Ultraleichter Wasserstoff-Stromer

Elektrische Vertreter der L7e-Fahrzeugklasse sind die wahren Ökos. Allerdings fahren sie nicht sonderlich weit und sind zudem nicht sonderlich sicher. Es gibt allerdings eine Ausnahme.

Die besonders leichten Elektroautos der Fahrzeugklasse L7e könnten zu einem wichtigen Baustein einer umweltfreundlicheren Mobilität werden. Der Leichtbau verlangt allerdings nach Kompromissen bei Batteriegröße und Crashsicherheit. Das Safe Light Regional Vehicle (SLRV), ein vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelter, fahrfertiger Prototyp, soll mit Sicherheitskarosserie und Brennstoffzelle Wege aufzeigen, diese beide Zielkonflikte aufzulösen.

Beim SLVR handelt es sich um einen flach bauenden, 3,8 Meter kurzen Zweisitzer, dessen Karosserie nur 90 Kilogramm wiegen soll. Um die nötigen Crashzonen darzustellen, setzen die Forscher auf eine neuartige Sandwichbauweise mit Schichten aus Stahl und Kunststoffschaum. Zudem gibt es eine wannenförmige Fahrgastzelle mit aufgesetzter Ringstruktur, welche die Insassen zusätzlich schützt. Beim DLR will man für diese im Serienbau bislang nicht genutzten Strukturen Fertigungstechniken weiterentwickeln.

Verbesserungen

Zweiter Entwicklungsschwerpunkt des SLRV betrifft die Energieversorgung, denn statt Verbrenner oder Traktionsbatterie stellt hier eine Brennstoffzelle in Kombination mit einer Pufferbatterie die zum Vortrieb nötige Energie bereit. Bis zu 1,6 Kilogramm Wasserstoff kann das Fahrzeug in einem Hochdrucktank bevorraten, was eine Reichweite von 400 Kilometer erlauben soll. Die Brennstoffzelle stellt 8,5 kW Dauerleistung bereit, die Batterie steuert für das Beschleunigen weitere 25 kW bei. Der rund 450 Kilogramm leichte Forschungs-Flitzer beschleunigt bis auf 120 km/h soll und eignet sich entsprechend auch für Überlandfahrten und Autobahneinsatz. Damit könnte dieses L7e-Konzept auch für Pendler aus den ländlichen Speckgürteln unserer Großstädte eine interessante Alternative sein. Dank der großen Reichweite und einer schnellen Betankung per Wasserstoff wäre das SLRV auch für Carsharing-Applikationen ein interessantes Fahrzeug.

Sollte es vom SLRV ein entsprechendes Serienfahrzeug geben, wäre laut DLR ein Preis um 15.000 Euro denkbar. Bei zehnjähriger Nutzungsdauer mit 300.000 Kilometer Laufleistung wäre demnach ein Kilometerpreis von 10 Cent realistisch.

Total
0
Shares
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.



Related Posts