News: Jaguar F-Pace – Tausche Kies gegen Schotter

Das erste SUV in der Geschichte der Marke Jaguar könnte schon bald das hierzulande erfolgreichste Modell werden. Obwohl der F-Pace erst in wenigen Wochen in Deutschland auf den Markt kommt, sind die Prognosen für den 4,73 Meter langen Allrader äußerst positiv: „Wir sind jetzt schon auf dem Weg, dass der F-Pace das meistverkaufte Jaguar-Modell wird. Das sehen wir im Vorverkauf“, so Jaguar-Deutschland-Geschäftsführer Peter Modelhart.

Damit dürfte das Modell im boomenden Segment weiter auf den Erfolgskurs einzahlen, den die Marke derzeit sowieso fährt: Unter anderem mit dem neuen XE und XF hat Jaguar im vergangenen Jahr ein Neuzulassungsplus von rund 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht. In den ersten zwei Monaten 2016 verkaufte die britische Traditionsmarke hierzulande gar 82 Prozent mehr als im Januar und Februar 2015. Noch auf niedrigem Niveau allerdings, der Marktanteil betrug 2015 mit rund 5.000 Fahrzeugen gerade einmal 0,2 Prozent.

Seinen Platz im gut gefüllten Wettbewerbsumfeld will sich der F-Pace als Mischung aus Sportlichkeit und Alltagsnutzen sichern. Mit Preisen ab 42.390 Euro ist der Fünfsitzer äußerst wettbewerbsfähig aufgestellt. Trotz des durchaus sportlichen Zuschnitts zählt der F-Pace innen zu den größten Modellen seiner Klasse. Der Radstand von 2,87 Metern sorgt für viel Kniefreiheit im Fond, der Gepäckraum fasst bei voller Bestuhlung 650 Liter.

Optisch fügt sich der F-Pace in die Markenfamilie mit den Limousinen XE, XF, XJ und dem Sportwagen F-Type ein: Die Front prägt der gleiche große Kühlergrill, der von den typischen scharf geschnittenen Scheinwerfern flankiert wird. In der Seitenansicht sorgen kurze Überhänge für stimmige Proportionen. „Wir haben die längsten Radstände und die kürzesten Karosserieüberstände, das bringt Dynamik in unsere Fahrzeuge“, betont Modelhart. „Jeder Jaguar, auch wenn er nur steht, muss immer die Dynamik der Katze haben, die gerade auf dem Sprung ist und ihre Muskeln anspannt.“

Dass Jaguar nun auch im Boom-Segment vertreten ist, sieht der Deutschland-Chef als logische Konsequenz der Markenentwicklung: „Wir gehen mit dem F-Pace in ein Segment, in dem wir noch nie vertreten waren, weil wir es jetzt können“, so Modelhart. „Die Marke Jaguar kann eine weite Spreizung zeigen, weil der Markenkern klar ist: Performance, Technologie und britisches Design.“

Der F-Pace könnte den Weg zu einem größeren Absatzsprung ebnen, dürfte doch der Boom in der SUV-Klasse noch eine Weile anhalten. Wie gut das einem Hersteller tun kann, zeigt Porsche mit Cayenne und Macan. Den Spekulationen um ein SUV oberhalb des F-Pace will Modelhart derzeit zwar keine neue Nahrung geben, sagt aber: „Es ist gut, dass man darüber spekulieren kann. Es zeigt, dass die Marke mehr Möglichkeiten hat.“

News: Jaguar F-Type SVR – Höchstgeschwindigkeit: 322 km/h

Mit 322 km/h Höchstgeschwindigkeit setzt der Jaguar F-Type SVR eine Duftmarke unter den Sportcoupés. Bevor der schnelle Brite in der geschlossenen Version und als Cabrio im Sommer auf den Markt kommt, feiert der Zweisitzer auf dem Genfer Autosalon (3. bis 13. März) Premiere.

Bevor der schnelle Brite in der geschlossenen Version und als Cabrio im Sommer auf den Markt kommt, feiert der Zweisitzer auf dem Genfer Autosalon (3. bis 13. März) Premiere
Bevor der schnelle Brite in der geschlossenen Version und als Cabrio im Sommer auf den Markt kommt, feiert der Zweisitzer auf dem Genfer Autosalon (3. bis 13. März) Premiere

Schon als R-Version leistet der 5,0-Liter-V8-Kompressorbenziner 405 kW/550 PS und ist 300 km/h schnell. Der F-Type SVR ist der erste aus der von Jaguar Special Operations entwickelten SVR-Serie. Die höhere Geschwindigkeit erreichen die Spezialisten durch weiter gesenktes Gewicht und nochmals angehobene Leistung. Details dazu hat Jaguar noch nicht veröffentlicht. Laut Medienberichten soll der V8 nun auf 575 PS kommen, bei einem Drehmoment von 700 Newtonmetern und Coupé wie Cabrio in 3,7 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen. Den Verbrauch gibt Jaguar mit 11,3 Liter/100 km an.

News: Jaguar XJ – Die Katze schärft die Krallen

Es war schon immer etwas Besonderes, einen großen Jaguar zu fahren. Das gilt vor allem, seit die Engländer vor gut fünfeinhalb Jahren ihre treue, traditionsbewusste Kundschaft mit einem komplett veränderten Flaggschiff XJ regelrecht geschockt haben. Schluss mit barocken Formen, die britische Ikone kam von da an glatt und geschwungen daher und war in der Neuzeit angekommen. Das Wagnis glückte, vor allem neue Kunden machten Jaguar wieder stark. Und ebenso „Shocking“: Zumindest in Europa hatten die meisten Edelkarossen einen Dieselmotor unter der langen Haube. Und genau den haben sich die Techniker beim jetzt fälligen Update besonders vorgenommen. Die Preise für die Neuauflage des XJ beginnen bei 81.000 Euro, nach oben lässt die Preisliste kaum Wünsche offen.

Doch der Reihe nach. Seit dem Erscheinen des neuen XJ im Herbst 2009 hat sich die Technik fast dramatisch weiterentwickelt. Vernetzung mit dem Internet, neue Assistenzsysteme, LED-Scheinwerfer, Instrumententafeln mit hochauflösenden Monitoren und natürlich immer sparsamere Triebwerke. Vor allem nach Erscheinen der neuen Mercedes S-Klasse und des Siebener-BMW gab es Nachholbedarf auf der Insel.

Als beeindruckend nach nur wenigen Kilometern erweist sich die Neuauflage des bekannten Dreiliter-Diesel
Als beeindruckend nach nur wenigen Kilometern erweist sich die Neuauflage des bekannten Dreiliter-Diesel

Das erfolgreiche Design dagegen musste nur behutsam verändert werden. Um die Feinarbeit der Designer zum Beispiel an der Frontpartie zu entdecken, muss man schon ganz genau hinschauen. Der Kühlergrill wurde um einen Hauch vergrößert, steht zudem etwas steiler. Neu in den sportiven Versionen die verchromten Spangen in den äußeren Lufteinlässen des vorderen Stoßfängers. Da die Hauptscheinwerfer jetzt mit Voll-LED-Technik leuchten, verändert sich der „Blick“ des XJ. Es entsteht der Eindruck eines „Vier-Augen-Gesichts“, eine Hommage an einstige Jaguar-Modelle. Dass die Strahlkraft der neuen Lichttechnik auch tagsüber beeindruckt, zeigten die ersten Ausfahrten im XJ bei trübem Januar-Wetter rund um Birmingham. Logisch, dass nun auch der je nach Version bis zu 5,26 Meter lange Nobel-Engländer bei Gegenverkehr automatisch abblendet. Die Tagfahrleuchten zeichnen übrigens jetzt ein doppeltes „J“ nach, damit auch bei Dunkelheit zu erkennen ist, welches Modell da entgegenkommt.

Als beeindruckend nach nur wenigen Kilometern erweist sich die Neuauflage des bekannten Dreiliter-Diesel, der mit dem rund 1,85 Tonnen schweren Dickschiff keine Mühe hat. Der Sechszylinder mit Doppelturbo schickt jetzt 221 kW/300 PS an die Hinterachse, 25 PS mehr. Wichtiger noch die gesteigerte Durchzugskraft. 700 Newtonmeter schon bei recht niedriger Drehzahl sind eine markante Ansage an die Rivalen aus Süddeutschland. Der Diesel schnurrt wie sein tierischer Namensgeber, läuft je nach Gasfuß des Fahrers auf leisen Tatzen oder im kraftvollen Galopp. Dezent bewegt ist ein Praxisverbrauch von unter acht Litern möglich, die Norm liegt bei 5,7 Litern auf 100 Kilometern. Um möglichem Ärger mit den Behörden zu entgehen, entgiftet der Diesel-XJ die Abgase mit aufwendiger Technik. Den kritischen Stickoxiden wird jetzt nach heute verbreiteter Technik mit einem sogenannten SCR-Kat zu Leibe gerückt, der mit Harnstoff arbeitet.

Völlig neu ist das Navigationssystem, das nun endlich eine zeitgemäße Kartendarstellung bietet und bereits zu Hause am PC programmiert werden kann
Völlig neu ist das Navigationssystem, das nun endlich eine zeitgemäße Kartendarstellung bietet und bereits zu Hause am PC programmiert werden kann

Um die vielen Pferde nicht ins Straucheln zu bringen, hilft jetzt im Flaggschiff das aus dem kleineren XE und dem Sportwagen XF bekannte elektronische Kontrollsystem, das auch bei Schnee, Eis oder auf nassem Gras dafür sorgt, dass die Antriebsräder beim Gasgeben nicht haltlos zirkulieren. Hier nutzt Jaguar die Erfahrungen der Allradmodelle der Schwestermarke Landrover. Die hilfreichen Chips im Bordcomputer sind auch für weitere Assistenzsysteme zuständig, die jetzt bestellt werden können. Beispiele sind die Verkehrszeichenerkennung, Abstandsradar mit Staufunktion, halbautomatisches Einparken oder die 360-Grad-Rundumsicht. Mit alledem hat der XJ die bestehende technische Lücke zu den S-Klassen und Co. deutlich verringert.

Auch der Jaguar lenkt nunmehr über eine elektromechanische Servolenkung, die das bisher bereits spurgenaue Zirkeln des Riesen um Biegungen jeder Art noch präziser macht. Auf den schmalen Landstraßen der mittelenglischen Cotswolds mit ihren welligen Hügelketten ließ sich der XJ fast spielerisch um Kurven bewegen, nahm auch der bedrohlichen seitlichen Nähe bei Begegnungen ihren Schrecken. Je nach Laune des Fahrers tanzte die ZF-Automatik dabei durch ihre acht Gänge. All das macht die feine Limousine zum Spaßmobil.

Auch hinten sitzt es sich kommod
Auch hinten sitzt es sich kommod

Wenn die Lords, Dukes oder Earls auf den Rücksitz wechseln, sitzen sie nicht nur wie gewohnt in feiner Umgebung aus Leder und Holz, sondern jetzt auch im Cyberspace. Digitale Vernetzung per Internet, ein Hotspot, diverse Apps und vieles mehr bietet ein verbessertes Multimedia-System. Völlig neu ist das Navigationssystem, das nun endlich eine zeitgemäße Kartendarstellung bietet und bereits zu Hause am PC programmiert werden kann. Für die akustische Untermalung sorgen gleich 26 Lautsprecher.

So behutsam die Verjüngungskur auch sein mag, dem XJ hat sie spürbar gut getan. Das macht den begehrten Außenseiter fit für den nächsten Lebensabschnitt. Ungemach droht jedoch aus der eigenen Familie: Wenn der F-Pace, das erste SUV von Jaguar, Mitte April erscheinen wird, könnten manche Kunden ins Grübeln kommen.

Autor: Peter Maahn/SP-X

Erster Test: Der neue Jaguar XF

Es ist ja gar kein Facelift. Steht man vor dem „neuen“ Jaguar XF, mag man erst einmal an ein Facelift glauben. Doch weit gefehlt. Schaut man sich das Datenblatt an, dann wuchs der Radstand um 5.1 Zentimeter, während der XF an sich um 7 Millimeter kürzer wurde. Da wird deutlich, der „neue XF“ ist wirklich neu! 

British? British Premium!

Erster Test des neuen Jaguar XF

Und wie neu er ist. Er teilt sich viele Komponenten mit dem kleineren Bruder XE, aber das schadet dem Premium-Anspruch des XF nicht. Viel Aluminium, ein aufwendiges Fahrwerk, kraftvolle Diesel und ein sachte evolutioniertes Design. So kann das dann auch mit der Attacke auf die drei Premium-Kollegen aus Deutschland klappen. Vor allem die Münchener stehen im Visier des neuen XF. Ein starkes Stück Auto aus England!

