Jaguar Land Rover – Mit Schirm, Charme und viel PS

Wenn die Queen ruft, dann leistet man augenblicklich folge. In diesem Fall rief „her Majesty herself“ nicht persönlich, sondern Jaguar Land Rover aber das Ergebnis ist das selbe: man folgt und zwar pronto. Leider ging es nicht in die schillernde Metropole an der Themse, sondern „nur“ nach Mendig in Rheinland-Pfalz, aber die royale Begrüßung war nicht minder beeindruckend. In eine…

Saudische Rennfahrerin feiert im Jaguar F-Type den World Driving Day

Ein historischer Tag für alle Frauen in Saudi-Arabien. Sie müssen nicht mehr auf dem Beifahrersitz Platz nehmen, sondern dürfen endlich selber ans Steuer. Was in anderen Ländern eine Selbstverständlichkeit ist, war in dem arabischen Königreich aus religiösen Gründen streng verboten und wurde mit Gefängnisstrafe geahndet. Jetzt hat der König das Verbot nach jahrzehntelangen Protesten von Frauenrechtsaktivistinnen aufgehoben. In diesen Tagen werden in Saudi-Arabien die ersten Fahrausweise für Frauen ausgestellt. Seit dem 24.06. dürfen sie offiziell auf den Straßen des Landes unterwegs sein.

Zur Feier des Tages, der von Jaguar zum „World Driving Day“ ausgerufen wurde, drehte die saudische Rennfahrerin Aseel Al Hamad eine Runde mit einem Jaguar F-Type. „Das war eine Premiere, noch nie bin ich in meiner Heimat selbst gefahren“ strahlt Aseel, die Autos seit ihrer Kindheit liebt. Deshalb unterstützt sie mit vollem Herzen den Appell von Jaguar an Autofans aller Geschlechter, zum ersten World Driving Day über #worlddrivingday ihre schönsten Erlebnisse am Steuer eines Autos mit anderen zu teilen.

Die Sprecherin von Jaguar Land Rover, Fiona Pargeter, betonte zu dem Ereignis, wie leicht man vergesse, was es für ein Privileg und was für eine Freude sei, sich hinter das Lenkrad eines Autos setzen zu dürfen. „Mit dem World Driving Day will Jaguar dieses für Männer und Frauen geltende Privileg nun jedes Jahr feiern“. Es sei ihr eine besondere Freude, dass Jaguar Land Rover nun auch die Universität von Saudi-Arabien als offiziellen Partner in sein Netzwerk zum Austausch über Mobilitätslösungen der Zukunft aufnehmen könne.

Bildnachweis: obs/Jaguar Land Rover Deutschland GmbH

Einzigartiger-Test des neuen Jaguar I-Pace

Okay. Gleich einmal zu Beginn des Artikels müssen wir zurückrudern. Ein richtiger Test war das nicht. Der Jaguar I-Pace wurde vor dem Start des Automobil-Salons in Genf zwar einigen Journalisten vorgestellt, und irgendwie saßen wir auch alle darin, wer aber unser Video gesehen hat, der versteht, ein Test war es dennoch nicht:

Jaguar I-Pace - Die Elektro-Insel-Lösung?

Rein optisc…

Jaguar XE 25d – Darf es etwas weniger sein?

Jaguar macht seit einiger Zeit vieles richtig – eine subjektive Meinung, zugegeben. Doch die Modelle sehen ausnahmslos gut aus, legen eine Performance an den Tag, die sich nicht zu verstecken braucht und sind dabei in preislich attraktiven Regionen angesiedelt. Natürlich ist ein Jaguar kein Schnäppchen, doch im Bereich der Premium-Konkurrenz anzutreffen. Da macht der Jaguar XE keine Ausnahme. Die Mittelklasselimousin…

Jaguar F-Pace 25d AWD – Das Empire sized down

Während dem Volkswagen-Konzern sein Diesel-Problem ein ums andere Mal um die Ohren fliegt und Volvo ankündigt, in Zukunft komplett auf Selbstzünder zu verzichten, gehen die Briten einen anderen Weg. Im Jaguar F-Pace 25d zeigt die britische Nobelmarke einen 2.0 Liter Diesel mit 240 PS, der die Lücke zwischen dem 180 PS Diesel und dem 3.0 V6-Diesel mit 300 PS schließe…

Elektroauto Jaguar I-Pace – Rotes Revival

Auch eine Sportwagenmarke wie Jaguar sieht ihre Zukunft in einer Elektrifizierung des Antriebs. Die E-Ambitionen der Briten hat die im November 2016 auf der Los Angeles Autoshow gezeigte Studie I-Pace untermauert. Auf dem Genfer Autosalon (9. bis 19. März) wird das bereits seriennahe Konzeptauto in neuer Lackierung als Europapremiere gezeigt. Photon-Rot heißt die frische Außenfarbe, in der auch die erste…

Elektroauto Jaguar I-Pace – Rotes Revival

Auch eine Sportwagenmarke wie Jaguar sieht ihre Zukunft in einer Elektrifizierung des Antriebs. Die E-Ambitionen der Briten hat die im November 2016 auf der Los Angeles Autoshow gezeigte Studie I-Pace untermauert. Auf dem Genfer Autosalon (9. bis 19. März) wird das bereits seriennahe Konzeptauto in neuer Lackierung als Europapremiere gezeigt. Photon-Rot heißt die frische Außenfarbe, in der auch die erste…

Jaguar XE, XF und F-Pace – Kleine Hightech-Kur

Jaguar erweitert zum Frühjahr 2017 für seine Baureihen XE, XF und F-Pace das Motorenangebot. Außerdem gibt es für alle drei Modelle der Briten neue Ausstattungsoptionen. Die neuen Motorvarianten sind bereits bestellbar, die Auslieferung erfolgt im Mai. Neu sind gleich mehrere Vierzylinder-Motoren der noch jungen Ingenium-Familie. Zum Technikarsenal der Aggregate gehören Twinscrollturbolader, im Zylinderkopf integrierte Abgaskrümmer, vollvariable Ventilsteuerung sowie Direkteinspritzung mi…

Jaguar Land Rover – Special Vehicle Operations – Hauptsache besonders

Ein bisschen mehr Wumms unter der Haube, ausgefallene Lackfarben oder gleich die eigenen Initialen auf der Kopfstütze? Die Wünsche der Kunden werden immer individueller und die Hersteller versuchen, soviel wie möglich davon wahr werden zu lassen. Wer also mit den Standard-Modellen von Mercedes nicht vollends zufrieden ist, kann sich bei AMG mehr Leistung abholen oder den Wagen von der Designo-Abteilun…

Jaguar E-Type wird zum Eagle Spyder GT – Radikal verteuert

Ein Jaguar E-Type ist auch heute noch ein Augenschmaus. Fahrtechnisch bietet die 60er-Jahre-Ikone aus heutiger Sicht allerdings viel Optimierungspotenzial. Das hat auch der englische Restaurator Eagle entdeckt, der alte E-Types restauriert oder auch radikal umbaut und dabei auf einen modernen Stand der Technik bringt. Das jüngste Modernisierungs-Projekt aus dem Hause Eagle heißt Spyder GT. Als Basis für den Spyder G…

Jaguar F-Type – Sondermodell mit 400 PS

Jaguar legt zum Modelljahreswechsel beim Sportwagen F-Type ein Sondermodell auf. Die „400 Sport“-Edition von Coupé und Cabrio wird von einem um 20 PS auf 294 kW/400 PS verstärkten 3,0-Liter-V6-Kompressormotor angetrieben, der wahlweise mit Hinterrad- oder Allradantrieb kombiniert werden kann. Die Kraftübertragung leistet in beiden Fällen eine Achtgangautomatik. Dazu gibt es als optische Erkennungszeichen gelbe Bremssättel, Sportsitze in Lederausführung und divers…

