Aktueller ADAC-Ecotest Euro-6-Diesel — Kein NOx-Ausstoß beim Mercedes C 220 d

Fast alle der 13 getesteten Selbstzünder unterschreiten den Prüfstands-Grenzwert deutlich. Dabei schneiden nicht nur Premiumautos, sondern auch Volumenmodelle vorbildlich ab. Nur der Honda Civic 1.6 i-DTEC liegt über 80 mg/km.

Die meisten Dieselautos der Abgasnormen Euro 6c und Euro 6d-Temp bleiben in puncto Stickoxiden (NOx) weit unter den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerten. Das hat eine aktuelle Auswertung des ADAC Ecotests ergeben. In den Straßentests des Automobilclubs nach dem RDE-Verfahren schnitten die Selbstzünder fast durch die Bank hervorragend ab und blieben deutlich unter dem aktuell geltenden NOx-Grenzwert von 80 Milligramm pro Kilometer (mg/km).

Nur der Honda Civic 1.6 i-DTEC liegt über 80 mg/km

Beeindruckend verhält sich der Mercedes C 220 d mit Zweilliter-Diesel, dessen NOx-Wert kaum messbar zwischen 0 und einem mg/km liegt. Grund dafür sei sein besonders voluminöser SCR-Kat, der zudem noch gut abgeschirmt sei und deshalb effizient im optimalen Temperaturbereich arbeiten könne. Aber auch beim BMW 520d (als Touring und in der Steptronic-Version) und Opel Astra 1.6 D können im RDE-Test kaum Stickoxid-Emissionen nachgewiesen werden.

Kaum schlechter präsentieren sich der Audi A8 50 TDI, der Citroën Berlingo BlueHDi 130 und der VW Golf 1.6 TDI SCR. Der BMW X2 xDrive 20d, Kia Ceed 1.6 CRDi, Mercedes A 180 d und Peugeot 308 SW BlueHDi 180 stoßen etwas mehr NOx aus, bleiben aber dennoch deutlich unter 50 mg/km; der Volvo XC60 D5 AWD liegt knapp darüber.

ADAC-Ecotest ist schärfer als RDE

Der einzige Diesel, der auf der Straße nicht den Euro-6-Grenzwert erreicht, ist der Honda Civic 1.6 i-DTEC. Als einziger der 13 getesteten Diesel erreicht er seine Euro-6d-Temp-Einstufung nur mit einem Speicherkat; auf ein SCR-System verzichtet er. Das wirkt sich bei der Straßenmessung nachteilig aus, weshalb er als einziger Testkandidat mehr als 80 mg/km NOx emittiert. Trotzdem erfüllt er die gesetzlichen Vorgaben locker, schließlich muss der Grenzwert nur auf dem Prüfstand erreicht werden. Für die Straßenmessung erlaubt das EU-Gesetz nach einen Umrechnungsfaktor von 2,1. Der Japaner darf also im realen Leben 168 mg/km ausstoßen; er liegt aber weit darunter.

Apropos reales Leben: Beim Vergleichen dieser Auswertung mit den einzelnen ADAC-Ecotests fällt auf, dass die hier per RDE getesteten Autos beim NOx-Wert generell besser abschneiden. Beispielsweise ist der Audi A8 50 TDI dort mit 115 mg/km angegeben, der BMW 520d mit 53 mg/km. Das verwundert, schließlich gibt der Ecotest Prüfstandswerte an und wird RDE auf der Straße getestet. Die Erklärung: Der ADAC fährt auf dem Prüfstand einen viel schärferen Zyklus, beschleunigt beispielsweise mehrfach mit Vollgas von 80 auf 130 km/h, was gerade den schweren Audi A8 mit seinem großen Motor zurückwirft. Beim RDE-Test wird dagegen im Verkehr mitgeschwommen, die Abgasreinigung gerät hier kaum an ihre Grenzen. Deshalb sind Fahrzeuge mit effizienter Abgasreinigung hier zu deutlich besseren NOx-Werten in der Lage.

Diesel-Käufer auch in Zukunft auf der sicheren Seite

Die gute Nachricht ist: Für die Gesetzgebung ist das RDE-Verfahren maßgeblich, und an dem scheitern immer weniger moderne Selbstzünder. Der ADAC kommt deshalb zu dem Schluss: „Wer sich heute einen neuen Diesel-Pkw zulegt, muss sich wegen möglicher Überschreitungen der Stickoxid-Grenzwerte keine Sorgen machen.“ Und zwar selbst für den Fall, dass der Umrechnungsfaktor irgendwann kippt und der Prüfstands-Grenzwert auch für Straßentests gilt. Ein erstes entsprechendes Urteil hatte das Gericht der Europäischen Union nach Klagen der Städte Paris, Brüssel und Madrid im Dezember 2018 bereits gefällt.

Auch die Fahrer eines Benziners sind übrigens auf der sicheren Seite: Keines der 13 überprüften Modelle kam im ADAC Ecotest auch nur in die Nähe des für Benziner gültigen Prüfstands-Grenzwertes von 60 mg/km.

Quelle: https://www.auto-motor-und-sport.de/verkehr/adac-ecotest-euro-6-diesel-sauberer-als-vorgeschrieben/

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