Die zweite Generation des Juke streckt sich

Gib mal Butter bei die Fische, sagt der Hamburger, wenn das Essen noch besser schmecken soll. Der japanische Automobilhersteller Nissan präsentierte jetzt bei der Markteinführung des Juke in der Hansestadt wohl überlegte Details, die das kleine Crossover, das sich seine Plattform mit dem Renault Captur teilt, in seiner zweiten Generation deutlich aufwerten. Die coupéhafte Dachlinie blieb ihm erhalten, an der  Front und den Scheinwerfern haben die Japaner aber ebenso deutlich Hand angelegt wie am Heck, das jetzt zweigeteilte und kantigere Rücklichter zieren. Der erste Juke hatte bei seinem Debüt vor zehn Jahren mit glubschig wirkenden Scheinwerfern und markant geschnittenem Design die Meinungen über ihn deutlich geteilt. Doch weltweit 1 Million verkaufter Exemplare – 70 000 davon in Deutschland – zeigen, dass sich die Käufer doch eigentlich gerne von dem Auto mit dem Namen, der an eine Musikbox erinnert, an den Angelhaken nehmen lassen.

Der neue Nissan Juke: Weniger exzentrisch, aber dafür mehr mainstream

Die Optik wirkt jetzt ein ganzes Stück gefälliger, aber eben auch mainstreamiger als vorher, der Blick aus den runden Scheinwerfer-Augen – erstmals mit serienmäßigen Voll-LEDs – nicht mehr so exzentrisch. Türgriffe hinten suchen wir zunächst vergeblich. Sie sind in den C-Säulen versteckt, das täuscht die Optik eines sportlichen zweisitzigen Coupés vor, die Nissan mit bis zu 19-Zoll großen Felgen und damit reichlich großen Rädern kombiniert. Der neue Juke misst mit 4,21 Metern jetzt 7,5 Zentimeter mehr als vorher und streckt sich auf 1,80 Meter Breite und 1,60 Meter Höhe. In Kombination mit dem um knapp 11 Zentimeter längeren Radstand bietet er jetzt mehr Kniefreiheit für die Passagiere auf der Rückbank und einen größeren Kofferraum hinter der deutlich verbreiterten Ladeöffnung. Er kann bei voller Besetzuing 422 Liter anstelle vorher 354 Liter aufnehmen. Ein doppelter Boden hilft, für Ordnung zu sorgen, die Rücksitzbank ist im Verhältnis 40:60 umklappbar. Maximales Volumen: 1088 Liter.

       

Der Propilot als Freund im Stau des neuen Nissan Juke

Die serienmäßigen Integralsitze bieten guten Seitenhalt. Aufgeschäumte Oberflächen auf dem Armaturenbrett um die klassischen und gut ablesbaren Rundinstrumenten herum fühlen sich angenehm an, das sonst verwendete Hartplastik wirkt immerhin hochwertig. Ab der zweiten Ausstattung “Acenta” ist das neue Infotainment-System „Nissan Connect“  mit einem 8-Zoll großen Farb-Touchscreen an Bord. Das eigene Smartphone lässt sich über Apple CarPlay oder AndroidAuto andocken, über den WLAN-Hotspot können bis zu acht verschiedene Geräte mit dem Netz gekoppelt werden. Eine induktive Ladeschale bietet Nissan seltsamerweise nicht an. Im nächsthöheren Ausstattungslevel N-Connecta ist der Juke dann always online und kann auch über den Google Assistenten sprachgesteuert werden. So kann man kontrollieren, ob das Auto abgeschlossen ist oder schon mal das  Navigationsziel für den nächsten Tag eingeben. Eine Premiere feiert der sogenante Propilot an Bord des im britischen Sunderland gebauten Juke. Entscheidet man sich für das Automatikgetriebe, hält das Auto mit seiner Unterstützung selbst einen festgelegten Abstand zum Vorausfahrenden ein, stoppt und fährt bei Bedarf wieder an, wenn der Verkehrsfluss es zuläßt.

 

Das Sechsgangschaltgetriebe des neuen Nissan Juke könnte etwas präziser agieren

Unter der Haube arbeitet als einzige Motorisierung der schon aus dem Micra bekannte 1,0 Liter-Turbo-Dreizylinder mit 117 PS und einem Drehmoment von 180 Newtonmetern. Per Kickdown lässt es sich für 25 Sekunden auf 200 Newtonmeter steigern. Das bringt den kleinen Crossover mit dem nicht ganz präzise agierenden Sechsgangschaltgetriebe binnen 10,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Mit der Siebengangautomatik (1.400 Euro Aufpreis) lässt er sich mit knapp über elf Sekunden etwas länger Zeit. In der Spitze sind 180 km/h drin. Damit ist der ausschließlich als Fronttriebler erhältliche Nissan agil genug für den Alltag im urbanen Umfeld. Wertvolle Unterstützung bieten hier der intelligente Notbremsassistent mit Fußgänger- und Fahrradfahrererkennung, ein Geschwindigkeitsassistent mit Verkehrszeichenerkennung sowie ein Spurhalte-, ein Querverkehrs- und ein Totwinkelassistent. Wegen der schlechten Sicht nach hinten unerlässlich ist die 360 Grad Rückfahrkamera, die aber erst ab der Austtattungslinie Acenta erhältlich ist und damit der Basisvariante vorenthalten bleibt. Wer sich für das Bose-Soundsystem entscheidet, erhält in die Kopfhörer integrierte Lautsprecher in Form von Kopfhörern, die das Klangerlebnis hautnah zusammen mit den sechs anderen Lautsprechern eindrucksvoll wiedergeben.

 

Der neue Juke kostet mindestens 18.990 Euro

Auf der ersten Teststrecke zum Fischereihafenmuseun in Hamburg zeigt sich der Dreizylinder akustisch unaufdringlich, aber besonders bei niedrigen Drehzahlen etwas träge und will fleißig geschaltet werden. Als Alternative zum serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe steht für den gut abgestimmten Juke erstmals ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DCT) mit Lenkradschaltwippen zur Wahl. Das Fahrverhalten lässt sich über den optionalen D-Mode Schalter mit den drei Modi Eco, Standard und Sport den individuellen Vorlieben anpassen und lässt den Juke in „Sport“ spürbar knackiger wirken.

Für den neuen Juke ruft Nissan mindestens 18.990 Euro auf.

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