Zwischen Robotik und Politik

Wie Maschinen Menschen helfen und was die schöne neue Welt noch so alles für uns bereithält, wird gerne und häufig erzählt. Manchmal sogar verfilmt. Und da sieht man dann auch mal einige Nachteile, die es im echten Leben natürlich nicht geben wird.

Nachdem wir gerade vor Wochenfrist das jüngste Update der Terminator-Serie mit Arnold Schwarzenegger gestreamt haben und von daher in Sachen Roboter vorgewarnt sind, wurde passend dazu diese Woche die „Europäische Charta der Robotik“ veröffentlicht. Der längliche Inhalt grob verkürzt sagt ungefähr, dass Roboter nur da eingesetzt werden sollen, wo die Arbeit so monoton ist, dass man sie Menschen nicht mehr zumuten mag. Außerdem steht die europäische Industrie für einen „Human-in-Command-Ansatz“, also wir bleiben Chef. Das ist doch schön.

Wobei wir just beim Autofahren in Zukunft gerne die Chefrolle an das Auto abgeben würden wollen, zumindest da, wo das Fahren so langweilig ist, dass es wir es uns nicht mehr zumuten mögen. Also etwa im Stau, auf dem immer gleichen täglichen Weg zur Arbeit oder auf der schnurgeraden, leeren, aber tempolimitierten Autobahn. Die Technik wäre ja so weit, lesen und hören wir immer wieder, aber der Gesetzgeber ziere sich noch. An dieser Stelle sei uns die Bemerkung erlaubt, dass ausnahmsweise der Gesetzgeber zu Recht auf der Bremse steht. Die täglichen Erfahrungen mit allerlei Assistenzsystemen und ihrer Sensorik in aktuellen Fahrzeugen zeigt doch recht deutlich, dass die Hersteller theoretisch praktisch alles können, praktisch aber schon an schlechtem Wetter scheitern. Und letzteres soll ja in unseren Breiten auch in Zeiten des Klimawandels immer wieder mal vorkommen.

Wobei wir durchaus optimistisch sind, was den technischen Fortschritt angeht. So gibt es beispielsweise immer mehr Hersteller und entsprechend auch immer mehr Autos, die technisch und sensorisch so sensibel und ausgefuchst sind, dass sie andere Autos vor Gefahren waren. Gut, dass Thema ist nicht ganz neu und wird uns schon seit Jahren vorgeführt. Inzwischen mehren sich aber die Zeichen, dass einzelne Autos tatsächlich auch mit anderen in Kontakt treten und in Zukunft sogar mit welchen, die nicht von der gleichen Marke sind. Es dauert nur noch ein bisschen, bis sich wirklich alle auf die gleiche Technik des In-Kontakt-Tretens verständigt haben und danach muss es nur noch funktionieren. Wie gesagt, wir sind da sehr zuversichtlich.

Apropos treten. Treten, und zwar zurück, sollte nach Meinung der bösen Grünen Andreas Scheuer von seinem Amt als Verkehrsminister der Bundesrepublik Deutschland. Dabei ist Scheuer mit Abstand der beste Verkehrsminister dieser Legislaturperiode auf Bundesebene. Und soweit wir das wissen auch kein Roboter, jedenfalls kein intelligenter. Und zudem ist er sich keiner Schuld bewusst, weswegen er überhaupt zurücktreten sollte. Ja gut, da war diese blöde Geschichte mit der Maut. Aber die hat der Bundestag ja gleich mehrfach verabschiedet und er hat ja nur exekutiert, was der Gesetzgeber beschlossen hat.

Dass das beschlossene und von seinem Ministerium ausgearbeitete Gesetz nicht konform war mit höheren Regeln europäischen Rechts, dafür kann er schließlich nichts. Es waren andere beste Verkehrsminister, die die Maut angefangen hatten und nicht zuletzt der Wunsch seiner Partei. Da war der Andy natürlich machtlos. Deshalb und wegen der paar hundert Millionen Steuergeld für zu früh abgeschlossene Verträge, gleich einen ganzen Rücktritt zu fordern, das ist echt schofelig. Um derlei zu vermeiden, könnte ja die CSU in der nächsten Koalition das Verkehrsministerium einfach gleich den Grünen überlassen. Dann klappt es bestimmt auch mit dem Tempolimit. Aber das ist ein anderes Thema. Sonst noch was? Nächste Woche wieder.

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