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Pickup-Comeback in den Alpen: Der neue Jeep Gladiator

„Möge die Macht mit dir sein“. Das kultige Motto der Star Wars Fans könnte auch für das diesjährige Camp Jeep in den Dolomiten gelten, auf dem die Enthusiasten der Kultmarke an diesem Wochenende den ersten europäischen Auftritt des Jeep Gladiator feiern. Mit der Macht im deutschen Straßenbild dürfte der Mega-Pickup bei einer Länge von 5,54 Metern kein Problem haben. In Amerika gehört er noch zu den Mid- Size Pickups. Gebaut in Toledo, Ohio, wird er nach dem erfolgreichen Start in den USA ab dem kommenden Jahr auch in Europa in das wachsende Segment einsteigen. Exakt 27 Jahre, nachdem Jeep mit dem letzten Comanche Pickup das Thema für die Marke erst einmal abgehakt hatte.

Der neue Jeep Gladiator: Der erste Jeep Pickup Truck seit Jahrzehnten.

Satt glänzt die nachtdunkle Karosserie des Gladiator in der morgendlichen Sonne, die zwischen den schroffen Bergspitzen der Dolomiten endlich ihren Weg gefunden hat. Die Pritschen-Variante des Jeep Wrangler übertrifft diesen um mehr als 78 Zentimeter Länge. Der Kühlergrill mit den klassischen sieben Streben und die runden Scheinwerfer kennzeichnen ihn sofort als echten Jeep. Seine 1,50 Meter lange Pritsche zeugt von Art und Umfang seines Einsatzes. Um ihm bei Schwerstarbeit mehr Luft zum Atmen zu verschaffen, wurden die Öffnungen für mehr Durchsatz erweitert.

Der legendäre Jeep Gladiator 300 J aus dem Jahr 1962 im dem Alter geschuldeten Zustand.

Der neue Jeep Gladiator nutzt das Camp Jeep für seinen ersten Auftritt in Europa

Der Gladiator hätte keine bessere Manege für seinen ersten Auftritt in Europa finden können als das Camp Jeep, zu dem die Jeep Owners Group jährlich Enthusiasten der Marke aus ganz Europa einlädt. Diesmal findet das Spektakel vom 12. – 14. Juli in San Martino di Castrozza im Herzen der Dolomitenregion statt. Für die Teilnehmer und ihre 600 Fahrzeuge des mittlerweile sechsten Europa-Camps Jeep warten vielfältigen Gelände-Strecken, auf denen die Jeep-Besitzer die Leistungsfähigkeit ihrer Fahrzeuge legal ausprobieren. Die überwiegende Zahl der teilweise historischen Modelle reist per Hänger an – viele haben keine Straßenzulassung oder die Besitzer möchten ihren Geländegängern in teilweise abenteuerlichen Ausstattungen keine langen Strecke über den Asphalt zumuten.

Etwa 600 Jeeps sollen in diesem Jahr im Camp Jeep zu zählen sein – viele reisen per Hänger an.
Hier dürfte eine Straßenzulassung kaum mehr erhältlich sein.

Ein Teilnehmer spulte mit einem 1989er Jeep Comanche 1000 Kilometer ab.

Zu denen, die selbst angereist sind, gehört Michal Kutina. In einem bestens erhaltenen Jeep Comanche hat er die fast tausend Kilometer aus Wolfsburg abgespult. Der zweitürige, vom Cherokee XJ abgeleitete Pickup aus dem Jahr 1989, ist bestens erhalten, gehört aber seinem Freund, einem Jäger. Aber er selber nennt sogar ganze Reihe von  Jeep-Raritäten sein eigen. Wie viele, weiß er nicht genau, gibt er grinsend unumwunden zu. Zu seiner Sammlung gehören unter anderem ein Honcho, ein Willis, ein CJ-7 und ein baugleicher Comanche, den der talentierte Schrauber eigenhändig zu einer Rallye Version umgebaut hat.

Ein Jeep Comanche aus dem Jahr 1989 in Bestzustand.

Unter all den Jeeps wirkt der Gladiator wie ein Goliath unter den sieben Zwergen

In der Menge wirkt der Gladiator fast wie Goliath unter den sieben Zwergen. Für den Einstieg in die 28 Zentimeter über dem Boden schwebende Doppelkabine passt der Begriff Klettern. Nur gut, dass ein Haltegriff an der A-Säule Hilfestellung gibt. Sitzt man erstmal vor der stabilen Windschutzscheibe, fühlt man sich wie im Wrangler. Die gleiche hohe Sitzposition, das gleiche robust wirkende Cockpit. Über den Startknopf meldet sich der 3.0 V6 EcoDiesel Motor mit 260 PS und 600 Newtonmetern Drehmoment zu Wort, der immer mit einer Achtgang-Wandlerautomatik zusammenarbeitet. Weitere Motorisierungen für Europa schließt Jeep nicht aus.

Unter der Haube des Jeep Gladiator arbeitet in Europa zunächst ein 3,0 Liter Sechszylinder Diesel mit 260 PS.
Beim Entern der Doppelkabine des Gladiator tut ein robuster Haltegriff gute Dienste.

 

Man fühlt sich im Cockpit des Jeep Gladiator wie im Wrangler.

Der Gladiator lässt sich mit ein paar Handgriffen in eine Oben-Ohne-Version ohne Türen verwandeln.

Frischluftfanatiker können aufatmen. Auch der Gladiator lässt sich mit wenigen Handgriffen in eine Oben-Ohne-Version umbauen. Das Faltdach verschwindet hinter der zweiten Sitzreihe, die Türen können mit Hilfe des Bordwerkzeugs ausgebaut und die Frontscheibe heruntergeklappt werden. Alternativ gibt es das dreiteilige Freedom-Hardtop bei allen Gladiator-Modellen in Schwarz, für die Ausstattungslinien Overland und Rubicon außerdem auf Wunsch in Wagenfarbe. Alle Hardtops haben ein manuelles hinteres Schiebefenster.

Frischluft-Fanatiker kommen auch im Gladiator auf ihre Kosten.
Ein guter Freund in allen Lebenslagen.

Preislich dürfte sich der Jeep Gladiator in Europa da einordnen, wo der Wrangler aufhört

Für den Weg zum Parkplatz beim nächsten Strand lassen sich Surfboards oder Fahrräder auf der Ladefläche in einer speziellen Halterung arretieren. Die Fahrt ins rauere Gelände unterstützen die Vierradantriebs-Systeme Command-Trac und Rock-Trac 4×4, elektrische Vorder- und Hinterachs-Sperren, ein elektrisch entkoppelbarer Querstabilisator und natürlich 32 Zoll Geländereifen. Das vollwertige Ersatzrad findet man bei Bedarf unterhalb der Ladefläche. Wieviel man in den Gladiator investieren muss, darüber hüllt man sich bei Jeep noch in Schweigen. Er soll preislich da anfangen, wo der Wrangler als Viertürer aufhört, also bei etwa 56 000 Euro.

Text und Fotos : Solveig Grewe

Der Letzte seiner Art – Der Jeep Wrangler

Autos wie dieses haben ihre Zukunft hinter sich. Schon lange. Der Wrangler von Jeep gab einer ganzen Gattung ihren Namen. Heutige SUVs sind dagegen nichts anderes als domestizierte, wenn nicht sogar degenerierte Nachzüchtungen und Kreuzungen aus dem genetischen Material dieses einstigen Kriegsfahrzeugs mit der Bezeichnung Jeep. Seine robuste Vielseitigkeit rettete das praktische Urgestein der Automobilgeschichte ins zivile Leben und dort bis an die Schwelle der Digitalisierung. Dort wirkt der Jeep heute wie ein Dinosaurier. Genau das macht seinen Charme aus. Und wer wird schon einen Dinosaurier auslöschen. Sicherlich kein Mensch, sondern eher ein Klimawandel.

Das Heck hat nun einen moderneren Stoßfänger und die dreidimensionalen Jeep-Konzernleuchten.

Ein Statement, kein Statussymbol

Zugegeben, zu den Blicken, die bei den alltäglichen Begegnungen im Straßenverkehr Sympathie erkennen lassen, gesellt sich schon der eine oder andere skeptische Gesichtsausdruck. Das war bei seinem schmächtigen Großvater, mit dem die GIs vor mehr als 75 Jahren in Europa ankamen, noch ganz anders. Das Gesicht mit den beiden runden Scheinwerfern und dem Kühlergrill in Gullideckel-Optik hat Jeep über alle Kriege und Kontinente, in denen sein Großvater und er eingesetzt wurden, nie aufgegeben. Anders als bei allen SUVs beträgt der Wiedererkennungswert beim Jeep Wrangler denn auch 100 Prozent – weltweit. Ein Statement, kein Statussymbol ist dieses Auto.

Die charakteristische Optik mit den sieben Kühlergrillstreben und den Kulleraugen bleibt bestehen.

Der Wrangler ignoriert gängige Designtrends seit Jahrzehnten

Auch in seiner „luxuriösesten“ Ausführung als viertüriger Sahara bleibt es bei der Ansage: Dies ist ein Geländewagen, klassisch, mechanisch wie keiner mehr sonst. Selbst Daimlers genetisch noch am ehesten vergleichbare G-Klasse hofiert heute technisch – vor allem aber preislich – die Kaschmir-Träger mit italienischen Designer-Slippern, während der Wrangler das Herz der Flanellhemd- und Boots-Fraktion erwärmt. Windschnittig wie ein alter Banktresor ignoriert dieser Jeep gängige Designtrends seit Jahrzehnten. Dafür verfügt er über einen Stoßfänger vorn, auf den man sich getrost und relativ bequem setzen und in die Landschaft schauen kann.