Gestreckt und mit dem Hauch eines viertürigen Coupés gesegnet, steht der Engländer vor einem. Das wirkt edel, das wirkt sportlich. Die Überhänge sind nun kürzer, auch das hilft beim adretten Auftritt. Dass er unter seiner Haut vor allem aus Aluminium besteht, sieht man nicht, doch auch der Blick in das Datenblatt verrät die edle Materialwahl nicht. Dass selbst der „kleine“ Diesel am Ende mit knapp 1.6 Tonnen zu Buche schlägt, mag erst einmal enttäuschen. Ein Blick nach München verrät jedoch, ein Fünfer ist 100 Kilogramm schwerer. Hat sich die „Abspeck-Kur“ des Engländers also doch bezahlt gemacht.

Erst einmal Platz genommen, verströmt er das Wohlfühl-Aroma der Premium-Kollegen. Es sitzt sich gut. Man fühlt sich gut aufgehoben und im Fahrbetrieb bleiben Wind- und Motorengeräusche üblicherweise erst einmal außen vor. Das erinnert an den Charakter der Stuttgarter. Sobald man die Zügel locker lässt, den XF aus der Stadt lenkt und sich dem Landstraßen-Gewusel hingibt, zeigt er jedoch noch eine weitere Seite.

Der Jaguar XF zeigt sich bei seiner ersten Ausfahrt so fahraktiv und handlich, würde er sprechen, er hätte einen eindeutig bayerischen Akzent!

Die Achtgangautomatik lassen sich die Engländer von ZF zuliefern, die Überraschungen halten sich hier demnach in Grenzen. Diese Achtstufen-Automatik ist schlicht brillant – noch immer. Derzeit lässt sich dieser Automat bei Jaguar mit fünf Motoren erleben. Der Jaguar-Drehknopf, der sich erst zeigt, sobald die Zündung eingeschaltet wird und ansonsten plan in der Mittelkonsole verschwindet, gehört immer zur Automatik-Variante.

Test Fahrbericht XF_R-Sport_UltimateBlack_102 Jaguar XF neu

Wir konnten den „kleinen“ und den „großen“ Diesel bei einem Presse-Termin im Odenwald Test fahren:

Kleiner Diesel

Der „kleine“ Diesel ist ein Zweiliter-Vierzylinder der modernsten Motorenfamilie von Jaguar-LandRover. Getauft auf den Namen Ingenium, gibt es diesen Langhuber Diesel in zwei Leistungsstufen im XF. Der „ganz kleine“ leistet 163 PS und bringt 380 Nm mit, der „nur kleine“ besitzt 180 PS und stolze 430 Nm.

Das klingt nach ordentlich Kraft. Und so fährt sich der Vierzylinder auch. Es sind mittlerweile einfach andere Zeiten. Der Vierzylinder-Ingenium Diesel ist ein extrem gutes Aggregat geworden. Zusammen mit der Achtstufen-Automatik lässt es sich entspannt cruisen – die Verbrauchsanzeige fällt dabei locker unter die 6 Liter Marke. Das ist kein Wert, den man gleich überbewerten sollte. Die Strecke war fahraktiv und einige Momente der Testfahrt könnte man sich im Alltag sparen. Jaguar gibt einen NEFZ-Wert von 4.3 Litern in Verbindung mit dem ZF-Automaten an. Das klingt nach extrem wenig. Aber irgendwie gar nicht so unrealistisch.

Beim Fahrgeräusch tritt der von Jaguar selbst entwickelte Voll-Aluminium-Diesel bewusst in den Hintergrund. Dank Harnstoffeinspritzung ist der Motor sparsam und schafft dennoch die Schadstoffhürden der EU6. Die neuen Ingenium-Diesel sind die ersten „Jaguar-Eigenentwicklungen“ seit langer Zeit und lösen damit die zusammen mit PSA oder Ford entwickelten Triebwerke ab.

Dass 180 PS den XF bis Tempo 230 treiben soll, man glaubt es nach dem ersten kraftvollen Antritt aus dem Drehzahlkeller sofort.

Test Fahrbericht XF_R-Sport_UltimateBlack_103 Jaguar XF neu

Großer Diesel

Und dann gibt es noch den großen Diesel. Einen 300 PS starkenSelbstzünder mit zwei Turboladern und stolzen 700 Nm Drehmoment. Und wenn die Ingenium-Motoren auch neu sind, Kraft schlägt immer alle anderen Argumente. Die Souveränität, mit der der große Diesel den XF durch die Lande schiebt, die ist sachlich und emotional einfach ein echtes Argument.

Während man den kleinen Diesel im Leerlauf klar als „Nageltopf“ entlarvt, schmeichelt der V6 mit dem sonoren Klang, den eben nur Sechszylinder aus einem Selbstzünder entlocken können. Bei den Fahrten zwischen Odenwald und Frankfurt, die gleiche Strecke, war der „große Diesel“ zudem nur einen knappen Liter durstiger – und damit bereits nah an seinen magischen 5.5 Litern je 100 km nach NEFZ-Norm.

Dass der große Diesel den Kleinen in allen Wertungen betreffend der Fahrdynamik abhängt, wird nicht verwundern. Dort 8.1 auf 100, hier 6.2 und die Klassen üblichen 250 km/h Top-Speed.

Ob mehr oder weniger Leistung: Beide XF-Varianten haben durch Handlichkeit und souveräne Straßenlage gepunktet. Besonderes Lob darf man der Lenkung aussprechen. Die Abstimmung der elektrischen Servolenkung ist sehr gut gelungen, das Feedback von der Straße über dem Klassenstandard.

Dass man bei der Federung eher in Richtung „Dynamik“ denn Komfort geht, darf man auch der Räderwahl zuschieben. Die Testfahrzeuge waren in der R-Sport Ausstattung mit optionaler 20-Zoll Bereifung am Start. Hier federt der Reifen naturgemäß nichts mehr aus – die sportliche Grundabstimmung des XF kam vollends zum Tragen.

British Premium

Neben den fünf Motoren bietet Jaguar auch fünf Ausstattungsvarianten ab. Das Preis-Spektrum bewegt sich hierbei von 41.350 € für den kleinen (ganz kleinen) Diesel und 6-Gang Schaltgetriebe bis zum 380 PS starken Allrad XF mit Kompressor-Benziner für 70.390 €

Dass man bei Jaguar ein eigentlich gutes Infotainment-System mit großem Display bringt, passt zur sonstigen Ausrichtung als moderne Business-Limousine, dass man aber auf Apple CarPlay oder Android Auto verzichtet, macht sprachlos.

Sprachlos macht aber auch die Tatsache, dass dieser Engländer dem dt. Premium-Programm von BMW und Mercedes ebenbürtig erscheint … !

 

 

News: Jaguar F-Pace – Der Schlüssel zum Erfolg

Bei Jaguar läuft der Pkw-Absatz blendend. Allerdings auf niedrigem Niveau, verglichen mit der Konkurrenz. Das soll nun der neue F-Pace ändern helfen. Mit dem Mittelklasse-SUV erweitern die Briten ihr Angebot auf fünf Baureihen und versuchen sich dabei erstmals im boomenden Crossover-Segment. Seinen Platz im gut gefüllten Wettbewerbsumfeld will sich der 4,73 Meter lange Fünfsitzer als Mischung aus Sportlichkeit und Alltagsnutzen sichern. Die Markteinführung erfolgt im Frühjahr zu Preisen ab 42.390 Euro.

Optisch fügt sich der F-Pace fugenlos in die Markenfamilie mit den Limousinen XE, XF, XJ und dem Sportwagen F-Type ein: Die Front prägt der gleiche große Kühlergrill, der von den typischen scharf geschnittenen Scheinwerfern flankiert wird. In der Seitenansicht sorgen kurze Überhänge für stimmige Proportionen, einen Schuss Dynamik fügen das leicht abfallende Dach und die schräg stehende Heckklappe hinzu. Trotz des durchaus sportlichen Zuschnitts zählt der F-Pace innen zu den größten Modellen seiner Klasse. Der Radstand von 2,87 Metern sorgt für viel Kniefreiheit im Fond, der Gepäckraum fasst bei voller Bestuhlung 650 Liter und lässt sich durch Umklappen der Rücksitze auf gut 1.700 Liter erweitern.

Der Gepäckraum fasst bei voller Bestuhlung 650 Liter und lässt sich durch Umklappen der Rücksitze auf gut 1.700 Liter erweitern.
Der Gepäckraum fasst bei voller Bestuhlung 650 Liter und lässt sich durch Umklappen der Rücksitze auf gut 1.700 Liter erweitern.

Unterm Strich soll das Platzangebot im Innenraum auf dem Niveau eines BMW X5 liegen. Und dass, obwohl sich der F-Pace bei Preis und Außenabmessungen eher mit dessen kleinerem Bruder X3 misst. Ging es um Konkurrenz, fiel bei der Präsentation am Rande der IAA aber meist der Name eines anderen Wettbewerbers: Porsche Macan. Den Stuttgarter wollen die Briten vor allem in Sachen Fahrdynamik voll fordern. Wichtigster Trumpf ist dabei der Leichtbau. Der F-Pace basiert auf der Aluminium-Architektur, die schon die Mittelklasselimousine XE zu einem dynamischen Leichtgewicht gemacht hat. Insgesamt 80 Prozent der Karosserie bestehen beim F-Pace aus dem Leichtmetall, hinzu kommen Magnesium-Elemente im Armaturenbrett und eine Heckklappe aus Verbundmaterial. Im Ergebnis soll die Basisversion mit Hinterradantrieb so nur 1.665 Kilogramm wiegen.

Die Diät ist nicht nur gut für die Beweglichkeit, sondern auch für den Verbrauch. Das Basismodell mit dem 132 kW/180 PS starken 2,0-Liter-Vierzylinderdiesel und Hinterradantrieb benötigt laut Hersteller 4,9 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern. Das entsprechende Allradmodell genehmigt sich 0,3 Liter mehr. Wer Kraft mehr schätzt als Minimalverbrauch, findet im Angebot noch zwei weitere Motoren: einen V6-Diesel mit drei Litern Hubraum und 221 kW/300 PS Leistung sowie einen gleich großen Benziner mit Kompressor-Aufladung und 280 kW/380 PS. Die beiden Top-Triebwerke sind immer mit Allradantrieb kombiniert.

Die Technik des AWD-Systems stammt vom Sportwagen F-Type. Entsprechend arbeitet das Verteilergetriebe mit Lamellenkupplung in erster Linie für die Fahrdynamik, weniger für Geländegängigkeit. Im Normalzustand wird die komplette Kraft an die Hinterachse geleitet, um ein möglichst dynamisches Fahrempfinden zu erzeugen. Im Ernstfall kann das halbe Drehmoment aber schnellstens an die Vorderachse geschickt werden. Geht es doch einmal auf Schotter oder in den Schnee, sorgen elektronische Programme für die passende Traktion. Zusammen mit der Wattiefe von 52,5 Zentimetern und einem vorderen Böschungswinkel von 25,5 Grad macht der Jaguar zwar nicht den Modellen der Schwestermarke Land Rover Konkurrenz, ist aber auch nicht auf asphaltierte Straßen meist gut unterwegs.

Seinen Platz im gut gefüllten Wettbewerbsumfeld will sich der 4,73 Meter lange Fünfsitzer als Mischung aus Sportlichkeit und Alltagsnutzen sichern.
Seinen Platz im gut gefüllten Wettbewerbsumfeld will sich der 4,73 Meter lange Fünfsitzer als Mischung aus Sportlichkeit und Alltagsnutzen sichern.

Für Kundschaft, die es beispielsweise öfters mal an den Strand zieht, haben sich die Briten zudem etwas Ungewöhnliches einfallen lassen. Wer beim Schwimmen oder Surfen ungern den wertvollen Autoschlüssel auf dem Badetuch liegen lassen will, kann ihn künftig im verschlossenen Auto platzieren. Zumindest dann, wenn beim Fahrzeugkauf die Option „Activity Key“ geordert wurde. Dabei handelt es sich um ein wasser- und stoßfestes Kunststoff-Armband, das mit Hilfe eines Funkchips den Wagen aufsperren kann. Dazu muss der Träger lediglich mit dem Kontakt das „J“ des Jaguar-Schriftzugs an der Heckklappe berühren. Für die meisten Kunden wohl eher ein netter Gag als ein gewichtiger Kaufgrund. Doch die Briten wollten nach Jahren der Elektrotechnik-Schwäche zeigen, dass sie durchaus auch mit modernen Gadgets und Infotainment-Systemen etwas anfangen können. Entsprechend aufwendig lässt sich der F-Pace in dieser Hinsicht auch ausstatten – Wifi-Anschluss für acht mobile Geräte eingeschlossen.

Der große Aufwand bei Entwicklung und Präsentation soll sich lohnen. Jaguar hat zuletzt zwar große Absatzsprünge gemacht, bleibt mit knapp 82.000 Verkäufen im vergangenen Jahr aber global gesehen eine kleine Nummer. Der F-Pace könnte der Schlüssel zu einem größeren Absatzsprung sein und die Bilanz ordentlich aufhübschen – denn der Boom in der SUV-Klasse wird wohl noch eine Weile anhalten. Wie gut das einem Hersteller tun kann zeigt Porsche nicht nur mit dem Cayenne, sondern seit einiger Zeit auch mit Macan. Kein Zufall also, dass der Name bei den Briten aktuell häufig fällt.