Jaguar F-Pace 30d AWD – Bestanden im ersten Versuch

Sogenannte Gewissheiten waren ja bei Lichte betrachtet noch nie viel wert. Aber was in diesem Jahr so alles zu Grabe getragen werden musste: “Der Brexit kommt nicht”, “Trump wird niemals Präsident” oder “Deutschland wird Europameister”. Und das Jahr ist noch nicht zu Ende. Auch im automobilen Bereich hatten Fans diverser Marken einiges wegzustecken, Vierzylinder-Benzinmotoren bei Porsche etwa, vor allem abe…

Jaguar Land Rover startet Elektrifizierung – Sauber durch Strom

Das Elektro-SUV I-Pace ist nur der Anfang. Bis 2020 soll in der Hälfte der Baureihen von Jaguar Land Rover ein batteriebetriebener Motor zumindest einen Teil der Antriebsarbeit übernehmen. Das soll den Briten auch beim Erreichen ihrer CO2-Ziele helfen. Premiere feiert der jüngst auf der Auto Show in Los Angeles als Studie vorgestellte Jaguar I-Pace bereits 2017. Auf den Markt komme…

Jaguar Elektro-Strategie – Katze unter Hochspannung

Lange haben sich die Briten bei ihren Plänen für Elektroautos zurückgehalten. Kurz nach dem Eintritt in die Rennserie der Stromer startet Jaguar nun auch eine Offensive bei den Elektroautos für den Normalkunden - und einen Frontalangriff auf die Konkurrenz. Bisher ohne elektrisches Antriebsprogramm nehmen die Briten bereits im kommenden Jahr diese Klasse in Angriff: Kurz vor Beginn der L.A. Moto…

Markenausblick Jaguar Land Rover – Geländeparcours mit Hindernissen

Erfolg kann manchmal auch zum Fluch werden. Jaguar Land Rover (JLR), seit mehr als sechs Jahren im Besitz des indischen Tata-Konzerns, geht es so blendend wie nie zuvor. Die Briten feiern ein Rekordjahr nach dem nächsten. Seit 2009 hat sich der Absatz mehr als verdoppelt. Die Marke hat kein „faules Ei“ im Nest. Sämtliche Modelle, ob Limousinen, SUVs oder Sportwagen…

Test: Jaguar XF 35t AWD

Der Landlord hat es eilig

Jaguar XF 35t - Britische Alternative?

Test des Jaguar XF mit Kompressor V6-Triebwerk

Schreibt man über einen Testwagen aus England, dann müssen schnell die konstruierten Argumente und Brücken zu den deutschen Mitbewerbern herhalten. Dabei hat ein Jaguar eine gänzlich andere Zielgruppe. Einen Jaguar fährt man, weil man mit seiner Fahrzeugwahl auffallen will. Mangelnde Zuverlässigkeit, historisch belegt, oder ein…

Jaguar-Allradstrategie – Alles für die Familie

Prima, dass es dann doch noch regnet: Strahlender Sonnenschein und staubtrockene Straßen sind nämlich nicht das, was man braucht, um die neuesten Jaguar-Erzeugnisse auf den Spitzkehren des Gerlos-Passes zu fordern. Es geht schließlich um Kompetenz. Allrad-Kompetenz.

Die hat der typische Jaguar-Interessent in den vergangenen Jahrzehnten eher nicht mit der britischen Marke verbunden. Mal war es ausgeprägte Sportlichkeit, dann exaltierter Luxus, einige Jahre Massenware in besseren Kleidern – und erst nach dem Neustart 2009 hat Jaguar sich neu erfunden. Mit durchschlagendem Erfolg. Nur eben nicht überall dort, worauf die Kunden abfahren.

Gerade Frauen lieben es, in höher bauenden SUV geborgen zu fahren. Und jeder vierte Fahrer besserer Dienstwagen setzt bereits in der Premium-Mittelklasse auf die Kraft von vier angetriebenen Rädern – am liebsten mit Diesel. Eine Klasse drüber sind es sogar ein Drittel, wie die Jaguar-Vermarkter analysiert haben. Dumm nur, dass sie denen bisher nichts zu bieten hatten.

Bis jetzt: “Erstmals in seiner Geschichte hat Jaguar eine Modelpalette, die komplett mit Allrad zu haben ist”, wie die verantwortliche Ingenieurin Emma Penney sagt. Und mit dem F-Pace ist seit drei Wochen auch in Deutschland ein Mittelklasse-SUV erhältlich, dass die Sehnsüchte der besseren Familien erfüllen soll.

Könnte klappen, wie das Anfahren auf der leicht seifigen Straße beweist. Denn da rutscht einfach nichts. Satt zieht der F-Pace los. “Drehmoment ganz nach Bedarf”, heißt das dafür verantwortliche System übersetzt – es verteilt bei rutschigem Untergrund in 165 Millisekunden die normalen 100 Prozent Heckantrieb bis zur Hälfte an die Vorderachse. Der Fahrer merkt davon nur, dass alles läuft wie immer.

Solche Allradtechnik, im F-Pace ab 42.390 Euro zu haben, baut auf den Erfahrungsschatz der Jaguar-Schwester Land-Rover. Mit deren Entwicklern arbeiten die Jaguar-Kollegen bereits seit drei Jahren in einer Abteilung – und suchen dabei den speziellen Allrad-Weg für die Raubkatzenmarke. Schließlich sollen die neuen Kunden ja nicht von der eigenen Konzernmarke kommen.

Mit den ähnlich großen Range-Rover Evoque oder Land-Rover Discovery Sport hat der F-Pace denn auch strategisch wenig zu schaffen. Er soll im Revier von BMW X3, Mercedes GLC oder Audi Q5 wildern – das ist Pflicht.

Kür ist es, auch dem sportlichen X4 und dem Porsche Macan weh zu tun. Und da sieht Entwicklerin Penney nicht nur wegen des viel billigeren Einstiegspreises Chancen: “Der F-Pace ist 50 Prozent verwindungssteifer als der Macan – und hat eine 35 Prozent höhere Quersteifigkeit”, sagt sie. Dieser Vorteil der Voll-Alu-Karrosse ist auf der Straße durchaus zu spüren. Der F-Pace liegt sehr direkt, nicht zu hart, aber auch bei höheren Geschwindigkeiten äußerst präzise auf der Straße.

Wobei die Leistung des 180-PS-Diesel gepaart mit Allrad im schnittigen F-Pace genau wie in den Limousinen XE (ab 41.900 Euro) und XF (ab 47.660 Euro) nicht so sportlich ist, wie es die Form verheißt sowie Lenkung und Straßenlage ermöglicht. Die Fahrzeuge aus dem SUV-, Mittelklasse- und obere Mittelklasse-Segment sind souveräne Reisewagen mit Leistungsreserven; Agilitätswunder sind sie nicht. Wer es krachen lassen will, wird wohl eher Allrad mit dem Sechszylinder-Benziner (340 bis 380 PS) für XF und F-Pace wählen. Oder das SUV mit dem Dreiliter-Diesel (300 PS) und Allrad. Hierzulande wird das aber eine Minderheit sein.

Jaguars Strategie hinter den preiswerten Allrad-Dieseln ist es darum auch eher, eine wirkliche Alternative bei den Premium-Allradlern in den Volumensegmenten zu bieten. Und da stimmen neben den niedrigen Verbräuchen um die Fünf-Liter-Schwelle auch die inneren Werte. Im F-Pace etwa sitzt es sich deutlich luftiger als in den deutschen Konkurrenten. Und schnell fühlt sich der Fahrer heimisch in den logischen Bedienkonzepten – alles sitzt, wo der Kunde es erwartet.

Überhaupt überzeugt die Raumnutzung – auch auf der verstellbaren Rückbank. Dahinter liegen noch mal 650 Liter Kofferraum – und maximal sind es sogar 1.740 Liter, mehr als im größeren X5. Auch bei der Raumaufteilung haben sich die Jaguar-Mannen sicher von den Erfahrungen der Land-Rover-Kollegen mit dem Discovery-Sport inspirieren lassen.