Jeep gibt sich große Mühe, die Silhouette des Wrangler beizubehalten.

Das genaue Gegenteil von Sportlichkeit

Nie ging es beim Wrangler darum, der Erste zu sein. Dieser Jeep macht lieber den Letzten. Den, der ankommt, wenn alle anderen aufgeben mussten. Der Wrangler bleibt und fährt dennoch durchgehend gelassen. Eine fossil anmutend indifferente Lenkung verlangt nach Über- und Umsicht, zumal mit groben Allterrain-Winterreifen wie auf dem weißen Testwagen. Die Bremse ist da nicht anders, auch sie erzieht zu vorausschauendem Fahren und frühzeitiger Betätigung. Der Wrangler Sahara steht für das genaue Gegenteil von Sportlichkeit, die heute ja für jedes Automobil als unverzichtbar gilt.

Die moderne Achtstufenautomatik ist eine willkommene Fahrhilfe

Man sitzt – gefühlt – turmhoch über dem Grund recht dicht vor einer steilen Frontscheibe, die bis heute nach vorn auf die Motorhaube abgeklappt und dort befestigt werden kann. Ledersitze und -Lenkrad mit Heizung zaubern im wenig frühlingshaften Wetter rasch Behaglichkeit in ein Cockpit, das funktional und sonst nichts sein will. Okay, heute hilft eine Kamera beim Rückwärtsfahren. Das Reserverad auf der Hecktür lässt kaum andere Optionen. Und auch die moderne Automatik mit acht Fahrstufen ist eine willkommene Fahrhilfe, von denen der Wrangler ansonsten wenig hält. Für Ausflüge ins Gelände muss weiterhin ein mechanisches Getriebe in die Hand genommen und auf den Freilauf geachtet werden, bis die Untersetzung zupackt. Old School.

Der Wrangler baut wie gehabt auf einem Leiterrahmen auf.

Ein Haudegen mit zivilen Verbrauchswerten

Was weit mehr überrascht, ist der Antrieb. Unter der Haube, der Größe und Ausrichtung nach einer Tischtennisplatte nicht unähnlich, werkelt kein fetter Sechs- oder Achtzylinder mehr, sondern ein heute handelsüblicher, leider verpönter 2,2 Liter Vierzylinder Diesel mit 200 PS Leistung und 450 Newtonmetern Drehmoment. Und das weit weniger kernig, als man es bei diesem Fahrzeug erwarten würde. Nur unter null Grad grummelt er einen Moment lang und verschwindet dann akustisch weitgehend. Der saubere Diesel macht aus dem 4,88 Meter langen Viertürer erwartungsgemäß kein Rennpferd, aber auch keineswegs den befürchteten Gewohnheitstrinker. Der von Jeep angegebene Wert von 7,9 Liter lässt sich im Alltagsbetrieb zwar nicht ganz realisieren, aber mit weniger als 9 Litern sind die Verbrauchswerte des Haudegens aber inzwischen wirklich zivil. Etwas aus dem zivilen Rahmen fällt der Preis für den Jeep Wrangler Sahara. Ab 56 000 Euro sind schon eine Hausnummer, bei alle Sympathie für das Urgestein.

Text und Fotos : Solveig Grewe

Test: Jeep Wrangler Sahara 2.2 CRD

Auf Asphalt unterfordert

Der Jeep Wrangler ist kein weichgespültes SUV, sondern ein richtiger Geländewagen. Asphaltbeläge mag er nicht so.

Es gibt sie noch: richtige Offroader. Keine mehr oder weniger weichgespülten SUV, sondern Fahrzeuge, die sich am liebsten durch Dreck und Schlamm wühlen und mit denen man weder Angst vor steilen Bergauf und -abfahrten noch vor rutschigen Steinpfaden und wassergefluteten Passagen haben müsste. So einer ist der jetzt in der vierten Generation erhältliche Jeep Wrangler. Den gibt es in einer zweitürigen Kurzversion und in einer 55 Zentimeter längeren Variante. Dieser von Stoßstange zu Stoßstange 4,88 Meter messende Viertürer wird als Wrangler Unlimited vermarktet. In der Ausstattungsvariante „Sahara“ für mindestens 56.000 Euro sollte er zeigen, was er so drauf hat.  

Der Sahara wagt den Spagat, Hardcore-Geländewagen-Fans und komfortorientierten Anhängern der Marke Jeep ein mobiles Zuhause zu geben

Anders als der Bezug auf die größte Wüste der Welt vermuten lässt, ist der Wrangler in der Sahara-Ausgabe nicht das Fahrzeug fürs steinig-sandig-Grobe, sondern im Vergleich zu „Sport“ und „Rubicon“ der etwas komfortablere Begleiter. Der Sahara wagt den Spagat, Hardcore-Geländewagen-Fans und komfortorientierten Anhängern der Marke Jeep ein mobiles Zuhause zu geben.

Eckig und kantig tritt der Neue an, unverkennbar ein Abkömmling der legendären Jeep-Modelle. Der Kühlergrill mit seinen sieben Hochkant-Schlitzen, die runden Scheinwerfer, die auffälligen Türscharniere, die steil stehende Windschutzscheibe sowie das außen an der Hecktür montierte Ersatzrad sind Design-Zitate der Unternehmenshistorie. Sogar eine richte, freischwingende Antenne gehört zum stilechten Auftritt. Dass der Wrangler bei aller Ahnenforschung ein modernes Fahrzeug ist, zeigt sich unter anderem an den LED-Leuchten in den klassisch runden Scheinwerfern. Und auch die Felgen sind unverkennbar modern. Schicke 18-Zöller-Alus sorgen ab Werk für Aufsehen. Für die Puristen: Aufgezogen sind keine Allerweltsreifen, sondern All-Terrain-Pneus, die einen Kompromiss zwischen Straßen- und Geländeeinsatz darstellen.

All-new 2018 Jeep® Wrangler Sahara

Wer sich an den an den Haltegriffen in den Innenraum hinaufgezogen hat, auf das bequeme (aufpreispflichtige) Ledergestühl niederlässt und den Blick auf das Armaturenbrett schweifen lässt, sieht sofort, dass der Wrangler im 21. Jahrhundert angekommen ist. Startknopf statt Zündschloss, ein großes Display und ein digitales Cockpit erwarten den Fahrer. Selbstverständlich mit einem Konnektivitätssystem samt Apple Car und Android Auto und Rückfahrkamera. Außerdem an Bord sind ein Navi für die Straße und natürlich eins fürs Gelände mit Infos zu Neigungs- und Rollwinkel, Luftdruck und Höhe. Das Platzangebot des Viertürers ist mehr als ordentlich. Der Kofferraum (533 bis 1.044 Liter) eignet sich auch für größere Transportaufgaben.

Damit man die Jeep-Wurzeln trotz aller modernen Beigaben nicht vergisst, leuchtet beim Starten des Motors jedes Mal „Jeep since 1941“ in der Instrumentenanzeige auf. Auf dem Kopf des Automatikhebels ist zudem ein stilisierter Ur-Jeep zu sehen. Dabei ist diese Erinnerung gar nicht nötig. Mittels neben dem Schalthebel befindlichen zweiten Schalthebel lassen sich verschiedenen Antriebsmodi von Heck- bis Allradantrieb mit zusätzlicher Geländeuntersetzung wählen. Man könnte also, sofern man zum Beispiel Mitglied eines Offroad-Clubs, Besitzer einer Kiesgrube oder Privatwaldeigner wäre, nach Herzenslust und soweit die Leiterrahmenbauweise und die Starrachsen tragen, die Geländegängigkeit des Wrangler testen.

Da wir bei keinem der oben genannten Optionen ein Häkchen machen können, mussten bei winterlichen Bedingungen verschneite und vereiste Feldwege reichen. Aber schon bei diesen leichten Aufgaben schien der Wrangler aufzublühen. Endlich eine Aufgabe, wenn auch nicht sonderlich schwer. Wie ein hochbegabtes Kind, das in der Regelschule unterfordert wird und oftmals genervt und bockig wirkt, scheint sich der Offroader im Straßenbetrieb zu langweilen und zeigt gerne seinen Unmut über diesen ihn unterfordernden Einsatz. Die steilen Feldwege nahm er als einfache Aufwärmübung spielerisch leicht.

Eckig und kantig tritt der Neue an, unverkennbar ein Abkömmling der legendären Jeep-Modelle

Auf der Straße tut er sich dagegen schwerer, spielerische Leichtigkeit rüberzubringen. So wie die Starrachse im Gelände mit ihrer Robustheit im Vorteil ist, zeigt sie auf der Straße ihre Nachteile. Der Fahrkomfort ist natürlich nicht mit dem eines auf Komfort getrimmten SUV zu vergleichen. Zudem dringen laute Wind-, Motor- und Reifengeräusche ins Fahrzeuginnere. Andererseits: Das gehört sich halt so für einen Wrangler und für Weicheier gibt es andere Fahrzeuge.

