Fahrbericht: Lamborghini Huracan Evo

Die überarbeitete Version des Lamborghini Huracan trägt den Beinamen „Evo“ – und tritt damit fast schon zu bescheiden auf. Äußerlich kaum verändert, bietet der italienische Supersportwagen eine Elektronikausstattung, die aus einem guten einen sehr guten Fahrer machen kann.

Maurizio Reggiani kommt schnell auf den Punkt. „You can’t go down“, sagt der Entwicklungsvorstand von Lamborghini, und er meint damit, dass man in der Welt der Supersportwagen niemals mit dem Erreichten zufrieden sein dürfe. Im Gegenteil: „You must every time go up“– immer stärker, immer schneller, möglichst immer faszinierender müssen die Autos werden, und das gilt ganz offensichtlich sogar, wenn es gar kein neues Modell gibt, sondern nur eine Modellpflege, auch Facelift genannt.

Beim Lamborghini Huracan, dem kleinsten Modell im Programm, der mit 5,2 Liter großem V10-Motor aber auch schon in der ersten Liga spielt, haben die Verantwortlichen an dem gearbeitet, was man die Seele eines Sportwagens nennen könnte. Nicht vom Motor ist hier die Rede, im neuen Huracan Evo dröhnt, röhrt und kreischt nun das 640 PS starke Aggregat aus dem vormaligen Spitzenmodell der Baureihe, dem Huracan Performante. Was den Evo jedoch mehr abhebt vom 2014 eingeführten Original-Huracan, ist die komplett neuartige Fahrwerksabstimmung, gespickt mit elektronischen Finessen.

So traditionell sich Lamborghini gerne gibt, was besonderen Ausdruck findet im Festhalten an hochdrehenden Motoren, die ohne Turbolader auskommen (außer im SUV-Modell Urus), so sehr befassen sich die Ingenieure doch mit dem, was die Moderne hergibt. 
So wurden dem Allrad-Auto drei komplett neue Technologien unter das ikonische Kampfjet-Design gepackt: eine Hinterachslenkung, ein Torque-Vectoring-System und eine zentrale Steuereinheit, für deren Bezeichnung es sich lohnt, italienisch zu lernen: Lamborghini Dinamica Veicolo Integrata, oder etwas leidenschaftsloser: LDVI.

Vor der Erklärung kommt der Fahrversuch, der Lamborghini Huracan Evo steht bereit auf dem Formel-1-Kurs von Bahrain. Drei lange Geraden prägen diese Strecke ebenso wie ein, zwei enge bis sehr enge Kurven und ein interessantes Asphaltgeschlängel im Inneren des Kurses, über das man recht schnell fahren kann – allerdings auch wieder nicht so schnell, wie es der Motor des Huracan Evo vorsieht.

325 km/h werden als Höchstgeschwindigkeit angegeben, die erreicht der Evo in Bahrain nicht, aber am Ende der Zielgeraden zeigt der Tacho doch 270 km/h an, und die serienmäßigen Keramik-Bremsscheiben müssen ihr Bestes geben, um dem Wagen noch ein gefahrloses Einlenken in die folgende Rechtskurve zu ermöglichen. Was folgt, sind eine kurze Gerade und daran anschließend eine Links-Rechts-Links-Kombination vor der nächsten Spitzkehre, und nun ist größte Aufmerksamkeit gefordert, um mit dem rasant beschleunigenden Zehnzylinder (600 Newtonmeter Drehmoment, 2,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h) nicht an der einen oder anderen Stelle übers Ziel hinauszuschießen.

Hat man sich an diese Besonderheiten von Auto und Strecke gewöhnt, kann man auf den Zuwachs an Agilität achten, den die Hinterachslenkung dem Auto verschafft. Zwar verstellen sich die Hinterräder nur ganz wenig, nämlich mit einem maximalen Lenkwinkel von einem Grad), doch das genügt, um den Radstand virtuell geringer werden zu lassen und damit das Auto handlicher zu machen. Dies geschieht bei den relativ niedrigen Geschwindigkeiten, die Haarnadeln und enge Kurven nun mal erfordern. Ist man schnell unterwegs, etwa auf der Autobahn, so drehen sich die Hinterräder nicht gegenläufig zu den Vorderrädern, sondern parallel – das macht den Radstand virtuell länger, was die Stabilität, etwa beim Spurwechsel, erhöht.

Diese Technik haben die Italiener nicht erfunden und auch nicht exklusiv im Einsatz, dennoch ist sie hilfreich, und wenn man die zusätzlichen Bauteile dafür im extrem knapp geschnittenen Lamborghini-Design unterbringen kann – warum nicht? Die Seele des Ganzen ist jedoch der LDVI-Rechner. Entwicklungsvorstand Reggiani sagt, die Steuerzentrale, an der alle Fäden der Fahrdynamikregelung zusammenlaufen, versetze das Auto in die Lage, vorausschauend zu agieren. Weil es 50 Mal pro Sekunde alle Daten auswerte, wisse es bald, was der Fahrer in der nächsten Kurve wolle.

Die Feinfühligkeit der neu programmierten Elektronik lässt sich besonders im Fahrmodus Sport austesten, in dem sich Fahrer und Auto wohler fühlen als in der etwas zu entspannten Einstellung Strada (Straße) oder im messerscharfen Corsa (Rennen). Das ESP ist im Sportmodus so eingestellt, dass das Auto spürbare Drifts zulässt, die aber nicht notwendigerweise in einen Dreher münden. Auch dies ist keine ganz neue Technik, aber so sanft, so natürlich wird in diesen Fällen kein anderes Auto geregelt – das Mittelmotorprinzip (Motor hinter den Sitzen, aber vor der Hinterachse) und die daraus resultierende Gewichtsverteilung (43 Prozent vorn, 57 Prozent hinten) schaffen die Voraussetzung für den harmonischen Elektronik-Einsatz, aber am Ende ist die Technik ganz egal: Der Mensch am Lamborghini-Steuer wird sich beim driftenden Herausbeschleunigen aus Spitzkehren automatisch für einen sehr guten Fahrer halten.

Und Corsa? Zeigt, dass man einen Supersportwagen nicht besitzt, um damit von A nach B zu fahren, ins Büro etwa. Wer 219.000 Euro für einen Huracan Evo ausgeben kann, sollte mit dem Auto regelmäßig auf Rundstrecken vorbeischauen und dort Fahr- oder besser noch Trainingszeit buchen. Erst dann weiß man die ansatzlosen Gangwechsel des siebenstufigen Doppelkupplungsgetriebes genauso zu schätzen wie das aggressive Hochdrehen des Motors. Und erst in der Werkstattatmosphäre einer breiten Rennstrecke ist es gefahrlos möglich, sich bei schneller Fahrt mit der Technik des Torque Vectoring zu beschäftigen: Während der elektronische Allradantrieb das Drehmoment stufenlos und bedarfsgerecht zwischen Vorder- und Hinterachse verschieben kann, lässt die Torque-Vectoring-Elektronik auch variable Kraftzuteilung zwischen linkem und rechtem Rad einer jeden Achse zu. Der Endeffekt ist eine nochmals gesteigerte Spurtreue auch bei schnellerer Fahrt, das allgemein unerwünschte Untersteuern ist für den Huracan Evo kaum ein Thema.

Alles in allem ist es ein Genuss, die neue Ausbaustufe des Huracan zu fahren. Sein großer Saugmotor ist schon jetzt einer der letzten seiner Art, als V10 sowieso, und wenn in weiteren vier bis fünf Jahren ein ganz neues Modell herauskommt, dann wird man es sicher mit einer Plug-in-Hybridvariante zu tun bekommen. Der zusätzliche Elektromotor wird dann den Druck von unten bringen, den bei reinen Verbrennungsmotoren Turbolader erzeugen – und dafür wird sich das typische Lamborghini-Gefühl des gleichmäßig, spontan und unentwegten Hochdrehens verändern, vielleicht wird es sogar verschwinden.