Autor: Holger Holzer/SP-X

News: Jaguar F-Pace – Erstes Foto des Macan-Konkurrenten

Ein erstes Foto seines ersten SUV hat Jaguar nun veröffentlicht. Das vor der Premiere auf der IAA in Frankfurt (17. bis 27. September) gezeigte Bild des F-Pace lässt eine lange Motorhaube, eine ansteigende Schulterlinie und das abfallende Dach erkennen. Auf den Markt kommt der Allrader in der ersten Jahreshälfte 2016.

Als Plattform nutzt das SUV die Aluminium-Architektur, die auch die anderen neuen Modelle der Marke nutzen. Beim Fahrwerk stand Jaguar zufolge vor allem der Sportwagen F-Type Pate, von dem auch das Allradsystem mit Torque-Vectoring-Funktion stammt. Das Motorenangebot reicht von Vierzylindern mit rund 200 PS bis zum rund 500 PS starken V8. Konkurrenz machen will der F-Pace so vor allem Porsche Macan und Audi Q5. Die Preise dürften bei rund 53.000 Euro starten.

Autor: Holger Holzer/SP-X

News: Jaguar F-Pace – Auf den Pfoten des F-Type

Mit dem F-Pace steigt Jaguar Anfang 2016 ins boomende SUV-Segment ein. Der Mittelklasse-Allrader soll aber nicht nur ein weiteres Modell in einem wachsenden Markt sein, sondern mit besonderer Sportlichkeit eigene Akzente setzen. Premiere feiert der F-Pace auf der IAA (17. bis 27. September).

Als Plattform nutzt das SUV die Aluminium-Architektur, die auch die anderen neuen Modelle der Marke nutzen. Beim Fahrwerk stand Jaguar zufolge vor allem der Sportwagen F-Type Pate, von dem auch das Allradsystem mit Torque-Vectoring-Funktion stammt.

Das Motorenangebot reicht von Vierzylindern mit rund 200 PS bis zum rund 500 PS starken V8. Konkurrenz machen will der F-Pace so vor allem Porsche Macan und Audi Q5. Die Preise dürften bei rund 53.000 Euro starten.

Autor: Holger Holzer/SP-X

News: Jaguar XF – Reif von der Insel

Vorsprung durch Technik? Was die bei Audi können, können wir schonlange, sagte man sich bei Jaguar. Die Briten erteilen den Ingolstädter Autobauern sogar eine Lehrstunde zum Thema Leichtbau. Die Einstiegsversion des neuen XF wiegt mit 1.545 Kilogramm nicht nur rund 190 Kilo weniger als sein 2008 eingeführter Vorgänger, sondern ist auch etwa 80 Kilogramm leichter als ein vergleichbarer Audi A6. Möglich macht dies eine Karosserie, die zu 75 Prozent aus Aluminium besteht – bislang einmalig in diesem Business-Segment.

Es ist nicht das einzige technische Highlight, das Jaguar mit seiner neuen XF-Generation setzen will. Ebenso strebt man die Position „Best in Class“ beim Verbrauch an. Hier, um hauptsächlich Firmen und Flottenbetreiber als Kunden zu gewinnen. Sie sollen auf den neu entwickelten Dieselmotor der sogenannten Ingenium-Serie abfahren. Mit ihm schafft der XF vier Liter im Normverbrauch und kommt so auf einen CO2-Wert von nur 104 g/km. Das erreicht weder Audi, noch BMW oder Mercedes – zumindest mit keinem konventionellen Modell.

Der XF lässt sich extrem agil bewegen, unter anderem, weil die Ingenieure ihm die vordere Doppelquerlenker-Aufhängung aus dem F-Type spendierten. Präzise und knackig geht die Limousine durch die Kurven, bleibt dabei gutmütig und leicht beherrschbar. Lenkung, Federung und Dämpfung sind sportlich, aber nicht zu straff abgestimmt. Es bereitet Spaß, den XF zügig zu bewegen. Auf Wunsch steht die adaptive Fahrwerkssteuerung aus dem F-Type zur Verfügung. Sie erlaubt unterschiedliche Modi.

Im Cockpit fühlen sich Jaguar-Fahrer sofort zu Hause.
Im Cockpit fühlen sich Jaguar-Fahrer sofort zu Hause.

Auch was Geräusche angeht, fährt die britische Business-Limousine auf hohem Niveau. Zusammen mit einem üppigen Raumangebot – vorne wie hinten – reisen Gäste äußerst kultiviert und entspannt. Kein Wunder bei fast drei Meter Radstand. Jaguar spricht von den besten Platzverhältnissen in der Klasse. Und fürs Gepäck bleibt ebenfalls reichlich Luft. 540 Liter sind mehr als die Werte der Konkurrenz. Klappt man die Rücksitzlehnen um, lassen sich sogar bis zu 885 Liter an Gepäck verstauen.

Im Cockpit fühlen sich Jaguar-Fahrer sofort zu Hause. Auf der Mittelkonsole thront nach wie vor der typische Drehknopf für die Automatik, der pulsierende rote Starterknopf wartet auf den Druck des Zeigefingers und erst nach Einschalten der Zündung öffnen wie gehabt die Lüftungsdüsen links und rechts im Armaturenbrett. Verarbeitung, Oberflächen und Wahl der Materialien erreichen Premium-Niveau und geben keinen Anlass zur Kritik. Man fühlt sich schnell wohl in diesem Auto.

Neuzeit zieht sowohl mit dem lasergesteuerten Head-up Dislay in der Windschutzscheibe, als auch mit dem riesigen Zentral-Display (10,2 Zoll Touchscreen) ein. Über „InControl Touch Pro“ (Aufpreis) halten die Insassen Verbindung zur Außenwelt. Das Display lässt sich wie ein iPad mit den Fingern steuern und zoomen. Im Cockpit selbst setzt Jaguar optional auf ein frei konfigurierbares TFT-Display, das diverse Darstellungen ermöglicht, je nach dem, was dem Fahrer gerade wichtig erscheint, beispielsweise der Drehzahlmesser, die Analoguhr, die Rundenzeit auf der Rennstrecke oder eine vollflächige Landkarte.

Die Einstiegsversion des neuen XF wiegt mit 1.545 Kilogramm nicht nur rund 190 Kilo weniger als sein 2008 eingeführter Vorgänger, sondern ist auch etwa 80 Kilogramm leichter als ein vergleichbarer Audi A6.
Die Einstiegsversion des neuen XF wiegt mit 1.545 Kilogramm nicht nur rund 190 Kilo weniger als sein 2008 eingeführter Vorgänger, sondern ist auch etwa 80 Kilogramm leichter als ein vergleichbarer Audi A6.

Fahren konnten wir den für Deutschland wichtigsten Motor, den 180 PS starken Ingenium-Diesel. Das Zweiliter-Aggregat entwickelt beachtliche 430 Newtonmeter an Drehmoment, und die bereits bei 1.750 U/min. Klar, dass mit dieser „Kellerkraft“ der XF munter am Gas hängt und souverän beschleunigt. Noch mehr verblüfft jedoch der Sound des Vierzylinders. Ein typisches Selbstzünder-Nageln ist nicht zu hören. Der Diesel klingt wie ein Otto und wird bei zunehmender Geschwindigkeit immer leiser. Wer auf Sechszylinder steht, dem bietet Jaguar den XF mit einem Dreiliter-Diesel (300 PS) sowie einem Dreiliter-Benziner (340 oder 380 PS) adäquaten Vortrieb.

Menschen, die den XF bislang nur vom Vorbeifahren kennen, dürften den Neuen kaum als solchen wahrnehmen. „Die Evolution ist gewollt“, sagt Chefdesigner Ian Callum. Gegenüber der ersten Generation wurde der neue XF minimal kürzer und flacher, wuchs aber deutlich im Radstand (plus 5 cm), was ihm in Verbindung mit seiner coupé-ähnlichen Silhouette den sportlichsten Auftritt in seiner Klasse verleiht.

Preislich startet Jaguars neue Business-Limousine bei 41.500 Euro (163 Diesel-PS). Das ist 4400 Euro günstiger als beim Vorgänger, der allerdings 200 PS als Minimum hatte. Deutlich teurer werden die starken Benziner. Im Falle des Dreiliter-V6 mit 340 PS sind dies knapp 10.000 Euro. Jaguar verteidigt dies allerdings mit einer deutlich angehobenen Serienausstattung. Hinzu kommt für alle XF-Modelle eine Art Flat-Rate beim Service, „Jaguar Care“ genannt. Die ersten drei Jahre sind sämtliche Inspektionen kostenlos, egal, wie viele Kilometer man zwischenzeitlich abgespult hat.

Autor: Michael Specht/SP-X

News: Jaguar F-Type Project 7 – In siegreicher Tradition

Sieben Mal hat Jaguar das prestigereiche Rennen in Le Mans gewonnen. Ganz im Geiste dieser Erfolge fahren die Briten nun den F-Type Project 7 vor: Eine radikale Fahrmaschine mit 575 PS. 155.000 Euro kostet der offene Zweisitzer – allerdings sind alle 250 Modelle bereits vor Markteinführung ausverkauft.

Optisch nimmt der Project 7 Anleihen am legendären Le-Mans-Rennwagen D-Type, der in den 50er Jahren allein drei Mal siegte. Die Windschutzscheibe wurde gegenüber dem Standard-F-Type um fast zwölf Zentimeter gekürzt, die Seitenscheiben beschnitten und hinter dem Fahrersitz geht die Kopfstütze über in eine haifischflossenartige Hutze, die bis an den ausladenden Heckspoiler reicht. Statt eines elektrischen Verdecks gibt es ein kleines Stoffmützchen, das aber nur bis gut 190 km/h zugelassen ist. Und die knackt der Project 7 locker: Tempo 300 gibt Jaguar als elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit an; von 0 auf 100 km/h sprintet der Roadster in 3,9 Sekunden.

Auch Details unterstreichen den hehren Anspruch
Auch Details unterstreichen den hehren Anspruch

Dazu kommt ein neues Fahrwerk. Die Federn vorne wurden um achtzig Prozent gestrafft, die Lenksäule erheblich steifer ausgelegt und der negative Sturz der Vorderräder auf 1,5 Grad verdreifacht. Gleichzeitig haben die Techniker die Spreizung der adaptiven Dämpfer angepasst; sie gleichen auf Tastendruck die Verhärtungsmaßnahmen wieder aus und sorgen trotz aller Sportlichkeit für erstaunlich viel Komfort.

Trotzdem: Dynamik liegt dem Sportler mehr als langsames Gleiten. Mit jeder Biegung wagen wir uns näher an den Grenzbereich heran, und der scheint jedes Mal ein Stückchen weiter zurück zu weichen. Während sich der um 45 Kilogramm gegenüber dem F-Type R Cabrio erleichterte Sportler leichtfüßig und mit Verve in die Kurve wirft, krallen sich die Räder im Asphalt fest und lassen den Briten keinen Millimeter von der Ideallinie abweichen. Der auf 421 kW/575 PS gesteigerte Fünfliter-V8-Kompressor hat auch klanglich noch einmal zugelegt, je nach Fahrsituation schnurrt er kernig oder faucht knatternd.

Ein elektrisches Verdeck sucht man vergebens
Ein elektrisches Verdeck sucht man vergebens

Das Fahrvergnügen hat allerdings seinen Preis: Wie schon bei den normalen F-Types fasst der Tank nur 70 Liter. Die reichen bei einem versprochenen Normverbrauch von 10,9 Liter zwar für gut 640 Kilometer. In der Praxis wird man dem Tankwart aber deutlich früher einen Besuch abstatten.

Autor: Michael Gebhardt/SP-X

News: Jaguar F-Pace – Schotter und Kies

Denkt man an Abstimmungsfahrten in einem Jaguar, liegt die Assoziation von unter den Rädern knirschendem Kies vor einem Herrenhaus nahe. Weil die britische Traditionsmarke mit dem SUV F-Pace neues Terrain erobern will, müssen die Entwickler auch abseits der Wege gehen, beziehungsweise fahren, und zwar im Wortsinn: Erstmals wurde ein Jaguar-Modell auch auf geschotterten Bergpässen getestet. Bei den Limousinen, Cabrios oder Sportwagen, die das Unternehmen bisher hergestellt hat, was der Tausch von Schotter gegen Kies nicht notwendig.

Wenn das neue Jaguar-SUV im September auf der IAA Premiere feiert, wird es also nicht nur die üblichen Tests, beispielswiese unter sehr kalten und sehr heißen Bedingungen im nordschwedischen Arjeplog (Foto) oder der Wüstenstadt Dubai absolviert haben
Wenn das neue Jaguar-SUV im September auf der IAA Premiere feiert, wird es also nicht nur die üblichen Tests, beispielswiese unter sehr kalten und sehr heißen Bedingungen im nordschwedischen Arjeplog (Foto) oder der Wüstenstadt Dubai absolviert haben

Wenn das neue Jaguar-SUV im September auf der IAA Premiere feiert, wird es also nicht nur die üblichen Tests, beispielswiese unter sehr kalten und sehr heißen Bedingungen im nordschwedischen Arjeplog oder der Wüstenstadt Dubai absolviert haben. Laut Jaguar war es eines der „härtesten Testprogramme in der Geschichte des Unternehmens“. Der Allrader, der 2016 auf den Markt kommt, soll gegen Modelle wie Porsche Macan oder BMW X3 antreten und setzt dabei auf Leichtbau und dynamisches Design.

