Sportlicher Auftritt in klein

Im Test : Opel Corsa GS-Line

Der kleine Opel Corsa begleitet seit 1982 Generationen von Autofahrern. In den 38 Jahren wurden fast 14 Millionen verkauft. Heute sieht der Rüsselsheimer Kleinwagen, der komplett bei PSA (Peugeot/Citroën/DS/Opel) gebaut wird und die gleiche Plattform wie der Peugeot 208 nutzt, in seiner sechsten Generation so dynamisch aus wie nie zuvor. Ob der Eindruck hält, was er verspricht, klären die Testfahrten von AUTOHUB mit dem 130 PS starken Benziner.

Opel Corsa GS-Line: Leichtgewicht und Aerodynamikchampion

Flach duckt sich der Corsa GS Line in seinem scharf konturierten chili-roten Blechkleid unter dem schwarzen Dach auf den Asphalt. Mit einer Länge von 4,06 Metern trotzt der ausschließlich als Fünfsitzer erhältliche Kleinwagen dem allgemeinen Trend, immer größer zu werden. Seine 1.200 kg Gewicht der Topausstattungsvariante (Basis: 980 kg) und ein Luftwiderstandsbeiwert von 0,29 cw versprechen reichlich Agilität bei gezügeltem Durst. Auch das verchromte Doppelendrohr, 16 Zöller mit vier Doppelspeichen und Stoßfänger in sportlicher Optik lassen keinen Zweifel an der Performance des Corsa GS Line aufkommen.

Opel Corsa GS-Line: Platzangebot knapp wie in jedem anderen Kleinwagen

Keine großen Sprünge macht das in Europa meistverkaufte Modell der Rüsselsheimer beim Platzangebot innen, das nur dem eines normalen Kleinwagens entspricht. Wenn vorn stattliche Erwachsene sitzen, reicht die zweite Reihe mit Kopf- und Beinfreiheit nur für Kinder. In den gut ausgeformten zweifarbigen Stoffsitzen vorne sitzt man ungewohnt tief, dafür ist das Lenkrad, anders als beim französischen Bruder da positioniert, wo es hingehört. Gegen Zahlung von 1.500 Euro Aufpreis bietet Opel ein individuelles Wellnessprogramm an, mit 6-fach elektrisch verstellbaren Sitzen, Lendenwirbelstütze und Massage. Ideal für eine längere Urlaubsreise, für die im Kofferraum Fond mit 309 Litern bei voller Besetzung allerdings nicht allzu viel Platz für das Gepäck bleibt.

Opel Corsa GS-Line: Formidable Achtgangautomatik

Aus 1.199 Litern Hubraum holt der Opel Dreizylinder, den es so ausschließlich für den Corsa GS gibt, 130 PS. Schon auf dem Papier mit der dort ausgewiesenen Höchstgeschwindigkeit vom 208 km/h und in Kombination mit der nur für den GS erhältlichen formidablen Achtgangautomatik eine Garantie für jede Menge Spaß. Weder beim Beschleunigen aus dem Stand noch beim Zwischenspurt zum Überholen leistet sich der kleine Turbomotor mit einem maximalen Drehmoment von 230 Newtonmetern Schwächen.

Opel Corsa GS-Line: Dreizylinder ohne typisches Schnattern

Ohne auffälliges Turboloch treibt er den Kleinwagen mit beachtlichem Durchzug auch im mittleren Drehzahlbereich in gerade mal 8,7 Sekunden auf Tempo 100 km/h. Dreht er hoch, wird der 1,2 Liter Motor zwar etwas lauter, bleibt aber ohne das Dreizylinder-typische Schnattern. Mit einem angezeigten Verbrauch von 6,6 Litern auf 100 km nach teils ambitionierter Fahrweise liegt der Testwagen allerdings deutlich über den 4,5 Litern aus dem Datenblatt.

Opel Corsa GS-Line: Ziemliches sportliches Fahrwerk

Das Fahrwerk hat Opel schon ziemlich sportlich ausgerichtet. Weil der Sport-Fahrmodus nur Gasannahme, Schaltzeitpunkte und Lenkung, nicht aber die Abstimmung beeinflusst, werden Fahrbahnunebenheiten durchgehend und ohne Ansatz von Weichmachern an den Popometer weitergereicht. Die Lenkung ist leichtgängig und setzt Kursvorgaben präzise um, im Sport-Modus wirkt sie im Ansprechverhalten etwas nervös. Was beruhigt: Ansätze zum Übersteuern bleiben jederzeit kontrollierbar.

Opel Corsa GS-Line: Musikanlage könnte hochwertiger sein

Das glasüberbaute Navi-Pro-Infotainment System mit dem 10-Zoll-Farb-Touchscreen lässt sich intuitiv bedienen. Es erlaubt Live-Navigation mit Echtzeit-Verkehrsinformationen und zeigt die aktuellen Kraftstoffpreise an. Die Musikanlage kreiert zur Untermalung der Fahrt einen konventionellen Sound, allerdings könnten die Rüsselsheimer in dieser oberen Ausstattungslinie durchaus zu etwas Hochwertigerem greifen.

Opel Corsa GS-Line: Adaptives LED – Matrix-Licht ist ein Kreuzchen wert

Dafür sind die Assistenzsysteme top. Der Corsa erkennt Tempolimits besser als man selber, der sensorgestützte „Flankenschutz“ warnt beim Rangieren bis zu einer Geschwindigkeit von 10 km/h vor unliebsamen Begegnungen mit Pfeilern oder vorstehenden Wänden. Ein Kreuzchen wert in der Wunschliste sollte das in diesem Segment einzige adaptive LED-Matrix-Licht sein, dessen Fernlichtsegmente vorausfahrende sowie entgegenkommende Fahrzeuge gezielt ausblenden.

Der günstigste Corsa startet bei 13.990 Euro, die von uns gefahrene Spitzenversion kostet ab 23.440 Euro. Der Preis lässt sich aber mit weiteren Extras ohne Mühe auf über 30.000 Euro hochtreiben.

Total
0
Shares
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.



Related Posts