Der 2,1-Liter-Diesel mit 147 kW/200 PS ist ein rauer Geselle, bietet aber reichlich Drehmoment. 450 Nm vermitteln nicht nur auf der Straße Durchzugskraft, sondern sollen auch im Gelände, Garant für souveränes Durchkommen sein. Zudem sind hier bis zu 2,5 Tonnen Anhängelast erlaubt. Auf der Autobahn fühlt man sich dank der etwas ungenauen Lenkung wohler als auf kurvigen Landstraßen. Die Achtgang-Automatik arbeitet aber immer unauffällig im Hintergrund und wechselt die Gänge harmonisch. Bis Tempo 120 gibt der Jeep einen angenehmen Reisebegleiter. Fährt man schneller, wird es nicht nur richtig laut – das Hardtop filtert die Außengeräusche nicht besonders gut weg, sondern der Motor wird auch durstig. 12 Liter rauschen dann durch die Leitungen, gut vier mehr als die Norm vorgibt. Bei entspanntem Cruisen pendelte sich der Verbrauch bei 10,3 Liter ein.

Für Fans der Marke, die sich nicht als eingefleischte Offroader sehen, bietet der Wrangler einen weiteren Kaufgrund. Bei ihm lassen sich nicht nur das Hardtop abnehmen, sondern auch die Windschutzscheibe umklappen und die Türen komplett entfernen. So entsteht eine Art Cabrio mit Frischluftzufuhr von allen Seiten. Das könnte auch dem ein oder anderen Weichei gefallen.

Jeep Wrangler Sahara 2.2 CRD – Technische Daten:

Viertüriges, fünfsitziges SUV, Länge: 4,88 Meter, Breite: 1,89 Meter (Breite mit Außenspiegeln: k.A.), Höhe: 1,84 Meter, Radstand: 3,01 Meter, Kofferraumvolumen: 533 – 1.044 Liter

2,1-Liter-Diesel, 147 kW/200 PS, Allrad, Achtgang-Automatik, maximales Drehmoment: 450 Nm bei 2.000 U/min, Vmax: 180 km/h, 0-100 km/h: 9,6 s, Durchschnittsverbrauch: 7,9 l/100 km, CO2-Ausstoß: 209 g/km, Abgasnorm: Euro 6d-temp, Effizienzklasse: B, Testverbrauch: 10,3 l/100 km

Preis ab: 56.000 Euro

Kurzcharakteristik:

Warum: weil er ein echter Jeep ist

Warum nicht: weil man keinen Privatwald besitzt und eher ein Weichei ist

Was sonst: Mercedes G-Klasse, Toyota Land Cruiser, ein gebrauchter Land Rover Defender

Test: Jeep Renegade 1.0 l T-GDI


Für Asphalt-Cowboys und -girls

Als Kind durfte man meist noch frei und unkontrolliert draußen spielen. Heute soll die Erinnerung an diese Ungebundenheit und Freiheit mithilfe von SUVs generiert werden, wie zum Beispiel mit dem Jeep Renegade. Je nach Motor-Wahl darf man hier aber nur auf der Straße spielen.

Der Renegade ist das kleinste SUV im deutschen Jeep-Portfolio. Der sei…

Jeep Gladiator – Transportkompetenz im Matsch

Eigentlich leitet sich der Name Gladiator vom römischen Kurzschwert Gladius ab. Jeep dient er jedoch als Bezeichnung für sein mit Abstand längstes Modell.

Die Offroad-Marke Jeep schickt auf der Los Angeles Auto Show mit dem Gladiator eine neue Pick-up-Version auf Basis des Wrangler in die Arena. 2019 kommt der auf 5,54 Meter gestreckte Allradler mit großer, offener Ladefläche zunächst in den USA auf den Markt. Später soll die neue Baureihe auch in Europa antreten.

Mit 5,54 Meter Länge überragt der Gladiator seine viertürige Wrangler-Basis um 79 Zentimeter

Fahrzeugbasis für die Pick-up-Version ist der viertürige Wrangler, dessen Radstand allerdings um fast einen halben Meter verlängert wurde. Dank eines zudem gestreckten Hecks überragt der Gladiator den Standard-Wrangler um 79 Zentimeter. Hinter der Fahrgastkabine bietet er eine 1,5 Meter lange Ladefläche. Auch 725 Kilogramm Nutzlast und 3,47 Tonnen Anhängelast versprechen Transportkompetenz auf gehobenem Niveau.

Die Standardversion des Gladiator ist mit dem Rock-Trac-Allradsystem, Unterfahrschutz, Geländebereifung und 76 Zentimeter Wattiefe für Offroad-Einsätze gerüstet. Wer mit dem Lasten-Wrangler besonders anspruchsvolle Passagen meistern will, kann alternativ eine Rubicon-Variante bekommen, die zusätzlich ein Offroad-Kamera-System, Reduktionsgetriebe und Sperrdifferenziale bietet.

Den Gladiotor wird es auch als Rubicon geben, der sich durch besonders hohe Offroad-Kompetenz auszeichnet

Zunächst wird der Gladiator in den USA mit 3,6-Liter-V6-Benziner (210 kW/285 PS) an den Start gehen, der sich wahlweise mit Achtgang-Automatik oder Sechsgang-Handschaltung kombinieren lässt. 2020 soll ein Dreiliter-V6-Diesel mit Achtgang-Automatik folgen, der 191 kW/260 PS leistet.

Jeep Wrangler JL – Für das Gelände geboren

Der Willys gilt als Urahn aller Jeeps, von denen der Wrangler am authentischsten ist.

Jede neue Herausforderung beginnt mit dem Glauben. Motivierende Worte, mit denen Adidas, neben Fiat-Chrysler einer der Hauptsponsoren von Juventus Turin, vor kurzem den Rekordtorschützen Christiano Ronaldo gebührend als Neuzugang begrüßte. Die Konzernmarke Jeep feierte sich selbst auf dem Event gleich mit sieben Fahrzeugen aus den aktuellen SUV Baureihen. Das Kronjuwel im Fiat Chrysler Konzern braucht sich um die Zukunft weniger Gedanken zu machen als Juve. Gerade die von Mike Manley – dem Nachfolger des so plötzlich verstorbenen Fiat Chefs Marchionne – geleitete Marke Jeep trug wesentlich dazu bei, dass Chrysler die Trennung von Daimler und die spätere Krise im Jahr 2009 meisterte. Seit Jahren ist die Geländewagensparte die mit Abstand profitabelste Marke des weltweit siebtgrößten Automobilherstellers. Doch nicht jedes Auto, auf dem Jeep steht, ist noch ein echter Offroader.

Klar ein Jeep: Der Wrangler mit senkrechtem Kühler, sieben Lüftungsschlitzen und runden Scheinwerfern.

Der wohl noch authentischste Vertreter der italo-amerikanischen Marke ist der Wrangler. Wie der Toyota Land Cruiser, der nicht mehr erhältliche Land Rover Defender und die G-Klasse von Mercedes ist er längst Ikone. Von allen Jeeps trägt er die meisten Gene des legendären Willys in sich. 1941 hatte man das puristische Raubein für das Militär entwickelt. Fast 80 Jahre später präsentiert Jeep in der Steiermark die neue Generation des Wrangler im „Jeep-Camp 2018“. Ein alljährlich stattfindender Event, zu dem Hunderte von Jeep-Enthusiasten der Marke aus ganz Europa zusammen kommen, um sich drei Tage lang voller Lust und Freude mit ihren Autos durch Matsch und Geröll zu quälen, um dann die dickste Schicht der Patina zu feiern. Nicht ohne dabei neugierige Blicke auf die funkelnagelneuen Vertreter des Wrangler zu werfen.

Mühelos schiebt sich der neue Wrangler Rubicon mit dem 2,2 Liter Diesel durch den Wald.

Die Jeep-Fangemeinde im „Jeep-Camp“ liebt Schlammschlachten.

Optisch bleibt beim Wrangler JL fast alles, wie es war

Neben dem Sahara gibt es den Wrangler noch in den Modelllinien Rubicon und Sport.

Auch in seiner vierten Generation mit der neuen Typenbezeichnung JL baut der Wrangler auf einem Leiterrahmen auf. Auch an den runden Hauptscheinwerfern und dem Kühlergrill mit seinen sieben Lüftungsöffnungen hält Jeep fest. Die Radhäuser bleiben trapezförmig, die Scharniere für Türen und Hauben sichtbar. Nur wer sehr genau hinschaut, erkennt, dass die Frontmaske jetzt leicht nach unten zuläuft und die Kühlermaske etwas nach hinten geneigt ist. Das verleiht der Karosserie einen Hauch Dynamik und bessere Aerodynamik. Wer den Wind nicht nur vorbeistreifen lassen will, sondern ihn auch im Inneren spüren will, für den bietet der Wrangler neben dem herausnehmbaren Hard Top und dem Soft Top ein komplett neu entwickeltes elektrisches „Sky One Touch“ Faltdach, das per Knopfdruck fast die gesamte Länge des Innenraums oben herum frei legt und den Jeep in wenigen Minuten zum Open-Air-Fahrzeug verwandelt.

Ins Gesicht geschrieben: Der Rubicon liebt das Gelände.

 

Unter der Haube des neuen Wrangler arbeitet entweder ein Diesel (200 PS) oder ein Benziner (270 PS).