Autor: Hanne Lübbehüsen/SP-X

News: Jaguar XJ – Update für die Oberkatze

Rund fünf Jahren nach Markteinführung erhält der Jaguar XJ nun seine erste Überarbeitung. Neben einer leichten optischen Auffrischung gibt es neue Technik und überarbeitete Motoren. Die Markteinführung erfolgt im Spätherbst, die Preise starten bei 81.000 Euro.

Äußerlich ist die neue Version der Oberklasselimousine vor allem an dem vergrößerten Kühlergrill zu erkennen, der nun von zwei LED-Scheinwerfern flankiert wird. Diese sind serienmäßig und bieten Kurven- und automatisches Fernlicht. Im ebenfalls überarbeiteten Innenraum wurde das betagte Infotainment-System durch die neue Technik aus der Mittelklasselimousine XE ersetzt. So ist nun die Einbindung des Smartphones inklusive Mobilfunk-Fernsteuerung der Klimaanlage ebenso möglich wie das Aufspannen eines Wifi-Hotspots.

Für den Antrieb steht eine neue Ausbaustufe des V6-Diesels zur Verfügung. Das 3,0-Liter-Triebwerkt kommt nun auf 221 kW/300 PS (bisher 202 kW/275 PS) und soll sich mit 5,7 Litern Kraftstoff zufrieden geben (bisher 6,1 Liter). Außerdem ergänzen weiterhin ein 3,0-Liter-V6-Kompressorbenziners mit 250 kW/340 PS und ein 5,0-Liter-V8-Kompressor-Benziners mit 405 kW/550 PS das Programm. Angetrieben werden jeweils die Hinterräder, lediglich beim kleinen Benziner ist Allradtechnik an Bord.

Erhältlich ist das Flaggschiff der britischen Marke künftig in den bekannten vier plus zwei neuen Ausstattungslinien. In der Variante „R-Sport“ rückt die Limousine dann optisch etwas in Richtung des Sportmodells XJR, in der „Autobiography“-Variante warten die Modelle mit langem Radstand mit besonders edler Ausstattung auf. Die Preise sind leicht gestiegen: Mit 81.000 Euro kostet die Dieselvariante nun knapp 700 Euro mehr als zuletzt.

Autor: Holger Holzer/SP-X

News: Jaguar XE S – Mit sportlichen Grüßen nach Süddeutschland

Mit dem neuen XE besetzt Jaguar sieben Jahre nach dem Rückzug des glücklosen X-Type wieder die Mittelklasse. Diesmal wollen die Briten alles besser machen und präsentieren ein völlig neu entwickeltes Fahrzeug, für seine Klasse sehr leicht und mit einer neuen Dieselmotoren-Familie. Der XE geht in Deutschland am 13. Juni in den Handel, zu Preisen ab 36.450 Euro für die kleinste Benziner-Variante (2,0 Liter, 147 kW/200 PS) bzw. 36.500 Euro für den 2,0-Liter-Diesel, wobei der Preis kurioserweise sowohl für die Version mit 120 kW/163 PS als auch für die mit 132 kW/180 PS gilt.

Zwar werden in Deutschland, wie in dieser Fahrzeugklasse üblich, wohl mindestens neun von zehn Käufern zum sparsamen Diesel greifen, dem Mythos Jaguar am nächsten kommt aber sicherlich die Spitzenversion S. Hier arbeitet der schon aus dem F-Type und dem XJ bekannte 3,0-Liter-V6-Kompressor unter der Haube und faucht böse seine 250 kW/340 PS in die Landschaft.

Innen geht es sportlich zu
Innen geht es sportlich zu

An dieser, in Deutschland wohl eher nur in homöopathischer Menge verkauften Variante (ab 54.600 Euro) lassen sich aber die in diesem Modell kumulierten Fortschritte der Marke am besten aufzeigen. Der wichtigste Fortschritt – zum Beispiel im Vergleich zum derzeitigen, ebenfalls vor der Ablösung stehenden größeren XF – lässt sich mit dem Begriff „Leichtigkeit“ umschreiben. Bei dem völlig neu konstruierten Fahrzeug besteht die Rohkarosse zu 75 Prozent aus Aluminium, wodurch sie nur 250 Kilo wiegt. Das gesamte Fahrzeug kommt auf ein Gewicht von 1.665 Kilogramm – in der Spitzenversion. Mit dem kleinen Diesel an Bord, zeigt die Waage gerade mal 1.474 Kilo an, da ist schon mancher Kompaktwagen schwerer.

Das sind zunächst nicht mehr als Zahlen, die Jaguar-Ingenieure haben den Gewichtsvorteil aber auch umgesetzt: in Fahrdynamik und Fahrspaß. Natürlich sind Werte wie die 5,1 Sekunden für den Spurt auf 100 km/h oder 250 km/h Spitze bei 340 PS nichts Außergewöhnliches. Es ist eher das Gefühl einer kompletten Leichtigkeit, angefangen von der leichtgängigen, aber trotzdem nicht unpräzisen Lenkung, über die immer richtig reagierende ZF-Achtgangautomatik bis hin zum neuen Fahrwerk, das den Spaß ausmacht. So einen Jaguar – abgesehen vom Sportwagen F-Type – haben wir lange nicht mehr gefahren. Erstmals können die Briten damit in der Mittelklasse wieder ein wettbewerbsfähiges Pendant zur deutschen Übermacht in diesem Segment aufbieten.

250 kW/340 PS stehen zur Verfügung
250 kW/340 PS stehen zur Verfügung

Schwächen? Kaum, und die wenigen sind verkraftbar. Im Innenraum mag sich mancher an der Einfachheit der Instrumente oder den Fensterhebern stören, die aus einem Kleinwagen stammen könnten. Auch gibt es Wettbewerber, die auf den Rücksitzen mehr Platz oder einen größeren Kofferraum bieten. Geschenkt, der neue XE macht wirklich Wichtiges richtig, zum Beispiel gibt es endlich ein modernes Infotainmentsystem und auch die heute üblichen Assistenzsysteme.

Was sich schon mit dem F-Type angedeutet hat, setzt sich also mit dem XE fort und wird im kommenden neuen XF wohl einen weiteren Beweis antreten: Jaguar ist auf dem Weg nach oben und mausert sich zu einem ernsthaften Wettbewerber der deutschen Premium-Anbieter.

Autor: Peter Eck/SP-X

News: Jaguar XE 2.0 Diesel – Die Alternative

Im Juni startet der lang erwartete kleine Jaguar XE. Er tritt gegen den 3er-BMW und die beiden anderen deutschen Mittelklasse-Limousinen an und will vor allem mit seiner ausgeprägten Sportlichkeit trumpfen. Ganz nebenbei senkt der XE den Eintrittspreis für die Jaguar-Welt um rund 10.000 Euro. Das Basismodell ist schon ab 36.450 Euro zu haben.

Seit gut sechs Jahren hat Jaguar in der begehrten Mittelklasse kein Modell mehr am Start. Der X-Type, damals noch auf Basis eines Ford Mondeo, ist nur noch eisernen Fans in Erinnerung. „Wir haben vor vier Jahren auf dem berühmten weißen Blatt begonnen“, erinnert sich Designer Adam Hatton an die Geburtsstunde des neuen XE. Aber kann er wirklich mit der Perfektion einer C-Klasse mithalten, der Sportlichkeit eines 3er-BMW oder der Eleganz eines Audi A 4?

Der Jaguar XE will nichts weniger als die sportlichste aller Sportlimousinen sein
Der Jaguar XE will nichts weniger als die sportlichste aller Sportlimousinen sein

„95 Prozent werden sich für eine der beiden Diesel-Versionen des XE entscheiden“, sagt der deutsche Jaguar-Chef Peter Modelhardt. Also steht der schneeweiße Test-XE mit dem Zweiliter-Diesel und 132 kW/180 PS im Mittelpunkt der Neugier auf den Neuen von der Insel. Er steht inklusive Achtgang-Automatik ab exakt 39.000 Euro in der Preisliste, liegt damit in etwa auf dem Niveau eines BMW 320 d oder eines C 220d von Mercedes.

Die Diesel-Katze schnurrt zwar wohlig, aber doch akustisch nachhaltig. Dank des konsequenten Leichtbaus (75 Prozent der Rohkarosse bestehen aus Aluminium) bietet der XE eine Mixtur aus Leichtfüßigkeit und satter Präsenz auf der Straße. Letzteres ist der Steifigkeit der Karosse zu verdanken, auf die die Jaguar-Ingenieure besonders stolz sind. Hinzu kommt eine ebenfalls neue elektromechanische Lenkung, die spurgenaues Dirigieren in jeder erfahrenen Lebenslage garantiert.

Der Achtgang-Automat ist schon aus anderen Jaguar-Modellen bekannt und passt sich schnell an die Gemütslage des Fahrers an. Die Sitzposition hinter dem aus dem Sportwagen F-Type stammenden Lenkrad mutet an, als hätte der Designer den Fahrer ins Auto hineinkonstruiert. Die Armaturen liegen in tiefen Höhlen, unsichtbar für den Beifahrer. Der silberne Drehknopf auf der Konsole erledigt die Wahl der Fahrstufen, der vergleichsweise klein geratene Touchscreen-Monitor mittig auf Augenhöhe steht auch dem Co-Piloten zur Verfügung. Niemand fühlt sich beengt, sondern passgenau eingebettet.

Die Sitzposition hinter dem aus dem Sportwagen F-Type stammenden Lenkrad mutet an, als hätte der Designer den Fahrer ins Auto hineinkonstruiert
Die Sitzposition hinter dem aus dem Sportwagen F-Type stammenden Lenkrad mutet an, als hätte der Designer den Fahrer ins Auto hineinkonstruiert

Das allerdings gilt nicht für Hinterbänkler: Wie auch beim deutschen Trio ist vorne die Business-Class, hinten nur Economy. Die Kniefreiheit ist eingeschränkt, hochgewachsene Fond-Passagiere müssen das Haupt stets etwas neigen, zu dritt nebeneinander wird´s auch richtig kuschelig. Der Kofferraum ist mit seinen 450 Litern ebenfalls nur Mittelmaß.

Ein dickes Plus für den Diesel. Dank der Durchzugskraft von 430 Newtonmetern wechselt der XE vom souveränen, entspannten Gleiten schnell in den Angriffsmodus, fährt die Krallen aus und macht das Überholen zum Kinderspiel. Dabei bedient er sich nicht exzessiv aus dem 56-Liter-Tank. Sieben Liter auf 100 Kilometer meldet der bordeigene Verbrauchsrechner. Natürlich mehr als der Normverbrauch (4,2 Liter), aber durchaus akzeptabel.

Großes Zittern in München, Ingolstadt oder Stuttgart? Sicher nicht, denn der XE ist zwar der erste ernsthafte Rivale, doch Jaguar ist (noch) zu klein, um zum Macht der Big Three zu gefährden.

Autor: Peter Maahn/SP-X

News: Neuer Jaguar XF – Ganz leicht und ganz ohne Ford

Es ist ein ganz besonderer Tag für Jaguar, dieser erste im April. In New York rollt der neue XF auf die Bühne, fast überall auf der Welt das meistverkaufte Modell mit der Raubkatze als Logo. Nicht nur ein neues Auto, sondern gleichzeitig ein Schlussstrich. Denn der jetzt abgelöste XF war der letzte Jaguar, der noch einige Komponenten mit einem Modell des früheren Eigentümers Ford teilte. Im der neuen Business-Class auf britische Art steckt nun gar kein Mondeo mehr drin.

„Ein völlig neues Auto“, sagt Kreativ-Direktor Adam Hatton, der für das äußere Erscheinungsbild des neuen XF verantwortlich ist. „Wir haben auf einem weißen Blatt begonnen“. Natürlich muss er einräumen, dass die optische Verwandtschaft zum bisherigen Modell sehr eng ist. „Das ist aber ganz bewusst so“, sagt der Engländer. „Schließlich war der XF seinerzeit der Vorreiter des neuen Jaguar-Designs, der Stammvater der heutigen Familie“. In der Tat war im Jahr 2008 der Jaguar XF zunächst ein Schock für die verbliebenen Fans der britischen Traditionsmarke. Eine coupéartige Limousine mit Schlafzimmerblick stammt klassisch-kantigem Urgestein. Doch Jaguar setzt längst auf neue Kunden, die mehr im Jetzt als in der Erinnerung an ruhmreiche Nachkriegsjahre lebten.

