Audi E-Tron vs Mercedes EQC — Duell der Elektro-Giganten

Wir vergleichen die beiden großen Elektro-SUV aus Deutschland. Wo gibt es mehr Elektro-Luxus fürs Geld, welches Modell überzeugt technisch?

Um eines gleich vorwegzunehmen: Ihr Kaufinteresse mag noch so echt und noch so akut sein – die Verfügbarkeit der beiden Elektro-SUV ist derzeit ein Problem. Mercedes selbst geht davon aus, dass Kunden 2019 und 2020 noch leer ausgehen könnten, denn die erste Charge ist bereits ausverkauft. Die Ingolstädter hinken der Nachfrage ebenfalls hinterher; als Grund werden fehlende Batterien genannt. Doch es wird der Zeitpunkt kommen, an dem beide Modelle in greif- und fahrbare Nähe rücken, und sehen Sie es positiv: Dann sind Sie vorbereitet. Schauen wir uns die beiden Elektroautos also mal genauer an, um herauszufinden, welcher Ihrer werden könnte.

Satter Preisunterschied

Den günstigeren Einstiegspreis bietet der EQC, den es zu einem Netto-Basispreis von 60.000 Euro gibt. Natürlich wird es vermutlich in nicht einem einzigen Fall bei diesem Betrag bleiben, aber durch diese Summe qualifiziert sich der Elektro-Stern für eine Förderung durch den Umweltbonus. Dieser wird nämlich unabhängig von der individuellen Ausstattung gewährt und selbst einen EQC 400 4Matic AMG Line gibt es schon für 77.340 Euro. Warum schreiben wir das so, als handle es sich hier um ein Sonderangebot aus dem Discounter? Weil der Audi noch teurer ist.

Der E-Tron 55 Quattro will mit mindestens 79.900 Euro beim Händler ausgelöst werden. Dafür gibt es noch keinen Einparkassistenten, keine dynamischen Scheinwerfer und keine Verkehrszeichenerkennung. Warum gerade das? Weil diese Optionen beim günstigeren EQC 400 4Matic bereits serienmäßig an Bord sind. Ein vernünftig ausgestatteter Audi E-Tron mit Technologie-Paket, S-Line-Ausführung, LED-Matrix-Licht und Smartphone-Interface liegt bei rund 90.000 Euro. Im Kostenkapitel holt sich als eindeutig der EQC den Punkt, auch weil vergleichbare Ausstattungsoptionen im Schnitt etwas günstiger sind als beim Audi.

Platz oder Dynamik?

Die beiden großen SUV haben aber auch einiges gemeinsam. Beide schieben mit 300 kW an und nutzen dafür Asynchron-Motoren und permanenten Allradantrieb. Der Mercedes generiert aus diesen Werten mit 760 Newtonmetern Drehmoment allerdings derer 96 mehr und verbraucht mit einem Wert von 19,7 im Schnitt 4 kWh weniger pro 100 Kilometer. Natürlich nicht ohne Grund, denn der EQC ist 70 Kilo leichter – 50 davon entfallen allein auf das Batteriepaket. Sammelt der Mercedes hier also weiter Punkte? Das kommt ganz auf Ihren Bedarf an, denn der Audi ist dafür größer. Heißt, er packt mehr weg und bietet mehr Platz. Satte 160 Liter mehr Kofferraum (660 Liter) stehen zur Verfügung, 190 Kilo mehr darf der Ingolstädter zuladen. Zudem lässt sich das Luftfahrwerk des Audi bis auf 172 Millimeter Bodenfreiheit hochschrauben, während das des EQC bei 97 Millimetern das obere Ende erreicht.

Im Sprint auf 100 km/h ist der EQC mit 5,1 zu 6,6 Sekunden schneller. An der Ladestation ist der Audi flinker, weil er mit bis zu 150 kW Saft ziehen kann, während der Kontrahent maximal 110 schafft. Typ 2 und CCS nutzen beide Fahrzeuge und auch die Reichweite gleicht sich nahezu aus. Knapp über 400 Kilometer schaffen beide E-SUV nach NEFZ-Standard, wobei der Audi dafür mit 95 kWh die größere Akku-Kapazität benötigt (80 kWh im EQC).

Quelle: https://www.auto-motor-und-sport.de/elektroauto/audi-etron-quattro-mercedes-eqc-elektro-suv/

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