Autonom fahrende Fernbusse — Pause auf der Autobahn für Flixbus-Fahrer

In Zukunft dürften autonome Funktionen die Fahrer von Fernbussen entlasten. Das erklärt Flixbus-Gründer Jochen Engert in einem Interview. Auch auf der Schiene ist man aktiv.

Seit 2013 ist das Münchner Unternehmen Flixbus auf dem Markt. Das Personenbeförderungsgesetz verbot bis Ende 2012 Fernbuslinien, die in direkter Konkurrenz zu Bahnlinien oder zu bestehenden Buslinien standen. Die gab es vor allem als Zubringer für Flughäfen oder traditionell auf Strecken von und nach Berlin.

Flixbus startete Anfang 2013 mit einigen Verbindungen in Süddeutschland und wuchs schnell, auch über die Grenzen Deutschlands hinaus. 2014 übernahm man den nach Anzahl der Fahrgäste weit größeren Konkurrenten MeinFernbus und ist spätestens seitdem Marktführer auf dem europäischen Fernbusmarkt. Auch die auffällig gelben Postbusse gibt es nicht mehr, denn auch diese Marke ging in Flixbus auf.

Busunternehmen als Subunternehmer

Über 250.000 Verbindungen zählt das Unternehmen, die meist von beauftragten Busunternehmen bedient werden, die im Auftrag von Flixbus fahren. Ob und wie weit die Lenkzeiten aller Fahrer dabei eingehalten werden, ist oftmals die Frage von Kritikern des Systems.

Zur Entlastung der Fahrer und langfristig auch aus betriebswirtschaftlichen Gründen hat Flixbus die Entwicklung autonomer Fahrzeuge natürlich fest im Auge.

„Ich sehe den autonomen Fernbus noch nicht an der nächsten Ecke stehen“, erklärt Flixbus Mitbegründer Jochen Engert in einem Interview mit dem Onlinemagazin Wired. Auch im Bus-Segment dürfte ich zuerst ein Autobahn-Programm durchsetzen, so wie es die Ingenieure und Strategen im PKW-Bereich vorhersehen.

„Man kann sich durchaus die Frage stellen, ob man auf der Autobahn, wo die Fahrsituationen weniger komplex sind, einen Fahrer braucht oder ob der Bus da autonom fahren kann“, führt Jürgen Engert im Wired-Interview aus.

Damit könnte man wohl längere Touren planen, während denen der Fahrer an Bord seine Ruhezeiten einhalten kann, oder neue Geschäftsmodelle entwickeln, die zum Beispiel vorsehen, dass der auf der Autobahn nicht beschäftigte Fahrer einen Bordverkauf oder ähnliches betreibt.

Auch im Bahnverkehr ist Flixbus aktiv

Der Fernbus auf der Straße ist Flixbus übrigens nicht genug. Man bietet unter dem Namen Flixtrain auch eine Zugverbindung zwischen den Städten Berlin und Stuttgart an. Hierbei kooperiert man mit dem privaten Eisenbahnbetreiber Leo Express, der Züge des insolventen Start-ups Locomore übernommen hatte. Flixtrain übernimmt den Ticketvertrieb und kombiniert die Eisenbahnverbindungen bei der Buchung mit Umsteigemöglichkeiten in die grünen Fernbusse.

Vor dem selbstfahrenden Fernbus sieht Flixbus-Mann Jochen Engert übrigens die Zeit für elektrisch angetriebene Busse. Hier führt man wohl erste Gespräche mit Busherstellern. Auch deutsche Marken sind wohl darunter, auch wenn Jochen Engert im Wired-Interview erklärt, dass es „in den USA Hersteller gibt, die da ein Stück weiter sind.“

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/flixbus-erwartet-autonom-fahrende-fernbusse-693729.html

Previous ArticleNext Article