Das sind unsere Lieblings-SUV aus 2018 — Top 3 der Redakteure von auto motor und sport

Zum Jahresende hin dürfen wir doch auch mal wieder ganz subjektiv sein. Hier erfahren Sie die jeweiligen SUV-Top 3 der Redakteure von auto motor und sport.

Jimny, i-Pace und Borgward BX7

Auf Platz eins steht ganz klar der kleine Suzuki Jimny. Mit neuem Look und alten Talenten kraxelt sich der Offroad-Japaner sicher in viele Herzen. In der neusten Generation spendiert der Hersteller einige sinnvolle Technik-Updates wie LED-Scheinwerfer, Verkehrszeichenerkennung, Touchscreen-Infotainment mit Smartphone-Integration und einen Spurhalteassistent. Dabei wird der Jimny nicht mit Gadgets überschwemmt und bleibt übersichtlich. Was die Performance im Gelände betrifft, büßt er nichts von seinem Ruf ein. Kaum ein Hindernis vermag den wendigen Suzuki mit zuschaltbarem Allradantrieb und Geländeuntersetzung zu stoppen. Der sieht nicht nur nach was aus, der kann auch was.

Die Zweitplatzierung streicht der i-Pace von Jaguar ein. Als erster Hersteller schicken die Briten einen ernstzunehmenden Tesla-Gegner auf die Straße mit einer realen Reichweite von rund 370 Kilometern. Dabei muss man als Fahrer auf nichts verzichten. Cleverer Allradantrieb, Luftfahrwerk und moderne Sensorik sorgen dafür, dass eine Ausfahrt nicht bei losem Untergrund endet. Den satten 400-PS-Punch beim Antritt gibt’s obendrauf. Als Elektroauto punktet der i-Pace zudem mit ein paar Energiespar-Tricks. Bemerkt das Auto beispielsweise, dass niemand außer der Fahrer im Wagen sitzt, wird die Klimatisierung für die freien Sitze ausgeschaltet. Bei konstanter Fahrt über 105 km/h senkt sich der Jag außerdem eigenständig ab, um aerodynamisch günstiger durch die Luft zu schneiden.

Meine Nummer drei ist der BX7 von Borgward. Schon allein, weil das Konzept so cool ist. Gebaut wird das Auto in China, in einem Autohaus in Deutschland ist er allerdings nicht zu sehen. Wie kommen Sie an ihren BX7? Sie bestellen ihn einfach im Internet. Und wer macht dann den Service? Dazu kooperiert Borgward mit der Kette A.T.U. und nutzt so ressourcenschonend bestehende Strukturen, um sich auf dem deutschen Markt zu etablieren. Qualitativ und fahrdynamisch erhält man ein gutes Paket, sofern man es gemütlich mag. Eine Elektro-Version soll noch nachgeschoben werden, weitere Modellfamilien folgen ebenfalls. Klingt, als hätten sie bei Borgward einen Plan.

GLE, E-Pace und RAV4

Mein SUV-Sieger ist der neue Mercedes GLE. Das hat auch optische Gründe. Endlich hat hat das Auto wieder ein harmonisches Design und sieht nicht mehr so zusammengestöpselt aus wie die beiden Vorgängergenerationen. Es hat außerdem Platz, viel Platz. Und noch mehr Technik, zum Beispiel ein 48-Volt-Mildhybridsystem mit integrierter Karosserieschaukel-Unterdrückung. Natürlich bekommt der neue GLE das MBUX-Infotainment mit zwei 12,3-Zoll-Bildschirmen, und zwar ergänzt mit einigen Neuerungen wie der Gestensteuerung. Besonders lobenswert finde ich die verbesserte Offroad-Kompetenz, deren extremste Ausprägung der Freifahrmodus ist, bei dem sich die Karosserie so oft anhebt und absenkt, bis sich das Auto freigeschaukelt hat. Auf so eine Idee musst du als Ingenieur erst mal kommen!

Silber geht für mich an den Jaguar E-Pace. Warum? Weil er nicht perfekt ist, das auch gar nicht sein will. Das Platzangebot? Eingeengt. Der Kofferraum? Kleiner als bei der Konkurrenz. Die Übersicht? Welche Übersicht! Der Fahrkomfort? Nun ja, geht so. Aber das passt schon so – ein Jaguar ist schließlich nicht dazu da, es allen recht zu machen. Dafür ist er ein echtes Fahrerauto, was nicht nur das fahrerorientierte Cockpit verdeutlicht. Er hat auf Wunsch Allradantrieb, geht agil um Kurven und hat starke Motoren. Und auch die happigen Preise sind ziemlich Jaguar-like.

