Gib Wasserstoff!

Test: Hyundai Nexo

Wenn wir früher mal ein Wasserstoffauto fahren durften, war das spannend, weil es sich immer um einen sündhaft teuren Prototypen handelte. Inzwischen kann man solche Fahrzeuge auch einfach kaufen. Zum Beispiel den Hyundai Nexo.

Das Thema Wasserstoffantrieb nimmt man bei Hyundai ziemlich ernst. Nachdem die Technik im iX35 ausführlich erprobt wurde und die ersten Nutzer auch außerhalb von Behörden und Testfahrern gefunden hat, folgt mit dem Nexo der nächste Schritt. Für 69.000 Euro liefern die Koreaner ein Crossover-Modell mit Komplettausstattung, dass den Traum vom emissionslosen Fahren schon recht realistisch erscheinen lässt. Das erfuhren wir auch während unseres Tests.

Gut sieht er aus, der Nexo. Elegant, nicht ganz so hoch wie beispielsweise ein exakt gleich langer und ziemlich gleich teurer Mercedes GLC, aber dafür deutlich futuristischer. Türgriffe sucht man vergeblich. Sie fahren erst aus, wenn man sich dem Fahrzeug mit dem Schlüssel in der Tasche nähert. Die kleine technische Spielerei verbessert die Aerodynamik ein bisschen und zeigt vor allem: Hier fährt die Zukunft. Ansonsten ist der Nexo etwas flacher als ein Standard-SUV, spannend gezeichnet und wirkt durch den leicht matten Lack nochmals außergewöhnlicher.

Der optische Eindruck von Innovation setzt sich im Inneren fort. Die praktisch freischwebende Mittelkonsole beherbergt die wesentlichen Bedienelemente, aber sehr reduziert und dezent ausgeführt. Einen Schalthebel sucht man vergebens. Ob man vorwärts oder rückwärts fährt, wählt man per Tastendruck. Das Cockpit wird von einem riesigen Display von der Mittelkonsole bis zum Fahrerplatz beherrscht. Natürlich ist alles an Bord, was man von einem modernen Auto an Konnektivität, Kommunikation und Assistenten erwartet. Und sogar ein bisschen mehr. So blendet sich im Zentraldisplay vor dem Fahrer das Bild einer Außenkamera ein, wenn man den Blinker betätigt.

Für 69.000 Euro liefern die Koreaner ein Crossover-Modell mit Komplettausstattung

An den Schaltpaddeln am Lenkrad lässt sich der Grad der Rekuperation einstellen. Rekuperiert wird in bewährter Hybridmanier, weil der Nexo zwar mit Strom aus Brennstoffzellen fährt, zum Puffern aber eine Hochleistungsbatterie mit immerhin 1,56 kWh-Kapazität hat und so Strom beim Bremsen oder Rollen gewinnen und zwischenlagern kann. Der lässt sich dann beispielsweise beim Beschleunigen nutzen und entlastet die 440 Brennstoffzellen, die sonst mit einem Wirkungsgrad von 60 Prozent Wasserstoff in Sauerstoff, Wasser und eben Strom wandeln.

Der nötige Wasserstoff wird in drei Drucktanks gelagert, die crashsicher vor und direkt hinter der Hinterachse in einem extra Rahmen im Fahrzeugboden untergebracht sind. Sie fassen zusammen 156 Liter oder 6,33 Kilogramm Wasserstoff, der unter 700 bar Druck in den Tanks gehalten wird. Die Tanks haben eine 4,5 Zentimeter dicke Hülle aus Glasfaserverbundstoff und allerlei Sicherheitsventile. Wasserstoff entsteht in Deutschland in der Regel als Abfallprodukt der chemischen Industrie, kann aber auch durch Einsatz von Strom und Wasser erzeugt werden. Letzteres ist allerdings weniger effizient, weil viel Energie eingesetzt werden muss. Solange die nötige Energie, also der Strom beispielsweise aus Windkraftanlagen oder Solarzellen stammt, spielt das allerdings kaum eine Rolle. Das Ergebnis ist die letztlich CO2-freie Fortbewegung.

Zwischen 461 und 1.466 Liter lassen sich im Kofferraum unterbringen

Dem Fahrer kann der ganze technische Ablauf ziemlich egal sein. Der Nexo fährt elektrisch, also wie ein E-Auto und damit völlig normal. Mit dem kleinen Unterschied, dass er sich um die lästigen Reisepausenplanungen in Sachen Reichweite und Ladezeiten nicht kümmern muss. Also fast nicht. Denn Wasserstofftankstellen gibt es nicht an jeder Ecke und so zeigt einem das Navi auch ganz von selbst, wo denn eigentlich die nächste Station ist und ob man zum Erreichen des geplanten Ziels noch einen Abstecher zur nächstes Lademöglichkeit machen sollte. In unserem Fall ist die nächste Zapfsäule knapp 25 Kilometer von zu Hause weg und sie funktioniert. – was man nicht immer von allen Säulen sagen kann. Die Wasserstofftechnik steckt eben noch in den Kinderschuhen und erfordert einen gewissen Pioniergeist. Das Tanken selbst geht einfach. Man steckt die Servicekarte des Wasserstoffkonsortiums H2M in den vorgesehenen Schlitz, gibt die passende Pin ein und schon kann man den Tankrüssel aus der Säule entnehmen, am eigenen Tank anbringen, verriegeln und sodann den grünen Knopf zum Starten des Vorgangs drücken. Das dauert rund 5 Minuten und schon sind die Tanks wieder gefüllt.

Mit Wasserstoff fährt man zwar vorbildlich sauber, aber nicht ganz billig. Das H2-Konsortium hat sich auf einen Kilopreis von 9,50 Euro verständigt. Damit liegen die Kosten für 100 Kilometer in etwa auf dem Niveau von herkömmlichen Benzinern. Den Verbrauch nach WLTP gibt Hyundai mit 0,95 Kilogramm an. Wir kamen bei winterlichen Bedingungen und relaxter Fahrweise auf 1,34 Kilogramm. Auch damit liegt die Reichweite über 450 Kilometer. Nach Norm sind es 666 km. Die 95 kW/163 PS des E-Motors beschleunigen den Nexo in knapp unter zehn Sekunden auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 179 km/h. Damit lässt sich im Autoalltag prima leben.