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„Dabei ist Tradition immer ein wichtiger Faktor für uns auch beim neuen XF“, erläutert Hatton. „Schließlich war Jaguar stets ein Hersteller von Sportwagen. Und das betont sportliche soll uns heute auch bei den Limousinen von unseren deutschen Rivalen unterscheiden“. Der Ober-Kreative aus Coventry meint damit natürlich das süddeutsche Dreigestirn Mercedes E-Klasse, BMW 5er und Audi A 6 – allesamt klassische Stufenheck-Limousinen, wie sie in der sehr konservativen Dienstwagen-Riege nun mal Standard sind. Als Eckpfeiler für den neuen XF nennt Adam Hatton die optische Präsenz auf der Straße, die sich aus der Kombination aus Eleganz und Dynamik ergibt.

Der zwar ein paar Millimeter kürzere, aber immer noch 4,95 Meter lange XF ist jetzt vor allem für die hinteren Passagiere eine Offenbarung. Dank mehr als fünf Zentimeter zusätzlichen Radstandes (jetzt 2,96 Meter) gibt es deutlich mehr Platz für Bein und Kopf. „Damit haben wir in dieser Klasse die Führung übernommen“, freut sich Hatton. Der Gepäckraum ist mit seinen 540 Litern auf ähnlichem Niveau wie zum Beispiel der der E-Klasse.

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Auch im Innenraum hat sich vieles verändert: Die edlen Materialien wurden erneut verfeinert, hinzu kommt moderne Elektronik wie der 10,2-Zoll große Touchscreen-Monitor, der sich ähnlich wie ein iPad bedienen lässt. Auch Jaguar-Kunden können sich jetzt mittels Laser-Head-Up Informationen in die Windschutzscheibe spiegeln lassen, mit Voll-LED-Scheinwerfern in die Nacht leuchten oder auf Assistenzsysteme vertrauen, die mit einer Stereo-Kamera kooperieren.

Der Durst der Katze ist dank einer radikalen Abmagerungskur gesunken. „Je nach Modell um bis zu 190 Kilogramm“, rechnet Adam Hatton vor und betont, dass der Unterbau der Karosserie jetzt zu 75 Prozent aus leichtem Aluminium besteht. Die Folge: Das Einstiegsmodell mit seinem Zweiliter-Diesel (102 kW/163 PS) kommt nach geltender Norm mit 3,9 Litern auf 100 Kilometer aus und startet bei 41.350 Euro. Im Preis inbegriffen ist immer das Rundum-Sorglos-Paket „Jaguar Care“. Es sichert Kunden eine Dreijahres-Garantie bei unbegrenzter Kilometerleistung. Darin enthalten sind alle turnusmäßigen Inspektionen und eine Mobilitätsgarantie. Insgesamt sind drei Diesel und zwei Benziner im Angebot. Die Leistungsspanne reicht von jenen 120 kW bis hin zu 280 kW/380 PS für das Sportmodell mit V6-Kompressor-Triebwerk, das mit 70.390 Euro auch den derzeit üppigsten Grundpreis abverlangt. Nach Deutschland kommt der neue XF im Oktober.

Autor: Peter Maahn/SP-X

News: Jaguar XF – Das kostet die Katze

Jaguar zeigt auf der New Yorker Auto Show (3. bis 12. April) die zweite Auflage des Businessmodells XF. Dieses ist ab Herbst für mindestens 41.350 Euro erhältlich.

Die Briten bietet die Limousine in fünf Ausstattungslinien (Pure, Prestige, Portfolio, R-Sport und S) sowie mit drei Diesel- und zwei Benzinmotoren an. Den Einstieg markiert der XF E-Performance mit 120 kW/163 PS starkem Vierzylinder-Selbstzünder mit Sechsgang-Handschaltgetriebe, der sich mit 3,9 Litern auf 100 Kilometern begnügen soll. Für die ZF Achtstufen-Automatik zahlt man zusätzlich 2.500 Euro.

Wer den heckgetriebenen Briten mit einem Sechszylinder will, wird ab 61.510 Euro (Diesel) fündig. Mit Ottomotor und V6 kostet der britische Viertürer mindestens 62.270 Euro. Sportliche Speerspitze der Baureihe bildet der mit dem 280 kW/340 PS starken Sechszylinder aus dem F-Type bestückte XF S. Dafür werden 67.790 Euro fällig, mit Allradantrieb sogar 70.390 Euro.

Äußerlich unterscheidet sich der XF nicht allzu stark vom Vorgänger. Der Neue ist einen Hauch kürzer und flacher als das Modell von 2007. Da jedoch der Radstand um fünf Zentimeter auf 2,96 Meter zugelegt hat, soll es innen spürbar luftiger zugehen. Unterm Blech hat sich da mehr getan: Der Unterbau des Jaguar XF besteht zu 75 Prozent aus Aluminium, was eine Gewichtsreduzierung von 190 Kilogramm im Vergleich zum Vorgänger bedeutet.

Zu den technischen Highlights gehören ein Head-up-Display, Voll-LED-Scheinwerfer sowie ein neuer 10,2 Zoll großer Touchscreen. Auf letzterem lässt sich durch die „Split-view“-Funktion der Bildschirm teilen, so dass der Fahrer beispielsweise Informationen zur Routenführung einsieht, während der Beifahrer eine DVD schaut. Der Touchscreen wird ergänzt durch ein konfigurierbares und 12,3 Zoll großes TFT-Kombiinstrument, das bereits im größeren Jaguar XJ sowie im Range Rover eingesetzt wird.

Autor: Adele Moser/SP-X

News: Jaguar XF – Neuheit auf den zweiten Blick

Mit der Businesslimousine XF läutete Jaguar 2007 den endgültigen Abschied von seiner barocken Formensprache ein. Die zweite Auflage verzichtet bei ihrem Debüt auf der New York Auto Show auf eine ähnliche Design-Revolution. Doch auch wenn sie äußerlich erst auf den zweiten Blick vom Vorgänger unterscheidbar ist – am und unter dem Blech hat sich einiges getan.

Das fängt schon beim Material an: Rund 75 Prozent der Karosserie bestehen nun aus Aluminium, was für eine Gewichtsreduzierung von 180 Kilogramm im Vergleich zum weitgehend konventionell aus Stahl gebauten Vorgänger sorgen soll. Möglich wird das durch die neue Leichtbau-Plattform, die beim gerade präsentierten Mittelklassemodell XE zum Einsatz kommt. Auf die im Branchenvergleich durchaus extreme Diät sind die Briten so stolz, dass sie den XF bei der Vorpremiere in London wie einen Seiltänzer auf zwei Karbon-Tauen über ein Hafenbecken haben fahren lassen.

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Für den späteren Straßeneinsatz dürfte das leichtfüßige Kunststück kaum von Belang sein. Dafür sollen Käufer beim Kraftstoffverbrauch von dem geringen Gewicht profitieren, auch weil es zusätzlich neue Motoren gibt. Die sparsamste Variante der Limousine fährt mit dem frisch entwickelten Vierzylinder-Diesel der Marke und kommt laut Hersteller mit 3,9 Litern Sprit auf 100 Kilometern aus – bei immerhin 120 kW/163 PS Leistung aus zwei Litern Hubraum. Nur wenig höher dürfte der Verbrauch bei der auf 132 kW/180 PS verstärkten Variante ausfallen. Als Top-Diesel fungiert ein 3,0-Liter-Biturbomotor mit 221 kW/300 PS. Neben den drei Selbstzünden stehen auch zwei 3,0-Liter-Benziner zur Wahl: Die beiden Sechszylinder mit Kompressor-Aufladung leisten wie schon im Sportwagen F-Type 250 kW/340 PS und 280 kW/340 PS. Die V8-Motoren des Vorgängermodells werden zunächst nicht angeboten. Dafür aber der bekannte Allradantrieb.

Äußerlich ist der XF seinem Vorbild treu geblieben. Optische Unterschiede muss man schon eine Weile suchen. Jaguars Chef-Designer Ian Callum streicht neue Elemente wie eine stärkere Schulterlinie und die näher zusammengerückten Endrohre heraus – kleine Details, die das Gesamtbild kaum ändern. Das soll aber auch genau so sein: Man wolle die Marke wiedererkennbar und damit bekannter machen, erklärt Deutschland-Chef Peter Modelhart. Dabei könne es nur helfen, dass der XF nicht nur seinem Vorgänger, sondern auch dem kleineren XE und dem größeren XJ möglichst ähnlich sehe. Das betrifft vor allem das Markengesicht mit dem großen Kühlergrill und den aggressiv geschlitzten Scheinwerfern. Aber auch die grundsätzlich leicht coupéhafte Silhouette.

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Es fällt gar nicht auf, dass der Neue eine Idee kürzer und flacher ist als das aktuelle Modell. Da jedoch der Radstand um fünf Zentimeter auf 2,96 Meter zugelegt hat, geht es innen spürbar luftiger zu. Stößt man bislang im Fond schnell mit den Knien an die Sitzlehne des Vordermannes, gibt es nun der klassenübliche Platzkomfort, wie in einem Vorserienfahrzeug am Rande des Genfer Salons auszuprobieren war. Dort ließ sich auch das noch weiter veredelte Interieur in Augenschein nehmen, das nicht mehr ganz so verspielt rüber kommt wie beim Vorgänger. Optisches Highlight ist nun ein neues Infotainment-System, das den pixeligen und wirr zu bedienenden Zentralbildschirm des alten XF ablöst. Dazu gibt es viel Leder, Aluminium und Holz. Insgesamt wird die mittelgroße Jaguar-Limousine ein gutes Stück edler – auch um den Abstand zum neuen kleinen Bruder XE zu wahren.

Der XF soll so helfen, den Aufschwung der Briten fortzusetzen. 2013 fuhr Jaguar vor allem mit Hilfe des F-Type ein Plus von 30 Prozent auf 4.160 Neuzulassungen ein. Im vergangenen Jahr stagnierten die Zahlen mangels neuer Modelle, 2014 soll es aber mit dem neuen Einstiegsmodell XE und dem anlaufenden XF wieder steil nach oben gehen. 2016 stößt dann auch noch das neue SUV-Modell F-Pace dazu. Auf den Markt kommt der XF im September zunächst in Großbritannien, einen Monat später ist der Rest Europas dran. Die Preisliste dürfte wie beim Vorgänger bei rund 46.000 Euro starten.

Autor: Holger Holzer/SP-X

News: Jaguar XF – Premiere in New York

Die zweite Generation des Jaguar XF feiert auf der Auto Show in New York (3. bis 12. April) Weltpremiere. Erste Bilder zeigen die Limousine der oberen Mittelklasse im gewohnt sportlichen Stil der Marke. Im Innenraum herrscht edle Nüchternheit mit viel Holz, Leder und Aluminium.

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Das Leichtbaumaterial spielt auch bei der Karosserie eine wichtige Rolle, der Viertürer steht auf der gleichen technischen Plattform wie das gerade vorgestellte Mittelklassemodell XE. Die Markteinführung des Konkurrenten von Audi A6, BMW 5er und Mercedes E-Klasse erfolgt im Herbst.

Autor: Holger Holzer/SP-X

Jaguar F-Type AWD: Grip, Grip, Hurra

Es schüttet wie aus Kübeln, aber das Strahlen im Gesicht von Kevan Richardson wird immer breiter. Während seine englischen Landsleute so früh im Frühjahr vor allem wegen der Aussicht auf schöneres Wetter hier herunter an den südwestlichen Zipfel von Portugal fliegen, kann es ihm gar nicht nass genug sein. Denn der Ingenieur ist bei Jaguar Projektleiter für den F-Type und kann unter solch widrigen Umständen am besten demonstrieren, was er dem erfolgreichen Newcomer auf der Überholspur als wichtigste Neuerung für das nächste Modelljahr mit auf den Weg gegeben hat: den Allradantrieb. Für glatte 6.000 Euro gibt es ihn künftig bei Coupé und Cabrio als Option für die 278-kW-380-PS-Version des 3,0 Liter großen V6-Motors und für den V8-Benziner, der nun in beiden Karosserievarianten auf 403 kW/550 PS kommt.

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Von außen nur an einer dezent retuschierten Motorhaube sowie der entsprechenden Ergänzung im Typenschild zu erkennen, spürt man den Unterschied hinter dem Lenkrad sofort: Während das Standardmodell für Heißsporne gerade auf feuchten Straßen so manche Überraschung bereit hält und bisweilen im Heck ein gefährliches Eigenleben entwickelt, wird der F-Type mit eingebautem Traktionsvorteil zum linientreuen PS-Soldaten. Da kann es noch so kräftig kübeln über dem Formel 1-Kurs von Estoril: Solange die Räder nicht über die eisglatten Curbs rattern, verbeißt sich der Jaguar förmlich in die Ideallinie und weicht davon keinen Jota ab.

