V auch günstiger als der 104.000 Euro teure BMW M5 (412 KW/560 PS) und der 103.700 Euro teure Mercedes E 63 AMG (410 KW/557 PS).

Neben dem CTS-V hat Cadillac außerdem noch den kleineren Hochleistungssportler ATS-V neu im Programm. Das als Limousine und Coupé angebotene Mittelklassemodell ATS-V wird von einem turbogeladener V6-Benziner und 356 kW/470 PS angetrieben. Damit erreicht er in 3,9 Sekunden 100 km/h. Mindestens 74.900 Euro kostet der BMW M3/M4-Gegner.

Autor: Adele Moser/SP-X

News: Cadillac ATS Coupé – Exotischer als ein Aston Martin

Cadillac kennt man hierzulande fast nur noch als Elvis-Fan. Gerade einmal 97 Fahrzeuge des US-Premiumherstellers sind im vergangenen Jahr hierzulande zugelassen worden. Das toppen sogar Exoten wie Aston Martin, Maserati und Bentley ganz locker. Für das neuestes Modell der traditionsreichen Marke muss das kein Nachteil sein: Das Cadillac ATS Coupé lebt von seiner Rarität.

Als Auto für anspruchsvolle Kunden, die von den deutschen Premiummarken gelangweilt sind, sieht Cadillac selbst seinen Mittelklasse-Zweitürer. Das stimmt, insoweit dass das Coupé nicht das hierzulande in dieser Klasse übliche Audi-BMW-Mercedes-Logo trägt. Es ist aber auch ein wenig heuchlerisch, weil der ATS sich gerade diese drei Marken ganz offensichtlich zum Vorbild genommen hat. Agil auf den Rädern, elegant im Blech und modern in Sachen Technik verabschiedet sich der Viersitzer endgültig vom klobigen Kitsch, den die Marke nach ihrer besten Zeit in den 50er- und 60er-Jahren lange verkörperte.

Innen ist der ATS gut verarbeitet
Innen ist der ATS gut verarbeitet

Zu formaler Beliebigkeit hat der neue Kurs jedoch nicht geführt: Das Coupé steht mit seinen vertikalen Scheinwerfern, dem mächtigen Kühlergrill und den schnittig gebügelten Karosseriefalzen eindrucksvoll und eigenständig da. Und wirkt dabei fast schon eine Spur zu edel für ein Mittelklassemodell. Auch der Innenraum macht mit viel Leder und Holz-Zierteilen einiges her, wirkt dabei etwas barocker und verspielter als die kühlen Hightech-Lounges in den Modellen der deutschen Hersteller. Verarbeitung und Materialauswahl sind gut, aber nicht ganz so perfekt wie bei Audi und Co.

Komplett unamerikanisch gibt sich das ATS Coupé beim Antrieb. Unter der langen Haube arbeitet in Europa kein Sechszylindern, sondern ausschließlich ein Vierzylinder, dessen zwei Litern Hubraum von einem Turbo bis zu 203 kW/276 PS Leistung und 400 Nm Drehmoment entlockt werden. Vor allem beim gleichmäßigen Cruisen macht der Benziner eine gute Figur, stellt immer reichlich Kraft zur Verfügung und bleibt akustisch angenehm im Hintergrund. Wer beherzter aufs Gas tritt, entlockt dem Vierzylinder zwar einen ordentlichen Zusatz-Punch, aber auch einen wenig ansprechenden, dünnen metallischen Klang. Das passiert auch bei zurückhaltender Fahrweise nicht allzu selten, weil die Automatik lediglich sechs Schaltstufen zur Verfügung stellt und so immer wieder zu größeren Drehzahlsprüngen gezwungen ist. Ein wenig mehr Sounddesign würde hier schon viel helfen, sind Fahrleistungen und Verbrauch doch ansonsten voll in Ordnung. Wer mit Vollgasetappen spart, kommt mit gut neun Litern auf 100 Kilometern aus.

Komplett überzeugen kann das Fahrwerk. Dank Hinterradantrieb, aufwändiger Achskonstruktion und präziser Lenkung nimmt der Cadillac Kurven locker und schwungvoll, der lange Radstand und die ausgewogene Abstimmung sorgen gleichzeitig für komfortables Reisen. Besser treffen auch die Deutschen den Kompromiss aus Sport und Alltag nicht. Eine Kleinigkeit stört dann aber doch den Fahrgenuss mit dem Amerikaner. Wobei „Kleinigkeit“ der falsche Ausdruck ist – denn die Außenspiegel sind das genaue Gegenteil davon. Wie von einem Pick-up oder dem Riesen-SUV Escalade übernommen wirken die beiden Pfannen links und rechts von der Passagierkabine. So breit, dass sich hinter ihnen ein kleiner Lkw oder ein mittlerer Kurvenausgang verstecken könnte.

Zwei Türen, rahmenlose Scheiben - der ATS ist ein klassisches Coupé
Zwei Türen, rahmenlose Scheiben – der ATS ist ein klassisches Coupé

Das ist dann allerdings wirklich Meckern auf hohem Niveau. Denn unterm Strich muss der Cadillac den Vergleich mit Audi A5, BMW 4er oder Mercedes C-Klasse nicht scheuen. Kleinere Schwächen überdeckt dabei der vergleichsweise günstige Preis. 39.600 Euro kostet die getestete Variante mit Hinterradantrieb, zur Basis-Ausstattung zählen dann bereits Xenonlicht, Klimaautomatik und Metalliclack. Eine Allradvariante gibt es zwei Ausstattungsstufen höher für 47.895 Euro.