Das gilt auch für das Platzangebot sowohl für Passagiere wie Gepäck. Zwischen 461 und 1.466 Liter lassen sich im Kofferraum unterbringen. Ganz normale Werte für ein ganz normales Auto – auch wenn es ein ziemlich großes Stück Zukunft transportiert.

Günter Weigel/SP-X

Technische Daten

Fünfsitziges, fünftüriges SUV der Mittelklasse, Länge: 4,67 Meter, Breite: 1,86 Meter (Breite mit Außenspiegeln: 2,11 Meter), Höhe: 1,63 Meter, Radstand: 2,79 Meter, Kofferraumvolumen: 461 – 1.466 Liter

Antrieb:

Brennstoffzelle mit Elektromotor, 120 kW/163 PS, Frontantrieb, maximales Drehmoment: 395 Nm, Vmax: 177 km/h, 0-100 km/h: 9,2 s, Durchschnittsverbrauch nach WLTP: 0,95 kg/100 km, Reichweite: 666 km, CO2-Ausstoß: 0 g/km, Effizienzklasse: A+, Testverbrauch: 1,34 kg/100 km

Preis ab: 69.000 Euro

Testwagenpreis: 73.100 Euro

Kurzcharakteristik

Warum: weil er schon heute die Zukunft bietet

Warum nicht: weil die Tanksäulen der Zukunft noch rar sind

Was sonst: Toyota Mirai oder doch noch einen (modernen) Diesel

Hyundai I30N – Keine Alternative zum Golf GTI

Test Hyundai I30N mit 275 PS

Performance-Blue nennt sich der Lack. Es könnte auch „Klein-Buben-Blau“ sein, aber ein Performance-Irgendwas als Name in der Lackfarbe eingeflochten, lässt gleich zu Beginn keine Missverständnisse aufkommen. Mit dem I30N ist Hyundai im Kompaktwagen-Segment plötzlich ein GTI-Gegner. Oder eher ein RS, M, oder AMG-Spielkamerad?

Der Geschäftsführer von Hyundai in Deutschland ist ein Petrolhead un…

Hyundai Ioniq holt sich den Titel „Women’s World Car of the Year 2017“

Der Hyundai Ioniq wurde mit dem Preis „Women‘s World Car of the Year 2017“ ausgezeichnet und siegte zudem in der Kategorie „Grünes Auto des Jahres“.

Die Motorjournalistinnen, darunter Solveig Grewe, freie Journalistin für Auto, Reise und Lifestyle in Deutschland und Autorin für mein auto blog, wählten den Mazda CX-5 zum Familienauto des Jahres, den Ford Fiesta zum Budgetauto des Jahres und den Peugeot 3008 zum SUV/Crossover des Jahres. In der Kategorie „bestes Luxusauto“ setzte sich der BMW 5er durch. Der Honda Civic Type R punktete in der Kategorie „Performance Car“.

Der Holly Reich Dream Car Award, der einer der Gründungsjurorinnen der Auszeichnung „Women‘s World Car of the Year“ gewidmet ist, brachte McLaren mit dem 720S seinen zweiten Sieg in Folge ein. Der 570S bekam den Preis 2016.

Sandy Myhre, CEO des Women’s World Car of the Year, betonte bei der Verkündung der Ergebnisse:  „Das Auto, das den Supreme Award gewinnt, hat sich einem strengen Test von 25 Jurorinnen aus 20 verschiedenen Ländern unterzogen. Die Wahl ist ein demokratischer Prozess und die Modelle, die ihre Kategorien gewonnen haben, sind wirklich herausragend“. Für die Abstimmung wurden von der Jury zunächst 420 Autos nominiert, von denen 60 dann in die engere Auswahl kamen. Dies ist die achte Ausgabe des Women’s World Car of the Year Award – dem einzigen, in dem die Jury ausschließlich aus Frauen besteht.

Hyundai Tucson Advantage – Neuer Antrieb für ein Sondermodell

Hyundai bietet den Tucson ab sofort die 130 kW/177 PS starke Top-Motorisierung 1.6 T-GDI auch in Kombination mit Frontantrieb und Doppelkupplungsgetriebe DCT an. Die neue Variante gibt es zum Preis von rund 32.600 Euro ausschließlich für das Sondermodell Advantage. Basis für diese Variante ist das Ausstattungsniveau Trend. Sie beinhaltet unter anderem 17-Zoll-Leichtmetallräder, LED-Rückleuchten, Nebelscheinwerfer und eine Dachreling. Zudem gibt e…

Hyundai i30 Kombi – Fein gemacht

Mitte 2017 stellt Hyundai der im Januar 2017 gestarteten Neuauflage des kompakten i30 die neue Kombiversion zur Seite. Für rund 19.000 Euro bietet diese einen großzügig dimensionierten Kofferraum und eine bereits in der Basisversion umfangreiche Sicherheitsausstattung. Während der bisherige i30 Kombi eine dramatisch inszenierte Außenhaut mit vielen Sicken und Charakterlinien bot, setzt die Neuauflage auf ruhiges und elegantes Design. De…

Hyundai i20 Sondermodell – Go Mehr für weniger

Ab sofort gibt es den Kleinwagen i20 in Kombination mit dem 55 kW/75 PS starken 1,2-Liter-Basisbenziner als Sondermodell Go für 9.990 Euro. Der Preisvorteil gegenüber einem vergleichbar ausgestatteten Serienmodell soll bei rund 4.000 Euro liegen. Im Vergleich zur 12.200 Euro teuren Basisversion bietet der i20 Go einige zusätzliche Annehmlichkeiten. Die Ausstattung wurde unter anderem um Klimaanlage, Audiosystem, elektrisch bedien- un…

Hyundai i30 Kombi – Lust auf Laster

Hyundai wird die Neuauflage der kompakten i30-Baureihe in naher Zukunft um eine Kombiversion ergänzen. Auf dem Genfer Autosalon (9. bis 19. März 2017) feiert die Nutzwert-Variante ihre Weltpremiere. Optisch orientiert sich das i30-Derivat am gefälligen Design der Limousine. Diese kommt wohlproportioniert, unaufgeregt und dank Details wie den serienmäßigen Projektions-Scheinwerfern auch modern daher. Beim Kombi sorgt eine zum Heck hin abfalle…

