Los Angeles Auto Show 2018 – Gute Laune in Kalifornien

Auf der diesjährigen Auto Show in Los Angeles bleibt die große Welle an Weltpremieren zwar aus, ein paar interessante Fahrzeuge haben es aber dennoch an die Westküste der USA geschafft.

Mit knapp 18 Millionen Einwohnern gehört die Metropolregion Los Angeles zu den größten der Welt. Die „Auto Show“ im Convention Center (bis 9. Dezember) zählt allerdings eher zu den überschaubareren Messen – zumindest neben Größen wie dem Pariser Autosalon oder der IAA in Frankfurt. Wären viele Neuheiten morgens nicht noch abgedeckt, man könnte den Besuch in relativ kurzer Zeit abhaken. Doch ein paar Gründe, etwas mehr Zeit auf dem Messegelände zu verbringen, gibt es dann doch.

Dieses Jahr spielen vor allem Sportwagen eine große Rolle an der Westküste. Auch, wenn Exoten wie Lamborghini, Ferrari oder Aston Martin völlig fehlen. Allen voran zeigt Porsche mit dem 911 der Generation 992, wie man eine Ikone behutsam weiterentwickelt und sich trotzdem nicht der Zukunft verschließt. Der 992 kommt mit einem sehr modernen Infotainment-System samt großem Touchscreen und kann mit deutlich mehr Assistenzsystemen ausgestattet werden als bisher. Wem der normale Elfer zu gewöhnlich ist, der kann – falls das nötige Kleingeld vorhanden ist – einen der 200 GT2 RS Clubsport ordern, den die Stuttgarter in LA überraschen vorgestellt haben. Der Clubsport kommt ohne Straßenzulassung und ist ein Rennwagen, der sich keinem Reglement beugen muss – gigantischer Heckflügel inklusive.

Mit einem Fokus auf die Rennstrecke stellt Mercedes auch den AMG GT-R Pro vor, eine nachgeschärfte Version des zweitürigen Sportwagens, der sich besonders bei Trackdays wohlfühlen soll. Deutlich entspannter dürfte es in der Messepremiere von BMW zugehen: Das Cabrio der 8er-Baureihe steht in Los Angeles erstmals vor großem Publikum und ist neben dem Coupé die zweite von drei vorgestellten Karosserievarianten des 8er. Das finale Puzzle-Stück in Form des Grand Coupé erwarten in Genf 2019.
Auch bei Audi hatten die anwesenden Journalisten mit einer Sport-Version gerechnet – etwa in Form des S7 oder des SQ8. Stattdessen zogen die Ingolstädter das Tuch von der sehr gelungenen Studie e-tron GT, dem direkten Verwandten des Porsche Taycan. Der viertürige Elektro-Sportler ist optisch auf jeden Fall ein Gewinn und dürfte auch dank 434 kW/590 PS kaum Boden auf den Taycan verlieren. Wann der Elektro-GT mit einer Reichweite von über 400 Kilometer in Serie geht, ist noch offen, wahrscheinlich aber erst 2021.

Deutlich unglamouröser geht es auf dem Messestand von VW zu. Hier ist neben dem bereits auf der IAA Nutzfahrzeuge gezeigtem I.D. Buzz (in neuer motorsportorientierter Folierung) lediglich die Abschiedsversion des Beetle Cabrio zu sehen, das die Wolfsburger in Deutschland schon haben verschwinden lassen.

Doch auch, wenn die deutschen Hersteller dieses Jahr ein paar bedeutende Premieren in Los Angeles feiern können, darf man die Marken aus Amerika und Asien nicht vergessen. Jeep hat die sehnlichst erwartete Pick-up-Variante des Wrangler mit dem kämpferischen Namen „Gladiator“ enthüllt, Lincoln das SUV „Aviator“ im Gepäck. Beide kommen nicht nach Europa. Ford und GM halten sich mit Premieren zurück und zeigen lediglich bereits bekanntes wie den Mustang Bullit oder die Corvette ZR1 von Chevrolet. Außerdem auf den Messeständen: jede Menge Pick-ups, die sich in den USA weiterhin größter Beliebtheit erfreuen.

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Wer sich für japanische Fahrzeuge interessiert, wird in Los Angeles nicht am Nissan-Stand vorbeikommen. Hier gibt es neben dem neuen Murano auch den Maxima zu sehen. Mazda hat außerdem bereits am Vorabend den neuen Mazda3 enthüllt, der in Los Angeles mit fünf Türen sowie als Limousine zu sehen ist und mit einem gelungenen Design glänzt. Bei Kia ist der neue Soul zu sehen, der optisch etwas gefälliger wird als bisher und nur noch elektrisch angetrieben offeriert wird. Die SUV-Welle reitet Toyota mit dem neuen Rav4, der sich der Formensprache des CH-R anpasst und deutlich schärfer gezeichnet ist als bisher. Skurril: Ein Toyota Tundra, auf dessen Ladefläche eine komplette Pizza-Hut-Produktion sitzt – vom Ofen bis zum automatischen Pizzaschneider.

Aller Sportwagen und hubraumstarken Trucks zum Trotz ist neben Tesla auch Rivian in Los Angeles vertreten. Der Newcomer zeigt ein klassisches Siebensitzer-SUV sowie einen kantigen Pick-up – beide mit Elektromotor. Neben beeindruckenden Performance-Werten mit bis zu 522 kW/710 PS wollen die Amerikaner auch mit einer großen Reichweite von maximal 640 Kilometer punkten.

Will man das Gesehene auf der wichtigsten Automesse der Westküste zusammenfassen, kommt man nicht umhin, festzustellen, dass die große Premierenflut hier ausgeblieben ist. Außerdem flacht der Berg an elektrischen Studien langsam ab, Audi und Rivian bilden hier die Ausnahme. Passend zum Lifestyle der Millionenstadt ist auch auf der Messe dieses Jahr eher „easy going“ angesagt, ohne dabei groß etwas verändern zu wollen. Außer, man steht auf die wilden Tuning-Umbauten, die sich im Keller der Messe verstecken. Hier gibt es alles: vom Widebody-Lamborghini bis zum 90 Zentimeter höhergelegten Escalade. Man muss sich eben nur trauen.

Max Friedhoff/SP-X

Rivian auf der LA Autoshow

Ein kalifornisches Start-up mit Namen Rivian will zu den ernstzunehmenden Herausforderern von Tesla gehören. Auf der Autoshow in Los Angeles wurden jetzt die ersten beiden Modelle enthüllt.

 „Nein, wir haben wirklich nichts mit Ford zu tun“, schwört Robert „RJ“ Scaringe und nennt die Platzierung des Messestandes in einer Nische des Ford-Areals einen „reinen Zufall“. Der Chef der jungen Firma Rivian will die Autoshow in Los Angeles für die Weltpremiere der ersten beiden selbst entwickelten E-Autos nutzen und kann Gerüchte über ein Zusammengehen mit Ford nun gar nicht brauchen.

Das Cockpit beider Modelle ist ähnlich

Die beiden Elektro-Riesen haben die ungeteilte Aufmerksamkeit auch verdient. Im Gegensatz zum Hauptkonkurrenten Tesla treten sie in einem Format an, das bislang von starken Dieselmotoren und benzinschluckenden Hubraum-Giganten beherrscht wird. Der 5,48 Meter lange Pickup mit der Bezeichnung R1T ist schon seit einigen Wochen bekannt, in Los Angeles nun erstmals in wuchtiger Schönheit zu bestaunen. Ende nächsten Jahres soll es in den USA den Pickup-Markt aufmischen.

Eine Überraschung dagegen das zweite Modell von Rivian, das ab 2020 zu haben sein soll. Das SUV R1S hat drei Sitzreihen, ist 5,04 Meter lang und kann neben dem Fahrer weitere sechs Insassen sogar zu Ausflügen ins Gelände mitnehmen. Die Technik teilt er sich mit seinem eher als Arbeitstier vorgesehen Schwestermodell. Vier Motoren mit je 147 kW/200 PS, die für je ein Rad zuständig sind, sorgen für einen elektronisch geregelten Allradantrieb. Bis zu 552 kW/750 PS leistet das Elektroquartett. Sagenhaft die Durchzugskraft, die Rivian mit 14.000 Newtonmetern angibt. Der Siebensitzer kann 3.500 Kilogramm hinter sich herziehen oder 800 Kilogramm selbst einpacken. Als Reichweite peilt Rivian eine Strecke von rund 640 Kilometern an, wenn die leistungsstärkste Motor- und Batterieversion vom Kunden bestellt wird. Auch die anderen Werte gelten nur für Top-Version des SUV, deren Batterie dann 180 kWh liefert.

Neben dem SUV gibt es einen Pick-up

Die Wahlmöglichkeit zwischen einer Batteriekapazität von (105, 135 oder 180 kWh) hat sich zwar Rivian von Tesla abgeguckt, doch inzwischen überlassen auch andere Hersteller dem Käufer die Entscheidung, wie weit er sein Stromer unterwegs sein will, bevor ihm der Saft ausgeht. Obwohl bis zur Auslieferung des R1S noch zwei Jahre ins Land gehen, können sich Fans schon heute für eine Reservierungsgebühr von 1.000 Dollar einen solchen Großfamilien-SUV sichern. Auch hier lassen Tesla und sein Model 3 grüßen. Die Preisliste, die noch nicht im Detail feststeht, beginnt bei umgerechnet 57.200 Euro. Der Pickup mit Doppelkabine kostet rund 3.000 Euro weniger.

Bei der ersten Sitzprobe im Monster-SUV fällt bewusste Schlichtheit auf. Alle Blicke sollen sich auf den großen Monitor konzentrieren, der an einen quergelegten Tablet-Computer erinnert. Auf ihn können alle wichtigen Funktionen per Touchscreen angesteuert werden. Hinter dem Lenkrad können einige der Anzeigen wie zum Beispiel die Karte des Navigationssystems auf einen separaten Monitor gespiegelt werden. Die Innenausstattung und die Materialien wirken hochwertig, ob auch der Sprung in die Serie gelingt, steht noch nicht fest. Auch in der letzten Sitzreihe, anderswo meist eher Notplätze, lässt sich im Rivian recht kommod sitzen, auch wenn die Beinfreiheit deutlich bescheidener ist als in Reihe 2. Der Durchstieg gelingt aber ohne Verrenkungen.

Das SUV R1S hat drei Sitzreihen

Doch schafft es die recht kleine Firma überhaupt bis zur Serienproduktion, schließlich gibt es viele Beispiele von gescheiterten Start-up-Unternehmen. Eine Frage, die sich für den jungen Chef naturgemäß nicht stellt. „Wir sind solide finanziert, haben ein tolles Team und Produkte, auf die die Kunden in den USA warten“, sagt er und fügt hinzu: „Vor allem haben wir eine eigene Fabrik, die wir von Mitsubishi übernommen haben und die hochmodern mit Robotern und einer Lackiererei ausgerüstet ist“.  Es wird keine klassischen Händler geben, sondern vor allem Online verkauft. Ähnlich wie beim großen Vorbild sollen Beratungs-Stützpunkte in den Metropolen Kunden zum Kauf animieren.

Werden wir einen Rivian auch mal in Europa sehen? Ein Vorstandsmitglied weicht aus, hält einen Export der beiden großen Modelle eher für unwahrscheinlich. „Wir denken aber auch über ein kleineres SUV nach. Das würde dann auch für Europa passen“.

Peter Maahn/SP-X

Porsche 911 (992) – Weltpremiere in Los Angeles

Die achte Generation des Porsche 911 bringt nicht nur die erwartete Optik-Evolution, besonders bei Infotainment und Assistenten macht die Ikone einen großen Schritt in Richtung Zukunft.

Von hinten sind die Änderungen am markantesten

Mit dem Typ 992 geht der Porsche 911 in seine achte Generation. Das neue Modell wurde nun im Vorfeld der Los Angeles Auto Show (30. November bis 9. Dezember) vorgestellt. Optisch unterscheidet sich der Elfer besonders durch das Heck mit durchgängigem LED-Leuchtenband, breitem Spoiler und höherem Abschluss vom „alten“ 991-Modell. Außerdem tragen nun alle Varianten, unabhängig davon, ob sie Heck- oder Allradantrieb haben, die breite Karosserie. An der Vorderachse legt der Elfer um 4,5 Zentimeter in der Breite zu, außerdem trägt die Fronthaube in Anlehnung an klassische Modelle nun eine Vertiefung. Neu sind auch die Türgriffe, die elektrisch ausfahren.

Porsche legt den 911 neu auf

Im Innenraum setzt Porsche auf einen deutlich größeren Infotainment-Bildschirm als bisher. Das Display misst 10,9 Zoll und ist per Tipp- und Wischbewegungen zu bedienen. Moderner fällt auch der Instrumententräger aus, lediglich der mittige Drehzahlmesser ist noch analog. Die vier anderen freien Plätze für die Darstellung von Informationen sind digital und frei konfigurierbar. Neben den Neuheiten beim Infotainment hat der 992 auch bei den Assistenzsystemen aufgerüstet. Unter anderem sind nun ein „Wet Mode“ für nasse Straßen sowie ein Nachtsichtassistent und ein adaptiver Tempomat im 911 zu haben.

Das Display misst 10,9 Zoll und ist per Tipp- und Wischbewegungen zu bedienen

Im Heck des 992 sitzt ein gegenüber dem 991 leicht weiterentwickelter Sechszylinder-Boxer mit 3,8 Liter Hubraum und Turboaufladung. Der Carrera S, den Porsche vor dem normalen Carrera auf den Markt bringen wird, leistet nun 331 kW/450 PS – ein Zuwachs von 22 kW/30 PS. Übertragen wird die Kraft über ein neues Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe, das nur noch über die Wippen am Lenkrad geschaltet werden kann. Mit Allradantrieb im Carrera 4S geht es so in 3,6 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Das optionale Sport-Chrono-Paket feilt davon noch einmal zwei Zehntelsekunden weg.

Auch die ersten Preise hat Porsche im Zuge der Präsentation bereits bekanntgegeben. Die Baureihe 992 startet mit dem Carrera S bei rund 120.000 Euro, die Allrad-Version 4S kostet mindestens 128.000 Euro. Damit wird die achte Generation rund 8.000 Euro teurer als der Vorgänger sein.

Best Of Belron: die Weltmeisterschaft des Scheibenwechsels

Erstmalig im Jahr 2000 veranstaltete der Mutterkonzern des deutschen Autoglas-Profis Carglass ein Event speziell für die eigenen Mitarbeiter. BEST OF BELRON (BoB) heißt die Weltmeisterschaft der Monteure und fand dieses Mal in der Hauptstadt des deutschen Bankwesens statt.