Insofern verschafft der Kauf eines Lamborghini Huracan Evo (möglich ab März) nicht nur reichlich Glücksmomente, sondern könnte sich auch als kluge Investition in einen künftigen Klassiker erweisen, sofern man über das nötige Budget verfügt.

Stefan Anker/SP-X

Technische Daten – Lamborghini Huracan Evo
Zweitüriger Supersportwagen, Länge: 4,52 Meter, Breite: 1,93 Meter (mit Außenspiegeln: 2,24 Meter), Höhe: 1,17 Meter, Radstand: 2,62 Meter, Kofferraumvolumen: 100 Liter.

5,2-Liter-Benzinmotor ohne Turbolader, Allradantrieb, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, 470 kW/640 PS, maximales Drehmoment: 600 Nm bei 1.800 – 6.500 U/min, 0-100 km/h: 2,9 s, Vmax: 325 km/h, Durchschnittsverbrauch/CO2-Ausstoß/Effizienzklasse: noch nicht homologiert, Abgasnorm: Euro 6 Stufe 3, Preis ab:  219.000 Euro.

Kurzcharakteristik – Lamborghini Huracan Evo:
Warum: weil er die perfekte Mischung aus klassischer Motorentechnik und moderner Fahrwerkselektronik ist
Warum nicht: weil er eine Drama-Queen ist, laut und arg auffällig im Design
Was sonst: Ferrari 488, Porsche 911 GT3 RS, McLaren 600LT

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News: High-Performance-Cars auf dem Genfer Autosalon – Im Reich der Reichen

Autohersteller bauen, was der Kunde haben will – und erst recht, was reiche Kunden haben wollen. Nach dem Motto „Muss denn Leistung Sünde sein“ scheint die PS-Orgie derzeit kein Limit nach oben zu haben. Waren es früher in Ausnahmefällen einmal 500 PS, so sind es heute bis zu 1.500 PS. Bei dieser Zahl ist mittlerweile Bugatti angekommen. Die Volkswagen-Tochter aus dem französischen Molsheim baut einen rollenden Superlativ, den Chiron, Nachfolger des Veyron. Die über zwei Meter breite Karbon-Flunder beschleunigt in wenig mehr als 2 Sekunden von null auf 100 km/h und dürfte auf abgesperrter Strecke eine Spitze von über 440 km/h erreichen. Limitiert wurde der Chiron auf 420 km/h, ebenso begrenzt ist seine Stückzahl. Nur 500 Exemplare sollen gebaut werden – innerhalb der nächsten zehn Jahre. „Über ein Drittel ist bereits verkauft“, sagt Bugatti-Chef Wolfgang Dürheimer. Stückpreis: 2,4 Millionen Euro plus Mehrwertsteuer. Mit ein paar Extras sind das dann drei Millionen.

Die Volkswagen-Tochter aus dem französischen Molsheim baut einen rollenden Superlativ, den Chiron, Nachfolger des Veyron.
Die Volkswagen-Tochter aus dem französischen Molsheim baut einen rollenden Superlativ, den Chiron, Nachfolger des Veyron.

Darüber können Lykan-Fahrer nur lächeln. Für sie ist der Chiron ein Schnäppchen und auch ein Großserienmodell. Der Lykan kostet 3,4 Millionen Euro und stammt von der Marke W Motors aus Dubai. Sieben Stück sind bereits auf der Straße. Gefertigt wird der Racer, der schon im Film Fast & Furious mitspielte, in Österreich – in aufwendiger Handarbeit von dem Spezialisten Magna zusammengesetzt. Als technische Basis dient ein Ruf-Porsche. Für den Lykan wurde der 3,7-Liter-Boxer auf 780 PS und 960 Newtonmeter getrimmt, genug, um in 2,8 Sekunden auf 100 km/h zu sprinten und danach weiter auf eine Spitze von 395 km/h.

Der Zwölfzylinder-Sauger des Lamborghini Centenario leistet 770 PS und schafft den Sprint 0-100 km/h in 2,8 Sekunden. Spitze: 350 km/h.
Der Zwölfzylinder-Sauger des Lamborghini Centenario leistet 770 PS und schafft den Sprint 0-100 km/h in 2,8 Sekunden. Spitze: 350 km/h.

Auch Herr Ruf selbst führt auf dem Genfer Autosalon Kundengespräche. Diese interessieren sich besonders für einen ganz speziellen Porsche, ein Modell der Baureihe 964, wie es noch Anfang der 90er-Jahre gebaut wurde und das hier auf der Messe wie aus dem Ei gepellt dasteht. Größter Unterschied sind nicht die 590 PS im Heck, sondern dass bei der Ruf-Version die Karosserie vollständig aus Karbon laminiert wurde. Eine Weltpremiere bei Ruf. Leichtbau und Individualität über alles, kostet es, was es wolle. In diesem Fall sind es knapp 550.000 Euro – und die Nachfrage ist groß.

In einer völlig anderen Preisliga fährt der Lamborghini Centenario, eine auf 40 Stück  (20 Coupés und 20 Roadster) limitierte Edition zu Ehren des 100-jährigen Geburtstags von Firmengründer Ferruccio Lamborghini.
In einer völlig anderen Preisliga fährt der Lamborghini Centenario, eine auf 40 Stück (20 Coupés und 20 Roadster) limitierte Edition zu Ehren des 100-jährigen Geburtstags von Firmengründer Ferruccio Lamborghini.

Ein paar Schritte weiter drängelt sich ein Menschenpulk am Stand von Aston Martin. James-Bond-Fieber? Etwa Ähnliches. Präsentiert wird die neue Superwaffe DB11, das Rückgrat der britischen Nobelmarke, von der man bereits dachte, da kommt nichts mehr. Das Gegenteil ist der Fall. Durchschnittlich alle neun Monate will Aston Martin zukünftig ein neues Modell vorstellen, und dies die nächsten fünf Jahre lang, heißt es aus dem Hauptquartier in Gaydon. Der DB11 macht im Herbst den Anfang. Unter seiner wirklich bildschön gezeichneten Karosserie steckt ein 5,2-Liter-V12 mit 600 PS. Über 1.000 Bestellungen sollen bereits vorliegen. Was wenig wundert, der DB11 kostet nur knapp 200.000 Euro.

Ein paar Schritte weiter drängelt sich ein Menschenpulk am Stand von Aston Martin. Präsentiert wird die neue Superwaffe DB11, das Rückgrat der britischen Nobelmarke.
Ein paar Schritte weiter drängelt sich ein Menschenpulk am Stand von Aston Martin. Präsentiert wird die neue Superwaffe DB11, das Rückgrat der britischen Nobelmarke.

In einer völlig anderen Preisliga fährt der Lamborghini Centenario, eine auf 40 Stück (20 Coupés und 20 Roadster) limitierte Edition zu Ehren des 100-jährigen Geburtstags von Firmengründer Ferruccio Lamborghini. Monocoque-Fahrgastzelle und Karosserie sind selbstverständlich aus Karbon. Der Zwölfzylinder-Sauger leistet 770 PS und schafft den Sprint 0-100 km/h in 2,8 Sekunden. Spitze: 350 km/h. Jetzt noch schnell einen Centenario ordern, dürfte jedoch wenig Aussicht auf Erfolg haben. Trotz des gewaltigen Preises von 1,75 Millionen Euro plus Steuern ist die komplette Produktion bereits ausverkauft.

Unter seiner wirklich bildschön gezeichneten Karosserie steckt ein 5,2-Liter-V12 mit 600 PS.
Unter seiner wirklich bildschön gezeichneten Karosserie steckt ein 5,2-Liter-V12 mit 600 PS.

