Leistungszahlen und Rundenzeiten sind das Salz in der Suppe

Es gibt viele Themen über die man sich bei Supersportwagen unterhalten kann. Emotionales. Sachliches. Absurdes.  Aber über eine Sache müssen wir uns doch im klaren sein: Ohne die fachliche Prüfung der Leistungsfähigkeiten gegen die Uhr und den Zollstock, um herauszufinden wer am Ende die Krone des Königs der Könige im Supersportwagen-Bereich trägt, geht es nicht aus.

Mein geschätzter Kollege “Can Struck” sieht das völlig anders. In seinem lesenswerten Blogposting “Leistungszahlen und Rundenzeiten zerstören den Sportwagengeist” hat er sehr überzeugend vorgetragen, worum es ihm bei sportlichen Autos geht. 

Für mich leider nicht überzeugend genug. 😉

Can überliest in den Supertests anscheinend alles was mit zu vielen Zahlen und Meßwerten zu tun hat. So interessiert es ihn nicht, welches Sportmobil in welchem Streckenabschnitt welche Performance an den Tag legt.

Für seinen Verdruß an diesen Fakten führt er unter anderem die stetig steigende Perfektion der Sportwagen an. Doch ich, ich sehe das anders.

Für mich ist ein guter Sportwagentest aus 2 Zutaten gemixt worden: Fakten. Und Fakten. In meinen Augen macht das keine Zeitschrift derzeit besser als die “sport auto”. Das am Ende ausgerechnet der Chefredakteur der “sport auto” zusätzlich auch noch die von Can geforderte “Bildhafte” Schreibe beherrscht – ein Goodie oben drauf.

Es ist natürlich faszinierend wenn man Emotionen aus einem Text heraus lesen kann. Wenn an der Druckerschwärze des Heftes die Gänsehaut des Testers während seiner Fahrerfahrung noch nachfühlbar ist. Der leichte Geruch von verbranntem Gummi muss aus den Satzumbrüchen dampfen – dann wird ein Fahrbericht 4 Dimensional und nach ein paar Absätzen fühlt man förmlich den Herzschlag des Autos und seines Fahrers.

Das ist toll zu lesen. Das versuche ich selbst gerne.

Aber wenn ich “andere” ein Auto testen lasse und dann etwas darüber erfahren möchte, dann will ich Fakten. Fakten die ich selbst aus meiner subjektiven Wahrnehmung nicht erleben kann.  Bei 200 die Talsenke der Fuchsröhre zu durchschneiden, das ist Adrenalin, das sorgt für den Kontakt zwischen Herzmuskel und Schließmuskel.  Das sind Emotionen und die pure Autogeilheit.

Am Ende des Tages will ich am Stammtisch der Autofahrer Nation aber sagen können: Ich weiß welcher Sportwagen wirklich schneller war, nicht welcher sich schneller angefühlt hat. Das sind Fakten. Erfahren. Gemessen.

Und die Perfektion im Fahrerlebnis, gut beschrieben von Can am Beispiel der Porsche 911 Evolution, raubt keinen Spaß – nur weil man nicht mehr, wegen eines völlig unterschätzen Kurveneingangstempi dem Tod in die Augen schaut. Nein, der Spaß klettert die Leitern der Erfahrung hinauf und will auf bis dato unbekannten Niveau gefunden werden.

Höher, schneller, weiter – das treibt uns an, das ist geil. Und wenn man das nicht nur messen, sondern auch beschreiben kann, dann – ja dann herzlichen Glückwunsch zur Oberliga der Motorjournalisten 😉

see u there bycan!

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