Autor: Holger Holzer/SP-X

News: Cadillac CT6 und Lincoln Continental Concept – Der amerikanische Luxus kehrt zurück

Was war da bloß los mit Cadillac und der Ford-Tochter Lincoln? Angestaubte, halbherzig gemachte Kost bei Lincoln und keine echte Oberklasse mehr bei Cadillac – dabei sind die Marken doch schlechthin das Aushängeschild für amerikanische Luxusautos. Doch die letzten Jahre waren düster für die beiden Giganten, General Motors, der Mutterkonzern von Cadillac, musste Chapter Eleven (eine Art geordnete Insolvenz) anmelden, und Ford stand am Abgrund – immerhin konnte die Pleite noch abgewendet werden. Nun, da sich die Konzerne langsam erholen und wieder Geld in den Kassen haben, sind naturgemäß auch neue Modelle in der Pipeline. Und zwar Modelle, die den Anspruch dieser Marken endlich wieder repräsentieren.

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Cadillac bringt ja schon seit längerer Zeit wieder eine Neuheit nach der anderen und hat sich mit moderner Technik und solider Verarbeitungsqualität Gehör verschafft. Neue, effiziente Motorentechnik sowie zahlreiche Assistenten machen die Fahrzeuge wettbewerbsfähig und lassen sie auch im Vergleich mit der deutschen Premium-Konkurrenz gar nicht schlecht dastehen. So lässt sich Cadillac dazu hinreißen, die Oberklasselimousine CT6 ab nächstem Jahr auch hierzulande anzubieten. Während die bei uns als Nischenhersteller bekannte Marke in der Vergangenheit zwar immer mal wieder einzelne Baureihen und Versionen anbot, soll jetzt das komplette Lineup nach Europa kommen

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Ein erster Livekontakt mit dem Flaggschiff hinterlässt einen positiven Eindruck. Zwar wirkt die satte Fünfmeter-Limo im Vergleich zu den anderen Cadillac-Offerten und auch zur Konkurrenz fast ein wenig konservativ, doch das bringt das Segment eben so mit sich. Lediglich die Front macht mit interessantem Lichtdesign auf sich aufmerksam. Aufmerksamkeit bringt auch das Motorenprogramm, denn die Fans haben schon im Vorfeld heiß diskutiert, ob ein Achtzylinder zum Einsatz kommen wird. Das erste Datenblatt schockiert Fans klassischen Triebwerkbaus mit einem Vierzylinder als Einsteiger. Dabei handelt es sich um den bekannten Zweiliter-Turbo mit hier voraussichtlich 198 kW/269 PS. Für Effizienz soll ein neuer Dreiliter-Doppelturbo-V6 mit 298 kW/405 PS sorgen, der angemessenen Vortrieb verspricht. Als Klassiker muss der 3,6-Liter-Sauger-V6 (250 kW/340 PS) herhalten. Eine verhalten optimistische Nachricht kommt immerhin aus Insiderkreisen: Im Zuge der Einführung weiterer Motoren-Varianten soll der mit Heck- oder Allradantrieb (V6-Ausgaben) ausgerüstete Alu-Liner auch einen aufgeladenen V8 erhalten. Jetzt ist Geduld gefragt.

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Ein fein gearbeiteter Innenraum mit verschiedenen Hölzern und schicken Rindshaut-Sesseln versüßt den Cadillac-Anhängern das Warten auf das begehrte Aggregat. Dass der CT6 eine echte Oberklasse darstellen soll, ist nicht zuletzt an der fondorientierten Ausstattung zu erkennen, die beispielsweise auch elektrisch verstellbare Rücksitze enthält. Und dass Cadillac in puncto elektronischer Fahrerassistenz keine Lücken mehr hat, beweisen ja schon die bereits eingeführten Baureihen CTS und Escalade – da ist alles vorhanden vom autonomen Bremssystem inklusive Fußgängererkennung bis zum Wlan-Hotspot.

Noch eine Schippe drauf legt der Ford-Konzern mit seinem Lincoln Continental Concept. Die Studie mit dem verheißungsvollen Traditionsnamen geht in die Vollen und macht den Eindruck, als wolle Lincoln-Präsident Kumar Galhotra eher Bentley Flying Spur- als S-Klasse-Kunden ansprechen. Alleine der Fond mit den mächtigen Einzel-Fauteuils ist eine Ansage. Bei der Motorenwahl lassen die Verantwortlichen zwar den aktuellen Zeitgeist erkennen, es aber an Emotionen vermissen: Ein aufgeladene Dreiliter-Ecoboost-V6 mag ja effizient sein – aber ist er auch angemessen für ein solches Flaggschiff? Die zarte Hoffnung, dass vielleicht doch noch ein adäquater Achtzylinder in das nächstes Jahr startende Serienmodell einzieht, ist zumindest nicht ganz zerstört – denn über weitere, potenzielle Antriebskonfigurationen schweigt sich der Lincoln-Boss bislang aus. Wenn die Limousine nur halb so gut aussieht wie die bullige Studie, spricht einem Verkaufserfolg nichts entgegen. Das Ziel, bis 2020 rund 300.000 Einheiten zu verkaufen ist aber ambitioniert – China hin oder her. Einen kleinen Wermutstropfen müssen die europäischen Autoliebhaber außerdem hinnehmen: Lincoln bleibt in Asien und den USA. Hier wären also Privatimporteure gefragt.