Hyundai i30 – Angriff in der Golfregion

Manche Hersteller nervt es, bei jedem neuen Angebot in der Kompaktklasse ständig auf den VW Golf angesprochen zu werden. Immer nur rechtfertigen, gleich, ob man etwas ganz anders oder genau so macht wie der Klassenprimus aus Wolfsburg. Markus Schrick sieht das lockerer: “Wir wollen die Alternative zum Volkswagen sein - ganz klar”, sagt der Deutschland-Geschäftsführer von Hyundai. Die Chefs de…

Hyundai Tucson Sondermodell – Stärkster Ottomotor auf bescheidener Basis

Wer sich das Kompakt-SUV Hyundai Tucson in Kombination mit der 130 kW/177 PS starken Top-Motorisierung 1.6 T-GDI kaufen wollte, musste bislang mindestens 28.000 Euro investieren. Jetzt haben die Koreaner die Sondermodelle Go und Go+ aufgelegt, die bei weniger Ausstattung eine Ersparnis von über 2.000 Euro ermöglichen. Beide Varianten setzen auf der Basisversion Classic auf. Das Sondermodell Go bietet zusätzlich z…

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Hyundai i30 Intro Edition – Zum Markstart einmal mit allem

Hyundai legt zur Markteinführung der neuen Generation des Kompaktmodells i30 eine „Intro Edition“ auf. Zur umfangreichen Ausstattung des Fünftürers zählen unter anderem LED-Scheinwerfer, ein Navigationssystem mit Smartphone-Anbindung und ein Panorama-Glasschiebedach. Für zusätzliche Sicherheit sollen neben einem Notbremsassistenten mit Fußgängerwarnung elektronische Helfer zur Totwinkel- und Querverkehrsüberwachung sorgen. Als Antrieb stehen drei Motoren zur Wahl: ein 1,0-Liter-Turbobenziner mit 88 kW/120 PS fü…

Hyundai Ioniq Elektro – Auffällig, aber nicht schrill

Noch ist die Auswahl bezahlbarer rein batteriebetriebener Elektroautos jenseits von Tesla relativ klein. Da gibt es beispielsweise den Vorreiter Nissan Leaf, den günstigen Renault Zoe und natürlich auch den e-Golf oder den Up von VW. Und es gibt seit wenigen Tagen beim Hyundai-Händler ein Modell namens Ioniq zu bestaunen, denn der Kompakte ist das erste Fahrzeug, das von vornherein fü…

Hyundai i10 Facelift – Weiterhin unter 10.000 Euro

Auch nach der Überarbeitung liegt der Einstiegspreis des Hyundai i10 weiterhin bei 9.990 Euro. Angetrieben wird der ab sofort bestellbare Kleinstwagen dann vom 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 49 kW/67 PS. Serienmäßig sind in der Basisausstattung unter anderem sechs Airbags, Bordcomputer und getönte Scheiben. Klimaanlage, MP3-Radio mit USB-Anschluss und elektrische Fensterheber sind in der nächst höheren Ausstattungsstufe „Classic“ ab 11.480 Euro an Bord…

Hyundai Ioniq auf Rekordfahrt – Speed-Hybrid

Wer sagt eigentlich, Hybridautos seien eher von der bedächtigen Art? Hyundai hat jetzt mit seinem neuen Ioniq eine vom internationalen Automobildachverband FIA zertifizierte Bestmarke für Hybridautos mit Serientechnik auf den Bonneville-Salzseen im amerikanischen Utah aufgestellt. Offiziell 157,8 Meilen war das Spritsparmobil schnell, was umgerechnet rund 254 km/h entspricht. Hyundai selbst behauptet sogar, 160,7 Meilen (259 km/h) gemessen zu haben. Angabe…

Hyundai Santa-Fast – Das SUV für die Rennstrecke

Eigentlich ist der Hyundai Santa Fe eher ein gemütliches Reise-SUV als ein Express-Crossover. Dass aber irgendwo in seinen Genen auch ein Sportler stecken könnte, zeigen die Koreaner nun gemeinsam mit dem Tuner Bisimoto in Form des Showcars Santa-Fast SUV. Die Premiere findet auf der Tuning-Messe SEMA in Las Vegas (1. bis 4. November) statt. Dank Doppelturbo, härterer Kolben und neue…

Neuer Hyundai i30 – Durch und durch europäisch

„Da scheppert nix!“ Mit diesen Worten adelte einst Martin Winterkorn, der damalige VW-Konzernchef, auf der IAA 2011 den Hyundai i30, als er bei einem Rundgang über die Messe am Steuer des koreanischen Kompaktwagens die Lenkradverstellung prüfte und seinen Golf-Designer Klaus Bischoff missmutig anblaffte: „Warum kann’s der und wir nicht?“ Ob diese unfreiwillige Fremdwerbung den Absatz des i30 tatsächlich maßgeblich befeuerte…

Hyundai i10 Facelift – Mehr Chrom, Infotainment und Sicherheit

Für das Modelljahr 2017 hat Hyundai die seit 2013 angebotene zweite i10-Generation leicht überarbeitet. Der geliftete Mini wird sich erstmalig Anfang Oktober auf dem Pariser Autosalon der Öffentlichkeit zeigen. Optisch hat Hyundai den i10 lediglich in einigen Details leicht modifiziert. In der Front fallen die neu gesetzten Tagfahrleuchten auf. Bisher befanden sich winkelige LED-Diodenstreifen in den unteren äußeren Ecken de…

Hyundai Grand Santa Fe – Separation

Er ist das Flaggschiff der SUV-Palette der Koreaner: Der Hyundai Grand Santa Fe. Damit er sich mehr von seinem kleineren Bruder, dem Santa Fe ohne den Zusatz „Grand“ abhebt, spendierte ihm Hyundai nun eine Modelpflege. Angefasst wurde aber nicht nur das Design, sondern auch die Komfort-Features sowie eine Steigerung der Effizienz. Los geht es bei knapp 48.000 Euro. Read more

Lebenslänglich – Updates für Hyundai-Navigationssysteme

„Bitte JETZT links abbiegen“, schallt es aus dem Navigationsgerät. Ungünstig nur, dass die Straße, die links weiterführt, eine Einbahnstraße ist, in die man nicht hineinfahren darf. Das weiß „Uschi“ – so nenne ich mein Navigationssystem – nur leider nicht. Grund dafür ist das veraltete Kartenmaterial. Man könnte es erneuern, aber dafür ist man irgendwie zu geizig. Damit Hyundai-Fahrer nicht vor abgerissenen Straßen stehen, gibt es nun das Hyundai Lifetime MapCare, das den neuesten Stand sichert. Read more

Markenausblick Hyundai – Arbeiten am grünen Image

Recht beeindruckend, was Hyundai in den vergangenen 25 Jahren, seit dem die koreanische Marke bei uns Autos verkauft, auf die Räder gestellt hat. Alles begann 1991 mit dem Kleinwagen Pony, dessen Design übrigens wie der Golf I aus der Feder von Giorgetto Giugiaro stammte. Anfangs milde belächelt und nicht ernst genommen, konnte Hyundai im ersten vollen Verkaufsjahr 1992 hierzulande immerhin 21.258 Käufer gewinnen.

