S-Klasse Coupé verneigt sich vor Kurven

Wenn in Genf die Coupé-Version der neuen S-Klasse präsentiert wird, dann wird dies auch die Weltpremiere eines völlig neuen Fahrwerksfeatures sein. Das Coupé der neuen S-Klasse wird das erste Serienfahrzeug sein, dass sich einem Motorrad gleich in die Kurve legt. Allerdings nur minimal. Oder?

Die Basis für dieses neue Technik stellt das „sehende Fahrwerk“ von Mercedes-Benz. Oder wie man es beim Daimler getauft hat: Magic-Body-Control.

Mit Magie hat es allerdings nichts zu tun, sondern mit einem System von Sensoren, Steuergeräten und einer Stereo-Kamera in der Winschutzscheibe.  Mit dieser Stereokamera ist das System in der Lage die Straße vor dem Fahrzeug zu erfassen und die Dämpfung auf die Gegebenheiten einzustellen.  Bei der ersten Testfahrt mit der neuen S-Klasse konnte ich mir ein Bild von der Wirkung des „Magic Body Control“ verschaffen und war überzeugt von der Funktion. Wobei, überwältigt trifft es besser. Kein Auto zuvor war in der Lage die besonderes fiesen Fahrsituationen, wie Bahnübergänge und Frostaufbrüche, derart geschickt auszublenden. Der Fahrkomfort der neuen S-Klasse wuchs mit der Integration des „sehenden Fahrwerks“ weit über das Niveau von bislang gekannten „Luxus-Fahrwerke“ hinaus.

Mit dem neuen S-Klasse Coupé folgt nun ein „Update“ für das sehende Fahrwerk:

Magic Body Control legt das Auto in die Kurve!

Das Steuergerät für das aktive Fahrwerk wertet die Daten der Steroekamera aus, verknüpft diese mit den Querbeschleunigungssensoren und den restlichen Informationen wie Geschwindigkeit und Lenkwinkel. Mit der Hilfe dieser Informationen entscheidet Magic Body Control nun, ob und wie weit sich das Fahrzeug in die Kurven legen soll. Maximal 2.5° Grad Neigung sind aktuell möglich.

Das System arbeitet im Geschwindigkeitsbereich zwischen 30 und 180 km/h und soll dafür sorgen, dass die Insassen weniger Querbeschleunigungskräfte verspüren und die Kurvenfahrt nicht nur dynamischer, sondern auch komfortabler zu erleben ist.

Wer nun ein Blatt Papier nimmt, eine weiße Linie darauf malt und mit einem Geodreick eine zweite Linie im Winkel von 2.5° aufzeichnet, wird merken: So richtig viel sind 2.5° aber nicht.

Geht man von einer Spurweite von 1.63 Metern aus (Werte der neuen S-Klasse, für das neue Coupe habe ich noch nichts gefunden), so ergibt ein Winkel von 2.5° eine Höhen-Differenz von 71 Millimetern auf die gesamte Spurweite und damit 7.1 Zentimetern Variabilität.

magic body control kurvenschräglage

Vermutlich geht das Fahrwerk nicht auf einer Seite 7.1 Zentimeter in die Luft oder in Richtung Boden, sondern teilt sich diese Arbeit zwischen links und rechts auf. Damit bleiben gut 3.5 Zentimeter die das neue S-Klasse Coupe auf jeder Seite in der Höhe variiert.

2.5° klangen eher unspektakulär. Ein aktives Fahrwerk das je nach Kurvenfahrt auf jeder Seite bis zu 3.5 Zentimeter hoch, oder herunter fährt – das klingt allerdings spannend.

Die erste Testfahrt mit dem Magic Body Control-Fahrwerk, das nicht nur sehen kann, sondern auch das Auto in Kurven legt wie ein Motorradfahrer – wird von mir mit Spannung erwartet. Denn die Frage ist nicht nur, wie schafft es das große Coupé, das Fahrwerk so schnell anzupassen – sondern auch, wie ist die Wirkung auf den Fahrer?

 

 

 

 

 

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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

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