Die sehr umfangreiche Assistenz- und Sicherheitstechnik ist wie das Multimedia-System mit seinem 12,3 Zoll großes Display ebenfalls konzernweit im Einsatz. Navi und Co. überzeugen mit schneller Reaktion und den Verbindungsmöglichkeiten zum Smartphone. Weniger gediegen sind lediglich Materialien etwa in den Türtafeln, an den Lautsprechern oder Sitzwangen. Premium ist da nur die Verarbeitung.

Bislang 1.000 deutsche Kunden hat diese Berührung mit dem Hartplastik nicht zu negativ berührt: Sie haben den F-Pace bereits gekauft, ohne ihn je gefahren zu sein. Bei den Limousinen XE und XF will Jaguar solche Begeisterung aus dem Stand nun nutzen, um auch hier mehr Allrad-Autos abzusetzen.

(Peter Weißenberg/SP-X)

Erste Fahrt: Der neue Jaguar F-Pace

Es gibt ein Problem, wenn Menschen über ihre Traumautos sprechen. Meist sind das dann klassische Limousinen, wunderschön gezeichnete Sportwagen mit erotischen Formen. Oder Cabriolets, mit denen man, den geliebten Partner an seiner Seite, in den Sonnenuntergang rollt. Gerade bei Klassikern ist die Limousinen-Form obligatorisch. Ein Jaguar Mk2 zum Beispiel, mit langer Schnauze, erotischen Rundungen und einem Greenhouse mit filigranen Blechstelzen, der Hintern, eher rund und dennoch elegant und nah am klassischen Design einer Limousine. Schaut man auf die Jaguar-Modelle der 70 und 80er Jahre, dann stehen aristokratische Limousinen vor einem. Das ändert sich. Denn auch wenn die Menschen am liebsten über den klassischen Style von „früher“ sprechen – kaufen tun sie heute SUVs. Und genau deshalb hat man jetzt bei Jaguar den ersten SUV der Firmengeschichte präsentiert.

Der neue Jaguar F-Pace im ersten Fahrbericht

Miss Moneypenny in Hot Pants

Erstes Aufatmen bei Jaguar Fans. Was Ian Callum, der Direktor für Design bei Jaguar, und seine Truppe auf die Räder gestellt haben, wirkt auf den ersten Blick bereits stimmig. Grimmiges Schlechtreden des SUV-Kaufbooms wird durch das stimmige Design des Jaguar-Derivates kurz ad absurdum geführt. 

Und was Porsche kann, will man bei Jaguar auch können. Nur eleganter. Bei dem klassischen Sportwagen-Hersteller haben schon lange die SUV-Modelle vom Schlage Cayenne und Macan die Stückzahl-Führerschaft übernommen. Die Legenden der Marke werden gepflegt. Aber im Alltag gewinnen die SUV-Modelle die Überhand. Doch bei Porsche ruft man bereits beim „kleinen Macan“ einen selbstbewussten Einstiegspreis auf. Auch das will Jaguar besser machen und strickt eine breite Preisspanne. Und so werden Porsche und dazu gleich Audi, BMW und Mercedes in nur einem Schwung zu den Mitbewerbern des neuen Jaguar F-Pace.

Test Fahrbericht 012 Jaguar F-Pace erster Test

Klassisches Rezept

Ein SUV erfüllt heute alle Bedürfnisse. Oder sollte. Zumindest liegen sie voll im Trend. Um das umzusetzen, muss man ein wenig in der Technikkiste kramen. Der F-Pace beruht – und erst so konnte sich Jaguar diesen Extra-Wunsch erfüllen – auf der gleichen Plattform, mit der sich auch XF und XE brüsten. Viel Aluminium, um das Fahrzeuggewicht zu drücken. Mit einem Leergewicht von 1.665 kg fängt man beim F-Pace an. Wobei das wie der Basispreis – auch hier greift man hinunter zu 42.390 € – ein eher theoretischer Wert ist. Denn der F-Pace – Einstieg ist ein 2-Liter Diesel mit 180 PS, Heckantrieb und manueller Sechsgang-Box. Da dürfte sich der Puls nur bei Mietwagen-Piloten erhöhen. Wer sich den F-Pace vor seinen Bauhaus-Bungalow stellt, der greift vermutlich eher zum 3.0 V6 Diesel. Mit 300 PS und 700 Nm kann man sich dann erhobenen Hauptes unter das SUV-Volk mischen. Der Allradantrieb und die 8-Gangbox von ZF ist dann auch schon an Bord. 

Test Fahrbericht 001 Jaguar F-Pace erster Test

Miss Moneypenny in Hot Pants

Egal, aus welchem Blickwinkel: Ein SUV sah noch nie so scharf aus. Jaguar hat es tatsächlich geschafft und vereint die treue Seele eines pragmatischen Großserienautomobils mit den scharfen Waffen eines Top-Models. Wer sich für die 22-Zöller entscheidet und das Auto in „italian racing red“ ordert, der zieht Miss Moneypenny die Hot Pants an und präsentiert die treue und hilfreiche Seele des britischen Geheimdienstes als Centerfold-Girl. Das muss man so erst einmal umsetzen. Das Lob gebührt dem Designer Ian Callum.

Am Heck leuchten die Rücklichter im Stile des Jaguar F-Type und an der Front erinnert alles an die modernen Kollegen XF und XE. Dazu die obligatorischen Kühlluft-Nüstern im XXL-Format. Anders geht das einfach nicht. Auch wenn bei den Dieselmodellen nur eine Seite wirklich Luft in Richtung Ladeluftkühler leiten muss.

Test Fahrbericht 014 Jaguar F-Pace erster Test

Die Katze stellt sich auf die Hinterpfoten

F-Pace First Edition 3.0D AWD – Es ist kein Test, wenn man ein paar Stunden auf einem abgesperrten Flugplatz im Kreis oder ein paar Kilometer in der Eifel auf Tour fährt. Dennoch – der 3.0 Liter Diesel mit seinen 700 Nm wirkt sofort, zusammen mit dem 8-Gang Automaten, genau richtig an seinem Platz. So muss sich ein SUV fahren lassen. Druckvoll von unten aus dem Keller, das Automatikgetriebe vom Experten ZF hält dazu immer die richtigen Gänge parat. Es geht geschmeidig ums Eck, das Leergewicht des Testwagens dürfte sich in Richtung 1.9 Tonnen bewegt haben. Als First-Edition waren die 22-Zöller montiert. Herzhaftes Räderwerkzeug. Und dennoch schaut es einfach nur richtig aus.

Dem Fahrgefühl zuträglicher sind allerdings die 20-Zöller. Hier bietet der größere Reifenquerschnitt mehr Abrollkomfort. Denn dieser Jaguar hat mit dem Gelände nichts am aristokratischen Hut. Ein Dynamiker will er sein. Ein Partner für die flinke Hatz über Landstraßen und Autobahnen.

Der Dampf ist dafür vorhanden, einzig die Entscheidung zwischen 300 PS Diesel und 300 PS Diesel muss getroffen werden. Denn die Alternative sind 180 PS, was fast ein wenig „zu wenig“ für einen geborenen SUV-Dynamiker ist und die Benziner mit 340 und 380 PS. Wer sich den Alltag mit dem sexy Briten-SUV verschönern will, muss sich aktuell für „hopp & topp“ entscheiden.

Sportstudio in Leder

Dass man sich allzeit dynamisch um das Eck wuchten kann, nachdem die Bodenfreiheit zuvor auf über 20 Zentimeter erhöht wurde, verdankt man den feisten Rädern und der aufwendigen Fahrwerkstechnik. Natürlich mit verstellbaren Dämpfern. Wobei hier vor allem die „First Edition“ überzeugt, denn hier sind fast alle wichtigen Goodies bereits inkludiert. Die anderen 5 Ausstattungsvarianten lassen sich das „Adaptive Dynamics Fahrwerk“ etwas kosten.