Heute ist Hyundai ein Global Player mit einer fast vollständigen Modellpalette, fünf Jahren Garantie und einem anerkannt guten Design, das seit 2013 zum Kaufgrund Nummer eins geworden ist. Hauptverantwortlich dafür zeichnet Ex-Audi-Volkswagen-Mann Peter Schreyer, was sich natürlich auch auf die Verkäufe auswirkt. 2015 setzen die Koreaner bei uns über ihre 480 Händler mehr als 100.000 Neuwagen ab. Der Marktanteil liegt bei 3,4 Prozent. Nach Skoda und Renault ist Hyundai damit Importmarke Nummer drei (und nicht mehr Toyota), belegt als Arbeitgeber unter den Autoimporteuren sogar die Pole Position.

Diese auch beim Umwelt-Image zu belegen, dürfte allerdings schwierig werden. Öko, grün, Hybrid und Hyundai fallen bei Umfragen nicht in einem Satz. Toyota bleibt hier unerreicht. Doch die Koreaner bemühen sich nach Kräften, wollen mittelfristig zweitgrößter Anbieter von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben werden. So hört man es zumindest aus der Konzernzentrale in Seoul.

Aufgebaut werden soll das neue Image zunächst mit dem Mittelklassemodell Ioniq, das es von Anfang an nicht mehr allein mit konventionellem Verbrennungsmotor geben wird. Dieses Jahr startet der Ioniq als Elektroauto, macht damit dem Nissan Leaf und dem BMW i3 Konkurrenz. Kurz darauf folgt der Ioniq mit einem Hybrid-Antrieb nach Toyota-Prius-Vorlage. 2017 soll dann sogar eine Plug-in-Version hinzukommen, 2019 gar ein neues Brennstoffzellenauto mit eigener Karosserie, das den jetzigen ix35 Fuel Cell ablöst. „Der Ioniq repräsentiert die Zukunft der Marke“, sagt Hyundai Deutschland Geschäftsführer Markus Schrick. Da die alternative Antriebstechnik einem modularen Baukasten folgt, kann man sich leicht ausmalen, dass allein aus Kostengründen mehr auf dem Plan steht. Schrick: „E- und Hybridantriebe bleiben nicht dem Ioniq vorbehalten, sondern werden auf andere Modelle ausgeweitet.“

Zum Beispiel auf den Tuscon (Verkaufsanteil derzeit 21 Prozent) und vielleicht sogar auf das darunterliegende Kompakt-SUV, das bei Hyundai für nächstes Jahr auf dem Programmpunkt steht. Denn im Segment des Opel Mokka zeigen die Absatzprognosen weiterhin steil nach oben. Fest steht, das kleine SUV wird nicht ix25 heißen, sondern einen richtigen Namen bekommen. Gut möglich, dass Hyundai sich hierzu wieder einen Ort aus dem amerikanischen Westen herauspickt. Gut möglich auch, dass dem SUV-Ausbau der Nachfolger des Kombis i40 zum Opfer fällt. Im Programm bliebe dann nur die Limousine, die 2017 nochmals ein Facelift erhält, 2019 abgelöst wird und dann unter dem Namen Sonata vermarktet werden dürfte, wie heute schon in den USA.

Noch in diesem Jahr erhalten der i10, der Grand Santa Fe und die Sportlimousine Genesis ihre Modellpflege. Letztere ist dann auch mit einem Diesel zu bekommen. Mit der neu gegründeten Premiummarke Genesis – das neue Topmodell G90 hatte sein Debüt im Januar in Detroit – hält sich Hyundai im Vergleich zu den USA in Europa allerdings noch zurück. Während man in Amerika sechs Modelle anbieten will, werden Kunden in der Alten Welt vorerst selbst Importeur spielen müssen, um in den Genuss der koreanischen S-Klasse G90 zu kommen. Erst 2018, wenn die kürzlich in New York präsentierte Studie G70 als Serienversion zu den US-Händlern rollt, will man entscheiden, wie es in Europa um die Positionierung seiner Premium-Tochter steht. Lexus und Infiniti sind hier das beste Beispiel, wie heikel die Sache ist. Beide Marken fahren aus ihren Nischen seit Jahren nicht heraus.

Im Herbst in Paris wird Hyundai den nächsten i30 vorstellen, der Anfang 2017 in den Markt geht. Die Einstiegsmotorisierung bildet dann ebenfalls der neu entwickelte 1.0-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner, wie er kürzlich im i20 vorgestellt wurde und dort einen prima Eindruck hinterließ. Er löst den 1,2-Liter-Vierzylinder ab, hat 28 Prozent mehr Drehmoment und verbraucht 22 Prozent weniger. Entwickelt wurde der Motor bei Hyundai Europe in Rüsselsheim.