Autor: Patrick Broich/SP-X

News: Cadillac CT6 – Mit neuem Flaggschiff gegen deutsches Premium

Mit dem Cadillac CT6 will die amerikanische Nobelmarke ab Ende des Jahres wieder ernsthaft gegen Mercedes S-Klasse, BMW 7er, Audi A8 oder Lexus LS antreten. Auf der New York Autoshow (3. bis 12. April) stellen die Amerikaner ihr neues Flaggschiff vor und sparen dabei nicht mit Superlativen. So behauptet beispielsweise Cadillac-Präsident Johan de Nysschen, der CT6 sei ein „völlig neuer Ansatz für Luxus“.

Unter anderem aufgrund des Einsatzes von Aluminium versprechen die Amis ein besonders leichtes Fahrzeug. Auf 5,18 Metern Länge – etwas mehr als 7er BMW und S-Klasse aufweisen – soll der CT6 leichter als ein 5er BMW (ca. 1,8 Tonnen) sein. Was die Abschottung nach außen angeht, müssen die Insassen offenbar trotzdem keine Abstriche machen, innen soll Ruhe auf dem „Niveau eines Banktresors“ herrschen.

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Unter anderem kommt beim Antrieb ein völlig neuer 3,0-Liter-Biturbo-V6 zum Einsatz, der mehr als 400 PS und 543 Newtonmeter Drehmoment leistet. Zylinderabschaltung soll ebenso für gute Verbrauchswerte sorgen wie die Achtstufen-Automatik. Grundsätzlich werden die Hinterräder angetrieben, optional schaltet sich ein Allradantrieb für besseres Handling automatisch zu, falls es die Fahrsituation erfordert. Unter anderem dank aktiver Hinterachslenkung und adaptiven Dämpfern soll der CT6 laut Cadillac dezidiert dynamisch zu fahren sein.

Was Assistenzsysteme, Komfort und Konnektivität angeht, bietet der Ami vieles, was auch bei anderen Premiumherstellern in dieser Klasse State-of-the-Art ist, wie die 360-Grad-Kamera, Fußgängererkennung bei Dunkelheit, Bedienung über ein großes Touchscreen, Wlan-Hotspot oder Massagesitze. Aber es gibt auch einige Neuheiten, wie zum Beispiel eine Art integrierte Dashcam, die komplett aufnimmt, was rund um das Auto passiert – auch als Diebstahlsschutz bei aktiviertem Sicherheitssystem.

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Nach Europa kommt das neue Cadillac-Flaggschiff 2016. Die amerikanische Nobelmarke hat seit dem Auslaufen des DTS im Jahr 2011 kein echtes Oberklassemodell mehr im Angebot.

Autor: Hanne Lübbehüsen/SP-X

News: Cadillac Escalade – Ist der dick, Mann!

Lange muss man die Escalade-Preisliste nicht studieren, um zu wissen, dass der taufrische Cadillac in Deutschland kein Massenmodell werden wird. Es gibt nämlich nur einen einzigen Motor, und das ist weder ein Diesel noch ein Downsizing-Vierzylinder. Stattdessen gönnt General Motors seinem Edel-SUV die volle Ladung – natürlich handelt es sich um einen potenten Direkteinspritzer-V8, der als Spritspar-Maßnahme allein über Zylinderabschaltung verfügt. Immerhin soll der 2,9-Tonner im gemittelten NEFZ lediglich 13 Liter verbrauchen, das ist für ein solches Auto völlig in Ordnung. Premium-Offerten à la Mercedes GL 500 oder Range Rover mit Achtzylinder-Benziner sind auch nicht wirklich sparsamer.

Zum üppigen Preis von 96.500 Euro liefert Cadillac eine Vollausstattung. Unter anderem sind immer an Bord: Navi, Bose-Klangsystem, autonomes Bremsen, Dämpfer mit adaptiver Regelung, Entertainment-System mit Monitor im Fond, Headup-Display, LED-Scheinwerfer, Lenkrad-Heizung, belüftete wie beheizte Memorysitze, Niveauregulierung, Rückfahrkamera mit 360 Grad-Sicht, schlüsselloses Schließsystem, elektrisch umlegbare dritte Sitzbank, aktiver Tempomat (bis zum Stillstand verzögernd).

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Wer den American Way of Drive liebt, kommt an dem 5,18 Meter langen Schlachtschiff gar nicht vorbei. So ist die Lenkung noch immer so herrlich indirekt wie beim Vorgänger, das Fahrwerk himmlisch weich und die ledernen Fauteuils so anschmiegsam wie ein Kuscheltier. Doch etwas hat sich im Vergleich zur ausgelaufenen dritten Generation drastisch verbessert: Materialanmutung sowie Verarbeitungsqualität müssen sich auch vor deutschen Nobel-Offerten keineswegs verstecken. Bestand das Interieur des letzten Escalade noch hauptsächlich aus Plastikwüste, verwöhnt die aktuelle Ausgabe mit fein gearbeiteter Rindshaut und edlem Wurzelholz, das den Namen auch verdient. Fans technischer Gimmicks kommen ebenso auf ihre Kosten – so gibt es nicht nur TFT-Fläche in Form eines heute selbstverständlichen Bildschirms in der Mittelkonsole, sie ersetzt auch die bisher üblichen Tachoskalen samt mechanischer Zeiger. Das Instrumentarium kann alles darstellen von Bordcomputer bis Straßenkarte, und vor dem Durchschnittsverbrauch prangt selbstbewusst ein „V8“, damit man auch ja weiß, was unter der wuchtigen Motorhaube werkelt.