Aber es geht Richardson nicht nur um die Traktion. Sonst hätte er seinen Kunden ja gleich einen Land Rover empfehlen können. Bei aller Sicherheit darf vielmehr der Spaß nicht auf der Strecke bleiben. Deshalb haben seine Teams zum Allradantrieb noch eine intelligente Steuerung namens IDD entwickelt und das bislang vom V8-Modell bekannte Torque Vectoring auch in die Sechszylinder eingebaut. So fährt der F-Type unter normalen Umständen weiter Heck getrieben und geht mit entsprechend großem Kino um die Kurven. Erst wenn die Elektronik Schlupf befürchtet, werden bis zu 50 Prozent der Kraft nach vorn abgezweigt. Dann ist Schluss mit lasziven Hüftschwüngen und der F-Type folgt selbst in der Regenschlacht von Estoril präzise dem Kurs, den man an der ebenfalls neuen Servolenkung mit elektrischer Unterstützung vorgibt.

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Doch das AWD-Paket hat auch seine Schattenseiten: Mit ihm steigt das Gewicht um 80 Kilo, der Verbrauch geht beim V6 um 0,3 und beim V8 um 0,6 Liter in die Höhe und der Sprint gelingt teilweise auch nicht mehr so schnell. Denn während der V8 mit der besseren Traktion sogar eine Zehntelsekunde weniger bis Tempo 100 braucht, fällt der V6 AWD gegenüber dem Normalmodell um 0,2 Sekunden zurück.

AWD, IDD, Torque Vectoring oder EPAS-Lenkung – wie diese Systeme funktionieren und wie ihr Zusammenspiel geregelt ist, darüber kann Projektleiter Richardson sicher stundenlang philosophieren. Aber am besten versteht man ihn, wenn man selbst im Prototypen für das neue Modelljahr sitzt und damit über den Kurs fegt. Wo das bislang mit einem gewissen Nervenkitzel verbunden war, wiegt einen der Allrad in einer gefährlichen Sicherheit: Man muss einfach Gas geben und immer wieder die eigenen Grenzen ausloten. Denn die sind im F-Type viel schneller erreicht als die des Fahrzeugs.

Aber Richardson rüstet zum neuen Modelljahr nicht nur auf. Für Preisfüchse und Puristen hat er bei beiden V6-Versionen noch eine weitere Neuerung parat: Zum ersten Mal seit dem seligen E-Type gibt es künftig bei Jaguar wieder einen Sportwagen mit Schaltgetriebe. Mit dem sechsstufigen Räderwerk hat der Fahrer das Auto nicht nur buchstäblich besser im Griff, sondern er spart auch noch glatte 2.500 Euro. Denn mit dem Verzicht auf die Automatik sinkt der Einstiegspreis für das 340 PS-Coupé auf 65.000 Euro und das Cabrio startet dann bei 72.000 Euro .

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Als Jaguar vor zwei Jahren mit dem Launch des F-Type begonnen hat, haben die Briten immer den Porsche 911 als Vorbild und wichtigsten Konkurrenten genannt. Zwar sind sie auch nach 11.500 Einheiten im ersten vollen Jahr noch weit vom Erfolg des Dauerbrenners aus Stuttgart entfernt. Doch der Einstand ist den Engländern gelungen und in vielen Disziplinen rücken sie dem 911 zusehends auf die Pelle: In Großbritannien ist der F-Type schon der meistverkaufte Sportwagen, mit 90 Preisen darf er sich getrost als hoch dekoriert feiern lassen. Und jetzt eifern die Engländer den Schwaben auch bei der Familienplanung nach. Denn genauso wie Porsche die Palette fein und immer feiner auffächert, hat auch Jaguar das Angebot mit den Allradlern und dem Handschalter kräftig erweitert. „Statt sechs haben wir jetzt auf einen Schlag 14 Varianten im Portfolio“, freut sich Richardson. Und es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn ihm nicht noch ein bisschen mehr einfallen würde. Auch wenn er dafür nochmal ein paar Tage in den Regen müsste.

Autor: Benjamin Bessinger/SP-X

Jaguar XE: Auf der Pirsch

Jon Darlington wirkt ein wenig genervt. Natürlich ist das mit dem Jaguar XE eine ebenso wichtige wie lange Geschichte. Schließlich erzählt die Story über den Herausforderer von Audi A4, BMW Dreier und Mercedes C-Klasse vom eindrucksvollen Comeback des britischen Automobilherstellers, von Milliarden-Investitionen in Entwicklung, Produktion und eine neue Motorenfamilie, von der Führung in der Aluminium-Konstruktion und vom Ausbruch aus der feinen aber kleinen Nische. Doch der Ingenieur hat diese Geschichte schon viel zu oft gehört oder gar selbst zum Besten gegeben. Denn es gibt bei Jaguar in den letzten zwei Jahren – neben dem Sportwagen F-Type vielleicht – kaum mehr ein anderes Thema. Und als Projektleiter für den Herausforderer und Hoffnungsträger hat Darlington jetzt nur noch einen Wunsch: Dass der Wagen endlich fährt und die Geschichte ihr verdientes Happy End bekommt. „Es braucht nur 500 Meter am Steuer, dann versteht man das Auto ganz von selbst“, sagt der Ingenieur und reicht zum Beweis die Zündschlüssel für seine jüngsten Prototypen weiter.

Die fühlen sich auch ein halbes Jahr vor der Markteinführung bereits so an, wie man es von einem Jaguar erwartet: Giftig und geschmeidig zugleich. Schon der Startknopf ist eine Verlockung, wenn er mit fast hypnotischer Kraft rot in der Mittelkonsole pulst, und wenn zum ersten Mal der Motor faucht, wirkt der XE gleich viel lebendiger als seine deutschen Konkurrenten.

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Damit das kein leeres Versprechen bleibt, haben Darlington und seine Mannschaft tief in die Trickkiste gegriffen. Eine adaptive Federung, zwei Programmierungen für die elektrische Servolenkung, unterschiedliche Setups für Gaspedal und Automatikgetriebe und die kurvengerechte Verteilung des Drehmoments durch gezielte Bremseingriffe – das bieten die meisten Konkurrenten auch. Aber als erstes Auto seiner Klasse bekommt der XE darüber hinaus eine Karosserie, die komplett aus Aluminium gefertigt ist. „Das hilft uns gleich doppelt“, sagt der Projektleiter. Zum einen, weil der XE damit im besten Fall nur 1 470 Kilo wiegt und als leichtestes Auto im Segment auch am leichtfüßigsten um die Kurven kommt. Und zum anderen, weil die Aluprofile steifer sind als solche aus Blech und deshalb mehr Ruhe herrscht im Gebälk. Das Ergebnis ist ein Auto mit zwei Gesichtern: Giftig und gierig, wenn dem Fahrer der Kamm schwillt und er vorher alle Systeme über den Sportmodus auf Attacke schaltet. Und geschmeidig und gelassen, wenn man in der Komfortstellung einfach nur Kilometer fressen will.

Seinen Raubzug gegen die Platzhirsche aus dem deutschen Süden beginnt der Jaguar zunächst mit fünf Motoren: Für die Fraktion der Vernünftigen gibt es einen nagelneuen 2,0-Liter-Diesel mit 120 kW/163 PS und einem respektablen Knauserverbrauch von 3,8 Litern oder 132 kW/180 PS und einem Antritt, der gut zu den sportlichen Ambitionen des Hoffnungsträgers passt. Und wer nach Vergnügen sucht, der wählt am besten den stärksten der drei Benziner. Dann gibt es anstelle der ebenfalls neuen 2,0 Liter-Vierzylinder mit 200 oder 240 PS einen standesgemäßen V6-Motor, dem ein Kompressor 250 kW/340 PS und bis zu 450 Nm entlockt. Der Motor knurrt nicht nur so laut und leidenschaftlich, wie man es von Jaguar erwartet. Er hat auch so viel Dampf, beschleunigt die Limousine in 5,1 Sekunden auf Tempo 100 und lässt sich das Limit von 250 km/h nur ein Schulterzucken kosten.

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Mal gelassen, mal giftig, mal leichtfüßig, laut und leistungsstark, mal entspannt, leise und lässig – was den Fahrer angeht, muss sich Darlington um das Happy End für den XE keine Sorgen machen. Selbst wenn der Jaguar bei der Dynamik nicht ganz an den Dreier heranreicht und sich beim Komfort der C-Klasse geschlagen geben muss, bietet der XE in der Summe seiner Fahreigenschaften ein prächtiges Paket und wird allemal zum aussichtsreichsten Verfolger.

Bei den Passagieren sieht das jedoch ein bisschen anders aus. Der Sozius mag noch happy sein, weil er genau wie der Fahrer perfekt sitzt und sich bei entsprechend vielen Kreuzchen auf der Optionsliste von reichlich Lack und Leder umschmeichelt fühlen darf. Doch auf der Rückbank geht es genau wie im Kofferraum einen Tick enger zu als bei der Konkurrenz und ein Kombi mit mehr Platz für Kind und Kegel ist fürs erste nicht geplant, muss Darlington einräumen. Dafür schreiben seine Kollegen bereits an der nächsten Story: Als F-Pace wird auf der Alu-Architektur des XE für 2016 der erste Geländewagen von Jaguar entwickelt. Spätestens dann sollten sich auch die Platzprobleme erledigt haben.

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Soweit ist Darlington noch nicht. Er hat sich jetzt während der ersten Testfahrten eine Woche lang die Geschichte mit dem XE noch einmal jeden Abend angehört und von den ersten externen Experten hinter dem Lenkrad Löcher in den Bauch fragen lassen. Doch für ihn ist das Happy End nicht mehr weit: Denn im Juni beginnt zu Preisen ab 36.500 Euro die Markteinführung und sein Job ist damit erst einmal erledigt.

Peter Modelhart sieht das naturgemäß ein bisschen anders. Er ist Deutschlandchef von Jaguar und Land Rover und kann genau wie Darlington den Juni kaum mehr erwarten. Während die Story für den Ingenieur dann fürs erste vorbei ist, geht sie für Modelhart damit allerdings erst los. Er hofft schließlich, dass mit der Markteinführung ein „neues Kapitel in der Erfolgsgeschichte von Jaguar“ beginnt. Das kann die britische Traditionsmarke auch gut gebrauchen. Denn während die Schwestermarke Land Rover von einem Rekord zum anderen fährt, tut sich Jaguar mit dem Comeback merklich schwerer. Doch Modelhart sprüht förmlich vor Zuversicht: „Unser Image haben wir mit dem F-Type bereits ordentlich aufgeladen. Und mit dem XE bringen wir jetzt die Stückzahlen nach oben.“

Autor: Benjamin Bessinger/SP-X

Jaguar F-Pace: Tempo-SUV aus Britannien

Das erste SUV der Marke Jaguar kommt Anfang 2016 unter dem Namen F-Pace auf den Markt. Der Allrader soll gegen Modelle wie Porsche Macan oder BMW X3 antreten und setzt dabei auf Leichtbau und dynamisches Design.

Gestalterisches Vorbild ist die 2013 präsentierte Studie C-X17, die Stilelemente des Sportwagens F-Type aufgenommen hat, von dem das Serienmodell nun das „F“ im Namen erbt. „Pace“ heißt so viel wie „Tempo“. Mit der dezidiert sportlichen Positionierung soll auch eine Schwächung der eher der Geländegängigkeit verpflichteten SUV-Schwestermarke Land Rover verhindert werden.

Details zu ihrem ersten SUV-Modell geben die Briten ein Jahr vor Marktstart nur sparsam heraus. Klar ist aber, dass der Fünfsitzer die Aluminium-Karosseriestruktur von der technisch verwandten Mittelklasselimousine XE übernimmt, die bereits im Frühsommer 2015 startet. Und auch bei den Motoren dürfte es Gemeinsamkeiten geben: Vorstellbar sind sowohl die neuen Vierzylinder der Briten als auch die bekannten V6-Kompressormotoren. Preise sind noch nicht bekannt, werden aber wohl bei rund 45.000 Euro starten.

Die beiden neuen Mittelklassemodelle runden die Modellpalette von Jaguar nach unten hin ab und dürften für starkes Wachstum sorgen. Zuletzt verkauften die Briten rund 80.000 Autos pro Jahr, künftig sollen es mehr als doppelt so viele werden.

Autor: Holger Holzer/SP-X

Fahrbericht Jaguar F-Type Coupé: Zwischen Bond und Boulevard

Le-Mans-Siege, Sportwagenweltmeisterschaften, sportliche Hochleistungslimousinen wie der S-Type und Sport-Ikonen wie der E-Type, kaum ein anderer Automobilhersteller war während der drei Jahrzehnte nach dem Krieg so konsequent von einer sportlichen DNA geprägt wie Jaguar. Mit dem Produktionsende des E-Type 1974 verloren die Briten viel von ihren dynamischen Glanzgraden. Doch spätestens seit 2013 ist die Welt im Reich der Raubkatzen wieder in Ordnung. Mit dem F-Type präsentierte Jaguar nicht nur den legitimen Nachfolger des F-Type. Er darf sich auch Puristen als „real Sportscar“ andienen. Vor allem, seit auch die Coupé-Version verfügbar ist.

