Carlo Abarth — Rennfahrer, Unternehmer und Perfektionist

Ein Perfektionist, ausgestattet mit dem unbedingten Willen zum Sieg. Ein Visionär, verliebt ins Detail, dabei das große Ganze stets im Blick.

1908 wird erals Karl Abarth in Wien geboren, doch als Carlo wird er weltberühmt. Und so beginnt im jahre 1918 die Legende von Abarth im Wettkampf: Mit gerade mal zehn Jahren spannt Carlo Ledergurte um die hölzernen Räder seiner Seifenkiste. Und hängt so die Nachbarsjungen beim Rennen um Kistenlängen ab. Als 1928 ein erkrankter Fahrer ersetzt werden muss, gelingt Carlo auf Anhieb die Bestzeit. Rennsport ist die große Leidenschaft von Carlo Abarth, der ansonsten eher ernst wirkt. Carlo Abarths erstes eigenes Fahrzeug ist ein 204 A, mit dem er zahlreiche Siege erringt – etwa in der 1.100 Sport-Meisterschaft und auch in der Formel 2. Er wird zum vielfachen Rekordhalter. Nur wenn er als Erster durchs Ziel schießt, ist er zufrieden.

1930 experimentiert er zum ersten Mal mit einer speziellen Auspuffanlage. 1934 gewinnt der 25-jährige Carlo Abarth auf einem eigenhändig umgebauten Motorradgespann, das Kurven in Schräglage nehmen kann, ein einmaliges Langstreckenrennen über 1.300 Kilometer von Wien nach Ostende gegen den Orientexpress. Mit im Schnitt 800 Siegen bzw. Rekorden pro Saison beherrschen Abarth Entwicklungen über mehr als zwei Dekaden die Motorsportszene. Auch der Chef selbst fährt auf dem Autodrome Nazionale in Monza etliche Rekorde.

1938 nimmt er die italienische Staatsbürgerschaft an und heißt ab sofort offiziell Carlo. 1939 zwingt ihn ein schwerer Unfall, vom aktiven Motorsport Abschied zu nehmen. 1947 beginnt er als Direktor einer kleinen Automarke mit dem Namen Cisitalia. 1949 gründet er die Automobil- und Tuningfirma Abarth. Noch im selben Jahr heiratet er Nadina Abarth-Zerjav. 1966 trennen sie sich. Innerhalb weniger Jahre kommt Abarth auf 375 Angestellte. Abarth wird im Sternzeichen des Skorpions geboren.

Carlo Abarth bleibt Italien in vielerlei Hinsicht treu. Neue Fahrzeuge und Komponenten stellt er immer zuerst auf dem Turiner Autosalon aus. Daher rührt das Firmenlogo. 1980 gewinnt Walter Röhrl auf einem 131 Abarth den Rallye-Weltmeistertitel. Der Ruhm sorgt für weltweite Verbreitung: in Frankreich, Großbritannien und in den USA. 1971 beschließt Carlo Abarth den Verkauf seiner Firma an Fiat. Insgesamt 30 Kilogramm nimmt Abarth im Alter von 57 Jahren mit einer strengen Apfel-, Ei- und Schinkendiät ab, um in das eng geschnittene Cockpit des Fiat Abarth 1000 Monoposto Record zu passen. Mit dem Rennwagen bricht er dann den Beschleunigungsrekord.

Im Oktober 1979 stirbt Carlo Abarth. In Meran wird eine Straße nach ihm benannt.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/das-leben-des-carlo-abarth/

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