Das bekommen die Insassen aber auch auf die Ohren; nach Druck auf die Start-Taste dreht der 6,2-Liter kurz dezent bollernd hoch. Dann bitte den mächtigen Lenkrad-Wählhebel auf „D“ rücken, und der 313 kW/426 PS starke Riesen-Cadillac hebt beim Beschleunigen die futuristisch gestaltete Nase. Design-Manager Chip Thole bekommt leuchtende Augen, wenn er über das Blechkleid des Escalade referiert und weist vor allem auf die markant gezeichneten LED-Frontleuchten hin, deren ausdrucksstarke Segmente sich in der Tat ins Gedächtnis ihrer Beobachter brennen.

Ein Brandherd ganz anderer Art entsteht im Bereich der hinteren Pneus, denn wenn das Mega-SUV als heckgetrieben unterwegs ist, malt es problemlos schwarze Striche auf den Asphalt. In der 4WD-Stellung bringt das Großkolben-Aggregat seine 610 Nm Drehmoment schlupffrei auf die Fahrbahn und reißt es binnen weniger als sieben Sekunden auf Landstraßen-Tempo. Bei 180 Sachen wird der Hahn allerdings abgedreht, was im Sinne der passiven Sicherheit auch gut ist. Erstens reagiert der Brocken empfindlich auf Seitenwind und zweitens neigt er sich in schnell gefahrenen Kurven ganz schön zur Seite– der Escalade ist eben ein waschechter Ami.

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Noch ein bisschen mehr davon gibt es mit der Langversion: Die auf 5,70 Meter angewachsene ESV-Variante (ab 98.700 Euro) bietet vor allem in der dritten Sitzreihe mehr Beinfreiheit. Der Zustieg gelingt tadellos, denn die Freifläche zwischen Sesseln in der zweiten Reihe bildet förmlich einen Korridor, durch den selbst große Personen geradezu hindurch spazieren können. Und das Entern der Wohnstube fällt zumindest mit den elektrisch ausfahrbaren Trittbrettern leicht, die in der Basisversion zusätzliche 1.680 Euro erfordern. Wahrlich beeindruckend ist bei der Langversion das Heckabteil, das selbst mit voller Bestuhlung noch über 1.000 Liter Volumen bereithält.

Bei der Anhängelast schwächelt die Euro-Version so ein bisschen und darf maximal 3,1 Tonnen an den Haken nehmen, während 3.500 kg in dieser Klasse eigentlich Standard sind. Doch es reicht noch immer für einen hochwertigen Trailer.

Überzeugen wird der Escalade in Deutschland wohl nur wenige Fans. Das liegt nicht zuletzt am überschaubaren Händlernetz von gerade einmal elf Anlaufpunkten – und hierzulande gelten Mercedes, BMW, Audi oder Porsche einfach mehr.

Autor: Patrick Broich/SP-X

News: Cadillac Escalade – Dezent ist anders

Er ist ein Gigant und in den Staaten ein richtiger Star: Der Cadillac Escalade ist eines der erfolgreichsten Luxus-SUV der Welt. Seit wenigen Wochen wird er auch bei uns angeboten. Unter seiner Haube arbeitet ein 6,2 Liter großer Achtzylinder. Dank Zylinderabschaltung brennt er bei Teillast allerdings nur auf vier Flammen. Fordert man das Stahlmonster heraus und tritt aufs Gaspedal, mobilisiert er bis zu 313 kW/426 PS Leistung und ein maximalen Drehmoment von 623 Newtonmeter. Und die bringen den über 2,7 Tonnen schweren Allrader in nur 6,7 Sekunden auf Tempo 100. Den Normverbrauch beziffert der Hersteller mit 13,1 Liter auf 100 Kilometern.

Seine Abmessungen dürften in deutschen Parkhäusern viel Geduld vom Besitzer verlangen. Schon die Normalversion des neuen Escalade streckt sich auf 5,18 Meter, in der verlängerten ESV-Ausführung sind es 5,70 Meter. Die Höhe (1,90 Meter) und Breite (2,06 Meter) komplettiert den Spaß.

Dafür gibt es im Innenraum richtiges Wohnzimmer-Feeling. Groß und geräumig ist es im kantigen Amerikaner. Für jeden Handgriff gibt es elektrische Helferlein Die Ausstattung bietet von ausklappbaren Trittleisten bis zum WLAN-Hotspot und dem Head-up-Display so ziemlich alles, was General Motors auf Lager hat.

Auf dem deutschen Markt ist der Cadillac Escalade ab 96.500 Euro erhältlich. Zur Serienausstattung zählen unter anderem LED-Scheinwerfer, adaptives Fahrwerk, ein elektrisches Schiebedach und eine elektrisch klappbare dritte Sitzreihe. Zu den wenigen echten Konkurrenten hierzulande zählen die Langversion des Range Rover (5,20 Meter) und der Mercedes GL (5,12 Meter).