„Fährt den nicht James Bond?“ – Die Frage des unbedarften Nachbarn an der Zapfsäule darf der F-Type-Fahrer auf Zeit als Kompliment auffassen, während sich das 72-Liter-Reservoire im Heck nach gut 550 flotten Kilometer mit Kraftstoff füllt. „Nein“, erhält der Unkundige eine knappe Lektion in britischer Sportwagen-Kunde, „Bond fährt Aston Martin, das hier ist der neue Jaguar F-Type.“ – Die Szene darf der sportive Zweisitzer aus dem Hause Jaguar durchaus als Kompliment verstehen. Der 4,47 Meter lange Zweitürer ist ein echter Hingucker. Das Design mit seiner langen Haube und der sanft abfallenden Dachlinie zitiert erfolgreich den legendären E-Type. Freilich ohne jedes Retroelement.

Fahrbericht Jaguar 02 F-Type coupe

Auch der Innenraum verkneift sich Retrospektives. Alu statt Leder, Ergonomie statt Nostalgie und vor allem eine Verarbeitungsqualität, die auch in Ingolstadt oder München gereift sein könnte, umfangen die beiden Passagiere solide wohltuend und ein wenig opulent. Hier dokumentiert der F-Type, dass sein Entwicklungsziel vielleicht nicht in letzter Konsequenz der Kurvenhatz auf der Nordschleife des Nürburgrings gegolten hat, sondern dass Komfort auf der Langstrecke ebenfalls zum Portfolio der Alltagseigenschaften zählen durfte. Wobei die präzise Lenkung und standfeste Bremsen Kurvenqualitäten unterstreichen, die sich ohne Wenn und Aber das Prädikat „sportiv“ ans Revers heften dürfen. Die Raubkatze folgt mit einer Konsequenz und Dynamik ihrer Spur, die den legalen Rahmen des Straßenverkehrs nicht nur ausschöpft, sondern sogar deutlich erweitert.
Jaguar bietet den F-Type in den beiden Karosserievarianten Cabriolet und Coupé in drei identischen Leistungsstufen an. Der V6 mit drei Liter Hubraum und Kompressoraufladung leistet in der Basis 250 kW / 340 PS, als „S“ 280 kW / 380 PS. Darüber thront der F-Type „R“ mit einem Fünfliter-V8 der, ebenfalls mit Aufladung, 404 kW / 550 entwickelt. Die Übertragung der Antriebskraft verwaltet eine Achtstufenautomatik, die auch die Option des manuellen Gangwechsels ermöglicht.

Fahrbericht Jaguar 01 F-Type coupe

Der Basismotor reicht vollkommen aus, um den F-Type so agil zu bewegen, wie es seinem äußeren Auftritt angemessen ist. Dank einer Karosserie aus Leichtmetall kommt das Coupé trotz umfangreicher Komfortausstattung auf ordentliche 1577 Kilo Leergewicht. Der Kompressor-V6 reißt die Fuhre aus dem Stand in 5,3 Sekunden auf Tempo 100 und stellt weiteren Vortrieb erst bei 260 km/h ein. Gegen die Leistungsentwicklung ist ebenso wenig etwas zu sagen wie gegen die Drehfreude der Vierventilers mit Direkteinspritzung und variabler Nockenwellenverstellung. Wenn es Anlass zur Kritik gibt, dann vielleicht am Sound beim vollen Ausbeschleunigen. Da käme mehr Bass und weniger Blech dem Hörgenuss wesentlich weiter entgegen.

Natürlich bereitet der F-Type einen Mordsspaß, wenn er über entlegene Seitensträßchen der Eifel räubern darf, doch wächst die echte Freundschaft mit jedem Kilometer über die lange Autobahnetappe. Hier zeigt sich, dass die Fahrwerksentwickler einen richtig guten Job abgeliefert haben. Die rund um an Dreieckslenkern aus Aluminium aufgehängten Räder rollen so sanft und geschmeidig ab, dass in diesem Fall der abgedroschene Vergleich mit den sanften Katzenpfoten trotzdem passt.

Natürlich ist ein Sportwagen keine Familienkutsche. Aber 407 Liter maximales Gepäckraumvolumen zicken weder beim Wochenendeinkauf noch beim Reisegepäck für Zwei. Gewöhnungsbedürftig ist vor allem die eher bescheidene Übersichtlichkeit der Karosserie. Beim rückwärtigen Rangieren geht eine Kamera zur Hand. Nach vorne bricht der Blickkontakt zur Front kurz hinter den Scheibenwischern ab. Das kann für die stilbildende Länge des Vorderwagens bei mangelnder Obacht Gefahren mit sich bringen.
Vor die Haltung der exotischen Raumkatze hat Jaguar keinesfalls exotische Preise gestellt. 67 500 Euro werden für das Einstiegsmodell aufgerufen. In dieser Preisklasse spendiert Porsche gerade einen Cayman S mit 325 kW / 325 PS ab 64 118 Euro. Angesichts der geschmeidigen Serienausstattung kann sich der Jaguar regelrecht als Schnäppchen rühmen. Doch in einem Punkt hat Jaguar viel vom Wettbewerb aus Stuttgart, München oder Ingolstadt gelernt. In der Preisliste lässt sich durch so manche Seite blättern mit zahlreichen Optionen, einen F-Type noch nützlicher, sportlicher oder komfortabel zu dressieren. Je nach Gusto des Dompteurs.

Der Jaguar F-Type ist als Coupé ein zeitlos schöner Sportwagen mit hohem Potential zum Klassiker. Er ist aufregend genug, um eine Dauerbeziehung zu rechtfertigen und vernünftig genug, um jeden Tag mit ihm zu verbringen. Und würde sich Mr. Bond tatsächlich für einen F-Type statt für einen Aston Martin entscheiden, könnte er mindestens 50 Prozent sparen und hätte bis an sein Lebensende seine Martinis frei. Gleichgültig, ob geschüttelt oder gerührt.

 

 

 

 

 

Text: (ampnet/tl); Fotos: Jaguar

Paris 2014: Der neue Jaguar XE und Land Rover Discovery Sport

Eine Insel dreht auf

Die Produktoffensive geht bei den Briten in die nächste Runde. Jaguar Land Rover präsentiert in Paris die neue Sportlimousine Jaguar XE und dem (fast) kompakten SUV Land Rover Discovery Sport. Der Jaguar XE, die neue sportliche Limousine im Mittelklasse-Segment, ist das erste Modell, in dem die neuen Motoren der Ingenium-Baureihe zum Einsatz kommen. Diese sollen besonders schadstoffarm sein. Die Einführung des neuen Land Rover Discovery Sport ist der erste Schritt der Jaguar Land Rover Strategie, in den kommenden fünf Jahren 50 neue Modelle oder Modell-Erneuerungen einzuführen. Beide Varianten sollen wegweisende Entwicklungen für Jaguar Land Rover sein. Mit den Einstiegspreisen von 36.450 Euro für den XE und 32.250 Euro für den Discovery Sport sollen die beiden Briten neue Marktsegmente und erschließen neue Kundengruppen eröffnen. Der Land Rover Discovery Sport wird im Werk Halewood, Merseyside in Liverpool produziert, welches erst vor kurzem modernisiert wurde.

 

Jaguar SUV Erlkönig erwischt

Das Jaguar am Edel-SUV arbeitet, das ist klar. Was dem Erlkönigfotografen in diesem Fall vor die Linse vor ist jedoch nur ein Versuchsträger. Basierend auf der kommenden 4×4-Architektur trägt dieser Erlkönig noch die Karosse des XF. Darunter jedoch bereits die Technik für den kommenden Jaguar Edel-SUV.

Gut zu erkennen, der verkürzte Radstand gegenüber dem Jaguar XF und die massiven Radhäuser um die großen Räder ordentlich unter die Karosse zu bekommen.

Jaguar SUV Erlkönig 001 CX17

Jaguar SUV Erlkönig 002 CX17 Jaguar SUV Erlkönig 003 CX17

Bildquelle: S. Baldauf/SB-Medien

 

Performance-Limousinen mit britischem Understatement

Der Zusatz „R“ hinter dem Modellnamen steht bei Jaguar seit nunmehr 25 Jahren für „Mehr-„Leistung kombiniert mit einem sportlichen Design und hohem Komfort.

Die neuen Performance-Limousinen von Jaguar, der XJR und der XFR-S wollen einmal mehr beweisen, dass sich die Attribute edel und sportlich einander nicht ausschließen.

Während der XJR die „R“-Modellreihe von Jaguar erweitert, rückt der XFR-S als Supersportversion in die Liga der auf maximale Leistungsfähigkeit getrimmten „R-S“-Serie auf. Neben der sportlicheren Optik setzen die Fahrzeuge auch unter der Haube neue Akzente. Beide Limousinen greifen auf ein aufgeladenes 5,0-Liter-V8-Aggregat mit 405 kW (550 PS) zurück, das den Druck auf das Gaspedal mit kraftvoller Beschleunigung honoriert.
Mit einer elektronisch abgeriegelten Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h repräsentiert der Jaguar XFR-S die derzeit stärkste und schnellste Sportlimousine in der Markengeschichte der britischen Raubkatze. Neueste Motortechnologien, die intelligente Achtgang-Automatik, eine aktive Differenzialsteuerung sowie das adaptive Dämpfersystem heben die Fahrdynamik auf eine neue Ebene.

Beide Modelle verfügen über die moderne Achtstufen-Automatik, eine aktive Differenzialsperre und ein adaptives Dämpfersystem und  können ab sofort bei den Jaguar Händlern in Deutschland zu Preisen ab 107.800.- Euro für den Jaguar XFR-S und 141.310.- Euro für den Jaguar XJR bestellt werden. Natürlich sind beide Modelle auch auf dem Jaguar Stand auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt (12.- 22. September) zu sehen.

Jaguar F-Type 003 Paris Neu

Jaguars F-Type

Als ich vor ein paar Wochen bei Jaguar im Testcenter am Nürburgring sein durfte, war der F-Type noch gut versteckt.

New F-Type

Jetzt wurde der neue F-Type auf dem Pariser Automobil-Salon vorgestellt und ja, die ersten Bilder scheinen zu halten was versprochen wurde. Zahlreiche Studien und nicht zuletzt ein glanzvoller Name – da muss ein neuer Jaguar doch einiges abliefern.

Die Original-Pressemeldung von Jaguar gibt es auf der autofahrer-zeitung.de – meine persönliche Meinung hier:

 „Rattenscharf und extrem leckerst“

Die Proportionen stimmen, der Wagen baut mit langem Radstand bei überschaubarer Gesamtlänge nicht auf eine Revival-Idee des Original E-Types auf, sondern spricht eine ganz neue – sportliche Formensprache. Die vier Auspuff-Endrohre hätte man weniger prominent platzieren können – das restliche Heck spricht ein wenig italienisch. Dafür fast schon „typisch neuer Jaguar“ die Front.

Keine Aston Martin Kopie mehr – das dürfte die wichtigste Information für echte Jaguar-Fans sein, zurück zu einer eigenen Formensprache.

Frustrierend das Leergewicht des neuen F-Type: Mit knapp unter 1.600 kg bringt der überschaubare Zweisitzer dann doch mehr Gewicht auf die Wage, als erhofft. Kompensation des Wohlstands- und Sicherheits-Speckgürtels liefern die Motoren.

Der Kompressor-V6 startet bei 340PS, bietet eine gepimpte Version mit 380PS und ordentlich noch eins oben drauf, setzt der V8 Kompressor mit 495PS.

Nicht nur beim Design und den Leistungs-Stufen hat man sich bei Jaguar ein Vorbild im schwäbischen Zuffenhausen gesucht – auch der Preis von 73.400€ will als „Alternative“ zu einem Roadster mit Mittelmotor verstanden werden.

Wobei man hier dann doch noch einmal deutlich über das avisierte Ziel von „unter 70k“ hinaus geschossen ist.

Wie groß am Ende die Ausstattungs bereinigte Differenz ausfällt, bleibt einer späteren Begutachtung vorbehalten.

Fakt:

Der neue F-Type sieht richtig gut aus und Jaguar verabschiedet sich endgültig vom „Alt-Jaguar-Gedächtnis-Look“ und dem vermeintlichen Versuch, die Modelle von Aston Martin zu kopieren.

Ob der neue F-Type ein Erfolg wird, hängt aber nicht nur vom Design ab, sondern auch von der Leistungsfähigkeit auf den Kurven-Passagen dieser Welt und hier bleiben für mich, nach der Information über das massive „Übergewicht“ (+200kg gegenüber Porsche Boxster S) – auch in Anbetracht des überschaubaren Leistungsplus –  echte Fragezeichen!

 

Jaguar Blogger Day – Nachlese

Gerade einmal 3 Tage seit dem Event bei Jaguar vergangen, da fluten die Berichte über die Erlebnisse beim Jaguar „Blogger-Day“ im Rahmen des AvD-Oldtimer GrandPrix durch das Netz. Zeit einen kurzen Blick über die Grenzen des eigenen Blogs zu werfen und mal zu schauen, was die Kollegen so online gestellt haben.

Jaguar im Blogger Review

Nicole, die Auto-Diva schreibt zum Beispiel:

Elegante Linienführung innen und außen. Die Power, je nach Modell ist weit oben angesiedelt. Ein Jaguar ist kein Ökomobil, das will es aber auch nicht sein.