Den Boom der Supersportwagen spüren verstärkt natürlich auch die Nischenanbieter wie beispielsweise Radical Sportscars, Apollo oder auch Koenigsegg. Letzterer ist bekannt dafür, Höchstleistungen und Geschwindigkeitsrekorde aufzustellen. Erneut glänzt im Rampenlicht das Modell Regera. In der Leistung übertrifft er sogar den Bugatti Chiron. Die Schweden geben „mehr als 1500 PS und mehr als 2000 Nm Drehmoment“ an. Die aber mobilisiert der Fünfliter-Twinturbo-Achtzylinder jedoch nicht allein. Ihm hilft eine 700 PS starke Elektromaschine. Tempo 400 ist so in unter 20 Sekunden erreicht. Es dürfte der weltweit schnellste Hybridantrieb sein.

Autor: Michael Specht/SP-X

Unterwegs im Lamborghini Gallardo Spyder LP 560-4

Oben ohne im Osten – oder Mietwagenupgrade mal anders

Lamborghini Gallardo Spyder

„20 Grad im November, Danke Volkswagen!“

Statt bei Schnee und Kälte zu frieren, konnten wir uns vor kurzem auf einen überaus sonnigen automobilen Selbsterfahrungstrip mit einigen Überraschungen, Gegensätzen und den bekannt flachen Witzen begeben. Bei Wikipedia liest man zum Thema Selbsterfahrung: „Der Begriff Selbsterfahrung ist einerseits ein populärwissenschaftlich psychologischer Ausdruck für das Kennenlernen und Reflektieren über das Erleben und Agieren der eigenen Person (Selbst) insbesondere in herausfordernden Situationen …“

Jedenfalls kam natürlich mal wieder alles anders, als man es initial geplant hatte, doch nur ein Genie beherrscht ja bekanntlich das kreative Chaos und Wachstum erfolgt nur durch Herausforderung. Läge man diese Formelaussage unserem Projekt „MotorOli“ zugrunde, der FotoRalph und ich hätten bereits mehrfach promoviert und die Habilitation für das Lehrfach „Spontanaktionen planen – ein Widerspruch in sich“ mit Auszeichnung und Arschbombe erlangt. Den Spass haben wir aber niemals verloren und thats the most important thing in life! Fahrspass steht bei uns drauf und Fahrspass ist (irgendwie) immer drin. So viel ist sicher! Und was nicht passt, wird eben passend gemacht. Läuft!

„Läuft“ ist zufälligerweise auch der Facebook Slogan von Motion Drive, einer jungen sympathischen Autovermietung mit Hauptsitz in Magdeburg. Doch wir sprechen hier nicht von Gruppe C (= Golf Kategorie) – Mieten, wie sie sich so mancher von uns vorstellen mag. Da darf es schon ein klein wenig mehr „Mehr“ sein. Teils mündet auch beim Vermieter ums Eck eine Gruppe C Reservierung idealerweise hin und wieder in einem sogenannten Upgrade, also dem Erhalt einer größeren Fahrzeugkategorie zum vorher reservierten kleinen Preis. Klappt übrigens oftmals gut, wenn man explizit „Kleinwagen (= Mietwagenklasse Mini, Economy oder Compact) mit Automatik“ reserviert. Gibt’s eher selten und daher fährst Du meist eine entsprechend größere Kiste vom Hof. Siemens-Indiander und Vielfahrer wissen sofort Bescheid, doch das ist ein anderes Thema.

Lamborghini Gallardo Spyder

Bei Motion Drive – ganz anders – fängt es hingegen erst an, wo es bei den allermeisten bekannten Autovermietern aufhört. Die sozusagen kleinste Kategorie ist nämlich ein Porsche 911. Davon völlig abgesehen gibt man sich hier mit so etwas trivialem wie Mietwagenklassen sowieso nicht ab. Motion Drive vermietet nämlich Luxus- bzw. Sportwägen. Soll keine Werbung sein und wenn es als solche wahrgenommen wird, dann ist das Euer Problem. Es gibt natürlich zahlreiche Vermieter mit spannendem Portfolio, darunter Sixt, Europcar, Auto Zitzmann oder den Landmaschinenverleih Dümpfelhuber. Motion Drive hat uns aber ganz konkret ein Auto angeboten und daher standen wir mit Geschäftsführer Phillipp Müller in Kontakt. Der Gute hat sich wohl auf dem stillen Örtchen unsere Videos angeschaut und meinte, er habe da was für uns. Kurz darauf stand er schon bei uns im Büro und die Chemie stimmte.

Konkret ging es um eine besondere Ausfahrt im neuen BMW i8, der ebenfalls in der Flotte zu finden ist. Der Aufhänger „Fahrspass zum selbst er-Fahren“ erschien mir für diese Geschichte durchaus gangbar, denn wir wollten einerseits ein brandaktuelles Fahrspassgerät vorstellen, aber zusätzlich darauf hinweisen, dass auch IHR diesen Fahrspass selbst erleben könnt. Wer träumt nicht davon, einfach mal aus dem Quartett der Supersportwägen auswählen zu dürfen und in die vollen zu gehen? Klar, das kostet ein paar Euro, aber nicht ansatzweise so viel, wie Kauf oder Leasing. Klingt logisch? Ist es auch!

Motion Drive bietet hier ein überaus interessantes Portfolio aus den – ich sag mal vorsichtig – gängigen Supersportwägen vom „normalen“ Porsche 911,  Audi R8, Ferrari 458 bis hin zum Bugatti Veyron oder eben bspw. BMW i8 an deutschlandweit 8 Standorten an. Die Fahrzeuge teils in verschiedenen Ausführungen (Coupé/ Cabrio) und Motorisierungen. Eine Anlieferung ist manchmal ebenso im Mietpreis bereits inbegriffen. Am besten schaut Euch selbst unter www.motion-drive-vermietung.de um bzw. beruft Euch bei Interesse gerne auf diesen Artikel – vielleicht gibt es unter dem Stichwort „MotorOli“ einen kleinen Rabatt. Wenn genervt aufgelegt wird am anderen Ende, dann hat unsere Geschichte wohl nicht gefallen 😉

Lamborghini Gallardo Spyder

Die Idee zu Motion Drive

Für Auto-Geeks sicherlich spannend ist die Entstehung und das Gesicht hinter der Idee: Phillipp Müller sieht eher aus wie der Sohn vom Chef – ein symphatischer Jungunternehmer und Petrolhead mit deutlich erkennbarem Benzin im Blut. Doch der Schein trügt, ER ist der Chef. Ich erwähne das in einigen Takten, da ich derartigen Enthusiasmus gepaart mit unternehmerischem Wagnis bemerkenswert finde. Man stelle sich das Gesicht des Hausbankers vor, dem ein Mittzwanziger erklärt, dass er einen nicht unerheblichen Betrag benötige, um Supersportwägen zu erwerben und selbige zu vermieten. Doch glücklicherweise konnte Phillipp bereits eine überzeugend plausible Referenz vorweisen.  Angefangen hatte es nämlich ganz klassisch mit dem Wunsch, einen Porsche zu fahren. Was wohl jeder zweite BWL-Student mit fast originalem Ralph Lauren Shirt und stehendem Kragen als das „Lifegoal“ mit 30 auf seiner Wunschliste führt, war für Petrolhead und Maschinenbaustudent Phillipp einfach zu säumig. „Das muss früher gehen!“, dachte er und ersteigerte sich mit einem Bekannten einen Porsche 911 der Baureihe 996 – und zwar zum unschlagbaren Preis. Das Ganze in einer etwas übermotivierten aber nur ungleich weniger enthusiastischen Freitagabend-Party-Wir-Kaufen-Jetzt-Porsche-Spontanaktion. Unschlagbar war nämlich nicht nur der Preis, sondern auch die Mängelliste, welche die zwei im Eifer des Gefechtes und nach einigen strategisch wichtigen Bierchen irgendwie überlesen hatten. Wohl bekomms!

