AutoBild Bashing

Wenn es darum geht der AutoBild Fehler und Dämlichkeiten nachzuweisen bin ich immer gerne mit dabei. Am liebsten direkt an der Front.  Aber manchmal muss man auch die Kirche im Dorf lassen.

Über die aktuelle Ausgabe der AutoBild hätte ich eventuell gar nicht geschrieben, wenn nicht die Mercedes-Fans.de gerade Amok laufen würden.  Grund hierfür: Der aktuelle SLK, der kleine Bruder vom Nasenbär SL wurde von 4 Designern nur auf Platz 11 von 11 gewählt.

Es kann nicht sein, was nicht sein darf – hatten doch die Leser der AutoBild im letzten Jahr  den neuen SLK doch mit dem AUTOBILD Design Award 2011 bedacht. Und nun sowas. 4 Designer maßen sich an, eine Meinung – eine eigene Meinung über den kleinen Nasenbären zu haben.

Für die Macher von Mercedes-Fans.de ist das etwas was nicht akzeptiert werden kann.  In einer Argumentation der ich leider nicht folgen kann, zerreist man den Bericht. Nicht das ich ein Problem damit habe wenn die AutoBild Gegenwind erhält.  Nur den Grund finde ich arg konstruiert, denn die AutoBild geht selbst auf den Widerspruch ein, dass der SLK zuerst die Leserwahl im letzten Jahr gewinnt und nun von 11 ausgewählten Modellen nur auf Platz 11 landet. Zitat:

Wie passt das zusammen? Problemlos. Eben weil persönliche Vorlieben für die Marke heute keine Rolle spielen, weil Status diesmal nicht wichtig ist.

Eigentlich ganz simpel. Der Unterschied zwischen professioneller Beurteilung der Handwerklichen Arbeit von Kollegen und dem subjektiven Geschmack von Kunden.

Das ist wie mit den Brötchen vom Bäcker. Was mir und den anderen Nachbarn hier eventuell gut schmeckt, ist am Ende möglicherweise unter den kritischen Augen von anderen Bäckern, einfach nur ein Klumpen gebackener Teig.

Und so stimmt die Headline der Mercedes-Fans-Empörung dann eben auch nicht – denn die AutoBild hat nie geschrieben, oder impliziert, das die Leser keine Ahnung hätten. Es geht um Meinungen – und die können unterschiedlich sein.

Ich kann die konstruierte Aufregung nicht nachvollziehen. Aber vermutlich ist es einfach eine Sache der subjektiven Empörung.  In dem man die AutoBild Leser in Schutz nimmt, lässt man sich in der Argumentation nicht auf die „Fan-Schiene“ ein, sondern spielt unberufenen Schiedsrichter – aber am Ende ist die Motivation vermutlich doch einfach nur ein klein wenig verletzter Stolz.

Es sei den Machern von Mercedes-Fans.de gegönnt – wir haben alle immer mal gerne einen Punkt an dem wir uns reiben wollen. Die AutoBild werde ich da als letztes in Schutz nehmen wollen .. ernsthaft!

Im übrigen haben die 4 Designer sowohl den aktuellen 911er als auch den Kia Optima besonders gut bewertet … so ganz ohne Ahnung sind die 4 wohl doch nicht 😉

 

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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

12 Comments

  1. „Eigentlich ganz simpel. Der Unterschied zwischen professioneller Beurteilung der Handwerklichen Arbeit von Kollegen und dem subjektiven Geschmack von Kunden.“ Aha, also Kollegen können professionell die ‚handwerkliche Arbeit‘ (mit der Du anscheinend das Design meinst) von anderen Kollegen desselben Genres beurteilen. Wenn ich das mal übertragen darf heißt das, dass Paul McCartney auch professionell die Songs von Mick Jagger beurteilen kann, oder Andy Warhol die Werke von Pablo Picasso? Ist das Dein Ernst?