Ende 2017 folgt dann der i30 Kombi. Einen Dreitürer soll es angeblich nicht mehr geben, stattdessen aber eine sportlich anmutende Fließheckvariante. Apropos Sport: Seitdem Albert Biermann von der BMW M GmbH zu Hyundai gewechselt ist, geht es auch in Korea in Sachen Performance voran. 2018 sollen in Europa unter der Sub-Marke N die ersten Power-Hyundai an den Start gehen. Das N krönt jeweils das stärkste Modell der jeweiligen Baureihe. Könnte gut möglich sein, dass bald darauf auch ein eigener N-Sportwagen die Branche staunen lässt. Denn etwa zeitgleich steht der Ruhestand für Designchef Peter Schreyer an. Sein Wunsch, so hat er mal verlauten lassen, ist es, sich mit dem Entwurf eines rassigen Sportwagens aus dem Berufsleben zu verabschieden. (Michael Specht/SP-X)

Hyundai baut Genesis-Familie aus – Mit Volldampf gegen BMW und Mercedes

Hyundai will die Edel-Submarke Genesis ausbauen. Das geht aus Plänen hervor, die die Internetseite TheKoreanCarBlog geleakt hat. Zum bereits bekannten Oberklasse-Modell G90 sollen sich demnach bis 2020 fünf weitere Premium-Fahrzeuge hinzugesellen. Neben zwei Limousinen unterhalb des G90 sind noch zwei SUV-Modelle sowie ein Sportcoupé geplant.

Japanische Hersteller wie Toyota und Nissan haben es vorgemacht und mit Lexus und Infiniti jeweils komplett neue Edelmarken etabliert, um sich ein Stück vom lukrativen Premiummarkt zu sichern. Dass Hyundai ähnliche Pläne verfolgt, ist nicht ganz neu. Sowohl das mittlerweile eingestellte Genesis Coupé als auch der BMW-7er-Gegner G90 wurden als Vorboten einer größeren Genesis-Familie angekündigt.

Der auf TheKoreanCarBlog geleakte Plan für die Modelloffensive zeigt sehr konkret, um welche weiteren Mitglieder die Genesis-Familie wachsen wird. Bis 2017 sollen demnach zunächst zwei weitere Limousinen folgen, die dann G80 und G70 heißen werden. Während der bekannte G90 in der Oberklasse angesiedelt ist, dürfte der G80 als 5er-Gegner in der oberen Mittelklasse antreten, der G70 wird hingegen als Mittelklasse-Limousine als 3er-Pendant fungieren. Einen klaren Hinweis auf das Design der kommenden Genesis-Limousinen gab im März 2016 die in New York gezeigte Studie Genesis Concept.

Mit dem G90 ist bereits ein Modell der Hyundai-Submarke Genesis in Deutschland unterwegs
Mit dem G90 ist bereits ein Modell der Hyundai-Submarke Genesis in Deutschland unterwegs

Neben den beiden Limousinen will der koreanische Autobauer noch zwei SUV-Modelle im Premium-Segment positionieren. Auch hier lassen sich wieder entsprechende Vorbilder bei deutschen Herstellern finden. So dürften die beiden Genesis-SUVs sehr wahrscheinlich gegen BMW X5 und X3 antreten. Modellnamen für diese SUVs wurden noch keine verraten. Möglicherweise wird das für 2018 geplante große SUV XG80 heißen, das für spätestens 2020 geplante kleinere Modell könnte XG70 heißen.

Als Sahnehäubchen will Hyundai außerdem noch bis 2020 ein Coupé im gehobenen Luxussegment positionieren. Vermutlich wird sich dieser sportliche Zweitürer irgendwo zwischen Z4 und 6er ansiedeln.

Wer die Koreaner kennt, wird wenig Zweifel haben, dass diese Pläne auch ziemlich genau in dieser Form und im geplanten Zeitkorridor umgesetzt werden. Vermutlich werden die Genesis-Modelle in einigen Details nicht ganz das Qualitäts-Niveau deutscher Mitbewerber erreichen, sich dafür aber preislich als attraktive Alternative zu Modellen von Mercedes, BMW und Audi empfehlen. Bleibt die spannende Frage, in welchem Umfang Hyundai die Genesis-Modelle in Europa anbieten wird und wie erfolgreich die Koreaner damit sein werden. Für die Vorbilder Lexus und Infiniti war die Bilanz bislang ernüchternd. Auch der seit 2015 in Deutschland verfügbare G90 ist bisher eine Ausnahmeerscheinung.
(Mario Hommen/SP-X)

Erste Fahrt: Hyundai i20 1.0 T-GDI

Hyundai bietet jetzt einen Dreizylinder-Turbo im Kleinwagen i20 an. Erste Ausfahrt!

Seit Herbst 2014 ist die aktuelle Generation des Hyundai i20 auf dem Markt. Mit seinem unaufgeregten und durchaus elegantem Design oder marktschreierische Effekte zieht der Kleinwagen durchaus Blicke auf sich. Keine spontan nach oben gereckten Daumen, dafür wandern die Finger lieber in die Hosentasche in Richtung Geldbörse – wo man doch eigentlich gerade auf dem Weg war, den fünften VW Polo in Folge zu kaufen.

Bei der Probefahrt konnte es dann doch noch passieren, dass der i20 stolpert und ausrutscht – aus dem Kaufraster heraus. Denn auch wenn ein Auto dieser Größe vornehmlich als Supermarkt-, S-Bahn oder Büroshuttle benutzt wird, darf gerne auch ein wenig Fahrfreude mit dazu geliefert werden.  Die Saugbenziner waren und sind also Hyundais Achillesferse auf dem Weg von der reinen Preis-Wert-Alternative hin zum Auto mit Anspruch.

Jetzt weht ein frischer Wind durch den i20 – und zwar durch einen Turbolader geblasen. Nach dem ersten Auftritt im größeren Konzernbruder Kia cee´d schraubt nun Konzernmutter Hyundai den in Korea produzierten 1,0 Liter – Dreizylinder in ihren i20. Dieses Modell wurde übrigens in Deutschland entwickelt, das Montagewerk steht in der Türkei.

Gekonntes Design bis ins i20-Heck (Foto: Bernd Conrad)
Gekonntes Design bis ins i20-Heck (Foto: Bernd Conrad)

Mit dem neuen Aggregat löst Hyundai im i20 den 1,4 Liter großen Vierzylinder-Benziner ab, der wie der neue 1,0 T-GDI 74 kW/100 PS leistet. Zusätzlich gibt es den neuen Motor auch in einer stärkeren Version mit 88 kW/120 PS, der zusätzlich ein Sechsganggetriebes statt des Fünfgang-Handschalters besitzt und 600 Euro Aufpreis kostet.

