Gebrauchtwagen-Check: Kia Rio

Die aktuelle Generation des Kia Rio macht sich beim TÜV gut. Allerdings hat sie ein Problem vom Vorgänger behalten.

Die vierte Generation des Kia Rio ist seit 2017 auf dem Markt. Die ersten Fahrzeuge sind mittlerweile zur TÜV-Hauptuntersuchung vorgefahren. Und siehe da: Kia hat aus den Fehlern der dritten Generation gelernt.

Verstecken muss er sich nicht

Der 4,07 Meter lange Rio ist ausschließlich als fünftüriges Steilheckmodell erhältlich. Er tritt optisch selbstbewusst und schick auf. Klare Linien, knackige Proportionen und eine lange Motorhaube sorgen für einen markanten Auftritt. Hinter den Wettbewerbern wie VW Polo, Ford Fiesta oder Opel Corsa muss er sich nicht verstecken. Das Cockpit ist übersichtlich gestaltet, das Interieur wirkt zumindest in den höheren Ausstattungsversionen gediegen. Bis zu fünf Personen können im Rio Platz nehmen, doch realistischer ist die Belegung des Fonds mit nur zwei Reisenden. Das Kofferraumvolumen geht für einen Kleinwagen in Ordnung. In der Standardstellung fasst das Gepäckteil 325 Liter, legt man die Rücksitzlehne um, stehen maximal 1.103 Liter zum Beladen zur Verfügung. Dank der mit zwei Handgriffen geteilt umlegbaren Rückbanklehne entsteht ein ebenes Gepäckabteil, da ein herausnehmbarer Zwischenboden im Kofferraum den Höhenunterschied zum Fahrgastraum egalisiert und zugleich die Höhe der Ladeschwelle auf wenige Zentimeter minimiert. Im Sommer 2020 hat der Kleine ein Facelift erhalten.

Nichts für Schaltfaule

Kia hat für den Rio vier Benziner und einen Diesel im Angebot. Der Einstiegsbenziner, ein 1,2-Liter-Vierzylinder mit 62 kW/84 PS, ist wie der 1,4-Liter mit 73 kW/99 PS ein Sauger. Beide benötigen, um auf Touren zu kommen, fleißiges Schalten. Dazu steht bei der stärkeren Version ein manuelles Sechsgang-Getriebe bereit, der 84 PS-Motor muss mit einem Fünfgang-Getriebe auskommen. Wer eine Automatik sucht, muss zum 1.4er greifen. Eine Vierstufen-Automatik kann alternativ geordert werden. Beide Triebwerke schaffen eine Höchstgeschwindigkeit jenseits von 170 km/h (173 und 175 km/h), der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert 12,9 beziehungsweise 12,2 Sekunden. Als Durchschnittsverbrauch gibt Kia 4,8 und 5 Liter an. 2019 hat Kia den 1.2er aus dem Programm genommen.

Wer etwas mehr Spritzigkeit goutiert, greift zu dem Einliter-Dreizylinder, den es in zwei Ausbaustufen mit 74 kW/100 PS und 88 kW/120 PS gibt. Der Turbo mobilisiert in beiden Varianten 172 Nm, die Sauger kommen nur auf 122 und 133 Nm. Die Top-Geschwindigkeit ist bei Tempo 188 und 190 erreicht. Auch bei den Dreizylindern muss sich die schwächere Version mit einem Fünfgang-Schalter begnügen, der 120 PS-Motor ist ab Werk mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe ausgestattet. Beide Aggregate können wahlweise mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe kombiniert werden. Kia gibt als Verbräuche Werte zwischen 4,2 und 5,3 Liter an.

Der einzige Diesel (bis 2018) ist ein 1,4-Liter mit 66 kW/90 PS. Er ist immer mit einem Sechsgang-Getriebe versehen und stellt 240 Nm bereit. Sein Durchschnittsverbrauch von 3,8 Litern macht ihn für Vielfahrer interessant. Auf der Autobahn schafft er Tempo 175.

Ausstattung und Sicherheit

Der Rio wird in den Kia-typischen Ausstattungslinien Attract, Edition 7, Spirit, GT Line und Platinum Edition angeboten. Dazu kommen Sondermodelle wie etwa „Dream Team“. Die Basisvariante Attract fährt unter anderem mit Bordcomputer, Lichtsensor und Radio mit USB-Anschluss vor, eine Klimaanlage muss man aber dazu buchen. Wer sportliche Optik liebt, greift zur „GT -Line“. Diese wartet unter anderem mit Stoßfänger in Diffusor-Optik, Doppelrohrauspuff und LED-Scheinwerfer auf. Am oberen Ende der Komfortniveaus bietet „Platinum Edition“ fast alles, was das Kleinwagenfahrerherz begehrt, darunter 17-Zöller, Klimaautomatik, Sitz- und Lenkradheizung, Navi, Parksensoren und Rückfahrkamera. Auch beim Thema Konnektivität kann der Rio in den gehobenen Linien mithalten. Ab „Spirit“ gehören auch viele Assistenten zum Serienumfang. Für die unteren Linien sind sie optional verfügbar. Gebrauchtwageninteressenten müssen also genau hinschauen, welche Helfer an Bord sind. Beim NCAP-Crashtest erzielte der Rio 2017 fünf Sterne.

Qualität

Der aktuelle Rio absolviert die erste TÜV-Hauptuntersuchung mit Bravour, zumindest fast. Anders als die Vorgängergeneration erlaubt er sich keine Patzer beim Fahrwerk und Bremsen. Schwachpunkt ist wie zuvor die Beleuchtungsanlage. Hier sollten Interessenten genau hinschauen. Wer allerdings einen noch jungen gebrauchten Rio erwirbt, profitiert von der 7-Jahres-Garantie, die Kia auf Neuwagen gewährt und die mit dem Gebrauchtwagenverkauf auf den neuen Besitzer übergeht.

Lohnt er sich?

Viel falsch machen kann man mit gebrauchten Kia-Rio-Modellen nicht. Rund 9.000 Euro muss man für drei Jahre alte Exemplare ausgeben, die überwiegend mit dem 84 PS Motor zum Verkauf stehen. Die Turbo-Triebwerke sind ab rund 10.000 Euro zu haben.

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