Im Gegensatz zu vielen anderen SUV, teilweise eben auch den „Kompakten“ am Markt, ist der F-Pace ein Sprössling einer Heckantriebs-Kultur. Der Motor längs eingebaut und vermutlich auch mit Heckantrieb im Alltag völlig passend. Zum SUV-Konzept gehört jedoch der Allradantrieb, von ihm spürt der Fahrer erst einmal nichts. 52 Zentimeter Wattiefe sind auch ein eher theoretischer Wert. Und wenn der kurze vordere Überhang auch für eindrucksvolle Böschungswinkel gut ist, im Alltag wirkt er einfach trefflich zum gelungenen Design.

Den Innenraum verpackt Jaguar, je nach Ausstattungslevel, mit mehr oder weniger viel Leder. Im gefahrenen „First Edition“ lassen sich die 80.000 € (roundabout) ganz gut wiederfinden. Die Qualität der Ausstattung passt zum Anspruch der Marke.

Dass man auf 4.73 Metern ordentlich Kofferraumvolumen und dennoch Platz sowohl in Reihe 1 als auch 2 anbieten kann, spricht für das gelungene Grundlayout. Während man in Reihe 1 mit knapp 1.80 vernünftig sitzt, bleibt in Reihe 2 ungewöhnlich viel Beinfreiheit übrig. Die 650 Liter Kofferraumvolumen lassen sich variabel erweitern. Die Rücksitzbank ist 40:20:40 umklappbar, die Ladekante noch erfreulich niedrig und flach. Der Kofferraumdeckel geht jedoch wiederum weit genug auf, um sich nicht den Kopf zu stoßen.

Test Fahrbericht 008 Jaguar F-Pace erster Test

Buzzword-Bingo

All Surface Progress Control, Torque Vectoring, Jaguar Drive Control, InControl Touch, Performance Crossover, und so weiter … Kein modernes Auto mehr, bei dessen Handbuch-Lektüre man nicht ständig „Bingo“ schreien möchte. Am wichtigsten von diesen Keywords ist jedoch der Begriff „Crossover“. Denn damit sagt Jaguar selbst: Eigentlich ist das kein SUV. Und weil die Mehrzahl der F-Pace-Kunden zudem von anderen Marken kommen dürfte, ist der F-Pace am einfachsten als „wichtigster Jaguar der Neuzeit“ zu umschreiben.

Fazit: Der F-Pace geht seinen Weg

Das wird er tun und er wird dabei der erfolgreichste Jaguar aller Zeiten werden. Seine Wege werden ihn von Kalifornien nach Asien, von der Düsseldorfer Kö bis zur Coté führen, nur durch Matsch und über schweres Geläuf ganz sicher nicht. 

Der F-Pace ist der Dynamiker unter den SUV, pardon, Crossovern. Nur anstelle von Cross-Country-Läufen will er behende auf der Landstraße sein. Allerdings erwartet Jaguar eine ähnliche Dynamik von den zukünftigen Besitzern und macht sich Gedanken darüber: Wohin die Autoschlüssel, wenn man mal wieder surfen geht oder zum Wasser-Ski? Der Activity-Key soll die Lösung sein. Ein wasserfestes Armband, das die Funktion des Schlüssels übernimmt. Nun denn.

Wir hätten ja lieber eine Runde mit Miss Moneypenny gedreht …

Der Fahrzeugschein für den Jaguar F-Pace  AWD 3.0D 

Verkaufsstart:  Seit 16. April 2016 im Handel
Basispreis:  Ab 42.390 € (Basispreis für 180 PS Diesel mit 6G- Manuell und RWD)

Das gefahrene Fahrzeug: 3.0D First Edition liegt bei 84.000 €-

Motorleistung:  300 PS / 700 Nm
Antrieb und Getriebe:  8-Gang Automatik, ZF, Allradantrieb
Beschleunigung:  6,2 Sekunden für 0-100 km/h
Verbrauch – kombiniert:  6,0 (je nach Variante F-Sport ect.)
Höchstgeschwindigkeit:  241 km/h
Länge, Breite, Höhe, Radstand  4.731, 1.936, 1.652, 2.874 mm

 

Jaguar mit neuen Reihensechszylindern – Sechs in Reihe

Jaguar ersetzt künftig die V6-Aggregate von Ford in der Modellpalette durch eigene Reihensechszylindermotoren. Das britische Magazin „Autocar“ berichtet, dass die Benzin- und Diesel-Reihensechser auf der neuen Ingenium-Motorenfamilie basieren, die im Werk in Wolverhampton entsteht.

Die Motorenfamilie ist modular, mit 0,5 Liter Hubraum pro Zylinder. Für die Sechszylinder ergibt sich damit weiterhin ein Hubraum von 3,0 Liter. Neben den bereits bekannten Vierzylinder-Aggregaten sollen künftig auch Dreizylinder-Motoren mit 1,5 Liter Hubraum auf dieser Basis entstehen. Vorteil ist unter anderem eine hohe Zahl von Gleichteilen.

Damit liegt Jaguar voll im Trend, auch andere Autohersteller verfolgen eine Baukasten-Strategie. Bei Mercedes beispielsweise kommen künftig in der E-Klasse ebenfalls Reihensechszylinder zum Einsatz, die Teil einer modularen Motorengeneration sind, zu der auch Vierzylinderaggregate gehören.

Jaguar F-Pace 3.0d AWD – Britischer Eroberer

Lange konnte das ja nicht mehr gut gehen. Während die Schwestermarke Land Rover einzig und bestens von Geländewagen und SUV lebt, kann Jaguar seinen Kunden in dieser Hinsicht nichts bieten. Diese kaufen stattdessen Porsche Macan, BMW X3, Mercedes GLC oder Audi Q5. Jetzt werden die Karten neu verteilt. Jaguar fährt das erste SUV seiner Firmenhistorie vor, den F-Pace. Er dürfte bei so manchen Managern der deutschen Premiumhersteller für einiges an Stirnrunzeln sorgen. Denn bislang hat es kein ausländischer Hersteller in diesem SUV-Segment geschafft, ihnen auf Augenhöhe zu begegnen. Der F-Pace hat das Zeug dazu.

Er ist der Jaguar mit der höchsten Alltagstauglichkeit. Dies honorieren auch die Käufer. Ohne den F-Pace auch nur einen Meter gefahren zu haben, unterschrieben bisher weltweit mehr als 10.000 von ihnen einen Kaufvertrag. „Eine so hohe Nachfrage noch vor der Markteinführung hatten wir noch nie“, sagt Peter Modelhardt, der Geschäftsführer von Jaguar Deutschland. Es zeugt zudem von viel Vertrauen in die Marke. Und in die Arbeit der Ingenieure. Seit Jahren hat Jaguar einen Lauf, liefert Hightech, schickes Design, effiziente Antriebe und eben auch noch das bisschen Exotik, was man bei der Konkurrenz vermisst.

Man fühlt sich schnell wohl in diesem Auto. Das Raumgefühl ist großzügig, die Sitzposition einwandfrei, und auch die Bedienung gibt keinen Anlass zur Kritik.
Man fühlt sich schnell wohl in diesem Auto. Das Raumgefühl ist großzügig, die Sitzposition einwandfrei, und auch die Bedienung gibt keinen Anlass zur Kritik.

Wie die beide Limousinen XE und XF besteht auch der F-Pace auf einer neuartigen Aluminium-Struktur. Das macht ihn leicht und sehr stabil, was sich wiederum positiv aufs Fahrverhalten auswirkt. Eine erste Ausfahrt mit dem F-Pace bestätigt dies. Das 4,70-Meter-SUV lässt sich handlich, direkt und zielgenau durch jede Kurvenkombination treiben und erkauft sich die Sportlichkeit nicht auf Kosten von unnötiger Härte. Lediglich mit der Einstellung „Dynamic“ hat man es wohl zu gut gemeint. Aber der Fahrer kann ja jederzeit auf „Normal“ zurückschalten.

Hinten bietet der F-Pace ebenfalls üppige Platzverhältnisse, angeblich sogar die beste Beinfreiheit seiner Klasse.
Hinten bietet der F-Pace ebenfalls üppige Platzverhältnisse, angeblich sogar die beste Beinfreiheit seiner Klasse.