Und es kam wie es kommen musste, denn das vermeintliche Schnäppchen entpuppte sich zunächst als vollkommenes Groschengrab. Ich meine trotz „Schnäppchen“ sprechen wir hier von einem nicht unerheblichen Betrag. Überhaupt nicht wenig für zwei Studenten und viel zu viel zum vernichten. Aber wenn Dir das Leben Zitronen beschert, sollst Du ja bekanntlich nach Salz und Tequila fragen und eine Party schmeißen – oder zumindest Limonade daraus machen. Dass der Motor direkt auf der Überführungsfahrt seinen Geist aufgegeben hat, war fast schon zu erwarten. An dieser Stelle wäre wohl manch einer völlig entnervt nach Thailand ausgecheckt, um auf einer Full-Moon Party billigend berauscht seine Exmatrikulation in Kauf zu nehmen und einfach nur zu vergessen.

Doch die Jungs sind dran geblieben und schlussendlich wurde das Baby mit einem befreundeten Mechaniker für kleines Geld sukzessive wieder fit gemacht. Ein überholter Austauschmotor war schnell gefunden und zudem ein wenig Kosmetik plus schwarzer Folierung. Schon bot sich dem interessierten Betrachter ein doch recht ansehnliches Gefährt, welches auch bei Freunden und Bekannten für Aufsehen sorgte. Immerhin ein echter Porsche! Es folgten relativ schnell diverse Anfragen nebst Geldgeboten mit dem coolen „11`er“ doch mal eine Runde drehen zu dürfen. Nach und nach amortisierte sich der Wagen auf diesem Weg und fuhr plötzlich sogar Gewinn ein. Das war der Punkt, an dem es Klick gemacht hat und eben diese Referenz überzeugt wohl auch die Bank, dem Konzept Motion Drive grünes Licht zu geben.  Nach und nach wurde der Fuhrpark also aufgestockt und investiert …

Heute – einige Jahre später – eignet Motion Drive rund 20 eigene Supersportler und greift über Partner auf mehr als 150 weitere Sport- und Luxuswägen zurück. Zu den Kunden gehören nicht nur reiche Touristen aus Fernost oder der Filmstar in Südfrankreich, sondern auch einfache Jungs, die sich zu zweit Fahrspass übers Wochenende teilen und eine schöne Zeit bspw. im Audi R8 erleben.

Lambo & Audi

Das Geschäftsmodell

Das Geschäftsmodell, geile Autos für fette Kohle zu vermieten, ist übrigens nur auf dem Papier einfach, denn dahinter steckt eine ganze Menge administrativer und versicherungstechnischer Aufwand. Es dürfte kein Geheimnis sein, dass Mietwägen allgemein überproportional mehr leiden als private Autos. Vor allem verhalten sich die Kosten für Unterhalt, Versicherung, Wartung und Instandhaltung an Supersportwägen proportional zum Kaufpreis. Motion Drive macht hier aus meiner Sicht alles richtig, denn die Autos werden meist als gepflegte Gebrauchte mit wenig Kilometern gekauft und von der eigenen Tochterfirma Motion Cars unterhalten und gewartet. Ebendiese hauseigene auf Supersportwägen spezialisierte Werkstatt ist unabdinglicher Teil des Geschäftsmodells und hält so schon mal zumindest diesen extremen Kostenblock im Rahmen. Angenehmer Nebeneffekt ist, dass sich Gutes herumspricht und Motion Cars mittlerweile diverse andere private Supersportler wartet und betreut.

Überaus wichtig ist es ferner, die Autos zum richtigen Zeitpunkt wieder abzustoßen, denn der Wertverlust bei Miet-Supersportlern ist – wenn wundert es – natürlich teils ebenfalls super sportlich. Zuviel KM sind schlecht, zu wenig aber auch. Denn nur ein Auto, welches genutzt wird, bringt Umsatz. Wieder eine Besonderheit, denn Motion Drive bietet neben der Vermietung auch Fahrevents an und tut alles, damit die Autos bewegt werden. Ob eine geführte Sportwagentour durch die Alpen, Drifttrainings, bei denen es richtig zur Sache geht oder Rennstreckenevents – jeder einzelne Baustein ist ein durchdachter Teil des Geschäftsmodells, sorgt dabei für Entertainment und Grinsen beim Teilnehmer sowie den notwendigen Umsatz bei Motion Drive. Wer möchte sich nicht mal mit einem Supersportler auf der Rennstrecke auslassen oder einfach mal richtig schön quer fahren? Auch das könnt Ihr auf der Seite buchen. Die Kosten sind je nach Event unterschiedlich und teils gibt es echte Lastminute-Schnäppchen. Warum ich das so ausführlich schreibe? Nun, weil ich mich vor Ort von all dem selbst überzeugen konnte und die Chemie bei uns und den Jungs eben gepasst hat. Wer jetzt denkt, dass wir dafür Geld bekommen, den muss ich enttäuschen. Wenn ich etwas gut finde, dann schreibe ich das unentgeltlich und speziell, weil das Team jung und erfrischend dynamisch ist, war es mir diese Zeilen wert. Vor allem – und das ist die Aussage der Geschichte – könnt Ihr das alles selbst erleben! Klar ist das teils Geld, aber wenn Ihr euch mit einem Bekannten zusammentut, ist es nur noch die halbe Miete. Und Glück verdoppelt sich ja bekanntlich nur, wenn man es teilt. Man lebt nur einmal und denkt immer an den Neupreis!

Der Lamborghini Gallardo Spyder LP 560-4

Lamborghini Gallardo

Ich konnte diese Mietwagenerfahrung jedenfalls mit dem FotoRalph teilen und wir haben uns in unserer bekannt schrägen Art bemüht, ein wenig den Fahrspass zu vermitteln. Wie eingangs erwähnt, sollten wir ja BMW i8 fahren, doch der war leider im Rahmen einer Garantiearbeit in der Werkstatt bei BMW. Als Ersatz wurde uns spontan ein Lamborghini Gallardo Spyder LP 560-4 angeboten. Nehmen wir!

Der Stier hat 560 Pferde, permanenten Allradantrieb und stemmt sein max. Drehmoment von 540 Nm bei 6500 U/min. auf die Kurbelwelle. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 324 km/h. Die Beschleunigung 0-100 km/h gibt der italienische Herstellers mit 4,0 Sekunden an – 4,1 Sekunden haben wir gemessen, was auch an den Winterreifen gelegen haben könnte. Den halben Wimpernschlag kann man aber verzeihen. Das Leergewicht des Testwagens beträgt übrigens rd. 1,6 Tonnen. Dank den vielen Extras sprengt unser Lambo deutlich die 200.000 € Marke. Keine Kunst, liegt schon der Grundpreis bei round about 195.300 €.

Das „LP“ steht übrigens für „Longitudinale Posteriore“, also Motor in Längsrichtung hinten. Stimmt, da ist was hinter uns. 560 sind -man ahnt es- die Pferdchen, die 4 symbolisiert den permanenten (sportlich heckbetonten) Allradantrieb mit Viscokupplung, der die Kraft situativ je nach Traktion an Vorder- oder Hinterachse abgibt. Ein wenig Nachhilfe zum Thema Allradantrieb sowie zur Viscokupplung findet Ihr hier. Lesson learned!

Lamborghini Gallardo Spyder

Ich persönlich mag den Lambo sehr gerne. Einmal, weil es aus meiner Sicht ein sehr emotionales und formschönes Auto ist, der V10 überragend klingt und überdies an diesem von Gott gegebenen 23-Grad-Novembertag nichts schöner ist, als offen durch die Welt zu cruisen und dem herrlichen Orchester des V10 Konzerts aus dem Heck unseres noch recht neuen Mittelmotorsportlers zu lauschen. Den Gallardo gibt es bereits seit 2003 und seit kurzem ist auch der Nachfolger Huracán als Coupé bzw. Roadster auf dem Markt. Meine letzte Gallardo Erfahrung ist schon etwas her. Nichtsdestotrotz ist und bleibt ein Lambo eben ein Lambo und macht auch mir als Auto verwöhntem Menschen immer noch extrem viel Spass. Die Form ist einfach zeitlos und macht ihn sofort zu einem echten Lambo. Das glühend leuchtende Orange war da wie das Tüpfelchen auf dem „i“ von GEIIIIL an diesem sonnigen Novembertag. Der Wagen steht da wie aus dem Ei gepellt und hat gerade 19 tKm auf der Uhr. „Kam gerade von einer Monatsmiete aus Südfrankreich zurück.“ – sagen mir die Jungs. Auch schön: Einfach mal an der Cote d´Azur abhängen und im Gallardo Spyder nach Monaco rüber zum Essen fahren. Kann man machen!

