Fahrbericht: Infiniti M35h GT Premium

Es gibt Dinge, die können nicht nicht zusammen funktionieren. Zum Beispiel Ikea-Möbel und Menschen ohne Grundkenntnisse im Handwerken. Oder Fische und Fahrräder. Oder eben Hybridtechnik im Automobil und sportlicher Fahrspaß.  Oder?

Im Fahrbericht:

Infiniti M35h GT Premium

Eine neue Luxusmarke. Ein neuer Hybrid. Und sportlich soll er auch noch sein? 

Die Marke Infiniti ist richtig frisch auf dem deutschen Markt und obwohl Sebastian Vettel bereits seit über einem Jahr als Markenbotschafter für die Edelmarke aus dem Hause Nissan auftritt, können in Deutschland nur wenige Autofahrer etwas mit dem neuen Markennamen anfangen.

Das mag auch mit am Design liegen, denn die Infiniti-Mode trifft den deutschen Zeitgeist nicht sofort. Vermutlich sind die leicht barocken Formen aber auch einfach nur 500 Jahre zu spät auf dem Markt, oder zu früh. Denn wie wir wissen, irgendwann wiederholt sich alles einmal. Und zugegeben:  Auch ich persönlich konnte dem – ich bezeichne es vorerst als mutiges Styling –  erst etwas abgewinnen, nachdem ich meine Gedanken und Vorurteile frei gemacht hatte von Vorurteilen und Erwartungen an eine neue Luxusmarke.

Die Idee eine Luxusmarke innerhalb eines Konzerns zu gründen und so für unterschiedliche Marken unter einem Dach zu sorgen, ist nicht neu, der Mitbewerber Toyota verfährt mit der eigenen Premium-Marke Lexus ähnlich. Doch auch hier musste man lernen, dass es nicht leicht ist, gegen die deutschen Platzhirsche zu punkten.

Im Falle des M35h versucht es Infiniti mit einem interessanten Konzept auf Basis einer klassischen Stufenheck-Limousine. Aber „business as usual“ findet hier nicht statt. Stattdessen ein sportlicher V6 Saugmotor mit vernünftigem Hubraum und ein eher simpel aufgebauter Hybridantrieb. Ob das reicht um gegen die bestehende Konkurrenz zu punkten?

Infiniti M35h Albumbild

Ein Hybrid ist doch nur etwas für Gutmenschen und Weltverbesser, aber für Speedheads und Komfortfetischisten?

[one_third last=“no“]

Technik kurz erklärt:

DCE: Dynamic Cornering Enhancement bezeichnet eine elektronische Regelfunktion des Infiniti M35h, mit dessen Hilfe das Fahrgefühl bei sportlichen Kurvenfahrten verbessert wird. Basierend auf den ABS-Raddrehzahlsensoren und den Regelfunktionen des ESP, sorgt ein kurzer definierter Bremseneingriff am Kurven inneren Rad, führt ein leichteres einlenken der wuchtigen Limousine und vermittelt so ein Gefühl von Handlichkeit und Leichtigkeit! 

V6: Hier wird noch selbst geatmet. In den harten Zeiten von Downsizing und Turboaufladung, ist ein frei saugender V6-Motor eine echte Sensation. Infiniti vertraut auf den 3.5 Liter großen V6 aus dem Hause Nissan, der so ähnlich auch im Sportwagen 350Z zum Einsatz kam. Ein klassischer Sportmotor mit Charisma und einer Garantie für guten Klang!

Heckantrieb: Den Motor vorne, den Antrieb hinten. Was gerne als klassisches Antriebslayout verstanden wird, stirbt leider immer mehr aus. Denn dieser Aufbau benötigt viel Platz und bei Limousinen mit wenig Gewicht auf der Hinterachse, ist im Winter mit Einschränkungen beim Thema Traktion zu rechnen. Puristen und Menschen mit Benzin im Blut bevorzugen jedoch die klare Trennung von Lenkung und Antrieb, zu Gunsten einer perfekten Fahrbalance.[/one_third]

Die M-Baureihe der Edelmarke Infiniti spielt mit ihren knapp fünf Meter Außenlänge im Feld der Fünfer-BMW und Mercedes E-Klassen mit. Dabei wirkt der M35h, den es auch als Diesel oder Benziner gibt, dank seiner rundlichen Formen ein wenig dezenter und kleiner, als die Mitbewerber aus Deutschland.

Zum ersten Mal erlebe ich bei einem Testwagen aus Japan, eine Sitzplatz-Einstellung mit der ich zu 100 % zufrieden sein kann. Zum ersten Mal lässt sich der Sitz weit genug nach unten bewegen (natürlich elektrisch) und zum ersten Mal scheint die Rückenlehne nicht viel zu kurz und endet nicht bereits unterhalb des Schulterblatts. Hier habe ich bislang immer wieder viele Modelle aus dem Land der aufgehenden Sonne kritisieren müssen. Der M von Infinity passt dagegen, wie angegossen. Auch dank eines Lenkrades, das sich (natürlich elektrisch) vielfach und umfangreich genug einstellen lässt. Fein – damit wäre die erste Hürde erfolgreich genommen.

Infinti M35h Lenkrad

Eine perfekte Sitzposition erleichtert die Orientierung im ungewohnten Cockpit.  Es sind doch eine Vielzahl an Schaltern und Knöpfe im Blickfeld des Fahrers. Und einer dieser Taster hat mich dann dennoch länger verwirrt als üblich – dieser hier in der Mitte:

Knopf Armaturenbrett

Zweifelsfrei, es scheinen Tannen zu sein 🙂  Da die Taste im direkten Umfeld der Klimabedienung zu finden ist, kann man damit entweder die Klima-Erwärmung per Knopfdruck beenden, oder aber – das suggeriert mir die Welle dahinter, für ein ordentliches rauschen im Blätterwald sorgen.

Am Ende musste ich die Bedienungsanleitung zur Hilfe nehmen, was im übrigen bei der großen Anzahl an Features und Funktionen im Infiniti als dringend angeraten gilt, auch wenn wir Männer ja üblicherweise ohne Handbuch auskommen (wollen!)

… weiter lesen … >>

Previous ArticleNext Article
Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

13 Comments

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen