Continental auf der CES 2019 — 5G-V2X-Hybrid vor ersten Serieneinsatz

Continental zeigt auf der CES 2019 ein hybrides Kommunikationnetz für 5G und V2X-Standards. Ein erster Kunde soll bereits an Bord sein, der Serienstart ist für 2020 geplant.

Der Straßenverkehr mit autonom fahrenden Autos in vernetzten Städten, bei dem auch Ampelanlagen und Parkräume intelligent gesteuert werden, stützt sich vor allem auf eine reibungslose digitale Kommunikation.

Die Verfügbarkeit eines flächendeckenden Breitband-Kommunikationsnetzes ist unabdingbar. Der aktuelle 4G-Mobilfunkstandard reicht aufgrund der Datenmengen und der benötigten Übertragungsgeschwindigkeit nicht aus.

Datenübertragung mit bis zu 10 Gbit/s

Der Beispielswert für die Downloadrate verdeutlicht das. Während bei 4G (LTE) bis zu 300 Mbit bzw. mit LTE+ bis zu 4Gbit pro Sekunde und damit deutlich mehr als bei den meisten Festnetz-Internetanschlüssen erreicht werden, sind es bei 5G bereits 10 Gbit. Bis das 5G-Netz errichtet ist, wird es aber noch einige Jahre dauern. Eine flächendeckende Versorgung dürfte auch dann nicht sichergestellt sein, auch bei 4G gibt es aktuell noch große Lücken in der bundesweiten Abdeckung.

In Smart Cities sollen zusätzlich zum Mobilfunk auch weitere Kommunikationsmöglichkeiten zwischen den Autos und dem Internet der Dinge genutzt werden. V2X ist der Fachbegriff, Vehicle-to-Everything. Mit WLAN und WLANp können an Kreuzungen die Ampelschaltungen je nach Verkehrslage und Fußgängeraufkommen gesteuert werden, bei den Passanten werden Bewegungs- und Anwesenheitsdaten auch anonymisiert über das 4G-Netz oder NFC (Near Field Communication) erfasst.

Vorstellung auf der CES 2019

Der Automobilzulieferer Continental wird auf der CES (Consumer Electronics Show, 8. – 11. Januar 2019) in Las Vegas ein globales 5G-Hybrid-V2X-Netz vorstellen. Damit soll die Kommunikation der einzelnen Verkehrsbausteine auf verschiedensten Ebenen möglich sein und in ein Datenpaket für die Software im Fahrzeug oder in einer Verkehrsleitzentrale zusammengefasst werden.

Während V2X-Systeme auf kurze Distanzen funktionieren, kann durch die Kombination mit 4G und 5G auch ein Informationsfluss über längere Strecken hinzugeschaltet werden. Ein Stauende wird also nicht nur zur Geschwindigkeitsverringerung angekündigt, weiter entfernte Fahrzeuge können direkt mit der Planung der Umfahrungsroute beginnen.

Die Genauigkeit und Schnelligkeit werden im Vergleich zu aktuellen Real-Time-Traffic-Systemen deutlich verbessert. Ein noch nicht genannter Kunde, mutmaßlich ein chinesischer Autohersteller, hat Unternehmensangaben zufolge bereits einen 5G-Hybrid-V2X-Auftrag an Continental vergeben.

Der Zuschlag für ein erstes 5G-Projekt auf Basis unserer Hybrid-V2X-Plattform ist nicht nur für uns, sondern für die gesamte Branche eine großartige Nachricht. Dass 5G so früh auf der Entwicklungs-Roadmap erscheint, zeigt deutlich, dass die Automobilindustrie ihren Finger am Puls der Digitalisierung hat„, sagt Johan Hiebl, bei Continental Leiter des Geschäftsbereichs Body & Security und Infotainment & Connectivity.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/tech-zukunft/continental-5g-v2x-hybrid-ces-2019/

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