Lamborghini Gallardo Spyder

Wir machen das analog und selbstverständlich offen in und um Magdeburg. Südfrankreich kann jeder! Für alle, die in Erdkunde nicht aufgepasst oder sich einem Nickerchen hingegeben haben: Magdeburg ist im Osten. Neue Bundesländer. Soli und so. Nicht so eine Prollstadt wie München, wo jeder mit seinem geleasten Möchtegern-Porsche umher fährt und den Lässigen mimt. Magdeburg ist einfach. Nicht negativ gemeint, sondern auf die Autos bezogen. Überaus – und das ist todernst gemeint – sympathische Menschen und regelrechte Offenheit strahlen Dir entgegen. Man muss dazu sagen, dass ich aus dem Raum Nürnberg komme und die Franken eher reservierte Frohnaturen sind. Ein Lächeln mit Augenkontakt kann da schon mal zur vollkommenen Verwirrung beim Gegenüber sorgen. Hier in Magdeburg ist uns aber deutlich aufgefallen, dass die Menschen entspannter sind. Man schaut einem in die Augen, man versteht Witze und lächelt zurück. Muss auch mal explizit erwähnt werden und damit kurbeln wir vielleicht den Magdeburger Tourismus ein wenig an.

Lamborghini Gallardo Spyder

Tür auf und rein. Er ist schlank. Leder wohin das Auge blickt. Tolle Haptik. Ich fühle mich sofort pudelwohl, erinnere mich aber auch ein wenig an das Audi A4 3.0 TDI Cabrio, welches ich mal hatte. Tacho, Navi und einige Schalter lassen keinen Zweifel an der engen Audi Verbundenheit aufkommen. MQB ist das Stichwort und heißt nicht weniger als „Modularer Querbaukasten“. Für Laien erklärt: Aus Kosten und strategischen Gründen teilen sich die Fahrzeuge eines Konzernes (auch Marken übergreifend) diverse Bauteile und Plattformen. In unserem Fall teilt sich der Lambo bestimmte Teile mit dem Audi R8 der ersten Generation – bspw. Motor, Antrieb usw. Dank dem MQB passt das alles auch im Lambo und umgekehrt. Egal! Per Knopfdruck öffnet das Stoffmützchen nach gefühlten 23 Minuten. Ist halt etwas oldschool. Aber offen ist offen. Wir atmen herrliche Sonnenluft und können dem V10 Inferno hinter uns lauschen.

Lamborghini Gallardo Spyder

Unser Lambo hat das sequentiell automatisierte E-Gear der zweiten Generation verbaut. Das heißt konkret, dass dem Fahrer Smart ähnliche XXL Schaltpausen erspart bleiben. Heute gehen Gangwechsel zwar softer und schneller, aber der noch relativ junge Gallardo hatte dadurch einen gewissen puristischen Charme. Die Initiierung des Schaltvorganges erfolgt über feststehende Aluschaltwippen hinter dem Lenkrad oder auf Wunsch gänzlich automatisiert. Das Ganze kann vom Fahrer dann noch über die Stufen „Sport“ und „Corsa“ angeschärft werden. Stellt man den optionalen Corsa-Modus (Track only eigentlich) ein, ist alles maximal auf Krawall getrimmt. Die Klappen im Auspuff auf Durchzug, sämtliche Kennlinien nebst ESP-Schutz auf „BÄM“ und auch das E-Gear haut die Gänge mit einer Vehemenz rein, dass Du glaubst, die Gearbox fliegt Dir gleich um die Ohren. Man sieht im Video, wie sehr der FotoRalph seine Nackenmuskeln anspannen muss, wenn Du dem Stier die Sporen gibst. Soundmässig sorgt das nicht nur beim Fahrer, sondern vor allem beim Hintermann und allen, die sich im Umkreis von 2 Kilometern aufhalten, für stehende Nackenhaare gepaart mit Gänsehaut. Ich weiß nicht, was besser ist: Das vulgäre Zwischengasrotzen bei jedem Herunterschalten oder das Brüllen beim Angasen. Ich ertappe mich dabei, mit den Gängen zu spielen. Wie ein Kleinkind, das wild auf seiner Spielzeugorgel rumhämmert und sich über jeden Ton einfach nur tierisch freut.

Lamborghini Gallardo Spyder

Man fällt aber nicht nur wegen dem Sound auf. Die Erscheinung per se reicht bereits aus.  Als würde man, statt mit einem weißen Pudel, mit einem ausgewachsenen Stier durch die Stadt laufen. Ein Lambo per se fällt natürlich sowieso auf – besonders in Magdeburg. Vor allem in der Farbe, bei dem Wetter und offen, mit uns zwei schrägen Vögeln im Cockpit. Spass? Oh ja! Dieser V10 macht sogar im Stau Spass, denn die Soundkulisse ist immer einzig- und bestimmt nicht artig. Und ja, die Strassen in Magdeburg sind teils richtig Mist! Es fühlt sich regelmässig an, als würde es den Lambo zerlegen. Eigentlich  müsste man ihn permanent mit aktiver Liftfunktion fahren, um ihn vor bösen Vulkankrater ähnlichen Löchern zu schützen. Doch er schlägt sich wacker. Aber wir fühlen mit ihm und entführen ihn auf die Landstrasse.

Lamborghini Gallardo

Bildschöne Alleen mit langen Gerade, knackigen Kurven und sauber geteerte Strassen. Hier fühlt sich der Stier wohl. Man muss auch gar nicht heizen. Im Gegenteil, im Normalmodus der Automatik schaltet er fast schon gemächlich und schraubt auch sein infernalen Sound dezent zurück. Wohlwissend, dass er jederzeit kann, wenn er muss. Trotz der weichen Winterreifen vermittelt er direkten Fahrbahnkontakt und bietet Grip in jeder Alltags-Fahrsituation. Dank seines Sperrdifferenzials mit asymmetrischer Sperrwirkung an der Hinterachse kannst Du aber auch einfach ein oder zweimal an den Schaltwippen ziehen und ihn trotz schmierigen Winterreifen ordentlich aus der Kurve kommen lassen, ohne dass Dich der Wagen überrascht. Das Zwischengasgerotze ist unabdinglicher Teil der Schaltprozedur und unbedingt im Sport bzw. Corsa-Modus zu empfehlen.

Lamborghini Gallardo Spyder

Vehement zähmen kann den losgelassenen Stier nur die eigene Bremse. Die packt Ihn nämlich mit je 8 Kolben vorne und jeweils 4 hinten ordentlich an den Hörnern. Die 365 x 34 mm Stahlscheiben vorne und 356 x 32 mm hinten sorgen nachaltigst für Verzögerung und bremsen auch übermotivierte Toreros wieder ein. Mit optionaler Keramik-Anlage kann es gar passieren, dass die Haftcreme der Dritten versagt und die Beisserchen von innen in der Frontscheibe einschlagen. Macht aber nix, die Teil bzw. Vollkasko übernimmt Glasschäden und alles ist besser, als sich um den nahenden Alleebaum zu wickeln.

Ja, solche Tage gehen leider immer viel zu schnell vorbei. Stunden fühlen sich an wie Minuten im Raum-Lambo Kontinuum. Die eigene Nahrungsaufnahme kann da schon mal in Vergessenheit geraten und eingebremst wirst Du eigentlich nur, wenn der Stier an die Futterstelle geführt werden möchte, um seinen animalischen Durst zu stillen. Irgendwas zwischen 15 und 30 Litern genehmigt er sich, je nach Spassfuss-Stellung auf 100 KM. Ist aber völlig egal, denn er ist jeden Cent Sprit wert!