Zum harmonischem Fahrgefühl tragen ganz entscheidend auch der Dreiliter-V6-Diesel mit 231 kW/300 PS in Kombination mit der Achtgangautomatik bei. Ein Genuss an Laufkultur, kernig-bulligem Klang und toller Kraftentfaltung. 700 Newtonmeter Drehmoment schickt der Selbstzünder in den Antriebsstrang und macht den F-Pace in dieser Motorisierung zu einem absolut souveränen SUV. Das Allradsystem verteilt die Kräfte in Millisekunden zu den beiden Achsen. Das können je nach Situation hinten 100 Prozent und vorne null oder 50:50 sein. Der Fahrer muss sich um nichts kümmern, alles läuft voll automatisch ab.

Eher weniger nachgefragt in Deutschland dürfte der Dreiliter-V6-Kompressor-Motor aus dem F-Type sein. Ihn gibt es mit 340 oder 380 PS. Trotz der höheren Leistung legt er jedoch nicht die angenehme Geschmeidigkeit des Diesel-V6 an den Tag, braucht recht hohe Drehzahlen, um ähnlich flott auf Touren zu kommen.

Jaguar fährt das erste SUV seiner Firmenhistorie vor, den F-Pace. Er dürfte bei so manchen Managern der deutschen Premiumhersteller für einiges an Stirnrunzeln sorgen.
Jaguar fährt das erste SUV seiner Firmenhistorie vor, den F-Pace. Er dürfte bei so manchen Managern der deutschen Premiumhersteller für einiges an Stirnrunzeln sorgen.

Für Sparfüchse ist der kleine Vierzylinder-Diesel gedacht, eine komplette Eigenentwicklung von Jaguar. Im F-Pace leistet der Zweitliter 132 kW/180 PS. Natürlich reicht auch dies im Alltag in 98 Prozent aller Verkehrssituationen bestens aus. Zudem fährt sich der 2.0d ausgesprochen handlich, weil er die Vorderachse mit deutlich weniger Gewicht belastet. Und sein Verbrauch ist sensationell niedrig, zumindest der EU-Norm-Wert. 4,9 Liter gibt Jaguar an, was einem CO2-Ausstoß von 129 g/km entspricht. Das dürfte besonders Flottenbetreiber und Dienstwagenfahrer interessieren.

Das gut proportionierte Außendesign des F-Pace (möglich sind Räder bis 22 Zoll) findet sich auch im Interieur wieder. Man fühlt sich schnell wohl in diesem Auto. Das Raumgefühl ist großzügig, die Sitzposition einwandfrei, und auch die Bedienung gibt keinen Anlass zur Kritik. Lediglich die Schalter für die elektrischen Fensterheber sind ergonomisch ungünstig platziert. Sie liegen viel zu weit oben und vorne auf der Türverkleidung. Hinten bietet der F-Pace ebenfalls üppige Platzverhältnisse, angeblich sogar die beste Beinfreiheit seiner Klasse.

Selbst in Sachen Gepäck ließen sich die Jaguar-Entwickler nicht lumpen. Der Kofferraum bietet mit 650 Litern Gardemaß. Liegen die Rücksitzlehnen flach – per Fernbedienung vom Laderaum aus – sind es sogar 1740 Liter. Der Boden ist dabei perfekt eben, misst in der Breite einen und in der Länge 1,80 Meter. „Wir bieten mehr nutzbare Fläche als ein BMW X5“, sagt Baureihenleiter Kevin Stride. Zudem besitzt der F-Pace über neigungsverstellbare Rücksitzlehnen und die Heckklappe lässt sich per Fußschwenk öffnen. Vielseitiger war noch kein Modell von Jaguar.

Er ist der Jaguar mit der höchsten Alltagstauglichkeit.
Er ist der Jaguar mit der höchsten Alltagstauglichkeit.

Moderner wohl auch nicht. Gegen Aufpreis gibt es das Multimedia-System Incontrol Touch Pro, das über einen 12,3 Zoll großes Display verfügt. Die Software dahinter zählt laut Jaguar zur leistungsfähigsten im Automobilbau. Leider vergaßen es die Programmierer, die Karte des Navigationssystems dauerhaft auf Nord-Süd-Richtung zu fixieren. Zwar lässt sie sich kurz umschalten, springt jedoch nach weniger als einer Minute wieder in den Fahrtrichtungsmodus. Aus England heißt es: „Wir arbeiten dran.“

90 Prozent neue Kunden soll der F-Pace zur Marke Jaguar bringen. Die Marketing-Strategen sprechen gern von Eroberungsrate. Ob’s gelingt, wird sich zeigen, zumal sich die Briten ziemlich viele Ausstattungen gesondert bezahlen lassen. Zwar beginnt der F-Pace als Zweiliter-Diesel bei 42.390 Euro, doch fährt dieser mit Handschaltung und Stoffsitzen. Der am besten zum Auto passende V6-Diesel kostet bereits 57.690 Euro und liegt damit knapp unter Porsche-Macan-Niveau. Gut 20.000 Euro kann man für Extras mindestens kalkulieren, soll der Wagen premium-like dastehen. Oder gleich die First Edition für 80.040 Euro nehmen (als Benziner-V6 sogar 84.350 Euro). Doch hier sollte man sich sputen. Die Serie ist fast ausverkauft.

(Michael Specht/SP-X)

Jaguar F-Pace – Dynamisch über Stock und Stein

Das erste SUV in der Geschichte der Marke Jaguar könnte schon bald das hierzulande erfolgreichste Modell werden. In diesen Tagen kommt der 4,73 Meter lange F-Pace in Deutschland auf den Markt, seinen Platz im gut gefüllten Wettbewerbsumfeld will er sich als Mischung aus Sportlichkeit und Alltagsnutzen sichern und einem wettbewerbsfähigen Einstiegspreis von 42.390 Euro.

Optisch fügt sich der F-Pace in die Markenfamilie mit den Limousinen XE, XF, XJ und dem Sportwagen F-Type ein: Die Front prägt der gleiche große Kühlergrill, der von den typischen scharf geschnittenen Scheinwerfern flankiert wird. In der Seitenansicht sorgen kurze Überhänge für stimmige Proportionen.

Für sportliche Fahreigenschaften soll die vom Mittelklassemodell XE übernommene Aluminium-Plattform sorgen. Insgesamt 80 Prozent der Karosserie bestehen beim F-Pace aus dem Leichtmetall. Die Diät ist nicht nur gut für die Beweglichkeit, sondern auch für den Verbrauch. Das Basismodell mit dem 132 kW/180 PS starken 2,0-Liter-Vierzylinderdiesel und Hinterradantrieb benötigt laut Hersteller 4,9 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern. Das entsprechende Allradmodell genehmigt sich 0,3 Liter mehr.

Wer Kraft mehr schätzt als Minimalverbrauch, findet im Angebot zwei weitere Motoren: einen V6-Diesel mit drei Litern Hubraum und 221 kW/300 PS Leistung sowie einen gleich großen Benziner mit Kompressor-Aufladung und 280 kW/380 PS. Die beiden Top-Triebwerke sind immer mit Allradantrieb kombiniert. Die Technik des AWD-Systems stammt vom Sportwagen F-Type. Entsprechend arbeitet das Verteilergetriebe mit Lamellenkupplung in erster Linie für die Fahrdynamik, weniger für Geländegängigkeit.

Trotz des dynamischen Zuschnitts zählt der Fünfsitzer innen zu den größeren Modellen seiner Klasse. Der Radstand von 2,87 Metern sorgt für viel Kniefreiheit im Fond, der Gepäckraum fasst bei voller Bestuhlung 650 Liter und lässt sich durch Umklappen der Rücksitze auf gut 1.700 Liter erweitern. Der Vorverkauf des Allraders verläuft gut – so gut, dass man bei der britischen Traditionsmarke davon ausgeht, dass der F-Pace von allen Jaguar-Modellen hierzulande am häufigsten nachgefragt werden wird.

