BMW Natural Interaction — Neues Konzept soll Auto-Bedienung revolutionieren

BMW verbindet künftig Sprach- und Gestensteuerung sowie Blickerkennung zu einem neuen Bedienkonzept. Interaktion zwischen Fahrer und Auto soll damit so natürlich wie unter Menschen funktionieren. Erste Funktionen erhält der BMW iNext.

Haben Tasten, Touchscreens und Dreh-/Rückstellknöpfe bald ausgedient? BMW scheint davon überzeugt zu sein. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona stellen die Münchner ein neues Bedienkonzept für ihre künftigen Autos vor. Es heißt BMW Natural Interaction und kombiniert die Sprach- mit der Gestensteuerung sowie Blickerkennung. Erste Funktionen des neuen Konzepts sollen im iNext verfügbar sein, der 2021 auf den Markt kommt.

Optimierte Sensoren, Infrarotlicht, HD-Kamera

BMW verspricht, dass mit der Natural Interaction die Kommunikation zwischen Fahrer und Auto ähnlich ablaufen soll wie im zwischenmenschlichen Dialog. Sprachanweisungen, Gesten und die Blickrichtung sollen vom Fahrzeug zuverlässig erkannt und kombiniert werden, woraufhin der so ausgedrückte Bedienwunsch umgesetzt wird.

Damit das funktioniert, müssen künftige BMWs Gesten in ihrem Kontext analysieren können. Außerdem erfassen sie in Bezug auf Hand- und Fingerbewegungen neben der Art der Geste auch deren Richtung – und zwar in einem erweiterten Bereich im gesamten Fahrerarbeitsplatz. Dafür sind nicht nur optimierte Sensoren an Bord, sondern verfügt die Gestenkamera nun über ein Infrarotlichtsignal, das die Bewegungen von Hand und Finger dreidimensional erfasst und deren Richtung präzise ermittelt. Im Instrumenten-Cluster sitzt darüber hinaus eine HD-Kamera, die Kopf- und Blickrichtung erkennt.

Kommunikation „auf völlig natürliche Weise“

Hinter der Technik steckt ein lernender Algorithmus, der ständig weiterentwickelt wird. Er kombiniert und interpretiert die Informationen, und das Fahrzeug reagiert entsprechend. „Der Kunde soll mit dem Fahrzeug auf völlig natürliche Weise kommunizieren können“ erklärt Christoph Grote, Senior Vice President BMW Group Elektronik. „Er wird zukünftig nicht überlegen müssen, mit welcher Bedienstrategie er zum Ziel kommt, sondern zu jeder Zeit frei interagieren und das Fahrzeug versteht ihn.“

Und was bringt das dem Fahrer? BMW sagt, er kann fortan noch besser nach seinen Vorlieben, Gewohnheiten oder der jeweiligen Situation entscheiden, wie er mit dem Fahrzeug interagiert. Er befindet sich gerade im Gespräch? Dann kommandiert er das Auto mit Blicken und/oder Gesten. Er benötigt seinen Blick gerade für die Straße? Dann nutzt er Sprachen und Gesten – und so weiter. So sollen sich im Fahrzeug fortan berührungslos die Fenster oder das Schiebedach öffnen und schließen, die Luftausströmer verstellen oder eine Auswahl auf dem Kontroll-Display vornehmen lassen. Möchte der Fahrer mehr über die Bedienung seines Fahrzeugs erfahren, kann er zudem auf Tasten deuten und deren Funktionalität erfragen.

Wie ein gut informierter Beifahrer

Diese Art der Mensch-Auto-Kommunikation soll aber nicht nur im Innenraum funktionieren. Der Fahrer kann zum Beispiel nach außen zeigen und die Frage stellen: „Was ist das für ein Gebäude?“ Das Fahrzeug antwortet auf derartige Fragen genauso wie auf jene nach Öffnungszeiten, Namen von Restaurants oder Parkgebühren – und reserviert auf Wunsch direkt einen Tisch oder Stellplatz. Umfassende im Auto hinterlegte Umfelddaten lassen es laut BMW die Rolle eines gut informierten Beifahrers übernehmen. Der soll übrigens perspektivisch auch die Emotionen der Fahrzeuginsassen berücksichtigen können. Man darf gespannt sein, wie die BMWs der Zukunft reagieren, sobald im Minutentakt und von mal zu mal genervter das berühmte „Wann sind wir endlich da?!“ aus Richtung der Fondsitze ertönt.

Generell zielt das Bedienkonzept bereits auf das Zeitalter des autonomen Fahrens ab, wenn der Innenraum nicht mehr vorrangig auf den Fahrer ausgerichtet ist und die Insassen mehr Freiheiten genießen. Einen ersten Eindruck, wie die BMW Natural Interaction einmal funktionieren wird, gibt die Mixed Reality Experience auf dem Mobile World Congress. In deren Rahmen kann man eine virtuelle Fahrt mit dem iNext unternehmen und diesem per Sprache, Gesten und Blicken Kommandos erteilen.

Quelle: https://www.auto-motor-und-sport.de/tech-zukunft/mobilitaetsservices/bmw-natural-interaction-revolutionaeres-auto-bedienkonzept/

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