8000 qm Offroad-Spielplatz fordern „Rubicon“ und „Sahara“ heraus

Mit Allrad und Untersetzungsgetriebe kommt der Kraxler überall durch.

Wie von seinen Fans erwartet, verspricht der kantige und hochbeinige Wrangler im Doppelpack der klassischen und der um 55 Zentimeter längeren viertürigen Variante maximale Geländegängigkeit. Auf dem weitgehend naturbelassenen und rund 8000 qm großen Spielplatz für Offroad-Fans in der Nähe des Red-Bull-Rings im österreichischen Spielberg warten mehr als genug Herausforderungen. Die Hinweisschilder an den beiden Trails, die von den insgesamt vier als Teststrecken auserkoren sind, verraten sofort, wofür die beiden mitgebrachten Versionen des Jeep Wrangler stehen. Hardcore für den „Rubicon“, benannt nach einer der anspruchsvollsten Offroad-Strecken der Welt zwischen Kalifornien und Nevada. Leichtere Anforderungen für den „Sahara“, den die Amerikaner für den urbanen Dschungel konzipiert haben. Auf den Asphalthelden Wrangler „Sport“ hat man hier und heute verzichtet.

Die vierte Wrangler-Generation seit dem Erscheinen des „YJ“ im Jahr 1987 mit leicht abgesenkter Gürtellinie und einer vier Zentimeter längeren Windschutzscheibe.

In Deutschland ist der Wrangler nur noch mit vier Zylindern unterwegs

Fett schmatzt der Schlamm, als sich der Wrangler Rubicon mit dem neuen 2,2 Liter Diesel den schmalen Waldweg bergauf schiebt. Für Jeep-Enthusiasten dürfte zwar alles unter dem 3,6 Liter Benziner von einst unangemessen sein. Doch auch mit dem Selbstzünder mit 200 PS und einem Drehmoment von 450 Nm ist der Rubicon in Kombination mit der neuen – in allen Wrangler-Modellen serienmäßigen – Achtgang Wandlerautomatik souverän unterwegs. Im Gegensatz zu dem abgelösten 2,8 Liter Diesel erfüllt der neue Motor mit SCR-Kat und Abgasreinigung nicht nur die ab September geltende Euro 6 d-temp, sondern er soll damit auch die Hürde der erst 2021 geltende Euro-6-Norm nehmen. Für das vierte Quartal 2018 kündigt Jeep einen ebenfalls neuen 2,0 Liter Benzinmotor mit Turboaufladung und Direkteinspritzung (270 PS und 450 Nm) an. Sechszylinder werden in Europa gar nicht mehr angeboten.

Mit dieser Plakette darf der Wrangler auch auf dem legendären „Rubicon-Trail“ unterwegs sein.

Die „Trail Rated“ – Plakette bürgt für ganz besondere Geländegängigkeit

Der Weg scheint jetzt kaum breiter als das Fahrzeug. Bloß nicht nach links in den Abgrund schauen. Doch die von Adrenalinschüben begleitete Sorge, dass die mehr als zwei Tonnen ausgleiten und den Hang hinunter rutschen könnten, bleibt unbegründet. Stoisch folgt der Rubicon mit eingelegter Geländeuntersetzung der Spur des voranfahrenden Fahrzeuges, tastet sich dann vorsichtig Geröllstrecken hinab und lässt auch tiefe Pfützen nicht links liegen. Immerhin bürgt die von Jeep aufgepappte „Trail Rated“ Plakette für bestandene Disziplinen wie Traktion, Wasserdurchfahrt, Manövrierbarkeit, Achsverschränkung und Bodenfreiheit und damit für die Fähigkeit, auch mal den „echten“ Rubicon-Trail zu fahren.

Auch im Jeep Wrangler ist Konnektivität jetzt angesagt. (Foto: Jeep)

Auch ein Jeep Wrangler braucht Konnektivität

Damit der Wrangler dann den Weg zum nächsten Italiener oder zu einer der amerikanischen Fast-Food-Ketten findet, kann man im sauber aufgeräumten Cockpit über Apple CarPlay oder Android Auto den Inhalt des eigenen Smartphones auf das  8,4 Zoll große Zentraldisplay spiegeln. Funktionen wie Navigation, Sprachführung, Musik, Siri, Telefonanrufe und das Senden von Textnachrichten lassen sich ansteuern, ohne das Telefon in die Hand nehmen zu müssen. Das Thema Assistenzsysteme weckt zwar bei den meisten Jeep-Fans eher ein müdes Lächeln, ebenso wie der Austausch des Zündschlosses gegen einen modernen Startknopf.

Mit der optionalen Einparkhilfe vorne und hinten, dem Totwinkel-Assistenten und der hintere Querbewegungserkennung verliert man nicht den Überblick.Ackern im Gelände liegt dem Wrangler mehr als kurvige Landstraßen  

Das Fahrwerk des Rubicon ist für den Asphalt-Cowboy, der auf Wunsch auf bequemen Ledersitzen mit markanten Nähten, eine Lehne mit justierbarer Polsterhärte und einer Lendenwirbelstütze Platz nehmen darf, etwas weniger ruppig und in Richtung Komfort ausgelegt. Auf kurvigen Landstraßen machte er mit seiner etwas schwammigen Lenkung und der Neigung zum Schwanken allerdings keinen Hehl daraus, dass ihm das Ackern im Gelände mehr liegt.

Der neue Jeep Wrangler kommt im September auf den Markt und kostet zwischen 46.500 Euro für den Zweitürer „Sport“ und 56.000 Euro für den Viertürer „Rubicon“.

Text und Fotos : Solveig Grewe

Test: Jeep Grand Cherokee

Seine Offroad-Tradition pflegt der amerikanische Autobauer, der als globale Marke des FCA Konzerns daherkommt, seit mehr als 77 Jahren. Mit seiner 4x4-Kompetenz verkaufte Jeep bislang über 1 Million Fahrzeuge weltweit. Kultstatus für eingefleischte Offroad-Fans erlangte sicherlich der für das amerikanische Militär gebaute BRC (Bantam Reconnaissance Car). Dass geländefähige Autos auch etwas mit Luxus zu tun haben, beweist uns Jeep spätestens mi…

Jeep Grand Cherokee Trackhawk – SUV-Superlative

Braucht die Welt ein Performance-SUV mit mehr Leistung als jedes aktuelle Porsche-Modell? Anscheinend lautet die Antwort „ja“. Denn Jeep packt nun den Motor der „Hellcat“-Versionen von Dodge Charger und Challenger in den Grand Cherokee und tauft das Endergebnis auf den Namen „Trackhawk“. Unter der Haube sorgt ein Kompressor-V8 mit 6,2 Liter Hubraum für gewaltige 520 kW/717 PS und beeindruckende 87…

Alfa Romeo und Jeep – Mit Doppelspitze in die Offensive

Wer vom Straßenrand aus einen Alfa Romeo entdecken will, braucht Geduld und langen Atem. Jahrelang darbte die einstige Kultmarke vor sich hin, kaum neue Modelle, wenig Händler, Probleme mit der Qualität. Bis der Mutterkonzern Fiat seine Ikone neu entdeckte und nun nach einer gefühlten Ewigkeit wieder Gas gibt. Mit der Sportlimousine Giulia und dem schmucken SUV Stelvio ist Alfa Rome…

Jeep Compass Opening Edition – Das Beste zum Start

Jeep bietet sein neues Kompakt-SUV Compass in Deutschland zur Markteinführung im Juli als Sondermodell „Opening Edition“ an. Zur Ausstattung zählen unter anderem 18-Zoll-Räder, LED-Rückleuchten und Chrom-Zierteile an den Seitenfenstern. Für den Antrieb stehen ein 2,0-Liter-Diesel mit 103 kW/140 PS sowie ein 125 kW/175 PS starker Benziner zur Wahl. Beide Motoren sind an eine Neunstufenautomatik und Allradantrieb gekoppelt. Die Preise starte…

Jeep Renegade Nitro – Mit Snowboard und Sitzheizung

Als Sondermodell „Nitro“ will der Jeep Renegade nun Wintersportler locken. Zum Lieferumfang des Mini-SUV zählt neben einem Ski-Dachträger und unempfindlichen Gummi-Fußmatten ein Snowboard der Marke Nitro im Wert von rund 600 Euro. Die Ausstattung beinhaltet unter anderem Zweizonen-Klimaautomatik, Sitz- und Lenkradheizung sowie ein schlüsselloses Startsystem. Das Motorenprogramm umfasst drei Benziner mit Leistungswerten zwischen 81 kW/110 PS und 103 kW/140 P…

Erste Fahrt: Modelljahr 2017 Jeep Grand Cherokee

Bereits seit 1993 bietet die Marke Jeep® den Grand Cherokee bzw Grand Wagoneer als Geländewagen in der oberen Mittelklasse im Luxussegment an. 25 Jahre auf dem Markt, startet FCA Anfang diesen Jahres nochmals durch mit der überarbeiteten 4. Generation des Grand Cherokee. Ein neues Design im Frontbereich, ein neues Modell (Trailhawk) mit optimierter Geländeausstattung und neue Fahrerassistenzsysteme sollen mehr Kunden in die Autohäuser locken. Seit Oktober 2014 ist die Traditionsmarke nunmehr in jedem Segment vertreten: vom neuen kleinen Renegade über den kompakten Compass, den Cherokee, den Grand Cherokee bis hin zum Wrangler. Damit baut Jeep® sein Image als wachstumsstärkste Automarke in Deutschland kontinuierlich und konsequent aus. Ab sofort bestellbar ist der Grand Cherokee zum Basispreis von 49.900 Euro. 