Zum Blog – Klick

 Fabian hat auf radical-mag geschrieben:

Als wir gerade fragen wollten, ob man an Bord auch essen und trinken dürfe, holt uns die Kompression der Fuchsröhre wieder in die Realität zurück.“

Zur Webseite – Klick

 Sebastian schreibt auf seinem passiondriving Blog:

Ist die XF Limousine bereits ohnehin ein besonderer Ausdruck klassischen Designs, gepaart mit sportlich muskulösen Zügeln, ist der XF-R die reinste Kraftpackung.“

Zum Blog – Klick

 Jan schreibt auf auto-geil.de:

„Nicht wirklich überzeugen konnte mich der digitale Tacho. Jaguar verwendet statt echten Rundinstrumenten nun ein Display auf dem virtuelle Rundinstrumente angezeigt werden. „

Zum Blog – Klick

 Kai Bösel schreibt im motoso-Blog:

„Der Hintern des Boliden ist wuchtig, aber sexy. Uns gefällt das extrem gut. Der Kofferraum ist groß, aber nicht riesig.“

Zum Motoso-Blog – Klick

Stefan Maaß schreibt auf autophorie.de:

“ Der doch beachtlich großen Raubkatze fehlt es an nichts und lässt keine Wünsche übrig, sie schnurrt wie eine lebensfrohe Hauskatze wenn man gemütlich die Natur genießen will und über die Landstraßen gleitet“

Zum Blog – Klick

Can Struck schreibt auf bycan.de:

„Leider hatte ich viel zu wenig Zeit mit dem XK-R. Wir konnten nicht warm werden. Ich konnte ihm nicht in der Waschanlage mit dem Schwamm die Konturen, Sicken und Kurven langfahren“

Zum Blog – Klick

Peter Ruch schreibt für sein radical-mag:

„Wir ziehen den Hut, denn ausser auf richtig heftigen Vortrieb muss man im XF auch mit dem kleinen Dieselmotor auf nichts verzichten. „

Zur Magazin – Klick

 

 Grandiose Fotos vom Event und den Miezekatzen gibt es bei Teymur – klick

 

Diese Fotos wiederum stammen von der Fotografin Muschalla, im Auftrag von Jaguar Deutschland:

 

Edit: Die Reihenfolge der benannten Blogs hat keine Bedeutung, so waren die eben im Browser-Fenster noch offen ;)

Jaguar mit Allrad

Motor vorne, Antrieb hinten – der Klassiker unter den Antriebskonzepten und für Limousinen, Coupés und Cabrios vom Schlage einer Marke Jaguar die vollständig korrekte Antwort auf die Frage, welche Achse angetrieben werden soll.

Manchmal ist nur eine angetriebene Achse jedoch unterlegen. Nicht nur im Geländeeinsatz, sondern auch auf der Straße. Sobald die Bedingungen schlechter werden, der Reibwert auf der Straße nachlässt – dann es ist von großem Vorteil wenn die Motorkraft über alle 4 Räder und beide Achsen verteilt und über die Reifen auf die Straße gebracht werden kann.

Und weil es Länder gibt, in denen der Allrad vor allem ein Status-Symbol ist – gibt es bereits 2 gute Gründe, auch Limousinen mit Allrad anzubieten – ohne das man deswegen jemals abseits der Straße unterwegs sein will. Und das gibt es jetzt auch wieder bei Jaguar:

Jaguar XF und XJ, demnächst mit Allradantrieb

Das beide Modelle nicht für den deutschen Markt konzipiert sind, merkt man an der Motorenwahl. Die Allradversion von XF und XJ wird es jeweils nur in Verbindung mit dem 3 Liter V6 Motor geben.  Dafür mit Achtgang-Automatik und Start-Stopp in Serie.

Mehr in Kürze .. vom Autosalon in Paris.

Foto: Jan Gleitsmann [Bild bearbeitet von mir)

Cat-Content aus England

Ein sonniger Samstagvormittag in der Eifel. Pittoreske Nebensträßchen und nervige Staukilometer rund um den Anreiseverkehr für den AvD-Oldtimer Grand Prix.  Für den ersten Kontakt zwischen Motor-Bloggern, Lifestyle-Bloggern und anderen „Verlagshaus-Unabhängigen Medienmachern“ hatte sich Jaguar Deutschland das vermutlich beste Umfeld ausgesucht, dass man sich als Benzin-Junkie vorstellen kann: Den AvD Oldtimer-Grandprix 2012.

Kurz angefahren: Jaguars Katzenangebot

Jaguar Testcenter am Nürburgring
Jaguar Testcenter am Nürburgring

Jeremy Clarkson hat es verflucht, ich empfand es als grandiose Homebase für einen Stützpunkt in Sichtweite zur legendären Nordschleife. Das Jaguar-Testcenter am Nürburgring. Für JC von TopGear sind die neuen Jaguar-Modelle zu sportlich. Ich darf zugeben: Die Einschätzungen von Mr. Clarkson konnte mein bisheriges Jaguar-Weltbild nicht beeinflussen. Zu groß die Tragödie der vergangenen Jahre, in denen diese legendäre englische Sportwagenmarke durch zu viele Besitzerhände ging. Darunter der FORD-Konzern der unter anderem so Schandtaten beging, wie einen Ford Mondeo unter eine schwülstig gezeichnete Jaguar-Hülle zu packen. Shame on you, Ford! 

Die Angst war groß, nicht nur bei mir, als Jaguar und Land Rover 2008 an die indische Tata Motors Group verkauft wurde.  Frisch vorgestellt wurde damals der XF – das erste Nachkriegs-Modell das keinen „Retro-Look“ pflegen wollte. Ein Jaguar, so ungewöhnlich frisch und belebend wie ein britischer Landregen im Spätsommer. Der Marken-Spätsommer und die Herbst-Jahre wurden jedoch – trotz Tata-Engagement nicht eingeläutet. Im Gegenteil. Heute, nach 4 Jahren im Besitz der indischen Tata Motors Group kann man erleichtert von einem erfolgreichen Wiederbelebungs-Versuch am englischen Patienten sprechen.  In meiner persönlichen Retrospektive auf die Modelle unter dem Zeichen der Raubkatze, gab es keine Epoche in der mich derart viele Modelle von Jaguar, alleine vom Design, angemacht hätten.

Einer meiner besonderen Lieblinge: Der Jaguar XF. 

So frisch. So sportlich elegant – dieser Jaguar durfte sogar die Hochzeit von meiner Frau und mir begleiten. In prominenter Rolle. Und wie es der Zufall so wollte: Auch auf der Hochzeit meines Bruders in diesem Jahr, spielte der Jaguar XF eine prominente Rolle.

Jaguar XF mit kleinem Diesel - Foto: Jan Gleitsmann
Jaguar XF mit kleinem Diesel – Foto: Jan Gleitsmann

Das hat gute Gründe. Denn zu keinem Zeitpunkt der Jaguar Geschichte waren die Modelle derart progressiv im Design und sprachen neben der eleganten auch die sportlichen Seiten des exclusiven Autofahrer-Herzens an. Der XF darf durchaus als Wendepunkt in der Jaguar-Geschichte gesehen werden.

Am Testtag hatte ich mir eine kleine Runde im XF mit dem  2.2 Liter Vierzylinder-Diesel  gegönnt. Im Prinzip auch nur, um die Foto-Aufnahmen in den Kasten zu bekommen.  Denn um die Qualitäten eines Fahrzeuges zu erfahren, sind Tages-Ausflüge eher ungeeignet. Und wenn man 4 bis 5 Modelle an einem Tag fährt und dafür immer nur 1 bis 2 Stunden Zeit hat, dann sind die Eindrücke vom Fahrzeug viel zu undifferenziert. Was am Ende dabei herumkommt sind Fahrberichte auf dem Niveau von Schüler-Aufsätzen und dafür bin ich mir, als Motor-Blogger, echt zu schade. 😉 (Und vermutlich geht es meinen Kollegen ähnlich.)

Jaguar XF - Mit dem putzigen Diesel. Foto: Jan Gleitsmann
Jaguar XF – Mit dem putzigen Diesel. Foto: Jan Gleitsmann

Die große Vorfreude, meinen Pulsschlag in Viertakte kurz vor dem Drehzahlbegrenzer versetzt, hatte mir die Aussicht auf den Jaguar XK-RS mit dem Blechdach. Angereist war ich mit einem Porsche Carrera S, die Meßlatte für sportliche GT-Modelle – die Grenzerfahrung zwischen Langstreckensportler und Sprint-Sportler war mitgebracht und brummelte vor sich hin.

Zuvor wartete der Jaguar XJ auf seine Dienstfahrt

Die Oberklassen-Limousine stand mit dem Top-Diesel bereit.  Ein Urteil über diesen Leder-Vollsortimenter will ich mir an dieser Stelle nicht erlauben. Zu kurz die Ausfahrt. Beeindruckend auf jeden Fall, dass Niveau der Verarbeitung im Innenraum. Ob man bei Jaguar auch auf lange Sicht mit Qualität überzeugen kann? Der XJ L mit langem Radstand, der als Shuttle diente, war der Bereich um die in den Lehnen der Vordersitze versteckten Tischchen auf jeden Fall bereits arg mitgenommen. Aber es ist, wie gesagt, eine Moment-Aufnahme. Für wesentlich mehr eignen sich Tages-Termine mit dem vollen Programm an Modellen und Rahmenprogramm auch nicht.

Jaguar XJ - Foto Jan Gleitsmann
Jaguar XJ – Foto Jan Gleitsmann
Jaguar XJ Wohlfühlplatz - Foto Jan Gleitsmann
Jaguar XJ Wohlfühlplatz – Foto Jan Gleitsmann

(Sidestep: Mit dem Blogger-Roadtrip – werden die Grenzen in der Erfahrung neu gesteckt!)

 Jaguar XK-R – Böße Miezekatze

5 Liter V8 – Kompressor – Ausstattungsversion der gefahrenen Cabrio-Variante: „Volle Hütte“, inklusive einer weiteren Lederausstattung, deren Herstellung für eine größere Dezimierung im Bereich der Huftiere gesorgt haben dürfte. Dem animalischen Faktor des Sinnbildes von Mann und Jäger wäre damit bereits im Stand zur Genüge Rechnung getragen. Doch das echte Männer-Spielzeug erwacht erst mit dem Druck auf den unwürdigen Start-Stopp Knopf. Was danach startet hätte mehr Pathos, mehr Show, mehr Dramatik verdient. Eine Reihenfolge ähnlich dem Startprozedere für den bemannten Raumflug wäre angebracht.  Kraftstoff-Pumpen: On. Kraftstoffdruck überwachen. Zündkerzen in Bereitschaft. Batteriespannung geprüft. Luftfilter und Ansaugwege kontrolliert und frei. Kompressor-Schaufeln geschärft, Katalysator bereit für das Inferno, es war schön Deine Bekanntschaft gemacht zu haben 3- 2 -1 – ZÜNDUNG —- „and we have a lift off“.

Böße Miezekatze - Foto Jan Gleitsmann
Böße Miezekatze – Foto Jan Gleitsmann

Den V8 Kompressor startet man nicht einfach. Man entfacht ein Armageddon in den Brennkammern und setzt die Abgasseite unter extremen Schalldruck. Volllast, kurze Gaspedal Schnapper und eine Auspuffanlage auf Betriebstemperatur beantwortet die böße Miezekatze während des Ausflugs mit der englischen Version eines flammen spuckenden Flugdrachens. Metarmophose geglückt. „Der Bock hat ordentlich Dampf an der Kette“.

Jaguar XK-RS – Mieze auf Drogen

Hier könnten die Eindrücke zum XK-RS stehen. Leider war es Jaguar nicht gelungen, einen XK-RS zum Ausritt bereit zu stellen. Schade. Auf eine 30min Exkursion mit einem Aufpasser auf dem Beifahrersitz konnte ich dann auch verzichten. Motor-Bloggern war es auch nicht „gestattet“, die Miezekatzen auf die Nordschleife zu führen. Schade.  Aber zum Glück hatte ich ja den 911 Carrera S dabei … da kommt bestimmt auch noch was von Teymur und Sebastian – die badeten in Endorphinen nach dem Ritt im 911 durch die grüne Hölle.

 

Ende gut – alles gut

Jaguar war mutiger als andere deutsche Premium-Hersteller. Den Kontrollverlust wagen. Die Unbekannte Misch-Rasse der „Blogger“ einladen – das ganze aufgefüllt mit einem Abendprogramm wie es für mich nicht besser hätte sein können.  Ein erster Schritt der „Standing-Ovations“ verdient. 

Ich bin gespannt wie es weiter geht. Das Fahrzeug-Programm von Jaguar bietet genug Potenzial für mehr Beiträge, voller Benzingeruch, Emotionen und Geschichten!

Weitere Beiträge von Kollegen:

Fotos: Die Fotos kommen teilweise von Jan Gleitsmann (auto-geil.de). Hierzu bitte den Bildtext beachten! Die Bilder ohne Quellenangabe sind von mir.