Um sich für dieses besondere Event zu qualifizieren, mussten die 30 Teilnehmer diverse Vorrunden für sich entscheiden und sind somit bereits bei ihrer Ankunft in Frankfurt mehrfache Gewinner. Ob aus Neuseeland, Marokko oder Kanada, die Teilnehmer kommen aus der ganzen Welt, um gegeneinander anzutreten. Wer jetzt aber denkt, die Teilnehmer wären auf sich alleine gestellt, irrt sich. Die Athleten werden von einer ganzen Mannschaft an Leuten, inklusive jeweils zweier Trainer, vor und während des zweitägigen Wettkampfes tatkräftig unterstützt. Mit deren Hilfe wird seit Monaten auf das große Event hin gearbeitet. Jeder Handgriff wurde verinnerlicht und die einzelnen Arbeitsschritte bis zur Perfektion einstudiert. Die zwei Schiedsrichter, die jeder Wettkämpfer überzeugen muss, achten auf alles. Angefangen bei der technischen Abnahme der Werkzeuge und Ausrüstung, über das korrekte und gesundheitsschonende Heben und Halten der Glasscheiben, bis hin zur richtigen Abfolge der Arbeitsschritte.Das BELRON „Way Of Fitting“ und der Blick auf Effizienz, Sorgfalt und Genauigkeit sind hierbei aber stets oberstes Kriterium. Die Komplexität spiegelt sich in der Punktevergabe der Schiedsrichter wieder: sagenhafte 5000 Punkte sind maximal in den vier Kategorien zu vergeben!

Die Disziplinen

Als erste Herausforderung ist der Ausbau und Wiedereinbau der Heckscheibe vorgesehen. Beim Beobachten der Autoglas-Profis scheint es, als könnten diese die vielen kleinen Handbewegungen ebenso mit geschlossenen Augen vollführen. Bei allen sitzt beispielsweise die Justierung des Saugnapfes der Haltevorrichtung, die die Last der Heckscheibe trägt, bereits beim ersten Versuch perfekt.

Im Anschluss folgt das, was wohl mit einer der häufigsten Reparaturmaßnahmen bei CARGLASS ist: die Ausbesserung eines Steinschlags in der Windschutzscheibe. Nach dem die Scheibe penibel gereinigt wurde, wird mit einem Gerät über der Schadstelle die Luft abgesaugt und die Stelle anschließend mit Harz aufgefüllt. Dieser Vorgang dauert einige Minuten und der Monteur widmet sich währendessen der Reinigung des Innenraums. Auch dies ist ein Kriterium in der Punktevergabe. Die Schadstelle in der Windschutzscheibe wird im folgenden Arbeitsschritt mit dem eigens entwickeltem Spezial-Harz versiegelt. Nach der Versiegelung muss das Harz unter UV-Licht noch etwa 3 Minuten aushärten. Abschließend wird das überflüssige Harz von der Windschutzscheibe entfernt und die Scheibe so lange poliert, bis sie wieder glatt ist.  Zwar ist eine minimale Spur des Steinschlages noch immer sichtbar, aber es handelt sich hierbei um keine Schönheitsreparatur, sondern um eine Sicherheitsreparatur.

Die dritte Disziplin befasst sich ebenfalls mit einem für Werkstattmitarbeiter altbekannten Problem. Eine Seitenscheibe wurde eingeschlagen und im Innenraum funkelt ein Meer aus kleinen Glaskristallen. Auch bei diesem Szenario spielt die Sicherheit eine überaus große Rolle, denn schließlich soll sich weder der Monteur an einer Glaskante schneiden, noch einer der Juroren in die Glasscherben setzen.

Der vierte und letzte Teil des Wettkampfes beinhaltet die Königsdisziplin, den Wechsel der Windschutzscheibe und die Neukalibrierung der Fahrerassistenzsysteme (ADAS). CARGLASS hat zusammen mit HELLA Gutmann ein Prüf-System entwickelt. Mit der Hilfe der Software und der Prüftafeln lassen sich minimale Abweichungen der Kamera justieren.

Es geht los und ich bin mitten drin

Als einer der ersten Pressevertreter darf ich die Messehalle in Frankfurt betreten. Der Hauptsaal, in dem in einigen Stunden hektisches Wuseln stattfinden wird, ist noch im Dämmermodus. Die Autos, die extra für den Wettkampf von D’leteren (Mehrheitseigner von Belron und VW/Audi-Importeur für den belgischen Markt) gestellt wurden, sind noch abgedeckt und warten auf ihre große Stunde. Die letzten Probeläufe der Lichtanlage finden statt. Es sind fast ausschließlich die Athleten mit ihren jeweiligen Begutachtern auf dem Parkett. Ich kann eine gewisse Spannung spüren –  der Wettkampfgeruch liegt in der Luft. Allmählich füllt sich der Saal. Dann auf den Punkt um 10:30 Uhr ertönt Musik, die Lichtshow beginnt und untermalt die Eröffnungszeremonie. Auf den Rängen haben sich inzwischen etwa 800 Menschen eingefunden. Jeder Teilnehmer, der die Bühne betritt wird von dem Publikum mit frenetischem Applaus empfangen. Was für ein Teamspirit, was für eine Stimmung! Genau dieses Gefühl möchte BELRON erreichen und scheute bei den Vorbereitungen weder Kosten noch Mühen. Die Veranstaltung ist gespickt mit Lobeshymnen auf die 30 Autoglas-Profis, die stellvertretend für die gesamte internationale Belegschaft BELRONs stehen.

Unser Star für BoB

Für Deutschland tritt Leo Benz in den Ring. Benz arbeitet eigentlich im Umkreis von Bad Kissingen in einer der portablen Werkstätten „Mobile Branch“ –  Carglass Antwort auf Wachstumsstrategie. Aber nur eigentlich, denn Leo Benz hält sich seit Februar in einem Berliner Trainingslager auf, selbstverständlich mit der ausdrücklichen Zustimmung seines Filialleiters. Für das ganz große Ziel hat Benz selbst das Fußballtraining hinten angestellt, das Verletzungsrisiko wäre einfach zu groß.

Visionen und Takeaways

Für reichhaltigen Gesprächsstoff ist auch in den Nebensälen gesorgt. Dort tagt die „Driving Change“ Konferenz. Hier finden Vorträge von renommierten Referenten aus Industrie und Forschung statt, die Einblicke in die Zukunft der Automobil- und Versicherungsindustrie geben. Nebenan haben namenhafte Zulieferer wie Dupont, Bosch und Hella ihre Stände aufgebaut und präsentieren ihre neusten Produkte und Produktideen.

Sie sind alle Sieger

Nachdem die Athleten zwei Tage lang über viele Stunden maximale Konzentration und Ausdauer bewiesen haben, steht der Sieger endlich fest. Der US-Amerikaner Rick Beasley darf sich in die Reihe der Besten von BELRON einreihen. Unserem Star Leo Benz dürfen wir herzlichst zum Erreichen des Zweiten Platzes gratulieren! In einem extrem knappen Kopf-an-Kopf-Rennen, welches so in der zehnjährigen Geschichte des BEST OF BELRON noch nicht vorgekommen ist, musste sich der Deutsche dem Amerikaner geschlagen geben.

Gewinn des Best Of Belron 2018: Rick Beasley aus den USA

Man darf aber nicht vergessen, dass jeder einzelne Wettkämpfer, der dieses Jahr hier in Frankfurt angetreten ist bereits zu den 30 Weltbesten gehört. Die Leistung, die hier von jedem Einzelnen erbracht wurde ist unglaublich.Vor allem wenn man sich bewusst macht, dass  allein bei der Ausbesserung eines Steinschlags über 40 Arbeitsschritte anfallen.

Go green – Goodyear zeigt sich von seiner grünen Seite

Dass es Zeit ist umzudenken, wissen wir nicht erst seit Al Gores spektakulärer Rede 2006. Heute gibt es bereits viele Unternehmen, die sich das Thema „Umwelt“ zu Herzen nehmen und kontinuierlich der Optimierung ihrer Produktionsabläufe oder Produkte arbeiten, um ihren Beitrag zur Ressourcenschonung beizutragen. Dass auch die Autoindustrie eine Verantwortung trägt, zeigte sich jüngst auf dem Genfer Autosalon. Der internationale Reifenhersteller Goodyear stellte dort seine jüngste Mobilitätsvision für die Städte von morgen vor: den neuen Konzeptreifen „Oxygene“, der dazu beiträgt, dass urbane Mobilität in Zukunft sauberer, komfortabler, sicherer und nachhaltiger wird. Das Besondere: In der Seitenwand des Reifens wächst echtes Moos.

Doch wozu soll das gut sein? Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind mehr als 80 Prozent der Menschen, die in Städten mit gemessener Luftverschmutzung leben, einer Luftqualität ausgesetzt, welche die von der WHO gesetzten Grenzwerte überschreitet. Mit seinem Konzeptreifen will amerikanische Konzern Materialabfall, Emissionen und Energieverluste reduzieren. Dabei machen sich die Amerikaner die offene Struktur des Reifens zunutze. Mithilfe seines intelligenten Laufflächendesigns kann der „Oxygene“ Wasser von der Fahrbahnoberfläche absorbieren und zirkulieren lassen. So wird der Prozess der Fotosynthese in Gang gesetzt, der Sauerstoff freisetzt.

„Bis 2050 werden voraussichtlich mehr als zwei Drittel der Weltbevölkerung in urbanen Zentren leben. Der Bedarf nach Mobilitätslösungen für die Städte von morgen wird damit enorm ansteigen“, sagt Jürgen Titz, Vorsitzender der Geschäftsführung D-A-CH bei Goodyear. „Um die größten Herausforderungen im Bereich urbane Mobilität und Entwicklung zu meistern, werden Lösungen für eine intelligente und grüne Infrastruktur inklusive öffentlichem Nahverkehr eine Schlüsselrolle spielen.“ Solch eine Lösung stellt der Konzeptreifen alle mal dar. Als Beispiel wird eine Großstadt wie Paris mit 2,5 Millionen Autos angeführt. Sollten diese alle auf dem „Oxygene“ fahren, würden auf diese Weise jährlich fast 3000 Tonnen Sauerstoff produziert und mehr als 4000 Tonnen Kohlendioxid absorbiert werden. Eine ehrende Vision.

Zudem werden für den Konzeptreifen Altreifen recycelt. Dabei wirkt seine Leichtbaustruktur stoßdämpfend, ist pannensicher und besonders langlebig. Zudem speichert er die Energie, die der Fotosyntheseprozess freisetzt, um seine eingebettete Elektronik mit Strom zu versorgen, die nicht nur Verkehrsteilnehmer und Fußgänger auf die nächsten Fahrmanöver hinweisen, sondern auch eine hochleistungsfähige Mobilkonnektivität in Lichtgeschwindigkeit möglich macht. Die sogenannte „LiFi“ vernetzt den Reifen mit dem Internet für eine Kommunikation von Fahrzeug zu Fahrzeug (V2V) sowie von Fahrzeug zu Infrastruktur (V2I).

Jedes Jahr eine neue Vision – Dieses Mal der Goodyear Konzeptreifen Oxygene #GIMS2018

„Wie auch die Konzeptreifen, die wir in den vergangenen Jahren in Genf präsentiert haben, soll der „Oxygene“ unser Denken in gewohnten Bahnen infrage stellen und der Diskussion rund um intelligente, sichere und nachhaltige Mobilität neue Impulse verleihen“, sagt Titz. „Da unser aktueller Konzeptreifen zur Verbesserung der Luftqualität beiträgt, könnte er dabei helfen, die Lebensqualität und Gesundheit von Stadtbewohnern zu verbessern.“ Eine Vision, die wir gern schon bald in die Realität holen möchten.

Alle Highlights, bevor es losgeht: Seat auf der IAA

Es ist noch gut eine Woche hin, bis die IAA 2017 ihre Tore für die Weltöffentlichkeit öffnet. Doch Seat hat es besonders eilig, seine Highlights schon jetzt zu präsentieren. Und diese haben es in sich! Die Kompaktklasse der Spanier wird mit einem neuen Topmodell, dem Seat Leon Cupra R, gekrönt, das natürlich im Mittelpunkt des Messeauftritts steht. Daneben zeigt man aber auch den Seat Arona, ein SUV im B-Segment, das besonders wichtig für die aufstrebende Marke ist. Und auch technisch legen die Spanier ein Pfund auf den Tisch: Der Sprachassistent von Amazon – “Alexa” – soll zukünftig in die Modellpalette integriert werden. Read more

Shanghai 2017: Noch lachen wir

中華人民共和國 / 中华人民共和国, die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt und mit knapp 1.4 Milliarden Einwohnern der wichtigste Wachstumsmarkt der Welt für die Automobilindustrie. Nicht wenige Automobil-Experten sind sich einig: Die Zukunft des Automobils wird hier im „Land der Morgenröte“ entschieden. Mag das Automobil auch in Europa geboren sein, was die Industrie für die nächsten Jahre verändert, hat seinen Grund jedoch eher im „Milliarden-Volk“ und dem scheinbar unaufhaltsamen Wachstum der Wirtschaftsmacht China. Umso wichtiger ist die Präsenz der Premium-Hersteller hier in China. Die Shanghai Autoshow wird damit auch zum Umfeld für die Weltpremiere des massiven Facelifts der neuen S-Klasse. Das hat auch einen guten Grund, denn deren Käufer sind nirgendwo jünger als hier in China. Chinas S-Klasse Käufer sind oftmals „erstmalige“ Mercedes-Benz Kunden. Die Traditionsmarke aus Schwaben verkauft sich hier prächtig, ganz ohne Traditionskunden. Noch funktioniert das Modell.

Noch bestimmt die „alte Welt“ die Marschrichtung der Automobil-Industrie, der Geschmack der Chinesen dient oft nur als laues Lüftchen im Sturm der Veränderungen. Und doch, wenn ein Hersteller wie Mercedes-Benz eine ganz eigene „Hippie-Kommune im Vatikanstadt“ gründet, eine schnelle Eingreiftruppe, ein eigenes Programm für Disruption auflegt wie mit dem Programm CASE geschehen – dann bestimmt auch China hier die Vorgaben. Vernetzung. Autonomes Fahren. Teilen und Elektrifizierung. Keiner Wirtschaftsnation traut man hier mehr Veränderungsleistung zu als den Menschen im viertgrößten Land (nach der Fläche beurteilt) der Welt.

Waren es bislang die großen Automobilhersteller der „alten Welt“, die Marschrichtung und Geschwindigkeit vorgaben, ändert sich das gerade massiv. Noch lachen wir.

Doch der Wind wird stärker. Neben den Wünschen und Bedürfnissen der chinesischen Kunden entwickelt sich auch das wirtschaftliche Umfeld in China schneller und programmatischer als anderswo. Die Regierung in China muss auf die massiven Veränderungen in ihren Mega-Citys reagieren. Die Ansprüche steigen. Sicherheit, Emissionen und Produktionsvorgaben, nirgendwo in der Welt reagiert der Gesetzgeber harscher und unvorhersehbarer. In Städten wie Shanghai oder Peking wurden quasi über Nacht die stinkenden Zweitakt-Mofas verboten. E-mobilität bestimmt den Alltag im Bereich der Mobilität schon heute, wenn man nur die Zwei- und Dreiräder betrachtet.

Und ein Rundgang über die wichtige Automobilmesse in Shanghai 2017 vermittelt einen Eindruck von den zukünftigen Anforderungen, denen sich auch die deutschen Automobilhersteller werden stellen müssen.

