Skoda

Der internetbasierte Fahrzeug-Konfigurator von Škoda

Alles neu macht der… Oktober, jedenfalls in Skodas Fall. Hier hat der tschechische Automobilhersteller mal nicht an einem seiner Modelle herumgeschraubt, sondern an einem Teil seiner Webpräzenz. Und zwar am Fahrzeug-Konfigurator, um genau zu sein. Heutzutage funktioniert nichts ohne das Internet und für einen Autohersteller ist es natürlich enorm wichtig, seinen potenziellen Kunden eine vernünftige Webseite zur Verfügung zu stellen. Im frischen Glanz erstrahlt das neu gestaltete Online-Werkzeug und bietet seinen Besuchern nicht nur ein frisches, attraktives Design sondern auch mehr Funktionalität.

Was für den Konfigurator für Skoda besonders wichtig war

Durch die besonders detailgetreue Darstellung der Fahrzeuge, sehen Kunden ganz genau bereits auf dem Bildschirm wie ihr Wunschmodell inklusive aller Serien- und Sonderausstattungen der Bestellung ausgeliefert wird. Man kann den Hintergrund anpassen und so sehen, wie sich das gute Stück draußen vor einem Gebäude machen würde. Das Ansprechverhalten der Webseite ist gut und man muss keine langen Ladezeiten abwarten. Viele Bilder helfen bei der Auswahl und die individuelle Konfiguration kann gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgerufen werden. Außenfarben, Felgendesigns und auch die unterschiedlichen Innenausstattungen werden in einer naturgetreuen, drehbaren Ansicht mit dem jeweiligen Modell dargestellt. So bekommen die Kunden einen sehr genauen Überblick über das von ihnen zusammengestellte Fahrzeug und brauchen keine bösen Überraschungen am Auslieferungstag zu befürchten.

Neu der Skoda Konfigurator

Hat der Kunde sein Wunschauto zusammengestellt, erhält er eine übersichtliche Zusammenfassung mit allen wesentlichen Angaben. Netter Zusatz: Wer will kann sein Traumauto im Anschluss direkt mit seinen Facebook-Freunden teilen oder dieses direkt per QR-Code auf sein Smartphone übertragen. Die Bedienung des Konfigurators ist einfach und intuitiv. Von dem könnte sich manch Hersteller eine kleine Scheibe abschneiden, oder einen Click.

 

Alle Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch der gezeigten Modelle erhalten Sie angezeigt, sobald sie eine Anzeige anklicken.
Wichtig: Jede Anzeige muss die Informationen zum gesetzlich vorgeschriebenen wltp verfahren beinhalten.
Die Offiziellen spezifischen co2-emissionen werden vom Fahrzeug-Hersteller ermittelt und müssen angegeben werden. 

Bevor ein Fahrzeug in den Konfigurator übernommen wird, muss es viele Tests absolvieren. Der vermutlich wichtigste Teil sind die Crash-Tests:

Seit 50 Jahren katapultiert Skoda Autos gegen die Wand. Aktuell zählt das Crashzentrum der VW-Tochter den am besten ausgestatteten Anlagen weltweit. Ein Ortstermin.

Aus heutiger Sicht wirkt der Premieren-Film geradezu rührend: Ein Skoda 100 L wird von einem dampfbetriebenen „Raketenwagen“ auf atemberaubende 48,3 km/h beschleunigt und gegen eine starre Barriere katapultiert. Das Ergebnis ist nach aktuellem Stand furchterregend. Zum Zeitpunkt des ersten Crashtests im früheren Ostblock vor einem halben Jahrhundert läutete er eine Zeitenwende ein. Und seitdem hat sich viel getan.

Aktuell gehört das 180 Meter lange Testzentrum von Skoda im Örtchen Úhelnice nahe des Stammsitzes in Mladá Boleslav zu den modernsten Anlagen dieser Art weltweit. Es war ein weiter Weg von der ersten, akribisch gefilmten Kaltverformung eines Skoda-Modells, bei der nicht nur die Windsschutzscheibe komplett davonflog, sondern auch dervorne eingebaute und vorsichtshalber mit Wasser gefüllte Tank platzte wie ein angepiekster Luftballon. Nichtsdestotrotz wurde damit das vor 50 Jahren gesetzte Ziel erreicht: Die Standards für eine Zulassung des 100 L in Frankreich erfüllte der geschrottete Wagen locker.

Dem erfolgreichen Start folgten viele weitere Crashs mit Skodas und den Produkten weiterer Ostblock-Marken wie Wartburg, Trabant oder Dacia. Die Messmethoden und -geräte wurden nach und nach verfeinert, die Anlagen modernisiert. Erst 2020 brachte Skoda das Zentrum auf den heutigen Stand. Seitdem sind dort Tests nach den aktuellen Vorgaben des European New Car Assessment Programme (Euro NCAP) sowie sämtlicher weiterer internationaler Crashtest-Referenztests möglich.

