Fahrbericht Fiat Panda 4×4

Üblicherweise fangen Testberichte über den kleinen Italiener mit einem Wortspiel zum Thema Bär an. Ist der echte „große Panda“ doch ein putzigs Säugetier aus der Familie der Bären. Doch wirklich bärig ist am quadratischen Kleinwagen aus Italien gar nichts. Weder die Grundform, noch die Motorisierung. Völlig unbärig.

Einzig das Gesicht mit den etwas groß geratenen Scheinwerfern, dem breiten schwarzen Schlund und der eher quaderförmigen Ausprägung erinnert – sehr entfernt – an die putzigen Gesichtszüge des Panda-Bären. Und im Falle des Testwagens noch die Tatsache, dass er sich über alle Viere fortbewegt. Doch der Rest? Eher unbärig, oder?

Fiat Panda 4×4 – 1.3 JTD

Der Wald und Wiesen-Würfel

Fiat Panda 4x4 07 Fahrbericht Test Testbericht

Fiat bietet den Panda schon seit seiner ersten Modellversion auch als 4×4-Variante an. Allradantrieb in einem Kleinwagen? Wo diese Automobile doch eigentlich nur in der Großstadt den Sieg beim Parkplatzkampf einheimsen sollen? Wie sinnvoll ist das?

Wer schon einmal im Norden Italiens unterwegs war, der versteht sofort, wie sinnvoll ein Panda 4×4 sein kann. Die Menschen dort, sie lieben den kleinen knuffigen FIAT. Wer im Winter in Süd-Tirol oder südlicher –  auf den steinigen, abgelegenen Pfaden der Toskana voran kommen will, der ist dankbar über den Vorteil von vier angetriebenen Rädern. Der Panda wird zu einer urig-sinnvollen Mischung, sobald man ihn mit dem 4×4-Antrieb kombiniert. Vorab: Selten habe ich in einem so kleinen Auto, so viel Fahrspaß erlebt. (Hätte die Top-Testwagen 2013 Liste vier Fahrzeuge umfasst, der Panda 4×4 wäre auf Platz 4 gekommen!)

Sicher – bei Kurvenfahrten hat man Angst davor, der eigene Türgriff könnte am Bordstein hängen bleiben, derart gekonnt legt sich der hochbeinige Panda in die Kurven. Und zwei Insassen mit breiten Schultern, die setzt man besser hintereinander, denn nebeneinander. Aber wer hat denn gesagt, man könnte in jeder Disziplin gewinnen? Echte Experten – auch die mit Bären-Namen – gewinnen in den Disziplinen, für die sie konzipiert wurden.

Fiat Panda 4x4 19 Fahrbericht Test Testbericht

Made in Italy

Die erste Erwartung an einen italienischen Kleinwagen? Natürlich, eine Verarbeitung die an die Pasta von Mama Lucia erinnert. Weiche Nudeln stehen nicht für Stabilität. Und schmatzen gehört beim Genuss dazu. Doch der Panda wirkt bissfester als ungekochte Pasta und unanständige Geräusche beim Fahren sind nicht zu vernehmen. Der kleine Panda wirkt solide wie Jahrzehnte alte Panettone. Da beißt sich der Kritiker in mir die Zähne aus.

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Ausflug in den Wald

Das ändert sich auch nicht, wenn aus der Stadt hinaus in die Wälder der Region geht. Und plötzlich wird einem bewusst, wie genial der kleine Panda 4×4 wirklich ist. Wer mit einem Fullsize-Geländewagen in den Wald fährt, der darf schon bald die Wanderstiefel auspacken. Er kommt im dichten deutschen Laub- und Nadelwald nur bis zum nächsten Pendler-Parkplatz, die Forstwege sind einfach zu schmal für echte Offroader.

Das Lieblings-Automobil der deutschen Jäger ist dann auch der Suzuki Jimney, nicht weil der Motor so kraftvoll ist, oder der kleine Suzuki so viel Platz bieten würde. Nein, es liegt an der schmalen Bauweise. Und nach diesem Muster ist auch der Panda auf die Welt gekommen. Höher als breit. Dabei auch noch kürzer als der Jimney. Und im Innenraum dennoch extrem praktisch orientiert. Anders als der Japaner, bekommt man den kleinen Panda 4×4 allerdings auch mit einem von zwei modernen Triebwerken. Den gefahrenen, durchaus kraftvollen, Dieselmotor und 75 PS. Oder den ungewöhnlichen Zweizylinder-Turbo mit 85 PS. (Mehr zum Thema Jäger, Forst- und Jagdmobil demnächst im Blog!)

Fiat Panda 4x4 01 Fahrbericht Test Testbericht

Leicht gemacht

Der Allradantrieb des Panda 4×4 ist von der simplen Sorte. Per Lamellenkupplung schaltet sich die Hinterachse hinzu, sobald Schlupf an der Vorderachse auftritt. Alternativ lässt sich die Hinterachse per Druck auf den „LSD-Taster“ zur permanenten Zusammenarbeit aktivieren.