Jaguar XF: In China auf die Streckbank

Auf dem Weg zum Global Player startet Jaguar die erste Fahrzeugmontage in China.

Seit der Übernahme durch den indischen Tata-Konzern gedeihen die britischen Marken Jaguar und Land Rover prächtig. Während die Off-Road-Marke schon immer zur Benchmark in ihrem Segment zählte, konnte Jaguar das einengende Adelskostüm abstreifen und tritt „Smart Casual“ gegen die vor allem deutschen Premiummarken an. Um mit den Großen mitzuspielen lancierte man z.B. ein kleineres Modell, den XE, dazu wird aktuell der erste Jaguar SUV namens F-Pace in den Markt eingeführt.

Und weil die erklärten Mitbewerber vom Schlage BMW, Mercedes und Audi in China sehr erfolgreiche Strategien mit auf lokale Bedürfnisse angepasste Modelle fahren, gibt es bald auch den ersten Jaguar aus einer chinesischen Fabrik.

Den Bedürfnissen chinesischen Geschäftsleute und ihrer Vorliebe für das Gefahrenwerden entsprechend hat Jaguar dafür den XF auf die Streckbank geschnallt.  Zusammen mit dem chinesischen Joint-Venture-Partner Chery betreiben die Briten eine Fabrik in Changshu. Dort sind bereits 4.500 Menschen in Lohn und Reis, da sie seit 2014 bereits die Modelle Range Rover Evoque und Land Rover Discovery Sport  zusammenbauen. Der verlängerte Jaguar XF kommt im zweite Halbjahr 2016 hinzu, Premiere feiert er Ende April auf der Automesse in Peking.

Die Chinesen bekommen also „ihren“ XF. Natürlich wissen wir, dass der deutsche Markt nur einen Bruchteil so groß ist wie der im Reich der Mitte, aber dennoch wünschen wir uns – F-Pace hin oder her – weiterhin wieder einen XF Kombi.

Chinesen bevorzugen diese Perspektive aufs Cockpit: Von hinten rechts.
Chinesen bevorzugen diese Perspektive aufs Cockpit: Von hinten rechts.

Erste Fahrt: Jaguar XJ, der Souverän

Wer sich für einen großen Jaguar entscheidet anstatt für einen BMW oder Mercedes, der tut dies bewusst. Einen großen Jaguar zu fahren, ist etwas besonderes. Man will sich unterscheiden. Und das hat oftmals eine Tradition. Denn Jaguar-Fahrer gehören zu den besonders loyalen Kunden. Als der große Jaguar, der XJ, vor bald sechs Jahren der Öffentlichkeit präsentiert wurde, da war der Schock erst einmal groß. Den Traditionalisten hatte man ordentlich etwas vor den Latz geknallt. Geschwungene Formen anstelle klassischer Linien. Das war durchaus ein Risiko. Doch es hat sich scheinbar ausgezahlt. Ebenso wie die Entscheidung, einen Dieselmotor unter die Haube zu stecken.

Erste Fahrt im Jaguar XJ 3.0D LWB – Modelljahr 2016

Britischer Souverän

Natürlich gibt es den XJ auch in einer „kurzen“ Variante. Wenn britisch. Wenn Kultur. Dann aber doch gleich als XJ „LWB“ – oder? Die „Long Wheelbase“ ist 13 Zentimeter länger als der „normale“ XJ. Was der gleitenden Karosserieform jedoch nur ein Extra, ein Plus, oder nein – das erwartete Maß an Eleganz verleiht. Die aufgearbeitete XJ-Variante für 2016 hat nur sachte Design-Anpassungen erlebt. Viel wichtiger ist, was unter dem Blech passierte. Der umfangreich überarbeitete 3.0 Liter Dieselmotor zum Beispiel.

Jaguar XJ LWB 30d Autobiography, V6 Diesel, 300 PS, Storm Grey. EUROPA, Deutschland, Nordrhein Westfalen, Nordkirchen, 11.02.2016: Veroeffentlichung honorarfrei - Copyright by Stefan Baldauf / SB-Medien - Kontakt: SB-Medien, Bassenheim, Tel. (+49)171 5290990, info@sbmedien.com.

Dem verbauten Sechszylinder hat Jaguar 25 PS mehr Leistung geschenkt und mit nun 700 Nm geht der Doppelturbo mächtig eindrucksvoll ans Werk. Die 700 Nm des Direkteinspritzer-Diesels landen via 8-Stufenautomatik von ZF an der Hinterachse. Dass sich das Triebwerk bei aller Leistung dennoch auf die „samtenen Pfoten“ einer Großkatze besinnt und mit ebenso viel Elan wie Beherrschung aufmacht, es erfreut den Besitzer. Dass der V6-Diesel vor sich hinschnurrt, wäre jetzt zuviel der Analogien, aber dennoch nicht verkehrt. Beim Antriebspaket aus wuchtig antretender Dieselmaschine und souverän agierender Automatik muss sich der Brite nicht vor seinen Mitbewerbern verstecken. Egal, ob München oder Ingolstadt, der Engländer kann sein Gewicht gut kaschieren und platziert sich bereits bei der ersten Testfahrt als „interessante Alternative“.

Dass alle XJ ab Werk mit einem Luftfahrwerk kommen, sollte gerade deutschen Premium-Mitbewerbern zu denken geben. Es geht eben nichts über den adaptiven Fahrspaß-Gewinn dieser Technologie.

Jaguar XJ LWB 30d Autobiography, V6 Diesel, 300 PS, Storm Grey. EUROPA, Deutschland, Baden Württemberg, Stuttgart, 14.02.2016: Veroeffentlichung honorarfrei - Copyright by Stefan Baldauf / SB-Medien - Kontakt: SB-Medien, Bassenheim, Tel. (+49)171 5290990, info@sbmedien.com.

Einen XJ als Fahrer genießen? Klar. Aber dank „langem Radstand“ lässt sich der Brite zum Fünf-Uhr-Tee auch auf die Rücksitzbank bitten und genießt dann dort die lässige Beinfreiheit. Soweit, so normal. Doch 2016 ist nun auch bei den Engländern eingezogen und auch in den Fond des XJ. Mit Internet und Multimedia-Entertainment gerüstet, verkürzt die elegante Limousine nun nicht nur dem Hedgefonds-Manager und Land-Lord die lange Fahrt, sondern im Zweifelsfall auch den verwöhnten Bälgern der britischen Königshäuser. Mit bis zu 26 Lautsprechern lässt sich zudem ordentlich untermalt das Wochenende eingrooven.

Ein extra förmliches Lob verdient sich das neue Multimedia-System. Gerade die Nutzung des neuen Navigationssystemes ist nun so flott und stimmig möglich, wie man sich das eben bei einem „Hochpreis-PKW“ wünscht.

Die Krönung ist jedoch die Ausstattungslinie: Autobiography, die es passenderweise auch nur für den „LWB äx tschey“ gibt. Die würdevolle Ausstattungslinie packt nicht einfach nur alle Goodies in das Fahrzeug, die man sonst von Hand aus der Optionsliste auswählen müsste, sie umfasst vor allem ein wenig „british style“ für den Engländer. Einzelsitze mit massiven Tischen in den Lehnen der Vordersitze zum Beispiel. Darüber gezogen, das gesteppte Anilin-Leder für die Oberflächen, mit denen man ständig in Kontakt steht.

Während die Rücksitzbank also nicht nur vom Facelift massiv profitiert, darf man sich auch in Reihe eins über die zeitgemäße Aufrüstung des XJ in Sachen Assistenzsysteme freuen. Von der Verkehrszeichenerkennung über das Abstandsradar über die 360°-Kamera bis hin zum Einpark-Assistenten. Jaguar hat den XJ mit dem jüngsten Facelift ordentlich frisch gemacht.

Jaguar XJ LWB 30d Autobiography, V6 Diesel, 300 PS, Storm Grey. EUROPA, Deutschland, Baden Württemberg, Heilbronn, 14.02.2016: Veroeffentlichung honorarfrei - Copyright by Stefan Baldauf / SB-Medien - Kontakt: SB-Medien, Bassenheim, Tel. (+49)171 5290990, info@sbmedien.com.