Elektromobilität, Design und Ausstattungswünsche – China bestimmt die Richtung und noch sind es die Premium-Hersteller der alten Welt, die den Markt anführen. Doch nie zuvor hat eine Automobilmesse in China deutlicher gezeigt: Der Druck steigt. 

Noch lachen wir über Automobilhersteller aus China, die kein westlicher Journalist kennt. Lachen über Bastelbuden, mit denen man sich in Deutschland vor kein Fachpublikum trauen würde. Wir wundern uns über dreiste Kopien, über ganz klar nachgeahmte Designmuster. Und während man die letzten Jahre eher beruhigt von der Messe nach Hause flog, denn das, was bei den völlig unbekannten Herstellern stand, es war einfach zu lächerlich, als das es eine über Jahrhunderte etablierte Industrie bedrohen könnte, ändert sich das nun. Die 2017 Auto Shanghai war in der Botschaft sehr eindeutig. Noch lachen wir über Spaltmaße, die nicht in Millimetern oder Zentimetern gemessen werden – wundern uns über die maximale Lieblosigkeit, mit der Bleche verarbeitet wurden und halten uns die Nasen zu, um nicht von den üblen Ausdünstungen der billigen Plastik-Innenräume übermannt zu werden.

Noch lachen wir über Namen, die man nicht aussprechen kann, über Phantasie-Wappen und schauen eher ängstlich in Richtung Westen. Das Silicon Valley und die dort ansässigen Tech-Firmen, sie waren klar ausgemacht als Quell der übermächtigen Disruptionsgefahr. Shanghai 2017 hat jedoch einen anderen Eindruck hinterlassen.

Das Lachen, es dürfte uns schneller vergehen, als man sich das vor ein paar Jahren noch gedacht hat. Denn die Bastelbuden verschwinden. Die Automobilwirtschaft in China lernt schnell, nutzt die regulatorischen Vorteile im eigenen Wirtschaftsumfeld. Denn kein Automobil-Hersteller kann ohne Partner aus China auf dem wichtigsten Zukunftsmarkt vertreten sein. Egal, ob BAIC (Daimler und Hyundai), FAW (Volkswagen, Toyota, Mazda) oder SAIC (GM, Volkswagen, Volvo)  – jeder dieser großen Hersteller aus China lernt von einem oder – schlimmer – von mehreren der wichtigen Global-Player der Automobil-Industrie.

Nein, das ist kein SUV aus Ingolstadt.

Und China lernt schnell. Eine fast unbändige Manpower trifft auf einen Ehrgeiz, den das alte Europa vermutlich nur aus der Wirtschaftswunderzeit kennt. 27-Jahre alte Doktorandinnen, die fließend Englisch, Deutsch und ihre Muttersprache sprechen. Gewerkschaftsfreie Arbeitszeiten. Der maximale Willen zum Erfolg. Gepaart mit den Erfahrungen, dem Know-How, der Kompetenz aus der „alten Welt des Automobilbaus“. Eine Mischung, die einen stärkeren Einfluss auf die deutsche Automobilindustrie haben könnte als die oft gefühlte Disruptionsgefahr aus dem Silicon-Valley.

Hersteller wie SAIC haben gerade angekündigt, die 2005 gekauften Rechte an den MG-Modellen Rover 75 und Rover 25 nun wieder als Automobilmarke auf den Europäischen Markt zu bringen. Die – nach gescheiterten Verhandlungen – als Roewe betitelten MG-Modelle werden als „MG“ zurück nach Europa kommen. Aber eben nicht die „alten Modelle“. Sondern das Ergebnis der letzten 10 Lehrjahre. Und SAIC zeigt unter der Marke Roewe erstaunlich serienreif wirkende SUV-Modelle. Mit einem annehmbaren Verarbeitungsniveau. Mit Vernetzungsoptionen und einem Interieur, klar ausgerichtet auf die Bedürfnisse von Multi-Smartphone-Nutzern.

Angetrieben von Plug-in Hybrid Technik.

Hersteller wie WEY, eine „Premium-Marke“ des „Great Wall Konzerns“, präsentieren westliches Design mit eigener Note. Auch hier, der Plug-in Hybrid SUV ganz vorne. Die Vorgaben der chinesischen Regierung ist eindeutig: Emissionsfreiheit in den Mega-Citys. Die Wünsche der Autokäufer? Status und SUV. Noch zehren wir als „alte Welt“ von unserem Vorsprung. Doch wenn wir nicht jetzt ganz schnell reagieren, eigene Prozesse überdenken und den Markt mit seinen Vorgaben stärker berücksichtigen, dann könnte manch einem Automobilhersteller das Lachen vergehen.

Es ist nicht die Diskussion über Dieselfahrverbote in deutschen Innenstädten, die unsere Wirtschaft – als Automobil-Journalist-Blogger-Whatever bezeichne ich die Automobilindustrie als „unsere Wirtschaft“ – bedroht. Es ist auch gar nicht mehr die Frage, ob TESLA ein tolles Luxus-Produkt auf die Beine gestellt hat und ob Google in das Geschäft mit der Mobilität einsteigt. Es ist einzig die Frage, wie lange wir noch lachen. Lachen über die Anstrengungen der Chinesen. China lernt schneller, als man sich das vorstellen konnte. Einen Borgward, einen Lynk, einen WEY – wer stellt die Frage nach der Tradition, wenn er sich Status und Kompetenz zu neuen Preismarken erlauben kann? Ein Plug-in Hybrid Familien-SUV für weniger als 30.000 €? Eine vollständig elektrifizierte Modellpalette? Vernetzung, Emissionsfreiheit und Autonomie – die Schlagwörter für die Zukunft. Und unsere Benchmark wird sich im Osten befinden. Noch lachen wir. Noch.

Mercedes-Benz Concept A – Shanghai 2017 mit großer Galerie

Da kommt eine neue „Kompakt-Klasse“ auf uns zu. Eine Kompakt-Klasse die völlig aus den eigenen Schuhen erwächst. Vermutlich ein mehr als legitimer Nachfolger des ehemaligen „Baby-Benz“, nur mit Front- statt Heckantrieb. 

Shanghai 2017 – Mercedes präsentiert das Concept A Sedan

Natürlich kann sich die Presse-Abteilung von Mercedes-Benz nicht verkneifen, von der sinnlichen Klarheit des „Concept A Sedan“ zu fabulieren. Es ist der Oberbegriff der aktuellen Design-Philosophie, geprägt durch Gordon Wagener, dem Chief Design Officer der Daimler AG.

Verabschieden wir uns mal vom Pressemappen-Text. Kommen wir zu den Fakten.

Concept A Sedan zeigt die kommende Design-Linie der „Kompaktklasse“, die gar nicht mehr so kompakt sein wird. Das Konzeptfahrzeug kommt bereits auf 4.570 mm Länge und 1.870 mm Breite.  Oder anders gesprochen, er ist länger und deutlich breiter als der W201, der selige Baby-Benz, den man damals der „Mittelklasse“ zusprach. Und dennoch, es wird genau so kommen. Als A-Klasse Limousine werden wir den Concept A Sedan wieder sehen. Geschliffen aus Shooting Brake und CLA-Genen, basierend auf der MFA-Plattform, wird der jüngste Baby-Benz eine elegante Limousine werden.

Der Panamericana-Kühlergrill dürfte einer kommenden AMG-Variante vorbehalten bleiben, aber die leicht nach vorne geneigte Schnauze, die starken Flanken, die hohe Seitenlinie und eine massive C-Säule stehen für sportliche Eleganz. Kompakt ist da maximal der Spielraum beim Preis.

Ein wenig ängstlich dürfte man auf die kommende Aufpreisliste schielen, denn ohne optionale 20″-Räder lässt sich mit erscheinenden der nächsten „Kompakt-Generation“ vermutlich gar nicht mehr auskommen. Will man die großen Radhäuser und drahtigen Seitenlinien nicht völlig verkümmern lassen.

Marktreife soll die Limousine im übrigen im Jahre 2018 besitzen, freue wir uns also mal auf Genf, oder gar auf Detroit in 2018!

Und jetzt lassen wir mal ein paar Werksbilder „wirken“:

Mercedes-Benz Concept A Sedan, 2017
Mercedes-Benz Concept A Sedan, 2017
Mercedes-Benz Concept A Sedan, 2017
Mercedes-Benz Concept A Sedan, 2017
Mercedes-Benz Concept A Sedan, 2017
Mercedes-Benz Concept A Sedan, 2017
Mercedes-Benz Concept A Sedan, 2017
Mercedes-Benz Concept A Sedan, 2017
Mercedes-Benz Concept A Sedan, 2017
Mercedes-Benz Concept A Sedan, 2017

VW Arteon –  mehr als nur ein Passat Coupé

Weltpremiere in Genf: Der VW Arteon. Die Wolfsburger bringen einen fünftürigen Gran Turismo mit in die Schweiz, der oberhalb des Passat angesiedelt wird. Der Fünfsitzer soll Designelemente eines Sportwagens mit der Eleganz und dem Raum eines Fastbacks – also einem Fließheck – vereinen. Mit seinen serienmäßigen LED-Scheinwerfern und weiteren neuen Elementen ergibt sich eine völlig neue Frontpartie. Damit es im Inneren luftig zugeht, bietet der Wolfsburger einen langen Radstand sowie eine große Heckklappe, hinter der sich mindestens 563 Liter Kofferraumvolumen verbergen. Wir schauen uns den neuen VW Arteon genauer an. Read more

Eclipse Cross – Das SUV-Coupe von Mitsubishi

Nicht erst seit dem erfolgreichen Dauertest des Mitsubishi Plug-in Hybrid Outlander hängt uns (hier bei autohub.de) das Wohlergehen des eher kleinen japanischen Automobilbauers am Herzen. Hat man dort doch immer wieder durch innovative Technik, solide Autos und ernsthafte Fortschritte auf sich aufmerksam gemacht. Doch alleine das Modell-Portfolio leidet in Deutschland noch immer an den Auswirkungen, die der Konzern die letzten Jahrzehnte durchleben musste. Das geht zurück bis zum wenig glücklichen Versuch von Daimler, die Marke mit den „Drei Diamanten“ in den Konzern einzugliedern. Doch mehr und mehr zeigt es sich – Mitsubishi ist auf dem richtigen Weg! Der Plug-in Hybrid Outlander ist vermutlich noch immer das beste Beispiel für die Kraft der Innovationen aus dem Hause Mitsubishi.

Weltpremiere des Eclipse Cross in Genf

Das SUV-Coupé am Diamanten-Himmel

Wenn Anfang März der Genfer Automobilsalon öffnet, dann hat Mitsubishi einen ganz neuen SUV auf dem Stand. Von vorne spricht er die Sprache von ASX und Outlander, von hinten und von der Seite erkennt man die sportlichen Gene der Marke. Ganz klar, dieser SUV will hoch hinaus. Der Radstand des Eclipse Cross ist gleich mit dem des ASX, doch das neue SUV-Coupé baut ansonsten ein wenig massiver. Stämmig steht es auf der Straße, die ersten Fotos machen Lust auf mehr.

Der Eclipse Cross wird zudem einen völlig neu entwickelten 1.5 Liter Vierzylinder-Benziner mit Turboaufladung (Leistung noch unklar, aber 150 PS sollten es sein) besitzen, oder über den bekannten und weiter entwickelten 2.2 Liter Turbodiesel verfügen. Auch hier sind 150 PS vermutlich zu erwarten. Während der neue Turbo-Benziner mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe oder einer stufenlosen Automatik kombiniert werden kann, hat Mitsubishi für den Diesel ein neues 8-Gang Automatikgetriebe im Köcher. Beide Varianten erhalten den von Mitsubishi erfolgreich seit den Rallye-Weltmeisterschaften weiter entwickelten Allradantrieb, der unter dem Namen „Super All-Wheel Control“ bekannt ist.

Mit dem „active yaw control system“ übernimmt der Eclipse Cross zudem eine Allradsteuerung, deren Wurzeln auch im Rallye-Helden „Mitsubishi Evo“ zu suchen sind. Darin enthalten auch ein Torque-Vectoring System.

Im Innenraum dominiert ein neuer moderner Cockpit-Aufbau. Ein großes freistehendes Multimedia-System mit Apple CarPlay und Android-Auto Konnektivität steht zur Verfügung und erstmalig gibt es ein Head-Up Display für den Fahrer.

Die ersten Fotos verraten zudem ein neues Touch-Bedienfeld für die Nutzung des Multimedia-Systems.

Bleiben die offenen Fragen:

Hybridantrieb? Und was kostet der Eclipse Cross?

Dass Mitsubishi den Eclipse Cross mit einem Plug-in Hybrid Antrieb ausrüsten wird, wir hoffen es inständig. Beim Basispreis würden wir eine Positionierung zwischen dem ASX und dem Outlander sehen. So dürfte die Basis-Variante bei rund 22.500 Euro anfangen.

Vorschau Autosalon Genf 2017 – Der Frühling kommt

Autosalon Genf 2017: Frühling auf Rädern

Und es geht los. Am 9. März öffnet der Auto Salon in Genf seine Türen.

Ja, es geht wieder los. Nach der eher müden Saison-Eröffnung in Detroit lockt nun wieder das Wohnzimmer der Autoindustrie. Die netteste, stilvollste, schönste, gemütlichste und edelste aller Automessen öffnet am 9. März die Tore. In diesem Jahr kann sich der Besuch lohnen. Wenn man auf Exoten und Über-Exoten steht.

Wir machen´s per Alphabet und wir werden uns nicht für die mangelnde Ausführlichkeit rechtfertigen. Einige Hersteller halten sich mit Infos zurück. Andere hauen schon vorher auf die Pauke. Hier also ein paar Fotos plus ein paar Infos. Gerade genug, damit man ein Ticket online kauft und nach Genf pilgert.

Aston Martin
Der DB 11 ist bereits bekannt. Bis der Volante kommt, dauert´s noch. Dafür hat man in Gaydon den allseits beliebten Q an die Maschinen gestellt. Q steht bei Aston für Individualisierung und genau die wird in Genf gezeigt.

Audi
Neben den Varianten des A5, also Coupé und Cabriolet, zeigen die Ingolstädter eine noch wildere Studie zum Thema Q8. Audi meint, dass es sich dabei um eine elegante Alternative zur robusten Präsenz eines klassischen Sport Utility Vehicle handelt. Wir meinen: Wenn Bentley, Maserati und bald auch Rolls-Royce und Lamborghini einen Über-SUV verkaufen können, dann spielt Audi halt auch mit.

Bentley
Aus Crewe kommt in diesem Jahr der Continental Supersports nach Genf. Der Brite kommt mit satten 710 PS und einem Heckflügel zwecks Bodenständigkeit in die Schweiz.

BMW
Derzeit wird der neue 5er Touring vorgestellt und genau den stellen die Bayern auch in Genf vor. Dazu kommen noch ein paar Highlights: Ganz vorn der i8 in der exklusiven Protonic Frozen Black Edition. Zudem bringt BMW noch den neuen 4er mit.