Gar 700 Euro beträgt der Preisschritt vom 1,4 Liter-Sauger zum neuen 100 PS-Turbomotor, aktuell werden beide Antriebe parallel angeboten. Nach einer ersten Ausfahrt steht aber fest – wer nicht zwingend die Getriebeautomatik haben möchte, die es nur mit dem Vierzylinder gibt, der investiert en Aufpreis in mehr Drehmoment (172 Nm zu 134 Nm, die zudem viel früher und über ein breites Drehzahlband anliegen) und zwar nicht übertriebene, aber vorhandene Längsdynamik.

Der Neue unter der Hyundai-Haube (Foto: Bernd Conrad)
Der Neue unter der Hyundai-Haube (Foto: Bernd Conrad)

Der Motor mit den drei Brennräumen macht bei Vollast durchaus auf seine Bauart aufmerksam. Man kann das Dreizylinderrasseln herausfordernd finden, manche Menschen stört der Klang jedoch. Interessant dabei: Die im Vergleich gefahrene 120 PS-Variante des 1.0 T-GDI hat ein kernigeres und lauteres Motorgeräusch, trotz der sechs Getriebestufen.

Im Fahrbetrieb erweisen sich beide Varianten als problemlose Begleiter mit ordentlichem Durchzug. Wer im hohen Gang nach der Ortsausfahrt auf Landstraßentempo beschleunigen will, ohne dabei schwarze Striche auf dem Asphalt zu malen, sollte die gebotene Leistung als ausreichend empfinden. Auch auf der Autoahn schwimmt der i20 1.0 T-GDI sehr gut mit, erst ab Tempo 160 lässt der Vortrieb nach, 188 Sachen schafft die 100 PS-Version auf dem Papier, der 20 Prozent stärkere Bruder legt waghalsige zwei Stundenkilometer Endgeschwindigkeit oben drauf.

Da sich die bessere Beschleunigung des stärken Einliters mit einer halben Sekunde auf 100 km/h auch im Rahmen hält, können die 600 Euro Aufpreis durchaus z.B. in einen Satz Winterräder investiert werden.

Äußerlich unterscheidet sich der Turbo-i20 durch einen geänderten Kühlergrill mit horizontalen Lamellen dezent von seinen Brüdern mit kleineren Benzinern oder den Dieselmodellen (die aber natürlich auch zwangsbeatmet werden).

Die neue Active-Version macht auf Abenteurer (Foto: Bernd Conrad).
Die neue Active-Version macht auf Abenteurer (Foto: Bernd Conrad).

Für mehr optische Abwechslung sorgt die neue Active-Version des i20. Ganz trendbewusst macht der Kleinwagen mit einer um 20 Millimeter erhöhten Bodenfreiheit, rustikalen Kunststoffplanken und einer Dachreling auf City-SUV, ohne freilich Allradantrieb zu bieten. Die Abenteueroptik erkauft man sich nicht nur mit einem satten Aufpreis von bis zu 2.350 Euro, sondern auch mit einer spürbar härteren Fahrwerksabstimmung.

Die neuen Varianten und Motoren zeigen, dass Hyundai auch in der Kleinwagenklasse die Rolle des günstigen Newcomers Schritt für Schritt verlässt. Das wird von den Kunden honoriert, die Marke ist aktuell der größte asiatische Importeur in Deutschland.

So empfiehlt sich der i20 auch als ernstzunehmende Alternative zum Klassenprimus VW Polo. Sparpotenzial bietet Hyundais Kleiner aber dennoch, indem er den Verzicht auf 20 Extra-PS und die Active-Maskerade leicht macht.

Der i20 trifft seinen Opa und fragt "wie Getz?" (Foto: Bernd Conrad)
Der i20 trifft seinen Opa und fragt „wie Getz?“ (Foto: Bernd Conrad)

Der Fahrzeugschein für den Hyundai i20 1.0 T-GDI

 

Verkaufsstart:

 

Ab sofort im Handel
 

Basispreis:

 

15.650,00 Euro in der Version Classic

Testwagen: Modell Style ab 18.800,00 €

 

Motorleistung:

74 kW / 100PS, 172 Nm bei 1.500 – 4.000 U/min
 

Antrieb und Getriebe:

Frontantrieb, Fünfgang-Schaltgetriebe
 

Beschleunigung:

10,7 Sekunden 0-100 km/h
 

Höchstgeschwindigkeit:

188 km/h
 

Verbrauch kombiniert:

4,3 – 4,5 Liter Super / 100 km
 

Länge, Breite, Höhe, Radstand:

 

4.035mm, 1.734 mm, 1.474 mm, 2.570 mm

 

Das i20-Cockpit ist kein Weichmacher-Eldorado, aber gut verarbeitet (Foto: Bernd Conrad).
Das i20-Cockpit ist kein Weichmacher-Eldorado, aber gut verarbeitet (Foto: Bernd Conrad).

Hyundai i20 Active – Ein bisschen SUV darf sein

Als dritte Modellvariante seines Kleinwagens i20 bringt Hyundai nach dem Fünf- und Dreitürer den SUV-ähnlichen i20 Active. Der kleine Crossover ist seit Mitte April erhältlich und will durch seine markante Optik und seine leicht erhöhte Sitzposition überzeugen. In Verbindung mit dem neuen, 74 kW/100 PS starken Dreizylinder-Turbo kostet das SUVchen ab 17.100 Euro.

Einen Hauch von Abenteuer verströmt der i20 Active: Dachreling, optischer Unterfahrschutz, Kunststoffplanken am Kotflügel und an den Seiten und eine leicht modifizierte Front- und Heckgestaltung im Vergleich zum Fünftürer lassen den Neuen etwas robuster wirken. Doch wie bei den meisten auf SUV getrimmten Kleinwagen ist auch der Hyundai nur schöner Schein. Einen Allradantrieb gibt es nicht, Ausfahrten auf unbefestigten Wegen sind nicht zu empfehlen. Immerhin wurde hier die Bodenfreiheit von 17 auf 19 Zentimeter erhöht. Die beiden zusätzlichen Zentimeter sorgen für eine erhöhte Fahrersitzposition, mit ein Grund, warum diese Pseudo-SUV auch in Bonsai-Form so beliebt sind.

