Der Beste zum Schluss – Der neue Kia XCeed komplettiert die Familie

Nicht das Beste, der Beste kommt bei Kia zum Schluss. XCeed nennen die Koreaner die vierte Variante ihrer Kompaktklasse, mit der binnen eines Jahres nach Fünftürer, Kombi und dem ebenso aufregenden wie erfolgreichen Shooting-Break Pro Ceed nun in Sachen Karosserie die dritte Modellgeneration komplett und besonders breit aufgestellt ist. Marktstart ist am 21. September, die Preise beginnen bei 21.390 Euro.

 

 

Der Ceed wurde innerhalb eines Jahres zum meistverkauften Modell von Kia 

 

„Ich bin sicher, dass der XCeed sich ganz schnell zum Bestseller der Ceed-Familie entwickeln wird und mindestens 50 Prozent aller Bestellungen auf ihn entfallen werden“, legte Kia-Deutschland Geschäftsführer Steffen Cost die Latte für den sportliche Crossover bei der Fahrpräsentation in Frankreich richtig hoch. Und mit den Prognosen hat Kia in der Vergangenheit nie wirklich falsch gelegen. Für den europäischen Markt zeichnet sich das 11. Jahr in Folge eine Absatzsteigerung ab. In Deutschland machen die Koreaner Stück für Stück Marktanteile gegen alle Wettbewerber gut. Und der Ceed hat es binnen eines Jahres geschafft, zum meistverkauften Modell von Kia aufzusteigen. Was direkt mit den Autos von Kia zusammenhängt, die in Europa entworfen, entwickelt und auch gebaut werden. Wie der XCeed, der sehr geschickt alles kombiniert, was Kunden derzeit wünschen: Ein auffallendes Design mit klaren SUV-Zügen, dazu sportliche Gene – auch beim Fahrverhalten –und ein Höchstmaß an Flexibilität mit der Option auf das gesamte Arsenal an technischen Neuerungen.

 

 

Die um 8,5 Zentimeter gewachsene Karosserie ist bis auf die vorderen Türen eigenständig

 

Die auf 4,40 Meter Länge um 8,5 Zentimeter gewachsene Karosserie ist bis auf die vorderen Türen komplett eigenständig. Bei identischem Radstand (2,65 Meter) wuchsen der vordere und hinter Überhang (2,5 bzw. 6 Zentimeter), womit das Fahrzeug dank breiter Spur einen bulligen Auftritt hinbekommt. Die verlängerte Motorhaube mit sichtbar höherem Niveau geht über in eine coupéhaft rund ausgleitende Dachlinie, die mit einer relativ klein gehaltenen Scheibe dem Heck eine gehörige Portion Wucht und Knackigkeit verleiht. Mit 184 Millimetern Bodenfreiheit liegen Fahr- und Sitzniveau deutlich über den Hauptwettbewerbern, die Kia beim Mercedes CLA, dem Qashqai und dem BMW X2 ortet. Durch eine schwarze Kunststoffumrandung unter den Türen und in den Radhäusern plus einer fetten Abschlussblende zwischen den beiden integrierten Auspuffendrohren unterstreichen die Designer den SUV-Eindruck des reinen Frontantriebler sehr geschickt.

 

Erstmals in den höheren Ausstattungslinien das digitale Cockpit mit 12,3 Zoll HD-Monitor

 

Das Auto wirkt dabei nicht nur stämmiger und größer als der normale Ceed, er bringt mit 426 Litern als Kofferraumstandardgröße auch deutlich mehr (31 Liter) Ladevolumen als der Hatchback Ceed mit. Mit höhenverstellbarem Ladeboden und einer 40:20:40 teilbaren Rücksitzanlage kommt dann eine Portion Flexibilität ins Fahrzeug, das mit 1373 Litern maximalem Ladevolumen reüssiert. LED-Scheinwerfer bringt bereits das Basismodell mit, das digitale Cockpit mit 12,3 Zoll HD-Monitor, das die Koreaner hier im Ceed erstmals für eines ihrer Modelle anbieten, bleibt zunächst den höheren Ausstattungslinien und der Launch-Edition vorbehalten. Sitzanlage und Sortierung des Bedienbereichs überzeugen auf Anhieb. Mit einem 10,25 Zoll großen Monitor für den Bedienbereich Multimedia/Navigation/Connectivity setzt Kia optisch wie technisch ein Statement in die Fahrzeugmitte. Nur für die Launch-Edition in der Exklusiv-Farbe Quantum Yellow setzt Kia auf farbige Zierelemente in Außenfarbe auch innen. Das wirkt gediegen, edel und ist zudem trendy.