Der Jeep® Grand Cherokee im ersten Off-Road Fahrbericht

Offroad-Experte im Pelzmantel

Seit seiner Markteinführung überzeugt der Geländewagen mit seiner äußeren recht massiven  Erscheinung. Seine Designer gaben ihm dafür nach seiner Markteinführung 2013 für das Modelljahr 2017 eine aufgefrischte Vorderansicht an die Hand. Dazu gehören die typischen sieben Kühlerluftschlitze über dem nach oben gezogenen Stoßfänger. Die daran folgenden LED-Scheinwerfer wirken aggressiv und unterstreichen damit den breiten Stand des Fahrzeuges. Das selbstbewußte Auftreten zieht sich über die Flanken bis ans Heck, wo nun alle Fahrzeuge des Modelljahres 2017 mit einer Auspuff-Doppel-Endrohr-Anlage ausgestattet sind. Zur heutigen Vorstellung möchte FCA JEEP® sowohl auf die Fahreigenschaften mit seinen unterschiedlichen Fahrprofilen als auch seine komfortable Performance auf öffentlichen Straßen aufmerksam machen. Wer nicht unbedingt permanent ins Gelände muss, ist mit dem Vierradantrieb „Quadra-Drive® II“ bestens bedient. In der von uns getesteten Modellvariante „Summit“ arbeitete ein elektronisch geregeltes Hinterachs-Sperrdifferenzial (ELSD), das allen vier Rädern die bestmögliche Traktion zur Verfügung stellt. Sein zentrales Verteilergetriebe mit dem elektronisch gesteuerten Kupplungspaket sorgt für eine aktive Steuerung der Kraftverteilung. Diese sieht im Optimalfall eine Drehmomentverteilung mit einem Verhältnis von 48:52 zwischen Vorder- und Hinterachse vor. Bei unseren Fahrten steuerte deshalb unser Testfahrzeug mit einer souveränen Ruhe durch die kurvige Landschaft des Vordertaunus. Zurück von den Fahrten auf öffentlichen Straßen wartete der Grand Cherokee 3.6 Liter V6 Pentastar „Trailhawk“ auf uns, um uns seine Eigenschaften im schweren Gelände zu demonstrieren. Angetrieben vom Vierradantrieb „Quadra Trac® II“ durchquerten wir einen von FCA abgesteckten Parcours, der uns und dem Fahrzeug einiges abverlangte. Das elektronisch geregelte, permanente Vierradantriebssystem sorgt mit zweistufigem Verteilergetriebe und Traktionskontrolle mit Bremseneingriff (Brake Traction Control System) für ideale Off-Road Performance. Das System nutzt hierfür einige Sensoren, um Radschlupf so früh wie möglich zu erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten. Vereiste und verschneite Hügel und Mulden sowie das Durchfahren von verschneitem Dickicht waren zumindest für das Fahrzeug keine Herausforderung.

Schweres Terrain ist sein Zuhause.

Absolut familientauglich

Beim Testen auf öffentlichen Straßen fuhren wir ausgiebig den Grand Cherokee 3.0 V6 MultiJet II. Der Geländewagen ist serienmäßig und ausschließlich mit einem Acht-Stufen-Automatikgetriebe kombiniert. Das optional erhältliche CommandView® Panorama-Glasdach, ab den Ausstattungslinien „Limited“ und „Trailhawk“ für 1.690 Euro erhältlich (ab der Variante „Overland“ serienmäßig), lässt den Grand Cherokee nochmals größer erscheinen und bringt ein gewisses Wohlgefühl. Es bietet nicht nur dem Fahrer- und Beifahrer, sondern auch den Passagieren im Fond einen freien Blick. Beim Kofferraumvolumen hat FCA Jeep® nicht gespart und offeriert gleich die „Best-in-Class“-Werte von  782 Liter, bei umgeklappter Bestuhlung sogar 1.554 Liter.

Innenraum mit Luxusambiente.

Souveräne Großraum-Aggregate

Das Angebot bei den Motorisierungen ist recht übersichtlich. So bietet Jeep® seinen Kunden außer einem Diesel drei Benziner mit jeweils einer Leistungsstufe. Es performen im Benzinbereich ein 3.6 V6 Pentastar mit 213 kW (290 PS), ein 5.7 V8 HEMI mit 259 kW (352 PS) und ein 6.4 V8 HEMI mit 344 kW (468 PS). Der größte Benziner ist als „SRT“ ausschließlich sportlich unterwegs. Alle Benziner sind durchweg mit einem Acht-Stufen-Automatikgetriebe ausgestattet. Der Dieselmotor ist ein 3.0 Liter V6 MultiJet II in den Leistungsstufen 140 kW (190 PS) und 184 kW (250 PS), der, beim stärkeren von beiden, ein Drehmoment von 570 Newtonmeter bei 2.000 Umdrehungen liefert. Auch hier unterstützt ausschließlich ein Acht-Stufen-Automatikgetriebe den Antrieb des Fahrzeuges.

Leistung trifft Drehmoment.

Ausstattungsvarianten bieten ordentlich Serienausstattung

Mit den sechs Ausstattungslinien „Laredo“, „Limited“, „Trailhawk“, „Overland“, „Summit“ und „SRT“ gibt uns der Autobauer aus Italien ausreichend Optionen für jeden Geschmack. Bereits die Basisausstattung „Laredo“ umfasst eine 2 Zonen-Klimaautomatik, Berganfahr- und Bergabfahrassistenten, LED-Tagfahrlicht (im Scheinwerfer integriert), uconnect® Mediacenter mit 5-Zoll-Touchscreen mit digitalem Radio und Bluetooth® Freisprecheinrichtung, Regensensor sowie eine Geschwindigkeitsregelanlage und 18-Zoll Leichtmetallräder. Die nachstehenden Sicherheitssysteme sind sowohl optional als auch serienmäßig erhältlich: Anhängerstabilitätsprogramm, Auffahrwarnsystem (Forward Collision Warning & Crash Mitigation), Notbremsbereitschaft, Smart Beam Fernlichtassistent, Spurhalteassistent (LaneSense) und Totwinkel-Assistent.

Geländewagen mit langer Ausstattungsliste.

Fazit: Mit dem Grand Cherokee führt der FCA Konzern eine lange Tradition der Luxus Geländewagen als Technologieträger fort. Dabei besticht das Fahrzeug mit einer Kombination eines komfortablen SUV mit großzügigem Raumangebot und hoher Fahrdynamik in allen Lagen.

Massiv und selbstbewußt.

Der Grand Cherokee besitzt Kult-Charakter seit nunmehr 25 Jahren und wird ihn auch so schnell nicht abgeben. Er ist und bleibt für Liebhaber der Geländefahrten, die auf Luxus nicht verzichten möchten, die erste Wahl beim Neukauf.

Text: Stefan Beckmann, Bild: Stefan Beckmann und Titelbild Hersteller

Jeep Grand Cherokee Trailhawk – Ab in die Pampa

Wer einen Jeep will, will meist auch offroad fahren. Im Fall des Grand Cherokee geht das mit der neuen Trailhawk-Version besonders gut. Das für Geländefahrten hochgerüstete SUV ist ab Februar wahlweise mit 213 kW/290 PS starkem 3,6-Liter-V6-Benziner oder einem 3,0-Liter-V6-Diesel mit 184 kW/250 PS ab 62.400 Euro zu haben. Mittlerweile hat Jeep damit eine echte Trailhawk-Familie im Programm, denn de…

Jeep Grand Cherokee Trailhawk – Der will nur klettern

Der Name Jeep steht als Synonym für richtige Geländewagen, also nicht nur für modische SUV, die oftmals nur über Frontantrieb verfügen und normalerweise außer Asphalt und ein wenig Schotter nichts unter die Räder bekommen. Auch wenn die Kultmarke – dem Flottenverbrauch geschuldet – beim Renegade und Cherokee auch Vorderradantrieb offeriert, die meisten Jeep-Kunden greifen zu den 4x4-Versionen. Beim gerade aufgefrischte…

Jeep Grand Cherokee – Von Matsch bis Metropole

Vor 25 Jahren debütierte der Jeep Grand Cherokee. Die aktuelle Generation ist seit 2011 am Start und erhält - bevor Ende 2018 die fünfte auf den Markt kommt - ein Facelift. Neben den üblichen Designkorrekturen gibt es nun ein aufgefrischtes Infotainmentsystem, moderne Fahrerassistenzsysteme sowie die auf Offroad-Fahrten spezialisierte Ausstattungslinie Trailhawk. Ende Februar stehen die überarbeiten Modelle beim Händler. In Verbindun…

Jeep-Sondermodell zum Sonderpreis – Rabatt auf Superhelden-SUV

Jeep senkt den Preis für das Renegade-Sondermodell „Dawn of Justice Special Edition“. Das anlässlich des Superheldenfilms „Batman vs. Superman“ aufgelegte Mini-SUV kostet bis Ende November 17.900 Euro statt der ursprünglichen 21.900 Euro. Zur Ausstattung des komplett in Schwarz gehaltenen Modells zählen unter anderem 18-Zoll-Räder, Lederlenkrad und Parksensoren am Heck. Für den Antrieb sorgt ein 81 kW/110 PS starker 1,6-Liter-Benziner. Da…

Jeep stellt sein Kompakt-SUV Compass vor – Ab ins Gelände

Mit dem neuen Compass will die Traditionsmarke Jeep in der Klasse der kompakten SUV eine wichtigere Rolle spielen als bisher. Der optisch dem größeren Grand Cherokee nachempfundene Fünftürer ist nur 4,39 Meter lang und überrascht mit seinem gefälligen Design. Im Gegensatz zu den Konkurrenten aus Korea, Japan oder auch Frankreich ermöglicht die ausgefeilte Allradtechnik der teureren Versionen auch Ausflüge in…

Sondermodell Renegade 75th Anniversary – Der Jubiläums-Jeep

Jeep feiert dieses Jahr seinen 75sten Geburtstag. Das Jubiläum nimmt die Allradschmiede zum Anlass, deutschen Kunden ab sofort ein Sondermodell auf Basis des Kompakt-SUVs Renegade anzubieten. Vor allem farblich setzt sich die Editionsauflage 75th Anniversary von anderen Renegade-Varianten ab.