Bleibt als einzige Baustelle mit Optimierungsbedarf der Absatz. Die Stückzahlen des XJ. Ob es den Traditionalisten stört? Vermutlich nicht. Das coole Design des großen XJ hat man ja mittlerweile auch akzeptiert. Da nimmt man mit „british coolness“ auch alles andere hin.

 Jaguar XJ 3,0 – Technische Daten
Viertürige Limousine mit fünf Plätzen, Heckantrieb, Länge: 5,13 Meter, Breite: 2,11 Meter (mit Außenspiegeln), Höhe: 1,46 Meter, Radstand: 3,03 Meter, Kofferraumvolumen: 520 Liter Sechszylinder-Diesel mit Twin-Turbo. Hubraum: 2.993 cm3, 221 kW/300 PS, 700 Nm bei 2.000 U/min . Vmax: 250 km/h. 0-100 km/h: 6,2 Sekunden. Verbrauch: 5,7 l/100 km. Co2: 149 Gramm/km. Euro 6. 8-Gang-Automatik; Preis: ab 81.000 Euro (5,26 Meter Langversion: 90.350 Euro)

News: Jaguar F-Pace-Tuning – Wildes Kätzchen

Jaguars erstes SUV kommt in wenigen Wochen auf den Markt, doch schon jetzt bietet Lumma ein Umbaukit für den F-Pace an. Auch Leistungsspritzen für alle Aggregate sind bei den Winterlinger Tunern erhältlich.

Um die Optik des 4,73 Meter langen Allradlers markanter zu gestalten, bekommt der F-Pace ein Karosserieumbaukit. Es besteht aus Frontspoilerstoßstange, Heckschürze, Seitenschwellern,Radlaufverbreiterungen und einer neuen Motorhaube. Auffällig ist die Sportauspuffanlage mit den vier Auspuffendrohren. Die Anbauteile sind aus Karbon und machen aus dem Jaguar F-Pace den Lumma CLR F.

Um die Optik des 4,73 Meter langen Allradlers markanter zu gestalten, bekommt der F-Pace ein Karosserieumbaukit.
Um die Optik des 4,73 Meter langen Allradlers markanter zu gestalten, bekommt der F-Pace ein Karosserieumbaukit.

Neben dem neuen Blechkleid greift der Tuner auch in das Herz des F-Pace an. Vorrangig für den 3,0 Liter großen V6 wird Lumma voraussichtlich ab Herbst ein Upgrade von serienmäßigen 280 kW/380 PS auf 353 kW/480 PS anbieten. Zu den anderen Aggregaten sowie den Preisen gibt es noch keine weiteren Informationen.

Während der vom Tuner optimierte F-Pace im Spätsommer erhältlich sein wird, schickt Jaguar sein SUV schon in wenigen Wochen in den Handel. Mit Preisen ab 42.390 Euro will der Fünfsitzer das hierzulande erfolgreichste Modell der Briten werden.

News: Jaguar XF 3.0 V6 Diesel – Souveräner Sportler und dynamischer Dressman

Wir Journalisten neigen ja dazu, Fahrzeuge vor allem relativ zu beurteilen. Relativ zum Wettbewerb natürlich. So kann es passieren, dass die eigentlich überzeugende Limousine einer Importmarke im Vergleich mit der stets ein wenig perfektionistischeren deutschen Konkurrenz den Kürzeren zieht. Marken wie Lexus, Infiniti oder Jaguar können davon ein Vergleichstest-Lied singen.

Als uns der neue Jaguar XF vor die Türe gestellt wurde, waren wir daher doppelt gespannt. Wie gut ist die Limousine der oberen Mittelklasse geworden, sowohl im Vergleich zur vorigen Generation als auch mit dem vornehmlich deutschen Wettbewerb? Die Antworten vorweg, sie lauten: sehr gut und gut.

Mit dem großen V6-Diesel mit 221 kW/300 PS hatten wir die vielleicht optimale Kombination aus Kraft, Prestige und Sparsamkeit gewählt. Nur zur Info: Es gibt zwei weitere Selbstzünder im Angebot, Vierzylinder mit 163 und 180 PS – sparsam, aber für den fast 5 Meter langen Jaguar vielleicht doch ein wenig zu viel des Understatements. Zudem offerieren die Briten auch zwei Sechszylinder-Benziner, mit wahlweise 340 oder 380 PS. Für die würden angesichts wahrscheinlich recht rauer Trinksitten lediglich ein sanfterer Lauf und der gegen Aufpreis zur Verfügung stehende Allradantrieb sprechen.

Der erst seit Herbst letzten Jahres in der neuen Generation erhältliche XF hat sich auf den ersten Blick optisch gar nicht so stark verändert.
Der erst seit Herbst letzten Jahres in der neuen Generation erhältliche XF hat sich auf den ersten Blick optisch gar nicht so stark verändert.

Nun aber zu unserem Fahrzeug. Der erst seit Herbst letzten Jahres in der neuen Generation erhältliche XF hat sich auf den ersten Blick optisch gar nicht so stark verändert. Und doch wirkt die Limousine deutlich dynamischer und versprüht mehr Leichtigkeit, als der etwas behäbigere Vorgänger. Die gestrafften Linien, der verkürzte vorderen Überhang, ein verlängerter Radstand – all das trägt zum Eindruck bei, dass man es mit einem Sportler im Maßanzug zu tun hat: Die Eleganz überwiegt, aber die Muskulatur schimmert an jeder Stelle durch den Stoff ergo die Blechhaut.

Das mit der Leichtigkeit ist übrigens nicht nur Optik: War der Vorgänger noch recht gewichtig, was sich auch in mangelnder Agilität auf der Straße bemerkbar machte, wirkt der Neue einfach frisch. Kein Wunder, sorgt die Diät doch laut Jaguar für bis zu 190 Kilogramm weniger Gewicht. Alleine die Leichtbau-Karosserie soll im Vergleich zu Wettbewerbern bis zu 80 Kilo einsparen.

Das macht sich in jeder Hinsicht positiv bemerkbar. Der große Diesel liegt dem XF deutlich weniger schwer auf der Vorderachse, als im Vorgänger. Geradeaus und lange Strecken konnte der Jaguar schon immer, jetzt kann er auch Kurven und Kehren. Auch dank der Achtgang-Automatik aus dem Hause ZF, die jederzeit Herr der Lage bleibt. Über Höchstgeschwindigkeit und Maximaltempo schweigen wir hier mal, erwähnt seien lediglich die 700 Newtonmeter Drehmoment schon bei 2.000 U/min. Da sollten keine Fragen offen bleiben. Ach ja, unser Testverbrauch lag bei 7,2 Litern (Norm: 5,5 l) , was angesichts der Leistung sehr akzeptabel ist.

Erfreut hat uns der Innenraum des XF, das schöne Leder, der überwiegend weiche Kunststoff, die saubere Verarbeitung. Fortschritte gibt es auch im Bereich Bedienlogik, Entertainment und Navigation zu vermelden. Allerdings ist speziell hier noch Raum für Verbesserungen. Als Beispiel sei das mit Tasten überladene Lenkrad genannt, die nicht immer klar Menüführung und das höchstens mittelschnelle Navi. Über die Vielzahl der im Testwagen vorhandenen Assistenzsysteme schweigen wir an dieser Stelle auch. Sie sind mal mehr, mal weniger nützlich – gehören aber wohl für ein Fahrzeug dieser Klasse heute einfach dazu.

Erfreut hat uns der Innenraum des XF, das schöne Leder, der überwiegend weiche Kunststoff, die saubere Verarbeitung.
Erfreut hat uns der Innenraum des XF, das schöne Leder, der überwiegend weiche Kunststoff, die saubere Verarbeitung.