Autor: Adele Moser/SP-X

Cadillac nimmt BMW, AMG und Audi auf die Schippe

Automobil-Werbung ist nicht einfach. Gute Werbung erst recht nicht. Und im Rahmen einer Automobilmesse wird das nicht einfacher. Wie man sich dennoch die Aufmerksamkeit sichern kann und das fast zum Nulltarif, hat nun Cadillac im Vorfeld des Automobil-Salons von Genf gezeigt!

Cadillac nutzt Twitter um BMW, Mercedes und Audi zu veralbern

Angefangen hat alles mit diesem Tweet:

Soweit nichts besonderes. Ein Tweet, um via Twitter auf das bevorstehende Event aufmerksam zu machen.
Lustig wurde es mit diesem Tweet:

Sinngemäß ging es darum, den M-Bajuwaren verpasst zu haben. Aber man habe ja ein paar Donuts hinterlassen. Donuts? Genau 🙂 Zuckerkringel oder schwarze Kreise, die man mit Power-Limousinen gerne malt … 


Aber BMW war nur der erste Streich, weiter ging es mit Audi:

Hier spielte man dann auf Größe und Eindruck des Audi-Werbeschildes an. Und vergleicht das Werbeschild sogleich mit Cadillac. Da habe AUDI doch den Cadillac unter den Werbeschildern.

Das war am 27.02., aber nicht das Ende – einer fehlte noch!
Und Mercedes-Benz kam am 28.02. hinzu:

Bei Mercedes wollte Cadillac dann das eigene „Deutsch“ verbessern, aber auch dort – niemand mehr zu Hause. So sagt es der Tweet und erneut der Hinweis auf die #siag – den Automobil-Salon in Genf!

Alles in allem eine schöne Werbung und genau die richtige Methode, um auf Twitter für Diskussionen zu sorgen und das Interesse anzuregen.

Das Auto, um das es den Socialmedia-Cadillac ging, war im übrigen der neue Cadillac CTS-V, klick!

 

Cadillac V-Serie: Hochdruck aus Übersee

Mit zwei Hochleistungssportlern zeigt Cadillac auf dem Genfer Salon (5. bis 15. März) neues Selbstbewusstsein. Das als Limousine und Coupé angebotene Mittelklassemodell ATS-V ist gegen BMW M3/M4 und Co. positioniert, die eine Klasse größere Limousine CTS-V tritt als stärkstes Auto der Markengeschichte gegen M5 und Konsorten an.

Für den Antrieb sorgt im kleineren Cadillac ein turbogeladener V6-Benziner mit 3,6 Litern Hubraum und einer Leistung von 339 kW/460 PS. Die maximal verfügbaren rund 600 Nm Drehmoment werden per Achtgangautomatik an die Hinterräder übertragen und sollen den Viertürer in knapp über vier Sekunden von null auf Tempo 100 beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit soll nahe an 300 km/h liegen. Die Markteinführung soll im Spätsommer erfolgen, der Preis dürfte bei gut 60.000 bis knapp 70.000 Euro liegen.

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Im größeren CTS-V kommt ein 6,2 Liter großer V8-Benziner zum Einsatz. Der Kompressormotor leistet 650 PS und stellt ein Drehmoment von gut 850 Nm bereit. Die passende Übersetzung wählt ebenfalls eine Achtgangautomatik, die die Kraft an die Hinterräder überträgt. Als Spurtzeit gibt der Hersteller rund vier Sekunden an, als Höchstgeschwindigkeit 320 km/h. Beim Händler steht die Limousine der oberen Mittelklasse Anfang 2016, die Preisliste dürfte knapp oberhalb von 80.000 Euro starten.

Autor: Holger Holzer/SP-X

Genf 2015: Cadillac enthüllt seine Kraftpakete

Cadillac feiert auf dem Genfer Autosalon i(Publikumstage; 5.-15.3.2015) die Europa-Premiere zweier Modelle. Der ATS-V wird ab Spätsommer in Europa als Limousine und Coupé erhältlich sein und ist der erste Cadillac mit 3,6-Liter-V6-Twin-Turbo-Motor. Mit einer Leistung von 338 kW / 460 PS und einem Drehmoment von mehr als 600 Newtonmetern spurtet der ATS-V in gut vier Sekunden von 0 auf 100 km/h. Er erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von annähernd 300 km/h. Anfang 2016 kommt dann der noch schnellere CTS-V. Der neue V8-Motor mit 6,2-Liter-Hubraum und Kompressoraufladung entfaltet eine Leistung von 478 kW / 650 PS und ein Drehmoment von mehr als 850 Nm. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 320 km/h.

 

 

 

(ampnet/jri)

NAIAS 2015 – Cadillac ATS-V

Mit dem Sportmodell ATX-V attackiert Cadillac ganz unverholen den BMW M3 und den kommenden Mercedes C63 AMG. Der Cadillac stürmt mit einem Twin-Turbo V6 und 450 PS zum Angriff auf das Establishment. Die vierte Premium-Marke will man in Europa werden, da gehört ein derber Schlitten im Segment von C-Klasse und Dreier BMW einfach dazu.

