Byton-Vorstandsvorsitzender Carsten Breitfeld geht — Chinesisches Elektroauto-Start-up verliert Mitgründer

Ex-BMW-Manager Carsten Breitfeld war einer der Gründer und Boss des chinesischen Autoherstellers Byton. Jetzt zieht er sich aus dem Unternehmen zurück – ein Signal für die ganze Elektroauto-Startup-Branche?

Während das chinesische Elektroauto-Startup Byton im Zuge der gerade stattfindenden Automesse in Shanghai Journalisten stolz seine Produktionsanlagen in Nanjing präsentiert, verlässt der Vorstandsvorsitzende Carsten Breitfeld das Unternehmen. In den letzten Tagen hatten sich die Gerüchte dazu verdichtet. Auf Nachfrage antwortete ein Unternehmenssprecher vor kurzem noch, dass Breitfeld dem Unternehmen erhalten bleibe – dies galt nur für wenige Tage.

Wie Byton selber mitteilt, verlässt Breitfeld das Unternehmen, um sich neuen Abenteuern in der Startup-Branche zu widmen. Breitfeld gründete Byton zusammen mit dem aktuellen CEO Daniel Kirchert 2016, mittlerweile soll die Firma 1.600 Mitarbeiter haben. Ende 2019 soll mit dem SUV M-Byte das erste Auto der Marke vom Band rollen, laut Herstellerangaben gäbe es bereits 50.000 Vorbestellungen. Der Marktstart ist zuerst in China geplant, 2020 kommen dann Nordamerika und später Europa hinzu. In diesem Sommer soll es eine dritte Finanzierungsrunde geben, bei der voraussichtlich ein Investor aus Asien die größte Rolle spielt, weiteres Geld soll aus Nordamerika kommen – Europa ist nicht mit von der Partie.

Finanzierung gesichert?

Laut einem Bericht des Manager-Magazins gibt es bei Byton möglicherweise Sorge, ob noch genügend finanzielle Mittel vorhanden sind und damit verbundene Gerüchte, dass weitere Führungskräfte dem Unternehmen den Rücken kehren könnten. Breitfeld soll nach Insider-Informationen zum chinesischen Startup Iconiq Motors wechseln. Iconiq Motors ist eine Tochter von dem im Libanon gegründeten und in Dubai ansässigen Autohersteller W Motors. 2017 stellte Iconiq Motors mit dem Seven ein rein elektrisch betriebenes Crossover-Modell vor.

Abgang kommt für Byton nicht überraschend

Byton scheint sich bereits länger auf den Abgang von Breitfeld vorbereitet zu haben. Im Januar gab der Hersteller bekannt, dass man in Zukunft die Rollen des COB (Chairman of the Board) und des CEO (Chief Executive Officer) trennen werde – bis dahin bekleidete Breitfeld beide Posten in Personalunion. Byton-Mitgründer Daniel Kirchert wurde dann CEO, während Breitfeld weiter COB blieb.

In der Vergangenheit hatte Carsten Breitfeld mehrfach darauf hingewiesen, dass es in China zirka 40 Unternehmen gäbe, die das gleiche vor hätten wie Byton. Außerdem hätten sich die Rahmenbedingungen für Startups in China in letzter Zeit deutlich verschlechtert. Wer Breitfeld auf dem Posten des COB nachfolgt, ist noch offen.

Quelle: https://www.auto-motor-und-sport.de/tech-zukunft/startups/carsten-breitfeld-verlaesst-byton-2019/

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