Mit einer Plakette weist der Jubiläums-Jeep auf das Jahr 1941 hin - dem Geburtsjahr der Allradmarke
Mit einer Plakette weist der Jubiläums-Jeep auf das Jahr 1941 hin – dem Geburtsjahr der Allradmarke

Zu den auffälligen Details der Außenhaut zählen einige Bronze-Akzente. Dazu gehören Einfassungen am Kühlergrill und den Nebelscheinwerfern, ein Einsatz am Heckstoßfänger sowie in einem mattierten Bronzeton lackierte 18-Zoll-Leichtmetallräder. Zusätzlich deutet das Emblem „Since 1941“ auf das Geburtsjahr der Marke hin. Als Außenlackierung wird neben sechs weiteren Farbtönen speziell die Farbe Jungle Green angeboten. Dieser Farbton soll einen schicken Kontrast zu den Textil-Sitzbezügen in Schwarz oder Sand/Schwarz mit orangefarbenen Ziernähten bilden. Zusätzlich sorgen auch innen Bronze-Akzente für eine besondere Optik.

Darüber hinaus ist der Jubiläums-Jeep üppig ausgestattet. Das Sondermodell basiert auf der gehobenen Ausstattung Limited, die serienmäßig ein Multimedia-Navisystem mit großem Touchscreen, eine Zweizonen-Klimaautomatik, einen Tempomaten, einen Spurhalteassistenten, Parkpiepser und einiges mehr bietet.

Das Sondermodell Jeep Renegade 75th Anniversary bietet eine gehobene Ausstattung
Das Sondermodell Jeep Renegade 75th Anniversary bietet eine gehobene Ausstattung

Antriebsseitig stehen zwei Motoren zur Wahl: Ein 1,4-Liter-Benziner mit 125 kW/170 PS sowie zwei Zweiliter-Diesel mit 103 kW/140 PS. Während der Benziner mit einer Neunstufen-Automatik zwangsgekoppelt ist, haben Dieselkunden die Wahl zwischen dem Selbstschalt-Getriebe und einer manuellen Sechsgangschaltung. Letztere Variante markiert auch den Einstiegspreis für das grundsätzlich mit Allrad ausgestattete Sondermodell, das mindestens 33.075 Euro kostet.

(Mario Hommen/SP-X)

News: Jeep mit extrovertierten Konzepten im Markenstil

Die Easter Jeep Safari jährt sich zum 50. Mal und das will man beim amerikanischen Geländewagenhersteller mit sieben neuen Concept-Cars sowie eine Vielzahl von Mopar- und Jeep-Performanceteilen feiern. Dabei betont jedes dieser Modelle, wie robust und anachronistisch die Marke sein möchte, obwohl die Verbindung mit Fiat diese Identität teilweise etwas weichspült. Ein kurzer Überblick über die Konzepte, die uns erwarten. Read more

Jeep Renegade – Willy hätte ihn gemocht

Zum 75. Geburtstag des historischen „Willys“ Jeep bietet die amerikanische Geländewagen-Marke ihren jüngsten und kleinsten Zuwachs nun günstiger an: Im ersten Quartal 2016 kostet das Einstiegsmodell (81 kW/110 PS) des Jeep Renegade 17.900 Euro, 2.000 Euro weniger als bisher.

Im Zweiten Weltkrieg nutzten amerikanische Truppen den Geländewagen Willys-Overland MB. Er trug dazu bei, dass „Jeep“ heute auch ein Synonym für Geländewagen ist. Der kantige, kompakte Geländewagen Renegade sieht seinem historischen Vorbild ähnlich.

Anders als beim 4×4-Willys wird beim genannten Renegade-Einstiegsmodell die Antriebskraft des 1,6 Liter großen Vierzylinder-Benzinmotors über ein Fünfgang-Schaltgetriebe nur an die Vorderräder geleitet. Zur Serienausstattung des Renegade Sport 1.6 E-torQ gehören unter anderem Klimaanlage, Infotainment-System, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, elektrische Fensterheber und Multifunktionslenkrad.

Jeep Renegade Night Eagle – Matt wie die Nacht

Durch Verzicht auf Chrom- und Silberteile will das Sondermodell „Night Eagle“ des Jeep Renegade auffallen. Bei dem kleinen SUV sind alle ansonsten glänzenden Zierteile an Kühlergrill, Fensterrahmen und Dachreling durch matte Akzente ersetzt. Dazu gibt es schwarz lackierte 17-Zoll-Räder, Klimaanlage und Parksensoren für das Heck. Optional ist eine Mattlackierung in Anthrazit zu haben. Der Preis startet bei 24.700 Euro für die 88 kW/120 PS starke Variante mit 1,6-Liter-Diesel und Frontantrieb. Alternativ gibt es eine Allradversion mit zwei Litern Hubraum und 103 kW/140 PS für 27.600 Euro. Gegen 1.850 Euro Aufpreis ist ein Ausstattungspaket mit Navigationssystem, Sitz- und Lenkradheizung sowie weiteren Extras im Programm.

Der Renegade Night Eagle ist nach dem Cherokee Night Eagle das zweite Jeep-Modell im matten Trim. Darüber hinaus legt die Marke regelmäßig Sondermodelle ohne Chromzierrat auf. Das Standardmodell des gemeinsam mit dem Fiat 500X entwickelten Renegade kostet 17.900 Euro.

Test: Jeep Renegade 2.0 Limited

Der Renegade ist so ein Auto, bei dem sich der Auto-Blogger in mir mal mächtig getäuscht hat. Als der kleine Renegade 2014 in Genf der Welt-Öffentlichkeit auf dem Automobil-Salon präsentiert wurde, da war ein klar ablehnendes Kopfschütteln das Ergebnis. Ein Jeep auf einer Plattform, die ursprünglich bereits dem Opel Corsa und dem Opel Karl diente. Angepasst für 4x4-Antriebe, zurechtgezimmert fü…

Test: Jeep Cherokee 2.2 MultiJet Limited

Eigentlich ist Jeep ja gar kein Hersteller von SUVs. Jeep? Das waren doch die, in deren DNA der Offroad-Einsatz als "Pflicht" und nicht als "Kür" verankert war. Über die Jahre hat sich das ein wenig verwässert und dann kam auch noch die Übernahme durch FIAT hinzu. Mit dem aktuellen Cherokee demonstriert man derweil, wie gut man sich an die Ide…

Fahrbericht: Jeep Cherokee 3.2l V6 Trailhawk

Warum:  Weil sechs Zylinder leise laufen
Warum nicht: Weil sie nur im teuren Paket zu haben sind
Was sonst? Doch lieber den Diesel

Wer sechs braucht, muss zahlen

Fahrbericht zum Jeep Renegade 3.2l V6 Trailhawk

SUV und Diesel scheinen in Deutschland fast schon eine Zwangsehe eingehen zu müssen. Am deutschen Gesamt-Pkw-Markt liegt der Selbstzünderanteil mit 48 Prozent knapp unter der Hälfte, bei den Hochbeinern dagegen werden rund acht von zehn Fahrzeugen mit einem Diesel ausgeliefert. Beim Geländewagen-Klassiker Jeep Cherokee entscheiden sich hierzulande sogar über 90 Prozent der Käufer für einen der drei Diesel: Von bislang 1.917 in diesem Jahr zugelassenen Fahrzeugen fahren nur 120 mit Otto-Kraftstoff. Wer allerdings einen Vierzylinder in dem 4,60-Meter-SUV nicht für standesgemäß hält, muss zum Benziner – und tief in die Tasche – greifen: Nur der Ottomotor verfügt über sechs Zylinder, doch ist der Cherokee 3.2l V6 mit 48.000 Euro auch das mit Abstand teuerste Modell.

Der Benziner kostet über 16.000 Euro mehr als der günstigste Diesel. Dafür erhält man, neben etwas mehr Serien-Ausstattung, auch das stärkste Triebwerk: Einen 200 kW/272 PS starken 3,2-Liter-Leichtmetall-Motor, der mit ausgesprochen ruhigem Lauf punkten kann. Zwar arbeiten selbst die angebotenen Selbstzünder recht geräuscharm, doch das Benzin-Aggregat flüstert nach dem Anwerfen so leise vor sich hin, dass nur der Blick auf der Drehzahlmesser bestätigt, dass es wirklich läuft. Und auch unter Last bleibt der Benziner ausgesprochen ruhig und schnurrt V6-typisch vor sich hin – vorausgesetzt, man fragt nicht zu viel Leistung ab.

