Schweden in Spendierhosen

Volvo übernimmt auch beim XC 40 Plug-in-Hybrid für ein Jahr die Stromkosten    

Mit Speck fängt man Mäuse und mit finanziellen  Anreizen lassen sich Kunden noch leichter zum Kauf von Autos mit einem E-Kennzeichen locken. Das jedenfalls hofft der schwedische Hersteller Volvo, bei dem die Elektrifizierung der Flotte in vollem Gange ist. Bis Ende 2020 soll kein neues Modell der Schweden mehr ohne einen reinen Elektromotor oder zumindest als Teilzeitstromer ausgeliefert werden. Auch das Kompakt-SUV XC40, mit knapp über 13 000 Zulassungen im Jahr 2019 nach dem größeren XC 60 das zweitbeliebteste Auto von Volvo, bekommt jetzt einen Plug-in-Hybridantrieb, der ihn für die deutsche, kürzlich noch erhöhte, Umweltprämie prädestiniert. Damit auch wirklich elektrisch gefahren wird und das Aufladekabel nicht original verpackt im Kofferraum schlummert, übernehmen die Schweden für ein Jahr ab Kauf unbegrenzt die – über die Volvo OnCall-App abgelesenen und berechneten – Stromkosten. Bei einem durchschnittlichen Strompreis von derzeit ca. 30 ct/kW – Tendenz steigend – eine runde Sache.

XC 40: Konstruktionsbedingt nur als Frontriebler

Den Antriebsstrang des auf der kompakten CMA-Plattform basierenden und mindestens 49.000 Euro teuren XC 40 T5 Twin Engine hat Volvo komplett neu entwickelt. Anders als bei der größeren Plattform der 60er- und 90er-Baureihen, bei der der Elektromotor an der Hinterachse sitzt und so einen Allradantrieb ermöglicht, werden beim XC 40 Verbrenner und Elektromotor an der Vorderachse verbaut. Das degradiert den kleinen Schweden zum reinen Fronttriebler. Der 180 PS starke 1,5-Liter-Dreizylinderbenziner und der 82 PS starke Elektromotor arbeiten im Team mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Mit im Bunde ist ein 10,7 kWh starker Lithium-Ionen-Akku, der im Mitteltunnel kauert und somit das ohnehin nicht allzu üppige Kofferraumvolumen von 460 bis 1336 Litern noch zusätzlich schmälert. Der Tank fällt allerdings mit 48 anstelle von 54 Litern etwas kleiner aus. Was zu verschmerzen ist, wenn man immer schön brav an der Steckdose lädt. Mit voll aufgeladener Batterie kann der XC 40 in der Theorie rein elektrisch bis zu 50 Kilometer weit fahren. Den Kraftstoffverbrauch gibt Volvo mit 2,0 bis 2,4 l/100 km (nach WLTP) an, den durchschnittlichen Stromverbrauch mit 15,6 bis 15,9 kWh je 100 Kilometer.

XC 40: Hybrid, Pure oder Power

Wie gewohnt, startet man auch den Volvo XC 40 Plug-in-Hybrid schlüssellos. Drei Fahrmodi stehen zur Verfügung: „Hybrid“, „Pure“ und „Power“. In „Pure“ kann man bis zu einer Geschwindigkeit von 125 km/h rein elektrisch fahren. Werden Umweltzonen nur für Elektroautos Wirklichkeit, kann man ein vorbelegbares Batterievolumen dafür aufsparen, ebenso lässt sich über einen Button vorbelegen, dass der Benzinmotor die Batterie während der Fahrt permanent auflädt. Was natürlich den Spritverbrauch in die Höhe treibt. Ebenso wie der kräftige Druck auf das Gaspedal, um das maximale Drehmoment des Verbrenners (265 Newtonmeter zwischen 1.500 und 3.500 U/min) und des Elektromotors (160 Nm zwischen 0 und 3.500 U/min) für einen spontanen Überholvorgang abzurufen. Aus dem Stand beschleunigt der Hybrid in 7,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 205 km/h.

XC 40: Ein Sparfuchs wer ihn täglich lädt

Auf unserer Testfahrt im Berchtesgadener Land zeigte sich, dass bei mehr als dezent eingesetztem Gasfuß rein elektrisches Fahren über eine Strecke von etwa 42 Kilometern durchaus realistisch ist. Der Kraftstoffverbrauch lag dann tatsächlich bei den angegebenen zwei Litern. Hat nur noch der Verbrenner das Sagen, zeigte der Bordcomputer nach etwa 100 Kilometern Landstraße etwas über 7 Liter als Verbrauch. Ein Sparfuchs ist der Volvo XC40 nur, wenn man ihn reichlich kurze Strecken fahren lässt, ihn täglich lädt (etwa im Wechsel zu Hause und am Arbeitsplatz). Die 10,7-kWh-Batterie versteht sich mit jeder haushaltsüblichen Steckdose  (je nach Ladeleistung dauert der Aufenthalt dort zwischen drei und neun Stunden) sowie mit Schnellladesäulen. Für den Akku geben die Schweden eine achtjährige Garantie.

Der XC 40: Reichlich Assistenzsysteme serienmäßig

Erhältlich ist der XC40-Hybrid in den drei Ausstattungslinien: Momentum Pro, R-Design und Inscription. Serienmäßig mit an Bord sind unter anderem ein Navigationssystem mit Smartphone-Integration per Apple Car-Play und Android Auto, eine elektrische Heckklappe, LED-Scheinwerfer, ein Licht- und Regensensor, eine Einparkhilfe hinten und eine Standheizung, die sich per App aktivieren lässt. Zur serienmäßigen Sicherheitsausstattung zählen unter anderem das City-Safety-Notbremssystem samt Fahrradfahrer-, Fußgänger- und Wildtier-Erkennung, eine Verkehrszeichenerkennung und Systeme, die verhindern sollen, dass man unbeabsichtigt von der Fahrbahn abkommt.

 

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