Rolls-Royce
Natürlich warten wir alle auf den neuen Phantom, aber der kommt erst zur IAA. Und das „All Terrain Vehicle“ aus Goodwood wird erst 2018 gezeigt. Deshalb erwarten wir für Genf die ein oder andere Variante des Dawn, Wraith oder Ghost. Beim Thema Individualisierung sind die Entwickler aus Goodwood ja immer besonders fleißig. Lassen wir uns also überraschen.

Ferrari
Lucca ist weg. Aber the show must go on. Nach dem F12berlinetta und dem F12 tdF kommt nun der 812 Superfast. 800 Pferde unter der Fronthaube. Superfast kennen wir. In den 6oer Jahren gab´s mal einen 500 Superfast.

Porsche
Aus Stuttgart erwartet man den Panamera mit dem Heck eines Shooting Brake oder Kombi oder wie auch immer der Viertürer heissen soll. Jedenfalls halten sich die Schwaben mit Ankündigungen zurück. Sicher ist, dass man den Panamera Hybrid und die gesamte GTS-Flotte des 911 sehen wird. Und vielleicht erfahren wir in Genf ein wenig mehr über das Projekt „Mission E“.

Pagani
Ja, der offene Huayra wird die Massen anlocken. Jeder will sich mal auf den feinen Sitzen niederlassen und das Dach der Messerhallen in aller Ruhe ansehen und dabei von ilalienischen Landstraßen und edr Sonne darüber träumen.

Mercedes-Benz
Aus Stuttgart kommt die neue E-Klasse als Cabriolet und eine Bergziege im Hermelin-Mantel für schlappe 600.000,00 Euro. Der G-Maybach 650 Landaulet. Das gute Stück ist bereits ausverkauft und genau deshalb lohnt sich ein Besuch am Mercedes-Stand.

Jaguar/Land Rover
Von der britische Insel kommen ein paar spannende Autos. Der Jaguar iPace, also die elektrisierte Variante des Jaguar SUV. 400 km Reichweite und eine relativ kurze Ladezeit. Zudem sieht er auch ganz gut aus. Von Land Rover kommt der nagelneue Discovery, eine sehr exklusive Variante des großen Range Rover und einen neuen Wagen namens „Velar“, der als Bindeglied zwischen Land Rover und Range Rover dienen soll.

McLaren
Die Leute in Woking haben sich den V8, also jene Maschine, die in allen Straßen-McLaren arbeitet, zur Brust genommen und an deren Performance gearbeitet. Das Triebwerk ist nun mit 4 Liter Hubraum ein wenig stärker. In Genf zeigen die Briten nun die zweite Generation ihrer „Super Series“, also den Nachfolger des 650S. Bilder haben wir noch keine, dafür haben wir ein Video hier eingestellt.

Fakten zum Autosalon in Genf:
Öffnungszeiten: 09. bis 19. März
Montag bis Freitag: 10.00 bis 20.00 Uhr
Samstag und Sonntag: 09.00 bis 19.00 Uhr
Eintritt: 16 Schweizer Franken, Kinder bis 16 Jahre: 9 Schweizer Franken
Ab 16.00 Uhr 50 Prozent Rabatt auf alle Karten vor Ort.

 

Online-Ticket-Verkauf  Salon-Website mit Live-Cam

NAIAS 2017: Erweiterung des Mercedes-AMG GT Programms

„Let´s go to Detroit“, heißt es in einem meiner Lieblingsfilme – „Out of Sight“. Man mag über den Streifen sagen was man will, aber der Satz stimmt in diesem Jahr, wie selten. Neben der Modellpflege des Kompakt-SUV Mercedes-Benz GLA zeigen die Stuttgarter auf der NAIAS 2017 in Detroit die Auffrischung des Mercedes-AMG GT. Und sich diesen Boliden aus der Nähe anzusehen lohnt sich wirklich, schließlich sprechen wir hier von mehr als ein reines Facelift: Der Parade-Sportler wird um den Mercedes-AMG GT C ergänzt, der zwischen AMG GT S und AMG GT R positioniert wird. Zu viel Buchstaben-Wirrwarr? Wir bringen Licht ins Dunkel! Read more

BMW auf der Essen Motor Show – Tuning in da House!

Allzu lange ist es noch nicht her, als BMW die Sparte "M Performance Parts" vom Stapel laufen ließ. Doch das Geschäft mit den mehr als nur sportlichen Anbauteilen und Leistungsoptimierungen gedeiht prächtig und wird Interessenten nun besonders schmackhaft gemacht – per Leasing. Was die Münchner mit in den Ruhrpott gebracht haben, wollen wir uns einmal genauer ansehen.!--more--

Tunin…

Paris 2016: Die harte Realität

Mit einiger Verwunderung haben wir bereits vom Salon in Paris berichtet. Wo sie also schon bloß herkömmliche Modelle mit konventionellen Motoren und überschaubarer Technik feilbieten – was bekommt man als Kunde tatsächlich?

Und wir meinen jetzt abseits vollausgestatteter Presse-Testwagen, hochsubventionierter Firmenleasing-Kalkulationen, sondern: echte Autos, bezahlt mit echtem Geld.

Da wären: Nissan Micra, Suzuki Ignis, Opel Karl Rocks und Citroën C3. Alle fischen im Haifischbecken unter 15.000 Euro, alle wollen sie ein bisschen Lifestyle bieten, ein bisschen Show und eine gewisse Andersartigkeit zum Establishment.

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Bei genauerem Hinsehen fällt dir aber der Kitt aus der Brille.

Was dort mittlerweile für Materialien eingesetzt werden, macht sprachlos. Wir sind da jetzt wirklich keine großen Fetischisten, aber wenn eine ganze hintere Türtafel aus einem gepressten Stück Hartplastik besteht? Wir reden da jetzt gar nicht über Anfassqualität, Haptik, Geruch und Geräusch. Alleine so etwas anschauen zu müssen, ist eine Beleidigung – auch (und gerade!) für 15.000 Euro.

Ein bisschen Farbe, ein bisschen Stoff, ja vielleicht sogar etwas Design? Sicher, es kostet Geld. Aber ist es der Kunde nicht wert? Muss man wirklich den Gewinn derart optimieren, dass der Look zwar auf den ersten Blick „cool“ ist, er sich beim zweiten aber als totale Katastrophe entpuppt? Klar, wie oft fahren wir mit Passagieren, wer sitzt in seinem eigenen Auto schon oft hinten – das alles sind Argumente. Und der Hersteller nutzt sie, um schamlos den Preis hoch zu halten, ohne Gegenwert zu bieten.

Früher – und das meinen wir ernst – hat es das so noch nicht gegeben. Alleine, weil es nicht die Möglichkeit gab, solche großen Spritzguss-/Kunststoffformteile in einem Stück in Freiform herzustellen. Damals gab es vielleicht ein bisschen nacktes Blech zu sehen, doch immerhin war es dann: Abwechslung, bunt, fröhlich. Wer dagegen den hinteren Türgriff im Ignis zwei-, dreimal zumacht, der bekommt der Dreck aus dem offenporigen (!), weißen Kunststoff schon gar nicht mehr raus. Hauptsache aber, der Coffee-to-Go-Becher hat seine passgenaue Aussparung bekommen.

Und ja, mögen Karl und Ignis in einem wirklich preisumkämpften Segment antreten, gerade dem neuen Micra hätten wir mehr zugetraut. Von außen ist er ein sehr gelungener Wurf, auch die Fahrerposition sitzt wirklich gut. Feines Lenkrad, gute Ergonomie und vorne eben auch ansprechende Materialien. Nur hinten dann eben die gleiche Katastrophe wie bei einem Dongfeng. fabian-mechtel-paris-019-haptik-verarbeitung fabian-mechtel-paris-021-haptik-verarbeitung fabian-mechtel-paris-020-haptik-verarbeitung

Die wohltuende Ausnahme – und deshalb unser tatsächlich größtes Messehighlight – war der C3 von Citroën. Man muss ihn als geschmacksneutralen Cactus sehen, der all die genialen Ideen des großen Bruders in einen massenverträglichen Look gepackt hat. Hier stimmt wirklich alles: außen nett, tausendfach kombinierbar in den wildesten Farben. Innen mit feinen Bezugsstoffen (und große Auswahl bei selbigen), durchdachtem Armaturenbrett und aufmerksamen Details. Vor allem aber gutem Design und ansprechendem Material.

Kurz: der Citroën C3 ist einfach liebevoll gemacht.

Dieses Attribut geht den anderen Herstellern völlig ab. Der Rubel muss rollen, sonst zählt wenig. Dumm nur, wenn der Kunde irgendwann keine Lust mehr hat, einfach nur Geld für einen schönen Schein aus der Tasche gezogen zu bekommen, am Ende dann aber in der harten (Plastik-)Realität absteigen muss.

Ein bisschen Freude am Auto, ist das wirklich so schwer?

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Mercedes-Benz EQA, EQB, EQC, EQE, EQS, EQG. WTF?

Sie verstehen bei dieser Überschrift auch nur Bahnhof? Gut, ich will es Ihnen erklären. Möge ich indes unrecht behalten, aber die Nomenklatur der Stuttgarter bekommt eine neue Wendung. Trotz des überschaubaren Erfolgs der BMW-i Positionierung will man dem Dieselverdruss der Zukunft mit einer neuen Namensgebung entgegensteuern und anstatt einfach nur die elektrische Zukunft zu integrieren, wird diese erst einmal expressionistisch positioniert. Und waren Kevin und Chantalle auch mal Modennamen, wer heute damit gestraft wurde, der bedankt sich lebenslang bei seinen Eltern. So er es denn begreift. Der Pariser Automobil-Salon hat dem Diesel „tschüss, goodbye und au revoir“ gesagt. Die Zukunft wird elektrisch! Überall!

Q.E.D: EQA, EQB, EQC, EQE, EQS, EQG und WTF

Am E-Antrieb führt kein Weg vorbei, auch nicht in Stuttgart!

Sweetspot-Elektrifizierung

Will man TESLA und dem Wolfsburger Dieselfluch die notwendige und verdiente Aufmerksamkeit einräumen, dann kann am Elektromotor kein Weg vorbeiführen. Früher oder später steht am Ende des kostenaufwendigen Weges der Maximierung von Effizienz ein Kupferdraht gewickelter Drehstrommotor. Hubkolben sind mit einer absehbaren Zukunft verheiratet. Mögen auch schwere SUV, Nutzfahrzeuge und Langstrecke den Diesel noch ein paar Jahre am Leben halten, mögen die Kosten im Segment der Kleinstwagen den Benziner, mögen Kunstgriffe wie variable Kompression und multiple Aufladung die Effizienz der Verbrennungshelden noch ein wenig steigern. Am Ende der Reise zur maximalen Effizienz steht der E-Antrieb. Darin sind sich alle einig. Nur über das Zeitfenster lässt sich trefflich streiten.

Mercedes-Benz mag derzeit die jüngste Generation an Dieselmotoren besitzen, versteht aber den VW-Dieselgate-Skandal und die Bedrohung durch TESLA. Denn hier haben sich zwei Faktoren verbündet, die maximal widersprüchliche Segmente beeinflussen. Um der Gefahr Herr zu werden, muss der E-SUV zur Modellpalette der Stuttgarter stoßen.

Das E-SUV – Widersprüchlicher Elektro-Wahnsinn oder Zukunftsweg?

Kein Automobil-Hersteller überlebt, von Investitionen und Ausgaben getrieben, alleine. Es muss Geld in die Kasse gespült werden und da besetzt man die Nischen, die am verlockendsten sind. Und was lockt mehr Menschen in Showrooms als die aktuelle SUV-Palette. Das ist in Stuttgart nicht anders als im Rest der Republik. SUVs sind Umsatzbooster. Und umso verständlicher, genau hier das erste E-Auto der Premiummarke zu positionieren. Mit einer Sub-Brand,  die sich selbst kasteiend vom Markenkern entfernt, nur um fremde Ufer zu erobern, haben andere ihre teuren Erfahrungen machen müssen. i-schmerzlich will man Stuttgart nicht erleben. Drum nun die Weltpremiere des Mercedes „EQ“ SUV auf dem Automobilsalon in Paris.

Paris unter Spannung – E-Mobilität nicht mehr aufzuhalten!

Selbst E-Hater müssen neu konditioniert von der Messe in Paris gegangen sein. So ein Auftrieb für die Elektromobilität gab es schon lange nicht. Und Mercedes-Benz möchte sich mit dem eigenen Engagement gerne an der Spitze der Veränderung sehen. Ein E-SUV wird es in Serie geben. Noch in diesem Jahrzehnt. Aber das nur knapp. 2018? 2019? Herbst 2019? Wir sagen die Serienversion des E-SUV für die IAA 2019 voraus. Aber gut. Es wird kommen. 500 Kilometer Reichweite sind für den Daimler-Boss Zetsche das Minimum. Aber – auch ohne die ganzen Werte des Konzeptfahrzeuges zu wiederholen – es sind nur „Zahlen“. Zahlen, die einem zuvor schon klar waren. Weniger als 500 Kilometer? Das muss sich kein deutscher Hersteller mehr erlauben.

Viel spannender die Taktik der Stuttgarter. Ein SUV wird das erste in Serie angebotene E-Auto der Stuttgarter sein, bei dem die Reichweite nicht mehr für Angstschweiß unter klassischen Autokäufern sorgen soll. Man nennt es den Sweetspot. Das Segment, in dem nicht der Zwang die Kaufentscheidung fällt, sondern die Lust. Das Segment, in dem sich eine ideale Kombination aus Lösung und Aufwand finden lässt. Der Bereich, in dem der Preis nicht mehr die Hürde darstellt. Denn – soviel ist sicher – wenn Mercedes-Benz einen elektrischen GLC anbietet, dann wird dieser nicht den preislichen Einstieg darstellen, sondern eher im oberen Drittel angesiedelt sein. 65.000 €? Wir lassen diese Zahl mal hier so stehen. Kommentieren wollte das in Paris niemand.

Generation EG: Weltpremiere in Paris - Foto: SB-Medien Stefan Baldauf Guido ten Brink
Generation EG: Weltpremiere in Paris – Foto: SB-Medien Stefan Baldauf Guido ten Brink.

Aus dem GLC wird der Mercedes-Benz EQG

Es muss einen Zwang zur Namensgebung geben, der sich für eine klare Abgrenzung ausspricht und so hat Mercedes-Benz die Sub-Marke „EQ“ präsentiert. Die Elektromodelle der Stuttgarter werden „Elektrische Intelligenz“ verkörpern, so die Idee. Und man traut sich den Shift-Change nicht ohne Marketing-Kniffe zu. Ein neuer Name. Ein neues Jahrtausend. Eine neue Generation. Hoffentlich keine neue Chantalle.