Lamborghini Gallardo Spyder

Ich könnte mich jetzt noch ewig über den geilen Tag, Fahrverhalten oder zahllose technische Details auslassen. Schleppmomente, Agilität, ungefederte Massen, oder Tendenzen zu Über- oder Untersteuern … Mache ich aber nicht! Soll ja kein Rennstreckentest sein und was bringt die ganze graue Theorie nebst technischem Gequatsche noch? Fahrberichte vom Gallardo gibt es zu Genüge und die Hardfacts habe ich abgefrühstückt 😉 Der Punkt ist: Probiert es doch selbst einfach mal aus und habt Spass!

Wer trotz blutenden Augen noch gar nicht genug bekommen hat, der kann sich ja noch unser bekannt schräges Video anschauen. Check it here!

In diesem Sinne und bis zur nächsten automobilen Grenzerfahrung. Wir bleiben dran!

Euer MotorOli & FotoRalph

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Den originalen Artikel gibt es hier.

News: Bentley – Bugatti – Lamborghini – Die Drei für die Tankstelle

Die VW-Edelmarken Bentley, Bugatti und Lamborghini beflügeln die Phantasien und bereichern die Träume des gemeinen Volkes, auch wenn sie natürlich letztlich nur einer Handvoll wirklich gut situierter Menschen vorbehalten sind, die nun wirklich keine Zeit für Benzinpreisvergleiche hat. Auch auf der 66. IAA in Frankfurt vermitteln sie Leistung und Luxus der gehobenen Art.

Bentley hat die letzte Scheibe der PR-Wurst auf den Teller gelegt, nach vielen Nachrichten-Portionen in Form von Vorankündigungen und Konzeptcar-Premieren steht nun das Luxus-SUV Bentayga im Rampenlicht.
Bentley hat die letzte Scheibe der PR-Wurst auf den Teller gelegt, nach vielen Nachrichten-Portionen in Form von Vorankündigungen und Konzeptcar-Premieren steht nun das Luxus-SUV Bentayga im Rampenlicht.

Bentley hat die letzte Scheibe der PR-Wurst auf den Teller gelegt, nach vielen Nachrichten-Portionen in Form von Vorankündigungen und Konzeptcar-Premieren steht nun das Luxus-SUV Bentayga im Rampenlicht. Der Name ist Programm, erinnert an das Lied der verstorbenen Sängerin Alexandra, das von der Sehnsucht in der Taiga berichtet. Die sollen eine edelste Inneneinrichtung und satte 447 kW/608 PS wecken, die eine W12-Maschine aus 6 Liter Hubraum generiert. Je nach Betriebssituation arbeitet der TSI-Motor mit direkter oder indirekter Benzineinspritzung, auch eine Zylinderabschaltung soll den Konsum zügeln. 900 Nm Drehmoment stemmt das Triebwerk, es beschleunigt den gut zwei Tonnen schweren Bentayga in 4,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h und letztlich auf mehr als 300 km/h, macht ihn damit zum derzeit schnellsten Serien-SUV des Marktes. 292 g/km CO2 soll er emittieren, das entspräche einem Normverbrauch von fast 13 Liter Benzin auf 100 Kilometer.

Edelste Inneneinrichtung im Luxus-SUV Bentayga
Edelste Inneneinrichtung im Luxus-SUV Bentayga

Innen gibt es Leder, Holz und Edelstahl, normalerweise vier Sitze. Auf Wunsch wird der Innenraum für den Transport von Fahrer plus vier Passagiere konfiguriert, zusätzlich findet sich als Extraausstattung ein Klappsitz im Laderaum. Der Chauffeur kann die Motorkennlinie über den Charisma-Schalter verändern, sanftes Säuseln und geschmeidige Kraftentfaltung oder wuchtiges Wummern und brachialen Antritt werden geboten. Ob Prinz Harry den Bentyaga irgendwann für seinen Jagdausflug wählen wird? Vermutlich lässt er lieber die Flinte im Schrank und nimmt den Helikopter.

In Blau lackierter Kohlenfaser-Karosserie debütierte der Ultra-Sportler beim Frankfurter Konzernabend, also in der Traditionsfarbe der Marke.
In Blau lackierter Kohlenfaser-Karosserie debütierte der Ultra-Sportler beim Frankfurter Konzernabend, also in der Traditionsfarbe der Marke.

Ein dicke Schaufel mehr wirft der Veyron-Nachfolger von Bugatti unter den Kessel, noch reist er als Vision Gran Tourismo nach Frankfurt, wird aber Ende des Jahres als Bugatti Chiron in Kleinserie bei der französischen Marke entstehen. 1.102 kW/1.500 PS soll der modifizierte 16-Zylinder-Benziner liefern, er wurde im Vergleich zum aktuellen Triebwerk mit 883 kW/1.200 PS deutlich modifiziert. Vier Zylinderbänke werden von jeweils zwei Turboladern beatmet, vier von ihnen sollen elektrisch betrieben werden, um das Ansprechverhalten um unteren Drehzahlbereich zu verbessern und obendrein den Treibstoffverbrauch zu verringern. Und ähnlich wie beim Porsche 918 unterstützt ein Elektromotor den Vortrieb und er soll auch beim Spritsparen helfen. Denn mit dem, was der Chiron auf der Standarddistanz verbrauchen wird, dürfte ein VW Polo gut 400 Kilometer weit kommen.

In Blau lackierter Kohlenfaser-Karosserie debütierte der Ultra-Sportler beim Frankfurter Konzernabend, also in der Traditionsfarbe der Marke. Besonders auffällig ist neben der geduckten Front und den Windleitschaufeln auf den hinteren Kotflügeln die vom Dach bis zum mächtigen Heckflügel ziehende Finne. Sie soll bei hohen Geschwindigkeiten für mehr Stabilität sorgen. Dass der Chiron den Geschwindigkeitsrekord der Straßenserienfahrzeuge für Bugatti in naher Zukunft erneut schnappen wird, ist mehr als sicher.

Lamborghini zeigte beim Konzernabend die offene Version des Huracán LP 610-4 mit dem Beinamen Spyder.
Lamborghini zeigte beim Konzernabend die offene Version des Huracán LP 610-4 mit dem Beinamen Spyder.

Lamborghini zeigte beim Konzernabend die offene Version des Huracán LP 610-4 mit dem Beinamen Spyder. Nachdem Gallardo Spyder, der das bestverkaufte offene Modell der Marke war, soll er nun zum Grundpreis von 221.875 Euro diesen Erfolg deutlich übertreffen. Der 5,2 Liter-V10-Motor leistet 449 kW/610 PS und beschleunigt den allradgetriebenen, 1.542 Kilogramm schweren Huracán Spyder in 3,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Er erreicht 324 km/h Höchstgeschwindigkeit, und verbraucht dank Zylinderabschaltung nach Norm 12,3 Liter Benzin auf 100 Kilometer.

Markantes Kennzeichen des Supersportlers ist das elektrohydraulisch in 17 Sekunden und bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h schließende Softtop. Die Stoffmütze liegt sehr flach auf der Aluminium-Karbon-Karosserie, nur 1,18 Meter reckt sich der Lambo in die Höhe. Ein automatischer Überrollschutz verbirgt sich hinter den beiden Sitzen und soll Fahrer und Beifahrer bei einem Unfall behüten.

Markantes Kennzeichen des Supersportlers ist das elektrohydraulisch in 17 Sekunden und bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h schließende Softtop.
Markantes Kennzeichen des Supersportlers ist das elektrohydraulisch in 17 Sekunden und bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h schließende Softtop.

Das Luxus-Trio von den Edelmarken des VW-Konzerns ist zwar ebenso wie die Volumenmodelle der anderen Hersteller mit umfassenden Assistenzsystemen ausgestattet, geht aber nicht mit dem allgegenwärtigen Zukunftsziel des autonomen Fahrens an den Start. Das hat bereits stellvertretend Porsche-Chef Matthias Müller unlängst als „Hype“ abgetan. Wäre ja noch schöner, wenn Vollblut-Autos am Zügel geführt werden sollen. Hier gibt der Chauffeur am liebsten selber Gas. Und das nicht zu knapp.