Cadillac ATS-V – Attacke auf M3 und AMG

Der 3.6 Liter V6 ist aus dem CTS bekannt, im ATS-V bekommt er Titan-Pleuel, neue Turbolader und eine überarbeitete Einspritzung und Motorsteuerung. Gekoppelt wird der V6-Turbo mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe oder einer 8-Gang Automatikbox von GM. Variable Dämpfertechnik mit dem Cadillac Magnetic Ride System und feiste Brembo-Zangen sollen dafür sorgen, dass man als Fahrer die potente Fuhre im Griff behält.

Auch wenn der ATS-V in Detroit noch einen stärkeren und größeren Bruder hatte, für mich gehört der „kleine“ ATS-V mit V6-Turbo und Kracher-Optik zu den absoluten Highlights in Detroit 2015.

Erste Ausfahrt im neuen Cadillac CTS

Lissabon.  Die Augen geschlossen, den Namen „Cadillac“ gemurmelt und Elvis Presley vor einem pinkfarbenen 6.5 Meter langen Haufen aus wollüstig und ungehemmt verschwendetem Edelblech gesehen. Unter der Haube töfften 8 Pötte mit der Macht und Gelassenheit von unendlich scheinenden Hubraum-Reserven vor sich hin.  

Die Augen geöffnet und vor mir steht eine leicht überschaubare Limousine. Nicht pink. Nicht unfassbar lang. Und „getöfft“ hat da auch nichts. Denn unter der Haube werkelt ein Vierzylinder-Turbo – und mehr Auswahl haben die Amerikaner nicht mit nach Deutschland gebracht. Erst mal.

Ausgerechnet ein Cadillac mit einem Vierzylinder-Turbo soll die Kampfansage der Detroiter-Edelmobilschmiede an das Europäische Premium-Establishment sein? Mutig? Verzweifelt?

Erstkontakt mit dem Cadillac CTS

Mit dem Rückzug der Marke Chevrolet vom deutschen Markt hat General Motors die gesamte Taktik für den (noch immer wichtigen) Europa-Markt geändert.  Billig und einfach wohnt nun nicht mehr hier. So die frohe Botschaft. Bei GM kann man auch anders, das wissen wir. Chevrolet Camaro und Corvette sind die, so genannten, „Iconic Cars“ – und mit dem Luxus-Label Cadillac will man den sportlich erotischen Klang der beiden Ikonen nun mit einer feinen Prise Premium-Feingeschmack abrunden.

Fünf Jahre hat der GM-Europa Chef Thomas Sedran Zeit bekommen um das neue Image der US-Boys in Europa zu schärfen. Premium, Sportlichkeit und Service stehen als Keywords auf der Agenda. Als bewusste Alternative zu BMW und Mercedes will man sich verstehen. Für Kunden die keine Lust  darauf haben, den gleichen Wagen vor dem Haus parken zu haben, wie der Nachbar. Menschen mit einem ausgeprägten Wunsch nach Differenzierung, ohne deswegen gleich die Lust am Premium-Automobil abzuschreiben.

Der Cadillac CTS stellt sich dem Wettbewerb mit den etablierten Premium-Limousinen, allen voran wird der „Fünfer“ von BMW genannt. Und da darf man nicht vergessen – auch im BMW 528i werkelt ein 4-Zylinder-Turbo, denn auch bei den Premium-Modellen der Münchner ist Downsizing angesagt und vier aufgeblasene Zylinder verbrauchen auch dort weniger als deren sechs ohne Turbo. Ist der Cadillac also einfach nur auf der Höhe der Zeit?

Cadillac CTS Angriff auf die Premiumklasse

Erste Fahrt im Cadillac CTS

Auch wenn die Designsprache der modernen Cadillacs nichts mehr gemein hat mit der feudalen Pracht der klassischen Modelle, so macht der CTS dennoch Eindruck. Optisch präsent, streckt sich seine Karosse auf knapp unter 5 Meter Länge, wuchs dabei gegenüber dem Vorgänger sogar noch einmal um 13 Zentimeter. Zusammen mit dem zwei Zentimeter tiefer verlaufenden Dach führt das zu einer geduckt wirkenden Karosserielinie, mit starken Schultern und eine steile Front. Die scharfen Linien und Kanten sprechen die moderne Cadillac-Sprache. Das Tagfahrlicht wurde vertikal in die Frontscheinwerfer eingebracht und sorgt zusammen mit dem großen Kühlergrill für ein eigenständiges Design. Verwechslung ausgeschlossen. Kurze Überhänge vorne und ein großer Kofferraum hinten verraten das klassische Antriebslayout.

Cadillac CTS US-Limousine für Europa

Cadillac light

Stolz ist man in Detroit über die erfolgreiche Diät des Cadillac CTS. Knapp 130 Kilogramm wurden gegenüber dem Vorgänger eingespart. Mit einem Leergewicht von 1.640 Kilogramm ist der CTS immerhin 50 Kilogramm leichter als der oft erwähnte Hauptkonkurrent aus München. Den Vorteil des cleveren Leichtbaus des Amerikaners konnte ich auf den kurvigen Landstraßen rund um den westlichsten Zipfel Europas erfahren. Zwischen Lissabon und Cabo da Roca fand die erste Ausfahrt statt und der Cadillac wusste durch agiles Handling und große Traktionsreserven zu überzeugen. Wie bereits beim Cadillac ATS im letzten Jahr, mit dem sich der CTS die Plattform teilt, war auch beim CTS das agile Handling die größte Überraschung.

