Gebrauchtwagen-Check: Toyota Auris (Typ E18)

Kompakt und solide: Der Toyota Auris II ist als Gebrauchter eine sichere Bank und weist auch weitere Vorzüge auf.

Mal was Neues wagen: Statt 2007 die neue Generation ihres Kompaktmodell wieder Corolla zu nennen, entschieden sich die europäischen Toyota-Marketingexperten für die Bezeichnung Auris. Zwei Generationen später kam die Kehrwende, seit 2019 hört der japanische Kompakte wieder auf den seit 1966 genutzten und traditionsreichen Namen Corolla. Gebrauchtwagenkäufer sollten sich am Namensringelreihen nicht stören. Auch der Auris ist ein typischer Toyota. Das beweist die zweite Generation (Typ E18, 2013 bis 2019) beim TÜV.

Das Kofferraumvolumen variiert beim Fünftürer je nach Sitzkonfiguration zwischen 360 und 1.200 Litern, beim Kombi sind es 530 bis1.658 Liter

Karosserie und Innenraum:

Die zweite Auris-Generation wurde als fünftüriges Schrägheck und Kombi angeboten, den noch in der ersten Generation erhältlichen Dreitürer gab es nicht mehr. Der Auris streckt sich auf eine Länge von 4,28 Metern, die Touring Sports genannte Kombiversion auf 4,56 Meter. Neues wagte man auch beim Design. Der Auris II hatte die leicht biederen Formen der Vorgänger abgelegt. Innen ging es ebenfalls schicker zu, je nach Ausstattung ist aber viel Hartplastik dabei. Leichte Punktabzüge gibt es für die altmodischen LCD-Displays in Zentralinstrument und Mittelkonsole. Insgesamt überzeugt der Innenraum mehr mit Funktionalität als mit Ambiente. Beim Platzangebot bewegt sich der Japaner auf Klassenniveau. Das Kofferraumvolumen variiert beim Fünftürer je nach Sitzkonfiguration zwischen 360 und 1.200 Litern, beim Kombi sind es 530 bis1.658 Liter. 2015 und 2017 erhielt der Auris kleinere optische Auffrischungen.

Motoren und Antrieb:

Toyota setzte bei seinem Motorenangebot vor allem auf Vernunftaggregate, darunter einen Vollhybriden. Der aus dem Prius stammende Antrieb kombiniert einen 1,8-Liter Benziner mit 73 kW/99 PS mit einem 60 kW/92 PS starken E-Motor. Die Systemleistung liegt bei 100 kW/136 PS, der Durchschnittsverbrauch bei 3,5 bis 4 Litern.

Außerdem waren der 73 kW/99 PS starke 1.33 Dual-VVT-i sowie der 1.6 Valvematic mit 97 kW/132 PS erhältlich. Die Vierzylinder verzichten auf Turbounterstützung und benötigen im Schnitt 5,6 bis 6 Liter. Der 1.6er flog 2015 zugunsten eines 1,2-Liter-Turbos aus dem Programm. Dieser leistet 85 kW/116 PS und verbraucht durchschnittlich 4,6 bis 5,1 Liter, verfügt aber mit 185 Nm mehr Durchzugskraft als die der 1.33 (128 Nm) und der 1.6 (160 Nm). Wahlweise zum manuellen Sechsganggetriebe standen für 1.2er und 1.6er ein stufenloses CVT-Getriebe (Multidrive S) für die Kraftübertragung zur Wahl.

Für Vielfahrer empfahlen sich beim Auris die Dieselaggregate. Bis 2017 war ein 1,4-Liter-Selbstzünder mit 66 kW/90 PS im Angebot, dagegen kam für den 91 kW/124 PS starken Zweiliter bereits 2015 das Aus. Zwischen 2015 und 2018 hielt ein 1,6-Liter mit 83 kW/112 PS das Selbstzünderprinzip hoch. Die Diesel überzeugen mit sparsamem Umgang von Treibstoff (4,0 bis 4,3 Liter). Sie wurden nur mit manuellen Sechsganggetrieben ausgeliefert.

Die zweite Auris-Generation wurde als fünftüriges Schrägheck und Kombi angeboten

Ausstattung und Sicherheit:

Wer eine Klimaanlage sucht, lässt besser die namenslose Basisversion links liegen. Für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis steht die Ausstattung Edition S+. Wer Komfort will, wird unter anderem in den Varianten Style Selection oder Executive fündig. Die Modelle nach dem Facelift verfügen über eine verbesserte Infotainment-Generation, zudem legte Toyota bei den Sicherheitssystemen nach. Ab der Basisversion ist der Auris unter anderem mit einem Knieairbag für den Fahrer ausgestattet, 2013 erzielte der kompakte Japaner beim Euro-NCAP-Crashtest fünf Sterne.

Qualität:

Beim Thema Langzeitqualität punktet der Auris II beim TÜV. Mehr als Dreiviertel (78,5 %) der älteren Jahrgänge meistert die TÜV-Hauptuntersuchungen (HU) ohne Mängel, im Schnitt aller untersuchten Fahrzeuge sind es 71,2 Prozent. Probleme beim Fahrwerk oder mit Auspuffanlage oder Ölverlust: Fehlanzeige. Bei den Bremsen stellen die Prüfer über alle Jahrgänge eine leicht erhöhte jedoch keine beunruhigende Mängelquote fest. Bei neueren Fahrzeugen wird es allerdings beim Lichttest oft ziemlich duster. Die TÜV-Prüfer bemängeln Front- und Heckleuchten sowie das Blinklicht.

Fazit:

Der Auris II ist ein ziemlich solider Geselle, auch ältere Exemplare schlagen sich beim TÜV gut. Ab rund 7.000 Euro starten die Angebote für klassische Benziner und Diesel. Wer allerdings einen Hybriden erwerben möchte, muss tiefer in die Tasche greifen. Mindestens 10.000 Euro werden hier verlangt.

Elfriede Munsch/SP-X

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