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allradantrieb 4x4 fiat panda technik

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[one_half last=last] [dropcap] Ü [/dropcap] ber den Aufbau und die Funktion des Panda 4×4-Allradantriebes habe ich in der Pressewelt viel Blödsinn gelesen: Elektronische Differentialsperren zum „zuschalten“. Permanenter Allrad mit zwei Differentialsperren. Und vieles mehr. Die Tatsache ist: Der Panda besitzt eine per Visco-Kupplung angeflanschte Hinterachse. (Funktion Visco-Kupplung YT) (Erklärung Visco-Kupplung Wikipedia) Per Tastendruck auf den „LSD-Taster“ wird diese Visco-Kupplung mechanisch geschlossen – der kleine Panda 4×4 hat dann – anstelle des variablen Allradantriebes, der jedoch erst einsetzt, sobald die Vorderachse Schlupf hat, einen permanenten Allradantrieb – bei dem die Kraft zu gleichen Teilen auf beide Achsen verteilt wird. Dieses System hatte man schon in den 90-Jahren bei den „Syncro-Modellen“ des VW-Konzerns. Simpel – aber effizient. Auf der anderen Seite sorgt eine starre Verbindung von Vorder- und Hinterachse für Verspannungen im Antriebsstrang, wenn der Untergrund ordentlich Grip aufweist. Auch das ESP-System kann bei starren Verbindungen nicht arbeiten, drum empfiehlt Fiat den Einsatz nur bis 50 km/h und nur auf weichem Untergrund. [/one_half]

Fiat Panda 4x4 24 Fahrbericht Test Testbericht

Das gesamte System ist keine große Technik-Kunst. Aber der Panda braucht kein aufwendigeres System, denn es ist noch eine ganz andere Tatsache, die ihn im Gelände zu einem Überzeugungstäter werden lässt; Sein Leergewicht. Mit 1190 kg gehört der Panda zum leichtesten 4×4-Werkzeug für Jäger, Förster, Weinbauern und Städtern mit Angst vor Schneematsch, dass man sich kaufen kann. Je weniger Gewicht, desto leichter haben es die vier Räder, die Kraft erfolgreich auf den Boden zu bekommen. Weinfass oder Schnapsglas, was lässt sich wohl leichter den Berg hinauf rollen? Richtig geraten: Der Panda 4×4.
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Leistung Beschleunigung Topspeed
75 PS 14.5 Sekunden 159 km/
Fiat Panda 4x4 23 Fahrbericht Test Testbericht
1.3 JTD: 75 PS Leistung und 190 Nm Drehmoment

1.3 Multijet Diesel

Weder Laufruhe, noch das Laufgeräusch – der kleine Vierzylinder-Diesel mit dem Hubraum der angesprochenen vier Schnapsgläser (1.248 ccm) ist ein rauer Geselle. Damit im Gelände genug Kraft für den Hindernislauf-Bergauf bleibt, der letzte Gang aber lang genug ist, um den kleinen Wald-Würfel mit genug Kraft, aber wenig Drehzahl auf Tempo zu bringen, sind fünf Gänge eigentlich zu wenig. Eigentlich. Drum hat FIAT die fünf Gänge mit zu großen Gangsprüngen abgestuft und die ersten vier kurz gestuft. Es ist damit einzig das Getriebe, das ein wenig Disharmonie in meine Lobeshymne auf den kleinen Allrad-Panda bringt. Denn der leicht rüpelige Dieselmotor passt ansonsten sehr gut zum rauen Charme des Panda 4×4. Nur das Fünfganggetriebe sollte einem Sechsgang-Getriebe mit feinerer Getriebeabstufung weichen.

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Verbrauchstest:

Alltagsfahrer Öko-Experte Vollgas-Freund
6.1 Liter / 100 km 4.2 Liter / 100 km 7.4 Leiter / 100 km
Fiat Panda 4x4 18 Fahrbericht Test Testbericht
225 Liter Kofferraumvolumen

Innenraum, Platz, Ausstattung, Alternativen

Den 4×4-Panda bietet FIAT nur mit zwei Motoren an. Und auch bei der Ausstattung werden keine Kompromisse gemacht. Wer den „Allrad-Bären“ wählt, der bekommt an Ausstattung geliefert, was möglich ist.  Als Optionen bleiben übrig, die Parksensoren hinten (300 € und nur für den “ 4×4 Rock), Seitenairbags vorne (250 €), sowie ein paar Komfort- und Optik-Features wie lackierte Spiegelkappen, getönte Seitenscheiben hinten, oder eine verschiebbare und geteilt umklappbare Rücksitzbank.

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Fazit:

Zum Ende des Testzeitraumes habe ich dann auch verstanden, weswegen der Panda so gerne als „Bär“ gesehen wird und weswegen der kleine FIAT – vor allem als 4×4 – diesen Namen völlig zu Recht trägt.  Der Panda 4×4 ist im Alltag zwischen Einkaufszentrum, Wald und Wiesen ein bärig guter Kumpel. Und bärig steht laut Duden für: „umgs.: großartig, hervorragend, riesig“ und das beschreibt den Panda 4×4 doch sehr trefflich. Nur eben als „kleinen Bären“ und die kleinsten Bären in der Tierwelt, richtig, das sind die „Pandas“ 😉

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Hinweis: Die Punktzahl in der Bewertung des Fiat Panda 4x4 kann leider nur unzureichend wiedergeben, was der kleine Panda kann. Emotionen und das Moment der Überraschung wird in der aktuellen Punkteskala nicht berücksichtigt. ( Eventuell erfolgt 2014 noch einmal eine Überarbeitung der Punkte-Matrix)
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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

2 Comments

  1. Wir haben auch einen Panda 4×4 in der Familie. Allerdings eine Modellreihe älter.
    Ich nehme den gerne um auf unserem Waldgrundstück mal nach dem rechten zu schauen oder Holz zu holen. Wobei hier die geringe Anhängelast das ein wenig mühsam macht. Aber es ist doch beachtlich, wie gut der Panda auf den schlechten Waldwegen und dem losen Waldboden klar kommt. Da staunen auch immer die Bauern mit ihren Traktoren wenn auf einmal ein kleiner Panda hinter denen fährt 😉

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