Fahrbericht Jaguar XF 3.0D

Jaguar XF mit kleinem Diesel - Foto: Jan Gleitsmann
Jaguardas war in meiner Erinnerung immer ein Automobilhersteller der Klassiker gebaut hat. Aber eben darum, kein Hersteller von Fahrzeugen mit denen man im Alltag Spaß und Zuverlässigkeit erfahren kann. Gerne kommt bei dem Gedanken an Jaguar der klassische E-Type aus der Schublade.

Bei Jaguar denke ich aber auch an englische Aristokratie, an Fisch und Chips, an die Queen und natürlich an schlechtes Wetter.

Wer sich mit Autos beschäftigt, der denkt bei Jaguar aber mittlerweile auch an Baukastenmodelle die im Prinzip nichts weiteres waren, als hübsch geschminkte Ford Mondeo.

Doch wer denkt bei einem Jaguar an eine zuverlässige und sparsame Reiselimousine, zudem mit sportlichem Anspruch?

Ich darf vorstellen:

Der Jaguar XF 3.0V6 Diesel.

In der mir zur Verfügung gestandenen Variante „S“, in elegantem schwarzen Metallic-Lack und den optionalen 20 Zoll großen Alurädern, mit wenig bescheidenen 285er Reifen auf der Hinterachse, steht sie vor mir: Eine elegante, eine sportliche, eine eindrucksvolle Erscheinung. Trotz der imposanten Größe, stellt der XF eher einen GrandTourismo als nur eine Business-Klasse-Alternative dar.

Mit dem Keyless-Go Schlüssel System ausgestattet, empfängt mich die Katze mit Türen die nicht gesondert per Tastendruck geöffnet werden müssen. Ich nehme Platz in einem nach Leder duftendem Cockpit von beeindruckender Eleganz. Die Verarbeitung erscheint auf den ersten Blick angemessen. Das mit dunkelrotem Leder bezogene Armaturenbrett wurde mit einer Lederdoppelnaht versehen  und umschließt die Insassen ohne diese einzuengen.

Per Knopfdruck wird das moderne 3.0 V6 Aggregat gestartet. Im Kaltlauf lässt sich das Funktionsprinzip des Motors – er läuft mit Diesel – nicht leugnen. Sobald man jedoch schneller fährt als die gleichnamige Raubkatze aus dem Tierreich laufen kann, lässt sich im inneren des XF nicht mehr bestimmen ob der Motor fremdgezündet wird (Benziner), oder nicht.

Der Jaguar bietet für mich einen überzeugenden Kompromiss aus Sportlichkeit und Komfort. Jedoch nur so lange nicht die „Race-Flag-Taste“ im Bereich der Mittelkonsole gedrückt wird. Nach betätigter Raceflag wird aus der Schmusekatze ein garstiges Raubtier. Der Jaguar lässt sich, mit optionaler 20 Zoll Bereifung und in sportlicher Fahrwerksabstimmung justierter Dämpfung, überaus handlich –  und das nicht nur auf englischen Landstraßen – bewegen. Lange neutral und mit aussagekräftigem Feedback lässt sich die fünfsitzige Limousine mit der Kraft der 600 Nm über das Asphaltband treiben. Innerhalb von 6,4 sek ist das Landstraßentempo erreicht. Beeindruckender als die Beschleunigung auf Tempo 100 ist das überzeugende Zusammenspiel der konventionellen Wandlerautomatik mit diesem wundervollen Dieselmotor, den Jaguar im XF3.0S V6  verbaut. Die Höchsgeschwindigkeit wurde von Jaguar auf 250 km/ begrenzt.

Kritik?

Ja, ich habe auch Kritikpunkte am XF gefunden. Da wäre zum Beispiel der Bordcomputer der den älteren Systemen in diversen Audis extrem ähnlich sieht und ich rede hier von 10 Jahrer alter Optik! Die verwendete Grafik im Tacho ist ebenso wenig passend in der 60.000 € Fahrzeugklasse. Ebenso kritisch: Anders als die Stereoanlage kann das Navisystem in seiner Hauptaufgabe nicht überzeugen. Den Sinn der Lüftungsdüsen, die sich „verstecken“ sobald das Fahrzeug abgestellt wird, habe ich auch nicht gefunden.

Bleibt ein Fazit:

Dieser Jaguar ist geil, denn der Motor ist ein Wucht – die Verarbeitung erscheint dem Preis angemessen und wertig und das Fahrverhalten meistert den Spagat zwischen komfortablem GT und sportlicher Limousine excellent! Und schlechtes Wetter gab es auch nicht, der XF sorgte nicht nur für ein breites strahlen der Insassen, sondern auch für eitel Sonnenschein während der Testfahrt.

 

Hinweis: Dieser Fahrbericht ist aus 2010 und wurde von mir damals ursprünglich für http://die-testfahrer.de geschrieben. Das Fahrzeug war kein Jaguar-Pressefahrzeug.
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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

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