Die 10 wichtigsten Citroën — Subjektive Auswahl von DS bis Berlingo

Traction, DS, 2CV: Klar sind das Helden. Doch nicht nur die. Denn da gab es noch SM, CX und Berlingo. Berlingo? Na klar!

Als André Citroën 1919 mit dem Bau von Autos anfängt, hat er schon Geld mit Zahnrädern und Granaten verdient. Innerhalb weniger Jahre sollte er zum größten Autoproduzenden Europas aufsteigen, verliert keine 20 Jahre später viel Geld, seine Firma und ein halbes Jahr später seine Gesundheit. Der Doppelwinkel als Markenzeichen weist auf die schräg verzahnten Zahnräder hin, mit denen Citroën das Geld für die Autoproduktion verdiente.

Produktion nach Ford-Vorbild

Doch von Anfang an: Nach dem Vorbild von Henry Ford baut Citroën den Typ rationell, verkauft ihn mit guter Ausstattung und zu einem Preis: ein großer Erfolg. Opel baut den 5 HP sogar nach, lackiert ihn grün – eine Art Kompliment. Weil der Zoll Exporte ins Nachbarland Deutschland teuer macht, baut Citroën ab 1927 in Köln-Poll den Traction Avant.

Pionier der Autowerbung

André Citroën ist auch ein Pionier der Werbung: von 1922 bis 1934 bilden 250.000 Glühbirnen am Eiffelturm einen weit sichtbaren Citroën-Schriftzug. Die Werbung leuchtet so weit, dass sich Pilot Charles Lindbergh bei der ersten Atlantik-Überquerung mit einem Flugzeug daran orientiert. Citroën sorgt dafür, dass Lindbergh nach dem französischen Präsidenten und dem US-Botschafter ihn besucht. Weil Straßenschilder fehlen, lässt Citroën welche mit dem Markenlogo aufstellen, betreibt Buslinien und baut sein Werkstattnetz ständig aus.

Geniestreiche: Traction und 2CV

Noch als viele andere Hersteller Blech auf Holz klopfen, kommen aus dem Werk am Pariser Quai Javel Ganzstahl-Karosserien nach einem Patent von Budd aus Philadelphia, USA. Auf den Typ A folgen die B-Modelle, bis zur Präsentation des 2CV auf dem Pariser Autosalon 1948 fährt die Firma eine Einmodell-Strategie. Doch vor dem 2CV kommt der Traction Avant: Vor der selbsttragenden Karosserie hängen Motor und Getriebe im Hilfsrahmen. Tiefer Schwerpunkt, breite Spur und langer Radstand sorgen für eine außergewöhnlich gute Straßenlage – die führt zu dem Spitznamen „Gangster-Citroën“. Die hohen Entwicklungskosten führen hingegen zu Zahlungsschwierigkeiten; 1934 muss André Citroën Konkurs anmelden. Michelin übernimmt und setzt eine Doppelspitze ein. Pierre Boulanger, einer der beiden neuen Chefs, kann nun eine Idee umsetzen, die er schon in den 1920er-Jahren hatte: ein einfaches Auto für die Landbevölkerung. Nach mehreren Schwierigkeiten, unter anderem mit der Konstruktion des Boxermotors, und dem Verbot der Weiterentwicklung während des Zweiten Weltkrieges, kommt 1948 der 2CV auf den Markt. Er bleibt dort bis 1990. Welches Auto wurde so lange gebaut, ohne Karosserie und Konstruktionsmerkmale wesentlich zu verändern?

Weltsensation DS

Die DS kam auf 20 Jahre und war bei ihrer Präsentation auf dem Pariser Autosalon 1955 eine Weltsensation. Die größte optische Änderung: 1967 bekommt die DS Doppelscheinwerfer. Der weiterentwickelte Motor aus dem Traction Avant ragt halb in den Innenraum, was jedoch nur eine Nebenrolle spielt. Denn die Hauptrolle, tja, da gibt es zwei: Die von Flaminio Bertoni gestaltete Hölle, die so gar nichts mit dem damaligen Autodesign zu hat, und die von André Lefebvre erdachte Hydropneumatik. Die bleibt zumindest als Federungssystem erhalten, bis 2017 die Produktion des C5 in Rennes endet. Mit Lenkrädern, die sich auch im Stand selbsttätig in die Mitte zurückstellen und Bremspilzen, die sensibel reagieren, aber kaum nachgeben, überraschen Hydropneumatik-Citroën Umsteiger, verwirren manchmal mit, tja, einer Bedienung die manchmal einfacher ist, aber nie langweilt.

Quelle: https://www.auto-motor-und-sport.de/oldtimer/citroen-100-jahre/

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