Der neue Volvo S60 – Höchstleistung mit Hybrid

Bei Volvo schließt sich in den kommenden Wochen mehr als nur ein üblicher Fahrzeugzyklus.

Mit der Limousine S60 kommt das letzte Modell auf den Markt, das auf der SPA-Plattformarchitektur basiert. Mit der haben die Schweden, bei denen der chinesische Hersteller Geely die Macht im Hintergrund ist, vor sechs Jahren den Grundstein für eine ungewöhnlich lange und durchgehende Wachstumsphase in Deutschland gelegt. Vieles hat sich mit und in diesem Zyklus geändert oder ist dabei, zum Umbruch zu werden. Angefangen mit der Festlegung, bei den Motoren mit Vierzylindern und dem klassischen 2,0 Liter Hubraum das Downsizing konsequent als DNA dieser Baureihe zu verankern. 

Die Designer haben dem S60 ein elegantes Stufenheck modelliert.

Batterieautos stehen bei Volvo in den Startlöchern 

Gefolgt von der Ankündigung, dass die auf diesem Grundmotor aufbauenden Dieselantriebe nur noch optimiert werden,  danach der Dieselmotor aber ad acta gelegt werden wird. Botschaften, die bei der klassischen Volvo-Kundschaft das grüne Gewissen nachhaltig beruhigen. Und jetzt kommt aus dem Heimat von Greta Thunberg nach der Ankündigung, Volvo Pkw künftig bei 180 km/h abzuregeln, noch eine weitere wohlklingende Botschaft: Der S60 bekommt zwar noch Freilauf über 180 km/h, aber schon keinen Dieselmotor mehr, wobei der als Alternative hervorgehobene Hybridantrieb ein Ökoblender ist. Doch dazu später. Die Hybridisierung rollt Volvo ab dem kommenden Jahren über alle Modellreihen aus. Aber im Grunde bestimmen dann schon die sogenannten BEVs (Batterie electrical Vehicles) die Agenda der Schweden. In gut vier Wochen wird als erstes der kleinste SUV der Marke, der XC 40, als Batterieauto präsentiert werden. Bis Ende 2021 verspricht Volvo fünf BEVs, von denen zwei aus der Performancemarke Polestar kommen sollen. So viel zur Zukunft.

Der S60 kommt als erster Volvo-PKW aus den USA nach Europa 

Sportlicher, größer und komfortabler als sein Vorgänger.

Ins Bild des Aufbruchs passt dann auch, dass das letzte Modell dieser Fahrzeuggeneration die weiteste Anreise nach Europa hat. Der S60 ist der erste Volvo-Pkw für die Alte Welt aus Übersee. Für ihn wurde eigens ein Werk in Charleston im US-Bundesstart South Carolina gebaut. Nicht von ungefähr die Heimatstadt des S60, denn die USA – wie auch China – sind noch immer große Limousinen-Märkte. Ganz anders als in Europa, wo Volvo vor allem mit Kombis und seit Einführung der SPA-Plattform auch mit den SUVs XC90 und XC60 Jahr für Jahr ordentliches Wachstum generiert hat. Und weil sich für die USA und China die Kombination Limousine und Diesel fast ausschließt, gab es sicher auch ein paar ganz schlicht ökonomische Erwägungen, Diesel bei der Limousine überhaupt nicht ins Programm zu nehmen.

Der Hybrid T8 Twin Engine mit 390 PS Systemleistung als stärkster Antriebsstrang für den S60 

Ohnehin wird die Limousine S60 wie schon der größere S90 eher selten Sichtung auf deutschen Straßen finden. Mit 4,76 Metern Länge bringt die Plattform auch hier ein beträchtliches (12,6 Zentimeter) Größenwachstum, was den Radstand (2,87 Meter; plus 9,6 Zentimeter) einschließt. 

Die Mittelklasselimousine wird als erster Volvo im neuen Werk in Charleston/South Carolina gebaut.

Da die Kammlinie um 5,3 Zentimeter auf 1,43 Meter abgesenkt wurde, wirkt der S60 lang und schlank, wobei ein Startgewicht von 1677 Kilogramm nur bedingt als Ausweis für ein Leichtgewicht taugt. Beim Hybrid wird das Thema dann richtig heftig, das Teil rollt mit einer Basislast von über zwei Tonnen durch die Welt. Dieser Hybrid namens T8 Twin Engine  hat es in sich. Das vermeintliche Öko-Triebwerk ist mit seiner Systemleistung mit Abstand der stärkste Antriebsstrang der Baureihe. Schon aus dem Vierzylinder kitzelten die Ingenieure satte 303 PS  (223 kW) Leistung für die Vorderachse. Dazu kommt der E-Motor an der Hinterachse, der weitere 87 PS (66 kW) leistet und den S60 T8 zur Allradlimousine macht.

58 Kilometer rein elektrische Reichweite garantieren Steuervorteile  

Angenehm: gut ausgeformte Sportsitze.

Strom zieht der Antrieb als Plug-in aus der Steckdose in eine Lithium-Ionen-Batterie. Sie hat eine Kapazität von 113,6 kWh, die auf der einen Seite den Zweitonner maximal 58 Kilometer weit rein elektrisch bringt, was ihm ein E-Kennzeichen und damit sichtbaren Ausweis fortschrittlicher Antriebstechnik garantiert. Auf der anderen Seite wird das mit 442 Litern schon nicht sonderlich üppige Kofferraumvolumen des S60 hier auf 390 Liter reduziert. Wer eins und eins zusammenzählen kann, wird auch wissen, wie realistisch die WLTP-Verbrauchsangabe von 2,3 Liter für 100 Kilometer ist.  Dass mit diesem Hybrid-Kracher 250 km/h in der Spitze und die 100 km/h nach 4,6 Sekunden erreichbar sind, ist jedenfalls sehr viel wahrscheinlicher. 

Das Basismodell T4 R-Linie mit 190 PS (220 km/h Spitze/Durchschnittsverbrauch 8,0 Liter) startet bei 43.200 Euro mit einen Premium-Preis. Der 250 PS starke T5 (250 km/h Spitze/ Durchschnittsverbrauch 8,0 Liter) wird ab 46.200 Euro verkauft. Alle kommen serienmäßig mit Achtgangautomatik. Für den Plug-in-Hybrid stellt Volvo dann mindestens ebenso sportliche 59.000 Euro in Rechnung. 

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