Das Cockpit des Lamborghini Huracán LP 610-4 Spyder
Das Cockpit des Lamborghini Huracán LP 610-4 Spyder

Autor: Michael Kirchberger/SP-X

News: 25 Jahre Lamborghini Diablo – Teuflisch stark

Diablo! Typisch Lamborghini stand dieser Name zunächst einmal für einen teuflischen Tritt ins Kreuz bei jedem Tempobefehl. Der Sprint auf 100 km/h gelang dem 326 kW/492 PS starken V12 in exakt 4,09 Sekunden und die Vmax wurde mit 325,2 km/h angegeben. Jede Stelle hinter dem Komma zählte vor 25 Jahren, schließlich holte der dramatisch designte Diablo so den begehrten Titel „Schnellster Seriensportwagen der Welt“ zurück nach Sant’Agata Bolognese. Was zugleich eine Demütigung der meist rot lackierten Rivalen aus Maranello bedeutete. Damit nicht genug. Mit dem Kapital des neuen Lamborghini-Eigentümers Chrysler sollte der Countach-Nachfolger Diablo die Maßstäbe im Highend-Bereich der Supersportwagen grundsätzlich verschieben. Dort, wo zuletzt der Ferrari F40 mit 324 km/h die Tempospitze markiert hatte, die Käufer des 315 km/h schnellen Porsche 959 vergeblich auf einen Nachfolger hofften und sich stattdessen Jaguar XJ 220 und Bugatti EB110 scharf machten, um 1992 die 340-km/h-Marke zu knacken. Gar nicht zu reden vom noch schnelleren McLaren F1. Es war eine Ära des Geschwindigkeitsrauschs, in der sich Lamborghini mit dem Diablo als fast perfekter Symbiose aus überlegener Technik und vollendeten Formen ins 21. Jahrhundert katapultierte – und sich so plötzlich unter dem Dach der Audi AG wiederfand.

Lamborghini Diablo VTViscous Traction Allradantrieb 1993
Lamborghini Diablo VTViscous Traction Allradantrieb 1993

So weit, so schnell. Am Anfang der Diablo-Story stand aber im Jahr 1985 zunächst einmal die Suche nach neuen Geldgebern für das Werk in Sant’Agata und die Entwicklung eines radikalen Racers, der nicht weniger rebellisch war als die zu ersetzende automobile Rakete namens Countach. Immerhin verdankte die Marke im Zeichen des Stiers dem Countach ihren Wiederaufstieg aus den tiefen Tälern der finanziellen Katastrophen nach dem schon 1973 erfolgten Ausstieg des Unternehmensgründers Ferruccio Lamborghini. Was dem keilförmigen Countach gelungen war, sollte das neue Geschoss nun ebenfalls schaffen. Für Countach-Designer Marcello Gandini eine Herausforderung, die er nur zu gerne annahm. Tatsächlich gerieten seine ersten Entwürfe für den Diablo sogar so radikal, dass Chrysler als neuer Lamborghini-Eigentümer zur Mäßigung aufrief und Gandini von einer Glättung der Formensprache überzeugte. Euphorisierende Begeisterung beiderseits des Atlantiks entfachte dafür die Topspeed von 337 km/h, mit der bereits die Prototypen in Nardo ihre Runden drehten. Das Entwicklungsprojekt 132 schien das Potenzial für Weltrekorde zu bieten, vor allem die für Nordamerika – dem weltgrößten Luxusmarkt – so imageträchtige 200-mph-Schallmauer konnte geknackt werden. Wollten doch amerikanische Supercar-Käufer stets die Schnellsten sein – allerdings weniger in der Realität als im Wunschdenken.

Lamborghini Diablo Jota 1995
Lamborghini Diablo Jota 1995

In der Praxis waren es stattdessen meist Motorjournalisten, die den Diablo feierten – als einen der ersten Plus-300-km/h-Renner, der auch bei Fahrbahnunebenheiten, leichten Windböen und sanft geschwungenen Autobahnkurven auf Kurs blieb. Der Diablo war kein Papiertiger wie die vielen Powercars, die nur im Prospekt Rekorde aufstellten. Vielmehr war dieser nach einem besonders wilden Kampfstier benannte Lamborghini ein furioser Stratosphären-Jäger, der auch verfolgende Ferrari nicht fürchtete. Und der standfest blieb, wenn manch anderer Tempobolzer durch thermische oder sonstige Defekte längst liegengeblieben war. Sogar in Langstreckentests der Fachmedien gab es nur Lobeshymnen zu lesen. Qualitäten, die Ende der 1990er Jahre auch die Audi-Ingenieure und Ferdinand Piech begeisterten, als es eigentlich nur darum ging, ob das Audi-A8-Triebwerk einen sogenannten Baby-Lamborghini befeuern sollte.

Lamborghini Diablo SV 1996
Lamborghini Diablo SV 1996

Im Januar 1990 stand aber erst einmal die glamouröse Premierenparty für den Diablo auf der Agenda. Und wo hätte diese fettere Schlagzeilen gemacht und mehr kaufkräftige Millionäre angezogen als im Sporting Club von Monaco mit musikalischer Unterstützung durch Startenor José Carreras? Gastgeber der Gala war der charismatische Chrysler-Chef Lee Iacocca, der zuerst den Detroiter-Giganten aus der Asche zu neuem Glanz geführt hatte und ein solches Kunststück nun bei Lamborghini wiederholen wollte. Das verwöhnte Premierenpublikum in Monaco war begeistert von Show und Fahrzeug und tatsächlich trafen mehr Vorbestellungen für den Diablo ein als von den Auguren erwartet. Immerhin war der Diablo ein 393.000 Mark teures Auto, was 30 Prozent Preisaufschlag gegenüber dem Countach entsprach.

An diesen Vorgänger erinnerte der Diablo optisch durch das spektakuläre Designmerkmal der „Tore zum Himmel“. In dieser Form einzigartige, weit aufschwingende Scherentüren, die einen extraordinären Einstieg ins Cockpit des Fighters gewährten. Oberhalb der Hinterachse saß der neu konstruierte 362 kW/492 PS starke 5,7-Liter-V12 und vor der Achse zwei Ölkühler, die nicht weniger als 13 Liter Schmierstoff für das Kraftwerk zu temperieren hatten. Trotz einer Karosserie aus Leichtmetall und Karbonfiber und eines ebenfalls auf Leichtbau getrimmten Stahlgitterrahmenshatte der 1,6 Tonnen schwere Diablo an Gewicht gegenüber dem Countach deutlich zugelegt. Vor allem als optionale Allradversion VT, dafür glänzte der Diablo durch perfekter ausbalancierte Fahrtalente und überraschend viel Komfort. Nicht zu vergessen der imaginäre Lorbeerkranz des schnellsten Serienautos.

Diablo 30SE Jubilaeumssondermodell anlaesslich 30 Jahre Lamborghini Automobile 1993
Diablo 30SE Jubilaeumssondermodell anlaesslich 30 Jahre Lamborghini Automobile 1993

Dieser spielte schon 1992 kaum noch eine Rolle. Nicht weil die neuen Konkurrenten nach ihm griffen, sondern weil Lamborghini schon wieder in eine wirtschaftliche Krise schlitterte. Eine globale Rezession bremste den Luxusmarkt ein und Lamborghini verkaufte 1992/93 nur noch jeweils rund 170 Autos. Daran änderte auch ein Novitätenfeuerwerk nichts. Dazu gehörte 1992 ein heißer Sonnenwind in Form einer Diablo Roadster-Studie (der Verkauf der Serienversion des schnellsten Cabrios der Welt startete drei Jahre später), der 333 km/h rennende Diablo SE zum 30. Jubiläum von Lamborghini als Sportwagenbauer oder 1995 der Diablo Jota mit 427 kW/580 PS als Antwort auf den Ferrari F50. Als Sant’Agata für 1996 auch noch eine erfolgreiche Kunden-Sportserie mit Diablo SV-R für Läufe in Le Mans oder auf dem Nürburgring vorbereitete und die dunkelroten Bilanzfarben ins Schwarze changierten – da hatte Chrysler die Marke mit dem Kampfstier bereits verkauft.