Denn eines ist bereits heute klar: Der Mercedes-Benz EQG wird der Elektro-SUV. Der Mercedes-Benz EQA wird die elektrische A-Klasse und ein Mercedes-Benz EQS wird das Stuttgarter Gegenstück zum Tesla Model S. Nur wesentlich später. Und dann? Was passiert 2025? Was passiert, wenn die Baureihen elektrifiziert wurden? Wenn das kleine „d“ am Namensschild endgültig seinen Klebstoff verliert und in die Regale der Museen verschwindet? Dann wird man das EQ aufwendig zurück in den Markenkern der Stuttgarter „Benzen“ führen müssen.

Eine Wette auf die Zukunft

Ist EQ am Ende eine Wette? Mit der Chance, eine „Sub-Marke“ einfach wieder einzustampfen und zurück zum „Business as usual“ zu kehren? Ohne Experimente am Markenkern? Eigentlich kann das nicht sein. Denn auch wenn der Wandel spät kommt, er ist richtig. Nur ein wenig spät. Während man in Stuttgart derzeit nur eine Strategie und einen Namen vorweisen kann, stehen in Paris Elektroautos mit Reichweiten deutlich oberhalb der Angstschwelle. Und sie nennen sich Renault Zoe und Opel Ampera-e. Klingt ganz verständlich und überhaupt nicht nach Chantalle!

 

Paris 2016: Porsche 911 GT3 Cup

Schattenparker

Stell’ Dir vor, der neue GT3 ist da und keiner bekommt es mit. Was unglaublich klingt, ist in Paris dieser Tage passiert.

Denn wo die ganze Weltöffentlichkeit von ID, EQ, Amperä und der Rettung der Automobils im Allgemeinen spricht, musste man wohl auch bei Porsche kräftig ins Nachhaltigkeitshorn stoßen. Deshalb gehörte die große Bühne dem Panamera e-Hybrid. Ein bisschen elektrischer, ein bisschen stärker, ein bisschen sparsamer, ein bisschen infotainmender – was zu erwarten war.

Spannender indes: abseits im Schatten des Messestandes parkte der neue 911 GT3 Cup. Immerhin das meistverkaufte Motorsport-Fahrzeug aller Zeiten. 3031 Stück haben sie seit 1998 ausgeliefert, notierte die Pressemitteilung, in der der Rennwagen immerhin einen eigenen Absatz für sich beanspruchen durfte, während er in der Pressekonferenz des neuen Chefs Blume komplett unter den Tisch fiel.

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Warum seine Präsentation aber so wichtig ist?

Weil es ganz normal der neue Straßen-GT3 ist!

Und die frohe Kunde ist nicht, dass wir schon ein paar Tage früher das neue Design des Serienautos sehen dürfen, das die montierten Stoßfänger des 911 Cup unverändert übernehmen wird, nein: es ist der Antrieb.

4.0 Liter. Sauger. Handgeschaltet.

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Also all’ das, wo beim 911R aktuell je nach Spezifikation bis zu einer dreiviertel Million Euro gezahlt wird. Nur wird der GT3 eben für jeden zu kaufen sein und nicht bloß an handverlesenes Wunschpublikum.

Die technischen Daten lesen sich derweil feinst. 3996 Kubikzentimeter Hubraum, erspielt aus 102mm Bohrung und 81.5mm Hub. Bekannt von den mächtigen Brüdern, doch: mehr Drehmoment. 480Nm weist das Datenblatt für den 911 Cup aus, das sind immerhin 20Nm mehr als bei GT3 RS und 911R. Die Spitzenleistung ist derweil auf 485PS gesunken, irgendeinen Kompromiss muss es beim Nockenprofil trotz ein- wie auslassseitiger Verstellmöglichkeit schließlich geben.

Erklärbar ist das sicher auch mit dem Drehzahlniveau. 8500 Touren sind es, die der neue Motor nur mehr drehen darf, die Spitzenleistung wird gar schon bei 7500 Umdrehungen erreicht. Zur Erinnerung: der alte 4.0er durfte 8000 mal pro Minute und gipfelte bei 8250, ebenda auch der kleine 3.8er aus dem Standard-Straßen-GT3, der allerdings dank des kleineren Hubs die magische 9000er-Marke feiern durfte.

Ein möglicher Schlüssel abseits eines anderen Nockenprofils durfte eine massive Verbesserung der Reibleistung sein. Im Ventiltrieb finden sich erstmals seit sehr langer Zeit wieder starre Schlepphebel. Diese sind dazu noch DLC-beschichtet, was sich mit „diamantgleichem Kohlenstoff“ übersetzen lässt und nicht nur unfassbar glatt, sondern ebenso widerstandsfähig ist. Dazu kommt ein neues Verfahren der Laufbahnbeschichtung des Aluminiumblocks. Man vertraut erstmals bei den GT3-Motoren auf ein neues PTWA-Verfahren, das zur Gattung des thermischen Plasmaspritzens gehört: RSW, also „rotating single wire“, bei dem ein rotierender Draht unter der Hitzeeinwirkung eines Gasplasmas verflüssigt wird und unter Druck auf die Zylinderwand gespritzt wird.

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Wer hier jetzt nicht mehr genau folgen konnte, dem sei gesagt: es ist der stabilste und dabei reibungsärmste Wasserboxer, der je die Werkshallen in Zuffenhausen verlassen hat.

Neu außerdem ist die Kurbelwelle mit zentraler Öleinspeisung, eine Zentrifuge zur besseren Entschäumung und damit weniger Panschverlusten im Kurbelgehäuse, eine optimierte Ölabsaugung in den Köpfen und eine mechanische Druckregelung der Ölpumpe.

Ach ja, die wunderbar breite Vorderachse des GT3 RS bekommt übrigens tatsächlich nur der Cup-Renner. Die Straßenversion bleibt bei der bekannten 1551mm breiten Spurweite vorne. Doch das macht gar nichts, schließlich wiederholen wir die wichtigsten Fakten der wichtigsten Neuvorstellung in Paris gerne noch einmal:

4.0 Liter. Sauger. Handgeschaltet.

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Paris 2016 – Mechthilds Stimmungsbild

Unser Rundgang über den Mondial de l’Automobile 2016

Es ist wie immer viel los in Paris. Bloß: Nur in der Stadt, nicht auf der Messe. Viele Hersteller sind gleich gar nicht gekommen. Ford etwa, Volvo, auch Mazda. Aber auch Bentley, Rolls-Royce oder Lamborghini. Eine Ausstellung mache keinen Sinn mehr, produziere im Verhältnis zu viele Kosten und man erreiche den Kunden heutzutage auf anderen Kanälen besser.

Recht haben sie. Wenn Livestreams von Weltpremieren und Pressekonferenzen dich daheim am Computer in die erste Reihe setzen, man Bild- und Informationsmaterial sowieso schon Wochen vorab in die Öffentlichkeit getickert hat, dann bleibt wirklich keine Notwendigkeit mehr, vor Ort zu sein. Zumal das Internet daheim zuverlässiger und schneller arbeitet, die Steckdose stets frei ist und der Kaffee ohne lange Wartezeit jederzeit in die Tasse läuft.

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Es gibt dann aber doch einen Grund, weshalb sich einer von uns das Getümmel dann doch immer antut: die Stimmung.

Papier und Präsentationen, pardon: keynotes, sind bekanntlich geduldig. Die Animationen und Werbefilmchen meist unfassbar aufwändig produziert, die technischen Daten atemberaubend und die Studien hochglänzend. Doch was dahinter passiert, wie es bei den Besuchern ankommt, wie sich der Rest der Marke präsentiert und vor allem positioniert – das kann man eben nur vor Ort spüren, wenn man sich ein bisschen Zeit nimmt, spazieren geht, beobachtet und auf sich wirken lässt.

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So zeigt sich der Salon in Paris dieses Jahr von einer sehr zwiespältigen Seite.

Was haben die Großen doch für eine Revolution angekündigt. Das neue, große, große Ding der Mobilität – Ideen, Visionen, Wahnsinn. Ein digitaler Fortriss in die Moderne, weg vom alten stinkenden Mief.

Allen voran Mercedes, „se fjudschör“ ist die neue Gebetsmühle vom schwäbischen Schnauzbartträger Zetsche, mit der Generation EQ werden die Schwaben alles revolutionieren, vernetzen, cloudbasieren und überhaupt. Am Ende steht ein hochbeiniges Etwas am Stand, das von schräg hinten wie eine Mischung aus Renault Talisman und Porsche Macan aussieht und vorne gleich gar kein eigenes Gesicht bekam. Basieren soll es auf dem GLC, den Innenraum der neuen A-Klasse vorwegnehmen und natürlich mit Reichweite wie Leistung bei völliger Emissionsfreiheit glänzen.

Nur es ist eben bloß ein Konzept. Irgendwas für die Zukunft. Vielleicht 2018. Oder aber erst 2019? Ansonsten gibt es: nichts. Nur warme Worte, ein nettes Lächeln und eben die unglaublich souverän machende Gewissheit, dass sie im Moment mit ihren herkömmlichen Verbrennern soviel Kohle scheffeln wie nie.

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„se fjudschör“? Gerne. Aber erst irgendwann, wenn sie die Kuh fertig gemolken haben.

Es geht dann schon soweit, dass die Stern-Entourage beim obligatorischen Rundgang ganz offen und unverhohlen die Designsackgassen der Konkurrenz verhöhnt. Das haben wir in dieser Form noch nicht erlebt – auch wenn die Kritik in unseren Augen vielleicht berechtigt erscheinen mag – aber es zeigt doch, dass man vielleicht auf einem gefährlich hohen Ross sitzt. Zumal wirkliche Innovation auch in Stuttgart nur in einer Ideenwelt stattfand, nicht auf der Straße und damit für den Kunden erwerbbar.

Das gleiche Problem trifft Volkswagen. Bei all den anderen Problemen, mit denen man in Wolfsburg derzeit zu kämpfen hat. Mit größter Spannung wurde das neue, den Dieselskandal vergessend machende Elektroauto erwartet, stattdessen gab es: ID. Ein ähnlich generisch dreinschauendes Vehikel wie der Mercedes EQ. Technische Daten interessieren tatsächlich wenig, denn sie sind zum Markstart 2020 und bei der Autonomisierung in 2025 wahrscheinlich massiv überholt.

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Daneben steht ein e-Golf mit nun 300km Zyklus-Reichweite, also gerade einmal 200 realen Straßenkilometern und ein e-up!, dem man zwar das neue Gesicht verpasst hat, die Technik aber gleich auf dem Stand von 2012 beließ. Glückwunsch! So geht Fortschritt, so kommt man aus der Krise und so schafft man beim Kunden, der heute ratlos vor seinem TDI steht, neues Vertrauen.

Ein Trauerspiel, wirklich. Wir hatten viel erwartet von VW. Bei den anderen Konzernmarken war es noch schlimmer. In Ingolstadt findet moderne Antriebstechnik gleich gar nicht statt. Man zeigt stattdessen einen Q5, den nur Experten vom Vorgänger unterscheiden können und 400 PS-starke Kompaktwagen. Seat: nichts. Skoda: nichts.

Bei BMW lackieren sie den i8 nun immerhin in einer neuen Farbe, der i3 bekommt einen stärkeren Akku, aber daneben macht sich ebenfalls Ratlosigkeit breit. Was haben sie damals Geld in die Hand genommen für ihre i-Baureihen. Tolle Konzepte, auf die Straße gebracht mit feiner Technik und großem Potenzial. Nun fehlt irgendwie der Mut. In die Breite schaffen sie es nicht, die Plugin-Modelle wirken allenfalls halbherzig und so richtig schafft man es nicht, die Technologie-Führerschafft von i3 und i8 in all die 2er, 3er und 5er zu packen. Ebenfalls: schade!

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Daneben war bei Opel die Hölle los. Der Ampera-e, oder Amperä – ganz wie man mag – war einer der Stars in Paris. 500 Kilometer elektrische Reichweite nach Norm bei bezahlbaren Preisen und (wirklich!) sofortiger Verfügbarkeit. Natürlich merkt man beim Styling und der Bedienung, dass es sich hier um einen Ami handelt, aber es ist weniger schlimm als beim Vorgänger und so wird der neue mit dem sperrigen Namen seinen Weg machen. Bei denen, die elektrisch fahren wollen.

Heimlicher Sieger in Paris aber war der Renault Zoe. Heimlich still und leise haben sie seinen Akku bei gleichbleibender Größe auf 41 kWh Kapazität aufgestockt und sorgen so für 400 NEFZ-Kilometer. Am Tacho des augenscheinlich unter eigener Kraft vorgefahrenen Ausstellers zeigten sich dann 300 km Reichweite, was angesichts der Preisklasse immer noch eine kleine Sensation ist. Denn: er kostet kaum 25.000 Euro.

Es geht also mit der Elektromobilität. Wenn man denn will. Und es geht heute. Der Rundgang in Paris hat aber deutlich gezeigt, dass man mit herkömmlicher 08/15-Technik einfach noch viel mehr Geld verdienen kann. Und augenscheinlich will. Die Versuche, das mit hochtrabenden Visionen zu kaschieren, sind leider nicht gelungen.

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Weltpremiere: „Nummer fünf lebt“ Nissan Micra

Kaum eine Pkw-Baureihe hat sich von Generation zu Generation derart konsequent verändert wie der Nissan Micra. Auch die neueste Auflage bricht wieder komplett mit ihrem Vorgänger.

Weltauto war gestern: Die fünfte Generation des Nissan Micra wendet sich konsequenter als je zuvor einer westlichen Kundschaft zu. Kein Wunder: Der demonstrativ dynamisch gezeichnete Kleinwagen wurde zu großen Teilen in Europa entwickelt. Gebaut wird er nicht mehr in Indien, sondern zusammen mit dem Renault Clio in Frankreich. Auf den Markt kommt der Fünftürer im März 2017.

Ging der Micra Nummer vier mit seinem an den gemittelten Geschmäckern von Asiaten, Amerikanern und Europäern fast bis zur Charakterlosigkeit glatt geschliffenen Weltauto-Design im hiesige Straßenbild noch unter, will die fünfte Ausführung wieder richtig auffallen. Seine schwungvolle Linienführung kennt man bereits von Qashqai und Co., sie wird hier aber auf rund vier Metern Länge auf die Spitze getrieben. Auffällig ist vor allem die scharf herausmodellierte Welle, die sich vom v-förmigen Kühlergrill über die Kotflügel bis hinten ans Heck zieht. Die Griffe der Fondtüren verstecken sich wie beim Clio in den C-Säulen, was zusammen mit dem Dachkantenspoiler für einen sportlich flachen Gesamteindruck sorgt.

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Der Fahrer sitzt dazu passend nun tiefer als zuletzt und blickt auf ein luftig wirkendes Armaturenbrett, für dessen Gestaltung Nissan den Vergleich mit den Flügeln eines Segelflugzeugs zieht. Die wählbaren Materialien und Farben für Cockpit und Sitze sind ebenso wie die Varianz der Lacktöne vielfältig wie noch nie bei einem Micra. Insgesamt 125 unterschiedliche Looks sollen im Konfigurator wählbar sein.