100 oder 120 PS: Der Active mutiert nicht zum Sportwagen
100 oder 120 PS: Der Active mutiert nicht zum Sportwagen

Für den Vortrieb offeriert Hyundai für den Active nur drei Motoren: den neuen 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbo in zwei Leistungsstufen sowie den bekannten 66 kW/90 starken Diesel. Der im Hyundai eigenen R & D-Zentrum in Rüsselsheim entwickelte Dreizylinder leistet 74 kW/100 PS oder 88 kW/120 PS. In der stärkeren Version ist es an ein Sechsgang-Getriebe gekoppelt, die 100 PS-Variante begnügt sich mit fünf Vorwärtsgängen. Das Triebwerk ersetzt den bisherigen 100 PS-Sauger und kommt in allen i20-Modellen zum Einsatz. Bislang ist es aber nur mit Handschaltern verfügbar. Eine Sechsgang-Automatik soll mit dem Facelift des i20 erhältlich sein. Außerdem wird es in den neuen Kompaktwagen i30, der 2017 debütiert, Einzug halten.

Für den Vortrieb offeriert Hyundai für den Active nur drei Motoren
Für den Vortrieb offeriert Hyundai für den Active nur drei Motoren

Der kleine Turbo mobilisiert deutlich mehr Drehmoment als der abgelöste 1,4-Liter-Sauger. Statt 134 Nm sorgen nun bei beiden Aggregatsstufen 172 Nm für vergleichsweise gute Durchzugskraft. Gleichzeitig gehen die Verbrauchswerte um zirka 20 Prozent runter.

100 oder 120 PS: Der Active mutiert nicht zum Sportwagen. Wie auch der von der Kundschaft favorisierte Fünftürer – rund 85 Prozent der Bestellungen fallen auf ihn – ist er kleinwagentypisch kommod abgestimmt. Wer es etwas flotter mag, ist aber mit dem stärkeren Aggregat besser bedient. Der Standardspurt gelingt etwas schneller (10,4 statt 10.9 Sekunden) und auf der Autobahn sind 183 statt 176 km/h möglich. Dafür muss man einen etwas höheren Verbrauch in Kauf nehmen. Hyundai gibt 5,1 Liter im Mittel an, das sind 0,3 Liter mehr als bei den vergleichbar ausgestatteten 100 PS-Versionen. Bei ersten, flott gefahrenen Testrunden zeigte der Bordcomputer 6,3 Liter an. Ein Wert, der für 120 PS in Ordnung geht. Dazu gab sich der Motor laufruhig und ausgesprochen leise. Das typische Dreizylinder-Surren ließ sich kaum vernehmen.

Das Kofferraumvolumen variiert zwischen 326 und 1.042 Litern
Das Kofferraumvolumen variiert zwischen 326 und 1.042 Litern

Hinsichtlich seiner Innenraumökonomie kann der Active ebenfalls punkten. Wie der Fünftürer zeigt sich der Crossover von seiner üppigen Seite. Das Platzangebot ist nicht nur auf den vorderen Sitzen großzügig, auch im Fond geht es luftig zu – zumindest dann, wenn auf der Rückbank nur zwei Personen Platz nehmen. Das Kofferraumvolumen variiert zwischen 326 und 1.042 Litern. Beim Umlegen der Rückbanklehne entsteht ein ziemlich ebener Ladeboden.

Das Platzangebot ist nicht nur auf den vorderen Sitzen großzügig, auch im Fond geht es luftig zu
Das Platzangebot ist nicht nur auf den vorderen Sitzen großzügig, auch im Fond geht es luftig zu

Schon in der Basisversion „Classic“ gibt sich der Active nicht knauserig. Im Grundpreis für 17.100 Euro sind unter anderem Klimaanlage, RDS-Radio, elektrische Fensterheber vorn, Bordcomputer und Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung enthalten. Da aber beim i20 und damit auch beim Active der Käufertrend zu den höheren Ausstattungslinien geht, dürften sich die meisten Kunden für die Niveaus Trend und Syle entscheiden. Sitz- und Lenkradheizung, Audioanlage mit Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Geschwindigkeitsregelanlage, Spurhaltewarner, LED-Tagfahrlicht und 16-Zoll-Leichtmetallfelgen sind bei Trend Standard. Die höchste Ausstattungsstufe ist nur mit dem 120 PS-Benziner (ab 21.750 Euro) oder dem Diesel (ab 22.400 Euro) kombinierbar. Sie wartet unter anderem mit elektrisch anklappbaren Außenspiegeln, Licht- und Regensensor, vorderen Einparkhilfen und Klimaautomatik auf. Für den „großen“ Aufritt sorgen 17-Zöller, LED-Rückleuchten, ein mit Chrom umrandeter Kühlergrill und ab der B-Säule dunkel getönte Scheiben. Die Fünf-Jahres-Garantie ist ab Werk immer dabei. (Elfriede Munsch/SP-X)

Carsharing mit Brennstoffzellenautos – Mit Wasserstoff durch München

Ein Carsharing-System mit Wasserstoffautos bietet der Technologiekonzern Linde ab dem Sommer in München an. Unter dem Namen „Bee Zero“ sollen in der Innenstadt fünfzig Brennstoffzellen-SUV vom Typ Hyundai ix35 Fuel Cell zur Verfügung stehen. Die Buchung erfolgt wie bei anderen Systemen online oder per Handy-App. Tarife nennt das Unternehmen noch nicht.

Die Brennstoffzellenautos werden von einem 100 kW/136 PS starken E-Motor angetrieben, die Reichweite gibt Linde mit 400 Kilometern an. Das Auffüllen des Wasserstofftanks übernimmt der Carsharing-Anbieter. Linde unterhält in München eine von deutschlandweit rund 34 Wasserstofftankstellen, in München und im Umland der Landeshauptstadt gibt es sieben Anlagen. Nicht alle sind öffentlich zugänglich.

News: Genesis New York Concept – Neue Mittelklasse-Konkurrenz für Mercedes und BMW

Hyundai-Nobeltochter Genesis nimmt die Mittelklasse ins Visier. Auf der Auto Show in New York (25. März bis 3. April) zeigen die Koreaner die Studie einer sportlichen Limousine im Format von Audi A4, BMW 3er und Mercedes C-Klasse. Auffällige Gestaltungsmerkmale des Konzeptfahrzeugs sind der große Kühlergrill und weit in die Kotflügel gezogene Scheinwerfer. Auf den Markt kommen könnte die Serienversion bereits 2017 unter dem Namen G70. Auch eine Coupé-Variante dürfte angeboten werden.

