Der günstigste F-Type: Jaguar F-Type 2.0 — Das neue Vierzylinder-Einstiegsmodell im Fahrbericht

Jaguar stellt mit dem F-Type 2.0 eine neue Einstiegsvariante des Sportwagens vor. Den Vierzylinder-Wagen gibt es als Coupé und als Cabrio – wir haben die offene Variante im Fahrbericht.

Bislang war der F-Type nur mit Sechs- und Achtzylindermotoren zu haben. Bereits ab dem Frühjahr wird das Motorenangebot für den F-Type als Coupé und als Roadster um einen Vierzylinder nach unten abgerundet.

Zu haben ist der neue F-Type 2.0 nur mit Hinterradantrieb. Viel Hirnschmalz wollen die Briten in den Ansaugbereich und den Auspuff investiert haben, damit der F-Type auch mit dem Vierzylinder seinen typischen Sound behält.

So fährt der Vierzylinder-F-Type

Von außen und innen lässt sich der kleinste F-Type kaum von seinen Verwandten mit Sechs- oder Achtzylinder-Motor unterscheiden. Es muss sich also keiner optisch gedisst fühlen, wenn er sich für das Einstiegsmodell entscheidet.

Das Fahrwerk des F-Type 2.0 entspricht den Erwartungen, die man an die kleinste Motorvariante einer Sportwagen-Baureihe hat: Es ist weder zu hart noch zu weich. Wenig Seitenneigung und ein vergleichsweise geschmeidiges Überrollen von Schlaglöchern machen diesen F-Type fahrwerksmäßig zu einem umgänglichen Typ.

Dazu passen Bremsen, die nicht zu giftig zupacken. Aber die Lenkung ist für einen Sportwagen reichlich indirekt, gibt kaum Rückmeldung und arbeitet in der Mittellage träge. Immerhin: Steht der Fahrmodi-Schalter auf Dynamik, fühlt sich die Lenkung direkter an und reagiert deutlich spontaner.

Vierzylinder-Turbo oder Sechszylinder-Kompressor

Der 2,0-Liter-Turbomotor leistet 300 PS und ein maximales Drehmoment von 400 Newtonmetern im Drehzahlbereich von 1.500 bis 4.500/min. Zum Vergleich: Der nächststärkere 3,0-Liter-V6 mit Kompressoraufladung leistet 340 PS und stemmt zwischen 3.500 und 5.000/min ein maximales Drehmoment von 450 Newtonmetern auf die Kurbelwelle – klingt nach wenig Unterschied. In der Realität aber fühlen sich die beiden Aggregate ganz anders an: Während der V6 blitzartig auf Gasbefehle reagiert, döst der 2,0-Liter beim beherzten Tritt aufs Gas erstmal eine Sekunde unbeeindruckt vor sich hin. Erst nach dem Luftholen kommt er zu Kräften und beschleunigt den F-Type in 5,7 Sekunden von null auf 100 km/h. Sein künstlich veränderter Klang ist für einen Vierzylinder ungewöhnlich. Ein vollkommen anderes Fahrgefühl ergibt sich, wenn der Fahrmodus-Schalter auf Dynamik steht: Hellwach reagiert der kleinste F-Type-Motor auf Gaspedalbewegungen und röhrt eher wie ein V8 – auf jeden Fall klingt jetzt nichts mehr nach Vierzylinder. Beim Gaswegnehmen blubbert es motivierend aus den Endrohren, manchmal patscht es wie bei Fehlzündungen.

Nur mit Automatik

Die serienmäßige Achtgang-Automatik von ZF macht in beiden Fahrmodi einen unauffälligen, aber guten Job. Trotzdem schade, dass es das Einstiegsmodell nicht mit Handschaltung gibt – bei der Sechszylinder-Variante kann sich der Kunde zwischen einer ebenfalls von ZF zugelieferten Sechsgang-Handschaltung und der Achtgang-Automatik entscheiden. Vielleicht, weil die Handschaltung in den Hauptmärkten des kleinen F-Type nicht gefragt ist. Wie etwa China. Dort begünstigt die Steuergesetzgebung Motoren mit einem Hubraum von unter 2,0 Litern.

Der F-Type 3.0 mit Achtgang-Automatik braucht 0,4 Sekunden weniger auf Tempo 100 und ist mit 260 km/h zehn km/h schneller als der Vierzylinder-Turbo. Und obwohl der Vierzylinder im Dynamik-Modus recht aufregend klingt, kann er stimmlich nicht mit seinem kernig krakeelenden Kompressor-Bruder mithalten. Erstaunlich: Beim Gewicht unterscheidet sich die Variante mit zwei Zylindern weniger nicht vom Sechszylinder – beide bringen 1.545 Kilogramm auf die Waage. Aber beim Durchschnittsverbrauch nach NEFZ liegt der F-Type 2.0 mit 7,2 Litern pro 100 Kilometer um 1,2 Liter günstiger als das Sechszylinder-Modell.

Deutlicher Preisunterschied

Zwei Zylinder, fast ein Liter Hubraum und 40 PS weniger schlagen sich auch im Basispreis nieder: Während das F-Type 2.0 Cabrio ab 66.200 Euro zu haben ist, geht der F-Type 3.0 als Handschalter bei 75.200 und mit Automatik bei 77.700 Euro los. Mit dem gleichen Getriebe kostet der V6 Kompressor also satte 11.500 Euro mehr als der Vierzylinder.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/jaguar-f-type-vierzylinder-fahrbericht-daten-infos-marktstart-preis-2018-7897636.html

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