50 Jahre Porsche 917 – Jetzt sieht 001 wieder richtig alt aus

Beim Gedanken an die Rennwagen-Ikone Porsche 917 haben die meisten ein bestimmtes Bild vor Augen. Dieses entspricht allerdings nicht dem Original, welches jetzt wiederhergestellt wurde.

Die späten 60er- und frühen 70er-Jahre gelten als eine der aufregendsten Perioden des Rennsports. Wie wohl kein anderes Fahrzeug steht der Porsche 917 als einer der stärksten und verwegensten Siegertypen für diese Zeit. Die diversen Entwicklungsstufen des Zwölfzylinder-Boliden brachten es in seiner nur sechs Jahre währenden Karriere auf über 1.000 PS, viele legendäre Rennsiege und sogar eine Hollywood-Hauptrolle im Steve-McQueen-Streifen „Le Mans“. Gänzlich unbeteiligt an dieser glorreichen Phase war das vor exakt 50 Jahren vorgestellte Exemplar 001, das nach seiner Enthüllung auf dem Genfer Autosalon 1969 vor allem als Repräsentationsfahrzeug diente. In dieser Rolle musste es sich allerdings an die sich ändernden Moden der Baureihe anpassen. Jetzt hat Porsche diesen ersten 917er wieder in seinen Originalzustand zurückversetzt.

Vom ersten 917 hat Porsche eine Homologationsserie von 25 Fahrzeugen gebaut

Die wohl auffälligste Änderung betrifft die Lackierung, denn ursprünglich war das einst von Ferdinand Piech enthüllte Rennauto, dem eine Homologationsserie von 25 Exemplaren folgte, weiß lackiert. Lediglich an Bug und Heck wies es auffällige „Grünflächen“ auf. Zwischenzeitlich folgten ein Weiß-Orange und ab 1970 ein Hellbau und Orange – die Markenfarben des US-Mineralölkonzerns Gulf, die auch heute noch das kollektive Bild des 917 prägen. Ebenfalls noch 1970 erfolgte ein Umbau der Karosserie des 001 auf die Kurzheck-Version. Hier setzte Porsche im Rennsport zunächst zwei aerodynamisch unterschiedliche Varianten mit kurzem oder langem Hinterteil ein. Letzteres erwies sich allerdings als zu instabil bei hohen Geschwindigkeiten. Diese Änderungen wurden vorgenommen, obwohl 001, anders als viele andere 917er, nie wirklich im Rennsport zum Einsatz kam.

Mittlerweile hat Porsche den 917-001 wieder sein ursprüngliches Erscheinungsbild verpasst

Für die Rückführung in den Ursprungszustand musste Porsche tief in die Trick- und Schatzkiste greifen. Unter anderem wurden unter Einbeziehung der original Konstruktionsskizzen und mit Hilfe neuester 3D-Technologie einige der ursprünglichen Karosserieteile nachgebaut. Auch der Alurahmen wurde auf das Maß des Originals hin gestutzt. Am Ende ist der 917-001 zu seiner ursprünglichsten Evolutionsstufe zurückgekehrt und damit ab dem 14. Mai auch rechtmäßiger Mittelpunkt der Sonderausstellung „50 Jahre 917 – Colours of Speed“ im Porsche Museum, die weitere 13 Exponate umfassen wird. Dazu gehört auch eine erstmals öffentlich ausgestellte 917-Designstudie in moderner 918-Optik in rotweißer Lackierung, die an den ersten Le-Mans-Sieger 1970 erinnert.

Einige Karosserieteile des Ur-917 hat Porsche auf Grundlage von Originalskizzen nachgebaut