Jenseits der 4.000 Touren wird der Motor deutlich hörbar. Schade, denn sein Drehmomentmaximum von 315 Newtonmeter erreicht er erst jenseits dieser Marke. Abgesehen vom kurzen ersten Gang, der eindrucksvolle Ampelstarts und einen Standardsprint in 8,4 Sekunden ermöglicht, ist die serienmäßige Neungang-Automatik bemüht, die Nadel des Drehzahlmessers in der Regel bei rund 2.000 Touren zu halten. Die längere Übersetzung der höheren Fahrstufen macht’s möglich, und zum entspannten Cruisen ist so immer noch ausreichend Kraft vorhanden. Wer allerdings mehr Wumms wünscht, muss beherzt aufs Gas treten.

Dann sortiert das von ZF beigesteuerte Getriebe die Gänge neu und nach einer kurzen Gedenksekunde steht die volle Schubkraft bereit. So zackig wie das Anfahren fallen Zwischensprints allerdings nicht aus und auch die Höchstgeschwindigkeit ist mit bei bescheidenen 180 km/h nicht sonderlich souverän. Auf der Autobahn fahren ihm die schwächeren Diesel problemlos davon, was unter anderem an seinen serienmäßigen Geländereifen liegt. Einen Pluspunkt gibt’s dagegen für den Verbrauch: Bei normaler Fahrweise übersteigt der Benzin-Durst die versprochenen 9,6 Liter je 100 Kilometer nur geringfügig; die Diesel lassen sich trotz deutlich niedriger Normwerte auch kaum unter zehn Liter fahren.

Das Technologie-Paket bringt zwar alle gängigen Assistenten mit, vom Spurhalter über den Kollisionswarner bis zur Tot-Winkel-Überwachung, kostet aber 2.500 Euro zusätzlich
Das Technologie-Paket bringt zwar alle gängigen Assistenten mit, vom Spurhalter über den Kollisionswarner bis zur Tot-Winkel-Überwachung, kostet aber 2.500 Euro zusätzlich

Überzeugen kann der Cherokee mit seinem fein austarierten Fahrwerk, das zwar straff, aber nicht übertrieben hart ist und dem Vorurteil einer schaukeligen SUV-Sänfte vehement entgegen wirkt. Die Lenkung ist ebenfalls tadellos: Das System arbeitet elektromechanisch und reagiert auf Befehle direkt und präzise, so dass sich Kurven problemlos flott durcheilen lassen. Traktionsprobleme kennt der stets allradgetriebene Benziner ohnehin nicht. Mehr noch: Er kommt von allen Cherokees wohl am weitesten. Nur er fährt nämlich in der Trailhawk-Ausstattung vor, und so mit mehr Böschungswinkel und als einziger mit elektronisch geregelter Differenzialsperre an der Hinterachse. Hinzu kommen ein exklusiver Unterfahrschutz, ein zusätzliches Fahr-Programm zum Felsenklettern und ein gut zweieinhalb Zentimeter höheres Fahrwerk.

Während er seine Geländetauglichkeit standardmäßig an Bord hat, muss er für größtmögliche Sicherheit auf der Straße extra ausgestattet werden. Das Technologie-Paket bringt zwar alle gängigen Assistenten mit, vom Spurhalter über den Kollisionswarner bis zur Tot-Winkel-Überwachung, kostet aber 2.500 Euro zusätzlich. Und auch Bi-Xenon-Scheinwerfer, Sitzheizung und die Rückfahrkamera lässt sich Jeep noch extra bezahlen. Aber: wer sich für den teuren V6 entscheidet, sollte auch dafür noch das nötige Kleingeld übrig haben.

Kleiner Jeep Renegade, ganz tapfer!

Go anywhere, do anything!

Tapfer kämpft sich der kleine Renegade durch das Unterholz. Immer wieder setzt Staub die Frontscheibe des kleinsten der Jeep Famile zu. Kein Wunder, vor ihm zeigt der stämmige Bruder Wrangler gerade, was es heißt, mal richtig im Gelände unterwegs zu sein. Immerhin stammt er in direkter Linie von dem legendären Willis MB ab. „Go anywhere, do anything“, lautet die Devise von Jeep, die seit fast 75 Jahren ausschließlich Geländewagen und SUV bauen. Nun sind wir nicht am Rubicon in Montana, jenem mörderischen TestTrail, den jeder Jeep, der etwas auf sich hält, gemeistert haben muss. Doch auch das Testgelände hier im Maintal ist mit seinen Geröllstrecken und unübersichtlichen Schlammlöchern durchaus anspruchsvoll.

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In der Offroad-Variante Trailhawk mit Allradantrieb und diversen Fahrprogrammen hat der Renegade, der als erster Jeep nach der Liason von Chrysler mit Fiat nicht in Amerika, sondern in Italien gebaut wird, nicht viel Mühe mit der Strecke. Wie es sich für einen Jeep gehört. Auch für einen, der sich zwar jetzt mit einem Fiat 500 X eine Plattform teilt, dessen kantiges Äußeres aber mehr von seinen amerikanischen Genen zeugt. Im Innenraum sorgen trotz viel Jeep typischem Plastik farblich abgesetzte Umrandungen, das große Farbdisplay in der Mitte und die geschäumte Oberfläche der Armaturentafel für eine eher italienisch anmutende erfreulich freundliche  Atmosphäre. Vorne wie hinten gibt es für ein Auto dieser Klasse ordentlich Platz.

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Auf der Strecke fordern spitze Steinkanten jetzt einen äußerst gefühlvollen Umgang mit Lenkung, Gas und Bremse. Doch vor dem Schlimmsten bewahren spezielle Unterfahrschutz-Planken, die Jeep dem jüngsten Sprössling mit auf den Weg gegeben hat. Zwar unterstützt den Renegade Trailhawk mit dem 170 PS starken Vierzylinder Diesel keine Geländeuntersetzung, dafür eine im Vergleich zu den anderen Modellen kürzere Achsübersetzung, was gemeinsam mit dem kurzen ersten Gang der Neunstufen-Automatik zu überraschenden Offroadtalenten führt. Jetzt eröffnet sich vor uns ein Bild, das den Atem stocken lässt. Der Wrangler streckt ein Hinterrad in die Höhe und droht, den Hang hinunterzupurzeln. Unbeirrbar senkt sich das Urgestein von Jeep langsam ab und setzt seinen Weg fort. Die Sorge, dass der kleine Renegade hier nun doch noch scheitern könnte, lässt uns an Umkehr denken. Doch leider schiebt sich gerade der für alle Jeep typische siebenstrebige Kühlergrill eines uns folgenden Cherokee in den Rückspiegel. Wir lassen es langsam angehen. Die Traktionskontrolle kümmert sich um den Vortrieb und in Zentimeterarbeit kippen wir ab. Am Ende zeigt sich, dass die Technik eines Jeep Renegade Trailhawk mehr kann als jeder noch so geübte Offroad-Artist.

 

Erste Fahrt: Jeep Cherokee 2.2 Multijet Diesel – nochmal aufgedieselt

FCA präsentiert sein Erfolgs-SUV mit neuem Multijet II Diesel und Neun-Stufen-Automatik

Erste Fahrt im neuen 2.2 Liter Turbodiesel

Cherokee in der 5. Generation als „Platzhirschen“ im SUV Segment
Cherokee in der 5. Generation als „Platzhirsch“ im SUV Segment.

Die Marke Jeep – weltweit bekannt – steht für den Begriff SUV und Geländewagen. Seit mehr als 75 Jahren baut der amerikanische Hersteller seine Kompetenz in diesem Segment stetig aus. 2014 wurde nun die Eine-Million-Marke überschritten. Mit dem Cherokee produziert Jeep schon in der 5. Generation den „Platzhirschen“ im SUV Segment. Die neue Generation der Multijet Motoren sollen ihn noch effizienter und dynamischer für seine Kunden machen. Kombiniert mit einem Neun-Stufen-Automatikgetriebe und Start&Stopp Technologie werden Spitzenverbrauchswerte erwartet. Mit neuer Motorisierung unter der Haube startet der Cherokee bei einem Grundpreis von 32.900 Euro.

Jeep Cherokee mit neuem 2.2 Diesel
Jeep Cherokee mit dem neuen 2.2 Liter Diesel.

Mit der Einführung des ersten Cherokee im Jahr 1984 stellte Jeep vor drei Jahrzehnten das Segment der Mittelklasse-SUVs vor, dem bald eine ganze Reihe von Mitbewerbern folgten. Ein wesentliches Merkmal des Cherokee von 1984 war seine vollkommen neue und selbsttragende Karosserie, die dem Fahrzeug ein für Geländewagen besonders niedriges Gewicht und damit reduzierten Verbrauch ermöglichte. Die aktuelle fünfte Generation des Cherokee setzt erneut Maßstäbe in dem Segment. Diese sind ein athletisches Design, das erste Neungang-Automatikgetriebe im Segment, verbesserte Straßendynamik, die bekannten 4×4-Eigenschaften, hochwertiges Interieur, innovative Technologien und Komfort sowie „Fünf Sterne“-Sicherheit- und Schutzeinrichtungen, mit denen das Fahrzeug die Höchstwertung der Euro NCAP im Segment der mittleren Geländewagen erzielte.