Für den Antrieb des Micra stehen zunächst ein 0,9-Liter-Turbobenziner mit drei Zylindern und 66 kW/90 PS sowie ein gleich starker 1,5-Liter-Diesel zur Wahl, beide bereits aus dem Clio bekannt. Als Basistriebwerk wird kurz nach Markteinführung ein 1,0-Liter-Saugbenziner mit 55 kW/73 PS nachgeschoben. Für Fahrwerk und Handling verspricht Nissan eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorgänger. Helfen sollen dabei auch eine aktive Fahrkomfortregelung und eine aktive Spurkontrolle, beides auf Basis von leichten Bremseingriffen, die Karosseriebewegungen ausgleichen sollen.

Zählte die vergleichsweise gute Sicherheitsausstattung bereits zu den Vorzügen des Vorgängers, hat Nissan beim Neuen noch einmal nachgelegt. So feiert ein Radar-Notbremsassistent mit Fußgängererkennung Marken-Premiere in Europa, der in Deutschland zum Serienumfang zählen wird. Dazu gibt es das bekannte kamerabasierte Umfeldüberwachungs-System, Totwinkel-Assistent und Verkehrszeichen-Erkennung. Das Infotainment-System nutzt nun Apples Car Play und macht so die Einbindung des iPhones möglich. Auf Wunsch ist zudem ein Bose-Audiosystem zu haben.

Optisch und technisch völlig neu gerüstet, setzt sich der fünfte Micra nicht nur von seinem direkten, in Deutschland wenig erfolgreichen Vorgänger ab, sondern auch von allen anderen Ahnen. Hatte die optisch wenig eigenständige Erstauflage von 1982 noch den herben Charme früher Japaner, wurde Generation zwei zehn Jahre später mit niedlichem Welpenblick und zuverlässiger Technik sogar Auto des Jahres in Europa. Nummer drei spielte dann 2003 mit barocker Karosserie und Retro-Design konsequent die „Frauenauto“-Karte aus. Die vierte Auflage fiel anschließend nicht nur optisch deutlich ab und wirkte ganz allgemein zu preissensibel konzipiert für Europas verwöhnte Kleinwagenfahrer. Die im Renault-Werk im französischen Flins gebaute Nummer fünf soll genau diese Klientel nun zurückerobern. Welchen Preis Nissan für sein künftiges Einstiegsmodell aufruft, ist noch nicht bekannt. Die aktuelle Generation startet bei 10.400 Euro. Angesichts der höheren Positionierung und eines Clio-Startpreises von 12.000 Euro dürfte die Neuauflage etwas teurer werden.

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Alle Fotos: SB-Medien, Stefan Baldauf, Guido ten Brink

Was ist das für 1 AUTO bloß?!!!??!

Wenn man Visionen hat, soll man zum Arzt gehen. Ein dummer Spruch. Wer die Welt verändern will, der braucht Visionen. Gut, nicht unbedingt die Vision 6 von Mercedes-Maybach, aber das wäre dann auch ein gänzlich anderes Problem. Willkommen zu „Was ist das für 1 Auto bloß?!!!?!“

VISION Mercedes-Maybach 6

Knapp sechs Meter lang, zwei Türen, endlose Motorhaube, Stummel-Po und fiese LED-Schlitze als Scheinwerfer, dazu eingelackt in einen erotischen roten Farbton mit leckerer Tiefenwirkung und viel, viel Brillanz-Wirkung. Man könnte sich vor den massiven Kühlergrill knien, sich verliebt hypnotisieren lassen oder schlicht auf dem Absatz kehrt machen. Der bereits in Pebble Beach präsentierte „VISION Mercedes-Maybach 6“ polarisiert. Wäre er schwarz lackiert, er wäre der Dienstwagen von Film-Bösewichten, in weiß die passende Kutsche für Schneewitchen 2052. Oder in einem matten grau die Raumlandefähre von Darth Vader. Das von Mercedes-Benz arg strapazierte Bild von „heiß und kalt“, von Technik und Erotik, von „sinnlicher Klarheit“, wir wollen es auf jeden Fall vermeiden. Dieses Auto ist maximal pörnos, auch wenn die Brücke zur Maybach-Historie arg gestrickt und wenig belastbar wirkt.

Natürlich ist der VISION Mercedes-Maybach 6 rein elektrisch angetrieben. Natürlich maximal performt. 750 PS und Allradantrieb. Vier Sekunden auf 100, Tempo 250 rein elektrisch. 500 Kilometer Reichweite. Beliebige Zahlen lassen sich einsetzen, denn um die reine Machbarkeit geht es einfach nicht. Es ist Designer-Pornographie und Handwerk. Es ist das: „Was wäre, wenn..“, das man in Blech formt. Ohne Gedanken an Restfederweg, Crash – und Knautschzonen oder Machbarkeits-Studien – völlig egal, was auf dem Datenblatt steht. Der rote Lack soll verführen. Die lange Form weckt Phallus-Gelüste und nur asexuelle Wesen würden sich gelangweilt umdrehen.

Auto Salon Paris/Paris Motor Show, France, Paris, 29.09.2016: 2016 Mondial de L'Automobile - Copyright Stefan Baldauf / SB-Medien

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Welcome to the Hypercar-Club: AMG!

Es ist nur ein Foto. Nein, nicht einmal. Es ist nur eine Silhouette. Die Andeutung einer Form und dennoch eine Nachricht, die im Kreise derer mit dem dicken Geldbeutel und der Lust am perfekten Sportwagen für leichtes Herzkammer-Flimmern sorgt. Mercedes-AMG bestätigt den Bau eines Hypercars. Also, kein Sportwagen, sondern ein Vierrad in der Kategorie darüber. Noch gibt es nur diese eine Zeichnung. Zweidimensional. Le Mans Gene sind sichtbar. Aber Formel 1-Technik soll es sein.

Die Erfahrung aus Jahren der Formel 1-Dominanz soll eingepackt werden in eine erotische Hülle mit vier Gummiwalzen. Nichts soll der Performance im Wege stehen. Wir sind sehr gespannt, denn eigentlich gibt es bislang nichts zu erzählen, abgesehen von der Bestätigung. Das Hypercar aus Affalterbach. Es kommt.

AMG gegen den Rest der Welt! Hypercar-Porno aus der schwäbischen Provinz?

Aston Martin RB 001, Bugatti Chiron, McLaren P1 und Ferrari La Ferrari – aufgepasst, die Schwaben kommen!

Und alles, was wir jetzt über E-Motoren, Hybridantrieb, Allradlenkung, aktive Aerodynamik und Turbolader-Anzahl schwadronieren können, wäre reine Spekulation. 1.000 PS oder mehr? 1 Kilogramm pro PS, oder weniger? WIR HABEN SCHLICHT KEINE AHNUNG! Noch hat niemand eine Ahnung. Wir wissen nur eines: Wenn das Mercedes-AMG Hypercar kommt, dann wird ein Statement sein. Denn dafür steht die Entwicklung der Marke AMG in den letzten 5-6 Jahren. Ein Erfolg jagt den nächsten. Dominanz wird etabliert. Kaum eine Sportwagen-Marke hat sich in den letzten Jahren derart neu positioniert, wie die Marke Mercedes-AMG. Ein C63 ist heute mehr als ein Boulevard-Racer und der AMG GT S ist die Wiedergeburt des klassischen Sportwagen-Traums, nur viel besser. Und mit AMG GT R und den ebenso frisch vorgestellten Roadster-Modellen wird Affalterbach zum Alptraum der Zuffenhauser und das muss man erstmal schaffen.

Wer mag da am AMG-Hypercar zweifeln?

Auto Salon Paris/Paris Motor Show, France, Paris, 28.09.2016: 2016 Mondial de L'Automobile - Copyright Stefan Baldauf / SB-Medien
Die Mercedes-AMG Sportwagen-Familie bekommt ein Oberhaupt. Eines oberhalb des Mercedes-AMG GT3.
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Die Mercedes-AMG GT-Familie besteht aus Roadstern, Coupés und reinrassigen Racern. Und darüber rangiert schon bald ein Hypercar!
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Alles was wir wissen: Eine 2D-Form 😉

 

 

Alle Fotos: SB-Medien, Stefan Baldauf, Guido ten Brink

 

 

Paris 2016: SEAT präsentiert den Ateca X-perience – Das Interview

Der in Paris vorgestellte Seat Ateca X-perience spielt in diesem Artikel nur eine untergeordnete Rolle, denn noch ist es ein Konzeptfahrzeug. Viel wichtiger war uns das Gespräch mit Sven Schawe, dem Leiter Gesamtfahrzeug-Entwicklung von Seat, zu den Themen aktive- und passive Sicherheit. Moderne Fahrzeuge bieten eine Vielzahl an Assistenzsystemen und gerade ein SUV wie der Ateca benötigt ein gewisses Maß an Hirnschmalz in der Entwicklung. In unserem Video erklärt der Leiter der Gesamtfahrzeug-Entwicklung die Vorzüge und die Hintergründe beim Thema Sicherheit, in Bezug auf das urbane Stadt-SUV von SEAT.

Seat Ateca – Sicherheit first?

Das Konzeptfahrzeug der Pariser Messe ist der SEAT x-perience, auch hier glauben wir an einen möglichen Serienstart. Eventuell nicht ganz so martialisch wie gezeigt, aber ganz bestimmt noch ein Stück geländegängiger als bisher! Wir freuen uns auf eine Testfahrt – wie sieht es mit Euch aus? Kommentiert hier oder auf Facebook!

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(Alle Fotos: SB-Medien, Stefan Baldauf)

Blogpost: 8.000 km für 14 Zentimeter

Es kommt immer auf die Sichtweise an. Wer seinen Standpunkt verändert, verändert seine Sichtweise und plötzlich verändert sich so vieles. Einsichten lassen sich leichter gewinnen, wenn man seinen Standpunkt mal verändert. Wenigstens kurz. Für mich ist der Job des Auto-Bloggers zu so einer Sache geworden. 8.000 km reisen wegen 14 Zentimetern? Lohnt sich das? Es ist eine Frage der Sichtweise. Den Standpunkt verändern.

 Hinweis: „This is a Blogpost“ – Dieser Artikel ist wieder mehr so ein blogpost, eine Sache, die man über die Jahre der Professionalisierung fast vergessen hat. Kein Motor-Journalistisches Machwerk über ein Auto, das bei uns (in Europa) eh keine Rolle spielt.

Peking 2016 003 Eindrücke

China wartet nicht

Auf nach China. 9 Stunden Flug und die Welt verändert sich in beeindruckender Art. 2016 ist die Reise nach China, trotz Visa-Verfahrens, eine gänzlich normale geworden. Ticket, Flugzeug, einsteigen in der Heimat. Aussteigen in der fremden Welt. In dem so wichtigen Markt für unsere heimischen Automobil-Hersteller. Für Mercedes-Benz war China in 2015 zum Beispiel der größte „Einzelmarkt“. Der Chinese kauft also mehr Autos als wir. 2014 war ich zum ersten Mal in Peking, 2015 in Shanghai und trotz dieser sehr kurzen Erfahrungswerte sind die Veränderungen sichtbar. Aus dem Land des unbegrenzten Wachstums wird ein Land der Nachhaltigkeit. Zumindest ist das der Plan. Und man sieht die ersten Bemühungen. Und man sieht an den Automobil-Herstellern, wie man auf eben diesen Markt reagieren muss.

Die teilweise 8-spurigen Stadtautobahnen vom Flughafen Peking in Richtung Innenstadt sind 2016 wie 2014 verstopft. Voller waghalsiger Manöver. 22 Millionen Chinesen leben in der Metropol-Region Peking. Und es scheint, als wären alle zeitgleich unterwegs. Der Chinese an sich ist nicht zimperlich, wenn es um den Spurwechsel geht. Wo acht Spuren nicht ausreichen, werden neue Spuren gefunden. Für den Besucher empfiehlt sich die Rücksitzbank. Wozu es eh keine Alternativen gibt. Denn einen Führerschein muss man für China gesondert machen. Die rabiaten Sitten auf der Straße lassen diese Vorschrift auch mehr als sinnvoll erscheinen. Doch nicht nur der Besucher an sich fährt hinten. Auch der Chinese lässt sich gerne fahren. Sobald es zum Wohlstand des eigenen Autos reicht, sitzt man gerne auch mal hinten. Oder chauffiert Freunde und Familie in Reihe zwei.

Arbeitsplatz, Ruhesessel fürs Schläfchen zwischendurch, rollendes Besprechungszimmer oder einfach nur ein Ort, an dem man gerne von den Umstehenden gesehen werden will. Die Sitzanlage der langen E-Klasse bietet für alle Lebenslagen das Besondere
Arbeitsplatz, Ruhesessel fürs Schläfchen zwischendurch, rollendes Besprechungszimmer oder einfach nur ein Ort, an dem man gerne von den Umstehenden gesehen werden will. Die Sitzanlage der langen E-Klasse bietet für alle Lebenslagen das Besondere.

Weil man sich fahren lässt

Dass auch Automobil-Hersteller wie die Schwaben mit dem Stern Autos fertigen, die man nicht in Esslingen, Ulm und Stuttgart beim freundlichen Mercedes-Händler kaufen kann, ist nichts gänzlich neues. Dennoch immer wieder eine Anmerkung wert. In Peking präsentierte man nun die jüngste Ausbaustufe. Im wörtlichen Sinne. 14 Zentimeter mehr Radstand für die E-Klasse. Damit wächst die Business-Limousine auf eine Länge, die der S-Klasse fast zur Ehre reicht. Aber knapp darunter bleibt. Ob S- oder E-, im Fond des neuen E320L ist das wumpe. Platz diktiert den ersten Eindruck. Und damit sich der edle Eindruck fortsetzt, lässt sich die Mittelarmlehne herunterklappen. Darin, unter anderem, das erste Touchscreen-Display der Stuttgarter. Was nur logisch ist. Touchscreens werden die Bedienschnittstelle der ersten Wahl im Automobil. Anzeige und Commando-Center in einem. Das Comand-System der E-Klasse lässt sich hierüber bedienen, der Fondsitzplatz wird zum Sitzplatz der ersten Wahl. Clever.
Und nach einer Tour in einer offenen Elektro-Rikscha stimmt man als Europäer ein: Es gibt schönere Plätze. Das ist ein Thema für alle Hersteller. Egal, ob BMW, Audi oder VW – wer auf dem Limousinen-Markt der Chinesen mitspielen will, der bietet ein Plus an Radstand. Und man wünscht sich förmlich das autonome Fahren herbei. Wobei – eine Chauffeurs-Limousine, die sich autonom durch das Chaos von Peking bewegt? Eine merkwürdige Vorstellung. Doch genau an diesen Themen arbeitet man.

Für den Drive Pilot der E-Klasse muss man ordentlich Rechenleistung vorhalten. Und in einem Land, in dem es 1.5 Milliarden Points of Interest gibt, in dem die Sprache komplexe Hürden vorhält und der Straßenverkehr voll ist mit Hindernissen, die man in Metropolen wie Frankfurt seit 50 Jahren nicht mehr kennt – wird aus einem schnöden Absatzmarkt eine gänzlich neue Welt für Entwicklungsaufgaben. Mercedes-Benz demonstriert mit den steigenden Absatzzahlen in China, wie man sich nicht nur beim Design auf den „Wohlstands-Chinesen“ eingeschossen hat, sondern auch, wie die eigene Hardware gänzlich neue Erwartungen erfüllt.

