China senkt die Einfuhrzölle im Automobilbereich — Deutsche Hersteller erwarten neuen Boom

Während die USA, im Auftrag ihres Präsidenten Donald Trump, mit Strafzöllen auf importierte Automobile drohen, fährt China den genauen Gegenkurs. Hier sollen in Zukunft nur noch 15 anstatt 25 Prozent fällig werden.

Das Finanzministerium in Peking verkündete jetzt, dass ab Juli 2018 die Abgaben auf Importe für die meisten Pkw-Modelle auf 15 Prozent von 25 Prozent reduziert werden sollen. Dieser Schritt ist nicht natürlich vor allem von strategischer Natur. Denn nicht nur einmal drohte Donald Trump dem größten Automobilmarkt der Welt mit Strafzöllen von bis zu 150 Milliarden Dollar.

Hersteller wollen Preise senken

Die Reaktionen der Autoindustrie könnten für das autoliebende Volk in Fernost kaum besser ausfallen: Sie wollen die Preise anpassen. Die Zollsenkungen dürfen als starkes Zeichen gedeutet werden, dass China seinen Weg der Öffnung fortsetzt. „Diese ist ein weiterer wichtiger Schritt für offene Märkte und ein Zeichen für eine Stärkung des internationalen Handels“, meint auch VDA-Chef Bernhard Mattes. Doch nicht nur die chinesischen Kunden selbst, sondern auch der chinesische Markt soll sich nach Expertenmeinungen daraufhin noch dynamischer entwickeln. Im Jahr 2017 wurden in China 28,9 Millionen Fahrzeuge verkauft, 1,22 Millionen davon importiert.

Tesla Model X 14.000 Dollar günstiger

Mit bloßen Ankündigungen gibt sich ein Mann schon seit Jahrzehnten nicht mehr zufrieden: Elon Musk. Und so teilt Tesla mit, dass der teuerste Model X in China bis zu 14.000 Dollar günstiger werden soll, was bei einem bisherigen Preis von 219.000 Dollar einer Senkung von 6,4 Prozent entspricht. Die günstigste Model S-Version soll anstatt 118.800 Dollar demnächst 111.200 Dollar kosten. In den USA kostet derweil die Einstiegsversion 75.000 Dollar. Hierzulande beginnt die Preisliste für den Tesla Model S 75D bei 87.100 Euro, was 102.022 Dollar enspricht.

Deutsche Hersteller dürfen sich freuen

Doch wer profitiert seitens der deutschen Automobilhersteller von dieser Zollsenkung? Arndt Ellinghorst, Analyst des Investmentberaters Evercore ISI, hat dazu eine klare Meinung: „Auf Basis der jetzigen Importvolumina würden BMW, Daimler und VW zu den großen Nutznießern von dieser Entscheidung werden.“ Aber auch Luxusmarken, deren Produktion, wenn überhaupt, nur zu geringen Anteilen in China erfolgt, gehören zu den großen Gewinnern.

So liefert Porsche ausschließlich Importfahrzeuge deutscher Produktion. BMW, die im vergangenen Jahr 600.000 Fahrzeuge in China verkauften, mussten 200.000 davon erst teuer importieren. Bei Volkswagen wurden von den 4,18 Millionen in China verkauften Autos 189.000 importiert. Generell darf aktuell von einem Importanteil in Höhe von rund einem Drittel ausgegangen werden. „Konkret kämen für BMW beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern 1,2 bis 1,75 Milliarden Euro mehr heraus, für Daimler 1,1 bis 1,65 Milliarden Euro und für VW 750 Millionen bis 1,14 Milliarden Euro“, hatte Ellinghorst jüngst errechnet.

Joint-Venture-Pflicht fällt bis 2022

Aber nicht nur die Zollsenkung, sondern auch das bis zum Jahr 2022 Fallen der Auflage, Autos ohne lokale Geschäftspartner bauen zu müssen, führt zu Aktienanstiegen bei den deutschen Herstellern. Soll heißen, bislang ist es nur erlaubt Fahrzeuge in China zu verkaufen, wenn ein 50/50-Joint Venture mit einem lokalen Unternehmen vorliegt.

In unserer Fotoshow zeigen wir Ihnen die 50 beliebtesten Autos in China 2017.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/china-senkt-zoelle-auf-15-prozent/

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