Gebrauchtwagen-Check: Mercedes C-Klasse

Gebrauchtwagen-Check: Mercedes C-Klasse
Die C-Klasse der vierten Generation wurde als Limousine, Kombi (T-Modell), Cabrio und als Coupé angeboten

Mit einer Mercedes C-Klasse (W 205) aus zweiter Hand kann man nicht viel falsch machen, sofern man nicht auf den Preis schauen muss.

Die C-Klasse gehört zu den wichtigsten Baureihen von Mercedes. Das Mittelklassemodell ist in Stückzahlen wohl das erfolgreichste Modell der Schwaben. Mittlerweile ist die fünfte Generation am Start, Zeit sich der vierten (2014 bis Ende 2020, W 205) zu widmen und zu schauen, wie sich diese C-Klasse beim TÜV schlägt.  

Karosserie und Innenraum

Die C-Klasse der vierten Generation wurde als Limousine, Kombi (T-Modell), Cabrio und als Coupé angeboten. Cabrio und Coupé sind, bis die entsprechenden Nachfolgermodelle auf den Markt kommen, weiterhin im Programm. Mit einer Länge von rund 4,70 Metern bieten Limousine und Kombi für die Passagiere reichlich Platz. Einschränkungen müssen die Fondnutzer des zweitürigen Coupés in Kauf nehmen: Die Kopffreiheit ist hier aufgrund der abfallenden Dachlinie eingeschränkt.

Das T-Modell punktet mit seinem Kofferraumvolumen. Dies kommt auf Werte zwischen 490 und 1.510 Litern. Damit zählt der Kombi mit dem Stern zwar nicht zu den Ladeweltmeistern, das Volumen dürfte jedoch für die meisten Ansprüche genügen. Aber auch Limousine und Coupé ermöglichen mit 480 beziehungsweise 400 Litern umfangreichere Einkäufe ordentlich zu verstauen. Beim Cabrio stehen bei geöffnetem Dach 360 Liter zur Verfügung, bei geschlossenem Verdeck sind es 285 Liter. 

Gebrauchtwagen-Check: Mercedes C-Klasse
Optisch gelingt es dem Mittelklassemodell schick und modern zu wirken, ohne modisch zu sein

Optisch gelingt es dem Mittelklassemodell schick und modern zu wirken, ohne modisch zu sein. Innen wartet es mit solider Verarbeitung auf, bei entsprechender Ausstattung geht es sogar edel zu. Je nach Bereitschaft des Erstkäufers zu investieren, erinnert der Innenraum ans Interieur der S-Klasse. 

2018 erhielt die C-Klasse ein umfangreiches Facelift. Diese Fahrzeuge lassen sich modifizierter Frontschürze, geänderten Heckstoßfängern und serienmäßigen (außer Basis) LED-Scheinwerfern erkennen. 

Motoren und Antrieb

Das Motorenangebot stellt Gebrauchtwageninteressenten vor die Qual der Wahl. Benziner, Diesel sowie Plug-in-Hybride hatte Mercedes im Angebot. Basis-Otto war bis 2019 der C 160 mit 95 kW/129 PS. Am anderen Ende der Leistungsskala befindet sich der Achtzylinder-AMG C 63 S mit 375 kW/510 PS. Wer Allrad sucht, wird beim C 200 4Matic mit 135 kW/184 PS oder C 400 4Matic mit 245 kW/333 PS fündig. Letzterer ist wie das AMG-Triebwerk C 43 ein Sechszylinder.

Die goldene Mitte dürfte der C 250 mit 155 kW/211 PS sein. Er erreicht fast Tempo 250 und begnügt sich im Schnitt mit 5,3 bis 6,2 Litern. Für die Kraftübertragung sorgt eine Siebengang-Automatik, ab 2019 eine Neungang-Automatik. Zwischen 2015 und 2018 war der Plug-in-Hybrid mit einer Systemleistung von 205 kW/279 PS (C 350 e) erhältlich. 

Die Diesel umspannen ein Leistungsangebot von 85 kW/116 PS (C 180 d) bis hin zum C 250 d mit 150 kW/204 PS. Den C 220 d (125 kW/170 PS) und den C 250 d gibt es alternativ zum Hinterradantrieb auch mit Allrad. Die Diesel agieren sparsam. Als Normwerte gibt Mercedes 3,8 bis 5 Liter an. 

Gebrauchtwagen-Check: Mercedes C-Klasse
Das Motorenangebot stellt Gebrauchtwageninteressenten vor die Qual der Wahl. Benziner, Diesel sowie Plug-in-Hybride hatte Mercedes im Angebot

Mit dem Facelift hielt bei den Selbstzündern der aus der E-Klasse bekannte OM 654-Motor mit 1,6 und 2,0 Liter Hubraum Einzug. Als C 180 d kommt er auf 90 kW/122 PS und als C 200 d auf 118 kW/160 PS; der C 220 d leistet 143 kW/194 PS, das Toptriebwerk, der C 300 d, 180 kW/245 PS. Seit 2019 ist zudem der Plug-in-Hybrid (300 de) mit einer Systemleistung von 225 kW/300 PS zu haben. 

Das Facelift beschert C 200 und C 300 einen riemengetriebenen Starter-Generator mit 48-Volt-System. Beim Beschleunigen können kurzzeitig 10 kW/14 PS zusätzlich abgerufen werden. 

Ausstattung und Sicherheit

Beim Thema Sicherheit gab sich die C-Klasse keine Blöße und erzielte 2014 im NCAP-Crashtest eine Fünf-Sterne-Bewertung. Die namenslose Basisversion wartet zwar unter anderem mit Klimaautomatik, einem Multifunktionslenkrad in Leder und einem 7 Zoll großem Farbdisplay auf, wer mehr Komfort sucht, lässt sie aber links liegen und orientiert sich an den Linien Avantgarde, Exclusive oder AMG-Line. Die langen Aufpreislisten verführten Erstkäufer Häkchen bei Head-up-Display, Abstandstempomat, Eingabe-Touchpad oder dem Luftfahrwerk zusetzen. Die Fahrzeuge nach dem Facelift verfügen über das Bedien- und Anzeigekonzept der S-Klasse, auch die Kamera- und Radarsysteme wurden verbessert. 

Qualität

Besitzer einer C-Klasse müssen den TÜV-Besuch nicht fürchten. Ganz im Gegenteil: Im gerade veröffentlichten TÜV-Report belegte das Modell den ersten Platz innerhalb der Mittelklasse. Gut 96 Prozent aller vorgestellten, zwei bis drei Jahre alten Modelle blieben bei der ersten Hauptuntersuchung (HU) ohne Mängel. Das ist um 4 Prozentpunkte besser als im Segmentdurchschnitt. Auch die weiteren Jahrgänge des W 205 schneiden besser ab als der Durchschnitt. Allerdings sollten Gebrauchtwageninteressenten auf die Achsaufhängung achten. Hier liegen die Mängel ab der zweiten HU überm Schnitt. 

Fazit

Mit einer gebrauchten Mercedes C-Klasse kann man nicht viel falsch machen. Für jeden Geschmack und Fahrstil dürfte der Gebrauchtwagenmarkt das passende Fahrzeug bieten. Fahrzeuge mit sehr hoher Laufleistung sind ab rund 10.000 Euro zu haben; soll der Kilometerstand nicht mehr als 150.000 Kilometer für ältere Modelle aufweisen, werden mindestens 15.000 Euro fällig. Die Verkäufer wissen eben auch um die Qualitäten des Fahrzeugs.

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