Blackbox im Auto? Ja!

Unfall-Datenschreiber Original uploader was AXAWinterthur at de.wikipedia

Gero Storjohann ist „Verkehrssischerheitsexperte“ der CDU ( bitte fragt mich nicht, was ihn dazu befähigt hat – in seiner Vita konnte ich nichts finden) und er findet, dass eine Blackbox im Auto, ein weiterer Baustein auf dem Weg zu mehr Verkehrssicherheit ist. Nun denn.

Aber was ist denn so eine Blackbox?

Im Prinzip eine art kleiner Computer, der die ganze Zeit alle Daten aus dem Fahrzeug protokolliert und speichert, aber nach einer gewissen Zeitspanne wieder vergisst. Sobald es jedoch zu einem Unfall kommt und hier zählt im Prinzip das auslösen des Airbags oder anderer Meldeeinrichtungen, vergisst die BlackBox keine Daten mehr. Sprich, die Daten von vor dem Unfall sind gespeichert. So lässt sich dann zum Beispiel klären, wie schnell jemand war, ob er stark gebremst hat – ob das Licht an war, der Blinker und was auch immer man an Datenquellen festgelegt hat. Der „Unfall-Datenschreiber“ ist also im Prinzip eine Lösung, wie man diese auch seit Jahrzehnten in der Luftfahrt einsetzt.

In der Luftfahrt ist der Flugdaten-Schreiber aus dem gleichen Grund an Board. Im Falle eines Falles lassen sich aus der extrem stabilen Blackbox alle Daten auslesen, die zur Aufklärung von Flugunfällen führt.

Baustein für die Verkehrssicherheit?

Wieso eine Blackbox nun für die Verkehrssicherheit zuträglich sein soll, kann man im Prinzip nur mit der „Angst überführt“ zu werden begründen. Im Prinzip dient die Blackbox damit als Überwachungsgerät für den Autofahrer. Bei schlechtem Wetter zu schnell in die Kurve und einen Unfall verursacht? Die Blackbox könnte über die ausgelesenen Radsensoren Auskunft darüber geben. Ausreden zählen dann nicht mehr.

Und an dieser Stelle bin ich im Zwiespalt – habe aber nach ein wenig überlegen beschlossen: Ja, wenn meine KFZ-Versicherung einen Rabatt auf meine Versicherung einräumt, dann wäre ich jederzeit dazu bereit, eine solche Blackbox in mein Auto zu verbauen. Und denke ich an meine Jugendzeit zurück – ja, vermutlich wäre ich auch oftmals anders gefahren, wenn ich gewusst hätte – dass im Falle eines Unfalles, die Daten ausgelesen werden können.

In diesem Sinne bin ich für eine Blackbox im Auto.

Doch bereits jetzt regt sich Widerstand:

Die Kosten wären zu hoch, bemängelt unter anderem der ADAC. So kostet ein derartiger Unfall-Datenschreiber um die 600€ und der Einbau noch einmal 400€. Und hier müsste man das Fahrzeug für eine längere Zeit fahren, bis diese Anschaffung über einen möglichen Rabatt bei der Autoversicherung amortisiert ist. Und natürlich der Datenschutz 😉 – wie man aus dem Bundesverkehrsministerium erfahren konnte.

Dabei bin ich mir sicher – wäre ein solcher Unfall-Datenschreiber sowieso sinnvoller direkt ab Werk verbaut. Ohne Aufpreis – dafür mit einer Funktion die auch Eltern helfen könnte, wenn der 18-Jährige Nachwuchs mal wieder am Wochenende mit der Familien-Kutsche zur Disko will.

Weiterführender Link:

willsagen.de » Blog Archiv » Der gläserne Autofahrer

willsagen.de » Blog Archiv » Der gläserne AutofahrerDer ADAC meint, dass Unfallrekonstruktion schon heute funktioniere. Ich würde sagen, sie funktioniert heute noch. Denn zunehmende Sensorik und Assistenzsysteme machen es immer…

 

Bild: Unfall-Datenschreiber Original uploader was AXAWinterthur at de.wikipedia
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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

9 Comments

  1. Leute, was soll denn noch alles gefordert werden? Blackboxen, Fußgängerairbags, der ADAC fordert grade eine Pflicht für Notbremsassistenten… Müssen wir wirklich jedem per Gesetz einen Hochsicherheitspanzer vorschreiben? Kann niemand mehr Entscheidungen für sich selbst treffen? Diese Einzelsysteme mögen nicht allzu teuer sein, aber in der Summe machen wir das Auto langfristig zu einem elitären Gut.

    Der angedeutete Vorschlag, die eingesparten Schadenkosten über Rabatte zu verteilen, klingt ja nicht schlecht. Dann aber bitte genau das abrechnen, was die Maßnahme auch gebracht hat, und nicht über generelle Preiserhöhungen aus der Allgemeinheit rausholen. Legislativ einfordern? Definitiv nein!

    1. Gefordert werden kann ja per se erst einmal alles.
      Die Frage ist doch eher: Was ist sinnvoll. Und eine Blackbox erscheint mir durchaus sinnvoll …

  2. Einen – unbestritten – Positiven Aspekt gibt es doch noch: Die Unfallforscher würden sich darüber freuen. Die haben zahlreiche „unerklärte“ Unfälle und denken mit der BlackBox diese aufklären zu können

  3. Eine Erhöhung der Verkehrssicherheit wäre bei einem reinen Unfalldatenspeicher allemfalls mittelbare Folge. Die Rechtssicherheit könnte so ein Gerät aber in vielen Fällen oder besser Verfahren bewirken.

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