Vauxhall bangt bei Megafusion um seine Zukunft

Die Fusion von PSA und Fiat Chrysler lässt Vauxhall um die Zukunft bangen Die geplante Fusion weckt beim britischen PSA-Ableger Vauxhall Zukunftsängste. „Die Fusionsgespräche und die mit dem Brexit verbundene Unsicherheit beunruhigen die Vauxhall-Belegschaft, die zu den leistungsstärksten in Europa gehört“ erklärte der Gewerkschaftler Des Quinn gegenüber der BBC.“

Mit einem kämpferischen Unterton verdeutlicht Des Quinn seinen Standpunkt: „Unabhängig von dem Zusammenschluss muss sich PSA darüber im Klaren sein, dass wenn man weiter Vauxhall-Modelle in Vereinigten Königreich verkaufen will, diese Modelle auch im Vereinigten Königreich produziert werden müssen.“

Vauxhall beschäftigt in Großbritannien rund 3000 Menschen, die nun um ihre Arbeitsplätze fürchten. Daher fordern die Gewerkschaften jetzt Gespräche mit PSA über die Zukunft der Marke und den Standort in Ellesmere Port. Professor David Bailey von der Birmingham Business erklärte ebenfalls in der BBC, dass die angestrebten Kostenreduzierungen „ohne die Schließung von Fabriken und erhebliche Entlassungen nicht zu erreichen ist“. In der Tat befindet sich die Fabrik Ellesmere Port offensichtlich in einer kritischen Situation, weil die Regierungen in Rom und Paris (der französische Staat ist indirekt an PSA beteiligt) die Fabriken in Italien und Frankreich schützen werden. Bailey: „Ich befürchte, dass der sehr effizient arbeitende Standort Ellesmere Port den geplanten Einsparungen und der durch den Brexit verursachten Verunsicherung am Ende geopfert werden könnte.“

In Ellesmere Port montieren rund 1000 Angestellte Opel-Modelle, die in Großbritannien mit dem Vauxhall-Markenzeichen angeboten werden. Bereits im Sommer hatte PSA-Chef Carlos Tavares bereits indirekt die Zukunft der Produktionsstätte in Frage gestellt. „Wir würden den Astra gerne weiter in Wales produzieren, doch wenn wir die Produktion nicht profitabel machen können, dann müssen wir den Rest des Unternehmens schützen.“
Der französische Finanzminister Bruno Le Maire hat bereits angekündigt, dass seine Regierung die französischen Interessen schützen wird.

Gleichzeitig begrüßte er die mögliche Fusion, weil die beiden Unternehmen so die kritische Größe erreichen würden, um in sauberere Technologien investieren zu können. Allerdings „wird die Regierung genau darüber wachen, den industriellen Fußabdruck der Gruppe in Frankreich zu erhalten“.
Sollte die Fusion tatsächlich über die Bühne gehen, soll die neue Gruppe ihren Hauptsitz in den Niederlanden aufschlagen. Der elfköpfige Vorstand, so die Planungen, wird aus sechs PSA-Vertretern und fünf Fiat-Vertretern bestehen. PSA-Chef Carlos Tavares und John Elkann von der Fiat-Familie Agnelli werden dem Gremium angehören.

Durch die Fusion könnte PSA endlich den seit vielen Jahren immer wieder aufgeschobenen Plan verwirklichen, auf den US-amerikanischen zu rollen, den man in den 1970er Jahren aufgegeben hat. Bisher ist der Konzern dort lediglich mit Mobilitätsdiensten vertreten. Fiat Chrysler wiederum wird von dem Technologievorsprung der Franzosen bei Elektromobilen profitieren. In den vergangenen Jahren hat das US-italienische Unternehmen diesen Bereich vernachlässigt und steht nun vor einem großen Nachholbedarf.

Im Hintergrund wiederum steht der chinesische Konzern Dongfeng, der PSA vor einigen Jahren zusammen mit dem französischen Staat durch seine Beteiligung vor der drohenden Insolvenz gerettet hat. Über die Fusion erschließt sich den Chinesen nun unverhofft die Möglichkeit, über ein etaliertes Händlernetz auf den US-amerikanischen Markt zu kommen.
Ein Aus für die Vauxhall-Produktion wäre ein weiterer Schlag gegen die britische Automobilindustrie und die auf der Insel beheimateten Zulieferer. Honda hat bereits das Aus für seine britische Produktionsstätte verkündet, und angeblich überlegt auch Nissan inzwischen die Insel zu verlassen. 

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