50 Jahre Opel GT — Grand Tour mit Röhrl und 75 GT

Wie vor 50 Jahren versammelte Opel einige GT auf dem Hockenheimring. zum Jubiläum war manches anders als bei der Präsenatation 1968: Unter den Fahrern waren Walter Röhrl, der GT-Designer Erhard Schnell und Volker Strycek.

Mit einer Grand Tour feiert der Dachverband der europäischen Opel-GT-Clubs das Jubiläum des Opel GT. Der Sportwagen kam vor 50 Jahren auf den Markt. Eine Zwischenstation während der Jubiläumsfahrt erinnerte an die Premiere: Vom 21. bis 29. Oktober hatte Opel Journalisten, Kunden und Händler eingeladen, den neuen GT auf dem Hockenheimring kennenzulernen. Exakt dort fuhren nun wieder Opel GT vor: 75 Sportwagen aus Privatbesitz und Opel-Beständen rollten über den Kleinen Kurs.

Röhrl im GT am Hockenheimring

Am Steuer seines silbernen GT: Walter Röhrl. Der ehemalige Rallyefahrer ist Porsche nicht abtrünnig geworden, aht sich mit dem Zweisitzer jedoch 2016 einen Jugendtraum erfüllt, indem er seinem ehemaligen Rallyemechaniker Herbert Fabian das Auto abkaufte. Auf dem Beifahrersitz: GT-Designer Erhard Schnell. Der 91 Jahre alte Formgestalter findet die Form des GT immer noch schön und signiert einen der Klappscheinwerfer an Röhrls GT – sonst signiert der Rallye-Weltmeister Autos, diesmal bat er selbst um ein Autogramm. Mit Volker Strycek ist ein zweiter Motorsport-Promi in seinem eigenen GT unterwegs: Der Opel-Motorsport-Chef fährt einen orangen GT Junior.

Motorsport-GT am Start

Aus den USA kam der Präsident des amerikanischen GT-Clubs, Gil Wesson, zur Party. Organisiert hat die Tour Olaf Moldzen. Der Norddeutsche leitet den Dachverband europäischer GT-Clubs und brachte zwei Autos mit: einen 69er GT 1900 und einen Irmscher Tourenwagen. Auch ein Conrero GT dröhnt durchs Motodrom. Der italienische Sportwagen setzte sich 1971 bei der Targa Florio gegen diverse Porsche zur Wehr.

Schwer zu tarnende Form

Schon 1965 zeigt Opel auf der IAA in Frankfurt einen sportlichen Zweisitzer. Sein Name: „Experimantal-GT“. Klappscheinwerfer, flache Front, Wespentaille und die zum Heckspoiler geformte Abrisskante am Heck zeigen schon die späteren Merkmale.auto motor und sport gesteht der Studie 1965 keinerlei Chance auf Serienfertigung ein – zum Glück ein Irrtum, drei Jahre später kommt das sportliche Coupés im Coke-Bottle-Design der Corvette auf den Markt. Die Formen und Rundungen wurden noch gefälliger und bulliger gestaltet, die Karosserieüberhänge leicht verkürzt, die eckigen Klappscheinwerfer wurden durch runde ersetzt. Ein Problem hatte Opel bei der Entwicklung mit der Geheimhaltung des GT: Die ungewöhnliche Karosserieform konnte nicht getarnt werden.

Opel-Spruch: Nur fliegen ist schöner

Der Slogan „Nur fliegen ist schöner“ bekommt bald eine neue Bedeutung. Besonders die jungen Fahrer sind von dem günstigen Opel GT (Einstiegspreis 10.767 Mark) begeistert und geben in ihrem jugendlichen Leichtsinn oft etwas zu viel Gas. Das Fahrverhalten des Opel GT mit ungünstiger Gewichtsverteilung – hinten ist er sehr leicht – bringt ihm bald den Zusatz Heckschleuder ein, obwohl die Motoren maximal 90 PS leisten.

GT-Motoren: 60 und 90 PS

Die Kunden können sich zunächst zwischen einem 1,1-Liter-Vierzylinder mit 60 PS und einem 1,9-Liter-Pendant mit 90 PS entscheiden. Die Fahrleistungen des GT 1900 können sich dabei anno 1968 sehen lassen: 185 km/h Höchstgeschwindigkeit und 10,8 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h. Die optional erhältliche Dreigang-Automatik wird in Deutschland und Europa nur in homöopatischen Dosen geordert, in Nordamerika sieht es freilich ganz anders aus.

Der Opel GT kommt in einer Hochphase der Rüsselsheimer. Die Werke in Rüsselsheim und Bochum sind so ausgelastet, dass die Karosserie in Frankreich bei Chausson und Brissoneau & Lotz gefertigt wird. Auch die Lackierung und Innenausstattung wird in Frankreich fertiggestellt. Die Endmontage wird in Bochum vorgenommen.

Nachfolger kommt 2008

Bis zum Produktionsende 1973 werden 103.463 Exemplare des GT gefertigt und davon rund 70.000 in die USA verkauft. Die Studie Aero GT mit herausnehmbaren Dach, die 1969 vorgestellt wird, bleibt leider ein unrealisierter Traum vieler Opel-Fans. Erst 40 Jahre später bringt Opel mit dem neuen GT einen Roadster mit dem berühmten Namen. Der Hubraum ist im Vergleich zu seinem Ahnen wenig gewachsen. Nur 100 ccm mehr besitzt der Zweiliter-Vierzylinder, die Leistung steigt jedoch auf fast das Dreifache: 264 PS. 229 km/h und eine Beschleunigung auf 100 km/h in 5,7 Sekunden zeigen den Fortschritt.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/event/opel-gt-50-jahre-2018/

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