Auf Platz drei liegt der neue RAV4, der aus meiner Sicht exemplarisch dafür steht, was bei Toyota derzeit richtig läuft. Erstens: Das Styling passt endlich wieder. Der RAV4 schmeißt nicht mehr beliebig alle Design-Trends zusammen wie viele Toyotas zuvor, sondern zeigt eine charakterstarke, zeitlose und eigenständige Linie, die auch noch modern aussieht. Und zweitens: Ich gehöre wahrlich nicht zu den Diesel-Verteuflern und finde es trotzdem gut, dass der RAV4 ohne Selbstzünder auf den Markt kommt. Toyota hat sich nun mal auf den Hybrid als Antrieb der Wahl festgelegt und zieht das eisern durch. Das ist die Art Konsequenz, die ich mag – deshalb ist der Treppchenplatz des RAV4 hochverdient.

Mercedes G, Volvo XC40, Suzuki Jimny

Platz 1: Mercedes G

So muss ein neuer Mercedes G aussehen: Wie ein Mercedes G eben. Außen auf den zweiten Blick vom Vorgänger zu unterscheiden, innen komplett modernisiert. Keine Kompromisse mehr bei der Innengestaltung, auch die Fahrdynamik entspricht nun nicht mehr der eines gewaltig übermotorisierten Lastwagens. Würde ich kaufen, wenn er nicht so viel kosten würde wie ein mittelgroßes Häuschen auf dem Land.

Platz 2: Volvo XC40

So muss ein modernes Kompakt-SUV aussehen: eigenständig, zweckmäßig und robust. Volvo hat es hinbekommen, das Familiengesicht subtil so zu verändern, dass der XC40 genau in die Reihe mit XC60 und XC90 passt, ohne wuchtig-wichtig daherzukommen. Wer mag, bekommt den Lack zweifarbig oder oranges Filz in den Türablagen, dazu Assistenz und Infotainment aus den höheren Klassen. Könnte meiner sein, wenn ein Kompakt-SUV Teil meiner Lebensplanung wäre.

Platz 3: Suzuki Jimny

So muss ein neuer Suzuki Jimny aussehen: Wie ein zu heiß gewaschener Mercedes G. Dass er nicht so viel anders fährt wie der Vorgänger, liegt daran, dass er technisch im Grunde ganz der alte ist. Macht nichts, dafür ist der Jimny günstig und geländegängig. Eine Kombination, die bei Suzuki Tradition hat und mich überlegen lässt, ob ich nicht dringend etwas Geländegängiges brauche, um endlich einen vernünftigen Kaufgrund für einen Jimny zu haben.

Rolls-Royce Cullinan, Bentley Bentayga Hybrid, Jeep Grand Cherokee Trackhawk

Rang eins: Wenn schon groß, dann richtig. Und nicht nur richtig lang, sondern auch richtig teuer. Da ich zudem gern höher einsteige, kommt mir der teuerste SUV der Welt namens Rolls-Royce Cullinan gerade recht. Hinzu kommt eine unnachahmlich leise aber dennoch brachiale Beschleunigung, purer Luxus und die bösen Blicke der Prius-Fahrer, die ich dank Laser-Licht-Technologie auch schon aus 600 Metern Entfernung sehen kann. Mit dem 5,34 Meter-Giganten lässt es sich im Zweifel auch prima in der zweiten Reihe parken, da sich bestimmt kein Abschleppunternehmer wagt, den mindestens 315.000 Euro teuren (in meiner individualisierten „bespoke“ Wunschausstattung weit über 500.000 Euro) 2,7-Tonner an den Haken zu nehmen. Und die Knöllchen? Kommen ins private RR-Sammelalbum.

Rang zwei: Understatement ist mir privat ja schon ein bisschen wichtig. Besonders, weil dadurch die Wahrscheinlichkeit steigt, an der nächsten Ampel in völlig derangierte, weil überraschte Gesichter der Sprint-Gegner zu gucken. Möglich ist dies mit einem auf den ersten Blick recht normalen SUV von Jeep. Na gut, Kenner dürften den 710 PS starken Jeep Grand Cherokee Trackhawk auf Anhieb erkennen. Für die meisten schaut er jedoch einfach nur wie ein leicht aufgehübschtes Soccer-Mom-Car aus.

Rang drei: In meine Top 3 gehört natürlich auch ein Hybrid. Da bietet sich doch glatt der Bentley Bentayga an! Mit 462 PS ein wenig untermotorisiert versprechen die Briten einen Spritverbrauch von 3,2 Litern! Ob die nun wirklich erst nach 100 oder bereits nach 50 oder zehn Kilometern verbrannt sind, ist doch egal. Und nein, ich werde nach dem ersten Tankstopp nicht nachrechnen, ob das wirklich stimmt. Denn andere Hybridfahrer schwadronieren am Stammtisch doch auch nur von den Soll- und nicht von den Ist-Werten ihrer Umweltretter-Mobile – und die Erde ist schließlich ´ne Scheibe! Dafür habe ich mit 700 Newtonmetern unfassbaren Öko-Spaß – ätsch bätsch.