Trotzdem und gerade deswegen ist es erfreulich, dass der XF ein Fahrerauto geblieben ist. Klar, hinten sitzt es sich auch sehr bequem auf den äußeren Plätzen. Aber wie es sich für einen Jaguar gehört, ist der schönste Platz vorne links (bzw. vorne rechts in seinem Heimatland). Dabei beherrscht der Brite passend zu seinem Outfit sowohl den sportlich-dynamischen Antritt wie den souverän-gelassenen Auftritt. Letzteres passt dann sogar noch ein wenig besser zu Antrieb, Getriebe und Lenkung. Und dies, obwohl der XF keinesfalls weich abgestimmt ist, er wirkt sogar eher straff und teilt das auf Querfugen auch recht deutlich mit. Macht aber nichts, denn insgesamt geht es im Innenraum sehr komfortabel und leise zu.

So lässt sich denn konstatieren: Der XF ist eine ganz (Auto-)Welt besser als sein Vorgänger und gleichzeitig der im Moment wohl beste Jaguar im Sortiment. Und er bewegt sich so nah an den deutschen Platzhirschen wie noch nie. Mehr noch: Er fährt eigentlich erstmals in seiner Karriere praktisch sogar auf Augenhöhe.

Autor: Peter Eck/SP-X

News: Jaguar F-Type SVR – Die Raubkatze im Detail

Das Bessere ist des Guten Feind, das war schon immer so. Und da der Mensch immer mehr möchte, frei nach dem Motto „höher, schneller, weiter“, setzt Jaguar auch noch eins drauf und krönt die Spitze der F-Type-Varianten mit dem SVR. Alle Details, alle Leistungsdaten und die wichtigesten Features des sportlichen Coupés liegen nicht mehr im Verborgenen und wollen preisgegeben werden. Die Details zeigen die nächsten Zeilen. Read more

News: Jaguar XF 3.0 V6 Diesel – Souveräner Sportler und dynamischer Dressmen

Wir Journalisten neigen ja dazu, Fahrzeuge vor allem relativ zu beurteilen. Relativ zum Wettbewerb natürlich. So kann es passieren, dass die eigentlich überzeugende Limousine einer Importmarke im Vergleich mit der stets ein wenig perfektionistischeren deutschen Konkurrenz den Kürzeren zieht. Marken wie Lexus, Infiniti oder Jaguar können davon ein Vergleichstest-Lied singen.

Als uns der neue Jaguar XF vor die Türe gestellt wurde, waren wir daher doppelt gespannt. Wie gut ist die Limousine der oberen Mittelklasse geworden, sowohl im Vergleich zur vorigen Generation als auch mit dem vornehmlich deutschen Wettbewerb? Die Antworten vorweg, sie lauten: sehr gut und gut.

Mit dem neuen Jaguar XF gibt es vielleicht erstmals überhaupt eine echte Alternative zu den deutschen Platzhirschen.
Mit dem neuen Jaguar XF gibt es vielleicht erstmals überhaupt eine echte Alternative zu den deutschen Platzhirschen.

Mit dem großen V6-Diesel mit 221 kW/300 PS hatten wir die vielleicht optimale Kombination aus Kraft, Prestige und Sparsamkeit gewählt. Nur zur Info: Es gibt zwei weitere Selbstzünder im Angebot, Vierzylinder mit 163 und 180 PS – sparsam, aber für den fast 5 Meter langen Jaguar vielleicht doch ein wenig zu viel des Understatements. Zudem offerieren die Briten auch zwei Sechszylinder-Benziner, mit wahlweise 340 oder 380 PS. Für die würden angesichts wahrscheinlich recht rauer Trinksitten lediglich ein sanfterer Lauf und der gegen Aufpreis zur Verfügung stehende Allradantrieb sprechen.

Nun aber zu unserem Fahrzeug. Der erst seit Herbst letzten Jahres in der neuen Generation erhältliche XF hat sich auf den ersten Blick optisch gar nicht so stark verändert. Und doch wirkt die Limousine deutlich dynamischer und versprüht mehr Leichtigkeit, als der etwas behäbigere Vorgänger. Die gestrafften Linien, der verkürzte vorderen Überhang, ein verlängerter Radstand – all das trägt zum Eindruck bei, dass man es mit einem Sportler im Maßanzug zu tun hat: Die Eleganz überwiegt, aber die Muskulatur schimmert an jeder Stelle durch den Stoff ergo die Blechhaut.

Der erst seit Herbst letzten Jahres in der neuen Generation erhältliche XF hat sich auf den ersten Blick optisch gar nicht so stark verändert.
Der erst seit Herbst letzten Jahres in der neuen Generation erhältliche XF hat sich auf den ersten Blick optisch gar nicht so stark verändert.

Das mit der Leichtigkeit ist übrigens nicht nur Optik: War der Vorgänger noch recht gewichtig, was sich auch in mangelnder Agilität auf der Straße bemerkbar machte, wirkt der Neue einfach frisch. Kein Wunder, sorgt die Diät doch laut Jaguar für bis zu 190 Kilogramm weniger Gewicht. Alleine die Leichtbau-Karosserie soll im Vergleich zu Wettbewerbern bis zu 80 Kilo einsparen.

Das macht sich in jeder Hinsicht positiv bemerkbar. Der große Diesel liegt dem XF deutlich weniger schwer auf der Vorderachse, als im Vorgänger. Geradeaus und lange Strecken konnte der Jaguar schon immer, jetzt kann er auch Kurven und Kehren. Auch dank der Achtgang-Automatik aus dem Hause ZF, die jederzeit Herr der Lage bleibt. Über Höchstgeschwindigkeit und Maximaltempo schweigen wir hier mal, erwähnt seien lediglich die 700 Newtonmeter Drehmoment schon bei 2.000 U/min. Da sollten keine Fragen offen bleiben. Ach ja, unser Testverbrauch lag bei 7,2 Litern (Norm: 5,5 l) , was angesichts der Leistung sehr akzeptabel ist.

Erfreut hat uns der Innenraum des XF, das schöne Leder, der überwiegend weiche Kunststoff, die saubere Verarbeitung.
Erfreut hat uns der Innenraum des XF, das schöne Leder, der überwiegend weiche Kunststoff, die saubere Verarbeitung.

Erfreut hat uns der Innenraum des XF, das schöne Leder, der überwiegend weiche Kunststoff, die saubere Verarbeitung. Fortschritte gibt es auch im Bereich Bedienlogik, Entertainment und Navigation zu vermelden. Allerdings ist speziell hier noch Raum für Verbesserungen. Als Beispiel sei das mit Tasten überladene Lenkrad genannt, die nicht immer klar Menüführung und das höchstens mittelschnelle Navi. Über die Vielzahl der im Testwagen vorhandenen Assistenzsysteme schweigen wir an dieser Stelle auch. Sie sind mal mehr, mal weniger nützlich – gehören aber wohl für ein Fahrzeug dieser Klasse heute einfach dazu.

Trotzdem und gerade deswegen ist es erfreulich, dass der XF ein Fahrerauto geblieben ist. Klar, hinten sitzt es sich auch sehr bequem auf den äußeren Plätzen. Aber wie es sich für einen Jaguar gehört, ist der schönste Platz vorne links (bzw. vorne rechts in seinem Heimatland). Dabei beherrscht der Brite passend zu seinem Outfit sowohl den sportlich-dynamischen Antritt wie den souverän-gelassenen Auftritt. Letzteres passt dann sogar noch ein wenig besser zu Antrieb, Getriebe und Lenkung. Und dies, obwohl der XF keinesfalls weich abgestimmt ist, er wirkt sogar eher straff und teilt das auf Querfugen auch recht deutlich mit. Macht aber nichts, denn insgesamt geht es im Innenraum sehr komfortabel und leise zu.

So lässt sich denn konstatieren: Der XF ist eine ganz (Auto-)Welt besser als sein Vorgänger und gleichzeitig der im Moment wohl beste Jaguar im Sortiment. Und er bewegt sich so nah an den deutschen Platzhirschen wie noch nie. Mehr noch: Er fährt eigentlich erstmals in seiner Karriere praktisch sogar auf Augenhöhe.

Autor: Peter Eck/SP-X