Der Vierzylinder-Turbo ist weder besonders agil, noch versprüht er den Charme eines besonders gut klingenden Aggregates. Der mit zwei Liter Hubraum antretende Benzindirekteinspritzer tönt rau und unmotiviert, sobald man seine Komfortzone verlässt. Dennoch drückt der 276 PS leistende Motor mit stolzen 400 Nm Kraft auf die Kurbelwelle, was die Hinterachse jedoch nicht in Verlegenheit bringt. Die steife Karosserie, mit einem aufwendige Fahrwerk aus Mehrlenker-McPherson Vorderachse und Fünflenker-Hinterachse,  sorgt für die richtige Mischung aus Bodenhaftung und Fahrspaß. Traktionsprobleme sind dem Cadillac mit Heckantrieb eher fremd. Gleichwohl bietet Cadillac den CTS von Anfang an auch in einer Allradversion an.  Man spürt dem gesamten Fahrwerk an, dass der Vierzylinder-Turbo nur die Einstiegsmotorisierung darstellt. In den USA wird der CTS unter anderem mit einem deutlich kräftigeren V6-Bi-Turbo angeboten. Dieser Motor und ein neuer Dieselmotor (sowie eine moderne 8-Gang-Automatik) werden – so viel ist sicher – eines Tages auch in Deutschland angeboten. Nur wann, wollten die Cadillac-Verantwortlichen beim Termin Lissabon noch nicht verraten.

Cadillac CTS Blick unter die Haube

Auch wenn das Fahrwerk des CTS extrem gut abgestimmt ist, die Magnetic-Ride-Dämpfer bei Tempo 50 km/h bereits jeden Zentimeter Fahrstrecke das Fahrwerk neu abstimmen und für die perfekte Straßenlage sorgen wollen – und auch wenn die Pirelli P Zero Sportreifen Traktion bis zum abwinken garantieren,  der Cadillac CTS ist eher dem „easy cruisen“ verpflichtet, als hart am Gas hängend die Reserven des Fahrwerks zu suchen. Die Sechsstufen-Automatik motiviert ihn auch nicht erwähnenswert zu einer sportlichen Gangart und passt sich lieber dem Charakter des kleinen Benziners an. Beide wollen dahin gleiten. Dabei wäre auch die Bremsanlage für die Europäischen Verhältnisse angepasst. Mit großen Brembo-Stoppern an der Vorderachse lässt sich der CTS jederzeit kräftig zusammenstauchen. Doch der putzige Vierzylinder will lieber sanft per Gaspedal gestreichelt werden. Lockeres mit schwimmen im Verkehr wird bevorzugt, aber bitte nicht im Stop & Go das Fehlen einer Start-Stopp-Automatik bemerken. Dafür tut der Cadillac CTS alles. Vor allem im digitalen Bereich.

Nur zwei von vier möglichen Layout-Versionen.
Im Bild: Nur zwei von vier möglichen Layout-Versionen.

12 Zoll Kino

Im Cockpit des CTS spielt ein 12.3 Zoll großes LCD-Display die Hauptrolle (Nur in der Premium-Ausstattung!). Mit nicht weniger als vier unterschiedlichen Layouts lassen sich die Darstellungen der wichtigsten Fahrzeug-Informationen anpassen. Vom Dynamik-Setup mit großen Drehzahlmesser bis hin zu einer Version mit einfacher Darstellung der Basis-Daten. Neben dem großen Mäusekino im Armaturenträger, gibt es noch ein zweites, 8 Zoll großes Display mit Touchscreen-Funktion und haptischem Feedback in der Mittelkonsole. Hierüber lassen sich Navigation, Multimedia und auch das Klima steuern. Das haptische Feedback hilft beim bedienen, spürt man doch über eine leichte Vibration ob die gewünschte Auswahl auch wirklich gewählt wurde. Weniger überzeugend wirkt allein die Grafik des Navigationssystems. Hier sind die Mitbewerber teilweise um Welten enteilt. Die Verbindung von Handy und Multimedia-Einheit per Bluetooth klappt indes schnell und simpel, auch ohne Handbuch. Wer die modernste Cockpit-Version mit dem großen 12.3 Zoll Display wählt, der muss zum CTS in der Premium-Version greifen. Dann gehören auch so feine Extras wie das aus 13 Lautsprecher bestehende BOSE-Soundystem, das mehrfarbige und konfigurierbare Head-Up Display, eine Drei-Zonen-Klimaautomatik und das Extra große Glas-Schiebedach zum Lieferumfang.

Die dutzendfach einstellbaren Ledersessel bieten das notwendige Maß an Seitenführung, sind ansonsten vor allem bequem. Platz ist für Fahrer und Beifahrer mehr als genug vorhanden und dank dem Plus an Länge sind auch die Passagiere in der zweiten Reihe gut untergebracht. Die Verarbeitung im Innenraum wirkt untypisch gut für einen Amerikaner. Man spürt den Wunsch nach der Premium-Einstufung.

Preise

Theoretisch fängt der Cadillac CTS bei einem Werbepreis von 49.900 € an. Da man einen Cadillac nicht in der Buchhalter-Ausstattung ordert, bleibt jedoch nur eine der beiden Top-Ausstattungen übrig. Der CTS Performance kommt auf 55.150 € und die gefahrene Luxury-Version verlangt nach 57.350 €. Wenn man nicht gerade in der Schweiz wohnt ist der Allradantrieb verzichtbar.  Zumal der CTS mit Allradantrieb bei Höchstgeschwindigkeit und Beschleunigung (Papierwerte!) das Nachsehen hat (230 zu 240 km/h und 6.9 zu 6.6 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h).