 

 

Das Navigationssystem glänzt mit intuitiver Zieleingabe und brillanter Darstellung

 

Dass diese Option nebst farbiger Kontrast-Steppung der Sitze sich auch für die anderen Außenfarben zumindest als Option gut vermarkten lässt, werden die Kia Marketingstrategen sicher auch noch feststellen. Der farblich eingebettete Monitor wirkt einfach viel besser. Und genau um diese Effekte dreht sich bei solchen Crossovermodellen im Grunde ja alles. Die Darstellung ist dreifach teilbar, brillant klar unter allen Lichtverhältnissen. Dass die Zielführung des Navigationssystems punktgenau läuft und die Zieleingabe auf Anhieb gelingt, muss erwähnt werden, denn Systeme anderer Hersteller konnten zuletzt mit solchen Selbstverständlichkeiten weniger überzeugen. UVO Connect heißen die neuen Online-Dienste von Kia, die Funktionen und Informationen über das Auto für den Zugriff per App und Smartphone ermöglichen. Anfang des kommenden Jahres sollen so Kunden die Türen aus der Ferne schließen und Entriegeln sowie Echtzeitdaten vom Auto abfragen können.

 

 

Geschmeidige Sechsgangschaltung kann auf Wunsch durch Sieben-Gang-DSG ersetzt werden 

 

Beim Antrieb setzt Kia auf die Ceed-Motorenpalette. Bis auf den 1,4 Liter Saugmotor, den der Fünftürer noch als Preiseinstieg bietet, ist beim XCeed das gesamte Spektrum vorhaben. Nur für den Einstieg wird ein Dreizylinder eingesetzt, der 1,2 Liter Turbo liefert 120 PS (172 Newtonmeter).  Leistungsträger für den XCeed wird nach Einschätzung des Herstellers aber der 1,4 Liter Vierzylinder Turbobenziner mit 140 PS sein. Er schafft den Standardsprint von 0 auf 100 km/h in 9,5 Sekunden und geht in der Spitze auf 200 km/h. Dass er im Realbetrieb mit den von Kia genannten 5,9 Litern für 100 Kilometer hinkommt, bezweifeln wir nach der ersten Testfahrt allerdings. Schon beim einfachen Gleiten auf der Landstraße und mit moderatem Autobahnverkehr genehmigte der XCeed sich 8 Liter auf 100 Kilometer. Toptriebwerk ist der 1,6 Liter Turbobenziner, der 204 PS und 265 Newtonmeter liefert. Für den Sprint sind 7,5 Sekunden angegeben, und seine Höchstgeschwindigkeit beträgt 220 km/h. Alternativ zur sehr geschmeidigen Sechsgang-Schaltung von Hand kann auch für diesen Motor das Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen bestellt werden, das Kia auch mit den stärkeren der beiden 1,6 Liter Turbodiesel (115 und 136 PS) kombiniert. Die angegebenen Verbrauchswerte liegen hier je nach Ausstattung und Getriebewahl zwischen 4,3 und 4,6 Litern.

 

Ab 2020 gibt es die Diesel als 48 Volt Mildhybrid mit 60 Kilometer rein elektrischer Reichweite

 

Was nicht das Ende der Fahnenstange sein wird, denn die Dieselmotoren werden im kommenden Jahr von einem 48 Volt Mildhybridsystem noch stärker in Sachen Effizienz getrimmt werden. Für den 1,6 Turbobenziner kommt zeitgleich dann eine Plug-in-Hybridversion, die allerdings nur im Kombi und für den XCeed angeboten werden soll und immer mit einem Sechsgang- Doppelkupplungsgetriebe liiert sein wird. Mit der 8,9 kWh-Lithium-Ionen-Polymer-Batterie soll eine rein elektrische Reichweite von 60 Kilometern möglich sein, womit diese Modelle dann auch  E-Kennzeichen bekommen und steuerlich besonders attraktiv werden.

 

 

Gelungene Kompaktwagen-Straßenlage für einen Hochbeiner

 

Schon in der Grundausstattung packen die Koreaner Frontkollisionswarner mit Bremseingriff, aktive Spurhaltung mit Lenkeingriff, Müdigkeitswarner und Fernlicht-Automatik für die LED-Scheinwerfe ins Auto. Nach oben wird dann Zug um Zug zugelegt: Vom adaptiven Tempomat mit Stauassistenz (nur bei Automatik), Verkehrszeichenerkennung, Parkassistent bis Querverkehrswarner und Rückfahrkamera ist die komplette Helfer-Crew zu bekommen. Die höher gelegte Karosserie des XCeed machte eine Neuauslegung des Fahrwerks erforderlich, um an dieser Stelle den SUV-Charakter mit Wankneigung möglichst gänzlich zu eleminieren und eine Kompaktklassen-Straßenlage für einen Hochbeiner umzusetzen. Der Grundton ist folglich, straff abzustimmen, ohne die Komfortseite zu unterschreiten. Bei der Lenkung könnte etwas mehr Rückmeldung vom Untergrund erlaubt werden, die Präzision stimmt. Insofern gelingt auch hier der Spagat, den ein Crossover in jeder Disziplin beherrschen sollte.

Text und Fotos : Solveig Grewe

 

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