Peking 2016 012 Eindrücke

Weil man finden statt suchen will

Das Mercedes Comand System und seine Navigations-Lösung nutzen wir in Deutschland und dem Rest der Welt nach dem immer gleichen Muster: Stadt, Straße, Hausnummer und Abfahrt. Der Chinese hat nicht nur bei der Eingabe von Namen eine andere Herausforderung, da Schriftzeichen bis zu einem Dutzend Bedeutungen haben und daher kontextabhängig verstanden werden müssen – der Chinese sucht auch eher nach einem Point of Interest zum Navigieren. Wobei es sich bei diesen POIs nicht um „Touristische Ziele“ handelt, sondern um Wegpunkte, um Geschäfte, Restaurants – oder was auch immer. Was dazu führt, dass die jüngste Comand-Generation mit 1.5 Milliarden POIs umgehen muss. Damit stellt der chinesische Markt dann auch ganz plötzlich die Benchmark für die Güte der Rechenknechte in den Fahrzeugen dar. Wie anspruchsvoll ein Fahrzeug in der Hardware sein muss, bestimmt nicht mehr Fritz Müller in Untertürkheim, sondern Yu Wang im R&D-Center in Peking. Denn das wird nach dem Besuch in China klar: Dass China bereits 2015 der größte Markt für Mercedes-Benz war, wird uns als Journalisten – als Arbeitnehmer, als Ideengeber, als Käufer, als Fans einer Marke, als Autofahrer – vor Veränderungen stellen. Peking mag heute noch der Smog geplagte Moloch sein, in dem Rikschas, Pferdekarren und Maybachs sich die Straße teilen – aber wir stehen kurz vor dem Wandel. Weg vom gewaltigen Sprung, hin zu einem nachhaltigen Mobilitäts-Szenario. Und dass man in Peking, mal eben, per Gesetz, stinkende Zweitakter verboten hat und Rikschas wie auch Mofas rein elektrisch fahren, sollte uns zeigen, was machbar ist. Ein Denkverbot für eine rein elektrische Business-Limousine mit Stern auf der Haube? Das gibt es nicht mehr.

Die Widerspruch im Alltag auf Chinas Straßen. Der 100.000 € SUV und die Elektro-Rikscha zum sammeln von Wertstoffen. Sie teilen sich einen Verkehrsraum.
Die Widerspruch im Alltag auf Chinas Straßen. Der 100.000 € SUV und davor die Elektro-Rikscha zum Sammeln von Wertstoffen. Sie teilen sich einen Verkehrsraum.

Weil es nicht stinkt

Selbst die Rikschas fahren mit einem Elektroantrieb. Sicher, man will nicht wissen, auf was für einer Akku-Konstruktion man sitzt und wer die Kupferdrähte des E-Motors gewickelt hat, aber Fakt ist: Man sitzt in einer Elektro-Rikscha relativ leise – aber brutal gefährlich. So zumindest der Eindruck als Europäer. Rikscha-Fahrer kümmern sich nicht um Einbahnstraßen, Fußgängerzonen und Ampel-Signale, man fährt, wo man fahren kann. Dass man in Chinas Hauptstadt die Zweitakter aus der Stadt verbannt hat und Mopeds wie Rikschas mit E-Antrieb fahren, hilft. Dennoch spürt man bei Tempo 40 förmlich den Partikel-Dreck in der Luft. Der Umstieg auf Elektromobilität erscheint unvermeidbar. Und Mercedes-Benz beteiligt sich, wie alle anderen Hersteller aus Deutschland, an Automobil-Herstellern aus China. Die offiziellen Dienstleister (Dieter Zetsche bezeichnet sich selbst gerne als den „obersten Dienstleister“ des Unternehmens) drücken die Verbundenheit zum Markt in China mit einer chinesischen Flagge am Revers aus. Was dem Besucher fast mehr auffällt als die Denza-Elektrofahrzeuge auf den Straßen Chinas. Zieht man die Förderungen in China ab, so kostet dieses E-Auto mit seiner Reichweite von knapp 300 km umgerechnet rund 37.000 €. Da relativiert sich der Hype um das Model S und man fragt sich: Warum kann man es in China umsetzen? Weil die Regierung Druck macht? Weil es am Ende eben notwendig wird? China. Ein Land, das man gerne in der Position der Nachrücker in der Industrie-Welt sieht. Das am Ende in vielen Disziplinen aber bereits weiter ist als wir …

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Weil das „Ich“ zählt

Der Kommunismus der frühen Jahre Chinas gerät in Vergessenheit. Aus dem Wir wird ein Ich. Mit dem Wohlstand wächst der Wunsch zur Individualisierung. Auch in China. Ein exzellenter Zeitpunkt, um ein völlig neues Autohaus zu testen. Aus dem „freundlichen Mercedes-Händler“ wird der Mercedes.me Store.

Pünktlich zur Automobilmesse in Peking hat Mercedes-Benz im hippen Stadtteil Sanlitun den ersten Mercedes.me Store in China (nach Hongkong) eröffnet. Und sich entsprechend angepasst: Es wurde gleich einmal der „größte“ Mercedes.me Store weltweit! Anstatt nach Motoren-Öl riecht es nach Kaffee, anstelle von Schlagschraubergeräuschen aus der Werkstatt gelangt seichte Aufzugsmusik an das Ohr. Zeit für einen weiteren Wandel? Vermutlich. Das Geschäft ändert sich. Selbst noch in einer Auto-Werkstatt mit Vertrieb gelernt, empfinde ich den Mercedes.me Store als wundervolle kleine Welt des neuen, multimedialen, vernetzten Autokosmos. Service am Auto? Heute oft nur noch ein Fall für Bits und Bytes- Geschubse per Diagnose-Tablet. Dass man da über die Vertriebskonzepte der Zukunft nachdenkt, ist nur konsequent. Saubere Autos, saubere Finger. Maximal ein Kaffeefleck auf dem Hemd. Der in Sanlitun eröffnete und 2.400 qm große Mercedes.me Store verknüpft die unterschiedlichen Daimler-Welten. Smart, AMG und Mercedes-Benz – alles unter einem Dach. In einer Umgebung, in der man sich Zeit lassen will. Man fährt nicht in das Autohaus, weil man muss – sondern weil man will. Aus dem schnöden Autohaus-Besuch wird ein Erlebnis, in der man die Marke kennen lernt. Der gewaltige „me-Schriftzug“ vor dem Store ist da nur ein wenig subtiles Sinnbild für den Wandel, den nun auch die Chinesen durchmachen. Ein Volk besteht nun einmal aus vielen „Ich’s“.

Eine der Ideen für die Zukunft? Ein Tag der von 0 bis 13 Uhr geht ... oder so.
Eine der Ideen für die Zukunft? Ein Tag, der von 0 bis 13 Uhr geht … oder so.

Weil man nichts von heute auf morgen verändert

14.5 Milliarden. Auf diese Summe erhöht Mercedes-Benz in 2016 und 2017 die Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Ein Teilbereich, den die Automobil-Hersteller gerne aus der Öffentlichkeit halten. Doch Mercedes-Benz bot in Peking auch einen Blick hinter die Kulissen. R&D nennen sich die Orte, an denen die automobile Zukunft geformt wird. Research & Development. Mercedes-Benz baut die eigene Präsenz in China weiter aus. Wobei nicht nur die Technik eine Rolle spielt. Der Chinese an sich hat es wenig mit Traditionen und so muss sich auch das Design anpassen. Da können wir jetzt als Deutsche grimmig dreinschauen, wer so viele Autos kauft wie die Chinesen, der bestimmt auch den Weg, den das Design geht. Zumindest bestimmt man es „mit“.

Autonom, vernetzt und lokal emissionsfrei. Die Vision der Zukunft für das Auto ist klar formuliert. Und um diese Ziele zu erreichen, stockt Mercedes-Benz die Zahl der Mitarbeiter vor Ort weiter auf. Während man auf der ganzen Welt daran arbeitet, die googles, Apples, Facebooks und Microsofts in das Auto zu bekommen, spielen in China gänzlich andere Hersteller eine Rolle. Eine Google-Implementation in der E-Klasse? Für den Kunden in China wert- und nutzlos. Tencent mit WeChat (eine Art WhatsApp), Baidu (das Google Chinas) und weitere lokale Anbieter müssen in China integriert werden. Und während man noch denkt, na ja, dann spielt man eben deren Software auf, erinnert man sich an den weiter oben genannten Punkt: 1.5 Milliarden Points of Interest, eine komplexe Sprache und der Wunsch die Bedienung per Sprache (lokal verarbeitet) zu übernehmen. Da wird einem bewusst – die Hardware-Anforderungen sind immens. Plötzlich ist nicht mehr Sindelfingen oder Sunny Vale der Maßstab, sondern Beijing. Es will ja niemand Windows 10 auf einem 386er installieren.

Für die Automobil-Industrie sind das massive Veränderungen. Zurück zum Flughafen geht es wieder auf dem Rücksitz einer S-Klasse. Wobei es auch die lange E-Klasse hätte sein können. Platz und Freiraum in einer Welt, einem Straßenverkehr, in dem sich der „Einzelne“ gerade erst entdeckt. Bis es soweit ist, werden Lücken gesucht und gefunden, wo wir Mittel-Europäer nur mit dem Kopf schütteln.

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Fazit: Horizont-Erweiterung auf chinesisch und die Erkenntnis: China wartet nicht.

Nein. Ich bin nicht wegen den 14 Zentimetern Radstand nach China geflogen. Die E-Klasse mit dem langen Radstand spielt für uns keine Rolle. Doch genau da fängt der Denkfehler an. Denn wenn die Entwicklung so anhält, dann ist es nicht mehr die Frage, welche Rolle die Dinge für uns spielen – sondern welche Rolle wir für China spielen. Der Markt mag sich nicht mehr so explosionsartig entwickeln wie die letzten 10 Jahre – aber er verändert sich zu einem wertigen Markt. Einem Markt, an dem Veränderungen schneller akzeptiert werden. Der Blick zur E-Mobilität zeigt es, aber auch der Rundgang über die Messe: Die ganz merkwürdigen China-Autos werden weniger.

Dass man in China als Gesprächspartner junge Damen unter 30 mit Doktor-Titel bekommt, die einem nach höflichen ersten Gesprächsrunden in Englisch, später auf Deutsch Rede und Antwort stehen, sollte einem auch zu denken geben.

Am Ende waren es 8.000 km für frische Eindrücke aus einem Land, das uns so fern scheint. Aber doch näher ist, als wir denken. Was nicht nur daran liegt, dass dieser Artikel auf Hardware „made in China“ geschrieben wurde …

 

 

tl:dr:

Der Besuch in China tut not, wenngleich die automobilen Themen in diesem Fall – trotz mehr Radstand- kürzer ausfielen. China ist eine Marktmacht, die man sich immer wieder in Erinnerung rufen muss. Neben den reinen wirtschaftlichen Möglichkeiten muss man sich allerdings auch den Willen und die Leistungsbereitschaft der „jungen Generation von Chinesen“ vor Augen führen. Was man daraus lernt? Wenn Du nach China reisen kannst, tue es! Es wird Deinen Horizont erweitern.

Kürzer, journalistischer? Bitte: Interview mit Konzernlenker Dr. Zetsche und Peking, der ganz normale Wahnsinn. Vorstellung neue E-Klasse lang, und smart Brabus in Peking.

 

Blog: Round-Table mit Dr. Z.

Ein Round-Table mit dem Boss. So eine Einladung schlägt man nicht aus. Die Reise zum Automobil-Salon in Peking hielt für mich persönlich ein solches Highlight bereit. Eine Audienz beim Papst würde mich weniger reizen. Dr. Z., der charismatische Auto-Boss, der nicht nur Mercedes-Benz lenkt, sondern ganz nebenbei den gesamten Daimler-Konzern. 284.000 Mitarbeiter, 149 Milliarden Umsatz in 2015. Da hört man gerne zu und stellt sich die Frage: Ja, was kann man so jemanden fragen?

Round-Table Gespräch mit Dr. Zetsche in Peking 2016

Dank dem Engagement von Volkswagen im „Dieselherbst 2015“ drängen sich „zum Glück“ viele Fragen auf: Wie lange wird der Dieselmotor noch Bestand haben? Warum zögert man bei Mercedes-Benz mit den alternativen Antrieben? War es wirklich sinnvoll, sich von TESLA zu trennen und aus einer Partnerschaft eine Mitbewerber-Situation zu formen? Und dann waren da ja noch die KBA-Ergebnisse von der Nachprüfung einer Vielzahl von PKW-Modellen. Bekannt geworden am Freitag, kurz vor Abflug nach Peking. Und auch Mercedes-Benz fand sich in dieser Meldung wieder. Allerdings bestätigte das KBA auch, dass kein anderer Hersteller einer unzulässigen Abschalt-Einrichtung nach dem VW-Vorbild überführt werden konnte. Eigentlich eine Menge Themen. Doch es sollte anders kommen. Die Diesel-Probleme sind kein Thema, alles, was Mercedes-Benz hierzu zu sagen hat, wurde in einer Presse-Meldung veröffentlicht – die Themen des Round-Table sollten sich daher um andere Fragen drehen. Bitte.

Und doch, die Fragen nach dem Diesel

Doch ein Tisch voller Journalisten ist nicht leicht zu bändigen. Und so kam die Frage aus der Auto-Zeitung Chefredaktion nach der Rolle des Dieselmotors, jetzt, nach den Skandalen. Der Daimler- und Mercedes-Boss Zetsche reagierte souverän, wie immer. Nach seinem ausführlichen Statement war klar: Die Investitionen, die man bei Mercedes-Benz jetzt erst in die jüngste Motoren-Generation OM 654 gesteckt hat, die schreibt man nicht einfach ab. Die Rolle des Dieselmotors ist vor allem in Deutschland eine elementare. Zudem sind Wirkungsgrad und Effizienz erneut gestiegen. Für Vielfahrer bleibt der Dieselmotor noch auf absehbare Zeit die richtige Wahl. Dr. Zetsche wurde jedoch nicht müde, die Bestrebungen des Konzerns, neue Technologien zur Marktreife zu bringen, zu betonen. In 2017 wird Mercedes-Benz, nach aktueller Planung, den ersten SUV mit Brennstoffzelle in einer Kleinserie anbieten. Einer reinen Business-Limousine mit E-Antrieb nach TESLA-Vorbild beschied man derzeit jedoch keine Marktchancen. (Anmerkung: Der Autor wundert sich und schweigt … )

Wie wichtig ist China, wo sich aktuell das Wachstum verlangsamt?