Lamborghini Diablo 1990
Lamborghini Diablo 1990

Neuer Eigner war ein Konsortium aus Malaysia und Indonesien, Geschäftsleute, die durchaus geschickt agierten. Hätte es nicht 1997 die Asienkrise gegeben. Entsprechend schnell trennten sich die asiatischen Lamborghini-Eigentümer von der Kultmarke, als sich 1998 Audi an einer Übernahme interessiert zeigte. Die anspruchsvolle Kundschaft war begeistert. Zumal ein 6,0-Liter-V12 den betagten Diablo 338 km/h schnell machte – 18 km/h mehr als der 550 Maranello als damals flottester Ferrari bieten konnte. Nach immerhin wieder 213 Diablo im Jahr 1998 konnte Lamborghini im Jahr 2000 schon wieder rund 300 der Racer ausliefern. Tatsächlich sagen viele Fachleute und Fans der letzten bis 2001 gebauten Serie sogar nach, die Beste gewesen zu sein. So viel Entwicklungsarbeit hatte Audi noch investiert, obwohl schon im Oktober 2001 der Murciélago als Nachfolger mit scharfen Hufen scharrte.

Autor: Wolfram Nickel/SP-X

News: Lamborghini Aventador Superveloce LP 750-4 Roadster – Schwerer Name, leichtes Gewicht

Lamborghini hat eine Roadster-Version des Aventador Superveloce LP 750-4 aufgelegt. Premiere hatte der offene Supersportwagen nun auf der Monterey Car Week in Kalifornien gefeiert. 500 Einheiten sollen gebaut werden, Bestellungen nehmen die Händler bereits entgegen.

as neue Cabrio wiegt 1.575 Kilogramm und ist damit 50 Kilogramm leichter als das Standardmodell
as neue Cabrio wiegt 1.575 Kilogramm und ist damit 50 Kilogramm leichter als das Standardmodell

Basis des neuen Modells ist das Coupé des Aventador Superveloce, die Leichtbau-Ausführung des Zweisitzers. Dementsprechend wird auch der um 50 PS auf 552 kW/750 PS verstärkte V12-Benziner zum Einsatz kommen, der den Allrader in rund drei Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen dürfte und für einen Höchstgeschwindigkeit von rund 350 km/h gut sein wird. Das neue Cabrio wiegt 1.575 Kilogramm und ist damit 50 Kilogramm leichter als das Standardmodell.

Der Preis für den Aventador Superveloce LP 750-4 beträgt in Deutschland 424.830 Euro
Der Preis für den Aventador Superveloce LP 750-4 beträgt in Deutschland 424.830 Euro

Der Preis für den Aventador Superveloce LP 750-4 beträgt in Deutschland 424.830 Euro. Zum Vergleich: Den Standard-Roadster gibt es für 357.000 Euro. Die Auslieferung des ersten offenen Superveloce-Leichtbaumodells der Marke startet 2016.

Autor: Holger Holzer/SP-X

News: Lamborghini Aventador Superveloce Roadster – Leicht und luftig

Lamborghini legt eine Roadster-Version des Aventador Superveloce LP 750-4 auf. 500 Einheiten sollen gebaut werden, die Händler nehmen ab sofort Bestellungen entgegen. Basis des neuen Modells ist das Coupé des Aventador Superveloce, die Leichtbau-Ausführung des Supersportwagens. Dementsprechend wird auch der um 50 PS auf 552 kW/750 PS verstärkte V12-Benziner zum Einsatz kommen, der den Allrader in rund drei Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen dürfte und für einen Höchstgeschwindigkeit von rund 350 km/h gut sein wird. Genaue Werte gibt es aber ebenso wenig wie Angaben zum Gewicht. Auch einen Preis nennt der Hersteller noch nicht. Das günstigere Coupé kostet bereits rund 390.000 Euro. Allerdings sind alle 600 Exemplare bereits ausverkauft.

Autor: Holger Holzer/SP-X

News: Neues Lamborghini-SUV – Der will hoch hinaus

Wenn 2018 das neue Luxus-SUV von Lamborghini auf den Markt kommt, soll die neue Baureihe Schwung in die Traditionsmarke bringen. Mit dem Luxus-SUV will sich der Sportwagenhersteller neue Zielgruppen erschließen. Neben bestehenden Kunden, die bisher SUV anderer Marken gefahren sind, haben die Italiener auch Familien und andere neue Kundenkreise im Auge. Hauptmärkte für das SUV sind die USA, China, der Mittlere Osten, Großbritannien, Deutschland und Russland. Lamborghini rechnet mit einem jährlichen Absatz von rund 3.000 Einheiten. Damit würde die neue Baureihe die aktuellen Verkaufszahlen in etwa verdoppeln (Weltweiter Absatz 2014: 2.530 Einheiten).

Die Gesamtinvestitionen für die dritte Baureihe beziffert das Unternehmen auf einen hohen dreistelligen Millionenbetrag. Unter anderem wird das Werk am Stammsitz in Sant’Agata Bolognese in Italien mit einer neuen Montagelinie, neuen Lagerhäusern und mehr Forschungskapazitäten ausgebaut: Die bebaute Fläche vergrößert sich von aktuell 80.000 Quadratmeter auf rund 150.000 Quadratmeter. Das neue SUV schafft rund 500 neue Arbeitsplätze bei Lamborghini.

Autor: Hanne Lübbehüsen/SP-X

Mansory Lamborghini Huracan: Mehr Pferde für den Kampfstier

Der bayerische Tuner Mansory ist bekannt für radikale Leistungssteigerungen und auffälliges Optiktuning. Entsprechend bearbeitet schickt er den Lamborghini Huracan in einer Breitbau-Ausbaustufe auf den Genfer Autosalon (5. bis 15. März).

Der jüngste Stier aus Sant’Agata Bolognese soll sich nach der Behandlung des Veredlers deutlich vom Serienfahrzeug unterscheiden. So wurden die Tagfahrleuchten eigens für ihn entwickelt. Front-, Heckschürze und Seitenschweller sowie die Rückspiegel sind aus Karbon gefertigt.

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Durch den Einsatz des leichten Werkstoffes ist der Kampfstier leichter geworden, was sich positiv auf die Beschleunigungswerte und den Kraftstoffverbrauch auswirken soll. Zusätzlich sorgt ein Heckflügel in Kombination mit dem Diffusor für mehr Anpressdruck an der Hinterachse.

Den optimierten Huracan will der Tuner in mehreren Leistungsstufen anbieten. Nach Genf kommt der schwächste Stier namens MH1. Durch unterschiedliche Eingriffe, beispielsweise im Motor- und Getriebemanagement, leistet sein 5,2-Liter-V10-Motor 625 kW/850 PS statt der serienmäßigen 449 kW/610 PS. Für den Sprint auf Tempo 100 nimmt der Huracan MH1 sich nur 2,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 330 km/h.

mansory_huracan_202_3.jpg

Zum Preis oder den weiteren Ausbaustufen gibt der Tuner noch keine weiteren Informationen. Das Basismodell des Lamborghini Huracan, der als Nachfolger des Gallardo seit Frühjahr 2014 erhältlich ist, kostet mindestens 202.000 Euro.

Autor: Adele Moser/SP-X

Emotionen: Lamborghini Aventador im Fahrbericht

Pirelli Partner von #radical14Es ist dieser eine Augenblick, dieser Wimpernschlag, nicht einmal ein Atemzug, in dem du denkst, jetzt hast du ihn unter Kontrolle. Es ist diese eine Sekunde, in der du denkst, nein, du fühlst es innerlich, du bist zufrieden und sicher. Bist dir deiner Reflexe bewusst und die Überzeugung wähnt dich in einem warmen Bad der Sicherheit. Du denkst, du wärst gu…