Rund 300 Crashs gehen in Úhelnice pro Jahr über die Bühne. Die Kandidaten werden dazu entweder von einem elektrischen Antriebssystem auf bis zu 120 km/h beschleunigt und gegen Widerstände aller Art gefahren. Oder zwei Autos bis zu einem Gewicht von 3,5 Tonnen knallen mit jeweils 65 km/h gegeneinander. Außerdem sind noch alle weiteren vorstellbaren Arten von Quer-oder Seitenaufschlägen gegen mobile und feste Barrieren möglich.

Interessanter Aspekt bei der Arbeit der Crash-Experten: Sie arbeiten schon etwa drei bis vier Jahre vor der Markteinführung an einem neuen Modell. Doch die Vorgaben etwa bei Euro NCAP werden alle zwei Jahre aktualisiert und verschärft. Sprich: Die Ingenieure müssen die gestiegenen Anforderungen vorausahnen und in ihren Lastenheften fixieren. Und dabei geht es nicht um Peanuts. So stieg die Anforderung an die Karosseriesteifigkeit durch geänderte Test-Parameter zuletzt um 70 Prozent. Ein Quantensprung und eine massive Herausforderung für die Konstrukteure. Beispiel Fabia: In der aktuellen, der vierten Generation liegt der Anteil der drei härtesten Stahlsorten bei 40 Prozent. Beim Vorgänger kamen gerade mal 15 Prozent Mehrphasen-, ultrahochfester und pressgehärteter Stahl zum Einsatz.

Sicherheit kostet. Dieser Leitsatz gilt auch im Skoda-Crashzentrum. Rund 100 Karossen eines neuen Modells werden gezielt verformt, ehe es die Produktionsfreigabe erhält. Bei jeweils etwa 15 Exemplaren handelt es sich um handgebaute Prototypen. Einzelpreis: rund eine Million Euro. Flankiert werden die realen Crashs von Computer-Simulationen, die immer und immer wieder Verbesserungen im Detail nachvollziehen. Rund 150.000 dieser virtuellen Crashs werden für jedes neue Modell absolviert. Dabei geht es etwa um die Funktion der diversen Sensoren zur Airbag-Auslösung, der Assistenzsysteme und um die Sicherheit von Rückhaltesystemen für Kinder, um die Optimierung der Außenhülle für Zusammenstöße mit Fußgängern und Rad-oder Motorradfahrern.

Unverzichtbare Mitarbeiter in Úhelnice sind die Crashtest-Dummies. VierKinder-und neun Erwachsen-Puppen sind im Einsatz. Sie sind so weit wie möglich dem menschlichen Skelett, den Muskeln und Sehnen nachgebildet und gespickt mit hochempfindlichen Sensoren. Nach acht bis zehn Crashs werden sie auf Kur geschickt, zur Neukalibrierung. Auch hier sind die Anforderungen in den letzten zwei Jahren massiv gestiegen: Statt 56 Messpunkten pro Puppe sind es jetzt 110. Was den Preis je Dummy schlagartig von 120.000 auf knapp 580.000 Euro steigerte.

Die korrekte Sitzposition der Puppen bei den Tests wird mit Hilfe von Fotogrammmetrie überprüft. Statische und Onboard-Hochgeschwindigkeitskameras mit HD-Auflösung dokumentieren jede auch noch so kurze Sequenz. Für die optimale Ausleuchtung der Szenerie gibt es ein LED-System mit einer Lichtstärke von 100.000 Lux. Und für die elektrische Mobilität steht in einer eigenen Halle ein Überflutungsbecken parat –falls ein E-Auto-Crash allzu hitzige Folgen haben sollte.

Fahrzeugsicherheit ist nicht nur überlebenswichtig für die Auto-Insassen. Gute Noten bei Crashtests sind auch ein entscheidendes Verkaufsargument. Und hier können Radek Urbis, Leiter Entwicklung Fahrzeugsicherheit bei Skoda, und seine Mitarbeiter nachweislich punkten: Seit 2008 erreichte jeder neue Skoda bei Euro NCAP die Bestnote von fünf Sternen, dreimal gab es sogar die Bewertung „Klassenbester“.

Rudolf Huber/SP-X

Zeitdokument: Der wasserdampfbetriebene Raketenwagen beschleunigt den 100 L auf 48,3 km/h

Premieren-Gespann: Diese Dampfrakete hinter einem 100 L läutete die Crashtest-Ära bei Skoda ein

Eine eigene Abteilung im Crashzentrum forscht an sicheren Rückhaltesystemen für Kinder

Besonders empfindlich: Diese Puppen simulieren Fußgänger, Rad-und Motorradfahrer

Warten auf den nächsten Einsatz: Fünf der insgesamt 13 Crashtest-Dummies von Skoda

Hochfester Stahl und eine Armada von Airbags sicher beim Zusammenstoß den Überlebensraum

Voll gegen die Barriere: Bei Skoda werden seit inzwischen 50 Jahren Autos gecrasht

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