Der freundliche BMW-Händler ruft für einen ähnlich ausgestatteten BMW 528i übrigens locker 12.000 € mehr auf.

Cadillac CTS Testfahrt Portugal

Fazit

Ein gutes Fahrwerk und ein attraktiver Listenpreis sind nicht die wichtigsten Zutaten um im Premium-Segment erfolgreich zu sein. Der Cadillac CTS ist ganz sicher kein schlechtes Auto. Er hat sogar echte Talente. Aber die Selbstbeschränkung auf nur einen Motor und die Kombination mit dem wenig attraktiven Sechsgang-Automaten grenzen die aktuelle Zielgruppe für den edlen Ami auf eine kleine Randgruppe ein. In dieser müssen wiederum die Zahnärzte, Architekten und Querdenker gefunden werden, die sich mit der Wahl des eigenen Autos vom Rest der elitären Limousinen in der Nachbarschaft abgrenzen wollen.  Das noch sehr überschaubare Händlernetz tut sein übriges. Im letzten Jahr wurden keine 200 neuen Cadillac in Deutschland verkauft – und das obwohl es bislang drei Baureihen gab.

Es bleiben 5 Jahre Zeit um die Marke in Deutschland und Europa zu etablieren. Sollte die GM-Zentrale in 5 Jahren die Strategie erneut ändern und den Versuch, Cadillac als sechste Premium-Marke zu etablieren, beenden –  dann lag es nicht an den neuen Modellen ATS und CTS.

Bleibt noch zu erwähnen, auch Elvis Presley war natürlich nicht vor Ort.

[notification type=“notification_info“ ]Fakten zum Cadillac CTS[/notification]

Verkaufsstart:  Frühjahr 2014
Basispreis:  49.900 €
Motorleistung:  2.0L Turbobenziner R4, 276 PS
Antrieb und Getriebe:  6-Gang Automatik, Heckantrieb
Länge, Breite, Höhe, Radstand:  4.966 x 1.833 x 1.454 x 2.911
Normverbrauch:  8,5 l / 100 km
Höchstgeschwindigkeit:  240 km/h
Beschleunigung von 0 – 100 km/h  6.6 Sekunden

Genf 2014 Cadillac zeigt das ATS Coupé

Im Herbst kommt das Cadillac ATS Coupé in den Handel. Die Premiere des Zweitürers fand in Detroit auf der NAIAS 2014 statt.  Die Europapremiere des schnittig gezeichneten Cadillac ATS feiert der US-Premiumhersteller in Genf auf dem 84. Automobil-Salon.

Cadillac ATS Coupe 01 Genf 2014

Der Radstand des elegant gezeichneten Coupés stimmt mit dem der Limousine überein und beträgt noch immer 2.775 Millimeter. Die Spur wurde jedoch breiter und in der Serie trägt er bereits 18 Zoll große Leichtmetallräder. Der 2.0 Liter große Vierzylinder-Basismotor mit Turboaufladung wurde überarbeitet und leistet 276 PS und 14 % mehr Drehmoment.

 

 

 

Detroit 2014 – Cadillac ATS Coupe

General Motors zieht die eigene Marke Chevrolet vom deutschen Markt zurück. Das war die erste gute Meldung von GM. Die zweite kam gleich danach. Anstelle der „Billig-Strategie“ mit Badge-Engineering Produkten, will man sich auf die eigenen Qualitäten besinnen und die eigene Marke Cadillac weiter stärken.  Bereits der neue Cadillac ATS war eine interessante Erfahrung. Doch jetzt wird nach der Pflicht (die Limousine), die Kür in Angriff genommen.

Cadillac ATS Coupe

Und um die ganze neue Lust auf Premium und die Konzentration auf neue Werte zu demonstrieren, bekam nicht nur die ATS-Baureihe ein schickes Coupé nach der Designsprache des Hauses. Nein – auch das Cadillac-Logo wurde aufgefrischt und wirkt nun weniger dekadent. Es wurde in die Breite gezogen, drei Dimensional ausgeformt und wirkt nun frischer.

Das neue Cadillac Logo

 

Das neue Cadillac ATS Coupe basiert vollständig auf der Limousine. Der Radstand blieb gleich, die Abmessungen sind nur marginal verändert. Es bleibt bei guten 4 Meter 60 in der Länge.  Die Radhäuser wurden kräftiger ausgestellt, darin finden 18 Zoll-Felgen mit 225 er Reifen Platz. So richtig wuchtig wirkt diese Rad-Kombination allerdings nicht.

Sportlich und luxuriös will das ATS Coupe sein. Dabei helfen Leder, Aluminium und Carbonfasern, die im Innenraum verteilt wurden.

Ein Zweiliter-Vierzylinder mit 276 PS und ein 3.6 Liter V6 mit 325 PS stehen zur Auswahl und die Zeit gekommen ist, dann wird es sicher noch eine V-Version mit Achtender geben.

Kommt das ATS Coupé zu uns? Ganz bestimmt. Aber nicht vor Frühjahr 2015!

[notification type=“notification_info“ ]Wie sich der ATS fährt? Das kann man in meinem Fahrbericht zum Cadillac ATS nachlesen.[/notification]