Wer lädt, gewinnt

Wer lädt, gewinnt – Fahrbericht Jeep Renegade PHEV

Fahrbericht Jeep Renegade PHEV

Mit dem Renegade trägt Jeep – bildlich gesprochen – Eulen nach Athen. Der kleinste Vertreter der amerikanischen Kultmarke ist gleichzeitig auch ihr erstes Modell, welches den Weg aus einem europäischen Werk zurück in die USA antritt. Wer das im italienischen Melfi gebaute Kompakt-SUV hierzulande mit Allrad bewegen will, muss es als Plug-in-Hybrid ordern. AUTOHUB hat diesen Jeep mit Anschluss für die Steckdose ausgiebig getestet.  

Gerade mal 4,24 Meter lang, wirkt der Jeep Renegade mit dem markentypischen siebenstrebigen Kühlergrill, trapezförmigen Radläufen und einem massiven Unterfahrschutz wie eine Miniaturausgabe des Wrangler. In Erinnerung an den gemeinsamen Urahnen Willis aus den Vierzigern schaut er aus seinen runden Scheinwerfern eher wie ein Abenteuer in die Welt als ein Abtrünniger – die deutsche Übersetzung für Renegade. Ecken und Kanten im auffälligen „Blue Shadow“- farbenen Blechkleid des Testwagens und beeindruckende Böschungs- und Rampenwinkel deuten an, dass er hemdsärmelige Arbeitseinsätze keineswegs scheut.

Wer lädt, gewinnt – Fahrbericht Jeep Renegade PHEV
Wer lädt, gewinnt 18

Auch bei wenig Strom geht dem Elektro-Allrad nicht die Puste aus  

Eine blaue Umrandung um das Jeep-Logo und der Schriftzug „4xe“ unterscheiden den Renegade mit dem Hybridantrieb, abgesehen davon, dass er stramme 200 Kilogramm mehr auf die Waage bringt, vom  Bruder mit dem reinen Verbrennungsmotor. Nach dem konsequenten Verzicht der Italo/Amerikaner auf Selbstzünder verbleiben da ohnehin nur ein Dreizylinder mit 120 PS als Einstiegsmotorisierung und ein 1,3 Liter Vierzylinder, den man ohne elektrische Unterstützung mit 150 PS ordern kann. Im Testwagen schickt der gleiche Motor 180 PS an die Vorderachse, während die Kraft eines 60 PS starken Elektromotors hinten antreibt. Ein extra starker Riemengenerator sorgt dafür, dass dem kleinen Jeep mit diesem elektronischen Vierradantrieb auch bei wenig Strom im Akku die Puste nicht ausgeht.

Selbst für anspruchsvollere Strecken bietet der kleine Renegade eine Lösung

Aus den acht Lautsprechern des Kenwood Premium Soundsystems tönt Lou Reed mit seinem „Walk on the Wild Side“. Eine umsetzbare Aufforderung für das 1.845 Tonnen schwere kleine Rauhbein, das auch für anspruchsvollere Strecken eine Lösung parat hat. 270 Newtonmeter maximales Drehmoment sorgen für einen in dieser Fahrzeugklasse eher seltenen durchzugsstarken Antrieb. Selbst tiefe Bachläufe lassen den kleinen Abenteurer unbeeindruckt. Verliert der Beifahrer auf den komfortablen Ledersitzen (1.090 Euro Aufpreis) doch mal den Halt, sorgt ein stabiler Griff in Nabelhöhe vor ihm schnell für Abhilfe.

Bis zu sechzig Assistenten sind bei Bedarf zur Stelle

Auch darüber hinaus lässt der Renegade Wünsche nach aktiver und passiver Unterstützung kaum offen: Bis zu sechzig Helferlein wie zum Beispiel das Auffahrwarnsystem mit Notbremsfunktion, der Spurhalte- und Totwinkel-Assistent oder die hintere Querbewegungserkennung, eine automatische Einparkhilfe sowie ein Aufmerksamkeits-Assistent sind bei Bedarf zur Stelle. Einziges Manko: An die teilweise rüde akustische Untermalung möchte man sich nicht wirklich gewöhnen.

50 Kilometer rein elektrische Reichweite   

Nach der Auffahrt auf die Autobahn übernimmt der Verbrenner schnell mit einem leichten Ruck das Sagen. Ein Sprintwert von 7,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h sorgt für den bei Elektroantrieben üblichen Ahaeffekt. Fahren am Limit bei 190 km/h quittiert der Bordcomputer dann prompt mit über acht Litern Verbrauch. Bei voll aufgeladener Batterie kann der Renegade bei einer Geschwindigkeit von bis zu 130 km/h maximal 50 Kilometer weit rein elektrisch fahren.

Wer immer schön auflädt, braucht nicht zu tanken  

Ladestände und die Reichweite führt einem das 8,4 Zoll große Display der Instrumententafel stets vor Augen. Ladezeiten, die Fahrhistorie, die Energieflüsse und die verbleibende Reichweite sind weitere wichtige Menüpunkte in dem UConnect-Infotainmentsystem. Sparfüchse laden die Batterie im E-Save-Modus durch regeneratives Bremsen und E-Sailing immer wieder auf und planen Ladevorgänge zu Hause über die App My-Uconnect, wenn der Strom besonders günstig ist. An der Steckdose lässt sich die 11,4kWh-Batterie in fünf und an der Wallbox in weniger als zwei Stunden wieder aufladen.  Alle Renegade 4xe Versionen liegen unter einem Netto-Listenpreis von 40.000 Euro, was den Weg frei macht für den Umweltbonus in Höhe von 7.110 Euro brutto. Der gefahrene Renegade S startet bei 41.526,05 Euro und kostet mit der Metallic-Lackierung, Leder-Sitzbezügen und dem Kenwood Premium-Soundsystem 43,933,78 Euro.

Wer lädt, gewinnt
Wer lädt, gewinnt 19

Wer lädt, gewinnt
Wer lädt, gewinnt 20
Total
0
Shares
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.



Related Posts