Hyundai hatte den Premium-Ableger Genesis Ende 2015 offiziell als eigene Marke etabliert. Die wichtigsten Märkte sind Korea, China, Nordamerika und der Nahe Osten. Aber auch in Europa will Genesis mittelfristig präsent sein. Erstes Modell der Marke ist die Oberklasselimousine G90; fünf weitere Modelle sollen bis 2020 folgen. Darunter das Businessmodell G80, der kleinere G70 sowie zwei SUV.

News: Hyundai Tucson 1.7 CRDi – Die neue Mitte

Das koreanische Erfolgsmodell, der Hyundai Tucson, geht mit einem gestärkter Diesel in sein zweites Modelljahr. So wird die bereits breit aufgestellte Antriebspalette um eine mittlere Motorisierung ergänzt. Allerdings kann man das Kompakt-SUV mit diesem Motor nur mit Frontantrieb bekommen, womit klar wäre, dass ein gröberer Geländeeinsatz ausgeschlossen ist. Im Frühjahr, genauer gesagt im März, ist es dann soweit und die ersten Hyundai Tucson 1.7 CRDi rollen zu den Händlern.

Aktuell gibt es schon einen 1.7 Liter Diesel im Angebot für den Hyundai Tucson. Dieser fungiert als Einstiegsmodell und leistet 116 PS. Nun soll der 1.7 CRDi mit 104 kW bzw. 141 PS die Modellpalette erweitern. Das Aggregat ist in allen Ausstattungsvarianten erhältlich und kostet in der Basisausstattung „Classic“ mindestents 27.450 Euro. So leistet das Diesel-Aggregat, das bereits aus dem Hyundai i40 blue bekannte ist, kräftige 340 Nm Drehmoment, die bei 1.750 – 2.500 Umdrehungen bereitstehen. Die Kraftübertragung übernimmt ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe – serienmäßig. Die Fahrleistungen, die mit den 141 PS zu bewerkstelligen sind, lassen nicht gerade darauf schließen, dass man Bäume mit dem Koreaner ausreißen kann. Für ein guten Mitschwimmen im Alltag reichen diese allerdings aus. So beschleunigt das immerhin 1.623 kg schwere Kompakt-SUV in 11,5 Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine Spitze von 185 Stundenkilometern. Ein vergleichbar motorisierter VW Tiguan ist etwas spritziger.

Was bekommt man also für sein Geld? Zum einen wäre da ein praxisgerechter Kofferraum mit 513 Litern Basisvolumen, das auf maximal 1.503 Liter ausgeweitet werden kann. Ansonsten zeigt sich der Hyundai auf der Höhe der Zeit. In der Ausstattungslinie „Style“ bekommt man attraktive 19-Zoll-Räder, womit der Style-Anspruch bedient wäre. Die Sicherheit deckt das Kompakt-SUV mit einer Vielzahl von Assistenzsytemen ab. Dazu zählt ein radargestützter Auffahrwarner, der nicht nur vorausfahrende Fahrzeuge, sondern auch Fußgänger erkennt, eine Blind Spot Detection in den Außenspiegeln, die Speed Limit Information Function im zentralen Touchscreen oder der Spurhalteassistent.

Wen die neue Motor-Variante nicht anspricht, der kann den Hyundai Tucson auch weiterhin mit einem 2.0 Liter Diesel in zwei Leistungsstufen bestellen: 136 oder 185 PS sind hier die Ausbeute. Wenn aber Benzin und kein Diesel durch die Adern fließen soll, dann hat man die Wahl zwischen einem 1.6 Liter Vierzylinder-Sauger mit 132 PS oder einem 1.6 Liter Turbo mit 177 PS. Fraglich ist nur, warum der kleinere 2.0 Diesel noch im Programm ist, wenn der doch ähnliche Fahrleistungen und eine nahezu identische Leistung bietet wie das neue 1.7 Liter-Aggregat.

Livestream: Hyundai Pressekonferenz Automobilsalon Genf 2016



Hyundai-Livestream: Es ist vor allem die Weltpremiere des neuen Hyundai IONIQ

Vom PHEV zum Elektrofahrzeug. Die Koreaner stellen mit dem IONIQ eine ganze Bandbreite an alternativen Antrieben in nur einem Fahrzeug vor. Die Weltpremiere in Genf ist als spannender Auftakt in eine Welt neuer Techniken zu verstehen. Vom Hybrid, zum Plug-In Hybrid bis hin zum Elektrofahrzeug. Drei Techniken, eine Hülle: Der neue Hyundai IONIQ.

Der Livestream startet um 10:45 Uhr

Hyundai Ioniq – Zunächst mit E- oder Hybridantrieb

Als reines E-Auto sowie mit Hybridantrieb kommt im Herbst 2016 der Hyundai Ioniq nach Deutschland. Die kompakte Limousine soll gleichzeitig den Branchenprimus Toyota Prius und E-Mobile wie Nissan Leaf oder Chevrolet Volt ins Visier nehmen. Als dritte Antriebsvariante ist ein Plug-in-Hybridantrieb angekündigt, der zu einem späteren Zeitpunkt auf den Markt kommen soll.

Den Ioniq gibt es mit drei Antriebsoptionen
Den Ioniq gibt es mit drei Antriebsoptionen

Leistungsdaten nennen die Koreaner jedoch nur für das konventionelle Hybridauto. Dort arbeiten ein 77 kW/105 PS starker 1,6-Liter-Benziner und ein Elektromotor mit 32 kW/43,5 PS zusammen. Gemeinsam stellen sie eine Systemleistung von 104 kW/141 PS zur Verfügung – 5 PS mehr als die ähnliche Triebwerkskombination im Prius. Den Verbrauch gibt der Hersteller vorläufig mit 3,4 Litern an. Auch das entspricht in etwa dem Niveau des Hauptkonkurrenten.

Angaben zum reinen E-Antrieb gibt es noch nicht, ebenso wenig welche für die Plug-in-Hybridvariante, die beide Technologien kombiniert. Ihr Akku kann nicht nur von Verbrennungsmotor und Bremskraftrückgewinnung, sondern auch an der Steckdose aufgeladen werden. Noch schuldig bleibt Hyundai zudem den Preis seiner neuen Öko-Modelle. Zur Orientierung: ein Prius kostet rund 28.000 Euro.