Gebrauchtwagen-Check: Mazda2 (Typ DJ)

Kommen Kleinwagen in die Jahre, purzeln die Preise. Der aktuelle Mazda2 ist allerdings selbst im fortgeschrittenen Alter kein Schnäppchen. Aber das hat gute Gründe.

SP-X/Köln. Wer einen Kleinwagen neu kaufen will, muss heutzutage stolze Summen investieren. Der aktuelle Mazda2 zum Bespiel kostet bereits in der Basis deutlich über 14.000 Euro. Doch dank seiner mittlerweile über sechs Jahre währenden Bauzeit tummeln sich auch einige tausend Exemplare auf dem Gebrauchtmarkt. Manche bekommt man bereits zum halben Preis. Für Schnäppchen-Jäger ist allerdings selten was dabei, denn der kleine Japaner hat Langzeitqualitäten, wie sein gutes Abschneiden beim TÜV-Report belegt.

Karosserie und Innenraum: Wenn auch leicht in die Jahre gekommen, kann sich der 4,06 Meter lange Fünftürer weiterhin sehen lassen. Auffällig sind der große Kühlergrill und die scharf dreinschauenden Scheinwerfer. Charakterlinien in den Flanken verleihen ihm eine gewisse Grunddynamik. Angesichts seiner erfreulich kompakten Abmessungen ist der Mazda2 allerdings kein Raumriese. Der 280 Liter große Kofferraum ist klassisch erweiterbar. Wird die Rückbank umgeklappt, stehen bis zu 950 Liter Stauraum zu Verfügung; aufgrund der dabei entstehenden hohen Kante lässt sich dieser jedoch nicht immer optimal nutzen. Der Fond fällt für erwachsene Fahrgäste etwas knapp aus. Das qualitativ überzeugende Cockpit präsentiert sich aufgeräumt. Kurios ist der zentrale Drehzahlmesser im Kombiinstrument mit digitaler Tempoanzeige. Lohnen kann sich die Suche nach Gebrauchten mit Head-up-Display, denn hier werden fahrrelevante Informationen direkt ins Blickfeld des Fahrers projiziert.

Motoren: Der Mazda2 gehört zu den wenigen modernen Kleinwagen, die auch mit Diesel zu haben sind. Allerdings flog der 77 kW/105 PS starke Zweiliter-Selbstzünder bereits 2018 aus dem Programm, weshalb auch nur sehr wenige Gebrauchte mit Diesel angeboten werden. Sehr zahlreich vertreten ist hingegen der in drei Leistungsstufen verfügbare 1,5-Liter-Vierzylinderbenziner. Den Saugbenziner gibt es mit 55 kW/75 PS, 66 kW/90 PS und 85 kW/115 PS. Bereits mit der mittleren Version ist man ausreichend flott unterwegs. Der Antrieb gefällt mit gleichmäßiger und linearer Kraftentfaltung und einem Praxisverbrauch von rund 5 Litern. Allein die 90-PS-Variante ist alternativ zur sonst obligatorischen Sechsgang-Handschaltung auch mit Sechsgang-Automatik erhältlich. Versionen mit dem Komfortgetriebe finden sich in sogar größerer Zahl auf dem Gebrauchtmarkt.

Fahrwerk: Der Mazda2 fährt sich flink und wendig. Mit exakter Lenkung und dem neutralen Fahrverhalten ist sogar ein wenig Fahrspaß angesagt. Lediglich auf schnelle harte Stöße reagieren die Dämpfer etwas allergisch, für den Alltag ist der Unterbau dennoch ausreichend kommod. Negativpunkt: Die Achsfedern des kleinen Mazda sind die Achillesferse in der TÜV-Bilanz, denn sie werden häufiger als im Schnitt von den Prüfern beanstandet.

Ausstattung und Sicherheit: Mit vier von fünf Sternen beim EuroNCAP-Test hat sich der Mazda2 im Jahr 2015 recht ordentlich aus der Affäre gezogen. Wer mehr Sicherheit will, kann noch in Ausstattung investieren. So bietet die Komfort-Version „Kizoku Intense“ neben beheizbaren Teilleder-Sitzen auch diverse Fahrhilfen wie Müdigkeits-, Fernlicht-, Spurhalte- und Spurwechsel-Assistenten sowie eine Notbremsfunktion. Das optionale Infotainment-System wird über einen Dreh-Drück-Schalter gesteuert und lässt sich daher – ähnlich wie das „iDrive“-Vorbild von BMW – angenehm intuitiv bedienen.

Qualität: Im Detail gibt es wenig, dass beim Mazda2 Sorgen bereitet. Einzig die bereits angesprochenen Achsfedern werden beim TÜV relativ häufig bemängelt. Verwehren die Prüfer dem Mazda2 die Plakette, kann das unterschiedlichste Gründe haben, die aber nicht auf systematische Mängel hindeuten. Insgesamt ist die HU-Bilanz des kleinen Japaners positiv, denn seltener als der Durchschnitt seiner Klasse fällt er durch die Untersuchungen. Allerdings tritt er bei den Hauptuntersuchungen auch mit vergleichsweise niedrigen Laufleistungen an.

Fazit: Wer mal etwas anderes fahren möchte als VW Polo, Renault Clio oder Peugeot 208 ist beim Mazda2 gut aufgehoben. Zwar hat der kleine Japaner ein paar Schwächen, im Großen und Ganzen kann dem gefälligen Kleinwagen aber definitiv eine Kaufempfehlung ausgesprochen werden. Wer es sich leisten kann, nimmt einen jungen Gebrauchten mit niedriger Laufleistung und Restgarantie. Exemplare mit vertretbaren Kilometerständen und dem kleinen Benziner starten auf den einschlägigen Online-Börsen ab 7.500 Euro. Wer den Mazda2 in der besonders häufig angebotenen 90-PS-Version will, sollte eher 9.000 Euro veranschlagen. Für die seltene Topmotorsierung werden in der Regel noch fünfstellige Summen aufgerufen.

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