Die Antwort auf diese Frage gab Dr. Z. an den für den China-Markt verantwortlichen Vorstand Hubert Troska weiter. Die Antwort ebenso deutlich wie wenig verwunderlich. Denn auch wenn die Zeiten zweistelliger Wachstumsraten zu Ende gehen, so bleibt China auf unabsehbare Zeit ein Markt, der sich mit gesunden Wachstumszahlen hervortun wird. Hubertus Troska führte weiter aus, mit welcher Zuversicht sich Mercedes-Benz deswegen auf diesem Markt engagiert. Zudem hatte Mercedes-Benz bis 2015 deutlich mehr Potential als die Mitbewerber aus Deutschland. Darüber sprach man am Round-Table nicht, aber de facto hat Mercedes-Benz den „Elfer“, den man ihnen hinlegte, mit Bravour verwandelt.

Die Kopie: Ehre oder Ärgernis?

Ausgerechnet der Kooperationspartner BAIC stellt auf seinem Stand (direkt gegenüber vom Mercedes-Benz Stand) noch immer zwei Modelle aus, die einen an die etwas weniger ernsthaften Zeiten erinnern. Einfache Kopien westlicher Fahrzeuge. Darunter auch ein Auto, dessen Form, kneift man die Augen zusammen, auf unansehnliche Weise an die G-Klasse von Mercedes-Benz erinnert. Für Dieter Zetsche ist die Antwort einfach: „Ein Mercedes ist auch für den Kunden in China nur ein Mercedes, wenn er vom Original produziert wird. Eine Relevanz haben diese Kopien für uns nicht.“

Der Weg zum Mobilitäts-Dienstleister

In einem Land, in dem die Menschen zum Teil nur vom eigenen Automobil träumen können, startet Mercedes-Benz nun auch mit dem Carsharing-Angebot Car2Go. Ein Kollege stellt die Frage, ob dieses Land hierfür bereits reif ist. Auch diese Frage gibt Dr. Zetsche an Hubertus Troska weiter. „400 Smart wurden für Chonqing und Car2Go ausgeliefert und stehen dort im „free flow“- Carsharing zur Verfügung. Diese werden zum Teil auch von Daimler-Mitarbeitern dort, vor Ort, direkt genutzt. Man ist durchaus überzeugt von den Potentialen und einem wachsenden Carsharing-Markt, eben auch in China. Chonqing ist hierfür ein guter Start“.

Dr. Z. – der Sympathie-Sieger

Wer den Daimler und Mercedes-Benz-Boss im persönlichen Gespräch erlebt, der spürt die Ruhe und Souveränität, die von dem erfolgreichen Konzern-Lenker ausgeht. Widerworte? Schwer zu formulieren, denn Dr. Z. pariert auch kritische Fragen mit einer großen Sympathie-Wirkung. Dr. Z. dürfte jedoch mittlerweile, auch wenn er die kritischen Fragen charmant abwehren kann, der Wind zum Thema „Elektromobilität“ harsch und unangenehm ins Gesicht wehen.  Dem Erfolg von Mercedes-Benz in China steht der Mangel an E-Fahrzeugen im Mercedes-Portfolio derzeit noch nicht im Weg. Noch ist Platz – und Zeit – für eine wachsende Plug-In Hybrid-Strategie und vor allem für eine Beschleunigung beim Thema „autonomes Fahren“ und „Konnektivität“. Beides Themen, bei denen ausgerechnet der einst so spießige Daimler mittlerweile mit Karacho vorneweg fährt. Für die Souveränität des Lenkers gibt es also –trotz aller Baustellen – auch sehr gute Gründe.

 

Livestream: Mercedes-Benz auf der Auto China 2016

Maßgeschneidert für China

Weltpremiere der E-Klasse Langversion
Asien-Premieren des GLC Coupé und des smart forfour

Mercedes-Benz präsentiert auf der Auto China 2016 in Peking die um 140 Millimeter gestreckte Langversion der neuen E-Klasse. Im Fond der speziell für China entwickelten und in China produzierten Limousine genießen die Passagiere einen großzügig erweiterten Fußraum auf einer Sitzanlage mit vielen Komfortfunktionen. Im Interieur der Limousine ist moderner Luxus mit hochwertigen Materialien stilsicher für den chinesischen Markt neu interpretiert.

Nur ein Jahr nach der Weltpremiere des GLC Coupé Showcars in Shanghai debütiert die Serienversion des GLC Coupé in Asien. Das GLC Coupé ist ein neuer, besonders sportlicher Traumwagen im stetig wachsenden SUV-Portfolio von Mercedes-Benz. Die Kombination aus multifunktionalem SUV und emotionalem Coupé verbindet Intelligenz mit Emotion.

Ebenfalls Asien-Premiere feiern das Mercedes-AMG C 63 Coupé, das den nächsten Schritt auf dem Weg zu noch mehr technischer und optischer Eigenständigkeit darstellt und der neue SLC, der pünktlich zum 20-jährigen Jubiläum deutlich optimiert antritt.

Neues gibt es auch von smart: Der leistungsgesteigerte smart BRABUS feiert Weltpremiere. Als fortwo, fortwo cabrio und forfour zählen die neuen BRABUS Modelle zu den sportlichsten Fahrzeugen in ihrem Segment.

Smart-Premiere in Peking: Die Brabussis sind da!

Die aktuelle Smart-Generation bekommt Verstärkung. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Weltpremiere in China: Smart Brabus

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung empfiehlt pro Pferd eine Boxengröße von 12,25 Quadratmetern. Für 109 dieser Tiere wär also eine reine Stallfläche von 1.335,25 Quadratmetern nötig.

Das passt natürlich nicht zu einem urbanen Lebenskonzept moderner Zielgruppen. Deswegen bietet Smart in Zusammenarbeit mit dem Haustuner Brabus kompaktere Abhilfe: Dem neuen smart Brabus reichen als Fortwo 4,47 Quadratmeter Fläche, dem längeren Forfour deren 5,79.

Spätestens jetzt sind die ersten genervt: Da stellt Smart auf der Automesse in Peking mit dem Brabus smart-Trio aus fortwo, fortwo Cabrio und forfour das neue, natürlich hoch emotional aufgeladene Topmodell der Marke vor, und wir ergehen uns hier im Taschenrechnergetippe.

Die einzig wahre Brabus-Farbe: Schwarz!
Die einzig wahre Brabus-Farbe: Schwarz!

Aber ein paar Daten gehen noch, zumindest für den Stammtisch – denn es handelt sich ja um ein Brabus-Modell, also dicke Hose im kleinen Auto. Die aktuelle Generation aus Zwei- und Viersitzer gab es bislang mit maximal 66 kW / 90 PS, hier setzt der smart Brabus also deutlich was drauf, ohne jedoch verschwenderisch zu sein. Im Vergleich zum alten Fortwo aus Bottrop liegt der Zuwachs bei sieben Pferdestärken (oder eben 85,75 Quadratmetern, aber lassen wir das).

Der Premierenort – Chinas größte Automesse in diesem Jahr – ist nicht zufällig gewählt. Im Reich der Mitte freut sich der Hersteller aktuell über gesunde Wachstumsraten. In den verstopften Megacities steigen mehr und mehr Chinesen auf kleine Autos um. Weil aber Statusdenken weiterhin auf volle Geldbeutel stößt, versprechen sich die Strategen hier einen besonders großen Anteil der Brabus-Versionen am Smart-Verkauf. Dass die Fortwo-Variante in 9,5 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt, wird im Verkehrsdickicht kaum eine Rolle spielen. Die 180 km/h Höchstgeschwindigkeit sind ein weiterer netter Papierwert. Für den forfour. Der fortwo schafft 165 Stundenkilometer.

Natürlich darf der smart Brabus auch optisch das Familienoberhaupt herauskehren. Spezielle Alufelgen (fortwo: 16-Zöller vorne, 17-Zöller hinten, forfour mit 17-Zoll Alus an beiden Achsen) gibt es und doppelte Endrohre, die leider arg angepappt aussehen.  Umrahmt werden sie von einer unverzichtbaren Diffusoroptik im Heckstoßfänger, die den Smart sicherlich aerodynamisch in eine neue Liga saugt. Satire Ende.

smart BRABUS fortwo coupé

Wie bisher gibt es das Xclusive Modell oben drauf. Das kommt mit einer Lederausstattung, Kunstlederbezug auf dem Armaturenbrett und weiteren Extras.

Darf ich nochmal mit Zahlen dienen, bitte? Muss sein, denn wir wollen doch noch die Preise für den Brabus-Spaß verraten. 19.710 Euro kostet der Brabus fortwo. Für das fortwo Cabrio verlangen die Schwaben 22.970 Euro, der forfour steht mit 20.520 Euro in der Liste. Für das Xclusive-Modell sind jeweils 3.000 Euro Aufpreis fällig.  Damit sind die Tarife zumindest unter den Immobilienpreisen in den Top-Metropolen dieser Welt; aber wir wollen jetzt ja den Smart nicht wieder auf Quadratmeter umrechnen. Ab Juli stehen die Modelle bei den Händlern.

Weltpremiere in Peking 2016: E-Klasse XXL

Die clevere Business-Limousine kann jetzt länger

Weltpremiere für die E-Klasse mit dem Extra-Plus an Radstand

In China, für China – die neue E-Klasse XXL wird auch in China gebaut

Die Langversion der E-Klasse wird vor Ort in einem Joint-Venture ausschließlich für den Binnenmarkt produziert. Ähnlich gehen auch BMW und Audi an das Thema heran. Denn in China gilt das Fahren mit Chauffeur als wichtiges Statussymbol. Nicht nur für die obersten Ränge in Regierung und Wirtschaft. Daher sind bereits Limousinen ab der Mittelklasse häufig in Langversionen zu haben. Unter der Motorhaube wird dann jedoch wieder Bescheidenheit gepflegt. Und auch zur S-Klasse hält die verlängerte E-Klasse einen Respektabstand von rund 5 Zentimetern. Allerdings ist der Radstand der E-Klasse „L“ um rund 4.4 Zentimeter länger. Dieser Längenzuwachs ist in der zweiten Reihe spürbar.

Weltpremiere  W213 E-Klasse langer Radstand 7

Wie bei der E-Klasse mit normalen Radstand, so wird auch die „lange E-Klasse“ mit zwei unterschiedlichen Gesichtern gefertigt. Wahlweise in der klassischen Ausführung, die den Stern auf der Haube trägt oder in der sportlichen Version mit im Kühlergitter integriertem Markensymbol. Von der Seite hilft ein zusätzliches Dreiecksfenster in der C-Säule und ein Emblem an der C-Säule, die „lange E-Klasse“ von den Geschwistern zu unterscheiden. Optisch passt der um 140 mm gestreckte Radstand einfach ideal zum Grund-Design der neuen E-Klasse. Mit dem langen Radstand rutscht die E-Klasse allerdings optisch noch einen Schritt näher an die S-Klasse.

Die 14 Zentimeter mehr Radstand kommen vor allem den Passagieren in Reihe zwei zu Gute. Um 13.4 Zentimeter wächst dort der Fußraum in die Länge.

Weltpremiere  W213 E-Klasse langer Radstand 8

High-Tech an Board, Multi-Beam LED an der Front

Allen Rücksitz-Varianten gemeinsam ist eine klappbare Mittelarmlehne. Diese bietet völlig neue Technik- und Komfort-Features. Dazu gehören:

  • ein beleuchtetes Ablagefach
  • einen USB-Anschluss
  • einen integrierten Touchscreen (Sonderausstattung)
  • Wireless charging des Mobiltelefons (Sonderausstattung)
  • beheizbare Auflage (Sonderausstattung)
  • als verlängerte Mittelkonsole einen auf Wunsch temperierbaren Cupholder

Überdies erfüllt der Fondbereich die Anforderungen an einen Büro- und auch „Relaxraum“

Auf Wunsch (optional) lassen sich natürlich auch eine Vielzahl an Fahrzeug- und COMAND-Funktionen vom Heck aus regeln – entweder über ein fest in die Mittelarmlehne integriertes Touchscreen-Display oder mit entsprechender App via Tablet oder Smartphone.

Das aus der E-Klasse bekannte Multi-Beam LED Licht mit 84 einzeln steuerbaren LEDs ist auch in der Lang-Version als Option erhältlich.

Über Preise und Motorisierungen ist noch nichts bekannt.

Das China-Auto

Und natürlich ist die lange E-Klasse vor allem ein Auto für den Markt in China, eine Markteinführung in Deutschland ist derzeit nicht geplant.

 

Jaguar XF: In China auf die Streckbank

Auf dem Weg zum Global Player startet Jaguar die erste Fahrzeugmontage in China.

Seit der Übernahme durch den indischen Tata-Konzern gedeihen die britischen Marken Jaguar und Land Rover prächtig. Während die Off-Road-Marke schon immer zur Benchmark in ihrem Segment zählte, konnte Jaguar das einengende Adelskostüm abstreifen und tritt „Smart Casual“ gegen die vor allem deutschen Premiummarken an. Um mit den Großen mitzuspielen lancierte man z.B. ein kleineres Modell, den XE, dazu wird aktuell der erste Jaguar SUV namens F-Pace in den Markt eingeführt.

Und weil die erklärten Mitbewerber vom Schlage BMW, Mercedes und Audi in China sehr erfolgreiche Strategien mit auf lokale Bedürfnisse angepasste Modelle fahren, gibt es bald auch den ersten Jaguar aus einer chinesischen Fabrik.

Den Bedürfnissen chinesischen Geschäftsleute und ihrer Vorliebe für das Gefahrenwerden entsprechend hat Jaguar dafür den XF auf die Streckbank geschnallt.  Zusammen mit dem chinesischen Joint-Venture-Partner Chery betreiben die Briten eine Fabrik in Changshu. Dort sind bereits 4.500 Menschen in Lohn und Reis, da sie seit 2014 bereits die Modelle Range Rover Evoque und Land Rover Discovery Sport  zusammenbauen. Der verlängerte Jaguar XF kommt im zweite Halbjahr 2016 hinzu, Premiere feiert er Ende April auf der Automesse in Peking.

Die Chinesen bekommen also „ihren“ XF. Natürlich wissen wir, dass der deutsche Markt nur einen Bruchteil so groß ist wie der im Reich der Mitte, aber dennoch wünschen wir uns – F-Pace hin oder her – weiterhin wieder einen XF Kombi.

Chinesen bevorzugen diese Perspektive aufs Cockpit: Von hinten rechts.
Chinesen bevorzugen diese Perspektive aufs Cockpit: Von hinten rechts.

Einer der ältesten Autohersteller auf der Techno Classica – Skoda

Ja, es stimmt: Skoda baut schon seit über 100 Jahren Fahrzeuge aller Art und zeigt dies stolz auf der Techno Classica in Essen. Die Tschechen stellen 16 Exponate, die einen bunten Querschnitt durch die Firmenhistorie bieten, aus und feiern gleichzeitig vier Jubiläen.115 Jahre Motorsport, 50 Jahren Skoda 1000 MBX, 40 Jahre Skoda 105/220 und 25 Jahre Zugehörigkeit zu Volkswagen sind eine Erwähnung wert. So passt im Endeffekt auch das Motto von Skoda für die Techno Classica – „Bewegte Geschichte“. Read more