Chery vor Europastart — China-Konzern kommt nach Deutschland

Ein neuer Arbeitgeber aus der Automobilindustrie siedelt sich in Deutschland an. Chery aus China eröffnet im Januar 2019 seine Europazentrale für Design, Entwicklung, Marketing und Vertrieb.

Im Jahr 1999 wurde die erste Generation des Ford Focus „Auto des Jahres“. Der Audi A2 feierte Premiere auf der IAA und Mika Häkkinen wurde zum zweiten Mal in Folge Weltmeister in der Formel 1. In China rollte außerdem das erste Auto einer neuen Marke namens Chery vom Band.

Nur 19 Jahre später gilt das Unternehmen als größter Autoexporteur Chinas. In Russland und der Ukraine, fast ganz Südamerika, im Mittleren Osten sowie in Australien und Neuseeland gibt es Importgesellschaften und Händlernetze. In den ersten acht Monaten dieses Jahres wurden eigenen Angaben zufolge 462.000 Autos verkauft, davon 50.000 mit Elektroantrieb.

Europazentrale eröffnet in Deutschland

In direkter Nachbarschaft zum Stand von Opel stellte Chery auf der IAA im September 2017 eine neue Modellreihe namens Exeed vor. Der Startschuss für eine Expansion nach Westeuropa.

Dem Messeauftritt folgen jetzt Taten. Bereits im Juni 2018 wurde in München die Chery Europe GmbH in das Handelsregister eingetragen. Geschäftsführer ist Jochen Tüting. Der 44-jährige Deutsche ist bereits seit 2013 für Chery in China tätig und stand davor in Diensten von Ford.

Im Januar 2019 wird die Chery Europe GmbH neue Räumlichkeiten im hessischen Raunheim beziehen. Das Rhein-Main-Gebiet ist die Heimat vieler Autoimporteure. Der Hersteller Opel sitzt im benachbarten Rüsselsheim, ist also wie auf der IAA 2017 direkter Nachbar von Chery.

Gut möglich, dass ab 2019 auch einige ehemalige Opel-Ingenieure in die 16.000-Einwohner-Stadt Raunheim pendeln. Denn Chery will in seinem neuen Hauptquartier für Europa nicht nur Marketing und Vertrieb ansiedeln. Auch die Eröffnung eines Design- und Entwicklungszentrums ist geplant.

Design und Technik auf europäischem Niveau

Bis Ende 2019 will Jochen Tüting in einer ersten Phase 30 bis 50 Mitarbeiter um sich versammeln. „Damit schaffen wir die Basis für unseren Markteintritt in Europa“, sagt der Europa-Statthalter.

Sein Vorgesetzter, Chery-Chef Tonqyue Yin, unterstreicht die Wichtigkeit des Standorts Deutschland für den Konzern: „Wir bei Chery sind uns bewusst, dass ein seriöser und global tätiger Automobilhersteller in den wichtigsten Märkten präsent sein muss. Auf der letztjährigen IAA haben wir uns als Marke präsentiert, jetzt werden wir unsere Pläne in und für Europa umsetzen. Deshalb werden wir unter unserer Technologiemarke Exeed Modelle auf den Markt bringen, die in Bezug auf Qualität, Design und Technologie konkurrenzfähig mit den führenden europäischen Herstellern sein werden.“

Marktstart nach dem Jahr 2020

Der Markteintritt wird gründlich vorbereitet, Chery spricht von einer „Zeit nach 2020“ für den Start der ersten Modelle in Europa. Laut einer Meldung des Unternehmens dann übrigens „sehr wahrscheinlich“ mit einem komplett elektrischen Antrieb. Das würde mit dem Fahrplan der Chinesen übereinstimmen. Während des IAA-Auftritts 2017 war zu hören, dass der Konzern im Jahr 2025 die Produktion von Modellen mit Verbrennungsmotoren einstellen will, um sich komplett auf die Elektromobilität zu konzentrieren.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/chery-europazentrale-design-entwicklungszentrum-deutschland/

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