VW T-Cross, Audi e-tron, BMW X7

Platz eins: Dafür, dass er das Polo-SUV sein soll, ist er ziemlich groß und bietet richtig viel Platz: der VW T-Cross. Die Insassen genießen eine überdurchschnittlich gute Rundumsicht und dank einer ähnlich guten Ausstattung, mehr Platz fürs Gepäck und ein bisschen mehr Power macht der neue T-Cross in der Basisausstattung dem in die Jahre gekommenen Golf das Leben schwer. Außerdem ist das SUV in der Basis etwas günstiger als der Einstiegsgolf – der Kompakte wird den Abstand erst wieder in der achten Generation (wird 2019 vorgestellt) vergrößern können.

Zweiter Platz: Rein elektrisch unterwegs und immer mit dem Hang, soviel wie möglich Energie, soll der Audi e-tron eine alltagstaugliche Reichweite schaffen. Es ist nicht nur Zeit, dass ein deutscher Hersteller mal dem Tesla Model X ein konkretes Modell entgegenhält. Der e-tron gefällt auch mit seinem üppig dimensioniertem Fond und seiner Bremse. Diese fühlt sich dank Brake-by-Wire und Gegenkraft-Simulator wie bei einem herkömmlichen Verbrenner an, der typische störende Übergang zwischen rekuperierendem und hydraulischem Bremsen entfällt. Boots-, Wohnwagen- und Pferdebesitzern dürfte zudem die maximale Anhängelast von 1.800 Kilogramm gefallen.

Dritter: Wer den BMW 7er schon immer als SUV haben wollte, der ist mit dem neuen X7 gut bedient. Das riesige SUV macht mit den beiden aufpreispflichtigen Einzelsitzen in Reihe zwei am meisten Spaß, weil diese Sitze denen in Reihe eins in fast nichts nachstehen (fast, weil es die Massagefunktion nur für die Vordersitze gibt). Außerdem setzt die stylisch moderne Innenraumgestaltung Maßstäbe – Konkurrenten wie der Mercedes GLS können da aktuell nicht mithalten. Fahren dürfte mit dem X7 dank kräftiger Motoren, Allradantrieb, adaptiven Dämpfern und optionaler Hinterachslenkung richtig Spaß machen.

Audi Q8, Porsche Cayenne Turbo, VW Touareg

Platz eins: Audi hat es also endlich geschafft, was Mercedes mit dem GLE Coupé und BMW mit dem X6 schon vor Jahren vorgemacht haben: Ein SUV-Coupé auf den Markt gebracht. 2018. In Zeiten von CO2 und NOx und der allgemeinen Verteufelung von schwergewichtigen SUV. Seis drum. Audi hats gut gemacht. Die Form klassisch, das Styling böse, die Message klar: „Ich bin da!“ Und dazu kann der Q8 auch noch fahren. Trotz seiner 2.271 Kilo ist er überraschend handlich, je nach Federung sogar komfortabel – und in Sachen Multimedia so modern wie seine beiden Konkurrenten zusammen.

Platz zwei: Gerne würde ich noch ein SUV-Coupé aufs Treppchen stellen. Aber der Cayenne als Coupé kommt erst 2019. Der ist dann schon mal vorgemerkt. Also bleibt auf Rang zwei der neue Porsche Cayenne Turbo. Warum? Ich zähle auf: Sieht aus wie ein Porsche, fährt wie ein Porsche; V8, 286 km/h, 3,9 Sekunden auf Tempo 100, Wolfram-Carbid-Bremsscheiben, „Air Brake“, 21 Zoll Räder. Das müsste doch reichen und mir ist es so was von egal, dass man diese Urgewalt nur auf die STRASSE bringt und nicht auf den Feldweg.

Platz drei: Ja, und noch ein Modell aus dem VW-Konzern. „Mit so was fährt man nicht ins Gemüse“, schreibt mein Kollege Torsten Seibt. Und Recht hat er. Volkswagen hat den Touareg nicht zu dem gemacht, was er nun in der dritten Generation ist, nein, die Kunden haben es so gewollt. Und die wollen keinen starrachsigen Geländegänger, keine handfeste Geländetechnik, die wollen hoch sitzen, komfortabel reisen und mal ´ne Bordsteinkante mitnehmen. Insofern alles richtig gemacht, zumal der Touareg durchaus im nicht allzu geländigem Gelände noch ein gute Figur macht.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/erlkoenig/suv-top3-redaktion-jahresrueckblick/

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