Wurden bislang für den Cherokee jeweils zwei Benzin- und Dieselmotoren angeboten, sind mit der neuen Multijet II Generation ein neuer 2.2 Turbodiesel-Reihenvierzylindermotor mit zwei Leistungsstufen und Antrieben sowie ein 2.0 Turbodiesel mit einer Leistungsstufe und einem Sechs-Gang-Schaltgetriebe abrufbar. Auf einen Benzinmotor muss der Cherokee Kunde nicht verzichten und kann, wie schon seit 2013, einen 3.2 Liter V6 Pentastar mit Neun-Stufen-Automatik wählen. Mit seinen 200 kW (272 PS) verschafft er bei 315 Newtonmeter ein richtiges Cruiser-Gefühl. Der „kleine“ Diesel mit zwei Litern Hubraum leistet ganze 103 kW (140 PS) und bringt diese mit 350 Newtonmeter bei 1500 Umdrehungen sehr gut auf die Straße. Beim größeren 2.2 Liter Diesel mit 136 kW (185 PS) und 147 kW (200 PS) sind es 440 Newtonmeter bei 2500 Umdrehungen, die das Fahrzeug sehr beeindruckend nach vorn schieben. Ausnahmslos alle Aggregate erfüllen die geforderte Abgasnorm Euro6.

Jeep Cherokee 2.2 Diesel im Rheingau
Jeep Cherokee 2.2 Diesel im Rheingau.

Bei Testfahrten im beschaulichen Rheingau erleben wir das SUV sehr agil und spritzig, dank der neuen Diesel Power und des entkoppelten Hinterachsantriebs. Unebenheiten und Schlaglöcher federt das Fahrzeug souverän ab. Aber auch im Gelände zeigt der Cherokee wenig Mühe mit seinen Vierradantriebs-Systemen. Hier lassen sich je nach Bedarf drei unterschiedliche Modi einstellen, die das Fahren auch außerhalb von befestigten Straßen nicht erschweren. Die vom amerikanischen Autobauer vorgegeben Verbrauchswerte erreichen wir zwar nicht ganz, aber wir liegen immer im Toleranzbereich von 0,5 bis 0,8 Liter darüber.

Der neue 2.2 Diesel im Jeep Cherokee
Der neue 2.2 Diesel im Jeep Cherokee.

Beim Cherokee steigen wir in einen hellen und sehr freundlichen Innenraum. Die große Frontscheibe bringt viel Licht ins Fahrzeug und Fahrer, Beifahrer und auch die Passagiere im Fond haben mehr als ausreichend Platz. Mit breiten Kopfstützen ausgestattet, ist der Fahrersitz in der Topausstattung 8-fach verstellbar, davon vier Stufen elektrisch mit Memory-Funktion für die Lendenwirbelstütze. In der zweiten Reihe finden sich drei komfortable Einzelsitze. Das Gepäckraumvolumen beträgt bis zu 591 Liter bei Beladung bis zur Fensterkante bei voller Bestuhlung. Werden die Rücksitze umgeklappt, so steigt die Ladekapazität auf 1.267 Liter bei Beladung bis zum Dach.

Armaturenbrett mit TFT-Farbbildschirm
Armaturenbrett mit TFT-Farbbildschirm.

Für die zentrale Anzeige im Armaturenbrett dient bei allen Versionen ein TFT-Farbbildschirm. Direkt vor dem Fahrer stellt er ihm alle Basisinformationen zur Verfügung. Optional erhältlich ist das bei FCA bekannte Unconnect, ein Navigations- und Entertainmentsystem. Die meisten Fahr- und Komfort-Informationen sowie Bedien-Elemente wie zum Beispiel Audiofunktionen, Klimasteuerung oder Sitzheizung und -lüftung werden hier übersichtlich dargestellt.

Zum Thema Sicherheit bietet der Autobauer aus Amerika außer den üblichen Features wie sieben mehrstufig auslösbaren Airbags, einer Electric Stability Control (ESC), einem Überschlagsvermeidungssystem sowie ABS mit Geländekalibrierung noch weit mehr. Auf Wunsch sorgen ein Kollisionswarner mit Aufprallvermeidung, eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Abstandsregelung und Stopp&Go, ein Spurhalteassistent, ein Totewinkelwarner, die hintere Querbewegungs-Erkennung und der automatische Einpark-Assistent „ParkSense“ für weitreichende Unterstützung und Entlastung des Fahrers.

Den Einstieg beim Cherokee bildet die Ausstattungslinie „Sport“ mit einem Grundpreis von € 32.900. Dem Kunden erwartet bereits hier eine üppige Grundausstattung, die so schnell keine Wünsche offen lässt. Über den Ausstattungslinien „Longitude“ und „Limited“ kann die Topausstattung „Trailhawk“ alle Kundenwünsche erfüllen, so dass nur wenig Platz für Zusatzausstattung bleibt. Den Schlusspunkt setzt der Benziner 3.2 Liter V6 Pentastar 200 kW (272 PS) in der Ausstattung „Trailhawk“ mit € 48.000.

2015-08-05 10_07
Jeep Cherokee 2.2 MultiJet, Active Drive II Limited.

Jeep Cherokee 2.2 MultiJet, Active Drive II Limited:

Verkaufsstart:  September 2015
Basispreis:  32.900 €
Motorleistung:  147 kW (200 PS)
Antrieb und Getriebe: Neun-Stufen-Automatikgetriebe
Beschleunigung:  8.7  Sekunden von 0-100 km/h
Verbrauch – kombiniert:  6.1 Liter auf 100 km
Höchstgeschwindigkeit:  203 km/h
Länge, Breite, Höhe, Radstand  4.624, 1.859, 1.697, 2.716 mm
Fotos im Artikel: Stefan Beckmann Titelbild: Stefan Beckmann

Sicherheitsrisiko in zahlreichen Fiat-Chrysler-Modellen!

Stellen Sie sich vor, Sie fahren auf der Autobahn und plötzlich stellt sich die Lüftung auf maximale Stärke ein, die Musik brüllt Ihnen ebenso mit maximaler Lautstärke entgegen, die Wischer starten und die Wisch-Wasch-Anlage läuft Amok. Und plötzlich wird das Fahrzeug langsamer. Science-Fiction aus einem Hollywood-Movie? Nein – ein ganz aktuelles Sicherheits-Risiko bei zahlreichen Fahrzeugen aus dem Fiat-Chrysler-Konzern!

UConnect – Uhacked!

Es ist ein Alptraum für den Autofahrer – denn neben den eher kleineren Problemen mit einer ferngesteuerten Funktion von Radio oder Klima – haben es die beiden Hacker aus den USA auch geschafft, einen Jeep Cherokee (unser Fahrbericht) per Laptop fernzusteuern. Der wired-Senior-Redakteur Andy Greenberg konnte sich auf einem abgesperrten Gelände persönlich davon überzeugen. Der Jeep Cherokee mit dem aktuellen UConnect-Multimedia-System entzog sich seiner Kontrolle und wurde von den beiden Hackern in den Graben gefahren.

Multimedia, Wireless, Remote, nahtlose Schnittstellen und die Verbindung der „Hardware“ Auto mit der „Software“ des Webs – eine wundervolle neue Welt, auch für uns von autohub.de. Wir sind überzeugt von den Chancen und Möglichkeiten, die uns das Internet und die Vernetzung von Auto und Web offenbart. Allerdings zeigt das aktuelle Beispiel aus den USA, wie weit entfernt Automobil-Hersteller von den notwendigen Sicherheitsansprüchen sind.

Das Hacker das eigene Fahrzeug „fremd“ steuern, war schon immer ein Totschlag-Argument gegen moderne Multimedia-Systeme im Auto. Wobei es hier nicht um eine Grundsatz-Diskussion geht, sondern um ein Versagen der Entwickler im FCA-Konzern.

Das UConnect-System wird im gesamten FIAT-Chrysler-Konzern genutzt und der gezeigte Jeep Cherokee steht nur exemplarisch für die Möglichkeit des „Remote-Angriffs“

Die gleichen Probleme in Deutschland?

Nach Informationen des „Vogel-Verlages“ sind die Fahrzeuge in Deutschland von dieser „Sicherheitslücke“ nicht betroffen. Zudem wurde der FCA-Konzern von der Hack-Aktion frühzeitig informiert und hat auf die Sicherheitslücke mit einem Update reagiert. Nun wurden in den USA die Besitzer eines Cherokee aufgefordert, das Update in einer JEEP-Werkstatt aufspielen zu lassen.

ANGST vor dem „Hacking“ des eigenen Autos?

Wie steht es bei Ihnen? Haben Sie ein ungutes Gefühl bei der neuen Technik? Schreiben Sie uns eine eMail oder kommentieren Sie diesen Artikel. Sagen Sie uns Ihre Meinung! Was erwarten Sie in der Zukunft für Probleme zwischen der Verbindung von „Web“ und „Auto“?

UPDATE:

Chrysler ruft nach dieser Sicherheitslücke nun 1.4 Millionen Autos zurück! 

 

 

 

Quellen: Danke an WIRED für den Artikel! | Danke an den Vogel-Verlag für die Rücksprache mit JEEP Deutschland und das Statement von JEEP Deutschland.