    1. Nein, nicht ganz verstanden. Bleiben wir bei Deinem Beispiel mit Musik. Ich kann beurteilen ob mir ein Lied gefällt, ob es „handwerklich“ gelungen ist, also wie wurde es komponiert, wurden Notenfehler (whatever, ich bin absolut unmusikalisch) begangen – das kann ich nicht beurteilen. Dazu brauche ich jemanden, der das Handwerk versteht und eventuell beides kann: Komponieren und das Instrument spielen. Ob das am Ende in die Hitparade kommt, entscheiden die Musikhörer, was jedoch nicht mit der „handwerklichen Arbeit“ in direktem Zusammenhang steht. Verständlicher?

      1. Ich glaube ich habe Dich richtig verstanden, aber Du wohl nicht auf was ich hinaus will. Man kann IMHO „Kunst“, wozu ich Design genauso zähle wie Musik, Malerei, Bildhauerei etc. nicht anhand von bestimmten Kriterien bewerten – das ist Blödsinn. Gerne nochmal ein Beispiel zur Musik (ich bin etwas musikalisch, ich spiele seit der 1. Klasse Klavier, also seit 25 Jahren 😉 Nimm das Genre Jazz. Glaubst Du ernsthaft man kann sowas anhand irgendwelcher Kriterien (Komposition?) professionell beurteilen/klassifizieren geschweige denn messen? Das geht nicht und Du wirst keinen seriösen Musiker finden, der sich anmaßen würde das Schaffen eines Kollegen (also nicht das Vortragen/Spielen) zu bewerten. Das sind wenn dann immer Meinungen (wie beim Oscar oder Grammy) aber niemals Bewertungen aufgrund von irgendwelchen Kriterien. Von dem her kann ich der Argumentation von mercedes-fans.de nur voll und ganz zustimmen.

        1. Aber man kann doch einem Klavierspieler beim spielen eines Stücks Fehler nachweisen. Takt, Rythmus, Noten oder was auch immer. Ich persönlich könnte es vermutlich nicht. Und ich glaube in diesem AutoBild Text ging es eben auch um Handwerk, nicht um Geschmack. Insofern ist vermutlich auch der Musik-Vergleich schwer.

    1. Mark Rednik Bashing weil er sich lieber über Grammatik aufkoffert, als über Inhalte. Welches Deppen Leer Zeichen stört Dich denn besonders lieber Mark?

  2. Björn, wenn du mit deiner Vermutung recht hättest, dann müssten wir dreimal täglich mit hochroten Köpfen irgendein Magazin oder Blog angehen, weil dort irgendwer irgendwas über unsere Lieblingsmarke gesagt hat.
    Das tun wir aber nicht. erstens, weil wir recht entspannt sind, zweitens weil du auch recht hast mit deinem Hinweis, dass jeder nun mal eine eigene Meinung hat.
    Und genau das ist der Knackpunkt, der AUTO BILD Berichterstattung. Da wird mal eben aus der Hüfte konstatiert, dass gutes Design wissenschaftlich messbar und feststellbar ist. Ist es das? Wenn ja, was ist dann ein Award wie der AUTO BILD Design Award wert? Denn den lässt die AUTO BILD über ihre Leser ermitteln. Und ein Satz wie „Design ist keine Frage des Geschmacks, sondern kann objektiv bewertet werden“, ist nicht mehr als eine nachträgliche Rechtfertigung für das dort abgesonderte „Experten“-Ergebnis.. Und so ein Satz verklausuliert, was ich in unserem Artikel in eine etwas einfachere Sprache übersetzt habe: „Wenn unsere AUTO BILD Leser den SLK auf Platz 1 wählen, dann haben die eben keine Ahnung!“ Kleiner Nachsatz von mir: solange jedenfalls nicht, bis die AUTO BILD die nächste Sau durchs Dorf treibt. Schönes Wochenende
    TE

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