Kritik zum neuen Scott Eastwood-Film “Overdrive” — Auto-Action mit Bugatti, Ferrari und BMW

Kritik zum neuen Scott Eastwood-Film “Overdrive” — Auto-Action mit Bugatti, Ferrari und BMW

Ab dem 29. Juni 2017 läuft der neue Film „Overdrive“ in den deutschen Kinos. Wir haben uns die smarten Auto-Diebe um Scott Eastwood bereits bei der Jagd nach Luxus-Oldtimern angesehen. Eine Kritik.

Was ist das nicht für eine erfrischende Idee: In Zeiten der 73sten Fortsetzung von Fast & Furious, oder der mindererfolgreichen Kino-Umsetzung des Spiele-Klassikers „Need for Speed“ mal einen Auto-Film ohne fette Tuning-Karren drehen? Ich kann das schaffen, sagte sich Regisseur Antonio Negret (Transit), und so flimmert ab dem 29. Juni der Action-Streifen „Overdrive“ durch die deutschen Kinos.

Im Zentrum der Geschichte stehen ein Bugatti Type 57 und ein 1962er Ferrari 250 GTO. Zumindest aus automobiler Sicht. Menschlich gesehen sind es die Halbbrüder Andrew und Garret Foster (Scott Eastwood und Freddie Thorp), die sich ganz in der Manier von „Nur noch 60 Sekunden“ auf das Stehlen teurer Autos spezialisiert haben. Was den Bugatti betrifft, klauen sie leider vom Falschen, denn Jacomo Morier (Simon Abkarian, Casino Royale) verdient sein Geld als Mafia-Boss. Die diebischen Sportwagen-Freunde werden an der französischen Riviera von Morier geschnappt und müssen als Entschädigung den Ferrari 250 GTO von Gangster-Kontrahent Max Klemp (Clemens Schick, Das finstere Tal) beschaffen.

Der Mafioso gewährt den Brüdern eine einwöchige Frist, innerhalb der sie einen Plan schmieden und eine Crew zusammenstellen müssen. Gemeinsam mit den weiblichen Hauptrollen Stephanie (Ana de Armas, War Dogs) und Devin (Gaia Weiss, Vikings) stürzt sich die Truppe in eine scheinbar aussichtslose Mission. Doch natürlich wären die Foster-Brüder nicht die trickreichen Diebe die sie sind, wenn sie nicht noch ein paar Trümpfe in der Hand hätten. Denn wer hier wen an der Nase herumführt, bleibt lange Zeit ein Geheimnis.

Porsche, Jaguar und BMW schön inszeniert

Der Film ist eine europäische Übersetzung amerikanischer Auto-Action und das macht ihn sehr schön anzusehen. Nicht nur, dass jede Menge echter Schätze vom BMW M2 (der übrigens echt unschön zerlegt wird) bis zum Porsche 356 oder Jaguar E-Type gezeigt werden. Kamera und Postproduktion setzen die luxuriösen Schlitten gut in Szene; besonders die Ton-Abmischung der Motorengeräusche ist gelungen. Während die Handlung nicht allzu sehr in die Tiefe geht, dürften immerhin diese Motorensounds für die eine oder andere Gänsehaut sorgen.

Obgleich die Darsteller keinen schlechten Job machen. Scott Eastwood überzeugt schon allein durch seinen Look als smarter Profi-Dieb. Ana de Armas verfügt über einen Augenaufschlag, der seines Gleichen sucht und Simon Abkarian schultert die Doppelläufige so lässig wie kaum ein anderer Leinwand-Bösewicht. Viel mehr mangelt es den Dialogen an echtem Witz, woran auch Plaudertasche Freddie Thorp nichts ändert, und so wird ein leicht antiquiertes Slapstick-Niveau selten überschritten. Dennoch: Für den Sommer ein fein gemachtes Stück Popcorn-Kino, das für gute Laune sorgt. Vor allem aber widmet sich Overdrive viel mehr den Autos, als das zeitgenössische Genre-Kollegen tun (ja, das gilt euch bei Fast & Furious 5-8). Da stören kleine Ungereimtheiten dann nicht weiter. Wir zweifeln jetzt nämlich einfach mal an, dass ein BMW 4er Cabrio bei voller Fahrt das Verdeck öffnet, der Bugatti 1937 hüpfen kann oder dass sich oben genannter Ferrari 250 GTO mit schwindelerregenden Highheels fahren lässt. Aber macht euch am besten ab dem 29. Juni selbst ein Bild.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/overdrive-kino-film-bugatti-ferrari-autodiebstahl-eastwood-kritik-12185703.html

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